Ausgabe 
24.10.1895 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Sitzungen beanspruchen und großes Aufsehen erregen. Die Interpellation über Madagascar wird wahrscheinlich zuerst zur Verhandlung kommen. Die Opposition hofft daS Mi- ntstertum Ribot zu stürzen. DaS Budget wird wahrscheinlich erst nach mehreren Wochen zur DtScussion gelangen.

H. Leipzig, 23. Ocrober. Heute Morgen wurde auf den Polizeidirector Brettschneider von dem ehemaligen Schutzwanne Ziegenbalg ein Attentat verübt. Don den abgegebenen drei Schüffen wäre einer tödtlich gewesen, wenn der Polizeidirector nicht eine Actentasche gehabt, woran die Kugel abprallte. Der Attentäter, welcher anscheinend nerven« krank gewesen und dehhalb auf Veranlassung Brettschneiders entlasten worden war, wurde verhaktet.

Der Krieg von 1870|71,

geschildert durch Ausschnitte <u5 Zeitung» - Nummern jener Zett.

(Nachdruck verboten.)

24. October.

Im Walde vou Meudon fand eine Patrouille einen deutschen Soldaten todt an einem Baume vor. Zwischen die Zähne hatte man demselben ein Sperrholz gesteckt. Htrn- tchale und Brustkasten waren dem Armen mit einem stumpfen Instrument zerschmettert.

Fortwährend gehen Lügendepeschen aus Paris in die Provinzen. In der neuesten heißt eS: Moltke ist todt, der Kronprinz von Preußen liegt int Sterben und Bismarck sehne sich nach Friedensunterhandlungen- polnische Soldaten find aus der preußischen Armee zur französischen übergegangen und unter den württembergischen und bayerischen Truppen herrscht Aufstand gegen die Preußen.

Eines der letzten Gefechte zwischen den Bayeru und Franzosen vor Parts hat ein Trompeter gewonnen. Die Franzosen waren bis Bagneux vorgedrungen und setzten den Bayeru hart zu- da schlich sich der Trompeter Freund in ein Gartenhaus innerhalb der französischen Linie und blteS aus vollem Halse das französische Rückzugsfinal. Die Feinde stutzten, gingen aber, da der Trompeter aus Leibeskräften blies, zurück und verloren viele Gefangene. Das Stückchen hat dem Wackeren einen Orden, Gratulationen, Wein und Cigarren eingetragen. Sein Hauptmann sagte zu ihm:Sie find mein Freund und bleiben auch mein Freund!" und daS hat ihn, wie er schreibt, am meisten gefreut.

Die französischen Bürgermeister in den von den Deutschen besetzten Provinzen sitzen jetzt immer hoch zu Bock. Da nämlich die Posten oft von Freischaaren beschoffen werden, so werden von Station zu Station die Bürgermeister auf den Bock gesetzt als Kugelfang.

tscele* uti»

Gieße», dm 23. October 1685.

* Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Pfarrer Philipp Ritter zu Ettingshausen die evangelische Pfarr« stelle zu Siefersheim, Decanat Wöllstein, zu übertragen; den von Seiner Durchlaucht dem Fürsten zu SolmS-HohensolmS- Lich auf die zweite evangelische Pfarrstelle zu Ltch, Decanat Hungen, präsentirten Pfarrer Karl Weber zu Münster für diese Stelle zu bestätigen und demselben zugleich die evange­lische Pfarrstelle zu Nieder.Bessingen zu übertragen.

Bon der Universität Bei den EtnwethungSfeierlich« keiten der neuen Technischen Hochschule zu Darm­stadt vom 26. biS 29. October wird die Universität durch Seine Magnificenz den Herrn Rector Prof. Dr. Behaghel vertreten sein. Im Auftrage der Studentenschaft wird ein Chargirter desWingolf" ihre Glückwünsche überbringen.

♦♦ Fritz Reuter Abend. Wohl selten hat ein Autor einen so ausgezeichneten Interpreten seiner Werke gesunden wie Fritz Reuter, der hervorragendste plattdeutsche Dichter der neueren Zeit, in dem alS Schauspieler und Recitator gleich trefflichen Herrn August Junkermann. Schon seit einer Reihe von Jahren hier bestens bekannt, begrüßte gestern Abend wiederum eine sehr zahlreiche Zuhörerschaft im hiesigen Clubsaale den gefeierten DortragSmeister. Herr Junkermann leitete diesmal sein Programm durch das tiefernsteGroß- mutting, hei iS dod" ein, dem alsdann eine Reihe von Cabinetstückchen auSgelaffeuster Komik folgten, unter welchen Dat Rangdewuh in'n Watergraben" sich besonderen Beifalls erfreute. Der zweite Theil des Programms botAbenteuer des Entipecter Bräsig in Berlin, von ihm selbst erzählt", welcher anhaltende Heiterkeit und stürmischen wohlverdienten Beifall hervorrief. Hoffentlich hat der gefeierte Künstler auS der sympathischen Aufnahme, die ihm hierorts aufs Neue zu Theil geworden, ersehen, daß er stets hier willkommen und schließen wir deßhalb mit einemAuf Wiedersehen!"

* Eisverein. Auf die heute Abend 8!/a Uhr im Hotel Victoria stattfindende Generalversammlung deS EtSvereinS machen wir unsere Leser nochmals aufmerksam. Auf der Tagesordnung stehen: Borstandswahl, Rechnungsablage sowie die Neuanlage zweier Ueberflurhydranten; die letzteren find auf Eisbahnen anderer Städte bereits in Gebrauch und be­weisen fich vorzüglich, allerdings verursachen fie auch einen Kostenaufwand von nahezu 1500 Mk., welcher dem hiesigen Verein bei seinen wenig günstigen Kaffenverhältniffen eine recht fühlbare Ausgabe wird. Im Jntereffe deS gesunden und schönen GportS wäre diese Berbefferung der Eisbahn nur wünschenSwerth.

Der Kaufmännische Verein nutz der Ortsgewerbe. Verein halten morgen Donnerstag, Abends 81/, Uhr, den ersten der gemeinschaftlichen Vorträge im Postkeller ab, und zwar spricht der von unS schon früher alS bedeutender Redner bekannte Dr. V. Pohlm eher, Berlin, über die socialen Pflichten der Gesellschaft untereinander.

Das Diplom nebst großer goldenen Medaige, welche die Actien-Brauerei Gießen auf der Münchener Ausstellung für ihr Pilsener Bier erhielt, find im Schaufenster deS Herrn Reiber am SelterSweg ausgestellt.

Dem LaudeSverbaude der KriegerkaweradschaftHasfia" sind die Rechte einer juristischen Person verliehen worden.

Befihwechfel. DaS ehemalige Skock'sche HauS in der Walthorstraße 27 ist von Wittwe Textor - Wiesbaden für den Preis von 36 000 Mk. an den Metzger Heinrich Henkel von hier verkauft worden. Der Erwerber beab> sichtigt in demselben, wie seither, Metzgerei und Wtrthschast zu betreiben.

Der Gießener Cigarrendieb und Einbrecher Puh vor Gericht. In der Montagssitzung wegen der Diebsbande Pütz und Genoffen begründete der Staatsanwalt Dr. Buff die von ihm in umsichtiger Weise erhobene Anklage. Gegen Pütz beantragte er, da ein schwerer Diebstahl vor Erlaß deS auf 12 Jahre Zuchthaus in Esten verkündigten UrtheilS ver­übt wurde, die Erhöhung dieser Strafe auf 15 Jahre, und wegen der neuen Serie und des Widerstandes nochmals 15 Jahre Zuchthaus. Wegen Führung eineß falschen Na­mens wurden sechs Wochen Haft als entsprechende Strafe beantragt. Gegen den Joseph Zimmermann wurden wegen Diebstahl und Hehlerei 6 Jahre Zuchthaus nebst Aberkenn­ung der bürgerlichen Ehrenrechte und Zulaffung der Polizei- aufficht vorgeschlagen. Für den Michael Adam Hock brachte die Staatsbehörde eine Gesammlstrafe von 5 Jahren 1 Monat 3 Tage Zuchthaus nebst Aberkennung der bürgerlichen Ehren­rechte aus 10 Jahre und Zulaffung von Polizeiaufsicht in Ansatz. Darin find bereits früher erkannte Gefängnißstrafen mitei thalten. Wegen Hehlerei sah der Staatsanwalt gegen die Katharine Hock, die von den Dieben richt gut behandelt wurde, 1 Jahr 2 Monate Gefängniß unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre und Aufrechnung der Untersuchungshaft, vor. Viel bedeutender ist die erst 18 Jahre alte Katharine Frohnhöfer bei den Verbrechen be- theiligt. Gegen diese beantragte der Staatsanwalt 3 Jahre Zuchthaus, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre und Zulassung von Polizeiaufsicht. Der Vater Frohnhöfer soll zu 4 Jahren Zuchthaus unter Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre, Zulassung von Polizeiaufsicht, ver- urtheilt und gegen ihn wegen Fluchtverdachts Haftbefehl en lassen werden. Die Frau Frohnhöfer beantragte die Staats­behörde, falls Hehlerei angenommen werde, zu 4, falls nur Begünstigung angenommen werde, zu 2 Monaten Gefängniß zu verurtheilen. Die Rechnung der Brandscheid beläuft fich erheblich höher- für diese wurden 2 Jahre Zuchthaus sowie Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte beantragt. Den alten Zimmermann beantragte der Staatsanwalt zu 9 Mo­naten Gefängniß zu verurtheilen, unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre. Dabei wurde nur eine einfache Hehlerei angenommen. Etwa um 1/a8 Uhr Abends wurde das Urtheil verkündigt. Dasselbe lautete gegen Pütz wegen eines der früheren Serie zugehörigen schweren Diebstahls einschließlich der rechtskräftigen Strafe von 12 Jahren auf 14 Jahre Zuchthaus. Dazu kommen wegen 20 weiteren Diebstählen neueren Datums und wegen des Widerstandes nochmals 15 Jahre Zuchthaus, so daß die Gesammtftrafe 29 Jahre Zuchthaus beträgt. Wegen Füh­rung eines falschen Namens kamen dazu 6 Wochen Haft. Joseph Zimmermann büßt seine Unthaten mit 5 Jahren 9 Monaten, Michael Adam Hock die seinige unter Ein­beziehung zweier in Mainz erkannter kleiner Gefängniß' strafen mit 4 Jahren 9 Monaten 3 Tagen Zuchthaus. Den drei Verurtheilten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre aberkannt und Polizeiaufsicht zugelaffen. Dem Hock wurden 4 Monate Untersuchungshaft angerechnet. Die Kath. Frohnhöfer wandere auf 1 Jahr 6 Monate, deren Vater 2 Jahre ins Zuchthaus. Der Katharine Brandscheid blüht 1 Jahr 3 Monate Zuchthaus. Alle drei gehen der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre verlustig. Polizei­aufsicht ist zulässig. Die Katharina Hock kam mit 7 Mo­naten Gefängniß durch, wovon 6 Monate verbüßt sind. Die Angeklagten Frau Frohnhöfer, deren Hehlerei nur geschah, um ihre Angehörigen vor Bestrafung zu schützen, und Johann Zimmermann wurden freigesprochen. Letztere wurden sofort aus der Haft entlasten, dagegen wurde wegen der Höhe der Strafe Franz Frohnhöfer verhaftet. Jnterestant ist, daß die gegen Pütz erkannte Strafe für die 20 Diebstähle und den Widerstand, falls nicht die Vorschrift bestände, daß nicht mehr alö 15 Jahre zeitige Zuchthausstrafe erkannt werden darf, 47 Jahre 8 Monate Zuchthaus betragen wird. Der Staats­anwalt hatte an Tinzelstrafen die Summe von 167 Jahren beantragt, diese mußten aber aus deoselben Gründen auf 15 Jahre herabgesetzt werden. Die meisten Verurtheilten waren mit dem Urtheil nicht unzufrieden. Nur Pütz erklärte, er werde Beschwerde einlegen, und Franz Frohnhöfer will reclamiren. Die Hauptsache ist, daß die Menschheit vor einigen Verbrechern eine Zeit lang Ruhe hat.

* Wo soll man kaufen? Der October-AuSgang und November-Anfang sind in ganz hervorragendem Maße eine Zett der Einkäufe, und Waarenverzeichniste und Preislisten fliegen von allen Ecken und Enden den Leuten nur so ins HauS. Wahl macht Qual, aber man sollte sich bei der Wahl der Bezugsquelle nicht gar zu viel quälen, sondern vor allen Dingen auch der einheimischen Geschäfts­welt das zukommen lasten, worauf fie einen Anipruch hat. Damit soll allerdings kein Schlagbaum vorS Stadtthor ge­legt werden, daß nur kein Pfennig Geld hinauSgetragen werde, aber da Alle zu den städtischen Lasten gleicherweise beisteuern müsten, ist auch die weitgehendste Berücksichtigung der Mitbürger geboten.

n. Friedberg, 22. October. Der am 27. März d. I. hier gegründete Geflügelzuchtverein gedenkt im Herbst 1896 eme LocalauSstellung zu veranstalten, um einmal öffentlich Rechenschaft von seiner Thätigkeit abzulegen und um ferner daS Jntereffe am Verein und an der Geflügel- zücht zu fördern. Der Verein ist bestrebt, die Geflügelzucht in unserer Gegend zu heben. Dor allem hat ex die Förderung der Nutzgeflügelzucht im Auge, daneben aber trägt er auch

der Liebhaberei Rechnung. Dem Kundigen ist es ja keim Geheimniß, daß gerade auS unserer Gegend noch sehr viel Geld für junges Geflügel, namentlich Hühner, außer Landes wandert.

n. Bo« der Ridda, 22. October. Die Metzger habe« unS am Ende der vorigen Woche eine angenehme Über­raschung durch einen merklichen Abschlag deS Schweine­fleisches bereitet. Während ein Pfund davon seither nämlich auf dem Laden nicht unter 60 Pfg. zu haben war, kostet eS jetzt nur noch 52 Pfg DaS Pfund Spanferkel stellt sich zwischen 30 und 40 Psg. Im Felde ging eS seither fleißig zu. Die WinterauSftellung ist bald beendet. Die Frucht geht bester auf, als man vor Kurzem noch annahm. Um die Aussaat und den Klee vor den Mäusen, die in großen Masten im Felde zu treffen find, zu sichern, schritt man in Nieder-Mockstadt bereit- in voriger Woche zur Ver­giftung. Andere Orte werden nach geschehener Ausstellung folgen. Man wendet dabei Weizen an, der mit Phosphor vergiftet ist, geht aber dabei oft sehr unvorsichtig zu Werk, indem man die vergifteten Körner in kleinen Häufchen vor den Emgang deS MauSlocheS legt, wodurch sie auch den Vögeln zugänglich werden, während man fie sehr leicht mit besonders dazu constrnirten Röhren in die Gärige bringen kann.

§ Vom höheren Vogelsberg, 20. Oktober. In den letzten Nächten hatten wir hier mitunter Nachtfröste- eS dürfte dies etwa- zu früh erscheinen, da immer noch ziemlich viel Feldarbeiten zu verrichten sind, besonders auch noch Weizen zu säen ist. Dermuthlich Haden wir einen frühen Winter zu erwarte.', auch spricht dafür, daß vorgestern schon die ersten Schneegänse hier durch nach dem Süden gezogen sind. Als Vorboten der Weihnachtsfeier find einige Händler mit Christbäumchen aus Hanau, Frankfurt a. M. u. f. w. zu betrachten, die in hiesiger Gegend solche Bäumchen zu kaufen suchten, wobei schon Adschlüste zu Stande kamen. Die Händler zahlen 12, 15 und 17 Psg. für das Stück. Der Christbaum Verkauf bildet mitunter eine ganz schöne Neben- Einnahmequelle für diejenigen Landwirthe, welche über einen ziemlichen Bestand von jungen Fichtenpflanzungen zu ver­fügen haben, denn hier werden nur die etwas schön gerade gewachsenen, jedoch unterdrückten jungen Fichten auSgehauen, da selbige doch außrangtxt werden wüsten. Die Preise der fetten Schweine sind in letzter Zeit sehr zurückgegangen, so daß der Gentner Schlachtgewicht für 45 bis 46 Mark verkauft wird. Die Landwirthe können ihre fetten Schweine Mangels Nachfrage nicht gut adsetzen- auch die Ferkel und Einlegeschweine sind sehr billig.

Der Eid.

In einer am Sonntag Abend in Darmstadt abgehaltene« Versammlung von Mitgliedern deS Evangelischen Bundes sprach Herr Amtsrichter Schmeckenbecher von dort über den Eid. Referent führte nach demDarmst. Tgl. Anz." aufl: Obwohl durchschnittlich von 10 zur Anzeige an die Staats- Anwaltschaft gelangenden EideSdelicteu nur etwa 2 vorm Schwurgericht als hinreichend aufgeklärt zur Adurtheilung gelangten, so sei doch von Jahr zu Jahr eine größere Zu­nahme von Eidesverbrechen unter den von den Schwur- gerieten abgeurtheilten Straffällen zu conftatiren. Der Eid sei daS feierliche Versprechen, daß eine gemachte oder noch zu machende Aussage wahr sei- der Meineid das Versprechen, daß eine bewußt unwahre Aussage wahr sei. Der Meineid sei nach dem ReichSftrafgesetzbuch nur strafbar, wenn er vor einer zur Abnahme von Eiden zuständigen Behörde abgeleistet werde. Er sei kein ReligionSdelict, vielmehr ein Verbrechen wider die Staatsordnung. Der Meineid habe bei den Römern Infamie zur Folge gehabt- nach kanonischem Rechte sei auch der private Meineid (d. h. der nicht vor öffentlichen Ve- Hörden abgelegte) mit Buße und Strafe geahndet worden- nach altdeutschem Rechte seien dem Meineidigen die zwei Schwurfinger abgehauen worden- die Carolina habe den Meineid mit schwerer Strafe bedroht, desgleichen daß hes­sische Strafgesetzbuch von 1841. Redner stellte sodann die Eideslehre des Reichsstrafgesetzbuchs im wesentlichen bar, sowie die Bestimmungen der ReichScivilproceßordnung und der ReichSstrafproceßordnung Über daS Verfahren bei Ab­nahme von Eiden, und hob dabei hervor, in Italien und Frankreich erfolge die Eidesleistung nicht unter Anrufung GotteS, sondern einfach durch die Erklärung, daß man schwöre. In legislatorischer Beziehung wieS Referent auf die Dortheile hin, welche die Abnahme deS Eides als Nachei- gegenüber der dermaligen Abnahme als Doreid biete. Bor Abnahme eines Eides solle es fein Richter unterlasst", ein­dringlichst auf besten Bedeutung, sowie auf feine Heiligk n und Wichtigkeit hinzuweifen. DaS eidliche Versprechen, w-ie reine Wahrheit" zu sagen, involvtre auch, daß der unter E t AuSsagende alle- sagen müste (nichts verschweigen bUrfe), auch wenn er vom Richter nicht auS)rücklich »ach allem sie» fragt werde. Der AuSsagende solle aber vor seiner AuSia >e genau prüfen und sich vergegenwärtigen, waS er unter Eid aussagen wolle. Alle diese Umstände würden zu einer Ver­minderung der EideSdelicte führen. Pfarrer Wahl von Langen hob hervor, der Eid habe nicht bloß eine rechtliche, sondern auch eine religiöse Seite. ES sei ein Vekenntn'ß. Der Atheist besitze, eben weil er nicht an Gott glaube, über­haupt nicht die Fähigkeit, die Bedeutung deS EidcS zu wür­digen, und sei deßhalb in diesem Ginne nicht eideSmündig. Pfarrer Wahl sprach sich für Abschaffung jeder eidlichen Bekräftigung der gerichtlichen AuSiagen auß, wrll aber dafür bewußt falsche, unbeeidigte Aussagen vor Gericht in gleicher Weise wie unter Eid erfolgende bestraft wiffen. Schriftsetzer Fr. Heydt betonte, wer nicht an Gott glaube, könne unmöglich gezwungen werden, bei Gott zu schwören. Er meine deshalb, man solle die bermalige EideSform fallen lassen. Auch sei inkonsequent, daß die Gesetzgebung nur an bestimmte Religionsgemeinschaften, die den Eid perhorreS- cirten, Concestionen mache, nicht aber anderen Christen, die

,tl 1^- Sht *

fhincbl 1

hrvi speicht len

ua> r°h

ltch ur.ro

e<w ® tzchl ' flirrt

fr*

belegt 6 tngeno®

i Aealxuu ragt eil gebäod tun» 6« /einer de Idbcn Sl LaMe ketgtSßf stoßende t an ro? länge vk welchen nannten rede ein über 20 heute 76 4 Killio fast 6 D h8 einei zn, offen futter h am 18. en die weilte ( der fiaii Da, 6«/ Ail-haue Stuttgart (im 6an lüfte bei

soll im Sinter Hrohher sowie bi den He, tmgM

@i

Bett:

D

e

in 6aal

G

8874

an De Sinter,? To«, Q)oi Thema