Ausgabe 
23.11.1895
 
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1S93

Samstag den 23. November

Milzen

vierteljähriger

Amts- und Anzeigcblatt für den Avei» Gieren.

Y~ Hratisöeikage: chießener Jamitienökätter

Amtli^en Theil

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Gelände tm ersten BeretntgungSfelde- daß Ausgabe Verzeichniß über zuwenig

Alle Annoncen-Bureaux deS In« und Auslandes nehme» Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Die Gießener AamikieuStälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.

Der chietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- MontagS.

erhalten haben -

da» Außgabe-Derzeichniß über Pachtentfchädigung pro 1894 für diejenigen Grundbesitzer, welche bet der Zu- theilung im zweiten Bereinigungsfelde Gelände zuwenig

Petersburg, Geheimrath Ralkow Roshnow, überbrachte die Glückwünsche der Stadtverwaltung. Zur Freude aller An­wesenden brachte Senator v. Gehrike die unter dem 14. No­vember ertheilte Erlaubnih der Kaiserin zur Kenntniß, wonach der Anstalt der NameAlexandra stift für Frauen beigelegt werden darf.

TifliS, 20. November. Die Zeitungen veröffentlichen die Antwortdepesche des russischen Botschafter» in Lonstanttnopel an den armenischen KatholikoS. In derselben heißt eS: Die Armenier Constantinopels find genügend beruhigt, ihnen droht keine Gefahr. Aber in den Provinzen finden bedauerliche Conflicte statt, welche leider tu den meisten Fällen von Armeniern, die von den RevolutionS- ComilvS aufgestachelt sind, hervorgerufen worden- das Resultat ist dann fürchterliche Rache von Seiten der Türken, resp. schreckliche Metzelei der Christen. Der Sultan hat den von den drei Mächten vorgeschlagenen Reformentwurf genehmigt, und cs finden Vorbereitungen statt zur Ausführung des­selben. Hiersür ist aber nölhig, daß die Leiter des Volkes dasselbe bereden, von revolutionären Versuchen abzustehe«, vergebliche Hoffnungen auf eine ausländische Einmischung aufzugeben, allen Unruhen ein Ende zu machen und mitzu- wirken zur Herstellung des allgemeinen Friedens, zur Ver­besserung der Lage und zur Einführung einer neuen Ordnung.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Dorm. 10 Uhr.

Jnt-reffenten offen.

Einwendungen gegen die Richtiakeit dieser Verzeichnisse sind spätestens in dem Termine, Montag den 2. De- tember l. I., Vormittags von 10 bis 11 Uhr, wenn sie Berücksichtigung finden sollen, schriftlich etnzureichen.

Gießen, den 22. November 1895.

Der Vollzugs«Commissär: Dr. Wallau, Großh. Regierungsrath.

Der Kaiser traf am Donnerstag unerwartet in Schloß Rumpenheim bet Hanau ein, um seiner erlauchten Mutter, der Kaiserin Friedrich, zu ihrem 5 5. Geburtefeste persönlich zu gratuliren. Die hohe Frau war erst Tags zuvor von ihrer italienischen Reise zurückgekehrt.

Recht fleißig wird in den zur Zeit versammelten Einzellandtagen, in jenen von Bayern, Sachsen, Baden, Mecklenburg, Altenburg u. s. w. gearbeitet, leider wird bet den meisten dieser parlamentarischen Körperschaften noch ein kürzeres oder längeres Zusammenlagen mit dem Reichstage trotzdem nicht zu vermeiden sein. Geschlossen wurde der coburgtsche Speciallandtag, nachdem in seiner Schlußsitzung Staatsminister v. Strenge noch eine befriedigende Erklärung über die baldige Beseitigung der zwischen der Regierung und dem Landtage entstandenen Schwierigk-iten abgegeben hatte.

evangelisch-socialen CongresseS beschloß in seiner heutigen Sitzung, den nächsten Congreß zu Pfingsten n. I. tu Stuttgart abzuhalten. Als eines d-r Themata ist die sociale Wirksamkeit der im Amte siebenden Geistlichen, ihre Berechtigung und ihre Grenzen in Aussicht genommen. Pastor Göhre erklärte brieflich seinen Austritt aus dem AcetonScomitä.

Berlin, 21. November. Gegenüber der in der Presse ausgesprochenen Bemängelungen, daß in der Commission zur Berathung über ein neues Handelsgesetz­buch nur Juristen, Kaufleute und Industrielle und nicht auch andere Berufsvertreter, insbesondere Landwirthe berufen worden seien, weist dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" darauf hin, daß künftig für N chtkaufleute zumeist die Be­stimmungen des CivilgesetzbucheS an die Stelle des Handels- gesetzuches Irrten sollen. JmUebrigen handele es sich nicht um eine abschließende Feststellung des Entwurfes, vielmehr er­mögliche die erfolgende Veröffentlichung desselben allen Be- theiligtcn, also auch der Landwirthschaft, die Geltendmachung ihrer Ausstellungen.

Berlin, 21. November. Nach dem vom Bundesrathe ge­nehmigten Entwurf einer Abänderung des Gesetzes über die Erwerbs- und Wirthschaftsgenossenschafteu sollen Consumvereine im regelmäßigen Geschäftsverkehr Waaren nur an ihre Mitglieder oder deren Vertreter verkaufen dürfen. Auf landwirthschaftliche Consumvereine, die ohne Haltung eines offenen LadenS die Vermittelung von rein landwirthschastlichen Waaren vielfach nur nach vorgängiger Umfrage bei ihren Mitgliedern besorgen, findet diese Be­schränkung keine Anwendung. Um dieser Bestimmung den Erfolg zu sichern, sind Verkäufer, die wissentlich Waaren an Ntchtmitglieder verkaufen, ferner Mitglieder von Consum- veretnen, die ihre Legitimation einem Dritten zur Entnahme von Waaren überlassen, sowie solche Personen, die sich der Legitimation eines Mitgliedes zu diesem Zweck bebt neu, mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bedroht. Hebet die Art der Legitimation soll der Vorstand der Conlumvereine eine An­weisung erlassen, die auf Erfordern der höheren Verwaltung« behörde abschriftlich mitzutheilen ist. Diese Behörde soll befugt sein, die Vorstandsmitglieder zur Einreichung oder Abänderung der Anweisung durch Geldstrafe bis zu 300 Mark anzuhalten. Gegen diese Straffestsetzungen findet Beschwerde an die LandeScentralbehörde statt.

Petersburg, 21. November. Gestern wurde in Gegen­wart des deutschen Botschafters Fürsten Radolin, sowie zahl­reicher Geistlicher und Aerzte aller großen Anstalten die Entbindungsanstalt der evangelischen Gemeinden von Petersburg eingeweiht, die ihre Gründung der An­regung des Vicepräfidenten des GeueralconsistoriumS, Pastor Freiseld und deS Oberarztes Dr. Tiedemann verdankt. Zu der Feier waren zahlreiche G ückwunschtelegramme, darunter auch solche vom Finanzminister Witte und dem Verweser des Ministeriums des Innern Gorewyk'n, sowie dem Präsidenten des Generalconfistoriums, Baron U xküll, eivgegangen. Die Anstalt ist zunächst für 400 Plätze eingerichtet. Mit der Zeit hofft man dieselbe noch wesentlich vergrößern, eine gynäkologische Abtheilung, eine Hebammeuschuie und eine Ammenanstalt einrichten zu können. Das Stadthaupt von

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rubr. Gemarkung, nämlich:

1. daS Einnahme- Verzeichniß über zuviel

vringerlohn.

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Schloß Rumpenheim (bei Offenbach a. M-), 21. November. Der Kaiser ist heute Morgen 8% Uhr mittelst Sonderzug zur Feier beß Geburtstages der Kaiserin Friedrich, welche hier zum Besuche ihrer Tochter weilt, eingetroffen. Die Abfahrt erfolgt heute Abend 91/» Uhr von der Station Mülheim ab.

Berlin, 21. November. Der Kaiser wird sich heute Abend von Schloß Rumpenheim direct zur Abhaltung von Hofjagden nach der Göhrde begeben.

Berlin, 21. November. Die Berliner Zimmerer haben in einer Versammlung bcschloffen, zum Zwecke der Er­langung der neunstündigen Arbeitszeit im Frühjahr in einen Strike etnzutreten.

Berlin, 21. November. Die hiesige türkische Bot­schaft verbreitet folgende Mitthcilung: Die über den angeblich schlechten Gesundheitszustand des Sultans in den letzten Tagen verbreiteten Alarm-Nachrichten veranlaßten die ottomaniiche Botschaft zu Berlin, diesbezügliche Erkundigungen einzuziehen. Es ergab sich, baß diese Gerüchte jeder Begründung entbehren und scheint es sich um böswillige Ausstreuungen von inter- essirter Seite zu handeln.

Berlin, 2l. November. Im Reichs-Justizamt hat heute Vormittag die aus Juristen und Männern der Kauf- mannschast der gewerblichen Praxis zusammengesetzte Conferenz über die Reformen des Handelsgesetzbuchs in Anwesenheit vieler Regierungsvertreter unter dem Borfitz beß Staats- secretärs Dr. Nieberbing bie Arbeiten behufs Begutachtung des im RetchS-Justizamt ausgearbetteten Entwurfs eines neuen HanbelSgesehbucheS begonnen.

Berlin, 21. November. DieKreuzztg." spricht sich in einem längeren Artikel gegen bie vierten Bataillone auS und plaibirt für Umwandlung derselben in Ganz- Bata'llone.

Frankfurt a. M, 21. November. Heute Vormittag 11 Uhr fand die feierliche Enthüllung des auf dem ehe­maligen Hühnermarkt errichteten Friedrich-Stoltzc- Denkmals statt. Dr. Heinrich Rößler feierte den großen Sohn Frankfurts in schwungvoller Rede und übergab das Denkmal der Stadt, in deren Namen Oberbürgermeister Adickes dankte und allzeitige Obhut versprach. Im Namen der Familie deS verstorbenen Dichters dankte dessen Schwieger­sohn, Redacteur Franz Schreiber und ermahnte die junge Generation im Anblick des Denkmals, stets im Sinne des Heimgegangenen für bie Freiheit etnzutreten. Der Festact wurde durch Musik unb Gesangsvorträge eingeleitet und be­schlossen.

Trier, 21. November. Infolge des hochgehenben Wasser- stanbes schlug an der hiesigen Brücke ein schwer be­ladener Kahn um, wobei fünf Personen inS Wasser fielen. Vier derselben konnten fich retten, während eine ertrank.

Rom, 21. November. Wie verlautet, hat bie italienische Regierung ben Vorschlag gewacht, baß bie vereinigten prac- tischen Maßregeln zur Verhütung weiterer Ver­wickelungen ber Botschafter in Konstantinopel auf Grund gleichlautender Instructionen getroffen werden.

Antwerpen, 21. November. Hier ist baß Gerücht ver­breitet, baß an der französischen Küste ein englischer

Deutsches Reich.

Berlin, 21. November. Je näher ber Zeitpunkt beß Wiederbeginns ber R e i ch S t a gs a r b eite n heran- rückt, desto eifriger werben von ben verfchtebenen Regierungs­stellen die Vorbereitungen für die kommende Winter­tagung des ReichsparlamcntS getroffen. Spectell im BundcSrathe gehen immer neue Vorlagen ein; so ist jetzt der genannten maßgebenden Versammlung der Entwurf eines anderweitigen Zuckerfteucrgesetzes unterbreitet worden, aller- ding» kann man über den Inhalt desselben zunächst nur Dermuthungen hegen. WaS die Gestaltung de» künftigen Reichs- hauShaltSetatS anbelangt, eine für die weitesten BevölkerungS- kreise ja wichtige Frage, so gewähren freilich die bruchstück­weise erfolgten Veröffentlichungen beß hauptsächlichsten In­halts ber vom Bundesrathe bislang sertiggeftelllen Emzel- etatS noch keine sichere Grundlage für die Beunheilung des neuen Etats. Indessen giebt sich in ber TageSpresse boch bereits die Anschauung kund, baß bie Finanzwirthschaft beß Reiches tm nächsten ReichShauShaltsenrivurf doch ein wesent­lich günsttgereS Bild gewähren dürfte, als bieß in ben letzten Jahren ber Fall war, welche Meinung hoffentlich auch ihre Bestätigung burch die Z ffern beß neuen Etats erfahren wird. Dagegen verlautet schon jetzt hinsichtlich beS preußischen Etats für 18 96/97, baß berfelbe vermuthlich einen Fehlbetrag von über 20 Millionen Mark aufroetfen werbe, hie unb ba munkelt man sogar von einem wahrscheinlichen Deficit von 25 Millionen Mark.

AlS ein Gemisch vonWahrheit unb Dichtung find wohl die auf getauchten abermaligen Ministercrifen- gerüchte zu bezeichnen. Daß es in den Berliner Regierungs- kreisen an gewissen Meinungsverschiedenheiten in dieser unb jener Frage nicht fehlt, ist kaum zu bezweifeln, aber biese Differenzen, wie fie z. B. in ber Frage einer Reform der Militärstrasproceßordnung bestehen sollen, treiben schwerlich einer Minister- und sogar ReichskanzlercrisiS entgegen, wie solches von Sensationsgerüchten behauptet wird. Auch zwischen dem Reichsamte beß Innern unb bem Reichs- verficherungsamte giebt es ja schon seit längerer Zeit MeinungS- verschiebenheiten, die erst jüngst wieder bet den Conferenz. Verhandlungen über die geplante Revision der Arbeiter- gesetzgebung hervorgetreten find. Doch wird jetzt versichert, daß hierbei ebenfalls stark übertrieben worden ist und daß die sensationellen ZeitungSmelbungen über die gegenwärtige Beurlaubung beß Präsidenten des ReichsverficheruugSamteS, Dr. Dödiker, jeder Begründung entbehren.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Corresponbenr-Bureau.

Berlin, 21. November. Der BnnbeSrath stimmte

erhalten haben-

Einnahme-Verzeichniß über bie von ber Gemcinbe

Garbenteich zu stellenben halben Gemarkungsgrenzwege Äon Vormittags 10 bis 12 Uhr unb Nachmittags von 2 btß 4 Uhr auf bem Rathhause zu Steinbach zur Einsicht ber

Gelänbe im ersten BereinigungSfelbe - baß zweite GelbauSgleichungsverzeichniß empfangenes Gelänbe im zweiten BereinigungSfelbe - baß zweite GelbauSgleichungsverzeichniß über zuwenig empfangenes Gelänbe im zweiten BereinigungSfelbe - daß Einnahme-Verzeichniß über Pachtentschäbigung pro 1894 für blejenigen Grunbbefitzer, welche bet ber Zu- theilung im zweiten BereinigungSfelbe Gelänbe zuviel

.... AuSschußantrage zu bem Gesetzentwürfe zur Be­kämpfung beß unlauteren Wettbewerbs zu, ebenso dem AuSschußantrage zu bem Gesetzentwürfe, betreffenb Ab- änberung des Gesetzes über die Erwerbs- unb Wirth - schaftSgenossenschaften vom 1. Mai 1889.

Berlin, 21. November. Das Actionscomitö deS

Rittet b. SchulstraM. Mtifturoeü

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Bekanntmachung, betreffend die Feldbereinigung in der Gemarkung Steinbach bet Gießen.

In der Zeit vom 25. November bis 1. De- cember 1895 liegen die GeldauSgletchungSverzetchniffe von

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