Ausgabe 
19.9.1895 Erstes Blatt
 
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Graf Hochberg und Graf Stolberg-Wernigerode waren die Männer, welche dem Prinzen zur Seite standen. Jeder Kundige wisse, daß diese Namen grade in ihrer Zusammen« setzung ein irgendwie politisches Nachwirken ausschlossen. Don ihnen gar ein hoch-conservativeS, hoch kirchliches, reactionäreS Camarillatreiben zu fürchten, wäre völlige Thorheit gewesen.

Berlin, 17. September. Zur Rückkehr des Reichskanzlers aus Rußland schreibt man derVolkszeitung" von unter­richteter Seite: Fürst Hohenlohe ist sehr befriedigt aus Petersburg zurückgekehrt. Kleine Verstimmungen und Mißverständnisse bezüglich der ostasiatischen und bulgarischen Frage sind zur Sprache gekommen und beseitigt worden. Der Czar hat mit dem Fürsten Hohenlohe von der beabsichtigten Besuchßreise an die Höfe in Darmstadt, Berlin und Coburg gesprochen, deren Zeitpunkt von dem im russischen Kaiser« hause zu erwartenden Familien«Ereigniß und der Krönung in Moskau abhänge. Gleichzeitig wird derVolkszeitung" mitgetheilt, daß die gemeldeten RücktrittSabfichten des Fürsten Hohenlohe falsch seien. Dagegen sei der Rücktritt des StaatS- secretärS Freiherr« von Marschall zu erwarten. Za seinem Nachfolger dürfte Herr von Kiderlen-Wächter, derzeitiger preußischer Gesandter in Hamburg, auSersehen sein.

Berlin. 17. September. Zu dem Maurer-AuS« stand auf den Kasernen «Neubauten am Tempelhofer Felde wird derBoff. Ztg." mitgetheilt, daß den Ausständigen 50 Pfennig Stundenlohn, Beschaffung einer zweckmäßigen Baubude im Laufe des gestrigen TageS bewilligt wurde, Lnhnentschädigung für den Sedantag dagegen nicht. Am Nachmittag kam es zu argen Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Au-ständigen, die in großer Menge die so« genannten Strikebrecher erwarteten und nur durch die zahl­reiche Schutzmannschaft von thätlichen Angriffen abgehalten werden konnten.

Danzig. 17. September. Die Reise des Kaisers zur Jagd nach Rominteu ist nur verschoben worden mit Rücksicht auf die gegenwärtig ungünstigen Pürsch-AuSsichten. Der Kaiser wird am 20. September in Rominten eintreffen.

München, 17. September. DieMünch. Reuest. Nachr." melden aus Berlin: Wie hier verlautet, ist Freiherr von Hammerstein nach Amerika abgereist.

Wien. 17. September. Die Gemeinderathswahlen haben sich bisher in aller Ruhe vollzogen. Soweit schon ein Ucberblick möglich ist, dürften die Antisemiten einen Vorsprung haben.

Krakau, 17. September. Der Erzbischo f von Warschau, Telinki, welcher auf der Durchreise hier erkrankte, ist heute im Alter von 74 Jahren gestorben.

Paris, 17. September.Echo de Paris" veröffentlicht eine Serie von Telegrammen und Briefen, welche seit 1884 zwischen König Leopold, Bismarck und Kaiser Wilhelm II. bezüglich der Beziehungen zwischen Belgien und Deutschland gewechselt worden seien. Das Blatt will dadurch beweisen, daß König Leopold und ganz Belgien voll­ständig in Diensten Deutschlands stehen. Unter den Ver­öffentlichungen befinden sich Briefe zwischen König Leopold und Bismarck in der Angelegenheit des Professor Geffken, ferner Glückwunschtelegramme zwischen dem König und dem Kaiser, indeß meistens bedeutungslos.

London, 17. September. Gestern früh brach auf dem Dampfer Jloma, welcher sich auf der Fahrt von Leith nach London befand, Feuer aus. Fünf Damen, ein acht­jähriger Knabe und ein Matrose verloren dabei ihr Leben.

Der Krieg von 1870|71,

geschildert durch Ausschnitte aus ZeitungS-Nummern jener Zeit.

(Nachdruck verbotm.)

19. September.

Der alte ThierS ist, obwohl ihm die in London ge­machten Erfahrungen den Mnth zu weiteren Verhandlungen benommen haben sollten, doch am 18. nach Petersburg weitergereist. Will er die Welt täuschen über die Erfolg« losigkett seiner Bemühungen oder dehnt er seine Rundreise gern so lange wie möglich hinaus, um nicht so bald wieder nach Paris zurückkehren zu müssen?

Der General der Infanterie von Steinmetz ist seiner Stellung als Commandtrender der 1. Armee enthoben worden.

Ein schauriges Vergnügen der Pariser ist jetzt, von der Butte Montmartre die Feuersbrünste zu beobachten, welche in der Umgegend von den Mobilgardisten angelegt werden, um einen Wüstengürtel um Paris zu schaffen. Man wird an diese Frevel noch lange zu denken haben, während der Schaden, den man denPreußen" dadurch zufügt, wenig oder nicht- zur Entscheidung beiträgt.

Gießen, de« 18. September 1H95.

* Bom Polizeiamt. Mit Versetzung der Geschäfte eines Vorstandes des Grobherzoglichen Polizeiamtes Gießen ist vom Großh. Ministerium des Innern und der Justiz der Großh. Regierungsassessor v. Bechtold, seither in Mainz, beauftragt worden.

Das Hanpttreffen am 19. d. Mts., von dem wir gestern bereits meldeten, daß Se. Kgl. Hoheit der Groß- Herzog mit seinen hohen Gästen demselben beiwohnen wird, findet bei Wallenrod statt. Für Diejenigen, welche dem militärischen Schauspiel beiwohnen wollen, möge der Hin­weis dienen, daß sie den ersten, an dem Tage nach Ober­hessen gehenden Zug noch benutzen können, um rechtzeitig auf dem Manöverselde zum Haupttreffen dort zu sein.

* * Die Feststadt Gießen hat begonnen, Schmuck anzu legen, um die in großer Anzahl erwarteten Gäste würdig zu empfangen. Besonder- wird an den öffentlichen Gebäuden fleißig gearbeitet. Wir möchten der verehrl. E-nwohnerschaft empfehlen, nun auch da« Möglichste zur Schmückung der Stadt beizutragen und zwar so zeitig, daß die Arbeit morgen

beendigt ist. ES gilt nicht nur, unseren Großherzog und unsere Großherzogin würdig zu empfangen, sondern auch unsere sonsttgen Gäste, vor Allem die Land wirt he und Aussteller, und da dieselben, soweit sie noch nicht ein« getroffen, schon morgen ankommen, so möge sie bei ihrem Eintreffen ein festlich geschmücktes Gießen begrüßen. Also, schleunigst schmücken!

* Landwirthschaftliche Ausstellung. Lrnnibnsuerkehr Wie aus dem Jnseratentheil ersichtlich, richtet der Vorstand der Omnibusgesellschaft während der Dauer der landwirthschaft- ltchen Ausstellung eine regelmäßige Omnibusverbindung von Morgens 8 bis Abends 10 Uhr zwischen de« AuSstellungS« platz und dem Bahnhof ein. Die Fahrten von und nach dem Schiffenbergerwald werden während dieser Zeit ganz eingestellt und späterhin an Wochentagen nur auf einen Wagen beschränkt werden. Der fahrplanmäßige Betrieb in der Stadt wird während dieser Zeit unverändert aufrecht erhalten.

* Verkehr auf den Oberhesfifchen Eisenbahnen wahrend des Landwirthschaftlichen Festes. Wir machen unsere ge« schätzten Leser auf eine Bekanntmachung der Großh. Direc- tion der Oberhesfifchen Eisenbahnen aufmerksam, nach welcher in den Tagen vom 19.22. September (landw. Ausstellung in Gießen) der Abendzug 8" Uhr nicht nur bis Nidda, son­dern auch bis Büdingen gefahren wird. Es wird hierdurch den Interessenten dortiger Gegend der Besuch der landwirth­schaftlichen Ausstellung in Gießen sehr erleichtert werden.

* Zum Besuch des Großherzogs. Während der An­wesenheit deS Großherzoglichen Paares ist die Capelle des 116. Jnf.-RegtS.Kaiser Wilhelm" vom Manöver nach hier commandirt, um in der Landwirthschaftlichen Ausstellung zu concertiren. Am Sonntag, dem letzten Tage der Ausstellung, wird die RegimentScapelle Morgens, Nachmittag- und Abends je ein Concert geben.

* Mit der Besorgung von Münchener vürgerbran für die Hofhaltung in Romrod während der dortigen Anwesen­heit Sr. Kgl. Hoheit des Großh erzogS mit Gefolge wurde die hiesige Firma Emil Schmal! betraut.

Hübsche Eriuuerungsgegenstaude an das landwirth- schaftliche Fest in Gießen hat die Firma Ernst Balser hier in Form von Postkarten und Fächern hergestellt. Postkarten und Fächer fanden bekanntlich während deS Turn­festes seitens des hiesigen und auswärtigen Publikums wohl­verdiente Aufnahme, und so werden anch diesmal die mit auf daS landwirthschaftliche Fest bezüglichen hübschen Bildern geschmückten Andenken gern grkauft und damit besonders außerhalb wohnenden Angehörigen der Besucher Freude bereitet werden.

* * Auf dem Zuxplatz an der Lahn ist während der Landwirthschaftlichen Ausstellung ein Kunstwerk des großen amerikanischen Erfinders, Professor Edison, An sog. Wunder- bett ausgestellt. Dieses Bett mit seinen Vorrichtungen wurde zum ersten Male auf der Weltausstellung in Chicago gezeigt, und hat den Zweck, den Schläfer zur bestimmten Zeit zu wecken, und ihm sonst nützlich zu sein. Ertönen nämlich zwei Glocken, so entzündet sich ein Licht, dem Schläfer wird die Mütze vom Kopfe gezogen, eine SpirituSlampe wird ent­zündet, es ertönt Musik, die Glocken läuten zum zweiten Male, dann erscheint eine schriftliche Aufforderung zum Auf- stehen, und hilft alles nichts, so wird der Schläfer in un­sanfter Weise aus dem Bett geschleudert. DaS alles geschieht mittelst electrischer Vorrichtungen. Wer nicht Willens ist, sich ein solches Bett selbst zu kaufen, sollte wenigstens nicht versäumen, dieses Bett in Augenschein zu nehmen.

* Kunstbau. Gestern Nachmittag erhielt die Fatzade deS Bach'schen AusstellungS-Baues in der Plock- straße den eigentlichen Abschluß. ES wurde in einer Nische eine 22 Centner schwere Gruppe auS Terracotia aufgebracht. Man hatte hierzu ein besonderes Gerüst aufschlagen müssen, und erforderte die Arbeit sehr viel Umsicht. Hunderte von Menschen sahen diesem ungewöhnlichen Schauspiel zu, so daß ein Schutzmann die Ordnung aufrecht erhalten mußte. Heute steht nun das prächtige Kunstwerk seiner Hülle und Verpackung entkleidet an derjenigen Stelle des Baues, welche dazu ausersehen war, dem Vorübergehenden durch figürliche Darstellung zu zeigen, daß hier im Hause die Kunst und das Kunsthandwerk seine Maaren zum Verkauf ausstellt. DaS Bild stellt einen den Schüler im Zeichnen unterweisenden Meister dar. Zu Füßen der beiden sieht man vorn Werk­zeuge der Bildhauerei und Schnitzkunft. Im Hintergrund sind fertige Bildhauerarbeiten wirkungsvoll untergebracht. Wundervoll sind die GesichtSzÜge der beiden Personen wieder- gegeben, auch der Faltenwurf der Gewänder wirkt vorzüglich.

u. Lollar, 16. September. Vor einigen Tagen fand im Gasthaus zum Einhorn dahier eine Versammlung zur Be­sprechung und Gründung einesRadfahrer-BereinS Lollar- statt. Nachdem Herr A. Simon, welcher die Ein­ladung zur beregten Versammlung veranlaßt, den Zweck und die Ziele des Vereins kurz erwähnt hatte, meldeten ca. 20 Personen ihren Beitritt zum neuen Verein. Hierauf er­folgte die Wahl eines Vorstandes, welchem eS nun obliegt, die Statuten des Vereins zu entwerfen, die dann in der, nächsten Freitag abzuhaltenden Versammlung mit den übrigen VereiuSmitgliedern besprochen werden sollen. AlS VereinS- local wurde daS Gasthaus zum Einhorn bestimmt.

n. Grüuberg, 16. September. Schon vor mehreren Jahren tauchte in Lehrerkreisen der Gedanke auf, eine eigene Feuerversicherungskasse zu gründen. Nun scheint man der Angelegenheit endlich näher treten zu wollen, denn der hiesige Bezirkslehrerveretn hat beschlossen, einen dies­bezüglichen Antrag der nächsten Delegirtenversammlung deS hessischen LandeSlehrerveretnS zu unterbreiten. ES bedarf keiner Frage, daß eine solche Gründung lebensfähig wäre, denn die bis jetzt bestehenden Kassen haben noch immer die günstigsten Jahresabschlüsse erzielt.

n. Son der Nidda. 16. September. Der Herbst hat sich ganz unvermittelt mit einigen leichten Regen bei uns

eingestellt. Diese waren indessen lange nicht hinreichend um dem Boden die fehlende Feuchtigkeit zuzusühren. Rur verschwindend wenig Roggen wurde darum diS jetzt gesaer. Da bei dem gänzlich au-getrockneten Boden auch daS Ackern vielfach unmöglich ist, haben die Leute bereit- mit dcm KartoffelauSmachen begonnen. Mir dem Ertraa ist man frieden. Man haue ihn geringer geschätzt. Die Qua stät ist tadellos. Es finden sich nur verschwindend wenig an» gefaulte Knollen vor. Die Kartoffeln kommen auch im Gegensatz zu vorigem Herbst sehr trocken und rein in den Keller und werden darum nicht so stark faulen wie im l-tztea Vorwinter.

Darmstadt, 17. September. Der hessische Ferienverband der Vereine deutscher Studenten hielt gestern sein VerbandSfest hier ab. Nachdem in den Be athungen des Nachmittag- innere DerbandSangelegenheiten besprochen waren, fand am Abend in derAlten Poft" ein FestcommerS statt, an dem die Alten Herren, Active und Gäste, zahlreich theil- nahmen. Herr RegierungSaccesfist Mahr begrüßte im Namen de» Präsidiums die Erschienenen, worauf Herr Redakteur Stein an- Heidelberg die Festrede hielt, in der er die Grund­sätze deS VereinsChristenthum, Dentschthum, Monarchie" darlegte. Herr*I)r. v. Petersdorf gedachte sodann in längerer, stürmisch aufgenommener An'prache deS Fürsten BtSmarck. Der Commers verlief in wohlgelungener Weise. D. T. A.

A Mainz. 17. September. In einer gestern Abend stattgehabten General-Versammlung der Schuhmacher von hier und der Umgegend wurde beschlossen, in Anbetracht der fortgesetzt steigenden Lederpreise für sämmtliche neue Schuhwaaren und Reparaturen die Preise um 10 Procent zu erhöhen. In der Debatte, die sich über diesen Gegen­stand in der Generalversammlung entspann, wurde von allen Seiten betont, daß eS bei den gegenwärttgen Lederpreiien absolut unmöglich, guleS Schuhwerk zu den seitherigen Preisen zu beschaffen und die theilweise zu Spottpreisen in den Handel gebrachten Schuhwaaren der reinste Schund sei, der nur von heute auf morgen halte.

A Aus Rheinhessen, 17. September. In einzelnen Theilen der diesseitigen Provinz herrscht eine fürchterliche Mäuse- und Hamsterplage. Die nicht sehr große Ge­meinde Ober-Flörsheim hat zur Vertilgung dieser gefräßigen Nagethiere bis jetzt allein Mk. 8000 verausgabt.

Der Anschluß der Blitzableiter an die Gas- und Wasserleitungen.

In einemEingesandt" der Nummer 181 d. Bl. kommt Herr Professor Dr. Buchner wiederholt auf vorstehenden Gegenstand zurück, indem er u. A. erklärt:

In Brüssel und, irre ich nicht, in ganz Belgien müssen" die Blitzableiter an GaS- und Wasserleitung angeschlossm werden."

Nachdem wir in unserer etften Erklärung nachgewiesen haben, daß die in einem vorhergegangenenEingesandt" behauptete ander wärtigeanstandslose Genehmigung des Anschlüsse» der Blitzableiter an die GaS- und Wasserleitungen" nicht besteht, war e» unS von Interesse, unsere Erhebungen nunmehr auch auf Belgien auSzu- dehnen. Der hiermit verbunden gewesene Zeitverlust möge e- rechtfertigen, wenn wir erst heut« erwidern.

Die Verwaltung des Gaswerks der Stadt Brüssel schreibt uns:Wie (hier) keine Gemeindeverordnung bezüglich der Blitzableiter besteht, so verlangt auch keine amtliche Vorschrift den Anschluß der Blitzableiter an die Wasser- oder Gasleitung." (Die Verwaltung selbst hat gewisse Bedenken gegen diesen Anschluß.) Die Direction des Gaswerks Lüttich schreibt, daß erwähnter Anschlußin Belgien nirgends vorgeschrteben" ist. In Antwerpen find wohl Blitzableiter eines besonderen System» ohne Zustimmung der WasserwerkSdirection an ihre Rohrleilungw und gleichzeitig an alle wich igeren Metalltheile der Häuser an- geschlossen, die Direction selbst würde eS aber für klüger gehalten haben, den Anschluß an die Rohrleitungen nicht zu gestatten. In Gent besteht keine Verpflichtung zum Anschluß. In Brügge befindet fich ein einziger Blitzableiter an die Wasserleitung angeschlossen, alle anderen Blihableitungen führen in die Brunnen­schächte. Auch in VervierS kennt man keine Vorschristm über den Anschluß, die Direction deS Gaswerks weist derartige An­sinnen zurück rc.

Der abermalige Jcithum des Herrn Gegners nicht allein bezüglich Brüssels, sondern ganz Belgien», ist durch Vor­stehendes wohl erwiesen.

Wenn Herr Professor Dr. Buchner ferner nicht glauben kann, daß in Darmstadt die unter besonderen Bedingungen gestaltete Erlaubniß des Anschlusses der Blitzableiter an die Wasserleitung nicht benutzt werde, so vermögen wir ihm einen besseren Beweis al­bteamtliche Erklärung deS städtischen Ti-fbauamtS Darmstadt" allerdings nicht zu geben.

Wenn Herr Professor Dr. Buchner endlich noch behauptet, die Gas- und Wassersachmänner in Stettin (wo der den Anschluß der Blitzableiter betreffende ablehnende Beschluß gefaßt wurde) und Gießen fragen nach Wissenschaft nichts" und wetterfragt,ob denn dte Herren von derBlthcommission" etwas von der aus­gedehnten wissenschaftlichen Literatur über dtefeSTHema wissen", so verweisen wir dagegen lediglich auf daS Mitglieder» verzeichniß und die 37jährige rühmliche Geschichte de» deutschen Gas- und Wasserfachmänner-VereinS, dem zu jeder Zeit Träger glanzender Namen, zahlreiche Gelehrte, Professoren deutscher Hoch­schulen, namhafte Naturforscher, berühmte Denker und Erfinder all Mitarbeiter angehört haben. WaS dabei insbesondere die Wissen­schaftlichkeit derBlitzcommission" diese« Verein« anlangt, so haben an deren Bcrathungen Männer Theil genommen, wie v. Siemen«, v. Bezold, Dr. Schilling und andere mehr. Angesicht» dteser Thatsachen und Namen beneiden wir Herrn Professor Dr. Buchner wahrlich nicht um die Sicherheit, mit welcher seinen wiederhallen sachlichen Jrrthümern e r nunmehr auch noch den Zweifel an der Wissenschaftlichkeit Anderer htnzufügt.

Gießen, 17. September 1895.

Städtsches GaS- und Wasserwerk Gießen.

Vermißtes.

Mannheim, 16. September. In Bruchsal wurde ein Rechtsanwalt aus Luzern verhaftet, der eine Heidel­berger Familie um 32,000 Mk. betrogen haben soll.

Nürnberg, 17. September. Johann Siegmund Schuckert, der Begründer der hiesigen Electricität- Actien« Gesellschaft, ist in Wiesbaden an Gehirnerweichung gestorben. Er war am 18. October 1846 zu Nürnberg geboren.

* WaS die Männer nicht wissen. Die M^nnn wisse», wie viel Liter Wasser der Getan faßt, wie viele Jahre e« noch dauern wird, bis der Erdball vergletschert sei» wird,