Ausgabe 
22.5.1895 Zweites Blatt
 
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ter Justiz vom 9. Mai 1895 zu Är. «. I. 13241 ver- ordnet, wie folgt:

§ r.

Wer Stiel ober Grund aul der Lahn innerhalb der Gemarkung Gießen entnehmen will, har hiervon mindestens eine Woche vorher Großherzoglichem Polizeiamt Gießen die Anzeige zu wachen, damit bestimmt werden kann, ob und an welchen Stellen, für wie lange und unter welchen Be­dingungen Kies oder Grund aas dem Lahnbette entnommen werden darf.

§ 2.

Unterlassung der in § 1 bestimmten Anzeige uud Zu« Widerhandlungen gegen die von Großherzoglichem Polizeiamt Gießen in Gemäßheit deS § 1 erlassenen Anordnungen werden in jedem einzelnen Falle mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mk. bestraft.

Gießen, den 16. Mai 1895.

GroßherzoglicheS Polizei amt Gießen.

I. v-:

Wolff, Regierungsassessor.

CocaUs mit proohtjWU»

R Reichelsheim i. b W., 19. Mai. Die Commission für Bouitirung and Consolidirung der hiefigen Ge- markung ist feit mehreren Tagen an der Arbeit gewesen und wird letztere in nächster Woche fortsetzen. Die Arbeiten werden mit allen Kräften gefördert, weil der Bahnbau im : Laufe des Sommers beginnt. Auf der Linie Beienheim- Hungen ist man uns doch um eine Pferdelänge oder mehr vorgekommen. Die Festlichkeit, welche zur Feier des goldenen Jubiläums unseres Gesangvereins gefeiert werden soll, wird voraussichtlich zwei Tage dauern uud soll Mitte Juli stattfinden. Da sämmtliche Gesangvereine des WetteraugaueS" Einladungen erhalten, ist anzunehmen, daß j on die dreißig Vereine erscheinen werden. In unserem 5 Horloffthale wird es demnach auch im kommenden Sommer nicht an Festivitäten fehlen, mit denen Echzell durch ein großes KriegervereinSsest kurz nach Pfingsten den An- : fang macht. Die Vorarbeiten für daS Jubiläum haben be- ' reits begonnen. Die abgelaufene Woche brachte uuS viele j Abwechselung durch Versammlungen undVorträe übger Garten- > bau, Molkerei, Consolidirung und Jubiläum.

E. Echzell, 18. Mai. Fünfundzwanzig Jahre sind nahezu vorüber, seit das geeinte brutsche Volk den Erbfeind von den westlichen Grenzen zurückfchlug uud ihm die Möglich- feit benahm, jeden Augenblick bei unS eiuzubrechen. Be­kanntlich will das deutsche Volk, insbesondere auch die Krieg er vereine, den Ablauf deS vierteljahrhunderts in würdiger Weise feiern. Bei uns soll dieS schon am ersten Sonntage nach Pfingsten geschehen- anßerdem wollen sich unsere Vereine auch an der allgemeinen Feier im Monate August beteiligen. ES ist ein achtes Volksfest geplant, welches den Bewohnern der mittleren Wetterau und bei westlichen VogelSbergeS Gelegenheit geben wird, feinen Freuuben unb Bekannten zu begegnen, unb sich mit ihnen an die große Zeit zu erinnern, die nun schon seit einem viertel- jahrbunbert bem Meer der Ewigkeit zugeeilt ist.

n. Bon der Nidda. 18. Mai. Die bekannte Kälte« Periode im Mai hat sich auch diese! Jahr wieder ein­gestellt- und wenn auch daS Thermometer nicht unter den Nullpunkt sank, so fitzen wir doch seit zwei Tagen um den warmen Ofen. Mit reichlichem Regen trat der Rückgang der Temperatur em. Die Pflanzen haben sich sehr gut ent« wickelt. Korn hat bereit! eine Länge von 1,25 Meter. Die früh gesäte Sommerfrucht steht sehr schön, die spät gesäte geht sehr gleichmäßig auf. Frühkartoffeln und Zuckerrüben kommen ebenfall! sehr schön au! der Erde. Eine eigeuthüm- liche Erscheinung konnte man in den letzten Tagen an unseren Obstbäumen wahrnehmen. An jungen Stämmchen unb einzelnen Heften an großen Bäumen, darunter vorjährige Veredelungen, die bereit! grün waren, werden die Blätter plötzlich bürt unb der Baum ober Ast zeigt deutlich die Spuren be! Absterben!. Man glaubte die! zuerst auf Trockenheit im Boden zurückführen zu muffen, allein an- gestellte Versuche zeigten, daß der Boden schon in geringer Tiefe noch hinreichend Feuchtigkeit besaß. Man hat noch keine Erklärung für jene Erscheinung gefunden. (Dieselbe wird auch in hiesiger Gegend beobachtet und zwar an recht großen Bäumen, an denen sämmtliche Blätter zu welken be­ginnen. Red.)

§ Som höhere» Bogelsberg, 18. Mai. Nachdem seit vorgestern kalte! Wetter mit Regen eingetreten, liegt heute Morgen der Schnee durchschnittlich 1 Fuß hoch. Schnee und Regen fielen den ganzen Tag über. Da! Gra! in besseren Lagen, welches 1% dis 2 Fuß lang ist, ist durch

den Schnee gänzlich niedergedrückt, ebenso die Roggen- und »eizevsaar. Die Fluren, welche kürzlich noch in prächtige» Frühltuglgewoude fich zeigten, gleichen heme einer Winter- londschaft, durch welche fich nur da! junge Grün der Bäume und Dträucher hervorwagt. Das Thermometer staub ans dem Gefrierpunkt. Bei Hercheuhaiu herrscht furcht­bares Schneegestöber, so baß der Schnee an geschützte» Stellen mitunter 1 Meter hoch liegt; an den Häuser», resp. Dächern hängen Eiszapfen.

Darmstadt. 18. Mai. Ein Student hiefiger Hochschale schickte vor einiger Zeit an das japanische Kriegsministerinm eine Karte mit den besten Glückwünschen für bte ruhmreichen Siege der Japaner über die Chinesen. Gestern Morgen nun erhielt der betreffende Herr eine von dem Ches des japanischen Kriegsministeriums eigenhändig aulgefertigte Postkarte zugestellt, in welcher derselbe fich für die übersandte» Glückwünsche bedankt.

Rodheim ». d. h, 16. Mai. Gestern Abend wurde hier der Simon Scheuer von hier, Sohn des Warben Scheuer, 21 Jahre alt, auf offener Straße erstochen. Die heme erfolgte Section der Leiche ergab 12 Stichwunde» a» derselben. Der Tod war sofort eingetreten. Als Th ater wird Karl Will bezeichnet, der fich unmittelbar nach der That nach Homburg v. d. H. geflüchtet, fich aber der dortige» Polizei gestellt hatte. Derselbe wurde in Hast genommen und ist geständig. Die That wurde ohne Augenzeugen aus- geführt. Heber da! Motiv der That giebt der Thäter keine Auskunft. Scheuer unb Will waren intime Freunbe und ist hier nicht bekannt, daß dieselben jemals Streit mit einander gehabt hätten. Der Thäter macht den Eindruck eines BeisteA« kranken. D. Ztg.

Mainz. 17. Mai. Den vor einigen Tagen zu einer 14tägigen Hebung emgezogeueu Referviften wurde von ihren Vorgesetzten die Mittheilung, daß eS ihnen streng Der» boten fei, Zeitschriften ober Tagesblätter foctaltstischen Inhalte» in die Kasernen zu verbringen, selbst nicht als Einschlagpapier für LebenSmtttel u., jede Zuwiderhandlung gegen dieses Verbot würde mit Militärarreft bestraft werden. Der Soldat müsse van alle dem Kenntniß haben, was er m die Kaserne mitbringe, eine AuSrede, daß er van dem Inhalt eines Papiers keine Kenntniß gehabt habe, könne nicht all Entschuldigungsgrund dienen.

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