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26.1.1895
 
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1895

Nr. 22

Samstag den 26. Januar

Der Oiejsener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.

Die Gießener ^amirienSkälter ttoerbrn dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt.

Meßmer Anzeiger

Keneral-Mnzeiger.

Liertegährtger <ftflo«ncmenbFt<Ur 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 60 Pfg.

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Amts- und Zlnzeigebltttt für den ALveis Giefzen.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nunimer bis Dorm. 10 Uhr.

chratisöeitage: Gießener Iamilienötätter.

Alle Annonccn-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Deutscher Reichstag.

22. Sitzung. Donnerstag, den 24. Januar 1895.

Berathüng der ZolUartsnooelle. Aba. Hitze (Eentr.) hofft, paß das HauS einen Beschluß in der QuebraLoholzfrage Herbet­führen werbe, um so mebr als es sich ja ntd>t um den Großgrund­besitz, sondern um den Schutz aller angesiss neu gewerblichen und kleinbäuerlichen Betriebe sowie der L-dertnbustrie handelt. Redner diückt sein Befremden darüber aus, daß die R.gterung dieser Frage noch nicht näher getreten sei.

Abg Langerhans (Fr. 93p.) erklärt, bet vielen Ledersorten lasse sich mit Quebracho größerer Erfolg erzielen, was seine dem Hause vorgelegien Proben b,w isen. Den Preisdruck führe nicht das etngeführte Quebrachobolz, sondern die vom Auslant-e tmporthtc Eichenlohe herber. Diese Einsubr sei aber nolvia, da unsere Etchen- schälwaldungen den B-datt bei Wertem nicht d-cken können.

Abg. Graf Kanrtz (Eons.) hätte gewünscht, daß der Stoats- secretär seine vorgestern in Bezug auf den russtschen Zoll auf Roh­baumwolle aeäußertcn Ansichten auch hinsichtlich des Getretdezolles vertreten hätte.

Abg. DreSler (ntl.) hält einen Zoll auf Quebrachoholz für angebracht.

Gcheimrath Henle tritt der Befürchtung des Aba. Buddeberg entgeoen, wonach durch den höheren Zoll auf Baumwoll-Sam,nöl die P oductton von Kunstbutter und Kunstschmalz stark mrtheuert werde.

v. Marschall tritt den Ausführungen deS Abg. Kanitz ent­gegen und nemeikt, in Rußland l abrn sich auch nicht alle Erwar­tungen ganz erfüllt, die man an den Handelsvertrag bezüglich der Getreidrausfuhr zu höheren Preisen nach Deutschland geknüpft batte.

Abg. Barth (Fr. Vg.) t die Un'erfchetdung zwisch n natürlichem und künstlichem Honig für sehr leicht und ist gegen den Zoll auf Baumwoll Lamenöl und Quebrachoholz. Die Verwen­dung des letzteren Gerbstoffes bringe für die Lederherstellung ganz bedeutende Vortheile.

Abg. Fusangel (Centr.) erklärt, seine Partei werde die Vorlage daraufhin prüfen, ob"berechtigte Interessen durch dieselbe verletzt werden.

Abg. Stumm hält eine Benach'bciligung der Lederindustrie »urch den Quebrachozoll für autzgeschl, ffen.

Abg. Dr. Hammacher (ntl.) orbreitet sich ausführlich über Nt Verwendung des Baumwoll Samenöls, die fi-br vielseitig sei.

Abg. W'tzlsperaer (Eeritr.) empfiehlt den Quebrachozoll.

Abg. Möller-Doitmund (ntl.) constatirt den Aulschwung her E sen- und Mafchinen-Jndustrie in Folge des russischen Handels- vertraaes.

Abg. Kanitz (conf.) äußert sich nochmals kurz zum russischen Handelsvernage, dessen Nutzen für die Industrie er nicht bestritten habe. Nachdem noch Abg. Wurm (So,.) sich gegen jeden Zoll erklärt hat, wird die Vorlage zur Vorbe.athung an eine Eommisston von 21 Mitgliedern verwiesen.

Nächste S tzung: Freitag 2 Uhr. _____

Deutsches Reich.

Die Anzahl der Ordensverleihungen bei dem diesmaligen Ordensfest ist eine besonders große. Sie beträgt 1905 gegen 1732 im Vorjahre. Es wurden ver­liehen: 1 Großkreuz zum Rothen Adlerorden mit Eichenlaub und Schwertern, 3 Rothe Adierorden 1. Klaffe mit Eichen­laub und Schwertern am Ringe, 4 Rothe Adlerorden 1. Klaffe mit Eichenlaub, 4 Sterne zum rotheu Adlerorden 2. Klaffe mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe, 19 Sterne zum Rothen Adlerorden 2. Klaffe mit Eichenlaub, 1 Rüther Adlerorden 2. Klaffe mit dem Stern, 12 Rothe Aölerorden mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe, 56 Rothe Adler­orden 2. Klaffe mit Eichenlaub, 2 Rothe Adlerorden 2. Klaffe, 7 Rothe Avlerorden 3. Klasse mit der Schleife und Schwertern am Ringe, 143 Rothe Adierorden 3. Klaffe mit der Schleife, 3 Rothe Adlerorden 3. Klaffe, 692 Rothe Adlerorden 4. Klaffe, 12 Kronenorden 1. Klaffe, 3 Sterne zum Krönens,den 8. Klaffe mit Schwertern am Ringe, 8 Sterne zum Kronen­orden 2. Klasse, 9 Kronenorden 2. Klaffe mit Stern, 2 Kronenorden 2. Klaffe mit Schwertern am Ringe, 39 Kronenorden 2. Klaffe, 4 Kronenorden 3. Klaffe mit Schmerlen am Ringe, 139 Kronenorden 3. Klasse, 105 Kronen- orden 4. Klaffe, vom Königlichen HauSorden von Hohen- zollern 4 Adler der Ritter, 2 Kreuze der Inhaber, 20 Adler der Inhaber, 75 Allgemeine Ehrenzeichen in Gold, 536 All­gemeine Ehrenzeichen.

Unter den Parlamentarischen Vorgängen der Woche nahm die dreitägige Generaldebatte des preußischen Abgeordnetenhauses über den Etat die allgemeine Aufmerksamkeit überwiegend in Anspruch. Denn diese Verhandlungen betrafen nur zum kleineren Theile den Etat und die hiermit zusammenhängenden Angelegenheiten, »eit mehr aber bezogen sie sich auf Fragen und Vcrgänge doä allgimeinerem Interesse. Die Finanzreform im Reiche, die schwebenden Steuerfragen, die Polenfrage, die Nothlage der Landwirthschaft, sogar derCulturkamps", den man doch längst selig entschlafen glaubte, all dies und noch manches Ändere gelangte zur Erörterung. Namentlich aber spielten die jüngsten Ministerkrisen und daS, was hiermit in Ver- diuduog stand, in die Etatsdiscusfion hinein. Der Bice- xrSfident des Staatsministeriums v. Bötticher wie Minister­

präsident Fürst Hohenlohe selber ergriffen an den betreffenden Stellen das Wort, um den Gerüchten über den Mangel an Solidarität im preußischen Staatsministerium, über bevor- i stehende weitere Veränderungen in letzterem u. s. w. energisch entgegknzutreten, hoffentlich wird sich nunmehr der umher­spukende Bcunruhigungsbacillus verflüchtigen! Zu erwähnen wäre dann noch, daß Finan^minister Dr. Miquel im Laufe der Etatsverhandlungen gegenüber wiederholtenAnzapfungen" erklärte, daß die preußische Regierung in der aufgiworfenen Frage der Convertirung der vierproeentigen Reichs- und Staatsanleihen noch ferne Stellung genommen habe.

Ausland.

Paris, 24. Januar. Die Bildung eines neuen französischen Ministeriums an Stelle des zurück- getretenen Cobinets Dupuy erweist sich als ein weit schwierigeres Weik, als dies von der Wahl deS neuen Staats­oberhauptes Frankreichs, des Präsidenten Faure, gelten konnte. Der Radieale Bourgeois hatte mit seinen mehrtägigen Be­mühungen, das neue Cabinet zu Stande zu bringen, zunächst Sch ffbruch gelitten und erst auf dringendes Zureden des Präsidenten leß sich Bourgeois bestimmen, nochmals an diese dornenvolle Aufgabe heranzugehen. Am Mitwoch Nachmittag sand zwischen Bourgeois und den in erster Linie als Mit­glieder des neuen Cabinets in Aussicht genommenen Per­sönlichkeiten, darunter Hanotavx, Cavaignac und Senator Camdes, eine längere Besprechung statt, von welcher endlich die Beseitigung der vorhandenin Sctwierigkeiten er wartet wurde.

Neueste riacheichteir.

Wolffs telegraphisches Eorresporidenz-Bureau.

Berlin, 24. Januar. Der Kaiser hat dem General­oberst von Pape seine Büste in Marmor mit einem Hand- schreiben, das den kaiserlichen Dank für treu geleistete Dienste ausspricht, übersandt.

Berlin, 24. Januar. Der Kaiser nimmt heute Vor­mittag die Donräge des Chefs des Civilcabinets, des Kriegs- mintfters und des Chefs des Militärcabinets entgegen. Zur Mittagstafel um 6 Uhr ist der deutsche Boischafter auS Petersburg, General v. Werder, geladen. Abends wird der Kaiser in der militärischen Gesellschaft einem Vortrage des OoersttieutenantS im 1. badischen Leibdragoner - Regiment Nr. 20, v. Bernhardt, über dieSchlacht bei Prag" bei­wohnen.

Budapest, 24. Januar. Etwa 800 Arbeitslose durchzogen unter dem Gesänge der Marseillaise die Straßen und versuchten vor daS Abgeordnetenhaus zu gelangen, um zu demonstriren. Die Polizei zerstreute die D-rnonstranten und verhaftete Diejenigen, die sich widersetzten. Eine wettere, durch Neugierige stark angewachsene Versammlung, welche den gleichen Zweck wie die erwähnten Arbeitslosen verfolgte, wurde abermals zersprengt. Die Menge widerfitzte sich der Polizei, welche die Ruhe nach einer Viertelstunde herstellte und zahlreiche Verhaftungen vornahm. Die zum Abgeord­netenhaus führenden Straßen blieben bis zum Schluß der Sitzung des Abgeordnetenhaufes polizeilich besetzt.

Bern, 24. Januar. In Folge des starken Schnee­salles ist eine sehr große Zahl von Po st Verbindungen unterbrochen, darunter neben unbedeutenden namentlich die Stmplon-Route und die Route über den Splügen und St. Bernhardin. Der Transport der Postsachen soll theil- weise zu Fuß und auf Pferden versucht werden. Auch im Bahnbetriebe sind Störungen eingetreten.

London, 24. Januar. Der Schatzkanzler Sir W. Harcourt hielt gestern in Derby eine Rede, in der er auch bemerkte, daß der Friede in Europa nie mehr gesichert gewesen sei als gegenwärtig. Falsche Gerüchte seien aus­gestreut worden, um Zwietracht in die Reihen der Liberalen zu säen. Wenn die Partei so einig wäre, wie das Cabinet, so wäre alles aufs Beste bestellt.

London, 24 Januar. Ein RegierungS-Leichter­schiff, mit Kanonen, Pulver und Kugeln beladen, ist heute Nacht 1 Uhr in der Themsemündung in die Luft geflogen. Von der Bemannung fehlt bisher noch jede Spur.

Newyork, 24. Januar. Bei einem Sturme auf dem Mich tganfee ist der DampferChicora" untergegangen. 29 Personen sind dabei ertrunken.

Newyork, 24. Januar. Die Drahtarbeiter haben der Aufforderung der Strtkeführer, die Arbeit zu verlassen, Folge geleistet. Die Weigerung der Trambahngesellschaften, sich wegen deS StnkeS einem Schiedsgericht zu unterwerfen, hat die Volkssympathien gänzlich den Ausständigen zuge-

toenbet. Von vielen Arbeitern sind Sammelgelder ei»- gegangen. Ein Theater veranstaltet eine Vorstellung zum Besten der Ausständigen.

Yokohama, 24 Januar. Prinz Arisugawa, Chef befl japanischen Generalstabs, ist gestorben.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 24. Januar. DerReichsanzeiger" veröffentlicht eine kaiseil'che Verordnung vom 14. Januar 1895, betreffend die Einführung preußischer Landesgesetze in Helgoland.

Berlin, 24. Januar. DieNordd. Allg. Ztg." dementirt die Bläitermeldung, wonach der französische Botschafter Herberte sich demnächst nach Paris begebe, um mit dem Präsidenten Faure über die politische Lage zu confeuren.

Berlin, 24. Januar. Für das Herrenhaus ist einer parlamentarischen Correspondenz zufolge als Candidat für den Posten des zweiten Dicepräsidenten in erster Linie der Oberbürgermeister von Frankfurt a. M. Adickes in Aussicht genommen. Jedoch soll wegen der Wahl des zweiten Vice» Präsidenten nicht extra eine Sitzung anberaumt werden. Man will vielmehr warten, dis baß erforderliche Arbeitsmaterial sich angesammelt hat.

Berlin, 24. Januar. DerStaatsbürger-Ztg." wird aus Hamburg gemeldet, Fürst Bismarck beadsichiige, falls fein Gesundheitszustand und das Wetter es gestatten, zum Geburtstage des Kaisers nach Beil n zu kommen.

Berlin, 24. Januar. Die offic öseBerliner Corresp." wendet sich gegen die Ausführungen derFreis. Ztg." betr. die Schiffsneubauten für die deutsche Kriegs­marine und sagt: Die von derFreis. Ztg." herangezogene Zusammenstellung in der Manne-Rundschau könnte nicht als Beweis gegen die officiellen Angaben dienen. Wenn der Etat 1894/95 noch beträchtliche, wenn auch gegen das Vorjahr schon wesentlich verminderte Ausgaben für Schiffsneubauten aufwieS, so lag dies daran, daß in demselben noch große Summen als Schlußraten für die Panzerschiffe erster Klaffe Weißenburg" undKurfürst Friedrich Wilhelm" und für die Panzerschiffe vierter KlasseHagen" undHeimdall", T und V, ferner für den Kreuzer F und für den Aviso K enthalten sind. Diese Schiffe sind zum größten Theile fertig- gestellt und beschäftigen deshalb den Schiffbau nur noch wenig, im Etatsjahre 1895/96 überhaupt nicht mehr.

Berlin, 24 Januar. DerReichsanzeiger" publicirt die Verle hung des CharacterS als Legationsrath an den zum zweiten Secretär bei der Botschaft in St. Peters­burg ernannten Legations-Secrelär Grafen v. Pückler.

Berlin, 24. Januar. DieNat.-Ztg." bezeichnet die von verschiedenen Blättern gebrachte Nachricht, daß Major v. W mann in Neapel an akutem Gelenkrheumatismus und asthmatischen Anfällen erkrankt sei, als gänzlich falsch, indem Major v. Wißmann lediglich einer leichten Erkältung halber seinen Aufenihalt in Neapel verlängert habe.

Gaffel, 24. Januar. Einer amtlichen Mittheilung zufolge findet die Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Eschwege- Schmalkalden am 28. Februar statt.

Wien, 24. Januar. DemNeuen Wiener Tagbl." zufolge verlautet aus bester diplomatischer Quelle, daß Kaiser Wilhelm an den Czaren Nicolaus den persön­lichen Wunsch gerichtet habe, an Stelle des Grafen Schu­walow einen Mann wie den Fürsten Lobanow zu setzen. Daraufhin schrieb der Czar selbst an den Füisten Lobanow, daß er außerordentliches Gewicht auf gute Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland lege, weshalb er den Fürsten ersuche, dem Wunsche des deutschen Kaisers nach­zugeben.

Wies, 24. Januar. DiePolit. Corresp." meldet auß Rom, daß das die Auflösung der Kammer verfügende Königliche Decret erst Mitte Mai erscheinen werde. Die allgemeinen Wahlen werden erst einen Monat später statt- finden.

Prag, 24. Januar. In der heutigen Landtags- sitzung rief die Debatte über die Abtretung einiger Meter Gassengrund an das deutsche Casino eine stürmische Scene hervor. Unter heftigem Lärm erhoben die Jungczechen Protest gegen die Abtretung- das Resultat der Abstimmung, die bk Annahme der Abtretung mit 95 gegen 65 Stimmen ergab, bezeichneten die Jungczechen in lauten Rufen als eine Schande.

Brüssel, 24. Januar. In der heutigen Kammer­sitzung kam es zu einem heftigen Wortwechsel zwischen dem Minister des Innern und dem Socialisten Vandervelde. Der Minister hatte die Ausführungen eines Socialisten, welcher die Regierung beschuldigte, bei den vorjährigen Ausständen