Ausgabe 
22.5.1895 Erstes Blatt
 
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CocaU» nnö ^ovinzieller.

(ssietzen, den 21. Mai 1895.

trneninngen. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädtgft geruht, den Hauptsteueramt»- rendanren bet dem Hauptsteueramte Gießen Johannes Dern in gleicher Dieusteigenschaft an da- Hauptsteueramt Darmstadt zu versetzen und den Hauptsteueramt-coutrolleur bet dem Hauptfteueramte Gießen Friedrich Henckel zu« Hauptsteuer, amtörendauten bei diesem Amte zu ernennen.

e «18 Amme für die kleine Prinzessin Elisabeth wurde ein bildhübsches Mädchen aus Nieder-Ofleiden engagtrt, und hat sich dieselbe bereits nach Darmstadt begeben.

Theater Leretu. Am Montag den 27. Mai wird von ersten Kräften des Kölner Stadttheaters ein Gastspiel hier abgehalteu werden. Das Kölner Ensemble hat tm Laufe de- Mai in Marburg eine Reche von Gast« spielen mit geradezu sensationellem Erfolge absolvirt und haben sich einige Herren de» Vorstandes des Theater Vereins persönlich von der Vorzüglichkeit der Leistungen überzeugt. Der Gesammtvorstand hat e» deßhalb für seine Pflicht ge­halten, eine solche Künstlerschaar, auf die man auch später zählen darf, zu einem Gastspiel etnzuladeu. Zu den hervor« ragendsten Darstellungen gehört SudermannsHetmath", welches Schauspiel auch aus diesem Grunde gewählt worden ist. Eine EtuladuugSliste ctrcultrt bet den Mttgltedern, ebenso nimmt Herr Challier Vormerkungen auf Plätze entgegen.

* nn. Der EentralauSschnß der Dentsch-Oesterreichtschen Alpenvereine hat sich nunmehr entschlossen, um auch der studirenden Jugend die Schönheiten der Alpenländer zugäng­lich zu machen, sogen. Studenten-Herbergen einzurichten, in welchen Studirende sämmtltcher Deutscher und Oester- reichischer Hochschulen u. s. w. in Gast- und UnterkunftS- häusern der Alpenländer Wohnung, Frühstück und Abendessen erhalten werden. Der zu zahlende Betrag ist für die Leistungen ein äußerst mäßiger, denn er beträgt pro Tag und Person nur 50 bis 80 Kreuzer. Hoffentlich werden die Studirenden von dieser Vergünstigung ausgiebigen Gebrauch machen.

Turnerische». Eine gewisse Vorfreude wurde unS zu Theil, als wir der freundlichen Einladung des Gießener Turnvereins folgten und am Sonntag die geräumige Turnhalle deS Vereins betraten. Zum Anturnen, wie es der Verein tm Frühjahr immer veranstaltet, waren diesmal wohl in Anbetracht des nahe bevorstehenden KretSfesteS die fämmtlichen Mitglieder der Festausschüsse geladen und auch vielseitig der Einladung gefolgt, um sich die turnerische Thätigkeit diese» Vereins auzusehen. Pünktlich und zahlreich traten die Turner an, unS Gästen die einzelnen Uebungen vorzuführen. Nach einem gelungenen Aufmarsch und gut durchgeführten Freiübungen, sowie einem allgemeinen Riegen­turnen wurden unS die zum KreiSfefte zu stellenden Muster- rtegen vorgeführt, im Anschluß daran fand ein Schul- und Schaufechten statt und war es eine Freude zu sehen, wie alle Uebungen mit Fleiß und Gewissenhaftigkeit durchgeführt wurden, dem Zuschauer ein Bild entrollend von dem ernsten Streben des Vereins, seiner Pflicht als Turnverein in allen Zweigen gerecht zu werden. Ein Abends von der Damen- rtege des Vereins gut auSgeführter Reigen regte in uns die Erwartung an, auch das Damenturnen beim KreiSfefte ver­treten zu sehen. Möchte der Verein so immer wetterstreben und wie dies stets früher geschehen, bei bevorstehendem KreiS- feste die Turneret in Gießen in hervorragender Weise zur Geltung bringen.Gut Heil"!

* * Znr Beruhigung Mit Bezug auf die gestrige Meldung über den AuSbruch der Rotzkrankhett unter den Pferden der Gießener OmuibuS-Gesellschaft können wir mit­theilen, daß nach thierärztlicher Aussage eine Gefahr der Ansteckung des Rindviehes völlig ausgeschlossen ist. ES kann sonach Rindvieh in den Stallungen an der Marburger» straße (Jughardt rc.) ohne Bedenken eingestellt werden.

Fahrtvergünstiguug. Der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten hat bestimmt, daß Veteranen auS den Feldzügen 1870/71, die bet der Reise zu den Jubelfesten auf den preußischen Staatsbahnen die dritte Klasse der D-Züge benutzen, die Zahlung der tarifmäßigen Platzkartengebühr zu erlassen ist.

- h. Ruddiugshauseu. 17. Mai. Bei der heute dahier stattgehabten Bürg erweist erwähl wurde der seitherige Beigeordnete Heinrich Braun einstimmig mit 88 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. ES ist dieses Resultat mit Freuden zu begrüßen, da nach mehr denn 12jährigem Partei« hader der Wahlfriede zwischen den Einwohnern hierdurch her- gestellt ist.

vad.Rauhet«. 19. Mai. DaS zur Erbauung einer Schmalspurbahn Braunfels Bad - Nauheim zusammengetretene Localcomito wählte die Herren Medicinalrath Dr. Grödel, Bürgermeister Wörner und Postmeister Foukar von hier als geschästSsührenden Ausschuß. Zu Pfingsten werden die gesummten Ausschußmitglieder von Braunfels UsingenBad-Nauheim in Ufingen zu einer Sitzung zusammen­treten. D. Ztg.

O Bem Lande. 20. Mai. Gegenwärtig bezahlen Metzger und Händler den Landleuten für fette Schweine per Pfund Lebendgewicht 32 und 31 Pfennig. Die Metzger aber lassen sich da» Pfund Schweinefleisch mit 60 Psg., da» Pfund Wurst gewöhnlicher Sorte mit 70 bis 80 Pfg. bezahlen.

A An» dem Bogel»derg. 20. Mai. Die Spuren der EtSmännerwoche" leuchten noch heute hell von den Gipfeln de» Gedtrgs. Am verflossenen SamStag schneite eS den ganzen Tag über und bald überzog die winterliche Decke den Erdboden. Post und andere Fuhrwerke kamen schnee­bedeckt au» dem Gebirg, in dessen Borlanden nur mit Schnee untermischter Regen niedergtng. Sine eigenthümliche Er- schetnung bieten vielfach Johanni»beer- und Stachel­

beersträucher. Nachdem dieselben bereit» Knospen ge­trieben und zu grünen beginnen, trat plötzlich Stillstand in ihrem DachSthum ein und jetzt sterben dieselben ab und ver­dorren. Daß diese Sträucher erfroren sind, ist wohl nicht gut anzunehmen, da sie in diesem Falle früher Spuren davon hätten sehen lassen, vielmehr scheint die schädliche Beeinflussung von den Wurzeln au» erfolgt zu sein.

§ An» be» oberen Vogelsberg, 18. Mai. Znr Er- gänzung der MittheilungAu» der mittleren Wetterau" in Nr. 116 desGießener Anzeiger»" über Hochzeit»- gebräuche in Oberhessen sei hier etwa» au» unserem oberen Vogel»berg mitgetheilt. Wenn in einem Dorse eine Verlobung ftattfindet, versammelt sich Abend», nach der Ver­lobung, da» junge Volk vor dem Hause der verlobten und zwar jede Parthie allein, die weibliche und männliche Spinn- stubengesellschaft des Orte» und bringt den Neu-verlobten ein Ständchen. ES wird das Lied:Wer den Ehstand will fröhlich genießen, muß sich der Liebe entschließen," dann Wo Liebe und Eintracht stets wohnt, wird der Ehstand mit Segen belohnt" gesungen. Darauf bekommen die Gratu­lanten gewöhnlich einige Flaschen Branntwein, einige Gla» oder ein Fäßchen Bier, dem Brautpaare wird Glück ge­wünscht und dann gehen die jungen Leute nach Hause. Weitere Aufwendungen von Seiten der Neu-Verlobten werden nicht veranstaltet, dagegen bleiben die nahen Verwandten NachtS über in lustiger Gesellschaft beisammen, am anderen Morgen aber wird die Braut feierlichst in ihren zukünftigen Wohnsitz (HauS deS Bräutigams) eingeführt.

A Mainz. 20. Mai. Der Prinz Ludwig von Bayern traf h'ute Nachmittag mittelst Extraschiff in Be­gleitung seine» OberhofwarschallS Gras Holstein durch den Maincanal von Frankfurt kommend hier ein. Nach Pasfiren deS MaincanalS wurde auf derGuftavSburg" Halt gemacht und eine Besichtigung der großen Fabrikanlagen der Firma Kannegießer und der Actiengesellfchaft für Brückenbau vor­genommen. Hier besichtigte der Prinz die Hafeoanlagen, worauf in Anwesenheit der Spitzen der Behörden, Handelskammer u. s. w. in derStadthalle" ein große» Diner stattsand. Zu Ehren der Anwesenheit deS Prinzen haben die Landungs­brücke, sowie die meisten vor Anker liegenden Schiffe blau- weiß geflaggt. Die hiesigen Dachdeckergehülsen drohen jetzt thatsächlich mit Arbeitseinstellung und haben die- selbe von der Nichterfüllung folgender Forderungen abhängig gemacht: 1) Allgemeine Lohnerhöhung von 30 pEt., 2) Ab­schaffung aller Accordarbeiten und 3) Einführung einer D/z stündigen Mittagspause.

A Bom Rhein, 20. Mai. Der Reiseverkehr am Rhein ist gegenwärtig für diese Jahreszeit ein außerordent­lich geringer. Nicht allein daß die Personendampfer zum größten Theil fast ohne Passagiere fahren, sondern auch die Besetzung der Bahnzüge ist eine sehr mäßige. In den meisten Rheinhotels und zwar in den großen wie in den kleinen gähnt einem noch eine unheimliche Leere entgegen. Die allgemeine GeschäftScrifiS dürfte an dieser Erscheinung noch mehr die Schuld tragen, wie die schlechte Witterung.

Wor«», 18. Mai. Heme find zwei hiesige junge Damen nach Zürich abgegangen, um an der dortigen Uni- versität sich dem Studium der Medicin zu widmen.

R. Rüsselsheim a. M., 20. Mai. Auszeichnung. Herr Albert Engelhardt, älterer Theilhaber der be­kannten Firma Friedrich Engelhardt, Cichorien- und Frucht- kaffee-Fabrik dahier, wurde gestern von Seiner König!. Hoheit unserem Großherzog zum Eommerzienrath ernannt. ES muß als ganz besondere Auszeichnung angesehen werden, daß die Ernennung gerade gestern, al» am Gründungstage des Geschäftes (19. Mat 1819) erfolgte.

* Frankfurt a. M., 17. Mai. Heute Morgen stürzte sich an der Gerbermühle ein Manu in den Main. Ein Schiffer, der den Vorfall bemerkt hatte, fuhr dem mit den Wellen Ringenden entgegen, und es gelang ihm auch, den Mann zu erfassen und in den Nachen zu ziehen. Kaum war der den Wellen Entrissene ans Ufer gebracht, al» er ein Taschenmesser zog, sich den Hals durchschnitt und sich mit einem Sprunge wieder ins Wasser stürzte. Als ihn der Schiffer zum zweiten Male ans Land holte, war da» Leben de» Selbstmörder» bereit» entflohen. Der Lebensmüde ist ein Straßenbahnschaffner Namens Fischbach.

Frankfurt a. M., 20. Mai. vor der Strafkammer begann heute die Verhandlung gegen den Unternehmer de» in Sachsenhausen eingestürzten Neubaues, Joseph Jöckel, dessen Parlier Earl Möller und den Architecteo Jacob Limba ch. Die Anklage lautet auf fahrlässige Tödtung und fahrlässige schwere Körperverletzung.

Ms. Cassel, 20. Mai. Cassel als Stadt der Künste und Congresse übt auch wieder in diesem Jahre die übliche Anziehungskraft aus. Abgesehen von weniger umfangreichen Versammlungen finden, soweit bis jetzt angemelder, drei größere Congresse von allgemeiner Bedeutung und weiterem Interesse statt. Zunächst wird in den Tagen vom 27. bi» 29. Mai derVerein sämmtlicher Raiffeisen'schen Ge­nossenschaften Deutschlands hier abgehalten. Die Be- theiligung wird eine sehr zahlreiche sein, eS werden mehrere hundert Delegirte au» allen Theilen Deutschlands erwartet. Ferner findet hier in der Woche nach Pfingsten vom 4. bis 7. Juni die Hauptversammlung der Deutschen Colonial- gesell sch ast unter dem Vorsitze de» neugewählten Präfi- denten, deSHerzog» Johann Albrecht von Mecklen- bürg statt, und versprechen diese Tage einen sehr interes­santen Verlauf zu nehmen. Sämmtliche hervorragenden in Deutschland anwesenden Afrikareisende, sowie die Freunde der colonialen Idee werden sich voraussichtlich hier einfinden. Zwei größere Vorträge von Afrikaforschern find bereit» an- gemeldet: Herr Prosessor Dr. Volker» wird über die Be- fiedelung de» Kilimandscharo und Herr Dr. Dowe über

Südwestafrika sprechen. Beide Redner verfügen über eine» reichen Schatz persönlicher Erfahrung in den erwähnten Ge bieren. Die Hauptverhandlungen finden Vormittags statt, wahrend der Nachmittag der Erholung und den Festlichkeiten gewidmet bleibt. Die hiesige Adrheilnvg der EolonialgeseL- schaft hat ein sehr reichhaltige» Festprogramm aufgestellt. Endlich wird hier Ende August der Deutsche Anthro» pologen-Congreß abgehalten.

Zu früh auSgeftiegeu uod getödtet! Ein entsetzlicher Vorfall, der Anderen znr Warnung dienen möge, ereignete sich Sonntag Abend auf dem vahnhof in Gunter-Hausen. Ein von Cassel kommender Passagier der 4. Klasse, ein lunger Bauer aus Berge, konnte e» mchr abwarten, bi- der Zug hielt. Er sprang von der Plattform de» Waggon» ab, kam unter die Räder und wurde vor den Augen der Mineisendeu auf der Stelle getödtet.

* RL0 Reuwietz, 18. Mai. Der Verein»rag der länd­lichen Genossenschaften für Deutschland zu Neuwied findet am 27.29. Mai in Cassel statt. Nach den bi» jetzt eingelaufenen Anmeldungen wird derselbe sehr stark be­sucht werden.

Hannover, 20. Mai. Bei dem versuche, mittelst eine» Boote» die in der Nähe der Schwimmanstalten befindlichen Wehre htnauszufahren, schlug da» Boot um, wobei der Lieutenant Stechern ertrank. Lieutenant Schulz und ein Soldat konnten sich durch Schwimmen retten.

* -in Hauptgewinn zur rechten Zett. Die schwarzen und die heiteren Loose dürsten selten für Jemand so merk« würdig gemischt gewesen sei, wie sür einen in der Greif»- walderftraße in Berlin wohnenden kleinen Fuhrunternehmer, Herrn R. Er war mit seinem Gespann au»gezogen, ul» ihm in der Mehnerstraße eine» seiner beiden Pserde so un­glücklich stürzte, daß e» mit zerbrochener Hüfte liegen blieb und vom Abdecker fortgeschafft werden mußte. Traurig kehrte der Mann zu der Stallung zurück, al» ihm am König»thor eine Depesche in» Auge fiel, die im Schausenster eine» Ctgarrenhändler» lag. Da- Telegramm meldete, daß soeben Nr. 20,807 der Stettiner Pferde-Lotterie mir dem dritten Hauptgewinn herau-gekommen sei. Jvhaber dieser Nummer war aber kein anderer, als Herr R., der da» be- treffende Loos vor etwa vierzehn Tagen erstanden hatte und der durch diesen Hauptgewinn anstatt de» einen ge­fallenen Gaules vier Rosse und eine Equipage fein eigen nennen durfte.

lieber die Uniformirung der Meldereiter - Detachement» werden jetzt Miltheilungen gemacht. Die Husarenuniform, weiße Attilas mit rothen Schnüren, erhält nur da» Detache­ment de» 15. CorpS und zwar entspricht es einem Wunsch deS Kaisers, daß die tüchtigsten Söhne Elsaß Lothringen», die sür den Meldereiterdienst auserlesen werden, auch äußerlich eine besondere Auszeichnung dadurch erhalten, daß sie Uni­formen in den Farben ihrer Heimath (Weiß Roth) tragen. Das Detachement des Gardlcorp» erhält dunkelgrüne Uni­formen- die Detachements der übrigen ArmeecorpS tragen dunkelblaue Kürassierkoller mit den Farben ihres CorpS in den Besätzen und schwarze Helme. DaS Lederzeug ist mit Ausnahme der weißen Bandeliere der elsaß-lothringischen Meldereiter schwarz. Die Bewaffnung besteht nur au» Cavalleriedegen und Revolver, für die Au»rüstung treten Fernglas und Kartentasche hinzu.

* Ein Mulatte ist dieser Tage bei einem deutschen Militär-Musikcorp» zum Musikmeister befördert worden. Nach dem Tode de» Musikmeister» Ziehe vom Grenadier- Regiment König Friedrich III. in Königsberg wurde der in Berlin ausgebildete Sohn eines schwarzen Dieners de» Prinzen Friedrich Carl, Sabac-el-Cher, zum Musik­meister befördert. Der erwarteteschwarze" Capellmeister erregte in hohem Maße die Neugierde der Königsberger. Sie sahen sich jedoch getäuscht, da Herr Sabac el Cher keines­wegs eine so auffallende Erscheinung ifi; dagegen hat er sich in seinem Fache bewährt und findet großen Zulauf zu seinen sehr gut geleiteten Concerten.

Eine großartige Spende. Wie dieWaisenhaus-Nach­richten" mütheilen, hat ein Verehrer Bismarck» fünszehn Psennige mit dem Wunsche fließen lassen:Ihr l. W. betet, daß Bismarck noch lange unserem Vaterlande erhalten bleibt. Ein BiSmarckianer."

* Pofen, 14. Mai. Die hiesige Straskamwer verur- theilte den 15jährigen Knaben Michael Rodziczak au» dem VoroN Irr sitz, der am 15. April im Verlaufe eine» beim Spielen entstandenen Streite» den 14jährigen Joses Wierzbicki durch einen Messerstich in» Herz getödtet hat, zu einem Jahr Gesängniß.

J. Landau (Pfalz), 20. Mai. Zu der gelegentlich de­ll. Bundestages deutscher Gastwirthe, sowie de» 10. D elegi rt enta ge» de» Süddeutschen Gast- wirthverbandeS zu Landau in der Rheinpfalz vom 7. bis 15. Juli. 1895 ftattfindendeu FachgewerbeauSfilllupg für da» Hotel- und WirthschaftSwesen, Nahrungsmittel, Ge­tränke und HauShaltungSgegenftände wurden folgende Ehren­preise gestistet: Von der Stadt Landau 4 goldene und 4 silberne Medaillen, vom Pfälzischen Verschönerungsverein 2 goldene und 2 silberne Medaillen. Von der «ettenbrouerei zum Englischen Garten in Landau 3 goldene und 3 filberne Medaillen (für Büffet», EiSschränke, Kohlensäure - Apparate), von der Actiengesellfchaft für GaSbereitung in Landau uni dem pfälzischen Gastwirthverband 4 goldene und 4 silderne Medaillen für Sa»«, Koch-, Heiz - Apparate, Badettn- richtungen u. f. w., von der Bäckerinnung Landau 1 goldene und 1 silberne Medaille, vom Pfälzischen Gastwinhveretn 3 goldene und 3 silberne Medaillen. Vom Gastwirthveretn Landau 2 goldene und 2 silberne Medaillen. Die Gas- acttengefellschaft hat den Herren Au»stellern noch folgende Erleichterung gewährt: Ermäßigung der Ga»preise onf 12 Pfg. per Cubikmeter während der Ausstellung und un- entgeltliche leihweise Abgabe der Gasmesser. Außerdem stehen noch von mehreren Bereinigungen Ehrenpreise in Aus­sicht. Die ganze Ausstellung wirb electrisch beleuchtet und