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Die Gießener
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Neueste Nachrichten.
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Berlin, 21. October. Heute Vormittag 10 Uhr fand die feierliche Einweihung der Kaiser-Friedrich- Gedächtnißkirche in Anwesenheit deS Kaiserpaares, der vier ältesten kaiserlichen Prinzen, der Prinzen und Prin- zesfinuen deS Königshauses, sowie der hier weilenden Fürstlichkeiten statt.
Berlin, 21. October. Berlin besaß bisher nur ein öffentliches Denkmal einer fürstlichen Dame, in dem der Königin Luise im Thiergarten. Heute ist in dem Denkmal der Kaiserin Augusta ein zweites hinzugekommen. ES ist auf dem großen schönen Platze, der sich zwischen Opernhaus und dem Palais auSdehnt, in dem sie mit ihrem Gemahl so viele Jahre gelebt hat, errichtet und macht in seiner Einfachheit und Anmuth der Formen einen anziehenden, edlen Eindruck. Das Denkmal ist ein Werk von Pcoseffor Fritz Schaper. Die Kaiserin ist fitzend dargestellt und ruht auf einem Sessel- mit einer Wendung des charakteristisch ausgeprägten Kopfes nach links schaut die Kaiserin zum PalaiS. Mit der Rechten hat die Dargestellte den vom Haupte wallenden Schleier, auf dem das Diadem ruht, über der Brust zusammengefaßt, während die Linke, eine Urkunde haltend, ruhig auf dem Schooße liegt. Echt monumental ist der Eindruck. Marmorreltefs, die auf daS barmherzige Wirken der Kaiserin Hinweisen, zieren die beiden Breitseiten deS aus schön geadertem, hellbraunem Marmor gearbeiteten, in seinem Barockstil gehaltenen Postaments, das sich aus mehreren Stufen erhebt. Vorn an der bogenförmig gestalteten Schmalseite prangt in eingemeißelten Goldlettern unter Lorbeer und Kaiserkrone die Inschrift: „Der Kaiserin und Königin Augusta in Liebe und Ehrfurcht das dankbare deutsche Volk 1895." Die Enthüllung des Denkmals ging heute Vormittag in üblicher Weise in Anwesenheit des Kaiserpaares vor sich. Unter der Menge der Geladenen befanden sich die Diplomaten, Generale, Minister, die Vertreter ber Stadt, hohe Staatsbeamte, der Rector und die Decane der Universität und zahlreiche Damen, unter ihnen manche, die einst dem Hofstaate der verstorbenen Kaiserin angehört haben. Stark war auch die Geistlichkeit vertreten. Neben dem katholischen Fürstbischof Kopp war der Rabbiner Dr. Maybaum erschienen. Die zur Enthüllungsfeier be
fohlenen Truppen, ein combinrtcö, kriegsstarkes Bataillon des Königin Augusta-RegimentS Nr. 4, deffen Chef die verstorbene Kaiserin gewesen, batte auf dem Platz vor der Universität mit der Front nach dem DenkmalSplatz, den rechten Flügel am Denkmal Friedrichs des Großen, in langer Front Ausstellung genommen. Um 12 Uhr erschien der Kaiser und die Kaiserin. Ein von Blasinstrumenten begleiteter Gesang des DomchorS eröffnete die Feier- dann hielt der Vorsitzende deS DenkmalcomiteS, Dr. Stryck, die Gedächtnißrede, in der er ein Lebensbild der Kaiserin entwarf und ihre Thätigkeit im Dienste der Charitas schilderte, worauf die Hülle deS Denkmals fiel. Mit dem Gesang zweier Verse deS Liedes: „Ich weiß, an wen ich glaube", erhielt die Feier ihren Abschluß.
Berlin, 21. October. Der Panzer „Württemberg" ist im Kleinen Belt bet Stenroe aus Untiefen festgekommen. Die Werft Kiel sendet Prähme und Schlepper. Ein baldiges Freikommen des Schiffes ist zu erwarten.
Wien, 21. October. Das „Vaterland" veröffentlicht das Antwortschreiben deS Papstes auf die Adresse der österreichischen Bischöfe anläßlich der Feier vom 20. September d. I. In dem Schreiben hebt der Papst hervor, daß eS anläßlich dieser Feier sich von Neuem gezeigt habe, daß die Ergebenheit der Völker dem römischen Pontificate gegenüber groß sei und daß über die reclamirten Rechte des heiligen Stuhles unter den Katholiken volle Uebereinstimmung herrsche. Ferner heißt es in dem Schreiben, daß die Verbindung und Uebereinstimmung mit dem römischen Pontificat ein großes Princip des Heils lei und heute von besonderer Wichtigkeit, wo der päpstliche Stuhl einen so heftigen Sturm seiner Feinde erleide.
Budapest, 20. October. Der Finanz-Ausschuß nahm nach eingehenden Erklärungen des Handelsministers Daniel den Voranschlag deS Handelsministeriums an und genehmigte alsdann daS Budget der LandeSvertheidiguug. Freiherr v. Fejervary erklärte im Laufe der Debatte, die Mehrausgaben hingen keineswegs mit angeblich wahrnehmbaren Mängeln der Landwehr zusammen, sondern dienten der Weiterentwlckelung derselben. Die Gerüchte, daß sich anläßlich der Manöver bei der Landwehr wesentliche Mängel gezeigt hätten, seien gänzlich unbegründet. Die ungarische Landwehr habe ebenso die Anerkennung des Kaisers gesunden, wie daS gemeinsame Heer und die österreichische Landwehr.
Madrid, 20. October. Aus Havanna wird gemeldet,
daß eine Abtheilung deS Generals Oliven in der Provinz RemedioS 600 Ausständische geschlagen hat. Letztere hatten 30 Tobte und zahlreiche Verwundete- die Spanier hatten drei Verwundete.
Devrsche» deS Bureau .Herold".
Berlin, 21. October. Anläßlich der Enthüllungsfeier des Kaiserin-Augusta-DenkmalS, welches auf dem Platze zwischen dem königlichen Opernhause und dem PalaiS weiland Kaiser Wilhelm I. errichtet ist, hatten die umliegenden Gebäude reichen Flaggenschmuck angelegt. Der Platz selbst war durch Fahnen und Masten, sowie durch Baumschmuck festlich decorirt. Zur Feier war daS Königin- Augusta-Garde-Regiment mit vier Fahnen und der Regiments- musik befohlen worden. Ferner waren zahlreiche Offiziere, Staatswürdenträger, Vertreter der Stadt und Deputationen derjenigen gemeinnützigen und WohlthätigkeitS-Anftalten erschienen, deren Protettorat die verewigte Kaiserin Augusta übernommen. Um 12 Uhr 5 Mtn. erschien im offenen Wagen daS Kaiserpaar, Prinz und Prinzessin Heinrich, sowie die kaiserlichen Prinzen, von Garde-Ulanen eScortirt. Die allerhöchsten Herrschaften kamen direct von der Einweihung-- feier der Kaiser Friedrich-Gedächtnißkirckie, die um 10 Uhr im Thiergarten erfolgte. Beim Eintreffen derselben spielte die Regimentscapelle den Präsentirmarsch und darnach daS Bläser-Chor einen Choral. Nachdem der Kaiser die Front abgeschrttten hatte, hielt der Vorsitzende deS Denkmal ComitvS, Dr. Stryck, eine kurze Ansprache, worauf auf Befehl des Kaisers die Hülle des Denkmals fiel. Darnach spielte abermals die RegimentScapelle und das Bläser Chor. Oberbürgermeister Zelle brachte daS Hoch auf den Kaiser aus. Während der darauffolgenden Besichtigung des Denkmals sprach der Kaiser verschiedene Comitämitglieder an. Nach weiteren Gesängen und dem Parademarsche der Truppen fuhren sodann die Majestäten unter Escorte der Garde- Ulanen nach dem Potsdamer Bahnhofe, von wo fie sich nach PotStam zurückbegaben.
Berlin, 21. October. Nach der Ansprache deS Comttö- Mitgliedes Dr. Stryck bei der heutigen Enthüllung deS Kaiserin Augusta-DenkmalS entbot der Kaiser die Offiziere zu sich und hielt eine Ansprache, in welcher er auf daS (St* dächtniß für die Kaiserin Augusta h>nwieS und u. A. betonte, daß er vor Kurzem das Denkmal deS Regiments in St. Privat zu sehen Gelegenheit gehabt habe.
Feuilleton.
Her einzige Gerettete!
Ein Schiffbruchsabenteuer.
(Schluß.)
Als ich aus diesem Zustande erwachte, war es schon ziemlich hell geworden, sodaß ich meine nähere Umgebung genügend zu erkennen vermochte. Die Situation, in der ich mich sah, war allerdings zum Verzweifeln, hinter mir stieg eine steile Felswand, die mindestens 200 Fuß hoch fein mochte, empor, vor mir aber donnerte die schäumende See, in deren Wirbel verschiedene Trümmer, die zweifellos vom Schiffbruche des Lord Pembroke heriührten, auf und nieder trieben. Aufmerksam spähte ich, begünstigt durch daS volle Erwachen deS TageS, über die erregte Wafferfläche hin, vielleicht trieben dort hilfesuchend noch ein paar andere lieber- lebende des untergegangenen Schiffes. Schon wollte ich einen freudigen, ermunternden Ruf ausstoßen, als in der Entfernung von etwa 40 Schritt von meinem Standort eine hohe Gestalt, von einem Schwimmgürtel gehalten, auftauchte, aber Entsetzen faßte mich im nächsten Augenblick, denn eine ungestüme Woge drehte jetzt die Gestalt so, daß ich ihr voll inS Gesicht schauen konnte — ich blickte in ein starres Todten- antlitz, daS des jungen Baronet». Aber immer unheimlicher wurde die Scenerie, es schwammen die Leichen der beiden Töchter des Geistlichen, dicht mit den Armen sich umschlungen haltend, sowie nahe bei ihnen daS tobte Offiziersknäblein heran- mit einiger Anstrengung ward es mir mögltch, alle drei Körper zu bergen, doch riß sie später die wiederkehrende Fluth in die Tiefe zurück.
Von einem anderen Ueberlebenden des „Lord Pembroke" vermochte ich nichts mehr zu erspähen und so mußte ich mir btnn sagen, daß ich der einzige Gerettete unter den circa 130 Menschen sei, die das Schiff an Bord gehabt hatte. Alber durfte ich mich denn auch wirklich als gerettet betrachten? Dem Wellengrabe war ich zwar durch eine Fügung der Vor- sehung entriffen worden, vielleicht war mir indessen jetzt das
weit schlimmere LooS des Verschmachtens beschieden. Vom Lande, also vom Rande der sich über mir erhebenden Klippe aus, konnte ich unmöglich wahrgenommen werden, denn hierzu hing die oberste Partie der Felswand viel zu sehr vornüber, nur von Bord eines vorübersegelnden Schiffes aus vermochte mau mich zu bemerken. Aber erstlich kamen an dieser gefährlichen Stelle Schiffe wohl nur selten vorüber und dann hätte man mir bet der furchtbaren Brandung doch keinen Beistand leisten können, ich schien also auf jeden Fall verloren zu sein.
Diese Reflexionen stimmten mich natürlich ungemein traurig und ich überlegte schon, ob eS unter solchen Verhältnissen nicht besser wäre, wenn ich mich freiwillig wieder in daS Meer vor meinen Füßen stürzte, um so einer tagelangen Qual durch einen raschen Sprung zuvorzukommen. Aber wie der Ertrinkende an einen Strohhalm, so klammerte ich mich an die leise Hoffnung, eS könne mir doch noch irgend ein glücklicher Zufall in meiner verzweifelten Situation zu Hilfe kommen und ich beschloß daher, frischen Muth zu fassen und auf meinem anscheinend verlorenen Posten auSzu- harren.
Aber wie bleiern stossen die Stunden dahin und wie öde war das Alles rings um mich, wenn ich von dem fortwährenden Donnergeräusch, der gegen die Klippen der Gop- schlucht brandenden Wogen und dem Gekrächz der sich auf und ab tummelnden Strandvögel absah! Dabet begannen sich Hunger und Durst in mir mächtig zu regen, namentlich peinigte mich letzteres Gefühl je mehr die heiße australische Sonne in die Höhe stieg. Etwas MooS, das an dem FelS- block, in dessen dürftigen Schatten ich lehnte, hinkletterte, mußte dazu dienen, durch die an seinen zarten Wurzeln haftende feuchte Erde das Durstgefühl wenigstens in etwas zu unterdrücken, während ein halber Schiffszwieback, der sich in meiner Rocktasche vorsand und von dem tch ein Stück abbrach, zur Beschwichtigung deS ärgsten Hungers diente. Allmälig wurde tch müde, unö tch schlief trotz aller schweren Sorgen ein, um erst gegen Abend wieder aufzuwachen. Aber es folgte eine fürchterliche Nacht für mich, die ein zweiter trauriger Tag ablöste.
Unbarmherzig glühte die Sonne auf mich herab, die erst, wenn fie ihren höchsten Tagesstand überschritten hatte, mir wieder außer Sicht kam, und ich mußte alle Qualea eines verzehrenden Durstes erdulden. Das AuSsaugen der feuchten Mooserde wollte gar nichts mehr helfen und auch das Waschen von Gesicht und Nacken m*t dem salzigen Meeres- wasser, welches Linderungsmittel ich jetzt versuchte, brachte mir keine Erleichterung. Hunger verspürte tch dagegen gar nicht mehr. Mit fiebernden Pulsen lehnte ich an dem FelS- block und starrte auf daS Meer hinaus. Da — was war d«S? Ein Segelschiff erschien in meinem Gesichtskreis und tanzte auf den kurzen Wellen näher und näher, ein Anblick, der mir neues Leben durch die Adern goß- in wahnsinniger Haft sprang ich auf, warf meine Oberkleider ab und zog ebenso daS unentbehrlichste Kleidungsstück aus, dasselbe mit allen Kräften als Zeichen für das Schiff schwenkend. Aber kein Gegenzeichen ward mir, daß man mich ebenfalls bemerkt hatte, schweigend zog daS Fahrzeug weiter und entschwand bald meinen Augen, indeß ich mich in wilder Verzweiflung niederwarf und stöhnend das schmerzende Haupt an dem rauhen FelSboden barg!
Die zweite Nacht meiner schrecklichen Gefangenschaft an der Küste Australiens brach herein, doch ich will übergehen, waS ich an seelischen und körperlichen Qualen während dieser furchtbaren Stunden erduldet habe! Mit völliger Apathie sah ich dem nächsten Tage ins Angesicht und wenn tch noch eine Hoffnung hatte, so war es nur die, daß er mich von meinen Leiden durch den Tod erlösen würde. Darum machte eS auch gar keinen Eindruck auf mich, als abermals ein Schiff austauchte, ich war überzeugt, daß man auf demselben ebensowenig meiner achten würde, wie auf dem Fahrzeuge, das vorher vorübergezogen war. Dennoch hafteten meine Blicke unwillkürlich an dem Schiffe, es war erheblich größer als die gewöhnlichen Segelschiffe und schien mir seiner ganzen Bauart nach überhaupt ein Kriegsschiff zu sein. Diese Ver- muthung fand ihre plötzliche Bestätigung durch einen Kanonenschuß, der von dem Schiffe her ertönte und welchem rasch noch zwei gleiche Schüsse nachsolgten, und wie electrifirt sprang tch von dem Boden auf, obwohl ich mich soeben noch


