Dampfer gescheitert und fast die ganze Bemannung ertrunken sei. Nähere- fehlt noch.
Pari-, 21. November. Die radikalen und iocialistischen Abgeordneten haben sich in einer gestern stattgesundenen Der- iamm!ung Über die Interpellation betreffend die Der- fassungS-Durchs icht geeinigt. Ministerpräsident Dour- geoiS wird sich gegen die DersafsungS-Durchfickt auSiprechen. Die Radicalen und Socialisten beschloffen, im Sinne der Regierung zu stimmen. Bourgeois wird in der heutigen Kammersitzung übrigens die Erklärung avgebev, daß sich daS Eabtnet nur auf sofort zu verwirklichende Reformen einlaffe. Die Socialisten werden offictell erklären, daß sie Anhänger der Revision seien, dieselbe jedoch verschieben wollen, um die geplanten Reformen nicht zu beeinträchtigen.
Loudon, 21. November. Gestern Abend versammelten sich unter dem Dorsitz Lord Salisburys die Botschafter von Deutschland, Frankreich, Italien, Rußland, Spanien und den Bereinigten Staaten von Nordamerika. Gegenstand der Tonferenz war die Orient-Frage. — „Daily Throvicle" sagt über die Anwesenheit de- amerikanischen Botschafters bet dieser Tonferenz, dieselbe liefere den Beweis, daß auch die Vereinigten Staaten sich den vereinten Mächten anschlteßen werden.
Loudoo, 21. November. Die gesammte Presie beschäftigt sich mit der Rede Salisburys. „Daily Chronicle" findet das Schreiben des Sultans unwürdig; auch dessen Reue komme zu spät. Die „Time-" sagen, Lord Salisbury habe die englischen Bürger auf die Gefahren aufmerkjam zu machen, welche von dieser Seite den mit so vielen Kosten aufrecht erhaltenen Frieden bedroht.
Petersburg, 21. November. Die Taufe der neugeborenen Großfürstin soll, wie verlautet, am 26. d. M. statt fin d e n._____________________________________________________________________
Der Krieg von 1870|71,
geschildert durch Ausschnitte «u8 Zeitung« - Nummern jener Zett.
(Nachdruck verboten.) 23. November.
Ich befand mich Morgen- früh in Marseille, wo- her ich von einem meiner Geschäftsfreunde so patriotische Briefe erhalten hatte, daß ich nicht- weniger erwartete, al- die ganze Stadt sei in Waffen und beseelt von dem Geiste der Boreltern, welche schon einmal, anno 1794, den ersten entscheidenden Schritt zur Rettung der bedrängten Republik gethan. Wie sehr wurde ich schon am ersten und noch mehr an den folgenden Tagen enttäuscht? Wohl ist sofort nach der Republik Erklärung die Nationalgarde ins Leben gerufen und seither organifirt worden, und diese zählt in Marseille allein 40,000 Mann jeden Standes und Alters. Laut eines früheren DrcretS der Delegation in Tours hätte schon vor Wochen ein Theil diese- Corps (alle ledigen und verwittwrten Männer ohne Kinder) zu Truppenkörpern an der Loire und oberen Rhone stoßen sollen- allein man ist im Süden bequem — weil diese- Decret nicht behagte, so beschloß man, eS nicht zu beachten, setzte sich in Opposition mit TourS und blieb zu Hause, wo eS viel angenehmer ist, täglich sein Domino oder Trik-trak unter frohen Genoffen zu spielen. Waren doch noch Leute genug in den anderen Thetlen Frankreichs, um jenem Rufe zu folgen .... Statt sich mit Macht gegen den äußeren Feind zu werfen und erst nach deffen Vertreibung innere Angelegenheiten und Zwiste zu ordnen, treten die Sonderintereffen in erste Linie und verdrängen zuweilen ganz die Frage der dem Baterlande drohenden Gefahr. Die zu Anfang dieses Monats stattgehabten RevolutionSversuche an verschiedenen Orten Frankreichs, ja selbst in Paris und TourS, sind indeffen die traurigsten Beweise. Meiner Ansicht nach sind sie die unausbleibliche Folge der in Frankreich grasfirenden Ignoranz in den unteren und mittleren Ständen und deS grenzenlosen Eigendünkels der Nation. Seit zwei Monaten Republikaner, das heißt, der Inbegriff aller Freiheit, glaubt sich nun jeder berechtigt, zu befehlen, und keiner will gehorchen, denn er gehört ja zum „souveränen Volke". Jeder fühlt sich begeistert, daS Vaterland zu retten — durch schöne Worte, denn zu mehr kommt eS dock nicht."
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Gieße», den 22. November ll$£5.
Der Oberheffifche SefchichlSveretu hielt gestern Abend feine Hauptversammlung ab. Wie der Vorsitzende mittheilte, find einige Veränderungen in der Zusammensetzung de- Vorstandes nothwendig geworden, indem sowohl die Herren Dr. Ebel und Dr. Haupt, al- Herr Major Weimer auS Dienstrückfichten genöthigt waren, zurückzutreten. ES wurden sodann die Herren Fabrikant EmmeliuS, Commerzien- rath Leichelheim, Dr. Klewttz, Dr. MöbiuS und Prof. Dr. Buchner wieder-, die Herren LandgerichtSrath Dr. Schäfer, Gymnasiallehrer Dr. Nestling und Real- gymnasiallehrer Dr. Ottmann an Stelle der drei aus- geschiedenen Herren neu gewählt. — AuS dem hierauf von Herrn Dr. Fritzsche gehaltenen Vortrag über „F. G. Welcker in Gießen" theilev wir Folgende- mit: Friedrich Gottlieb Wrlcker wurde am 4. November 1784 zu Grünberg geboren, bezog 1801 die Universität Giehen, promovirre 1803 und wurde 1809, von seiner römischen Reife zurückgekehrt, zum ordentlichen Profeffor der griechischen Literatur und Archäologie ernannt. Ec zog als hessischer freiwilliger Jäger nach Frankreich, vertrat nach dem Sturze Napoleon- ta öffentlichen Lchrvorträgen die Ideen de» LiberaltSmu«. Daher leitete sich sein Eonflict mit A. F W Erome, der 1816 Welcker- Entlassung auS dem hessischen Dienste zur Folge hatte. Die fernere Wirkiawkeir Welcker» alS Lehrer und Gelehrter fallt noch Göttingen und Bonn. — Redner führte au-, wie in den Gießener Jahren an jener bedeutsamen Wende deS geistigen wie de- politischen Lebenö in Deutschland die Persönlichkeit ÄelckerS fich heraus- gestaltete und zu männlicher Geschloffenheit heranreifte. — An den Vortrag schloß fich eine anregende DtScusfion. —
Herr Prof. Dr. Buchner theilte sodann in Erstattung deS Bericht- mit, daß bie Einnahmen deS vergangenen Jahres
sich auf 1617 Mk., die Ausgaben auf 1567 Mk. beliefen, da- Bankkonto de- Vereins beirägt 2290 Mk. — Ausgestellt
waren eine Anzahl vorhistorischer Thterknochen, vorwiegend Kinnbacken von Pferd und Hand, mit Topfscherben, welche bei Birklar auSgegraben wurden, ferner Sckmuckgegenstäude auS fränkischer Zeit. Herr Pros. Dr. Buchner erstattete weiter Bericht über die Ergebviffe der im Laufe de- Jahre- vorgenommenen Ausgrabungen bei Echzell, Muschenhrim u. s. w., an welche Mitrheilungen sich ebenfalls Besprechungen schloffen.
** DaS Dresdener Gesammt Gastspiel brachte gestern al- Fortsetzung da- alte und doch ewig junge Lustipiel ScribeS „Ein GlaS Wasser". Außer dem vortrefflichen Herrn Wessels, der auch al- Maiham sich wieder als vielseitiger Schauspieler bewährte, treten für und neu in den Rahmen deS Ensembles zwei weitere vornehme Gäste, Herr und Frau Rin al d vom Hoftheater in Cassel, bez. Meiningen. Wir gestehen gerne, daß auch diese Gäste sich schnell und mit vollem Recht die Gunst de- Publikum- gewonnen, ihr Spiel war ein durchaus noble-, und bis in die kleinsten Details feinstenS au-gcarbeitet. Frl. Pro ß, al- Königin und Frl. Sander als Abigail waren sichtlich und oft mit Erfolg bemüht, sich neben ihren ausgezeichneten Partnern zu behaupten, und wenn ihre Leistungen noch nicht so künstlerisch abgerundet waren, wie deren, so soll darin durchaus kein Vorwurf liegen. Die Ausstattung deS Stückes war eine noble, der Costüme und Toiletten sogar prächtig. — Mittwoch und Donnerstag nächster Woche findet das Gastspiel durch Cyprienne von Sardou, bez. Stiftungsfest von Moser seinen Abschluß.
*♦ Experimental Vortrag Amberg. Am Mittwoch Abend fand vor einem zahlreichen Publikum im Saale deS Cafe Leib der Vortrag des bekannten Physikers Gust. Amberg auf Veranlaffung des Kaufmännischen Vereins und OrtS- gewerbevcreinS statt. Der Vortragende behandelte die „Wärme Theorie" und „Erhaltung der Kraft." WaS den Vortrag und die Experimente deS Herrn Amberg ganz besonders auSzeichnete, ist der Umstand, daß der Physiker sich nicht nur auf die einmal gewonnene Routine und eine Anzahl von bekannteren Experimenten beschränkt, sondern daß e- sein höchster Stolz ist, gerade die allerneuesten Forschungen fich zu Nutze zu machen, und den staunenden Zuhörern durch höchst gelungene Experimente einen annähernden Begriff davon zu geben, in welcher gewaltigen Periode physikalischer Entdeckungen und Erfindungen wir leben. Die Sicherheit Ambergs in der Kunst des Experimentirens ist bewundernS- werth, und seine Erläuterungen leisten daS Möglichste, um dem Laien einen Begriff von der Bedeutung und dem Zusammenhang der Darstellungen zu geben. Von den einzelnen Versuchen wollen wir hauptsächlich das Gefrieren von Quecksilber in einem glühenden Tiegel, der mit fester Kohlensäure, gemischt mit Aether, angesüllt ist, erwähnen- außerdem verdienen die vermittelst der Thermosäule ausgeführten Experimente, sowie die Darstellung eines künstlichen GeyserS besonders hervorgehoben zu werden. Am Schluß des Bor- trageS wurde Herrn Amberg großer Beifall gezollt und sprach der Vorsitzende deS Kaufmännischen Vereins, Herr Orbig, im Namen beider Vereine den Dank für die genuß- und
lehrreichen Stunden aus.
♦* Reguliruug der VolkSschullehrer Gehalte. DaS Großh. Ministerium hat der Zweiten Kammer einen Gesetzentwurf unterbreitet, demzufolge die Gehalte der VolkSschullehrer neu festgesetzt werden. ES hat danach bet gewtffenhaster und tadelloser Dienstführung jeder definitiv angeftellte Lehrer an Volks
schulen zu beziehen:
Sofern ein definitiv angestellter Lehrer einen seiner Dienstzeit entsprechenden Gehalt nach obiger Scala nicht bereit- bezieht, wird ihm der fehlende Betrag au- Staatsmitteln als Alters- zulage au-bezahlt. — Außer dem Gehalt hat jeder definitiv angeftellte Lehrer an Volksschulen eine angemeffene Wohnung, womöglich mit Garten, oder eine Miethentschäbigung mit der Unterscheidung, ob verheirathet oder nicht, zu beanspruchen. Für definitiv angestellte Lehrerinnen findet nach 18jähriger Dienstzeit bezw. mit Erlangung eine« Gehalte- von 1600 Mk. cm weiteres Auffteigen durch Gewährung von AlterSzulageu aus Staatsmitteln nicht mehr statt, die MtethSentschädigung
nach
Zjähriger
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richtet sich nach der Höhe der den unverheiratheten Lehrern bewilligten. — In den Motiven zu dem Gesetzentwurf wird u. A. betont, daß diese Ausbesserung mit Rücksicht auf die Vertheuerung der Lebensrnittel erfolgt sei, eine Ausbefferung könnte auch ohne ernste Nachtheile für die Volksschule nicht länger aufgeschoben werden. Der bereit- früher betonte geringe Unterschied in den LebenSverhältniffen bei größeren und kleineren Landgemeinden fei im Laufe der Zeit beinahe ausgeglichen, die ausgleichende Entwickelung werde durch die andauernde Steigerung des Verkehrs in nicht ferner Zeit zu völligem Ausgleiche führen. Danach soll auch in der kleinsten Gemeinde der Gehalt bis zu 2000 Mk. steigen, ohne daß die Gemeinde weiter in Anspruch genommen wird. Bon Er-
Höhung des Minimalgehalte- von 900 Mk. für Gemeinden blS 10000 Seelen fei Abstand genommen worden, weil jede Belastung der Gemeinden vermieden werden soll. Die Bestimmung, nach welcher die MtethSentschädigung nach der Seelenzahl der Gemeinden bemeffen werde, habe sich für Landgemeinden in der Nähe größerer Städte, Kurorte nsw. al- mißftändig erwiesen- nach dem neuen Gesetzentwürfe werde eine genaue Prüfung und Berücksichtigung der localen Verhältnisse möglich, weil die Mieth-enrschädtgungrn durch die
KreiS-Schulcommisfionen festgesetzt werden. Diese Erböhui-g de- Gchalt- der VolkSschullehrer wird für die Staat-kaffe eine Mehrausgabe von 400000 Mk. jährlich bedingen- sie wird bei der dermaligen finanziellen Lage de» Großherzog- thumS eine Erhöhung der bntctcn Steuern veranlassen.
•• Sroßtzerzogl. technische Hochschule. Darmstadt. Im Wintersemester 1895/96 haben vor der an der Großherzogin Technischen Hochschule zu Darmstadt bestehenden Prüfung-- Commission für Pharmaceuten die pharmaceutische Staatsprüfung befanden die Herren: Heinrich Berchelmaun au- Pfungstadt, Robert Burow auS Forbach, Julius Fuchs aus Beerfelden, Theodor Reichmann au» Darmstadt, Frreorich Schaffnit auS Kirch-Brombach und Karl Wundt auS Darmstadt. — Wie uns witgethe'lt wird, find Exemplare der Festschrift vom 28. October dS. I?., enthaltend Beschreibung, Ansichten und Grundriffe der Neubauten der Großherzogl. technischen Hochschule zu Darmstadt, in der Hofbuchhandlung von Arnold Lergsträßer daselbst käuflich zu haben.
** BrodgemichtS-Revifion. Bei den hiesigen Bäckern wurde gestern eine polizeiliche Revision bezüglich deS Brcdgewickt- vorgenommen. ES wurden bei mehreren Bäckern Brode beschlagnahmt, welche Mindergewicht theilS bis zu 180 Gramm bei 4 Pid. zeigten.
* * Milch-Revision. Heute Dormitlag fand eine Milchrevision durch die Schutzmannschaft statt- die Milch wurde im Allgemeinen für gut befunden.
• • Streit. Zwischen zwei Arbeitern kam e- gestern Abend in der Rodheimerstraße zum Streit, wobei das Messer eine Hauptrolle spielte. Einer der Kämpfenden erhielt nicht weniger al» fünf Stiche in Arm und Schultern, fo daß er in die Klinik ausgenommen werden mußte.
* * Meteor Gestern Abend gegen 6 Uhr beobachteten zwei bet der Margarethenhütte stehende Herren ein hoch am südwestlichen Himmel erscheinende-, prachtvoll-- kugelförmiges Meteor von intensiv heller, blauweißer Flamme trotz der in der Nähe aufgegangenen Mondsichel. Dasselbe bewegte sich außerordentlich langsam nach Westen, fallend tm Zeitraum von 12 bis 15 Secunden und zerstob am Schlust raketenförmig in mehrere rolhe Feuergarben.
• • Die Petrolenmpreise steigen! Die hohen Petroleum- preise des letzten Frühjahr-, wo baß Liter bi- zu 30 Pf. kostete, scheinen sich nunmehr wiederholen zu sollen. Nachdem nämlich Anfang» voriger Woche der Preis für 100 Kilo zwischen 20 und 21 Mk. sich bewegte, steht derselbe heute schon auf 24.20 Mk., ist gleich 19 Pf. per Liter im Eta. kauf. Man sieht, der amerikanische Petroleum Ring halt den Zeitpunkt für gekommen, wo den armen Consumenten in Europa eine Extrasteuer auferlegt werden müffe. Weiteres Steigen der Petroleumpreise steht zunächst in ficherer Aussicht.
♦* Reorganisation der Verkaufspreise in den Schweine- metzgerläden. Die Mainzer Schweinemetzger hielten am Montag eine Versammlung ab. In dcrselb.-n wurde auf Antrag deS Jnnung-vorstandeS Folgende» beschloffen: Statt deS bisherigen Preise- von 80 Pf. per Pfund kostet von jetzt ab rohe- Lendenschmalz 70, und reine» au»g lasseoes Schmalz 60 Pf.- statt bisher 60 Pf. kostet Wurstsett, je nach Qualität 50 und 40 Pf. In Anbetracht dieses niedere« Preises soll */» Pfund als kleinste abzugebende Quantität gelten. Desgleichen wird auf 60 Pf. herabgesetzt der frische Speck, sowie das frische fette Schweinefleisch zum Kochen. Diese Preisherabsetzung soll nicht etwa eine vorübergehende sein, sondern soll al- Prei-regulirung zwischen fetten und mageren Thetlen des Schweines gelten und für längere Dauer sein. In Anbetracht diese» wesentlichen Au»falls bleiben die übrigen Preise bestehen.
♦♦ LebevSmitlelpreise vor 70 Fahren. Einer uns vor- liegenden „Schatzung in Nidda, den 6. Jänner 1827, über Brod, Fleisch und Getrencke", gefertigt von den Schatz meistern Geiß und Uhl und genehmigt von dem damaligen Landrath Ouvrier zu Nidda, entnehmen wir folgendes: 1 Malder Korn 4 fl. 30 fr., 1 Malder Weitzen 5 fl. 30 fr., für 1 fr. Schwarz Brod 18 Loth, für 2 fr. deSgl. 1 Psd. 4 Loth, für 4 fr. deSgl. 2 Pfd. 8 Loth, für 6 fr. 3 Pfd. 12 Loth, für 1 fr. Milchbrod 8 Loth 2 Quent, 1 Pfd. Schweinefleisch 8 fr., 1 Psd. Rintfleisch 8 fr., 1 Pfd. Kalb- fleisch 5 fr., 1 Maa» Bier 4 fr., 1 Maa- Brandeweia 24 fr., auch 20 fr.
— Rieder Mockstadt, 21. November. Da die Wasser- verhältntffe in hiesiger Gemeinde viel zu wünschen Übrig laffen, hat da» Vorgehen der Nachbargemeinde Ranstad. auch bei uns den Plan gereift, eine Wafferleituna anzulegen. Herr Wafferbauinfpector Becker von Daimsta hat eine in der Gemarkung belegene Quelle besichtigt und sich darüber sehr günstig geäußert. Höchst wahrscheinlich wird die AuSfÜhruna berielben nicht lange auf sich warten laffen.
n. Altenstadt, 21. November. Der feit dem 2. November vermißte geifteskranke Georg Heß von hier, auf Mm Auffindung feiten» der Eltern eine Behohnung von 20 Mk. gefetzt war, wurde gestern in einer Wirthschaft zu Oberrotz' bad) von dem Wirthe erkannt. Der Vater wurde fo- fort telegraphisch benachrichtigt, eilte dorthin und b. achte feinen bedauernSwerthen Sohn heim, deffen Verbringung ta eine Anstalt nun wohl nicht mehr zu uermetben fein wirb. Heß wurde nach feinem Abgang vom Seminar zu Friedberg einige Jahre al» Schulverwalter verwandt. Er mußte aber bald wegdn eine- fick immer mehr steigernden Nervenleiden» feine Entlaffung nehmen und lebte feit dieser Zeit bei feinen Eltern hier.
n. Blofeld, 21. November. Bei der gestrigen Treibjagd, die fick auf da» ganze Jagdgebiet erstreckte, wurden 3 Rehe, 39 Hafen, 4 Füchse und 1 Schnepfe erlegt.
= Stockheim, 21. November. Die hiesige Zuckerfabrik wird ihre dieSjahrigeCampagne höchst wahrscheinlich nächsten Montag beenden. Voriges Jahr bauere dieselbe bi» Anfangs Februar. Die in diesem Jahre w't Rüden bestellte Fläche war eine viel kleinere, als die die»-


