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Nr. 2i Zweites Blatt. Freitag den 25. Januar
Der chietzeaer Anzeiger erscheint täglich, nrti Ausnahme deS Montags.
Die Gießener Anmikteu d lälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal brigelegt.
Meßmer Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
1895
Vierteljähriger , AHonaementsprel» r 2 Mark 20 Pfg. mit vringerlohn.
Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.
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Amtliche»» Theil.
Bekanntmachung.
betreffenb Verloosungen aus Anlaß der Darmstädter Pferdemärkte in 1895.
Dem Landespferdezuchtverein, Section für die Darmstädter Pferdemärkte, ist seitens des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz gestattet worden, im Frühjahr und Herbste taufenden Jahres an noch zu bestimmenden Lagen je einen Fohlen- und Pferdemarkt zu Darmstadt abzuhalten und mit diesen beiden Märkten Verloosungen vornehmlich von Pferden und Fohlen, von Pferdegeschirren, laodwirthschaftlichen Geräthschaften, sowie sonstigen Gegenständen nach dem oorgelegten Verloosungsplane zu verbinden. Diesem Plane gemäß sind bei jeder der zwei Verloosungen höchstens 40000 Loose — das Loos zu 1 Mk. — auszugeben und wenigstens 65°/e der Brutto-Einnahmen zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden. Der Vertrieb der fraglichen Loose ist für den Umfang des Groß- herzogthums gestattet.
Gießen, am 21. Januar 1895.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Bekanntmachung, betreffend die Veranstaltung von Verloosungen innerhalb des Großherzogthums.
Der Stadtvorstand zu Lauterbach beabsichtigt mit dem am 6. Juni d. I. ftattftndenden Prämien- und Viehmarkre eine Verloosung von Vieh, sowie landwirthschaftlichen und HauSgeräthen zu verbinden.
Die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Berloosung ist seitens des Großh. Ministeriums des Innern «nd der Justiz unter der Bedingung eriheilt worden, daß nicht mehr als 8000 Loose zu 60 Pfg. das Stück ausgegeben werben dürfen und mindestens 65 Procent des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf der Gewinngegen- stände zu verwenden sind.
Der Vertrieb der Loose in der Provinz Oberhessen ist gestattet.
Gießen, den 21. Januar 1895.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
ArrS dem Verwaltungsbericht der Grotzh. Bürgermeisterei Gießen
für das Etatsjahr 1893/94.
(Fortsetzung.)
Svcialpolitisches. In Gießen bestehen neben der Orts- trankenkasie und einer Jnnungskrankenkasie noch 14 Fabrik-Krankenkassen. — Die Ortskrankenkasse hatte im Jahre 1893 durchschnittlich 2535 Mitglieder mit 25 582 Krankheitslagen Die Einnahmen beliefen sich auf 44 312.54 Mk, die Ausgaben 41 801.82 Mk. Das Eapitalvermögen betrug 14 687.71 Mk. — Die Inanspruchnahme der am 1. Juli 1893 eingerichteten Gemetndekranken- »erstcherung war eine minimale; ihr gehörten durchschnittlich 7 Mitglieder an mit 3 Krankheitslagen. — In Bezug auf die Unfallversicherung ist die Stadt für ihre Betriebe Mitglied von 4 BerufSgenosienschasten, sie entrichtete dafür 563.09 Mk., für das städtische GaS- und Wasserwerk 399 41 Mk. - Die Zahl der weder der Ortskrankenkasse, noch einer der hiesigen Fabrik Krankenkassen angehörigen! Mitglieder der Alters- und Jnvaliditäts-Der- stcherung betrug am Schlüsse deS Berichtsjahres 2707 bei 1144 Ar- deitgebern; an Marken wurde verwendet ein Betrag von 21096.72 Mk., für deren Einziehung eine Vergütung von 843 46 Mk. gewährt wurde. Die aus Kosten der Stadt erfolgende Erhebung der Beiträge in den Wohnungen der Arbeitgeber hat einen Aufwand von 514.75 Mk. (— 19 Pf auf den Versicherten) verursacht. — Altersrente beziehen in der Stadt Gießen 19 Versicherte, Invalidenrente zwei Personen.
Datz Grundetgenthum der Stadt hat betragen, an Feld (zum größten Theil als „Trtebviertel" verpachtet) 110,74 Ha., an Wiesen (zum größten Theil in städtischer Selbstbewirthschaftung) 100,25 Ha., an Wald 1352,26 Ha.
Auf dem großen Gebiete des Bauwesens war die städtische Verwaltung und daS Stadtbauamt insbesondere mit nachstehenden Arbeite» befaßt: a) Hochbau: Herstellung eines Anbaues mit am »ormaltgen HauS Bourgeois hinter der Kirche; Beseitigung deS Daches am alten Schloß und Aufbringung eines Nothdaches auf Erbauung eines Forsthauses am Lumpenmonnsbrunnen »edst Anlage/»er Hosraithe; Vergrößerung des Pferdeschlachtraumes, Herstellung eines besonderen Stalles für Schlachtpferde, Einrichtung d»er Fetteüikaufssteste und Project und Voranschlag über die Ver- desterung des Einganges zum Verwaltungsgebäude im städtischen Schlachtbof; Proicct und Voranschlag über die Einrichtung des öst- Uche» Thorhauses am Neuenweg zur Metallaichanstalt; desgleichen aber die Errichtung eines neuen WaagtiuschenS am Neustadter Thor; »iederherftellung ,on Verputz und Anstrich des Leicheuhauses
im Dachstock des letzteren, sowie Einrichtung weiterer Räume für den FriedhofSaufseber; HirsttOuig von Wandvertöfelungen und Gas- einrtchtung. Verbesierung der Trkppenbausabfchlüsse und Einrichtung einer Kochschule im Erdgeschoß der Sladtmädchenschule; Erbauung eines Wohnbäusch-ns für den Schuldiener, Herstellung und Ausstattung eines Lehlfaales für den naturwissenschaftlichen Unterricht mit Sammlungszimmer, Anbringung von Schneefängen auf dem Dache, Lieferung und Ausstellung neuer Schulbänke und Tafeln, sowie Anschaffung von Stühlen für den Zeichen- und Singsaal der höheren und erweiterten Mädchenschule, Lieferung und Ausfüllung neuer Schulbänke und Spülanlage für die Schüteraborte des Realgymnasiums und der Realschule; Aufstellung von vier Anschlags- fäulen; Prcject und Voranschlag über Anlage eines Bedürfntß- bäuschens an der Gabelung der L'cher- und Grünbergerftiaße; Erbauung eine® Feueriöschgeräihemagazins mit Strighaus am B>and- plotz; Project und Voranschlag über veränderten Ausbau im vormaligen Krrchenbau des städtischen Hospitals; desgleichen bauliche Ve äaderungen im vormals Engel'schen Haus; Vorproject für Erbauung eines Kaierntments für das 4. Bataillon des hiesigen Infanterieregiments; Wiederherstellung des Polrzeigebäudes in der Wetdengasse; Aufbau eines zweiten Stockwerks auf das Nebengebäude der Bürgermeisterei fammt Herstellung und Einrichtung des unteren Stockwerks für das O'tsgericht; Legen von Riemenböden und Jn- ftands tzung einzelner Räume im Bürgermeistertigebäude; Jnstand- srtzung des alten Rathhauses; Einrichtung einer Destnfections- anflalt fammt Erbauung eines Schuppens bet den neuen Kliniken, b. Straßen- und Wegbau: Fertigstellung der nördlichen Zufuhrstraße zu den neuen Klinckm; Ausbau der L'ebigstraße von der Ludwig- bis zur Ebelstraße; Vollendung der Auffüllung in der verlängerten Bletchstraße; Fortfetzung der Auffüllung «n der Löberstraße; Ausbau der verlängerten Gartenstraße durch Sreins Garten blS zum Schlffenbergerweg; Anschüttung des Erdkörper s für die Moltkestraße von der Ostanlag» bis zur Wreseck; Ausbau der Steinstraße von der Schottstraße bis zur Marburgerstraße; Fertigstillung der Verbindungsstraße zwischen dem Ktrchenplatz und der Wetzsteingaffe (Kirckstraße); Ausbau der Marktlaubenstraße als Verbindung zwischen Brand-und L'ndenp'atz; Ausbau der Senckenbergstratz- sc>mmt Erbauung einer Brücke über den Schoorgraben; Reguttrung und Umpflasterung der Fahrbahn in der Schulstraße; Umpflasterungen im Teuseislustgärtchen und in der Katharinengasse; Beschaffung von Straßinschildern und Hausnummern; Ausführung einer Fußgängerverbindung („Bahn- bofspfad") von den Bahnhöfen nach dem oberen Seltertzberg, mit Ueberbrückung des Bahnhofs der Oberheffischen Elsinbahnen; Ausführung eines Verbindungsweges zwischen Erdkauterweg und Aulweg; Verbesserung von Frtedhofswegen durch Anlage gepflasterter Gossen und Einbrinaen von Schlacken mit Kiesdecke; Anschaffung dreier gedeckter Kehrichtwagen und eines zweiten Handsprengwagens. c) Projecttruna von Straßen: Stephanstraße von Btsmarck- bis Bleichstraße (9000 Mk. Voranschlag); Verlängerte Bleichstraße b^S Sürhanstraße (2700 Mk. Voranschlag); Schottstraße zwischen Nordan age und Steinstraße (4546.18 Mk. Voranschlag), d) Festsetzung von Fluchtlinien: Ringstraße zunächst der Oberheffischen Bahn von Ludwigsstraße bis Stephanstraße; Hofmannstraße (Privatstraße deS Bauunternehmers Winn auf der Höhe des ©eitereberget senkrecht zur Frankfurterstraße); Verhandlungen wegen Durchführung der großen Müblg-sse bis zur Westanlage; desgleichen wegen Verbreiterung der Wetiergasse. e) Trottoiranlagen: Anlage erhöhter Trottoirs in der Schulftraße. Asphaltbahn mit Mosaikpflaster; desgl. erhöhter aspbaltirter Trottoirs in der Sonnenstraße vom Kreuzplatz bis zur Schulstraße, fammt Asphalttrung des Erlengäßchens zunächst der Sonnenstraße; desgl. im Setter sweg von Seltersthor dis zur Löwengasse; Herstellung eines erhöhten gepflasterten Trottoirs auf der Westanlage zwischen dem Seltersthor und der Bahnhofstraße; desgk. in der Nordanlage vor der Röhrle'schen Besitzung und vor dem Seuliug'schen Bauplatz zunächst der Schottstroße; desgl. Ergänzung berfelben in der Ludwigsstraße zwischen Bismarck- und Bleichstraße, f) Oeffentliche Anlagen: Anlage des Platzes um die Johannes- kirche; Herstellung eiserner Schutzgeländer in der Südanlage längs desSchoorgrabens. §) Canal- und Wasserbauten: Verbesserung des Wafferabflusses von der Friedel'schen Brauerei nach dem Schoorgraben; Entwäfferung des Schiffenbergerwegs nach den oberen Eichgärten; Befestigung der Sohle des Fluthgrabens zwischen Asterweg und Dammstraße; Beseitigung des Fluthgrabens im Teufelslust- gärtchm und Iheilweiser Ersatz desselben durch eine Rinne aus Schlackenbeton; Herstellung von Ausflußrinnen nach der Wieseck zwischen Garten- und Bahnhofstraße aus Cement.
(Fortsetzung folgt.)
* Frankfurt, 20. Januar. In dem Hause Herderftraße
Nr. 17. hat sich heute Nachmittag zwischen 2 und 3 Uhr ein blutiges Familiendrama zugetragen. Die „Fr. Z." berichtet darüber Folgendes: Der in dem vierten Stocke deS genannten Hauses wohnende frühere KreiSkaffe-Hilssarbeiter Christmann hat den Versuch gemacht, erst seiner Frau und dann sich selbst das Leben zu nehmen. Er schoß zunächst auf seine Frau zwei Schüsse aus einem kleinen Revolver. Die eine Kugel traf die Frau in die rechte Schläfe, die zweite drang hinter dem linken Ohr ein. Die Ladung muß aber zu schwach gewesen sein, die Projectile drangen nicht tief ein und die tödtliche Wirkung blieb aus. Jetzt versuchte Christmann, seiner Frau die Pulsadern aufzuschneiden, was ihm aber auch nicht gelang. Er brachte ihr über dem rechten Unterarm wohl eine große Wunde bei, die aber weder eine Ader noch eine Sehne verletzte. Wenn die Frau wohl auch Anfangs mit dem Vorhaben und der ^That ihres Mannes einverstanden war, so verließ sie bei der Ausführung doch schließlich der Muth. Sie flüchtete und begab ■
sich zu der im dritten Stock wohnenden Wittwe Kruse. Ihr Mann rief ihr noch nach: „Dann mache ich es allein." AIS man später in die Wohnung eindringen wollte, fand «an alle Thüren verschlossen, die durch einen herbeigeeilte« Schlosser geöffnet wurden. In dem Wohnzimmer wurde Christmann unter dem Tische zwischen Kissen liegend in einer großen Blutlache gefunden. Er hatte sich ebenfalls eine Kugel in die rechte Schläfe geschossen, die aber auch keine tödtliche Wirkung gehabt hatte. Eine große Schnittwunde, die er sich dann am rechten Arm beigebracht, erwies sich später auch als nicht lebensgefährlich. Chriftmann war zwar durch den Blutverlust sehr geschwächt, aber bet vollem Bewußtsein. Der in der Nähe wohnende, sofort herbeigerufene Herr Dr. Auerbach verband die beiden Verwundeten und ordnete ihre Ueberführung in das städtische Krankenhaus an, wo die Kugeln herausgezogen werden müssen, was keine besonderen Schwierigkeiten haben dürfte. Christmann gibt an, auS Noth zu dem verzweiflungsvollen Schritt getrieben zu sein. Er war früher eine Zeit lang aushilfsweise auf der hiesigen Kreiskasse beschäftigt, seit einem Jahre aber völl'g außer Stellung. Seine letzten Mittel hatte er dazu verwendet, um alle Schulden zu decken. „Ich wollte nicht mit Schulden aus der Welt gehen", sagte er. Beide Eheleute, die vor etwa sechs Jahren aus Wiesbaden hierher gezogen sind, wo Chriftmann seine eigene Schlosserei gehabt haben soll, sind etwa 40 Jahre alt. Der Ehe ist ein vierzehnjähriges Töchterchen entsprossen.
* Kiel, 23. Januar. Der Knecht Ehlers, der im Juli 1894 seine Braut ermordet hat, ist heute früh auf dem Hofe des hiesigen Gerichtsgefängniffes hin gerichtet worden.
* Ein verschwundenes MUitärdetachemeut. Nach einer Meldung aus Rom ist eine Abthetlung des in Bardonnecchia garnisonirenden Regiments, die unter Führung eines Lieutenants zur Freilegung der Straße eines von Bardonnecchia abhängenden Forts commandirt war, spurlos verschwunden. Die gesammte Garnison Bardonnecchias ist auf der Suche,- andere Truppen des Turiner Armeecorps sind zur Httfe- leiftung beordert. Man vermuthet, daß sich die Leute im Schneesturm verirrt haben und in einen Abgrund gestürzt sind. Bardonnecchia ist Eingangsstation des Mont Cenis- Tnnnels.
* Aus dem Bericht eine- Gemeindevorstehers an seine vorgesetzte Behörde wird in den Blättern folgendes mitgetheilt: „Auch mache ich die vom tiefstem Schmerze gebeugte Anzeige, daß unser 22 Jahre langer Förster an der Kurzsichtigkeit seines Herrn plötzlich gestorben ist und nach zwei Stunden bereits tot war, da ihn der Gras aus der Jagd ungerechterweise angeschossen hat. Der so schwer Getroffene, dem in seinem ganzen Leben so etwas nicht passirt ist, befindet sich nun im größten Elend, denn er hinterläßt die Wtttwe von fünf unversorgten Kindern, wovon das älteste bestimmt ist, ebenfalls Förster zu werden und dem Jagdherrn einst in gleicher Weise zu dienen."
* Da8 Wetter. Aus dem Feldberg im Taunus hat eine lustige Gesellschaft an Stelle der bekannten Glasröhre mit dem wetterwendischen Quecksilber einen Strick angebracht mit den Vorhersagungen:
Schön
wenn der Strick trocken ist.
Regen
wenn der Strick naß ist. Veränderlich
wenn der Strick bald naß, bald trocken ist.
Wind
wenn der Strick hin- und herbaumelt. Frost
wenn der Strick gefroren ist.
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