Ausgabe 
21.11.1895 Erstes Blatt
 
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sehe ich mit größter Spannung entgegen/ Lord Salis­bury führte aus, er habe sich aus Gründen der Courtoisie veranlaßt gefühlt, diese Mitthetlung zu verlesen, doch könne er natürlich die Worte des erhabenen Monarchen nicht com- mentiren. Er berührte dann daS europäische Concert und erklärte, wa» immer geschehe, müsse mit Tinmüthigkeit geschehen. SaltSbury bedauert tief die Erkrankung Rustem Paschas, den er sehr rühmte, besonders wegen seines Wirkens als Gouverneur des Libanons. Wenn Männer wie Rustem für Armenien zu sorgen gehabt hätten, wäre daS Gewissen Europas niemals durch Berichte über Schreckens- thaten und Leiden erschüttert worden. Wenn Männer wie er jetzt die Umgebung des Sultans bildeten, bestände keine Nothwenbigkeit, zu dem groben Mittel einer äußeren Einwirkung der Mächte zu greifen. Er könne hier nicht auf die Frage eingehen, warum gegenwärtig keine solchen Männer um den Sultan seien, doch sei daS armenische Problem ebenso sehr eine Frage geeigneter Männer als richtiger Gesetze. Der bloße Erlaß neuer Verfügungen könne die Stelle fähiger und muthvoller Gouverneure nicht ersetzen. Die Mächte würden ihr Bestes thun, aber das tiefsitzende Leiden könne nicht mit einer Zauberruthe geheilt werden.

Athen, 19. November. Das französische Geschwa­der ist gestern Mittag int Piräus angekommen. Nach Meldungen auS Kreta begehen die Muselmanen in Rethymnon Ausschreitungen.

Konstantinopel, 19. November. Die seit langer Zeit von v. d. Goltz Pascha und von der Organifirungs Commis­sion beantragte Neueintheilung des Macedonien und Albanien umfaffenden dritten EorpSbereicheS in vier Divisionen, durch welche die Aufstellung 4 neuer fehlender Linien-Bataillone erforderlich würde, kann in den nächsten Tagen erwartet werden.

Deveich« deS Bore« »Herold*.

Berlin, 19. November. An der gestrigen Sitzung des Staats Ministeriums, die von 2 bis 6 Uhr dauerte, nahmen außer sämmtlichen Ministern auch die Staatssecretäre deö Reichsschatzamtes und beS ReichS-JustizamteS, Graf PosadowSky und Nieberding, sowie Commissare verschiedener Ministerien Theil.

Berlin, 19. November. In Sachen der MajestätS- beleidigung, die dem Herausgeber berEthischen Cultur", Dr. Förster, zur Last gelegt wird, findet die Verhandlung vor dem Landgericht am 29. d. M. statt.

Berlin, 19. November. Am SamStag wurden bei einem Colporteur 222 Exemplare deS ersten Heftes des Mackah'fchen BuchesDie Anarchisten" polizeilich beschlagnahmt.

Berlin, 19. November. DerReichsanzeiger" publicirt heute eine Anzahl von Ordensverleihungen an ttalienische Marine-Offiziere.

Berlin, 19. November. Der CultuSminister Dr. Bosse ist von seiner letzten Erkrankung noch immer nicht wieder völlig hergestellt.

Hamburg, 19. November. Auch hier herrscht feit heute früh ein dichter Nebel. Zahlreiche Collifionen sind bereits auf den Straßen mit Fuhrwerken vorgekommen. Den ganzen Tag brannten die Straßenlaternen.

München, 19. November. Die Kaiserin Friedrich traf gestern Abend 5J/i Uhr auf ihrer Heimreise von.Jtalien zu mehrtägigem Aufenthalt hier ein.

Mönchen, 19. November. DieMünch. Neuest. Nachr." melden aus Berlin: Nach dem Abschluß der EtatSberathungen ergab sich sür den preußischen Etat 1896/97 ein Deficit von 25 Millionen Mark.

Vern, 19. November. Die Angestellten der Nordostbahn, Centralbahn, Jura-Simplon-Bahn und einigen anderen schweizerischen Bahnen beabsichtigen in eine Lohnbewegung einjutreten. Die Angestellten der Gotthard-Bahn wollen am 1- Januar 1896 in dieselbe eintreten. *

®ien, 19. November. Die antisemitischen Blätter melden den bevorstehenden Rücktritt deS Statthalters von Nieder- Oesterreich, des Grafen KielmannSegg, und deffen Ersetzung durch den ehemaligen SectionSchef im CultuS- ministerium, Grafen Latour. Graf KielmannSegg soll in daS Ministerium berufen werden.

Brüssel, 19. November. In der heutigen Kammersitzung theilte der Justizminister in Abwesenheit deS Ministerpräsi­denten die officielle Verlobung der Prinzessin Henriette mit dem Prinzen Philipp Emanuel von Orleans mit. Die Rechte nahm die Mittheilung mit großem Beifall auf.

Paris, 19. November. Die Familie Orleans verlieh dem Prinzen Emanuel von Orleans, dem Sohne deS Herzogs von Alenyon, den seit 1727 erledigten Titel eines Herzogs von Vendome, welchen der Prinz ge­legentlich seiner in Brüssel stattfindenden Vermählung mit der Prinzessin Henriette von Flandern annehmen wird.

Paris, 19. November. Der KriegSmini st er Sa« vaign ac hat in einem Rundschreiben an die CorpS Com- Mandanten sein Bedauern darüber ausgesprochen, daß in manchen Punkten der Armee-Verwaltung Mißbräuche zu ver­zeichnen seien. Manche hohe Offiziere und Beamte, welche ihre Pflicht nicht erfüllten, seien sehr nachsichtig behandelt worden, während anderen, die ihrer Pflicht nachgekommen, rücksichtslos begegnet worden sei. Darum habe er eine größere Anzahl Entlassungen und sür manchen Offizier eine Ehren­erklärung veranlaßt. Diese Maßregel hat sowohl bei dem Publikum als In der Armee großes Aufsehen erregt.

London, 19. November. DieTime«" meldet auS Rom, daß in dortigen diplomatischen Kreisen versichert wird, die russische Regierung habe den Antrag Oesterreichs, betr. die Interpellation der Mächte, abgelehnt.

Bukarest. 19. November. Heute Vormittag 9,/< Uhr wurde hier ein langanhaltender Erdstoß wahrgenommen.

Petersburg, 19. November. Nach einer Meldung auS Hofkresten finden in dieser Saison keine Hofbälle statt.

Die Czarin-D ttwe bleibt noch ein ganzes Jahr in tiefer Trauer. Nunmehr ist der 12. Mai russischen Stils als Tag der Krönung definitiv festgesetzt. Die Ueberfiedelung von ZarSkoje-Sselo nach dem WinterpalaiS erfolgt, sobald die junge Czarin wieder genesen ist.

Gieße», ben 20. November 18KL.

** Zur Stadtverordneten»«^. Im Anzeigentheil der vorliegenden Nummer befindet sich daS officielle Ergebniß der am SamStag ftattgehabten Stadtverordnetenwahl. Danach find folgende Herren mit der dabei bemerkten Stimmenzahl gewählt: Rentner W. Wallenfels 1111, Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch 1086, Kaufmann Jughardt 970, Weibbindermeister L. Petri II. 918, Dr. Ploch 879, Commerzienrath Heichelheim 827, Spestglermeister C. Faber 739, Kaufmann Th. Haubach 729, Kaufmann Karl Loo- 681, Hsftraiteur I. Kirch 674, Dr. Gaffky 661; letzterer auf die Dauer von 6 Jahren. Bon den weiter aufgestellten Candidaten erhielten Stimmen die Herren: Ed. Hanau 625, Kaufmann Krumm 604, Colonialwaaren- Händler Bräutigam 518, Architect Huhn 457, Schneidermeister Diehl 416, Bergwerk-director PaScoe 349, Hotelier Hein 290, Schneidmüller Euler 266, Metzgermeister Klein 247, Weinhändler Helm 175, Metzgermeister Pirr 172, Real- gymnafiallehrer Dr. Pitz 156, Postfecretär i. P. Mayer 141, Rentner Windecker 121, Schlossermeister Dörr 51, CustoS Dr. Heuser 36, Kaufmann Fischbach 31. Außerdem fielen vereinzelte Stimmen aus eine größere Anzahl nicht öffentlich vorgeschlagener Candidaten. Für ungültig mußten erklärt werden die auf den Namen Carl Wenzel ober Carl Wenzel, Kaufmann abgegebenen, 480 Stimmen, weil zwei Kaufleute dieses Namens hier wohnen, sodaß nur vier gültige ver­blieben, ferner die auf den Namen Philipp Euler oder Schneidmüller Euler abgegebenen 46 Stimmen, weil zwei Schneidmüller Philipp Euler hier wohnen, lieber die Wahl- betheiligung fei mitgetheilt, baß von 2931 Wahlberechtigten 1793 abstimmten.

* * Kuustuotiz. Ueber den in hiesiger Stabt burch Mit­wirkung bet imConcerthaus zum Lahnstein" abgehaltenen Kammermufikabenben bestens bekannten Kammermusiker unb Cello Virtuosen Herrn Heinrich Kruse schreibt dieWil- dunger Zeitung" vom 12. d. M. anläßlich eines am 7. Novbr. in Arolsen abgehaltenen SymphonieconcerteS u. A. wie folgt: Programm Nr. 2: Concert (C-Moll) für Violincello von De Swert, gab dem ausführenden SHinftler, dem Kammer­musiker Herrn Kruse auS Cassel (ein Arolser Kind), Gelegen­heit, seine Meisterschaft auf diesem so spröden Instrument zu beweisen. Herr Kruse besitzt außer einer verblüffenden Technik ein tiefe«, musikalisches Gefühl unb eine künstlerische Auffassung, wie sie nur hochbegabten Künstlern eigen ist. Er beherrscht sein Instrument so vollstänbig, baß eS weder in der Höhe noch in der Tiefe, weder beim Fortissimo noch beim gehauchten Pianissimo versagt. Er versteht eS,die dunklen Gefühle zu wecken, die im Herzen wunderbar schliefen." Reicher BeÜall wurde dem jungen Künstler gespendet.

Theater. Der Bericht über die gestrige Vorstellung mußte Umstände halber heute zurückgestellt werden.

* * Eine Versammlung des Mittelrheinischeu Zweig- verdaudeS deutscher Müller und sonst am Mehlhandel be- theiligter Kaufleute fand am Montag Nachmittag imHotel Drexel" in Frankfurt a. M. statt Zwecks Stellungnahme gegen die im Mehlhandel zu Tage getretenen Mißstände, welche einem ordnungsmäßigen Betriebe zuwiderliefen. An der Versammlung nahmen 35 Personen Theil. Ein Ver­tragsentwurf, nach welchem sich die Betheiligten verpflichten, nach bestimmten Normen zu verkaufen, wurde vorgelegt und dazu bemerkt, daß 83 Firmen ihre Bereitwilligkeit, dem Vertrage beizutreten, erklärt haben. Der Vertrag besteht auS 8 Paragraphen. Der erste Paragraph bestimmt, daß der Verkauf nur auf einen bestimmten Endtermin gehen darf. DaS Quantum der verkauften Waare und der Preis müssen für jedes einzelne Geschäft bestimmt sein. § 2 be­sagt, die sogenannte Batsseclausel darf als Vergünstigung in keiner Weise mehr gestattet werden. ES darf auch bei der Berechnung deS Preises für die verkauften Müllerei- probucte eine Berechnung zu billigeren Ansätzen, als solche bei dem Abschluß vereinbart worden find, weder direct noch inbirect stattfinben. Den Käufern darf kein höheres ©conto alS von höchstens 1 Procent bei Zahlung innerhalb vierzehn Tagen unb kein längeres Zahlungsziel als von drei Monaten bewilligt werden. Wenn pünktliche Zahlung nicht erfolgt, werden 5 Procent Verzugszinsen berechnet. Die Rücknahme der Säcke darf den Käufern nur zum jeweiligen Tagespreis gestattet werden. Ein jeder Zuwiderhandelnder unterwirft sich einer Eonventionalstrafe von 100 Mk., bei jeder weiteren Verfehlung einer Strafe von 500 Mk. Mehrere Para­graphen deS Vertrages behandeln die Organisation. Die Entscheidung eines jeden Rechtsstreites hat nach Maßgabe deS gegenwärtig zu Frankfurt a. M. geltenden Rechte- zu erfolgen. Die Dauer deS Vertrage- wurde demFr. I." zufolge bis zum 31. December 1900 festgesetzt.

* * Sine Rabenmutter. Die Strafkammer verhandelte gestern gegen die unverehelichte Margarethe Morne- weg von Oberkleen, welche beschuldigt wurde, ihr 1*/,jährige« uneheliche- Kind auf daS Bestialischste behandelt zu Haden. Durch die Beweisaufnahme wurde festgestellt, baß die un­natürliche Mutter ihrem Kinde theilweife die nothwendige Nahrung vorenthielt und zu häufigen Malen den kleinen Körper, welcher zum Scelett abgemagert war, auf daS Roheste mit den Fäusten bearbeitet hat. Um aber dem Ganzen die Krone oufzufetzen, har die Angeklagte ihr be- dauemSwertheS Opfer in eine Bütte kalten Wassers so lange untergetaucht, bi- demselben der Äthern verging und eS nur als ein Wunder zu betrachten ist, wenn da- Kind mit dem Leben davon kam. Der Gerichtshof «ar der Meinung, daß die Angeklagte mit diesem scheußlichen Treiben planmäßig bic Absicht verfolgte, ihr eigene- Kind auS der Welt zu

schaffen und verurtheilte sie zu 2 Jahre Gefängniß, die sofortige Verhaftung veranlassend.

Gebrauchsmuster Eintragung. Durch Aufeinander- gleiten fdjraubenfötmigtr Stirnflächen an der HÜisensvrmlgrn Drehbolzenführung uAd an Drehbolzen-GleithÜlsen verschieb- bare Regulir Rosette für Zimmeröffen, H. Buberu«, Hirzenhain, 18. 9. 95.

§ Grebenhain, 18. November. Dem Gastwirth und Metzger Karl Fritz (Zum Darmstädter Hof")hier wurd:n wiederholt im Hausflur hängende Stücke Fleisch adge-- schnitten und auch entwendet, so auch am letzten SamStag. ES ist anzunehmen, daß sämmtliche Diebstähle von einem und demselben Dieb auSgrführt wurden. Trotz aller Bemühungen der hiesigen Gendarmerie ist eS bis fitzt noch nicht gelungen, den Thäter ausfindig zu machen.

Schotten, 18. November. Gestern verunglückte der frühere Bürgermeister von Eichelsachsen, Herr Quanz^ indem er in den hiesigen durch die Stadt fließenden Vach, der an dieser Stelle mit keinem Schutzgeländer versehen ist, fiel und einen sehr schweren Beinbruch erlitt.

Altenstadt (Wetterau), 18. November. Der geisteSkrat ke Georg Heß, Lehrer auS Altenstadt, Sohn d s hiefigerr LandwirthS Heß, ist am 2. November 1. I. von Altenstadt weggegangen, ohne seitdem wieder zurückgekehrt zu sein. Alle Recherchen nach demselben blieben diS jetzt fast erfolglos. Derselbe hält sich wahrscheinlich meistentheilS in Wäldern der hiesigen Gegend auf. Für Ermittelung deS Aufent­halts des Geisteskranken ist eine Belohnung auSgesetzt.

Schlitz, 17. November. Ein bedauerlicher Unglücks- fall ereignete sich in dem benachbarten Revier Rimbach. Ein allein im Walde mit dem AuSasten von Eichen befdjäf» tigter Arbeiter au« Jossa stürzte ab. Seine Kinder, die ihm das Mittagessen in den Wald brachten, fanden ihn besinnungslos unter dem Baume liegen. Die Kinnlade ift zerschmettert, ein Arm gebrochen, außerdem hat der Be- dauernSwerthe mehrere Rippenbrüche und innere Verletzungen davongetragen. Er wurde in daS hiesige Gräfl. Hospital verbracht.

nn. Darmstadt, 19. November. Heute Mittag gegen f/,3 Uhr brach in dem in der Neckarstraße gelegenen Hoff- mann'sch en Mädcheninstitut und zwar im Vorderhaus, in dem sich daS Damenpensionat der Fräulein Daoidfohn und Fräulein ScePanSky befindet, im Dachstuhl Feuer a >«, daS sich sofort über das ganze dreistöckige, massive Gebäude verbreitete. DaS UnterrichtSgebäude, das in der Waldstraße liegt und in dem gerade der Unterricht begonnen halte, konnte von den Mädchen noch ohne Gefahr für dieselben verlassen werden und geschah denn auch daS Entlassen in derselben musterhafter Ordnung. Sofort nach dem AuSbrechen de« Brandes erfchien ein Allarmzug der freiwilligen Feuerwehr auf der Brandstelle, dem bald fämmtliche Züge der Feuer­wehr mit ihren Rettungswagen u. f. w. folgten. Auch Provinzialdirector v. Marquardt, RegierungSrath Fetz, Herr Polizeilieutenant Kratz mit einer Anzahl Schutzleute, sowie ein Theil der Truppen der Garnison trafen auf ter Brandstelle ein, letztere, um die Brandstelle abzusperren. AuS sechs Schlauchlinien, auS Hydranten der städtischen Wasserleitung gespeist, wurden die Wasserstrahlen von ter mit Bravour arbeitenden Feuerwehr in daS brennende Dach­geschoß gesandt, und dies umsomehr, als links, kaum zehn Meter von dem brennenden Gebäude entfernt, sich da» Ministerhotel deS Herrn StaatSminister Finger mit btn Archiv des Staatsministerium», und rechts von der Brand­stelle das Großh. KreiSamt mit den Diensträumen der Großh. Centralstelle für die Gewerbe unb ihrer werthvollen Bibliothek und technischen Mustersammlung befinden. Während das Feuer am heftigsten wüthete, traf auf d-m Brandplatz die Meldung deS AuSbruchS eines zweiten Brandes i» der Gardistengasse ein und sofort setzte sich der Reservezug dort­hin in Bewegung. Diese Meldung hat sich jedoch al« un­richtig herausgestellt. Nach fast zweistündigen Anstrengungen der Feuerwehr gelang eS derselben, daS Feuer auf feinen Heerd zu beschränken. Der Dachstock ist total ausgebrannt, und auch daS Gebäude selbst hat durch die enormen Wasser- rnassen nicht unbedeutend gelitten. Vor längeren Jahren, als sich daS Hoffmann'sche Institut noch Ecke der Wilhelminen- und Hügelstraße befand, wurde dasselbe schon einmal von einem Brandunglück betroffen. Auch damals ist, soviel wir uns entsinnen, der ganze Dachstock ein Raub der Flamme» geworden.

Oppenheim, 18. November. Vom Basel-Frankfurter Schnellzuge wurde gestern Abend ein 17jähriger Bursche, anscheinend dem Arbeiterstande angehörig, zwischen ittShe'm unb Guntersblum überf ahren unb getöbtet. Nach Lage beS Körper« zu urtheilen, ist ein Selbstmord wahr­scheinlich.

Kastel, 18. November. Hier wurde em fremder Schäfer, der vorgestern mit einer Heerde von über 500 Schafen durch­zog, auf Veranlassung der Biebricher Behörde verhaftet. Der Betreffende hatte in der Nacht vorher auf den Felker» der Biebricher Gemarkung weiden lassen und waren dabei einige Aecker voll Korn abgefressen warben.

Dermifdpte».

* Posen, 19. November. Der Anfiebler unb Felbhüter Peschke wurde von zwei Stübern im Alter von 18 und 15 Jahren ermorbet, unb, obgleich er noch Lebenszeichen von sich gab, verscharrt.

Hamburg, 19. November. Einer Melbung au« Gifhorn zufolge wurde in der Nähe von Wipshausen die zwanzig­jährige Hermine Schmidt ermordet und bann in den Fluh geworfen. Man glaubt, eS handele sich um einen Lustmord.

Stoßseufzer. Studiosus (der lange Zeis vergeblich auf eine Geldsendung wartet):Ich glaube, ich kann in meiner Dissertation über auSgestorbene Menschenrassen auch gleich die Gelbbriefträger erwähnen!"