Bild, das sie von dem Kaiser entwarfen, als er auß Sedan nach WilhelmShöhe kam, war ziemlich erbarmungswürdig/ seitdem sind sie aber unter die Retoucheure oder Hofmaler gegangen. Den Schnurrbart, der dem Kaiser verwildert unter der Nase hing, haben sie bereits auSgekämmt und auf- gewichst, die schlaffen Züge find wieder fest geworden, das halb gebrochene Auge sprüht wieder Feuer und fieht schars in die Welt, der schonende Fuß tritt fest auf und die leichte Neigung deS Körpers nach der Linken ist verschwunden.
Die Regierung von TourS hat den Maire von Beaugency erschießen laffen, weil er angeblich zu freund» lich gegen die Preußen gewesen.
Die Vorposten um Metz machen von den ihnen auS der Kriegsbeute von Sedan übergebenen Chaffepotgewehren bereits tüchtigen Gebrauch. Unseren Truppen kommt dabei sehr zu Statten, daß fie beffer zu schießen verstehen als die Feinde. Dazu kommt noch die Leichtigkeit und bequeme Handlichkeit der Waffe, das leichte Kaliber, welches eine größere Menge Patronen ermöglicht.
Des Krieges vollen Jammer hat ein wenig bemittelter Mann in Görlitz (Hoheozolleru) zu tragen. Drei Söhne und vier Schwiegersöhne find ihm bet Metz ge» fallen und er ist der einzige Tröster und Ernährer der Wittweo und ihrer 21 Kinder.
Heute eine neue Siegesnachricht: Schlettftadt hat am 24. capitulirt, nachdem Tags vorher die förmliche Be» lagerung begonnen hatte. Es wurden 2400 Gefangene ge» macht und 120 Geschütze genommen.
Kn in Epernay wohnender Franzose schreibt: „Wir baben zuerst acht Tage lang fünf Württemberger bei unS im Quartier gehabt, darauf drei Bayern, darauf drei andere, welche wir acht Tage hatten. Alle führten sich sehr gut und einige hatten Thränen in den Augen, als sie abmarschtrten. Nach diesen bekamen wir drei Preußen inS Quartier. Oh, diese also wollen unS aufeffen! Gewiß, die Bayern, die Württemberger, die Polen, die Badener, die Sachsen gehen noch an, aber die Preußen! vor denen, sagt man unS, müffen wir uns hüten! — Ich habe aber niemals so gesittete Leute gesehen wie diese Preußen. Am Abend bin ich mit ihnen, und namentlich mit einem, welcher Kinder hat, zusammen und spiele mit ihnen Dame oder wir nehmen gegenseitig Unter« richt im Deutschen und im Französischen. Sie schlafen im Eßfaale auf Matratzen und hatten beinahe Furcht, unS Un» bequemlichkeiten zu verursachen. Nach und nach sind fie dreister geworden und verkehren nach ihrem Gefallen in HauS und Hof seit vier Wochen, ohne daß auch nur eine Stecknadel abhanden gekommen wäre. Unsere Mutter ist fast fortwährend beschäftigt, die Küche zu besorgen mit den Rationen, die fie vollständig herbeibringen/ dann geben fie dem Vater Tabak und nennen die Mutter: „meine gute kleine Mutter!" So sind sie, diese grausamen Lichtverzehrer von 1815, welche unS unsere Großväter in ihren Geschichten als Wilde, welche Menscheufleisch äßen, dargestellt haben. Ich bin überzeugt, daß sie denselben Character zu jener Zeit batten wie sttzt."
Gieße», den 24. October 1895.
* * Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß» Herzog empfingen am 23. October u. A. den Seconde» lieutenant Busse vom Infanterieregiment Kaiser Wilhelm Nr. 116, den Kreisassistenzarzt Dr. Walger von Gedern, den AmtSgerichtSrath Dorn fei ff von Gießen.
* • Bon der Universität Mit Hinweis auf die gestrige Notiz, betr. die Theilnahme von Vertretern der Universität bei der Einweihung der Technischen Hochschule zu Darmstadt wird uns mitgetheilt, daß als weiterer Delegirter der Universität Herr Geh. Hofrath Prof. Dr. Heß nach Darmstadt entsendet wird.
* • Der gestrige Vortrag des Herrn Professor Hausen im großen Festsaale deS Casü Leib war wieder stark besucht/ kein Wunder, die Vorträge über daS geheimmßvolle Wesen deS HypnotiSmuS und der Suggestion und mehr noch die wunderbaren Wirkungen bet an in hypnotischen Schlaf ver- sktzten Medien sind überaus feffelnd und überraschend. Auf vielseitigen Wunsch wird Herr Hansen nächsten Sonntag noch einen Vortrag halten, deffcn Besuch wir bestens empfehlen können.
♦ * Telegraphische Boraulbestelluug zufammeustellbarer Fahrscheinhefte. ES lft zulässig, ebenso tote gewöhnliche Fahrkarten auch zujammenstellbare Fahrscheinhefte bei allen Stationen telegraphisch vorauszubeftellen. Die Fassung der Depesche ist nach neuerer Anordnung deS Ministers der öffentlichen Arbeiten dem Besteller überlassen/ für die Wortzahl wird die tarifmäßige Depeschengebühr berechnet.
• • Handel» ist besser, als viele Worte, so heißt eS, aber das Handeln, von welchem hier die Rede sein soll, ist nicht empfehlrnSwerth, zumal eS noch mit vielen Worten verknüpst ist. Keiner Nation ist da- Feilschen so eigenthümltch, wie der deutschen, und daS kann man doch gewiß nicht sagen, daß bei uns ein ungebührliches Erhöhen der Preise stattfindet. In anderen Ländern ist wohl ein Land-Fremder genöthigt, sich auf daS Feilschen zu legen, aber daS Landespublikum felgst macht davon doch auch nicht entfernt den Gebrauch, wie die- bei un- der Fall. Mit dem Deutschen kann man freilich über alles Mögliche gut reden, nur nicht über Geld angelegenheiten/ das ist schon eine alte Erfahrung, und auf den deutschen Reichstagen des Mittelalters stöhnte schon mancher Staatsmann, daß man von den Deutschen Alle- verlangen dürfe, nur fein Geld. Und im Mittelalter haben eö besonders die Städte trefflich verstanden, sich für eine jede Geldgewährung mit kostbaren Privilegien bezahlen zu lassen. Aber zurück zu unserem Eapitel vom Handeln oder Feilschen. Die guten Zeiten, zu welchen mit einem ansehnlichen Verdienst gearbeitet wurde, find nun einmal dahin, der Verdienst ist für den Geschäftsmann und Gewerbtreiben den um so kleiner geworden, je mehr das Publikum ein an
spruchsvolleres wurde, und die Unkosten stiegen. Unser deutsches Publikum sollte seine Zeit erkennen und einsehen, daß die Zeit de- Handelns vorüber ist, wenn es bei streng reellen Geschäftsleuten kauft. Und wer durch Feilschen einen wirklich wesentlichen Preisnachlaß erzielt, der sollte lieber schweigen, anstatt davon viel zu reden, denn — zu kurz gekommen ist er dabei doch. Mag daS besonders für die kommende regere Einkaufszeit der nächsten beiden Monate beachtet werden, wer baar bezahlt, der erhält von vornherein schon bei ihm bekannten Geschäftsleuten solche Preise, daß er eS nicht nölhig hat, zu handeln. Damit verdirbt er nur sich und dem Gewerbtreibenden die gute Laune. Und wer hat beute die reichsten Abgaben unb Lasten zp leisten? Der Nähr» stand, und Niemand sonst, al- der Nährftaud. Der Wettbewerb ist heute ein solcher, daß nicht Tausende im Handumdrehen verdient werden können, da bringen schon viele Wenig kaum ein Viel. Baar kaufen, nicht handeln! Publikum und Verkäufer fahren gleich wohl dabei.
Srüuberg, 22. October. Heute wurde der neugewählte Beigeordnete der Stadt Grünberg, Herr Kupferschmied Jacob Henrich, vor versammeltem Stadtvorftand verpflichtet und in sein Amt eingewiesen. D. Z.
X Rüddingshausen, 22. October. Gestern fand dahier eine außergewöhnlich starke Ergänzung deS Gemeinderaths statt/ eS waren nämlich sechs Mitglieder zu wählen, da im Laufe von zwei Jahren drei Mal je ein Mitglied aus dem Gemeinderathe zum Beigeordneten bestimmt wurde und für drei weitere Mitglieder die Wahlperiode nunmehr abläuft. Dementsprechend war die Agitation vor der Wahl eine regere und aus der Wahlurne kamen 22 Eandidaten zum Vorschein, obgleich nur 65 Wahlberechtigte abstimmten. Wiedergewählt wurden: Heinrich Krug III. mit 39 und Johannes Loth III. mit 35 Stimmen/ neugewählt find: Heinrich Dietz VII. mit 35, Philipp Schepp mit32, Heinrich Faul st ich VI. mit 31 und JohS. Becker mit 29 Stimmen.
-m- Aus Starkenburg, 23. October. Die HauptstaatS- kaffe hat auch in diesem Jahre wieder angeordnet, daß am 31. October d. IS. eine Münzstatiftik durch sämmtliche fiscalische Kaffen vorgenommen und geschaffen werden soll. Zu diesem Zwecke müsse» die Kaffen sämmtliche Münzen, welche am 31. October vorhanden find, genau zählen und verzeichnen. Zuerst kommen die Doppelkronen, dann die ganzen und halben Kronen. Letztere sind fast ganz auS dem Verkehre verschwunden/ fie sind zu klein und unhandlich, schleifen fich leicht ab und werden daher wohl ganz eingezogen. Die Kronen (Zehnmarkstücke) sind immer noch seltener im Verkehr als die Doppelkronen, haben sich aber im letzten halben Jahre vermehrt. Die Einthalerstücke müssen getrennt aufgeführt werden, je nachdem sie in Oesterreich ober in Deutschland geprägt worden find. Die Reichsfilbermünzeu find nach Fünsmarkstücken, Zweimarkstücken, Einmarkstücken, Fünszigpfennigstücken und Zwanzigpfenntgstücken aufzuführen. Nickel- und Kupfermünzen werden zusammen notixt, d. h. die Zwanzig-, Zehn- und Fünfpfennigstücke für fich in eine Summe und die Ein- und Zweipfennigstücke für fich in eine Summe. Mit dem Papiergelde wird eß folgendermaßen gehalten: Die Reichskassenscheine zu fünfzig Mark, zwanzig Mark unb fünf Mark kommen in eine Summe / die Reichsbanknoten desgleichen unb bie Prvatbanknoten ebenfalls. Sämmtliche Aufnahmen müssen int Laufe des 31. October gemacht unb bie Melbung davon noch an dem gedachten Tage zur Post gegeben werden, so daß die Hauptstaatskaffe am 1. November den Geldumlauf in den staatlichen Kassen zusammenstellen kann.
A Mainz, 23. October. Aus Vorschlag der hessischen Regierung ist Seitens des StaatSsecretärS im Reichsjustiz, amt der Präsident der hiesigen Handelskammer, Geh. Com- merzienrath C. S. Michel, als Vertreter Hessens in die Eommission zur Berathung des Entwurfes eines neuen H andelSg efetzbucheS berufen worden. — Laut einer Bekanntmachung der Special - Direction der Hessischen LudwigSbahn können vom 1. November an die Rück f a h rts» karten einschließlich der Sonntagskarten zwischen Frankfurt einerseits, unb Mainz, Kastel, Bingen, Bingerbrück unb Rübesheim anberfeitß, für bie Rückfahrt auf der Hessischen LudwigSbahn und auf der StaatSdahnlörliebig benutzt werden. AuS dieser Publication läßt sich leicht erkennen, daß bie Verhältnisse zwischen bett preußischen Staatsbahnen unb der Hessischen LudwigSbahn nicht mehr gespannt find, wie bisher.
Vermißtes.
* Eine erfreuliche Einladung. In einem Marburg naheliegenden Dorfe hatte dieser Tage ein Landbriefträger einer Bauersfrau den Betrag einer Postanweisung aus- suzahlen. Als die Summe auf dem Tische lag und die Frau darüber quittirt hatte, wollte die gute Person doch zeigen, daß sie Lebensart besitze/ fie lud den Beamten zu einem Frühstück ein mit den Motten: „Wolle Se da net e paar warme Kartoffeln esse, aich hun grab e Dippe voll fer bie Sau gekocht." Merkwürdiger Weise lehnte der StephanSjünger bie Einladung ab. M. T.
* Sine äußerst wichtige Einführung für die Besucher der Berliner Gewerbe-AuS ftellnng 1896 können wir heute unseren Lesern anzeigen, bie nicht verfehlen wird, all- gemeinen Beifall zu finden. Unter dem Namen „Courier" st unter Führung der Rheinisch Westfälischen Bank eine Ge- «llschast in Berlin gegründet worden, die nach französischem unb englischem Muster allen Bewohnern deS Deutschen Reiches den Besuch der Berliner Gewerbe Ausstellung 1896 unter außerordentlich billigen und coulanten Bedingungen ermög- icht. Die Gesellschaft gewährt jedem Theilhaber durch volle icben Tage in den Monaten Juni, Juli ober August: Freie Reife dritter Klaffe nach Berlin und zurück/ gutes Logis in kparaten, schönen Zimmern, nebst Bedienung, Frühstück/ Mittag- und Abendbrod in den besten Restaurationen Berlins und der Ausstellung/ täglich freien Besuch der Ausstellung
und eines Th aterS, EircaseS ober sonstigen Vergnügung-^ Etablissements, Unfallversicherung und noch sonstige Ver- jünft,gütigen gegen den geringen Preis von 105 Mark, roeüber Betrag in wöchentlichen Raten ä 3 Mark vom 1. November d. I. bi- 28. Juni 1896 bezahlt werden kann. Wir können nicht umhin, unsere Leser auf dieses Unternehmen, daS Dom Präsidium der Gewerbe-AuSstellung aufs Wärmste empfohlen ist, aufmerksam zu machen, und wir find überzeugt, daß der deutsche „Courier- (Berlin, Unter den Linden 15) beim deutschen Publikum bald ebenso populär sein w rd, wie seine Collegen in England und Frankreich — sodaß daS Ehecbüchlein desselben sogar ein willkommene- großartiges Weihnachtsgeschenk in den meisten Familien werden dürfte. Anfragen find zu richten an die Direction des „Courier", Berlin, Unter den Linden 15.
• Ei» „räuberischer Ueberfall" wird auS der Umgebung von Berlin gemeldet. Eine Heerde von 62 Hammeln unb Lämmern hatte ein Treiber an einem der letzten Abende vom Berliner Biehhof nach Segefeld bei Spandau zu führen. Etwa gegen 8 Uhr — eß war schon ziemlich dunkel — befand er fich mit feiner Heerde zwischen den Tegeler Waffer- werken unb Hasseihorst, zwischen Schanze 2 unb 3, al- plötzltch auS dem Walde ein Fuchs in bie Heerde hineinfprengte. Die Heerde stob entsetzt auseinander/ trotz aller Mühen, trotz Locken und Pfeifen gelang eS dem Treiber nur, 32 Thiere zu sammeln. Er trieb diese nach Segefeld, da er weitere- Suchen bei der Dunkelheit auf» geben mußte. Am nächsten Bormittag wurde große Suche nach den fehlenden 30 Thieren angestellt. Man fand i» Tegel, in Saatwinkel, auf der Haide gegen 20 lebende Thiere unb gegen 8 tobte/ einem Thiere war der Kopf ab» gefressen. Reinicke hat also seinen Fang gemacht. Der Wald ist dort mit Brombeerfträuchen dicht bewachsen, einige Lämmer werben sich dort noch aufhalten, aber schwer z» finden fein. Die wiedergefundenen lebenden Lämmer find durch die Brombeersträucher vielfach verletzt worben.
* Hannover, 23. October. Als der Comptoirdiener der Firma König-warter & Ebell heute Vormittag gegen 11 Uhr die Reichsbank mit mehreren Gkldbeuteln verließ, wurde er im Hausflur von einem jungen, schwächlichen Burschen Überfällen und mit einem Hammer hinterrücks niedergeschlagen, jedoch nicht tödtlich getroffen. Auf die Hilferufe beß UeberfaQenen eilten Leute herbei und er» griffen den Verbrecher, der auf dem Transport zur Polizei die ihn führenden Beamten mit einem Messer bedrohte. Die Polizei konnte die Personalien beß Individuum- noch nicht feststellen, glaubt aber in ihm einen gewiegten Verbrecher zu erkennen.
* Bonn, 22. October. Heute sprang ein Rekrut in der hiesigen Jnfanteriecaserne beß 28. Regiment- auß einem Fenster herauß unb erlitt so schwere innere Verletzungen, daß er im Laufe beß Nachmittagß im hiesigen Garnison- lazareth starb.
* Bon der Saar, 21. October. Ein Eifersuchtsdrama hat sich in der Nacht zum Sonntag in SaargemÜnd zugetragen. . Der Erdarbeiter Kinzel hat auf der Straße den in Urlaub befindlichen Soldaten kodier vom 92. Infanterie- Regiment nach Doraußgcgangtntm Wortstreit eine» Mädchen- wegen erstochen. Der durch mehrere Stiche Berietzte starb auf dem Transport nach der Wohnung seiner Mutter. Der Thäter ist verhaftet.
* Der erste Helgoländer Freiwillige in der deutschen Armee, der Schreiner Heinrich Schmidt, ist am 15. October in baß Garde-Pionier-Bataillon in Berlin eingetreten. In ber deutschen Marine dienen fünf Helgoländer freiwillig.
* Kinberbrandstiftungen. lieber die in letzter Zeit fi häufig vorkommenden Feuerßbrüvste, durch Kinder veranlaßt, bringt die in München (Verlag Ph. L- Jung) erscheinende Zeitschrift „Feuerwehr Kamerad" wieder mehrere betrübende Fälle, wonach Eltern nicht genug gewarnt werden können, ihren Kindern das Feuerzeug fernzuhalten. Die traurigen Folgen solcher Fahrlässigkeit sah man kürzlich in Höchberg bei Würzburg. Zwei vierjährige Knaben zündeten einen nahe bei dem Dorfe aufgerichteten Strohhaufen an unb baß Feuer griff so rasch um sich, daß im Nu vier daneben befindliche Strohhaufen sowie ein ca. 150 Ctr. schwerer Kleehaufen in Flammen standen. Löschungßversuche waren vergeblich/ nur der Windstille ist eß zu danken, daß bet der jetzt herrschenden Wasserßnoth ein größere- Unglück vermieden wurde. Von den Beschädigten ist keiner versichert. Beide Knaben sollen schon unlängst in der Nähe einer Scheune Feuer angezündet haben. Am 16. September d. I gerieth bei ber Oeconomenß - Wittwe Kunigunde Steck tu Bühlß, Gemeinde Willofs (Allgäu), ein vor ihrem Anwesen gelagerter Strohhaufen (etwa 200 Centner) in Brand und äscherte denselben vollständig ein. Die Feuerwehr der Gemeinde Willofs erschien am Brandplatze und hatte vollauf zu thun, daS Anwesen der Steck vor dem so rasch nm fich greifenden und verheerenden Elemente zu schützen. Der Brand wurde von zwei Kindern im Alter von 4 und 5 Jahren, welche am Strohhaufen mit Feuerzeug spielten, verursacht. Daß Spielen kleiner Kinder mit Feuerzeug hätte beinahe wieder ein größeres Brandunglück verursacht. Zwei Kinder ind nämlich durch die vergitterten Parterreienster in ein zn dem Bad Kohlgrub (Oberbayern) gehörige- Logixhau- einge» jeftiegen und zündeten am Dachboden Feuer an. In kürze land die eine Seite des Dachstuhles in Flammen. Rasch zur Stelle gekommene Arbeit-lente, unterstützt durch Curgäste, Ortsbewohner und die Feuerwehr, bewältigten bald den Brand. Auch der fürchterliche Brand in Friesach (Kärnthen) ist durch Knaben, bie mit Zündhölzern spielten, entstanden.
• Schönheit»sacht nab ihre Folgen. Auß Wien (Neo- tabt) wird berichtet: Im hiesigen Spital starb die Dienst- magd Kohlhauser ap Phosphorvergiftung. Sie hatte, den Rath einer Freundin befolgend, täglich em Zündhölzchen eingenommen, um schön zu werden. Nach zehn Tagen lag fie im Spital auf dem Sterbebette.


