Ausgabe 
20.2.1895
 
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wßrttembergifchen Lan dtagSwahle» mehr über« rasche worden, als man es sich bisher von osftciöser Seite zugestehen möchte. Auch wird hinzngefügt, daß über den Beziehungen der beiden Regierungen neue Wolken auftauchen, insofern man nicht wenig von dem Vorhaben deS Freiherru v. Mittnacht erbaut ist, fein viel erörtertes DerfasiungS» revisiouß-Project nunmehr durchzusetzen.

Berlin, 18. Februar. Die Nachricht, daß Graf St oll berg bei seiner Wahlcondidatur im Wahlkreise Lyck- Oletzo-JohanniSburg sich auf das deutsch conservative Trivoli« Programm verpflichtet und sich auch zum Antrag Kanitz be­kannt habe, wird derKreuzzeitung" von zuverlässiger Seite bestätigt. Graf Stollberg hat dem Ausschuß deS ostdeutschen konservativen Vereins gegenüber eine Erklärung abgegeben, worin er dem neuen, jetzt giltigen confervaltven Programm zustimmt, sein Eintreten für die Hebung der Getreidezölle und für den Antrag Kanitz zusogt und die Nolhwendigkeit der Einführung von Staffeltarifen betont.

Berlin, 18. Februar. DieNordd. Allgem. Ztg." dementirt die Blättermeldung, wonach der Kaiser in­folge fachmännischer Anregung seit einiger Zeit sich lebhaft mit dem Studium deS See Kriegsrechts in Bezug auf den Schutz des Privat-GigemhumS beschäftige.

Berlin, 18. Februar. Die erste Berathung deS Gesetz­entwurfes, betreffend die Tabakfabrikatsteuer und do» Finanzgesetz, wird wahrscheinlich Ende dieser Woche, höchst wahrscheinlich am Donnerstag, ftattfinden.

Berlin, 18. Februar. Im Abgeordnetenhause sind heute die Fraktionen zusammengetreten, um ihre Stellung zur ersten Berathung deS Stempelsteuergesetzes fest­zulegen.

Berlin, 18. Februar. Die Eröffnung deS N or d- Ostfee-Canals im Juni d. I. wird sich, wie man hört, sehr glanzvoll gestalten. Alle deutschen Fürsten und alle seefahrenden Nationen haben im Auftrage deS Kaisers Ein­ladungen erhalten.

Stuttgart, 18. Februar. Infolge von Schnee- Verwehungen ist der Eisenbahnverkehr auf den Strecken Waldsee - Memmingen, Kißlegg-Hergatz und Lemkirch-J-ny eingestellt.

Prag, 18. Februar. Gestern Abend wurden in den Straßen große Mengen rother Zettel vertheilt, welche die Arbeiterschaft zu Demonstrationen für das all­gemeine Wahlrecht aufforderten. Die geplante Demon­stration ist jedoch unterblieben infolge umfaffender polizeilicher Vorkehrungen.

Fiume, 18. Februar. Seit heute Morgen wüthet wiederum eine Bora. Die Zugverbindungen find sehr er- schwert- ein Courierzug blieb im Schnee stecken.

Veoedig, 18. Februar. In ganz Oberitalien herrscht wieder eine äußerst starke Kälte. In Bologna waren heute 10, in Turin, Cremona und Mirandola 14 Grad Kälte. Auch aus Sicilien wird strenger Frost und heftiger Schneefall gemeldet.

Paris, 18. Februar. Die Regierung hat eine außer­ordentliche parlamentarische Commission ernannt, welche die Aufgabe hat, eine Reform des gesammten admini­strativen Apparats vorzubereiten. Diese Commission soll ihr Augenmerk darauf richten, alle überflüssigen Formali­täten in der Erledigung der Geschäfte abzuschaffen und den Local-Verwaltungen mehr Freiheit und Selbstständigkeit durch Vereinfachung des ganzen Betriebes zu geben.

Arco, 18. Februar. Der Erzherzog Albrecht ist heute Mittag gestorben.

Arco, 18. Februar, lieber baß Leichen begängniß des heute verstorbenen Erzherzogs Albrecht ist noch nichts Näheres bestimmt. Morgen Abend erfolgt die An­kunft des Kaisers Franz Joseph. Falls der Gesundheits­zustand des deutschen Kaisers gestatten sollte, wird auch er dem Leichenbegängniß beiwohnen. Der König von Sachsen trifft bestimmt hier ein. Die Erben des kolossalen Besitzes und BaarvermögenS sind die Erzherzöge Friedrich Karl Stephan und Eugen.

London, 18. Februar. Auf der Insel Formosa explodtrte ein Pulverthurm, wobei 50 chinesische Soldaten umS Leben kamen.

Loudon, 18 Februar. DieTimes" meldet aus Shanghai, daß sich gleichzeitig mit dem Admiral Ting eine größere Anzahl Offiziere getödtet hätten, weil der chinesische Kaiser den Befehl ertheilt hatte, alle bei der Capitulation behelligten Offiziere und Beamte ohne Weiteres hinzurichten. Der Gouverneur erhielt den Befehl, alle Flücht- linge zu ermorden.

London, 18. Februar. Nach einer Meldung derTimes" weigert sich die chinesische Regierung, trotz der Intervention des deutschen ConsulS, dem Hauptmann von Hanneken die von ihm für die Vertheidigung von Peking ausgelegten Summen zurückzubezahlen.

Konstantinopel, 18. Februar. Der Minister des Aeußeren, Said Pascha, hat die Reklamation der Botschafter bezüglich der Unsicherheit in den Straßen Konstantinopels dahin beantwortet, daß die Regierung bereits eine Corn- milfion unter Vorsitz des Polizeiministers Nazim Pascha mit der Lösung dieser Frage beauftragt habe. Die Commission bat beschlossen, die Polizeimannschaft zu vermehren und einen strengen Patrouillendienst vornehmen zu laffen.

H. Darmstadt, 19. Februar. Die Erste Kammer der Stände tritt am 19. März zusammen.

CocaUt ttnd provinzielle».

Eießen, den 19. Februar 1895

* Kirchliche Dienstnachrichten. lieber den Besitz der I nach Art. 1 und 4 des Gesetzes vom 5. Juni 1887 , die ' Vorbildung und Anstellung der Geistlichen betreffend, zur Uebernahme eines Kirchenamtes nothwendigen Eigenschaften ' ist der Nachweis erbracht worden bezüglich der katholischen

Geistlichen: Wilhelm Boxheimer < Abenheim, Franz Diehl aus Gau-AlgeSheim, Anton Gal lei aus Slein- Hausen, Johannes Gärtner auß Lorsch, Heinrich AloyS Heiser auß H-ideSheim, Philipp Kneib auß Zornheim, Friedrich Carl Kronenberger auß Eber-Heim, Johannes Reher auß Ober-Erlenbach, Friedrich Stock aus WormS und Albert Rudolf Bogt auß Biblis.

Schuldienst-Nachrichten. Am 2. Felnuar wurde dem SchulamtSaSpiranten Otto Gremm aus Deckenbach eine Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Freiensteinau, Rreiß Lauterbach, übertragen, am 6 Februar wurde der von dem KreiSrath beß Kreiseß Offenbach, dem Gemeinderatd und dem katholischen Pfarrer zu Weiskirchen, Kr. Offenbach, auf die erste Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Weiß­kirchen präsentirte Schullehrer Johannes Zah^n für diese Stelle bestätigt.

* * Erledigte Lehrerstelleu. Erledigt find: Die mit einem coangel. Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeinde­schule zu Bauernheim, Kr. Friedberg, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienft verbunden. Eine Lehrerftelle an der evangelischen Schule zu Bensheim mit einem nach dem Dienstalter sich bemeffenden jährlichen Gehalte von 1000 1400 Mk.

* Titel für Amtßgerichttzfchreiber. DerW. Ztg." wird geschrieben: Nachdem vor einigen Wochen die Zweite Kammer mit Zustimmung der Regierung beschloflen hat, daß die KreisamtSgehilfen definitiv angestellt und denselben der Amts- titelKreissekretär" verl eben werden soll, ist bei den hessi­schen AmtSgerichtöschreibern der Wunsch laut geworden, daß ihnen ebenfalls ein ihrem schwierigen Amte und ihrer so ver­antwortungsvollen Stellung entsprechender Titel verliehen werden möge, wie dies auch in Preußen, Bayern und an­deren Bundesstaaten schon längst der Fall ist, wo der Amts- ger^chtsschrelber den TitelSecretär" führt und mitunter sogar als besondere Anerkennung der TitelDberfecretät" verliehen wird.

* Preußische Klaffenlotterie. Der preußische Finanz- minifter soll, wie dieDeutsche TgSztg." vernimmt, beab­sichtigen, den Verkauf der Loose zur preußischen Klaffenlotterie den königl. Kreisrentmeistern zu übertragen.

25 jährige ErinnernngSfeier an den 18. August 1870. Behufs Besprechung der Vorarbeiten für die Feier der Wiederkehr deS 18. August fand am Sonntag in Darmstadt eine größere Versammlung statt. Die Kriegerkameradschaft Hassia" hat die Feier in die Hand genommen, doch soll daS Fest ein Jubelfest für daß ganze Großherzogthum werden, und in eine Vor?, Haupt und Nachfeier zerfallen. Festort ist Darmstadt. Die Vorfeier findet am Samstag den 17. August statt und umfaßt den Delegirtentag derHassia", Abends gemeinschaftliches Essen, Concert in der Festhalle - die Hauptfeier kommt dem eigentlichen Tag von Gravelotle, 18. August, dem Ehrentag der hessischen Division, zu/ an diesem findet eine Paradeaufstellung sämmtlicher Verbands- vereine statt (bei Abhaltung einer Parade der Truppen der Darmstädter Garnison auch Anschluß an diese Parade), bann Vorbeimarsch am Lanbeskriegerbenkrnal und Niederlegung von Kränzen an diesem, Gebächtnißrede, Festmahl, Concert- am 19. Ausflug in die Bergstraße rc.- am 20. allgemeines Volksfest. Die Nachfeier wirb am barauffolgcnben Sonn­tage, 25. August stattfinden und zugleich als Ersatz bienen für baß in biefem Jahre auSfallenbe Sebanfest.

** Wildkatzen. Auf dem Buderuß'schLn Jagdgebiet in der Gemarkung Ruttershausen wurden innerhalb der letzten acht Tage zwei männliche Wildkatzen geschoffen, welche sich, jedenfalls wegen Mangel an Nahrung, hierher verzogen hatten. Dieselben hatten sehr schöne Felle, waren aber total abgemagert; die Magen der beiden Thtere hatten absolut nichts enthalten.

* Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Taglöhner Ambrosius Böhntng aus Steinbach (Kreiß Hünfeld), von der Staatsanwaltschaft in Mainz wegen Dieb­stahls- HauSbursche Friedrich R o f en bäum aus Gießen vom Polizciamt in Gießen wegen Unterschlagung.

Darmstadt, 19. Februar. Die Beerdigung dcS ver­storbenen Herrn Geheimcrath Jaup hat am SamStag unter außerordentlich großer Betheiligung namentlich seitens der hiesigen Beamten, unter denen sich auch die beiden Herren Minister befanden, stattgefunden. Auch zadlreiche Kränze und Blumen gaben Zeugniß davon, welcher Verehrung und Liebe sich Herr Jaup zu erfreuen hatte. Herr Pfarrer Ehr­hardt hielt eine tiefempfundene Grabrede.

U. Darmstadt, 16. Februar. Dor dem geistlichen DiSciplinargerichtShofe dahier wurde gestern eine Sache verhandelt, welche besonders für die Provinz Ober- heffen Jntereffe besitzt- es möge daher in Kürze einiges mit» geheilt werden. Pfarrer F. in B. wurde im vorigen Herbste von feiner Dienftmagb UebleS nachgesagt, also daß der Dienst­bote entlaffen werden mußte. Das Dorf B. ist seit zwei Jahren wegen der Bürgermeisterwahl heftig aufgeregt, die Menschen feinden sich an und Haffen sich, und die edle Schreibekunst wird dazu benutzt, anonyme Briese mit gott­losem, ja unflätigem Inhalte dem Nebenmenschen ins HauS, auf Aecker und in Ställe zu befördern. Der Ort-geistliche mischte sich nicht in die Wahlen, wurde aber doch von Man­chem gehaßt und angefeindet. Darum vermochte cS ein niedrig denkendes Individuum über sich, an baß Ober- Consistorium hierher zu schreiben, bem Geistlichen sündhafte | Haublungen nachzureden und drei Namen von ehrenhasten Bürgern darunter zu setzen, damit der geistlichen Behörde nichtß übrig blieb, alß eine Untersuchung einzuleiten. ES wird bemerkt, baß bie drei Bürger ganz außer sich über den Mißbrauch mit ihren Namen gewesen sind. Die entlassene ! Dienftmagb sagte Schlechte- über den Geistlichen auß unb ' eine anbete Familie in B. sagte AebnlicheS. AIS bem so ' schwer Gekränkten die Protokolle vorgelesen wurden, war er so sehr von Widerwille, Ekel und Abscheu erfüllt, daß er auf die Frage wa- er einzuwenden habe? antwortete:

RtchtS. Di: vorgesetzte Behörde schloß daraus: der Geist liche sei nicht unschuldig, verfügte die Suspension und übergab die Sache bem geistlichen DisciplinargerichiShofe. Run aber ging so wird uns aus bester Quelle versichert ein Sturm der Entrüstung und des heilgften Unwillens durch das Dorf B. und die ganze Gegend. Wie ein Mann erhoben sich die Bewohner und reichten eine von Hunderten von Unterschriften bedeckte Schrift hierher an die obere geistliche Behörde ein, worin die Verdächtigungen zurückgewiesen wurden. Die Decanatsgeistlichen thaten dasselbe, die Freunde und Bekannten kamen von Morgen und von Abend, von Mittag und von Mitternacht, um Zeugniß abzulegen, aber es wollte nichts helfen, denn die obere Behörde hatte dem Angeschnldigten sogar zu erkennen gegeben: er möchte baß Amt meberlegen, waS aber abgelehnt würbe. So blieb nur bie Hoffnung auf bie Richter beß hohen DiSciplinargerichtShofe- unb sie Hoden ein herrliches Unheil gefällt. Der allweise, gerechte und gütige himmlische Vater machte bie Pläne ber Feinbe zu schänden, wie wir eS in 1. Mose Cap. 19 V. 11 lesen- bie Freunde beß Beschuldigten aber legten so kräftiges, erhebendes Zeugniß ab, daß selbst die Feinde in Weinen und Heulen auSbrachen. Mit gewaltiger Rrde, die wie Keulenschläge auf bie Anklage niederbrach, zerriß der treffliche Venheidiger das sünbhafte Lügengewebe unb ber hohe Gerichtshof sprach sein : Nichtschulbig! auß. Alle Anwesenden, zuvörderst auch die Herren Richter, eil en zu dem schwergeprüften Seelsorger unb sprachen ihm ihre herzlichen Glückwünsche aus. Ghn volles Vierteljahr bat gebauert, btß die Wahrheit endlich durchdrang. Neunzig lange, bange Tage und qualvolle, bittere Nächte hatte bie Familie durchzukämpfen unb manchmal griff sie nach bem Bibclduchc, nach den Psalmen, bie in so ge­waltiger Weise zeigen, wie der Christ um Hilfe unb Rettung vor seinen Feinden beten soll. Diese Letztere aber, so ver- sichert man unß, weiß man ziemlich genau, denn nur wenige gitbt, die in dortiger Gegend ein mit so teuflischer Bos­heit und Sündhaftigkeit abgefaßteß Schriftstück an die hohe geistliche Behörde abzusenden fähig sind. Wenn ihnen diese Worte zu Gesichte kommen und daß wird sicher der Fall fein dann mag ihnen ihr Gewissen sagen, falls noch nicht ganz erstorben unb vertrocknet ist: droben sitzt einer im Regimente, ber wird Rechenschaft forbern über diese Unhat! die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. Der schwergeprüfte Geistliche kann mit 1. Sam. 7. Cap. V. 12 zum Andenken an den 15. Februar 1895 einen Gedenkstein aufrichten, nachdem der Sorgenftein weggewälzt ist und darauf schreiben: Eben Ezer: b. h. biß hierher bat der Herr geholfen.

BenSheim, 18. Februar. Daß Maturitätsexameir am Großh. Gymnasium fand am letzten Freitag mU einer mündlichen Prüfung unter dem Vorsitze deß Herrn Geheimen OberschulrathS Soldan seinen Abschluß. Sämmt- lichen 13 Examinanden wurde baß Zeugniß der Reife zu­erkannt unb 4 derselben auf Grund vorzüglicher Leistungen im schriftlichen Examen von der mündlichen Prüfung ent­bunden. Von den Geprüften widmen sich 9 der Rechts­wissenschaft, 3 ber Theologie und 1 der Cameralwissenschast.

Bingen, 17. Februar. Daß heute vom Mittelrheinischen Eislaufverein bei RüdeSheim auf dem Rheine veranstaltete Eis fest war von mehreren Tausend Menschen besucht. Auf einem besonderen, mit Fahnen geschmückten Festplatze führten Schlittschuhläufer Meisterstücke in dieser Kunst auß.

Vermischte».

* Köln, 18. Februar. Wegen Zahlung einer Schuld von einer Mark hatte ein hiesiger Schuster seinen Freund' meuchlings erstochen. Das Schwurgericht verurtheilteheute den Thäter zu 15 Jahren Zuchthaus, obwohl der Staats- anwalt nur 12 Jahre beantragt hatte. Daß Strasmaximum erfolgte mit Rücksicht auf die Brutalität der Thal

* St. Johann fl. d. S., 18. Februar. Heute treffe» wieder allseitig Nachrichten ein über Störungen und Stockungen beß Verkehrs infolge Schneewehen-. Mehrere Kohlenzüge im Revier sind stecken geblieben, ebenso die Schlittenpost inß Köllerthal. Nachmittag-sand hier wieder leichter Schneefall bei gelindem THauwetter statt.

Posen, 18. Februar. In Conradßwaldau bei Frau- stabt ist eine große Anzahl Personen unter Anzeichen ber Vergiftung erkrankt, drei sinb schon gestorben. Für wahrscheinlich hält man Bleivergiftung bunt Mehl.

Straßburg i. E . 18. Februar. Infolge ber Schnee- Verwehungen stockt ber Verkehr auf den Linien Bitsch- Saargemünb unb Avricourt Dieuze gänzlich. Die Verkehrs­störung wird biß heute Abend onbauern. Militär legt bie Bahnlinien frei.

* Karlsbad, 18 Februar Eine neue heiße Quelle ist hier im Keller eines Vindobona genannten Hauses ber Franz-Josephstraße ausgebrochen.

Budapest, 18. Februar. Auß ganz Ungarn treffen Nachrichten über enorme Kälte ein. Hier hatten wir heute 17 Grad, in Rotenberg 25 Grab Rcaumur. An zahl­reichen Orten ist der Verkehr vollständig gestört. Am Waag­thal stecken zwei Züge.

* Zwei Leipziger Studenten holten kürzlich Nachts um die 12. Stunde einen Stuhl aus ihrerBude", mit diesem malten sie in unmittelbarer Nähe der nächsten Polizeiwache Halt. Der eine setzte sich daraus unb beide warteten nun der Dinge, bie da kommen sollten. Richtig da kamen zwei Schutzmänner. Der eine Stubent sing nun an zu ächzen und zu stöhnen, daß es hätte einen Stein erweichen können. Der andere aber ergriff seine- Freunde» Hand, fühlte nach dem PulS, zog seine Uhr hervor und zählte mit besorgter Miene bie PulSichiäge des Kranken. Natürlich kamen die Schutzleute heran. Einer von ihnen fragte theil- nehmend:Der Herr ist wohl krank, wa» fehlt denn dem Herr?" Keine Antwort, derArzt" blieb stumm unb fein Gesicht nahm eine nur noch besorgtere Miene an. Der Schutzmann beugte sich nun über den anscheinend Kranken,