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Der Hietzener Anzeiger erscheint täglich, nui Ausnahme de» MontagS.
Die Giehener AamiliendlLlter werden den» Anzeiger wöchentlich dreimal drigelegt.
Zweites Blatt. Dienstag den 24. September___________________
Gießener Anzeig er
Keneral-Anzeiger.
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Amts» und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren.
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Alle Annoncen-Bureaux de» In» und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Anrtlicher Lheil.
Gefunden: 1 goldener Siegelring, 1 silberner Ring, 2 Regenschirme, 1 Paar Handschuhe, 1 Haarpfeil, 1 Lederhandschuh, 1 ShlipS, 1 Kinderschuh, 1 Messer, 2 Meisel, 1 Schraubenzieher und 1 Laterne.
Zugeflogen: 1 Ente.
Gießen, den 21. September 1895.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
3. 93.: v. Bechtold, Regierungs-Assessor.
Deutsche» Reich.
Berlin, 21. September. Der Jagdaufenthalt des Kaisers in Rominten wird voraussichtlich bis zum 8. October dauern.
Berlin, 21. September. Die Kaiserin gedenkt sich in den nächsten Tagen nach Grünholz, in der Provinz Schleswig Holstein, zum Besuche ihrer Schwester zu begeben.
Berlin, 21. September. Zur Untersuchung des Eisendahnunfalls auf der Station Oederan der sächsischen Staatsbahnen hat sich der Vortragende Rath im Reichseisenbahnamt Geh. RegierungSrath Semler gestern an Ort und Stelle begeben.
Berlin, 21. September. Einen stürmischen Verlauf nahm eine am Freitag stattgehabte, sehr zahlreich besuchte Versammlung der socialdemokratischen Gastwirthe Berlins. Grund hierzu bot die Thatsache, daß fünf Mitglieder des Vereins der socialdemokratischen Gastwirthe am Sedantage llluminirt hatten. Folgende Resolution wurde angenommen: „(Kollegen, denen nachgewiesen wird, daß sie oder ihre Kinder sich an patriotischen Veranstaltungen betheiligt haben, werden in Anbetracht dieser Gesinnungslumperei aus dem Verein ausgeschlossen.
Berlin, 21. September. Wie dem „Berl. Tagebl." bestätigt wird, entbehren die Gerüchte von dem angeblich bevorstehenden Rücktritte des StaatSsecretärs v. Marschall jeder Begründung. Ueberhaupt sei in der nächsten Zeit keinerlei Wechsel in den hohen Reichsämtern zu erwarten, da- Amt des Reichskanzlers nicht ausgeschlossen. An höchster Stelle sei, so meldet das Blatt weiter, keinen Augenblick der Gedanke von neuen gesetzgeberischen Maßnahmen gegen die
Soc'aldemokratie erwogen rooröen, sodaß auch zwischen dem Kaiser und dem Richskanzler in dieser Frage keinerlei Differenzen hatten obwalten können. — Schließlich erfährt das „Berl. Tagebl.", daß der Kaiser sich sehr mißliebig über die Affaire Hammerstein ausgesprochen hat.
Berlin, 21. September. Die „Post" theilt mit, daß Hauptmann v. Ratzmer zum Oberführer der ostafrikanischen Schutztruppe ernannt worden ist.
München, 21. September. Anläßlich des heute und morgen Hierselbst stattfindenden 16. Parteitages der deutschen Volkspartei fand gestern im Concertsaale des Hotels Trester ein BegrüßungSabend statt, an welchem auch Damen theilnahmen. Nach einigen von einer Capelle vorgetragenen Musikpiecen ergriff Professor Dr. Quidde das Wort, um zunächst ein Telegramm des wegen Krankheit am Erscheinen verhinderten Reichstagsabgeordneten Kröber bekannt zu geben, worin dieser dem Parteitage seine Grüße übermittelt und gleichzeitig die Mittheelung macht, daß jfich sein Gesundheitszustand gebessert habe. Professor Quidde führte darauf aus, daß er es nicht nölhig habe, Einigkeit zu predigen, da die demokratische Partei ohnedies einig und friedfertig sei und schloß mit dem Wunsch, daß der Parteitag einen befriedigenden Verlauf nehmen möge. Hierauf betrat, von lebhaftem Beifall begrüßt, Reichstags- und Landtagsabgcord- neter Payer Stuttgart das Podium, um als Vorstand des Ausschusses der deutschen Volkspartei für die gastfreundliche Aufnahme seinen Dank auszusprechen. Mit Freuden könne die Partei in ihre Berathungen eintreten, weil man das ruhige Bewußtsein habe, daß ein arbeitsreiches Jahr hinter ihr liege, das nicht ohne Erfolg gewesen sei. Ebenso sei auch keine Gefahr vorhanden, daß sich auch nur ein einziger principieller Zwiespalt ergebe. In der Welt lebe die lieber- zeugung, daß die Demokratie kein Traum sei, sondern daß ihr die Zukunft gehöre. Sein Hoch gelte der Münchener Demokratie. Sodann brachte noch Rechtsanwalt Siegel- München ein Hoch auf dir Gäste und Rcichstagsabgeordneter Paller ein solches auf die Freiheit aus.
Arrrlarrd.
MouS, 21. September. Mehrere Blätter melden den bevorstehenden Ausbruch eines allgemeinen Bergarbeiter-
Ausstandes in der Borinage. Die Arbeiter verlangen Lohnerhöhung.
Paris, 21. September. Zwischen dem Kriegsminister und dem Minister der Colonien ist eine heftige Streitigkeit ausgebrochen, da einer dem andern die Verantwortlichkeit für die schlechte Organisation der MadagaScar-Expedition zuschiebt. Als der KnegSmtnister hörte, sein College wolle eine diesbezügliche Note in der Presse veröffentlichen, begab er sich zu dem Ministerpräsidenten Ribot und drohte mit seiner sofortigen Demission, wenn diese Note erschiene. Nur mit der größten Mühe gelang eS Ribot, die beiden Minister auszusöhnen. Man ist indessen noch auf einen öffentlichen AuSbruch dieses ConflictS gefaßt.
Petersburg, 21. September. Von informirten Kreisen wird versichert, daß demnächst Rußland mit Einwilligung von China Port Arthur besetzen werde.
Der Krieg von 1870,71,
geschildert durch Ausschnitte auS ZeitungS-Nummern jener Zeit.
(Nachdruck verboten.)
24. September.
Auf Wilhelmshöhe soll eS mittlerweile ganz lustig hergchen. Napoleon III. hat die feste Ueberzeugung, daß die Franzosen ihn um die Rückkehr nach Paris bitten werden, sobald sie einmal die Freuden des PöbelregimentS werden kennen gelernt haben. Bis dahin ist Bonaparte heiter und guter Dinge, correipondirt fleißig mit der Gattin Eugenik und dem Söhnlein Lulu, mit der Tante Isabella und PiuS. Außerdem soll er sich viel mit der Dressur junger Hunde beschäftigen, während er daS anfänglich mit Leidenschaft betriebene Kartenspiel ganz aufgegeben hat.
Ein neuer Sieg ist zu verzeichnen: To ul ist gefallen. Die uralte deutsche Reichsstadt, welche im Jahre 1552 nebst Metz und Verdun von König Heinrich II. von Frankreich besetzt und im Westfälischen Frieden endgiltig an Frankreich abgetreten wurde, ist wieder in deutschen Händen- die Besatzung hat, nachdem sie eine achtstündige Beschießung ausgehalten, unter den Bedingungen der (Kapitulation von Sedan sich ergeben.
Feuilleton.
ülriet Erlebnisse eines ehemaligen Gießener Mnsen- sahne» ans dem landwirthschastlilhen Kraninsialftste Gießen im August 1864.
(Schluß.)
Wir zogen loß; etliche Dutzend Schuster-, Schneiderund sonstiger Jungen liefen vor, neben und hintendrein. DaS war ein Jubeln und Schreien; „Hurrah, die Ochsengewinner!" ertönte es von allen Seiten. Im Cafe Ebel wurde für Stärkung und Erfrischung gesorgt. Unsere „Fulder Capelle" blies nach wie vor falsch wie Galgenholz, was zu einigen Bem rkungen Veranlassung gab. Da trat der Capell- meister vor, derselbe, welcher die schreckliche Ls-Clarinette blie-, und sprach: „Ihr Herren, verzeiht, daß wir manchmal nicht ganz sauber blasen- indessen dennoch und alldieweil wir seit gestern Margen keinen warmen Löffel übers Herz schlagen konnten, ist der Ansatz nicht ganz sicher- wollet daher bet Eurem heutigen Glücke eines Imbisses nicht ver- geffen." ♦) — „Bravo, Capellmeifter !" versetzte H>, „Essen und Trinken hält Leib und Leben zusammen und fördert die Musik. Herr Ebel, eine Backschüssel voll Kartoffelsalat und sechs Portionen Rindsbraten, die größten, die Sie haben, sie sind für Reconvalescenren." — Das Bestellte erschien und unsere Künstler schafften sich dahinter. „Eine Mufikanten- kehle ist als wie ein Loch!" heißt es in jenem schönen Liede, eine Fulder Mustkantenkehle, welche seit 24 Stunden keinen «armen Löffel überS Herz schlug, ist aber schon mehr ein Kellerloch. Die Riefenportionen verschwanden im Nu und die Künstler, welche Schüssel und Teller fein säuberlich ausgeleckt hatten, schauten sich nach mehr um. — „Zweite vermehrte und verbefferte Auflage!" commandirte H. und von Neuem begann die Kinnladenthätigkeit der Fulder. „Wir machen Euch die Tafelmusik dazu," bemerkte H. weiter und
*) Daß Hungern weh thut, sollten wir genug sechs Jahre später, im August anno 1870, sehr deutlich empfinden. Sechs- unddreißlg Stunden lanfl hatten wir nichts zu reißen, nichts zu beißen, so daß wir eS als eine große Wohlthat empfanden, mit den Händen Kartoffeln ausgraben und in der Asche rösten zu können.
ergriff den Bombardon, in welchen er mit aller Kraft seiner Lunge hineinpuftete. ES kam ein Ton zum Vorschein, als wenn eine Kuh muht. — „Sie haben scheints Bombardon blasen lernen," bemerkte der Capellmeifter dem pustenden H., welchem er gerne eine Schmeichelei gesagt hätte. — „Das weniger, aber mein Bruder bläst die Flöt!" erwiderte H. — „Hab ich mir doch von vornherein gedacht, daß einer tn Ihrer Familie musikalisch sein müßte," versetzte der auf zwei Backen kauende Capellmeifter im Brustton vollster Ueberzeugung. — Ein riesiges Beifallsgelächter erscholl, denn so war der allezeit schlagfertige H. noch nie abgeblitzt. „Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange ist sich des rechten Weges wohl bewußt! Freund H., lasse Dich die Abfuhr nicht kränken," trösteten wir H., welcher den unschürigen Bombardon nicht gerade sanft auf den Tisch bettete.
Der unverwüstliche Fulder Appetit machte den unserigen rege- es wurde ein gemeinschaftlicher Imbiß bestellt, zu welchem die nun einigermaßen gesättigte Capelle die Tafelmusik anstimmre. „Stoßt an, Gießen soll leben," begannen sie, aber es war kaum zum Aushalten. Im Freien waren die gräulich falschen Töne noch eher zu ertragen, aber in einem kleinen Saale und beim Essen wirkte diese Musik fürchterlich. Freund F. bekam Zahn- und Ohrenschmerzen und konnte keinen Bissen hinunterbringen. „Die Fulder sollen f..... bis sie schwarz werden," wurde befohlen.
Verständnißinnig legten sie ihre Marterwerkzeuge bei Seit? und gaben sich dem wonnigen GesÜhle hin, so viel gratis trinken zu dürfen, bis nichts mehr in sie ginge.
Nachdem wir unseren Appetit gestillt hatten, machten sich die Fulder hinter die Reste und räumten schnellstens mit ihnen auf. Eine Kegelparthie — ohne Musik — schloß sich an das (Souper. Langsam und gediegen tranken die Fulder weiter, bis einer nach dem andern unter den Tisch sank. Der Capellmeifter hielt am besten Stands er bekam für seine Capelle noch sechs blanke Silbergulden. Wohin er mit seiner Künstlerschaar gerieth und wie er sie weiterlootste, ist uns nicht bekannt geworden, sie waren alle „vull" wie ein Kanonevstiefel und hatten die Wegsteuer nicht mehr.
Am folgenden Tage gab es eine Wagenparthie nach dem Schiffenberge, die in jeder Beziehung gelungen ausfiel. Mit
Schilderung dieses TageS wollen wir den freundlichen Leser nicht weiter aufhalten.
Am dritten Tage folgte eine kleine Nachfeier und bann —--war das OechSlein — — —
v-e-r-i-t-r-u-n-k-e-n.
* * *
Seitdem ist ein Menschenalter verflossen. Nicht ein- unddreißig Jahre scheinen es zu fein, sondern höchstens ein- unbbreißig Wochen, so schnell rast die Zeit dahin: Tempora mutantur et dob mutamur cum illis. Ja, die Zeiten ändern sich, der alte Lateiner hat recht und wir Menschen werden mit ihnen geändert. Aber die Erinnerung an schön verlebte Stunden bleibt unverändert, wird sie durch die Phantasie noch etwas verschönt und idealisirt, so kommt die Erinnerung der Wirklichkeit nicht selten gleich.
Wie wurden inzwischen das traute Gießen,, wie unsere hohe alma mater Ludoviciana geändert? Einfach: Großartig — ein besseres Wort gibt eS nicht dafür. Man muß selten und in längeren Zwischenräumen dorthin kommen, um den gewaltigen Aufschwung der Stadt und das Emporblühen der Hochschule ganz und voll würdigen zu können. Wenn wir Alten dorthin kommen, stört eß anfangs, daß man sich so ganz und gar nicht mehr zurecht finden kann, bald weiß man aber wieder Bescheid und das Herz erweitert sich, wenn man sieht und hört und fühlt, was in diesem Menschenalter geleistet worden ist. Alle Hochachtung und Hut ab!
Nicht uninteressant ist ein Vergleich zwischen den Preisen von 1864 und 1805. Unser OechSlein war etwa 250 Gulden, sagen wir rund 500 Mk., werth. Der diesjährige erste Preis repräfentirt baß Zehnfache: 5000 Mk. - eß wächst der Mensch mit seinen höheren Zwecken. — Möchte dieser Preis einigen fidelen Musensöhnen zusallen, daß ist unser herzlicher Wunsch. Nicht selten soll es vorkommen, daß solche Loose gewinnen, die einem förmlich aufgenöthigt werden. Unser Ochsengewinnst anno 1864 scheint auch ein Beleg dafür zu sein.
Für heute einstweilen dem lieben Gießen ein dreifaches Hoch! Und ein herzliches Vivat floreat crescat alma mater Ludoviciana! Darin stimmt gewiß Jeder gerne em.


