Ausgabe 
20.1.1895 Zweites Blatt
 
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infolge toenntgfeAer Verzögerungen, veranlaßt durch die schwer ju lösende Frage in der Bestellung eines $erflgenbm, seine Tvättgkett erst am 1. November 1893. Nachdem diese Frage durch Wadl des Heer» Oberbürgermeisters zum Dor sitzen den, der Herren Bei­geordneter Grüneberg und Stadtverordneter Keller zu btfien Stellvertreter gelöst, auch die Functionen eine- Gerichtsscheiders dem Bureaugehülfen Nau übertiagen worden, wurde daS Gericht alsbald stark in Anspruch genommen. Während nach dem alten Verfahren vor dem Gemeindevorstcher im Boijabr zusammen nur 11 Klagen und im Betriebsjahr bis zum 31. October deren 9 an­hängig geworden warm, find zunächst dtS »um 31. März 1894 noch 27 und in dem Jahre vom 1. November 1893 bis dahin 1894 im Ganzen 100 Fälle bet dem Gewerdegertcht angebracht worden, -tiefe 100 Klag n erledigten fich wie folgt. Klagzurücknahme vor dem ersten Termin 4, Klagzurücknahme im ersten Termine 4, Vergleich im ersten Termine 44, AnerkmnungSurtheil im ersten Termine 2 Persäumnitz- urtdetl im ersten Termine 7, Endu-theil im ersten Termine 3, Klag- verbindung im ersten Termine 1, K agzurückoahme vor dem zweiten Termine (mit Beisitzern) 2, Vergleich im zweiten Termme 3, End- urtheil im zweiten Termine 25, andere Erledigung (Zurückziehung von Einsprüchen gegen Dersäumnißurtheile) 5; es find somit ca. zwei Drittel aller Klagen ohne Heranziehung d-r Betfitzer, tn der Mehrzahl mit Vergleich durch den Vorsitzenden des Gerichts erledigt worden. In allen Sachen wurden zusammen 133 Termine adgebaltev und zwar 96 durch ben Vorsitzenden allein und 37 mit Beisitzern, welche letztere zu 21 Sitzungen herangezogen waren. 11 Klagen wurden von Arbeitgebern, 89 von Arbeitnehmern erhoben. Don dm 11 Klagm der Arbeitgeber ging in 10 Fäll n der Klagantrag aus Wiederaufnahme der Arbeit und nur in einem Falle wurde aus Entschädigung geklagt. Die Klagm wurden erledigt wie folgt: durch Klagzurücknahme vor Termin 1, durch Versäumntßurtheil 1, durch Vergleich 5, durch Ead- urtheil 4.

In einem Endurtheil wurde aus Abweisung 6er Klage erkannt, in 3 dm Klageanträgen ftattgegebm, in den Vergleichen wurde dreimal Wiederausnahme der Arbeit, zweimal eine Buße des Be­klagten an die Armmkaffe vereinbart, das eine Versäumnitzurtheil sprach die Verurthetlung des Beklagten zur Zahlung der gesorderten Entschädigung aus. Die an fich selteneren Klagen der Arbeitgeber warm danach im Allgemeinen wohl begründet. Die 89 Klagen der Arbeitnehmer haben fich erledigt wie folgt: durch Klag- zurücknabme vor erstem Termin 3, im ersten Termin 4, im zweiten Termin 2, Vergleich im zweiten Termin 42, Anerkennungsurlheil im zweiten Termin 2, Verfäumnißurtheil im zweiten Termin 11, Endurtheil im zweiten Termin 24, Klagverbindung im zweiten Termin 1. Da diese Klagen fämmtlich auf Entschädigung lauteten, so sind im Nachstehenden die Höhen der Streitsummen der letzteren angegeben, nach welchen sich die erhobenen Klagen erledigten: durch Klagzurücknahme Mk. 285 80, Verfäumnißurtheil Mk. 149 80, An­erkennung-urtheil Mk. 71.36, Endurtheil zu Gunsten btfl Klägers Mk. 381.60, desgleichen mit Klaaeabweifung Mk. 22937, Vergleich zu Gunsten des Klägers Mk. 657 95, desgleichen mit Nachlaß festens Klägers 598.81. Zusammen 2374.79. Die klagenden Arbeitnehmer

haben sonach von ben eingeklaglen 2374.79, im Ganzen Mk. 1270.81 I rt> 53 »Et. des Slagear spruws .rhastm. An Gcrichtskoftm | sind ben Pa.tcim Mk. 53.30 erwachsen.

Im Weiteren berichtet Herr Oderbürgermeister bezüglich bei Gewe.begertchts: Er habe geglaubt, bei der Neuheit der Einrichtung etwaS näher auf deren Ergebnisse in dem ersten Jahr th,rs ve- stehenS eingeben zu follen; nach feinen bishertgm Wahrnehrrungen verdiene das Verfahren gegenüber dem feith-rigen ui streitig ben Vorzug, was Raschheit, Etnfachdett und B lligkerr anlm g , eS fielen ad«r zu seinen Gunsten nammtlich auch die soziol-n Vortheste schwer inS Gewicht, welche einerseits in dem Zufammenwtik.n von Arbeitgebern und Arvetinebmern bei der Entscheidung gewerblicher Stiertigkestm und anderseits in der damit ö er breiteten Kenntniß der enlfche'denden Bedingungen bei Arbeit-oert'agS liegen. Die zunehmende Verbrei­tung der letzteren Kenntnis läßt für später wieder eine Abnahme der Klagen bei dem Gewerbegericht erhoffen, namentlich dann, wenn ins­besondere auch die kleineren Arbeitgeber mehr wie bisher fich mit den maßgebenden Bestimmungen der Gewerbeordnung und der D ificherungsgesetze werden vertraut gemacht haben. E'ne Inan­spruchnahme des Gew rbegerichtes als Emigunasamt ist erfreulicher Weise noch nicht nöihig geworden, auch mit Abgabe von Gutachten über gewerbliche Angelegendeiten ko> nte daS Gericht noch nicht be­saßt werden. Immerhin habe die Theilnahme des Herrn Oberbürger­meisters an der vom Freien Deuisch'N Hochsttst auf 8 October 1893 nach Frankfurt a. M. einberusenen Le fammlun« zur Besprechung der wichtigen F agen der Arbeittzlostgkeit und Ard-itSvermttt.lung Anlaß gegeben zur Beschaffung und Stchtung der für untere Stadt in das Gebiet des Arbeitsnachweises einschlagenden Uite lag'n, sodaß es nur einer Anregung aus den zunächst betbeiligten K eisen be- dürsen würde, um cicje Angelegenheit auch für Gießen zur Verhand­lung zu bringen.

In Gemäßheit be8 S 420 der Strasproceßordnung wurde in 80'BcletdigungSsachen Südneverfuch abgebalten; in 26 Fällen gelang eS, die Parteien zu vereinigen, wSbrend in 46 Fällen diese Bemühungen erfolglos biteben und in 8 Fällen der Antrag zurück­gezogen wurde.

(Fortf-tzuna folgt.)

totales und provinzielles.

H. Hungen, 17. Januar. Dor einiger Zeit brachte der Gießener Anzeiger" die Nachricht, daß die Arbeiten auf der Nedenbahnlinie Friedberg « Salzhausen - Nidda in erfreulichem Fortschreiten begriffen wären. Wir können das« selbe von der Linie Friedberg-Hunßen melden und noch dazufügen, daß wir der Schwesteriinie Friedberg-Nidda > sogar um ein gutes Stück voraus sind, denn bei unß wird 1 bereits eifrig in Beziehung auf Geländeerwerbung vor- : gearbeitet. Daß die Geländeerwerbung bei jedem Bahnbau ; eine recht schwierige Arbeit ist und darum eine wichtige Rollo

spielt, ist allerseits bekannt. Für unsere Gemeinde komm: tn Betracht, daß wir nur eine kleine Strecke von der Bahn haben, aber doch bedeutend beitragen müffen, weil die Bei- träge nach der Seelenzahl und dem Steuercapitale bemeffen werden. Sodann wird für Hungen ein großer Bonheil im Herbste und Frühjahre dadurch Wegfällen, daß eS nicht «ehr der Sammelplatz für Hunderte von Karroffelsubrwerken an« der Wetterau, die ihre Ladungen hier zur Bahn brachten, sein wird, weil diese Fuhrwerke später alle nach den nächsten Bahnhöfen streben werden, so daß unser Localverkehr fich mindern muß. Wir erhalten dafür aber doch auch wieder andere Dorrheile, waS anerkannt werden muß. Recht günstig liegt der Geländeerwerb für Berstadt. Dieser Ort ist vermögend, er hat sich deßhalb bereit erklärt, eventuell bis zum Betrage von 36,000 Mk. beizusteuern, wird aber mit der Hälfte ausreichen. Für Fauerbach bei Friedberg und Beienheim, wo die Gabelung der beiden Linien Friedberg- Hungen und Friedberg Nidda ftattfinbet, liegen die Verhält­nisse wieder schwieriger. Wie dem aber auch sei, die Sache geht vorwärts und wir find bestrebt, die wohlwollenden Äb* sichten der Regierung zu fördern und zu unterstützen und ihr keine Schwierigkeiten zu bereiten. So hoffen wir, beut Ziel unserer Wünsche bald naher zu kommen.

§ Nösberts (Kr. Lauterbach), 17 Januar. Ein Schwein des hiesigen Laudwtrths und Beigeordneten Deuchert brachte gestern zehn Stück tobte Ferkel zur Welt, wovon vier Hundeköpfe ohne Augen hatten. Auch waren diese vier Thiere schwanzlos.

Büdingen, 15. Januar. Bon der Aachener und Münchegcr Feuervetficherungs Gesellschaft sind der hiesigen freiwilligen Feuerwehr 300 Mk. geschenkt worden. (Darmft. Ztg )

B. Au8 dem Kreise Budiugeu, 17. Januar. Die Sperlinge, Raben und Krähen, welche sich in den letzten Jahren stark vermehrt haben, werden gegenwärtig eifrig beschossen. Nicht bloS Jäger und Jagdpächter, sondern auch andere Leute, von denen erwartet werden kann, daß sie keinen Mißbrauch bei der Benutzung eines Gewehres be­gehen, haben die Erlaubniß zur Vertilgung der Schädlinge erhalten.

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Donnerstag den 24 unb Freitag den 25. Jan. 1S95, jedesmal von Bormittags IO Uhr an, soll in dem hiesigen Gemeinde i matb, District Babenburgerwäldchen, [bas nachverzeichnete Holz versteigert werben:

A. Bau-, Werk- unb Nutzholz.

beim Stabtbauamte einzureichen.

Gießen, ben 16. Januar 1895.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

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dem genannten District an ber Lehmkaute.

öffentlichen Angebots

Mittwoch den 23. Januar Dormittags 11V- Ihr auf bent Stabtbauamte verbringen werben. Zeichnung, Beschreibung unb Bebingungen liegen daselbst während ber Amtsstunden offen unb sind Angebote auf bent bort erhältlichen Formular bis zum genannten Termin

Vicinaiweg AlbachHattenrob am Eingang bes Walbes unb zwar kommt am ersten Tage das Bau- unb Werkholz, am zweiten Tage bas Brennholz zur Versteigerung.

Albach, am 15. Januar 1895.

Sroßh. Bürgermeisterei Albach.

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Die $e:bingung6unterlagen sind irn Bureau der unterzeichne'en Behörde in Gießen (Frankfurter straße 64) oder der Neubau-Abtheilung ill in Grünberg) (Gasthaus zum englisch n Hof) efnzuseben. können auch bei ber erftgmannten Stelle gegen postsreie Einsendung von 70 Pfennig bezogen werden.

Angebote sind postfrei, mit entsprech-nder Aufschrift versehen, an die unterzeichnete Behörde bis Don-.erstaa den 31 Januar d 3 , Vormittags 10 Uhr, ei"zureich n, zu welcher ©tunbe die Eröffnung ver­eiden erfolgt.

Zuschlags ist zwei Wochen 561 Großh. Baubehörde für Nebenbahnen in Ober he" en.

WeKttMlii

Wilhelm Amend

559 Bahnhofstraße 58.

Die Beschaffung eines

Dienstag den 22 unb Mitt­woch den 23. d. Mts. sollen in dem Albacher Gemeinbewalb, District Kreuzholz, nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werben: A. Bauholz.

Zusammenkunft ist jebesmal

Vormittags SVa Uhr auf bem

Eichen-Stämme von 17 biss 51 cm mittl. Durchmesser,! 314 m Länge = 120 fm, Flchten-Stämme von 15 bis 38 cm mittl. Durchmesser, 1023 m Länge 80 fm, Kiefern-Stämme von 18 bis 46 cm mittl. Durchmesser, 414 m Länge 15 fm.

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i Berdingung der Liefern«- von 10 000 cbm Bahnlchotter an die Kadaverwagens" soll im Wege be§. ÄtubatHintt GrUnvergLondorf im «anzen oder in Lheilen.

Brennholzversteigerung im Arnsburger Waide.

Donnerstag, den 24 Januar l. I.

sollen in ben Diftricten Harbt unb Hain öffentlich versteigert werben: 240 rm Buchen- unb 1 rm Weichholz-Scheitholz,

90 rm Buchen-, 35 rm Eichen-, 6 rm Nabelholz- unb 4 rm Weichholz- Prügelholz,

90 rm Buchen-, 45 rm Eichen- unb 25 rm Nabelholz-Stockholz, 300 rm Buchen-, 800 rm Eichen- unb 250 rm Nabelholz- unb Weich- holz-Reiserholz,

3 rm Eichen Reiserprügel (Baumstützen).

Zusammenkunft: Vormittags 91/? Uhr im District Harbt (Sauacker). Kaufliebf^ber für bas Reiferholz wollen basselbe gefl. vorher einsehen. Arnsburg, ben 12. Januar 1895.

574_____________________________Gräfliche Qberförsterei.

Holz - Versteigerung. Holzversteigerung

Bemerkt wird noch, baß am ersten Klebt, leimt, kittet Allee. Tage bas Brennholz unb am zweiten Modellirbogen, zerriss. Schulbücher und Tage bas Bau-, Werk' unb Nutzholz ^ppvn, Laubsäge-Arbeiten, abgebroeh. 'ur «=rft=i9erung tommt. ' !

Wiefeck, am 16. Januar 1895. I glocken, Vasen, Nippsachen etc. Zu

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