189»
Dienstag dm 24. September
Erstes Blatt
Rr. 224
vierteljähriger x
Amts- uni* Anzeiseblatt für den "Kreis Gieren
Hratisöeikage: chießener Kamitienökätter.
Abonnements - Einladung
der
von von
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Ausländer nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de, folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Vorm. 10 Uhr.
Neueste Nachrichten.
WolffS telegraphische« Correspondenz-Bureau.
niederlegen. .
Rom, 22. September. Der König, die Königin und der Prinz von Neapel empfingen heute Nachmittag 2 Uhr im Quirinal die Abordnungen von 400 Arbeitervereinen mit 150 000 Mitgliedern, welche dem Könige ein kostbares Album mit einer Adreffe und den Unterschriften aller Thetlnehmer an dieser Massenkundgebung überreichten. Das Königspaar und der Kronprinz unterhielten sich lange mit den im Ballsaale ausgestellten Mitgliedern der Abordnungen. Der König dankte denselben für die dargebrachte Huldigung und erklärte, das Album in der Bibliothek zu Turin würdig aufbewahren zu laffen. Hierauf erfolgten warme Beifallsäußerungen der Delegirten; alle umringten den König und die Königin, um denselben die Hand zu küffen. Gegen 3 Uhr zog sich das KönigSpaar, von dem Vorgänge lebhaft bewegt, zurück. Danach begaben sich die Deputationen mit Fahnen nach dem Pantheon und legten an dem Grabe Victor Emanuels einen Kranz nieder.
vringerlohn.
Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.
Redaktion, Expedition und Druckerei:
SchukSraße Kr.7.
Fernsprecher 51.
Zum Bezug des „Giehener Anzeiger" für das 4. Vierteljahr 1895 laden wir hiermit ergebenst ein. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorkommnisse in demselben auf dem Lausenden. Unterstützt durch an allen Orten der P r o v i n z Oberhessen ansässige Berichterstatter, ist der „ Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur Kennttiiß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berück- sichttgung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Ar- ttkeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gietzener Familienblätter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten.
Wir ersuchen nun namentlich auswärttge Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. October den Anzeiger kostenfrei zugestellt, 'wie wir auch gerne berett sind, Probe- Nummern nach auswärts postftei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnements- betrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht aus- drückliche Abbestellung erfolgt.
Hochachtend
Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Univ.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch & Scheyda).
Deutsche» Reich.
verN«, 21. September. Die „Statistische Correspondenz" bezifferte die Ernteaussichten in Preußen um Mitte September folgendermaßen: Kartoffeln 2,6, Klee 2,9, Wiesen 2,9; Stand der jungen Saaten: Winterweizen 2,8, Winterspelz 2,7, Winterroggen 2,8, Klee 2,9; Ernteertrag: Winterroggen 1302, Sommerroggen 854 Kilogramm vom Hektar. (1 bedeutet sehr gut, 2 gut, 3 mittel, 4 gering, b sehr gering.)
Frankfurt a. M., 21. September. Die „Franks. Ztg." meldet aus Gera: Während des Manövers stürzte heute früh bei einer Cavallerie-Attacke der Rittmeister v. Fabrice aus Merseburg vom 12. Husaren-Regiment und starb nach 15 Minuten.
Dresden, 21. September. Heute Mittag 12 Uhr fand in dem festlich geschmückten Saale des Gewerbehauses die feierliche Eröffnung deS 17. CongresseS bn ,Association lüteraire et artißtique internationale“ statt. Derselben wohnten bei der König, die Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses, die Staatsminister, das diplomatische LorpS, die Spitzen der Behörden und zahlreiche Schriftsteller von Rah und Fern.
Arr-land.
Stockholm, 21. September. Der Archäologe, Profeffor an der hiesigen Universität und Mitglied der schwedischen Akademie, Victor Rydberg ist heute Nachmittag gestorben.
gewendet werde; schließlich müsse er gestehen, hier viel gesehen und gelernt zu haben. — Der Vorsitzende sprach hierauf den Dank namens des Vereins für die Thätigkeit der Preisrichter auS. — Graf Oriola, stellv. Vorsitzender, er- sucht die Anwesenden, sich zum Danke für die Arbeiten der Preisrichter zu erheben, und bemerkt weiter, daß der Mangel an Geschäftsgewandtheit bei Verwerthung unseres Obstes zu beklagen sei; eS müsse darauf hingearbeitet werden, große Mengen auf den Markt zu bringen; er werde in seiner Eigenschaft als stellvertretendes Mitglied des Eisenbahnraths auf Verbilligung der Frachten hinwtrken; auch gedörrt müffe das Obst in großen Massen werden, wofür immer Absatz vorhanden sei, er appcllirt schließlich in Bezug auf die verschiedenen Arten der Obstverwerthung an die Einigkeit aller Betheiligten, nur durch sie würden Erfolge erzielt. — Herr LandwirthschastSlehrer Reichelt Friedberg kann sich nicht für Verbilligung der Frachten aussprechen, es müßten denn Hand in Hand mit ihr Schutzzölle aus Obst eingeführt werden; durch billigere Frachten würde der Wetterau der in Frankfurt seßhafte Obsthandel Süddeutsch« landS durch den Osten und das Ausland streitig gemacht; wir hätten sehr viel Obst im eigenen Lande nöth:g und brauchten deshalb nicht so eifrig auf den Berliner Markt zu reflectiren. — Das Dörrverfahren sei im Großen nicht denkbar; in Amerika sei daS Dörrobst nur deshalb so billig, weil Amerika überhaupt viel überschüssiges Obst habe; das Dörren höre auf sich zu rentiren, wenn der Centner Obst mehr wie Mk. 2.50 koste. — Generalsekretär Gerland- Cassel spricht sich ebenfalls gegen eine Frachtermäßigung für Obst aus. — Herr Dr. v. Peter glaubt, eine Fracht« Ermäßigung insofern zu verstehen, daß ausländisches Obst von derselben ausgeschloffen bleibe. — Director Rothe- Wetzlar wendet sich gegen die Anpflanzung zu vieler Sorten auf einem Grundstücke und gegen die sogenannte Pfropf- toutb; er ist nicht gegen die Verwerthung durch Dörren, eS müffe nur darauf gesehen werden, daß gute Dörrproducte erzielt würden. — Graf Oriola empfiehlt den Gemeinden, einheitlich in Bezug auf Sorten vorzugehen. — Hierauf wurden die Diplome an diejenigen Obstbauschüler vertheilt, welchen Seitens des Obstbauvereins der Titel „Vereins- baumwart" ertheilt wurde; die Dankschreiben an diejenigen Mitglieder, welche gelegentlich der vorjährigen Obstausstellung in Berlin sich an der CollectivauSstellung des Verein- be- theiligten, konnten noch nicht zur Vertheilung gelangen und wurden nur die Namen derselben bekannt gegeben. — Herr Generalsecretär Gerland-Caffel berichtete über den Plan der in 1896 in Cassel in Verbindung mit der General-Ber-
*» Oberhesfischer Obstbauvereiu. Als vierte im Bunde
Versammlungen, welche gelegentlich der Oberhessffchen landwirthschastlichen Ausstellung hier stattfanden, reihte sich vorgestern die General Versammlung deS Oberhessischen Obstbauvereins an. Der Vorsitzende, Kreisrath Dr. Brad en-Friedberg, machte nach Eröffnung der Versammlung einige geschäftliche Mittheilungen, worauf Herr Dr. v. Peter im allgemeinen über den Stand deS Vereins im abgelaufenen Jahre berichtete. Der Verein zählt danach 4500 Mitglieder, eS ist Aussicht vorhanden, ihn bald auf die Zahl von 5000 zu bringen; mit dieser Mitgliederzahl präsentirt sich der Verein als drittstärkfter Obstbauverein Deutschlands, er wird nur überragt von den Vereinen der Provinzen Sachsen und SchleSwig-Holstein. Der Verein hat hohe Auszeichnungen auf den von ihm beschickten Ausstel« lungen erhalten; die innerhalb deS Vereins-Bezirks abgehaltenen Versammlungen haben zu günstigen Ergrbniffen geführt. Als besonderes Ereigniß wird die Umwandlung der landwirthschastlichen Winterschule zu Friedberg in eine StaatSanstalt als Landwirthschafts- und Obstbaufchule bezeichnet, wodurch diese ihre segensreiche Wirksamkeit erst recht entfalten könne. — Hierauf berichtete der als Preisrichter thätig gewesene Oberförster Ambronn aus Croffen über das Ergebniß der Preisvertheilung. Redner bezeichnet die mit der landwitthschaftlichen Ausstellung verbundene Obstausstellung als großartig; das im Vereinsbezirke gewachsene Obst könne sich in jeder Beziehung mit dem auf den Weltmarkt gekommenen Obste messen. Anzustreben seien billige Obstfrachten, um mit dem ausländischen Obst auf den deutschen Märkten concurriren zu können; Herr Ambronn lobt die hier ausgestellte Verpackungsmethode, tadelt nur die Verwendung alter Korke bei Obstwein und vermißt die Anwendung von Edelhefe bei der Obstweinbereitung; er habe wenig Dörrobst vorgefunden und könne nur wünschen, daß dieser Art der Obstverwerthung mehr Aufmerksamkeit zu-
Chemuitz, 22. September. Das Begräbniß sechs der bei dem Etsenbahnunfall in der Nähe Oederan verunglückten Soldaten fand heute unter großem militärischen Gepränge statt. An dem Zuge nahmen theil der Generaladjutant des Königs, Generalmajor von Treitschke, der Divisionscommandeur Generallieutenant von Kirchbach, der Brigadecommandeur Generalmajor v. Kohlfeldt, das Chemnitzer und das Zwickauer Offizierscorps, andere Offiziere und Mannschaften von Zwickauer und Chemnitzer Regimentern. Zwei Regimentscapellen spielten Trauerweisen. Der Garnisonsprediger hielt eine tief ergreifende Grabrede; darauf folgten Ansprachen von dem Oberst deS Zwickauer Regiments und von dem Hauptmann der ersten Compagnie. Der König und die Königin ließen Kränze an dem Grabe
CmaIm nn6
Gießen, den 23. September 1^5.
Der tUJeaer Adriger «scheint täglich, ■rit Ausnahme drS Montag«.
Die Gießener Mamilieuötälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigrlrgt.
Depeschen deS Bureau .Herold".
Berlin, 22. September. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Gegenüber einer in einem Berliner Blatte enthaltenen, von anderen Blättern nachgedruckten Mittheilung, betreffend die Tabakfabrikatsteuer, können wir fest« stellen, daß Graf Posadowsky bei seiner Anwesenheit in Süddeutschland nicht über einen neuen Tabaksteuerentwurf verhandelt hat und im Reichsschatzamte zur Zeit ein solcher Entwurf nicht ousgearbeitet wird.
Hamburg, 22. September. Gestern wurde Redacteur Heine des socialistischen „Echo" wegen Beleidigung des CommandoS des Schiffes „Friedrich der Große" zu drei Wochen, der Maschinist jenes Schiffes, Riemschneider, der Verfaffer deS Artikels über angebliche unwürdige, grau- fame Behandlung der Marinesoldaten zu zwei Monaten Ge« fängniß verurtheilt.
Antwerpen, 22. September. Vier maskirte Räuber drangen in das Schloß Keffel, ermordeten den GutSbefitzer Bulk, dessen Frau uud Kinder und raubten große Geld« summen. Die Räuber wurden verhaftet.
Pari-, 22. September. Die Preffe bespricht ausführlich die in Köln erfolgte Verhaftung zweier Franzosen, die des LandeSverraths verdächtig find, und schimpft auf den Polizeicommiffar v. Tausch, welcher die Verhaftung vor« genommen, da derselbe von Geburt Elsässer ist.
Warschau, 22. September. In der nächsten Woche beginnen zwischen Skiernevice und Warschau unter dem Ober« Commando des Generalgouverneurs Grafen Schuwaloff die großen Herbst-Manöver. Dieselben gelangen am 5. October zum Abschluß. Die Truppen von Skiernevice werden von dem Generallieutenant Borodzin, da- Warschauer CorpS von dem Generallieutenant Tutolmin befehligt.
Sofia, 22. September. Mittakow, derVerfaffer des Artikels in der „Narodny Swoboda", in welchem gegen den Fürsten Ferdinand gehetzt wurde, ist zu fünf Jahren Kerker verurtheilt worden. Derselbe wurde sofort verhaftet. Der Redacteur der „Narodny Prawa", welcher einen Auszug aus diesem Artikel gemacht hatte, wurde freigesprochen.
Saloniki, 22. September. Eine Bande von fünfhundert macedonischen Insurgenten überfielen die Ortschaft Kostowo und plünderten dieselbe vollständig aus.
Gießener A nzeig er ä
Kmerat-Mnzeiger.
richt.
vorher in meiner Doh, Achtungsvoll
eph Möhl.
eit.[7818
richt.
ober mein Cursus wieder ner Wohnung, Wetzstein- Honorar 12 Mark. Wtenb
rd. Schmidt.
Wec’tM °«s Sen».
k.
IM "
ff ■
Itr
^iHieefag)
. Jagdp°tr°-e»>
Ä
>
" " " Lio • " " 1.80 • • 1.40
>1 «b:
CB LEO, W
i. Wtmbtr
Ai tfm MflWn Zuchistutrn RL 5000.
Saupt-Agentni für Gießen und ker, Gießen, iue 11.__
itten u den elegantesten empfiehlt S Roth, al-Geschäft
30.
ehre
MenMn
Mhj17
'°°° et«.


