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Sonntag den 25. August
1898
Erstes Blatt
Nr. 199
Gießener Anzeig er
Kenerat-Mnzeiger.
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Der
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Amtlicher Theil.
Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Marktnetz, 1 Zwicker, 1 Taschentuch, 1 Kinderschuh, 1 Kinderstrohhut, 1 Peitsche, 1 Sack mit Waschklammern und 10 Körbe.
Gießen, den 24. August 1895.
Grobherzogliches Polizeiamt Gießen.
__________________I. V.: Roth.__________________
ZumWiederaufblühendesGeschäftslebens.
DaS böse Verhängniß der wirthschaftlichen KristS der verflossenen drei Jahre bestand hauptsächlich darin, daß alle Cuiturstaaten der Welt, ganz besonders aber die Bereinigten Staaten von Nordamerika mit ihrer enormen Production und ihrem riesigen Bedarf in diese KristS gerathen waren. Wir erwähnen dabet, daß die große Production Nordamerikas dem Geschäftsleben nicht nachtheilig sein kann, wenn die Ge« schäfte an sich in Amerika blühen, denn bei blühender Geschäftslage ist der Bedarf der Vereinigten Staaten in ausländischen Maaren unter allen Umständen schon wegen der vielen Bauten und DolkSvermehrung ein so bedeutender, daß er die Concurrenz der amerikanischen Waare ziemlich aufwiegt. Und bei flottem Geschäftsgang sind die Amerikaner für englische, deutsche, französische Fabrikate u. s. w. immer gute Käufer. Die Amerikaner hatten sich aber durch eine bodenlos verkehrte Währungspolittk, die mit Gesetz und Gewalt den Preis für ihr massenhaft producirtes Silber steigern sollte, selbst den größten Schaden zugesügt. Außerdem hatten sie auch mit ihrer übertriebenen Schutzzollpolitik ihrem Handel Daumschrauben angelegt. Diese Fehler sind nun zwar noch nicht ganz beseitigt, aber sie wurden durch einige Reformen gemildert. Dank dieses Umstandes und Dank des großen natürlichen Reichthums der Vereinigten Staaten blüht dort Las GeschäftSleben von Monat zu Monat mehr auf und wird bald auch seinen belebenden Einfluß auf die wirthschaftlichen Verhältnisse Europas zeigen.
Wie schlimm die Geschäfte in Nordamerika darnieder« lagen und wie sie sich zu bessern begonnen haben, beweist die Thatsache, daß das erste Quartal 1895 in den Verein. Staaten schon eine bedeutende Abnahme der Bankerotte zeigt, und zwar von 47,813,683 Doll, gegen 64,137,633 Doll, im entsprechenden Quartal des Vorjahres. Es zeigen die weifte Abnahme die Oststaaten von 12 auf 17 Millionen, die Mittelstaaten von 23 auf 14 Millionen, ebenso die Süd-, Südwest«, West- und Pacifischen Staaten, während die Centralstaaten eine nicht unbeträchtliche Zunahme der Zahlungseinstellungen, von 7,238,000 Doll, auf 9,781.000 Doll., aufzuweisen haben. Genau dieselbe Erscheinung zeigt das andere Barometer wirthschastlicher Verhältnisse: das Clearing- Haus-Ergebniß. ES sanken die Umsätze in
New-York
in der aesammten Union
1891
33,749,322,000
Doll.
56-/3
Millarden
Doll.
1892
36,662,469,000
//
617/8
//
//
1893
31,261,037,000
H
53,9
n
//
1894
24,445,709,000
//
451/s
n
Ein Abstand von 16 Milliarden Dollars — 65 Milliarden Mark ist bezeichnend genug für die Schwere der Krisis und für die rapide Entwickelung der wirthschaftlichen Liquidation. Dagegen zeigen die vier ersten Monate des laufenden Jahres nicht nur einen Stillstand deS Zersetzungsprocesses, sondern eint, wenn auch nicht allzu bedeutende Besserung.
ES stiegen nämlich die Umsätze
in New-York
vom 1. Januar bis 30. April
1894 auf.....
gegen 1. Januar bis 30. April
1895 auf.....
Dollar: 7,956,733,000
8,873,333,000
in der aesammten Union Dollar:
14,759,715,000
15,116,391,000
Nerrefte Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 23. August. Zu der Nachricht über die Berufung des Jmmediat Comitos zur Prüfung der Frage, in welchen Punkten eine Vereinfachung der Kranken-, Unfall- und Invaliditäts-Versicherung eintreten könne, melden die Abendblätter, in der vordersten Reihe stehe der Wunsch, verschiedene Doppeleinrichtungen zu beseitigen, wie die doppelten Schiedsgerichte, außerdem daS Rentenwesen bei der Jnvaliditätsversicher-ung zu vereinfachen. Ob es möglich sei, bei der Krankenversicherung wesentliche t er- eiufachungen durchzuführen, wird von zuständiger Seite einst- nkbtlen stark bezweifelt.
Berlin, 23. August. Dem „Reichsanzeiger" zufolge ergaben die Zölle und gemeinsamen Verbrauchssteuern an Einnahmen für den Zeitraum vom 1. April bis 31. Jult 1895 gegen den gleichen Zeitraum des Vorjahres: Zölle Plus 10,771,307 Mk., Tabaksteuer Minus 34 597 Mk. Zuckersteuer PluS 75,661 Mk., Maisbottich- und Brannt- weinmaterialsteuer Minus 350.375 Mk., Branntweinverbrauchsabgaben Minus 1,981,414 Mk., Brausteuer Plus 292,094 Mk., Bierübergangßabgaben Plus 25,548 Mk, Summa PluS 9,023,945 Mk., Stempelsteuer für Werthpapiere Plus 2,811,672 Mk., für den Kauf sonstiger Anschaffungsgeschäfte Plus 2,939,618 Mk., für Privatlotterien Plus 369,827 Mk., für Staatslotterien PluS 933,793 Mk. für Spielkartenstempel Plus 6,350 Mk., Wechselstempelfteuer Plus 86,346 Mk., Post- und Telegraphenverwaltung PluS 6,662,712M.,Reichs-Eisenbahnverwaltung PluS 1,140,000 M.
Cassel, 23. August. Die erste deutsche Samariter- Versammlung, die den Zweck hat, alle Bestrebungen auf dem Gebiete deS freiwilligen Rettungswesens durch Schaffung eines Bundes zusammenzufassen, wurde heute zu Cassel eröffnet. Den Vorsitz führten Sanitätsrath Endemann-Cassel und Dr. Aßmus Leipzig. Die Versammlung war zahlreich besucht, u. A. erschienen aus Berlin Dr. Max Bauer, die Directoren Knoblauch und Max Schlesinger, Dr. Pannewitz - ferner Dr. Kohler München, Dr. Duems-Leipzig. Oberpräsident Magdeburg begrüßte die Versammlung im Namen der Regierung, Landesrath Dr. Knorz im Namen der Stadt.
Wien, 23. August. Wie verschiedene Blätter melden, entstand in der dichtgefüllten Kirche von Rogozus bei Samboe während der Meffe in Folge Uwstürzevs einer brennenden Kerze eine Panik, bei der 3 Personen ums Leben kamen und mehrere schwer verletzt wurden.
Marseille, 23. August. Der deutsche Dampfer „Neapel", mit Kohlen- und Rindviehladung von Newport, Tanger, kommend, stieß mit dem Dampfer „Alix", nach Agde-Südfrankreich unterwegs, zusammen. Die „Alix" sank. Der Schaden ist bedeutend.
Loudon, 23. August. Eine kleine Anzahl der Mannschaften des East - L an cashire-Regiments, das zu einer Waffenübung in Hampshire einberufen wurde, widersetzte sich der Schließung der Cantinen während gewisser Stunden und weigerte sich anstrengenden Dienst zu thun. Die Rädelsführer wurden darauf zu kurzen Arreststrafen verurtheilt und unter Bedeckung nach Aldshot abgeführt.
Petersburg, 23. August. Die großen Manöver zwischen ZarSkoje Sselo und KraSnoje Sselo endeten gestern mit einer Entscheidungsschlacht bei Krasnoje Sselo. Das Kaiserpaar, welches den Manövern beiwohnte, blieb in Krasnoje Sselo. — Der russische „Invalide" gibt die Errichtung eines ostfibirischen Sappeur-Bataillons bekannt.
Depeschen deS Bureau .Herold".
Berliu, 23. August. Wie aus Mainz gemeldet wird, lehnte der Kaiser dankend das ihm vom Großherzog von Heffen angebotene Frühstück im Palais ab. Der Kaiser wird daher nicht tn die Stadt einziehen, sondern fährt vom Paradefeld birect nach Cronberg.
Berliu, 23. August. Den Meldungen einzelner Blätter, daß der Kaiser in Stettin an Bord des Avisos „Grille" am 6. September eintreffen werde, ist berichtigend und ergänzend hinzuzufügen, daß der Kaiser am 6. September früh sich zu einer Schießübung nach Swtnemünde zu begeben gedenkt und nach deren Beendigung in Swinemünde an Bord der „Grille" gehen wird, um von dort nach Stettin zu fahren. Die Ankunft in Stettin erfolgt am Freitag den 6. September, Nachmittags.
Berliu, 23. August. Die Ernennung eines neuen Dtrecrors im Reichsschatzamt darf zum 1. October mit Sicherheit erwartet werden.
Berlin, 23. August. Die neuerliche Abwesenheit des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe von Berlin wird höchstens 14 Tage dauern. Möglicherweise kehrt der Reichskanzler schon nach acht Tagen auf seinen Posten zurück.
Berlin, 23. August. An der Festtafel, welche die Stadt B.rlin anläßlich des Sedan tag es veranstaltet, werden etwa 600 Personen theilnehmen. Abends findet große Illumination statt.
Berlin, 22. August. Der Pariser „Figaro" brachte dieser Tage einen Brief des französischen Generals Muuier, in welchem derselbe behauptet, daß ein hoher deutscher Offizier, welcher sich während den Krieges von 1870/71 von AmtSwegen bei einem Gutsbesitzer an einem der wichtigsten Punkte des Maasthales installirt hatte und aufS höflichste daselbst empfangen worden sei, Wäsche und Schmucksachen aus verschlossenen Schränken ge
stohlen habe. Dazu schreiben die „Berliner Neuesten Nachrichten": Es ist daS unseres Wissens der erste Fall, daß man sich von französischer Seite erdreistet, die Ehre deS deutschen Offizier-CorpS anzugretfen. Da dies ohnehin von einem französischen General öffentlich mit Namensuvterscknift geschah, so zweifeln wir keinen Augenblick, daß sich die deutsche Regierung dieser Angelegenheit bemächtigen und dem deutschen Osfiziercorps Genugthuung verschaffen wird.
Berliu, 23. August. Die Meldung der „Staatsbürger Zeitung" von der Entdeckung der Absender der Höllenmaschine ist nach den Meldungen der heutigen Abendblätter darauf zurückzuführen, daß infolge einer anonymen Denunciation zwei Schuhmachergesellen auf dem Polizeipräsidium fistirt wurden. Die beiden Angeschuldigten wurden aber, da die Haltlosigkeit der Denunciation sich alsbald herausstellte, im Laufe des gestrigen Nachmittags wieder entlassen.
Wilhelmshaven, 23. August. Der allein noch in Marokko zurückgebliebene Kreuzer „Marie" hat Befehl erhalten, nach der Heimath zurückzukehren.
München, 23. August. Der Verein für Hebung der Fluß« inib Canal-Schiff fahrt tn Bayern hat sich in einer Petition bahin ausgesprochen, eS solle die Ausarbeitung einer Detail-Projectirung für Herstellung einer für die Großschifffahrt geeigneten Main Donau-Weserstraße in Aussicht genommen werden.
Oedenburg, 23. August. In der Unterstadt, wo zahlreiche Lumpen- und Lederhändler wohnen, ist eine Typhus- Epidemie ausgebrochen. 14 Erkrankungen, darunter einige Todesfälle, find bereits zu constatiren.
Preßburg. 23. August. Die Stadt Sil lein steht seit gestern Abend 7 Uhr in Flammen. Der ganze Marktplatz ist abgebrannt. Bisher ist es nicht gelungen, das Feuer zu bekämpfen.
Rom, 23. August. Bei Manfredania kam es zwischen einer Räuberbande und der Polizei zu einem heftigen Kampfe. Polizei und Gensdarmerie verfolgte schließlich dieselben, welche jedoch entkamen.
Ancona, 23. August. Bei der Ankunft des Dampfers „William" constotirte der Capitän, daß an verschiedenen Stellen der Name Caserto geschrieben stand. Er ordnete eine sofortige Untersuchung an, deren Ergebniß auf ein beabsichtigtes anarchistisches Attentat schließen läßt. Der Untersuchungsrichter Hierselbst wurde hiervon benachrichtigt.
Madrid, 23. August. Aus der Provinz Malaga wird gemeldet,»daß daselbst ein 21 Srcunden dauerndes Erd- beben verspürt wurde, welches jedoch keinen großen Schaden anrichtete.
Sofia, 23. August. Gestern fand durch die Polizei mit militärischer Hilfe eine vollständige Durchsuchung eines ganzen StadttheilS statt, welche jedoch resultatloS blieb. Veranlaßt wurde diese Durchsuchung durch ein anonymesSchreiben, welches meldete, daß sich zwei Mörder StambulowS, welche verwundet seien, in dem durchsuchten Stadttheile verborgen hielten.
Newyork, 23. August. Zur Theilnahme an deutschen Sedan-Feierlichkeiten haben sich im Ganzen nur 210 Personen, nicht, wie ursprünglich gemeldet wurde 2000, ehemalige deutsche Soldaten auf dem Dampfer „Fulda" nach Deutschland eingeschifft.
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Gießen, den 24. August 1895.
* Laudwirthschaftliche Ausstellung iu Gießen. Freiherr von Riedesel, welcher im Kreise Lauterbach sehr bedeutend künstliche Fischzucht betreibt, wird Mitte September seine Karpfenteiche abfischen und hat sich in liebenswürdiger Weise bereit erklärt, sämmtliche Spielarten, oder eine besonders ausgewählte Collection dieser Fische für die Abteilung Fischerei der Landwirthschaftlichen Ausstellung zur Verfügung zu stellen.
♦♦ Sedaufeier. Zum Zweck einer Besprechung über die Feier des diesjährigen SedantageS hatte ein aus acht Herrn zusammengesetzter provisorischer Ausschuß auf gestern Abend in das ,,Hotel Einhorn" eingeladen. An die Behörden und in alle Kreise der Bürgerschaft, ohne Rücksicht auf politische oder sonstige Parteirichtungen, waren die Einladungen ergangen. Unter den Erschienenen war Herr Provinzialdirector Baron von Gagern, dem für sein Kommen besonders gedankt wurde ■, Herr Obrrst von Rosenberg hatte mit Worten warmer Theilnahme für die Sache sein Nichrkommen entschuldigt. Herr Jean Kirch begrüßte die Versammelten und leitete die Besprechung. Er hob hervor, daß der mehr zufällig gebildete sogen, provisorische Ausschuß keineswegs die Veranstaltung


