uns das herrlichste Fesiwetter bescheert. Gestern wurde noch fieberhaft an der Vollendung deS FestschmuckeS in der Stadt gearbeitet und man darf sagen, daß Darmstadt auch diesmal ein Festgewand angelegt hat, wie es gleich kostbar wohl nicht in vielen Städten zu dieser Zeit gefunden werden kann. Freilich ist ja die prachtvolle Ausschmückung gelegentlich deS Einzugs unsere- Fürstenpaares diesmal nicht erreicht, aber das, was geboten ist, verdient doch die höchste Anerkennung. Die Straßen der Stadt bevölkerten sich also am Samstag mit ganzen Schaaren auswärtiger Festgäfte. Auf dem Festplatz war die Halle während des großen Feftesiens der Delegirten gesperrt, doch draußen begann schon frühzeitig daS bunte Treiben. Abends wurde die Halle zur BegrüßungS- feier eröffnet. Glücklich Der, der einen Platz erobern konnte. 4000 Einlaßkarten waren auSgegeben worden, dann mußte jeder Besucher zurückgewtesen werden, damit eine Ueberfüllung deS riesigen Baues vermieden wurde. Geduldig harrte die gewaltige Menschenmenge der Eröffnung der Feier. Ein Ehorgesang eröffnete das Programm, dann trug Herr G. Roth da- von dem Localpoeten Herrn K. Schaffnit schwungvoll gefertigte Festgedicht vor, nach dem die erste Strophe der „Wacht am Rhein", von der ganzen Versammlung gesungen, die weite Halle burchbrauste. Chor« und Musikstücke schloffen sich an, dann sang Herr Hofsänger Riech mann mit weithin schallender Stimme das „Lied vom Deutschen Reich" von Kugler und hierauf folgte die Vorführung der angekündigten Lichtbilder, Scenen aus den glorreichen Kriegsjahren darstellend. Die Bilder zerfielen in drei Gruppen, doch würde eine genaue Aufzählung uns hier zu weit führen. Jedes einzelne Bild wurde mit lautem Jubel ausgenommen, so namentlich „König Wilhelm im Mausoleum in Charlottenburg", „Letztes FriedenSquartier des Prinzen Ludwig", „Hauptquartier der hessischen Division", „Sturm auf Spichern", „Schlacht bet St. Privat-Gravelotte", „DaS Hessen-Denkmal", „Schloß Chambord", „Zusammentreffen Bismarcks und Napoleons", „Napoleon durch Bismarck zu König Wilhelm geleitet", „Die Kaiserproclamation zu Versailles", „DaS National.Denkmal auf dem Niederwald". Wiederum folgten musikalische Vorträge, dann schloß eine Reihe von turnerischen Gruppen-Aufführungen nach dem Pro
gramm die Feier. Um die Leitung der Chorgesäuge hatte sich Herr Phil. Orth, der die vereinigten Mänuergesang- vereine mit Umsicht dirigirte, verdient gemacht.
Jndeffen hatte sich draußen der Riesenfeftplatz — er hat natürlich viel größere Dimensionen als beim vorjährigen Mufikfest — mit Taufenden belebt. In allen Budeu und Restaurationen bunteS, fröhliches Treiben von Huuderteu.
Die vorrückeude Nacht machte dem frohen Gettiebe kein Ende, und als man daun endlich doch der Stadt zuzog, geschah dies nur, um sich in den bis zur frühen Morgen- stunde gefüllten Localen noch bei einem Glase Pilsener für die Anstrengungen deS kommenden TageS zu stärken. Am Sonntag hieß eS schon vor 7 Uhr aus den Beinen sein. Mit klingendem Spiel rückten die Mannschaften der Gar- uison auf den Paradeplatz und dort fand vor HeffenS oberstem Kriegsherrn, dem Großherzog, die feierliche Parade statt, die unter starker Betheiligung deS schaulustigen Publikums glänzend auSfiel. Dann war FestgotteSdienst in den katholischen, evangelischen und israelitischen Gotteshäusern. Jndeffen durchzogen unaufhörlich neue Kriegerschaaren die Straßen der Stadt, fast jede Viertelstunde bringt einen neuen Extrazug und auf der Bahn herrscht ein wogendes Treiben von activen und inactiven Militärs, Eivilpersonen, unter denen die Mit- glieder des Empfangsausschusses durch besondere Abzeichen kenntlich gemacht find. Doch alles verläuft ordnungsgemäß. Biele Vereine suchen zunächst nach ihrem Standquartier in den großen Brauereien, auch in die Schulgebäude und Turnhalle, wo man Maffenquartiere für die Veteranen hergerichtet hat. Schon nach 9 Uhr finden sich die Gruppen für den Festzug auf ihren Sammelplätzen ein. In den Straßen wird das Gedränge immer größer, doch geht Alles ruhig und ohne Störung ab. Um 11 Uhr beginnt nun der Festzug, der volle P/4 Stunden braucht, um zu pasfiren. Der Eindruck des mächtigen Zuges, in dem eine zahllose Menschenmenge marschirt, ist großartig. Unmöglich ist es, die einzelnen Gruppen zu nennen. Die Darmstädter Vereine machen den Anfang. Unter klingendem Spiel ziehen sie, meist in bestimmter Vereinskleidung, mit ihren prächtigen Fahnen einher und geben den großen Festwagen da- Geleite. Diese sind reich geschmückt und stellen meist große Gruppen mit
allegorischen Figuren dar. Auf hohem Throne fitzt Germania mit den Schutzgottheiten der größeren hessischen Städte, die sich huldigend um die Büsten Kaiser Wilhelms I. und Ludwigs IV. vereint haben. Dann find da Darstellungen einzelner Gewerbs- und SportSzweige. Am meisten fällt die Gruppe des Radfahreroereins Darmstadt auf, die die Verbreitung deS RadfohrfporteS über den ganzen Erdball veranschaulicht. Auf einem RiesenglobuS steht neben seinem Rade ein junger Spottsfreond und um die Erdkugel herum haben sich die ausgezeichnet imitirteu Vertrtter aller Menschenraffen versammelt. Die ganze Gruppe paßt zwar nicht zum Character deS Zuges, doch sieht man darüber gerne hinaus, da sie außerordentlich gelungen erscheint. Der Oeconomen- verein, Gärtnervereinigung „Feronia", Bicycleclub u. s. w. sind gleichfalls mit großen Gruppenwagen im Zuge vertreten. In endlosem Zuge marschiren, überall jubelnd begrüßt, die Veteranen einher, meistens kräftige, gesunde Gestalten, nicht selten mit dem tifttnen Kreuz, ausnahmslos mit der KriegSerinnerungSmedaille geschmückt. In gemeßenen Abständen erscheinen einzelne coftümirte Kriegerabthrilungen, die die Entwickelungen der hessischen Armee vom Mittelalter bis in die Neuzeit veranschaulichen sollen. Da sind Reißige auS dem 13., Landsknechte auS dem 15. Jahrhundert, dann folgen Arkebusiere und Cavallerie verschiedener hessischer Regimenter, zum Thetl in äußerst werthvollen, eigenS für den Zug gefertigten Uniformen. So geht es fort bis die Zeit der Landgrafen deS 18. Jahrhundert-, bis die Befreiungskriege und die Folgezeit, bis 1870 an einzelnen Gruppen erläutert ist. Endlos erscheint der Zug, doch festen Schrittes marschiren die Veteranen und die jüngeren Krieger, bis daS Ziel, der Festplatz, erreicht ist. Dort findet daS Festesten für 5900 Veteranen statt. Wer keinen Platz mehr findet, muß freilich in die Stadt hinein, doch dort hat das Comite bereit- für Unterkommen und Mittagsmahl gesorgt. Schlimmer find die Tausenden von Fremden daran, denen es oft schwer fällt, in den überfüllten Hotels und Restaurants unterzukommen. Nachmittags heißt die Parole „zum Festplatz!" Wie S dort auSfieht und hergeht, meldet Ihren Lefern ein Brief in der nächsten Nummer.
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Im Auftrag des Bau- und Platz-Ausschußes: Stahl, Kreis- und Prooinzial-Jngenieur.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Georgi, Beigeordneter.
beschloßene und von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz 2. Mai l. Js. genehmigte Ortsstatut, betreffend die Beigeordneten Provinzialhauptstadt Gießen, bringen wir nachstehend zur Kenntniß.
Gießen, den 16. August 1895.
Wir suchen zur Aushilfe auf 2 bis 3 Monate einen jungen Bau- oder Maschineutechniker. Bewerber wollen sich unter Vorlage selbst gefertigter Zeichnungen und schriftlicher Arbeiten in den nächsten 10 Tagen auf unserem technischen Bureau melden.
Gießen, den 16. August 1895.
Submission.
Nachdem die am 29. Juli ds. IS. stattgehabte Submission kein Ergebniß geliefert hat, werden die für die hiesigen Kliniken bis Ende März 1896 nöthigen Weißzeug- und Kleidungsstücke hiermit nochmals zur Lieferung ausgeschrieben.
Die Bedingungen liegen in den GeschästSstunden auf dem Verwaltungsbureau offen.
Offerten, versiegelt und mit ent- sprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 24. d. Mts., Mittags 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau
betr. die Beigeordneten der Provinzialhauptstadt Gießen.
Auf Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung vom 25. April 1895 und mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 2. Mai l. Js. zu Nr. M. I. 12348 wird hierdurch in Gemäßheit des Art. 29 der Städteordnung in der Fassung vom 26. Mai 1894 die Zahl der Beigeordneten für die Provinzialhauptstadt Gießen auf drei bemessen und bestimmt, daß einer dieser Beigeordneten mit Besoldung an gestellt werden soll.
Gießen, den 10. Mai 1895.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Gnauth.
Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
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Freitag, den 23. d. Mts., von Nachmittags 3 Uhr an soll die Klee- und Grasnutzuug von den zum ehemaligen v. Rabenau- scheu (3ul gehörigen Aeckern und Wiesen an Ort und Stelle versteigert werden und zwar:
1) Die Kleeernte von V/2 Morgen Acker auf der Warthe,
2) Desgleichen von 1 Morgen Acker daselbst,
3) Desgleichen von ‘/i Morgen Acker am Stumpfengrasweg,
4) Desgleichen von 1/a Morgen Acker am Hasenköppel und
5) Die Grasernte von der Wiese hinter der ehemals v. Rabenau'schen Hofraithe und von der Wiese zwischen Schiffenbergerweg und dem Grüninger Fußpfad.
Zusammenkunft um 3 Uhr an der ehemals v. Rabenau'schen Hofraithe auf dem Seltersberg.
Gießen, den 17. August 1895.
Versteigerung.
Freitag den 28. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, versteigere im Pfandlocal, SelterSweg 11, gegen Baarzahlung:
1 Clavier, 1 Billard, 2 EiSschrSnke, 1 Waschmangel, 1 Handwagen, Com- mode. Sophas, mehrere Regulateurs, eine Cylinderuhr, mehrere Bilder, Aquarelle u. d. m.
Gießen, den 15. August 1895.
6872 Mulch, BoUtiehungsbeamtcr.
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