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22.3.1895 Erstes Blatt
 
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1S93

Freitag dm 22« März

Erstes Blatt

Nr. 69

Amts- und Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren.

chralisöeikage: Hießener Aamitienölätter

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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» vorn,. 10 Uhr.

eisgekrönt Welt- Teilung Chicago*1,

Deutscher Reichstag.

65. Sitzung. Mittwoch, den 20. Marz 1895.

Einoeaanaen: Die Nov.lle zum Branntweinsteuergesetz.

Aui bei Tagesordnung steht zunächst die zwffte Berathung ve» Gesetzes betr. die Berufs- und GewerbezLblung in 189».

Abg. Lenzmann (irs. Vp.) findet die für d e Zahlung bt> stimmte Zeit, im Sommer, ungeeignet, da im Sommer die Jnvuftrt« weniger beschäftigt fei, während e» in der Landwtrlbfchaf. besonde » viel zu tbun gibt. Im Juni tänne man Lin ttUfttaWM» Bt» von dem Umfange der ArbettSlosiakeit gewinnen- Er bitte bet der Volkäzählung im Decemder auch die Arbeitelofitzkeit zu bei ucklichtige».

Unleiftaa^fecretär v.Rottenburg erwidert, letzteres fei aller­dings in Aussicht gtnommen. Um ein wirklich zutreffendes B'lo von der Arbeittzlofigkett zu erlangen, mühte man monatliche Auf­stellung vo. nehmen, wie etwa in England. Dazu fehl.n unS aber die Organe. Die letzte Berufszählung habe gleichfalls im Juni stattgrfunden. , .

Die Vorlage wird unverändert genehmigt

Dann wird die Berathung des Colonial et a t« bei dem Etat von Kamerun fortgefetzt. ES wird hier ein Reichsjufchutz von 600,000 Mk. gefordert, wahrend die Colonie bisher auf ihre eigenen Einnahmen angewiesen war. Die Commffsion beantragt 6tC ^Dt!ec?or^Kayser erwidert auf eine Anfrage des Abg. Bebel, Assessor Wehlau war zwar in Kamerun <n der Eigenschaft.all Reichsbeamter. Dadmch hat er aber seine Eigenschaft als preußischer Beamter noch nicht v rloen. Die Acten über ibn sind daber an den preußischen Justizmtnister flegangen, von welchem sie noch nicht zu ück sind. Wenn Sie aber bedenken, wie der Fall Leisi im Aus­wärtigen Amte behandelt worden ist, so werden Sie sich wohl, denken rönnen, daß auch im Falle W hlau das Rothwendtgste ge^ schchen wird. Auf eine Anregung des Abg. Dr. Hammache besiätiat D rector Kayser^ daß die Col nialoerwaiiunfl der F>age statistischer Erhebungen über Tropenhygiene ihre Aufmerksamkeit zu- wende. In Kamerun sei bereits ein Laboratorium mit einer medi- cinisch n Autorität an der Spitze erricht.t. In Bagamoyo so te eia Gleiches geschehen. Zur Bearbeitung und Prüfung der dort zu ge­winnenden Ergebnisse werde es einer E ntratstelle bedürfen, zu bei ea Deg ündung er bereits mit dem preußischen StaatSmintstertum in Verbmdung getreten fei.

Die Etats für Kamerun und Togo werden aenehmigt

Bet dem Etat für Südwestafrika ist der ReichSzuschatz von 1 Million im Vorjahre auf 1-737 OOOjmt. erhöbt.

Abg. Graf Arnim (RchSp.): Für diese Colonie seien bisher zu wenig Mittel aufgewendet und diese damit in ihrer Entwickelung aufgehalten woiden. Namentlich bedürfe eS größerer Aufwendungen für Wegebau. NSthig fei vor Allem ein energisch, s Einschreiten gegen englische Gesellschaften, welche unsere Gegner dort mit Waff n und Munition versorgt haben. Sehr zu bedauern fei auch, daß gerade der fruchtbarste Thetl der Colonie an eine enalische Gesell« schäft abgegeben sei, die natürlich auch Engländer ins Land zu ziehen suche. Hier Haden wir ein gutes Gebiet mit guten Aussichten für deutsche Einsiedler und gerade dieses verkleinern wir uns noch durch ein solches Abkommen. Möge die Regierung ein wachsames Auge daraus haben, daß die Engländer in dem an sie verkauften Gebiet nicht etwa die Parität zum Nachtheil der Deutschen verletzen.

Director Kayser: 1890/91 noch waren die Zetten für Süd- westafrtka so ungünstig, daß man dies-s Gebiet selbst in E' gland für ziemlich werthl.s hielt. Deutsches Capital war damals für die Colonie nicht zu haben. Man konnte eS daher nur mit Freuden begrüßen, daß die englische South West-Compagnie das Vertrauen zu diesem Gebiete wieder heben half, indem sie sich durch Kauf von Land daran betbffliflte. Es ist dies nicht g-ichehen, ohne daß wir uns sicherten. Dle Compagnie hat sich verpflichtet, keine g'ößereu Maßnahmen zu treffen, ohne sich mit der Kafferlichen Regierung tnS Benehmen zu fetzen. Die TaraScoma-Bergbaugffellschoft ist zu einet ganz außerordentlichen Einhänkung ihrer Gerechtsame bewogen worden. Die Besorgniß, die Tarascoma-Gesellfchoft könne den Deutschen irgend welche Schwierigkeiten machen, etwa Durchzug ver­hindern ober dergleichen, ist nicht berechtigt. Auch sind gerade die Stämme in dem Bereich des Tarascoma-Syndicats und während der Kämpfe mit Hendrik Wittbci treu geblieben. D r Vertrag mit dem Tarascoma - Syndicat ist s. Z. dem Colonialrath vorgelegt worden und dieser Hal keinen Widerspruch erhoben.

Abg. Bebel (Soc.): Von Südwestasrika haben wir nichts zu erwarten, auch wenn wir noch so große Aufwendungen dafür machen. Es liegt das mit an dem breiten Sandgürtel, der die Colonie von der Küste trennt. Die Niederwerfung Wilibois hat nicht viel auf sich. Wenn an der einen Ecke des großen Gebietes der Aufstand nieder- geworfen ist, kann er sehr bald an einer anderen Ecke wieder von Neuem losbrechen. Ein Ansiedler, der dort Aussicht auf Erfolg baden will, muß mindestens 40- bis 50000 Mk. besitzen und übet Tausende von Hectaren verfügen. Dazu kommt Mangel an Fult« und an geeignetem Wasser, da basse be sireckenweise bittersal hallig ist. Wunderbar genug ist, daß gerade eine Partff: Alles daran setzt, bitfe Colonie zu erhalten und zu heben, welcher es doch wenig angenehm e, wenn es gelänge, mit den ^obucten bet benen btr

heimischen LanbwirthschaN Concurrenz zu macken. Mit bem Gelbe, l welches Sie lffer aufwenden wollen, konnten sie viel mehr erreichen durch Hebung unserer heimischen Landwirthschast, beispielsweise für d°h ble d-u.Ich- L°ndw.r.hl»°st die Concurrenz Südwestafrikas zu fürchten habe, falls es gelinge, diese Colonie zu einem Aufschwünge zu bringen. Daß Subwestafiik« Körnerbau betreiben solle, habe doch noch Niemand behauptet. Wolle würden wir allerdir gS von dort beziehen, aber von daher würden wir etz doch lieber tbun, als beispielsweise aus Argentinien. Wenn wir, gleich den Engländern in Betschuana Land, geeignete Zolle einführten, würde Südwestafrika sicher sehr bald in der ßage sein, seine Ausgaben durch eigene Einnahmen zu beck.n. Von oer SLwakop - Mündung nach Wtndhock hat man nur in kmer sehr schmalen Ausdehnung den Sandgürtel zu überschreiten. ES ist z» erwarten, daß die Regierung Alles thun wirb, um ber Bi'bung von Grunb unb Boden - Monopolen vorzubengen. Die Einräumung io

vierteljähriger AvoanementspreiSr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerloha.

Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg.

Sebartion, ExprditioL und Druckerei:

-chukstraße^rr.7.

Kerusprcchcr 51.

Aus den Verhandlungen der Erstenj Kammer der hessischen Stände.

jnn. Darmstadt, 20.^März 1895.*

Die Verhandlungen werden heute Morgen um 9t/2 l^r fortgesetzt. Vor Eintritt in die Tagesordnung übermittelt der Präsident bem hohen Hause den Dank bes Großherzog­lichen Paares für die anläßlich der Gebun einer Prinzessin bemselben überreichten Adresse.

Die zusammen 26 Punkte umfassende Tagesordnung wurde auch heute in rascher Folge erledigt. Die Kammer genehmigte ohne Debatte den Vertrag mit der Ludwigsbahn wegen des Baues einer Elsenbahnbrücke und Erweiterung deS Bahnhofs zu WormS und Vermehrung der Betriebsmittel, und ebenso den Bau einer Straßenbrücke über den Rhein bei Worms. Ferner genehmigte die Kammer die von zweiter Kammer neuerdings in Vorschlag gebrachten Nebenbahnen, und bewilligte hierfür noch 500000 Mk. mehr als die zweite Kammer, zusammen 31920000 Mk. Sie trat ferner den Beschlüssen zweiter Kammer bei, bezüglich der Anrechnung der Dienstzeit für die von der Oberhessischen Eisenbahn« gesellfchaft übernommenen Beamten und Bediensteten.

Mit 22 gegen 2 Stimmen lehnte das Haus den Antrag zweiter Kammer auf Einführung einer hessischen Staats­klassenlotterie ab, trat dagegen dem Antrag zweiter Kammer bezüglich der Tabakfabrikatsteuer und Reichsweinsteuer, sowie der Gesuche der Sieuercommiffariatsgehülfen um Regultrung ihrer Pensionsverhältniste, sowie der Rentamtsgehülfen zu Lamperthe m und Zwingenberg um Anstellung von älteren Gehülsen, ohne Debatte bei und vertagte sich hierauf bis zum 17. April b. I.

Verständigung gescheitert, weil das damalige griechische Ministerium mit Entschiedenheit darauf bestand, daß jeweilig nur 1 Procent zu der betreffenden ZtnSqnote zuwachsen sollte. Dteser Vorschlag ist im October vorigen Jahres auch in der vereinigten Versammlung aller Comitüs in Paris verhandelt worden und demnächst hat die deutiche Regierung sich sowohl mit der französchen wie mit der englischen in Verbindung gesetzt, um einen gemeinschaftlichen Schritt in Athen zu Gunsten der fremden Gläubiger zu thun. ES ist auch eine Ver­ständigung erreicht und im December vorigen Jahres von dem engl scheu, dem französischen linb dem deutschen Vertreter in Athen eine Note an daS Ministerium überreicht worden, die griechische Regierung möge sofort die Verhandlungen mit den auswärtigen Gläubigern auf Grund der letzten von den Gläubigern gemachten Vorschläge aufnehmen. Diese Note ist von dem damaligen griechischen Ministerium ablehnend beantwortet worden, und zwar unter Gründen, die ich in keiner Weise als stichhaltig anerkennen kann. Kurz darauf fiel das griechische Mnffsterium TrikupiS. ES kam ein anderes an seine Stelle, und wir haben sofort in Verbindung mit England und Frankreich wiederum Versuche gemacht, bei dem neuen Ministerium ein besseres Ergebmß zu erreichen, bis jetzt ohne Ersolg, und zwar wesentlich aus dem Grunde, weil das griechische Ministerium sich selbst wesentlich als ein vorübergehendes Geschäftsministerium betrachtet und unter Hinweis auf die im nächsten Monat stat'.findendeu Wahlen die Ansicht kundgiebt, daß eine Entscheidung erst nach Bildung eines neuen parlamentarischen Ministeriums fallen könne. Das ist der gegenwärtige Stand ber Verhandlungen. Man sollte nun glauben, daß derartige Vorgänge auch eine recht ernste Warnung für alle Diejenigen enthalten, welche Geld anzulegen haben. Der Vorredner hat den Finger auf eine wunde Stelle gelegt, wenn er auf diese Thatsache hinwles, daß so ost berarttge Fonds nothleiden. Wir sehen, daß ber weitaus größte Thetl dieser nothleidinden Fonds sich nicht etwa in den Händen reicher Capltalisten, sondern armer und mittlerer Leute befindet. (Sehr wahr!) Es ist leider Thatsache, daß sowohl bezüglich der portu­giesischen wie der griechischen Fonds zahlreiche Leute vorhanden sind, die die Ersparnisse ihres ganzen Lebens darin angelegt haben. Wiedern abzuhelfen ist, ist nicht meine Aufgabe zu untersuchen. Ich bin der Ansicht, daß das allererste Erforderniß ist, daß die Leute, die ihr Geld anlegen wollen, selbst die Augen aufmachen (sehr richtig! links), sodaß sie nicht alles glauben, was ihnen erzählt wird (sehr richtig! links), und daß sie sich den Satz gegenwärtig halten, der zu jeder Zeit wahr gewesen ist, daß die Höhe derZinsen in um­gekehrtem Verhältniß zur Sicherheit des

i C apitals steht. (Zustimmung.)

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Alle Annoncen-Bureaux deS In« unb Auslandes nehme» Anzeigen für den .Gießener Anzeiger- entgeaen.

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Gießener Anzeiger

Kenerat-Mnzeiger.

Der chiegener Anzeiger erscheint täglich, »il Ausnahme deS Montags.

Die Gießener Aiamilienv kälter »erben dem Anzeiger »Schentlich dreimal beigelegt.

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» Fischbach, kosen, lscheibev, spalten, -ipsel, rv. ictten, amen, Cathar., tschen, türk., tschen, hies., lischtes Obst, er Pfd. 50 Pfg.,

Illi il Fischbach. j frische feinste

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t E. lughard^ Bssinä-Orangen, ontit, Feigen 1696] Heinr. Wallach.

Rede des Staatssekretärs von Marschall über die geschädigten deutschen Gläubiger

Griechenlands.

Gehalten im Reichstage am 16. März 1895.

ES ist ja leider nickt der erste Fall, der hier zur Sprache . gebracht wird, und ich fürchte, es wird auch nicht der letzte i Fall sein- denn nicht alle Leute sind so vorsichtig, wie ber geehrte Vorredner (Schmidt Warburg, Centrum), nicht Alles zu glauben, was in dem gedruckten ProspcctuS steht. (Heiterkeit.) Das Auswärtige Amt ist auch in dieser Frage von dem Grundsatz ausgegangen, daß, wenn Deutsche in erheb- > lichem Maße ihr Geld in Fonds fremder Staaten anlegen und diese nothleidend werden, es dann in . erster Reihe Sache der Gläubiger ist, ihre Jntereffen wahr- zunehmen, Comiios zu bilden, erforderlichenfalls sich mit den ' CornitüS anderer Staaten in Verbindung zu setzen und eine ; billige Verständigung anzubahnen. Die Ausgabe der Reichs« I regierung muß vornehmlich darin liegen, diesen Jntereffenten ; in wirksamer Weise denjenigen Schutz und die Unterstützung zu Theil werden zu lassen, worauf jeder Deutsche Anspruch 1 hat, ber im AuSlanbe Recht sucht. Welche biplomatischen; Schritte anzuwenden sind, wie weit man in dem Drucke gehen ; soll, hängt wesentlich von der Art deS einzelnen Falles ab. Ich kann mir denken, daß eine Action bann eine etwas j schärfere Gestalt gewinnen muß, wenn ber RechtSbruch ' besonders schwer war und in besonders flagranter Weise die Grundsätze von Recht und Billigkeit, Treu und Glauben i verletzt worden sind. Auf der andern Seite kann ich allerdings : nicht anerkennen, daß Derjenige, dec sein Geld in ausländischen Staatsfonds angelegt hat, weil er das Vertrauen hegt, daß der ausländische Staat sich einen höheren Zinsfuß dauernd leisten kann, als der inländische, nun damit ohne Weiteres den Anspruch erheben kann, daß die Gesammtheit seiner Mit­bürger mit eigenen Mitteln sür ihn eintritt, wenn ihn das Vertrauen getäuscht hat. Das würde den Kreis unserer Ausgaben in einer Welse erweitern, ble ich mit dem Gesummt- interefie nicht für verträglich erachten kann. In der Zett von 1882 bis 1889 sind griechische Anlehen In Höhe von ! 488 Millionen ausgenommen worden. Von diesen befinden : fich nach meiner ziemlich genauen Schätzung zur Zeit etwa | für 200 Millionen in den Händen deutscher Capltalisten. . Für einen sehr erheblichen Theil des Anleihebetrages, nämlich ; 370 Millionen Mark, sind seinerzeit von der griechischen ' Regierung gewiffe staatliche Einkünfte, Hypotheken, Zölle | ausdrücklich garantirt worden. Im December 1893 hat nun , das damalige griechische Ministerium den Kammern einen i Gesetzentwurf unterbreitet, worin unter der Begründung, daß ; Griechenland seine Verpflichtungen nicht mehr zu erfüllen j vermöge, den Kammern anempfohlrn wurde, zu beschließen, daß fortan die Inhaber auswärtiger Titel nur noch 30 Procent der ihnen geschuldeten ZlnSquoten erhalten und ble ver­pfändeten Einnahmen in die Staatskaffe fließen sollen. Sofort nach dem Erscheinen dieses Gesetzentwurfes hat der deutsche Gesandte in Athen von uns den Auftrag erhalten, mündlich gegen den Gesetzentwurf als einen schweren Rechts­bruch zu p. oteftiren. DaS Gleiche hat der französische Gesandte gethan. Trotzdem ist der Gesetzentwurf von den griechischen Kammern angenommen worden und hat auch die Zustimmung l der griechischen Regierung erhalten. Die inländischen Gläubiger werden demnach günstiger behandelt als die aus­ländischen, obwohl auch sie zur Zelt nicht sehr wesentlich bester gestellt sind. Nachdem der Entwurf Gesetz geworden war, hat der deutsche Gesandte In Athen den Auftrag erhalten, eine dringende Protestnote an die griechische Regierung zu richten deS Inhalts, daß dieser Gesetzentwurf einen Bruch feierlicher Zusicherungen enthalte und deshalb sür deutsche Staats­angehörige irgend eine Rechtswirkung nicht auszuüben vermöge. Inzwischen haben sich sowohl in Deutschland wie in Frank­reich und England Comites der Gläubiger gebildet. Die­selben haben unter steter Fühlung mit den betreffenden Re­gierungen berathen und im Sommer vorigen Jahres Dele« girte nach Athen entsandt, um mit der griechischen Regierung eine Verständigung anzubahnen. Diese Verständigung ist ge­scheitert, obgleich die Deutschen, überhaupt die auswärtigen Gläubiger, bis an die Grenze der Mögltchkeit den Wünschen ber griechischen Regierung entgegenkamen. Sie waren bereit, sich einen sehr erheblichen Abzug an Zinsen gefallen zu lasten, sie bestanden nur darauf, daß die Ueberschüffe der ver­pfändeten Einnahmen Proportional verthellt würden, daß die Hälfte davon in die griechische Staatskaste fließe, die andere Hälfte hingegen zur aflmäligen Aufbesserung ihres Zins« genusteS verwandt werde. Gerade an dieser meines Er­achtens durchaus billigen nnd gerechten Forderung ist die

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