Ausgabe 
19.10.1895
 
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verunbeilt.

Darmst. Ztg.

kirchliche Anzeige« der Stadt Gietzen.

große Menschenmenge gab ihm unter stürmischen Hochrufen da- Geleit. Die Straßburger Dichterin Anna Hesselbach überreichte dem Reichskanzler einen Blumenstrauß. Derselbe war über die ihm dargebrachte Ovationen sehr gerührt. Da- Wetter ist unfreundlich und unbeständig.

Paris, 17. October. Die Blätter besprechen je nach ihrem Parteistandpunkte das vom Kaiser Wilhelm an den Statthalter von Elsaß-Lothringen gerichtete Teleg-amm.

Konstantinopel, 17. October. Die Situation bleibt andauernd ernst. ES finden sortdauerod Zusammenstöße zwischen Christen und Muhamedanern statt. Es ctrculiren uocontrolirbare Gerüchte über neuerliche MaffacreS in den Provinzen. Auf der Pforte find Meldungen eingelaufen, daß große russische Truppenmassen im Kaukasus concentrirt werden behufs Einmarsch in Armenien. Im Palast befürchtet man stündlich den Ausbruch eines allgemeinen Aufstandes der Muhamedaner. Auch die Situation auf Ereta verschärft sich. Die Cretenser fahren fort, bewaffnete Versammlungen ab- zuhalten. Die Ermordungen zwischen Christen und Muha­medanern nehmen erschreckende Dimensionen an.

aufgeschlagen waren, al- in den letztvergangeneu Jahre«, doch klagten auch hier die Verkäufer über schlechte Geschäfte. Wie gewöhnlich, hatte sich besonders die Jugend au- der näheren und weiteren Umgebung recht zahlreich eingefunden, um sich nach beendigter Herbstarbeit Vergnügungen aller Ätt Lu verschaffen. Darmst. Ztg.

§ Crainfeld, 16. October. Nächsten Sonntag findet die Einweihung der neuen Orgel in der neu test aurirten Kirche statt.

Lindenßrnth, 16. October. Um sich für da- bevorstehende Pfingstfest einen guten Braten -u verschaffen, durchstreifte seiner Zeit ein hiesiger Einwohner ein an den Wald grenzeudes Kornfeld nach einem Wild. ES gelang ihm auch, ein ganz junges Reh aufzufivden, dem er die Kehle durchschnitt. Im Begriffe, eS unter seinem Rocke verborgen nach Hanse zu tragen, begegnete ihm der Waldhüter, der ihn unbemerkt beobachtet hatte und nun zur Anzeige brachte. In der heute ftattgehablen Verhandlung deS Schöffengerichts in Grünberg wurde der Thäter zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat

Setyiffsnaebriri^em

Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten 6«tl Loos und I. M. Schulhof.

Bremen, 17. October. (Per transatlantischen Telegraph./ Der Schnelldampfer Havel, Capt. Th. Jüngst, vom Norddeutsch« Lloyd in Bremen, ist gestern 6 Uhr Nachmittag« wohlbehalten ta Newyork angekommen.

I tung werden wird, sagen uns die Namen drr Mitwirkeuden, die u. A. Frau Pfeifer-Rißmann, Herr Riech mann, Thate und Weber sind. Indem wir hiermit also gern enpfehlend auf das Concert Hinweisen, bemerken wir noch, daß eine Vormerkung von Sperrsitzen schon jetzt in der Musikalienhandlung von Ernst Challier bewirkt werden kann.

** Ehrung. In der vorgestern im Darmstädter Bahn- Hoss-Hotel abgehaltenen AuSschußfitzung des Thierschutz. Vereins für daS Großherzogthum Heffeu wurde dem nach langjähriger, segensreicher Thätigkeit als Vereinsvorsitzender von diesem Amte zurücktretenden Herrn Geh. Oberschulrath Gretm als Zeichen des Dankes und der Anerkennung die höchste Auszeichnung deutscher Thierschutz Vereine, die große silberne Pevner«Medaille überreicht, womit auch die Ehren- Mitgliedschaft deS Vereins verbunden ist. In derselben Sitzung wurde Herr Oberschulrath Dr. Eise nhuth zum DereinSpräfidenteu ernannt.

Darmstadter Herbstpferdemarkt. Bei der vorgestern Nachmittag 3 Uhr begonnenen Verloosung fielen der Reihe nach die ersten (lebenden) Gewinne auf folgende Nummern: 9242, 25333, 30857, 39831, 9135, 7968, 6462, 15701, 31416, 36115, 12335, 39825, 11772, 18839, 995, 3722, 6350, 15654, 31040.

** Der Gießener Cigarrendieb und Einbrecher Pütz vor Gericht. In der Strafsache gegen den Bergmann Johann Peter Pütz und Genoffen wegen Diebstahls rc. wurde gestern mit der Beweisaufnahme fortgesahren. Den Einbruch in daS AmtSgerichtSgebäude in Offenbach, wo nahezu 70 Mark baares I Geld und mehrere Gegenstände entwendet wurden, gab Pütz zu, behauptet aber auch hier wieder, daß er allein gewesen sei. Einen Diebstahl in Biebrich haben Pütz und Hock zu­sammen verübt. Damals kam eine große Parthie Wäsche hinweg, welche später bei Hock, bet der Katharina Hock und bet der Frohnhöfer gefunden wurde. Die Brandscheid bekam auch ihr Thetl. Sie behauptet, sie habe zwei Betttücher er­halten, die sie in den Rhein warf. Der Gesammtwerth der gestohlenen Wäsche wird auf 120 Mark angegeben. In Amöneburg wurde auS einem Keller von Pütz und Hock Wein und Käse gestohlen. Die Feststellung, welche Sorten Wein | es waren, vereinfachte Pütz, indem er frei erklärte: ES war Kupferberg-Gold" undSilber". In der Nacht vom 26. zum 27. März wurde in daS KreiSamtSgebäude in Dieburg eingesttegen. Dabei wurde der Betrag von etwa 40 Mark aus der Kaffe des KreiSkafferechnerS Geißler entwendet. Eine verschloffene Cassette wurde dabet erbrochen. Auch kam da« maiS ein Säckchen weg, welches bet Pütz später gefunden wurde. Dieser gesteht nunmehr diesen und den Groß- Umstädter Diebstahl ein. Da sich jedoch auch in anderen I Pulten und Tischschubladen Geldbeträge befanden, fielen im Ganzen über 100 Mark in die Hände deS Diebes. Derselbe nahm auch eine Reisedecke an sich. Pütz fragte, ob in dem KreiSamtSgebäude, welches zugleich Rathhaus ist, sich eine Nachtwache befinde. Dieselbe ist in einem anderen Bau untergebracht. Im AmtSgerichtSgebäude in Groß Umstadt wurden die Pulte erbrochen und im Ganzen 131 Mark er­beutet. Als der Criminalschutzmonn Daniel wegen des Ver­bleibs gestohlener Sachen Ermittelungen anstellte, wurde ihm von mehreren Leuten bestätigt, daß die Zimmermanns und Frohnhöfer zweifellos längst wüßten, daß Pütz kein reicher Cigarrenhändler, sondern ein Dt b war. Die rechte Hand deS Pütz bei der Vertheilung der gestohlenen Sachen war die Brandscheid. Diese betheuert, daß dabei lediglich ihre Jugend und Unerfahrenheit mißbraucht worden sei. Sie will von keinem LiebeSverhältniß mit Pütz und nichts davon wiffen, daß derselbe gestohlen habe. Die Katharina Hock beschwerte sich darüber, daß sie der Brandscheid gegenüber zurückgesetzt wurde, mit dieser sei Pütz sehr intim gewesen. Letzteres bestritt Pütz. Der Brückeuwärter in Kostheim hat I den regen Verkehr zwischen Pütz und Zimmermann beobachtet. Er fragte Letzteren einmal, ob er nicht mehr Cigarrenretsen- der sei, worauf dieser anwortete, sein Prinzipal habe Alles. Dem Metzger Büttel in Friedberg fehlte Morgens Wurst. Dieselbe konnte nur durch Uebersteigen geholt worden sein. ES wurden etwa 15 Pfund Blutwurst und 15 Pfund Fletsch- wurst im Werthe von etwa 21 Mark entwendet. Pütz ge- steht diese Thal nunmehr zu, er will eS früher Unterlasten haben, Geständniffe abzulegen, weil er unmenschlich behandelt worden. Den Diebstahl im AmtSgerichtSgebäude in Fried­berg, der in derselben Nacht wie der Wurstdiebstahl begangen wurde, gab er noch nicht zu. In dem Gerichtsgebäude war eine Fensterscheibe mit Schmierseife beschmiert und dann ein- gedrückt worden. ES kamen im Ganzen etwa 174 Mark weg. Pütz gestand den Diebstahl nachträglich ein. N. H. B.

Grünberg, 16. October. Der heutige erste GalluS- markttag war durch die Ungunst der Witterung sehr be- etnträchtigt. Schon im Laufe deS gestrigen Tages hatten sich eine große Anzahl Handelsleute mit Rindvieh und Schweinen hier eingefunden, sodaß der Viehmarkt heute äußerst stark befahren war. Etwa 1500 Schweine und 500 bis 600 Stück Rindvieh waren aufgetrieben. Die Nachfrage stand jedoch in keinem Verhältniß zu diesem Angebot. Die Landwirthe konnten ihre zu Markt gebrachten Thiere vielfach nicht loswerden oder mußten sie zu unverhältnißmäßig ge­ringen Preisen absetzen. Je nach Qualttät der Ferkel wurde das Paar mit 20, 25 und 30 Mk. bezahlt, während z. B. auf dem vorjährigen Gallmarkte für dieselbe Qualität das Doppelte erzielt wurde. De Landwirthe übertreiben jetzt auch häufig, verführt durch die vorjährigen hohen Preise, die Ferkclzucht. So hält ein uns bekannter Besitzer, der früher ein oder zwei Mutterschweine hielt, jetzt deren fünf. Auch der Handel mit Rintvieh, von welchem meistens jüngere Thiere verkauft wurden, war ziemlich flau. Die Nachfrage war sehr gering und infolge besten waren die Preise niedrig, viele zogen eS daher vor, ihre Thiere nicht abzusetzen. Weit lebhafter war eS Nachmittags auf dem Krammarkt, auf welchem diesmal mehr BerkaufSstände

GotteSdtenft

Sonntag den 20. Otto der. 19. nach Trinitatis.

An btt Ctdbtfirdx.

Vormittags 9Vt Uhr: Pfarrer Dr. Grein.

Vormittags 11 Ubr: Kinberkirche. Pfarrer Dr. Grein.

Ab-ndS 6 Ubr: Pfarrer Schlaffer.

Beichte und heil, ilbmbmabl für die Matthä uSgemttnbe. Sie» melbunacn werben TagS zuvor bei bem Pfarrer b^rGemttnbe erbeten-

Die nächste für beide Gemetnben gemeinsame Atter de- heil. Abendmahl- wird am Reformation-fest (3 November) achalte» werden.

Cscele« um£ pre&injUCU*.

Gieße«, den 18. October 1895.

** Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Pfarr­verwalter Jakob Wagner zu Partenheim, Decanat Wöll­stein, die evangelische Pfarrstelle daselbst, dem Pfarrer Gustav Wtndhaus zu Klein-Umstadt die evangelische Pfarrstelle zu Langstadt, Decanat Groß Umstadt, zu übertragen und den von Seiner Erlaucht dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau auf die zweite evangelische Pfarrstelle zu Michelstadt, Decanat Erbach, präsentirten Pfarrverwalter Hermann Bernd eck zu Michelstadt für diese Stelle zu bestätigen.

**nn. Denkmal für Großherzog Ludwig IV. In den unteren Räumen deS Neubaues der Großherzogltchen Central­stelle für die Gewerbe zu Darmstadt find feit gestern die Modelle für daS hier zu errichtende Laudesdenkmal für Großherzog Ludwig IV. derjenigen drei Künstler aus­gestellt, welche im vorigen Jahre unter den 14 Bewerbern jetzt zur engeren Concurenz ausgewählt wurden. Die sämmt- llchen Künstler, Profeffor Fritz Schaper, Georg Eber­le in und W. v. Bümann find dem gestellten Programm in meisterhafter Weise gerecht geworden. Die Modelle stellen den geliebten Landesfürften auf fernem Leibpserd in kleiner Uniform und Feldmütze dar, fo wie er den Veteranen von 18701871 als siegreicher Führer unserer hessischen Divi­sion -ruS der Schlacht von Gcavelotte bekannt ist. Die Züge deS Großherzogs sind mit frappanter Aehnlichkeit getroffen, und zeugen von der Meisterschaft der Künstler. DaS Denk­mal wird sich auf einem Marmorsockel erheben, welcher mit Allegorien und Emblemen geziert ist. Die Enthüllung deS Denkmals ist für das Jahr 1900 geplant. Seine König!. Hoheit der-Großherzog nahm gestern eine Besichtigung der Modelle vor und sprach sich derselbe sehr anerkennend I über dieselben auS.

** Verein von Freundinnen junger Mädchen. ES ist wohl für weitere Kreise von Jntereffe, daß, toie in vielen anderen Städten, so auch hier ein Localverein der sogen. Freundinnen deS jungen Mädchen-" besteht. Diese fast über ganz Europa ausgedehnte Vereinigung will jungen Mädchen, besonders Ladnerinnen u. dgl., welche aus der Fremde hier- Herkommen, thunlichst mit Rath und That beistehen und sie vor Gefahren zu bewahren suchen, denen sie durch ihre Jugend oder ihr Alletnstehen auSgesetzt sind. Seine Wirksamkeit ist zunächst eine mehr aus Einzelne gerichtete, soweit von fremd her hier etngezogene Mädchen den einzelnen Mitgliedern durch Empfehlungen fettens auswärtigerFreundinnen" bekannt wurden. Nunmehr will der Verein diese Mädchen auch zu gemeinsamer Unterhaltung sammeln, die ihnen mindestens einmal in der Woche nach des Tages Mühe geboten werden soll. Diese Unterhaltung wird etwa in geselliger Besprechung, in Gesellschaftsspielen, Gesang und dgl. bestehen, und an fest­lichen Tagen, wie etwa Weihnachten, für die treuen Besuche­rinnen auch festlicheren Schmuck annehmen. Hierbei ist zu­gleich Gelegenheit geboten, mit Gleichgesinnten näher bekannt zu werden. Derartige Vereinigungen sind in fast allen größeren Städten Deutschlands mit Erfolg eingerichtet. Wir zweifeln nicht, daß auch hier von dieser Einrichtung, über die heute im Jnseratentheile Nähere- bekannt gegeben ist, vielseitig Gebrauch gemacht wird, und wollen hiermit alle sich dafür Jnteressirende zur Förderung des Unternehmen- ermuntern.

** Hause» Vortrag. Gestern Abend wurde von Prof. C. Hansen auS Kopenhagen über Hypnotismus nebst Experimenten im Cafü Leib vor zahlreich erschienenem Publikum Vortrag gehalten. Der Hypnotiseur verstand eS, seine Ex­perimente zur vollen Geltung zu bringen. Es ist nicht angängig, alle Experimente hier aufzuzählen, eS genügt zu constatiren, daß denselben durchgängig großer Beifall gezollt I wurde.

** Lahnthal - Zitherbund. Im Anschluß an die s. Zt. gebrachte Notiz, betreffend Gründung eine- Lahnthal-Zither- bundes, können wir weiter rnittheilen, daß im nächsten Monat die erste Hauptversammlung mit einem größeren Concert hier in Gießen stattfindet und eS hat der Gießener Zitherkranz daS Arrangement der Versammlung und I deS ConcertS übernommen. Bei dem BundeSconcert werden zwei Gesammtchöre (ca. 40 Zithern) zur Aufführung gelangen und dürfte, da ein größerer Z'therchor hier noch nicht gehört worden ist, da- Jntereffe hierfür ein regeS sein.

Concert von Mitgliedern de- Darmstädter HostheaterS. Eine Anzahl hervorragender Klüfte des HoftheaterS werden am Montag, den 4. November, ein Concert im Club- fasle veranstalten. Daß dasselbe von besonderer Bedeu- I

Verkehr, £an£- und Volksrvirthschäft.

S Seder«, 15. October. Der heute hier abgehaltene letzte diesjährige Vtehmarkt war in Schweinen stark befahlen, in Rind­vieh dagegen sehr schwach. ES kosteten ttnjährtge Rinder daS Stück 140 bis 160 Mk, zweijährige 150 btS 180 Mk. Kühe 220 bi« 250 Mk., frischmelkende Kühe 300 bi« 350 Mk. ES würbe f«ft AlleS verkauft. Die Preise in Rindvieh sind etwas zurückgegangen. An Schweinen waren 760 Stück auigetrieben, meistens junge Ferkel und Etnlegeschweine. Obwohl die Preise hierin sehr billig, so war doch der Handel ein sehr bewegter. Das Paar 6 bis 7 Woche» alte Ferkel kostete 4 bis 8 Mk., ältere dagegen das Paar 20 di- 30 Mk. Etnlegeschweine (Frühjahrsferkel) wurden mit 50 biS.6 Mk. daS Paar verkaust, beffere mit 60 bi- 70 Mk. Zuchtschwttne kosteten das Stück 50 bis 60 Mk. Fette Schweine waren nur wenige vorhanden; die Preise sind lriertn zurückgegangen, bat P,und Schlacht­gewicht wurde mit 46 bis 48 Pfg. verkauft. Der Handtt in Schweine» war trotz der niedrigen Preise doch ziemlich lebhaft und wurde viel verkaust.

Dermifdytese

Marburg, 17. October. Wegen epidemischen Auf. tretens der Maul« und Klauenseuche untersagte der RegierungSpräsioent von Caffel bi- auf Weitere- die Ab­haltung von Diehmärkten in den greifen Caffel (Land), Eschwege, Fritzlar, Hanau, HerSfeld, Homberg, Hün­feld, Melsungen, Rothenburg, Schmalkalden, Witzenhausen, Ziegenhain.

* Berlin, 17. October. Während auf der Gewerbe- Ausstellung 1896 überall gemauert, gefügt, gehämmert wird, bittet die Gartenbau-Au-st ellung bereit» ein ! in sich ziemlich abgeschloffenes Bild deffen, was sie im nächsten Jahre zur Anschauung bringen wird. Es lag in der Natur der Sache, daß, ehe ein sonstiger Spatenstich auf der An», ftellung gethan wurde, die Gärtner an die Arbeit gingen, brauchten sie doch diese lange Zeit, um der Sonne Gelegen­heit zu geben, ihre Anpflanzungen sprießen zu laffen. Die herrliche Witterung dieses ganzen Sommers hat nun weit über alles Hoffen hinaus Gehölze, Strauchwerk und Blume» gedeihen und blühen laffen. D e Blumenbeete, vor allem die Rosen, hatten sich zu entzückender Pracht entwickelt. Auch der Formobstgarten hat überraschende Entwickelung gefunden. Unter der Leitung des Herrn OcconomierathS Späth ist eine Baumschule angelegt worden, die ein Bild der von ihm selbst geleiteten großartigen Anlagen darbietet. Auch voll- ständig losgelöst von der Gewerbe-AuSstellung würde diese Gartenbau-Ausstellung vom Jahre 1896 weit und breit Auf­sehen erregen. Sie wird mitten in dem Getriebe der In­dustrie auch den Freunden der Natur im Jahre 1896 außer­ordentliche Befriedigung gewähren.

* Görlitz, 17. October. DieGörlttzer Nachrichten" melden: Infolge schlagender Wetter erstickten in dem Schachte derKaiser Wilhelm-Grube" bei Lichtenau, Krei- Lauban, zwei Bergleute- zwei andere wurden rechtzeitig gerettet.

* Renomage. Gast:Ist die Zunge auch ganz frisch?" Wirth.Natürlich, mit der können Sie sich beinahe noch unterhalten!"

* 6in Ausweg. Reisender:WaS? Mich wollen Sie Hinauswersen laffen? Meine Firma ist Hoflieferantink" Chef:Johann, dann werfen Sie den Herrn zur Hof- thür hinaus!"

Der PoftdampferSouthwark* derRed Star Linie* ta Antwerp en ist laut Tttegramm am 16. October wohlbehalten i» Newyork angekommen.

Bei der Redactiou eiugegangene Bücher re.:

Woher wohin? Von Professor Dr. H. Settegaft. Geheimer Regterunasraih, Ehren-Großmetster der Großen Loge von Preußen, gen. Kaiser Friedrich zur Bande-treue. Preis 50 Pia. Verlag von Emil Goldschmidt, Berlin W.