Ausgabe 
20.8.1895 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

uns das herrlichste Fesiwetter bescheert. Gestern wurde noch fieberhaft an der Vollendung deS FestschmuckeS in der Stadt gearbeitet und man darf sagen, daß Darmstadt auch diesmal ein Festgewand angelegt hat, wie es gleich kostbar wohl nicht in vielen Städten zu dieser Zeit gefunden werden kann. Freilich ist ja die prachtvolle Ausschmückung gelegentlich deS Einzugs unsere- Fürstenpaares diesmal nicht erreicht, aber das, was geboten ist, verdient doch die höchste Anerkennung. Die Straßen der Stadt bevölkerten sich also am Samstag mit ganzen Schaaren auswärtiger Festgäfte. Auf dem Fest­platz war die Halle während des großen Feftesiens der Delegirten gesperrt, doch draußen begann schon frühzeitig daS bunte Treiben. Abends wurde die Halle zur BegrüßungS- feier eröffnet. Glücklich Der, der einen Platz erobern konnte. 4000 Einlaßkarten waren auSgegeben worden, dann mußte jeder Besucher zurückgewtesen werden, damit eine Ueberfüllung deS riesigen Baues vermieden wurde. Geduldig harrte die gewaltige Menschenmenge der Eröffnung der Feier. Ein Ehorgesang eröffnete das Programm, dann trug Herr G. Roth da- von dem Localpoeten Herrn K. Schaffnit schwungvoll gefertigte Festgedicht vor, nach dem die erste Strophe derWacht am Rhein", von der ganzen Versamm­lung gesungen, die weite Halle burchbrauste. Chor« und Musikstücke schloffen sich an, dann sang Herr Hofsänger Riech mann mit weithin schallender Stimme dasLied vom Deutschen Reich" von Kugler und hierauf folgte die Vor­führung der angekündigten Lichtbilder, Scenen aus den glor­reichen Kriegsjahren darstellend. Die Bilder zerfielen in drei Gruppen, doch würde eine genaue Aufzählung uns hier zu weit führen. Jedes einzelne Bild wurde mit lautem Jubel ausgenommen, so namentlichKönig Wilhelm im Mausoleum in Charlottenburg",Letztes FriedenSquartier des Prinzen Ludwig",Hauptquartier der hessischen Division",Sturm auf Spichern",Schlacht bet St. Privat-Gravelotte",DaS Hessen-Denkmal",Schloß Chambord",Zusammentreffen Bismarcks und Napoleons",Napoleon durch Bismarck zu König Wilhelm geleitet",Die Kaiserproclamation zu Ver­sailles",DaS National.Denkmal auf dem Niederwald". Wiederum folgten musikalische Vorträge, dann schloß eine Reihe von turnerischen Gruppen-Aufführungen nach dem Pro­

gramm die Feier. Um die Leitung der Chorgesäuge hatte sich Herr Phil. Orth, der die vereinigten Mänuergesang- vereine mit Umsicht dirigirte, verdient gemacht.

Jndeffen hatte sich draußen der Riesenfeftplatz er hat natürlich viel größere Dimensionen als beim vorjährigen Mufikfest mit Taufenden belebt. In allen Budeu und Restaurationen bunteS, fröhliches Treiben von Huuderteu.

Die vorrückeude Nacht machte dem frohen Gettiebe kein Ende, und als man daun endlich doch der Stadt zuzog, geschah dies nur, um sich in den bis zur frühen Morgen- stunde gefüllten Localen noch bei einem Glase Pilsener für die Anstrengungen deS kommenden TageS zu stärken. Am Sonntag hieß eS schon vor 7 Uhr aus den Beinen sein. Mit klingendem Spiel rückten die Mannschaften der Gar- uison auf den Paradeplatz und dort fand vor HeffenS oberstem Kriegsherrn, dem Großherzog, die feierliche Parade statt, die unter starker Betheiligung deS schaulustigen Publikums glänzend auSfiel. Dann war FestgotteSdienst in den katholi­schen, evangelischen und israelitischen Gotteshäusern. Jndeffen durchzogen unaufhörlich neue Kriegerschaaren die Straßen der Stadt, fast jede Viertelstunde bringt einen neuen Extrazug und auf der Bahn herrscht ein wogendes Treiben von activen und inactiven Militärs, Eivilpersonen, unter denen die Mit- glieder des Empfangsausschusses durch besondere Abzeichen kenntlich gemacht find. Doch alles verläuft ordnungsgemäß. Biele Vereine suchen zunächst nach ihrem Standquartier in den großen Brauereien, auch in die Schulgebäude und Turn­halle, wo man Maffenquartiere für die Veteranen hergerichtet hat. Schon nach 9 Uhr finden sich die Gruppen für den Festzug auf ihren Sammelplätzen ein. In den Straßen wird das Gedränge immer größer, doch geht Alles ruhig und ohne Störung ab. Um 11 Uhr beginnt nun der Festzug, der volle P/4 Stunden braucht, um zu pasfiren. Der Ein­druck des mächtigen Zuges, in dem eine zahllose Menschen­menge marschirt, ist großartig. Unmöglich ist es, die ein­zelnen Gruppen zu nennen. Die Darmstädter Vereine machen den Anfang. Unter klingendem Spiel ziehen sie, meist in bestimmter Vereinskleidung, mit ihren prächtigen Fahnen ein­her und geben den großen Festwagen da- Geleite. Diese sind reich geschmückt und stellen meist große Gruppen mit

allegorischen Figuren dar. Auf hohem Throne fitzt Germania mit den Schutzgottheiten der größeren hessischen Städte, die sich huldigend um die Büsten Kaiser Wilhelms I. und Ludwigs IV. vereint haben. Dann find da Darstellungen einzelner Gewerbs- und SportSzweige. Am meisten fällt die Gruppe des Radfahreroereins Darmstadt auf, die die Ver­breitung deS RadfohrfporteS über den ganzen Erdball veran­schaulicht. Auf einem RiesenglobuS steht neben seinem Rade ein junger Spottsfreond und um die Erdkugel herum haben sich die ausgezeichnet imitirteu Vertrtter aller Menschenraffen versammelt. Die ganze Gruppe paßt zwar nicht zum Character deS Zuges, doch sieht man darüber gerne hinaus, da sie außerordentlich gelungen erscheint. Der Oeconomen- verein, GärtnervereinigungFeronia", Bicycleclub u. s. w. sind gleichfalls mit großen Gruppenwagen im Zuge vertreten. In endlosem Zuge marschiren, überall jubelnd begrüßt, die Veteranen einher, meistens kräftige, gesunde Gestalten, nicht selten mit dem tifttnen Kreuz, ausnahmslos mit der KriegSerinnerungSmedaille geschmückt. In gemeßenen Abständen erscheinen einzelne coftümirte Kriegerabthrilungen, die die Entwickelungen der hessischen Armee vom Mittelalter bis in die Neuzeit veranschaulichen sollen. Da sind Reißige auS dem 13., Landsknechte auS dem 15. Jahrhundert, dann folgen Arkebusiere und Cavallerie verschiedener hessischer Regimenter, zum Thetl in äußerst werthvollen, eigenS für den Zug gefertigten Uniformen. So geht es fort bis die Zeit der Landgrafen deS 18. Jahr­hundert-, bis die Befreiungskriege und die Folgezeit, bis 1870 an einzelnen Gruppen erläutert ist. Endlos erscheint der Zug, doch festen Schrittes marschiren die Veteranen und die jüngeren Krieger, bis daS Ziel, der Festplatz, erreicht ist. Dort findet daS Festesten für 5900 Veteranen statt. Wer keinen Platz mehr findet, muß freilich in die Stadt hinein, doch dort hat das Comite bereit- für Unterkommen und Mittagsmahl gesorgt. Schlimmer find die Tausenden von Fremden daran, denen es oft schwer fällt, in den über­füllten Hotels und Restaurants unterzukommen. Nachmittags heißt die Parolezum Festplatz!" Wie S dort auSfieht und hergeht, meldet Ihren Lefern ein Brief in der nächsten Nummer.

6947

ab angenommen.

6835

abzugeben.

6859

Kaufen

Sie

6929

Block.

6957

Thurmelin

6925

Hummel

6839

\ Rcbüction: L. Lcheyda.

Druck und Btrlag der Brühl'scheo UnioerfitätS-vuch- und Cteindruckerei (Pietsch ch Schema) in Gtehm.

am der

Im Auftrag des Bau- und Platz-Ausschußes: Stahl, Kreis- und Prooinzial-Jngenieur.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Georgi, Beigeordneter.

beschloßene und von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz 2. Mai l. Js. genehmigte Ortsstatut, betreffend die Beigeordneten Provinzialhauptstadt Gießen, bringen wir nachstehend zur Kenntniß.

Gießen, den 16. August 1895.

Wir suchen zur Aushilfe auf 2 bis 3 Monate einen jungen Bau- oder Maschineutechniker. Bewerber wollen sich unter Vorlage selbst gefertigter Zeichnungen und schriftlicher Arbeiten in den nächsten 10 Tagen auf unserem technischen Bureau melden.

Gießen, den 16. August 1895.

Submission.

Nachdem die am 29. Juli ds. IS. stattgehabte Submission kein Ergebniß geliefert hat, werden die für die hiesigen Kliniken bis Ende März 1896 nöthigen Weißzeug- und Klei­dungsstücke hiermit nochmals zur Lieferung ausgeschrieben.

Die Bedingungen liegen in den GeschästSstunden auf dem Verwaltungs­bureau offen.

Offerten, versiegelt und mit ent- sprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 24. d. Mts., Mittags 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau

betr. die Beigeordneten der Provinzialhauptstadt Gießen.

Auf Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung vom 25. April 1895 und mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 2. Mai l. Js. zu Nr. M. I. 12348 wird hierdurch in Gemäßheit des Art. 29 der Städteordnung in der Fassung vom 26. Mai 1894 die Zahl der Beigeordneten für die Provinzialhauptstadt Gießen auf drei bemessen und bestimmt, daß einer dieser Beigeordneten mit Besoldung an gestellt werden soll.

Gießen, den 10. Mai 1895.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth.

Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

I. V.: Georgi.

Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen.

Nur in Gläsern, mit der Schutz­marke .Kammerjäger', zu haben zu 30 H, 60 1 «X,

2 Jt, 4 Jf. Dazu gehörige Thurmelinspritzen, die einzig praktischen, mit und ohne (Summt zu 35 H oder 50 H.

Alleiniger Fabrikant u. Erfinder

A. Thurmayr in Stuttgart.

.Ru haben in (Hessen 6ei «Suva» Walter; in Wetz­lar: VH. «Sder, Inhaber «.vergander; in Lollar: «ug. 3tmmertnenn.

Kart Kreös Leihbibliothek Schulstrasse IO.

Abonnements werden von heute

I Fahr. r»4er Fabrik, -i.ue.rt.

Vi-nr. 4er ISyvriW

Bekanntmachung.

Freitag, den 23. d. Mts., von Nachmittags 3 Uhr an soll die Klee- und Grasnutzuug von den zum ehemaligen v. Rabenau- scheu (3ul gehörigen Aeckern und Wiesen an Ort und Stelle versteigert werden und zwar:

1) Die Kleeernte von V/2 Morgen Acker auf der Warthe,

2) Desgleichen von 1 Morgen Acker daselbst,

3) Desgleichen von/i Morgen Acker am Stumpfengrasweg,

4) Desgleichen von 1/a Morgen Acker am Hasenköppel und

5) Die Grasernte von der Wiese hinter der ehemals v. Rabenau'schen Hofraithe und von der Wiese zwischen Schiffenbergerweg und dem Grüninger Fußpfad.

Zusammenkunft um 3 Uhr an der ehemals v. Rabenau'schen Hof­raithe auf dem Seltersberg.

Gießen, den 17. August 1895.

Versteigerung.

Freitag den 28. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, versteigere im Pfandlocal, SelterSweg 11, gegen Baarzahlung:

1 Clavier, 1 Billard, 2 EiSschrSnke, 1 Waschmangel, 1 Handwagen, Com- mode. Sophas, mehrere Regulateurs, eine Cylinderuhr, mehrere Bilder, Aquarelle u. d. m.

Gießen, den 15. August 1895.

6872 Mulch, BoUtiehungsbeamtcr.

Bekanntmachung.

Das von der Stadtverordneten-Versammlung am 25. April 1895

gegen alles Insekten Ungeziefer nur bas seit Jahren bewährte Aadicatmittek:

Thurmelin

Zeder Raucher

versuche die Special-Marken

Mr. 23 | Meritt' ä 6 Pfg.

Mr. 31 j (Cigarren ä 7 Pfg.

Vorzügliche Sumatra-, Felix-, Brasil-, Vorstenland- und Havanna- Fabrikate a 515 Pfg. 3447 T PH. Weiler, T

Havanna - Haus.

LMMWafWe AuMnng ju Gießen.

Die zum Bau von Stallungen und dergleichen erforder­lichen Zimmer-, Dachdecker-, Schreiner- und Schlosser-Arbeiten sollen im Submissionsweg vergeben werden.

Pläne, Arbeits-Beschreibung und Bedingungen liegen im Amtszimmer de» Kreisingenieurs (Kreisamtügebäude) zur Einsicht offen.

Die Singebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis

Dienstag, den 20. August l. Js., Vormittags 11 Uhr, ebenda einzureichen.

Gießen, am 13. August 1895.

Mein Lager in Spitzen aller Art, Hand- und Maschinen- klöppel, Tüll- und Spachtel, Lyoner und sonstiger Seidenspitzen rc., schwarz und weiß und in allen Breiten; sowie große Auswahl in Bändern, Sammeten, Seiden­stoffen, Stickereien u. Stickerei- Heitern ic., in bekannter Güte und neuesten Mustern empfehle zu herab­gesetzten, billigsten Preisen. ,eM L. Sahlfeld, Ludwigsplatz 14, Ecke Löberstr. Fandw. AusKeilungs-lotterie in Giessen.

Ziehung: 23. September.

Haupttreffer: Erntewagen mit vier Pferden 6607 i. W. von Mark 8000.

Loose ä 1 Mk. vera.d. alleinige Gen.-Agent. L. F. Ohnacker in Darmstadt

= und alle Loose-Verkaufsstellen. = Roggenkleie, Pa. Waare, Weizenschale, Samenkuchen (Raps), Palmkernknchen rc., jed. Quant, fr. Haus, empf. billigst

W. Schimmel,

Heuchelheim bei Gießen

Die Zuschlagsfrist beträgt 6 Tage. Gießen, den 14. August 1895. Großh. Verwaltungs - Direction der chirurg.-ophthalm. Universitäts-Klinik.

Grummetgras- Versteigerung.

Das diesjährige Grummetgras von den Domanialwiesen wird versteigert: L) Donnerstag den 22. August,

Vormittags 9 Uhr, bei Wirth Rabenau zu Alten-Buseck aus der Gemarkung Alten-Buseck.

2)Areitag den 23. August, Vormittags 9 Uhr, bei Wirth Dor seid in der Post zu Wieseck aus der Gemarkung Wieseck.

3)Freitag den 23. August, Nachmittags 3 Uhr, bei Wirth Leid im Philosophenwald aus der Ge­markung Gießen.

Gießen, den 15. August 1895.

Großh. Oberförsterei Gießen.

Südamerikauische | Schmetterling - Sammlung preiswerth zu vork. Anzusehen bei Ernst Balser, Mäusburg 11.

Zwiebelkuchen empfiehlt Dienstag u. Donners­tag von Morgens J/29 Uhr an 6685 W. Lange, Neustadt 47.

Aechte

fmnhf. Mmßlhki

oorrSthig in 6880

Carl Schwaab's __________Delikatessen Handlung. Neues Sauerkraut, neue Essiggurken, neue marinirteHäringe empfiehlt 6789

Hch. Arnold II.,

Marktstraße 28.

Zur Saat

empfehle

Zncarnat- uni Senffamtn.

Hch. Arnold II.,

6521 23 Marktstratz« >8,

la. Speisekartoffeln

(-tzrührofa)

liefert den Centner zu Mk. A.- frei ins Haus

Ohr. Mebe, Landwirth, 6343________Aazelsgaff« v.________

6919] Mirabellen und Reineclaude« abmqeben «rOnbergersttatze 42. _ WirMaltodkrpholograL

6095] In der Licherstratze steht ein Anwesen, Wohnhaus, in welchem Wirth» schäft betrieben wurde, Hinterhaus, HaaS- gättchen rc , |u ausnahmsweise günstigen Bedingungen zum Verkauf. Auskunft ertbetlt

A. Buxbaum. Sensal, Marburg.

Llt

e(

j'etr.'®'®1 M M bie

Sir beaust lltlisttt der schworeueu v bitte Listen w, den etwa erho bericht spätest die zuständigen

Die Spru in unserem A

92) bemerl m Personen M vollendet nti) hindurch der Vvhandlun den. derartige Beobachtung dk Schöffe« unb' mieden weihen. Beobachtung bi vom 14. Mai nach sind die i faffiMM/l-es neten Unionen bei ben in § 35 ablehnen können, anzwM ist. S bestehe«, ob ei 30. ober 6Uel eine Anfrage bt Weife genau aber auch nicht Amte eines So aber die gefehlt weglaffen, z. i vollen vielmehr nehmen. Hre S degleitberichte ar

Dar zur Ai

>en t. j

Es wird1 Die nach $ 6 &ie Aaturalleij ennittelten Du

von Z lnr ben Liefere

Hafer 2W. ließen,

Gr

Sie Er Gießen

Jus Profil

<iqenigen

Lerfügun.

Wftanbe fin' erinnert.

XU

Sgtffti 19'

"«<» Uni ®e®

>'»l ,ln'B d«

ÄWWh 81