der Sozialisten durch Beifallklatschen. Die Sozialisten ge- derben sich wie rasend und schreien: „Nieder die Rcactloa!" viuer ruft: „ES lebe Sriffen", waS das Signal wird zu emer stürmischen Ovation der Sozialisten und Radicaleu für Brisson, der, vom Beifall umtost, still fitzen bleibt. Ban dry d'Asson besteigt die Tribüne, parlameutirt mit dem Präsidenten und hält eine kurze Rede, in der er beantragt, die Präsidentschaft der Republik aufzuheben. Die Sozialisten applaudtren und rufen: „Man muß den Präsidenten nach dem Congo schicken! ES lebe der König von Belgien!" Der Sozialist ViViani bringt Namens der Wähler Mtrmans und Gerault- Richards einen Protest dagegen ein, daß man sie an der Ausübung ihres Wahlrechts verhindert habe. Er protestirt Namens seiner sozialistischen Freunde gegen die Manöver, welche die Wahl Faure S herbeigesührt haben. (Tumult im Centrum- Beifall der Sozialisten). Die Sozialisten Toussaint und Michelin verlangen die Berfasiungsrevision. Michelin protestirt gegen das herrschende politische Bastardsystem. Der Präsident Ehallemel.Lacour hebt die Sitzung auf. Während der Saal sich leert, fahren die Sozialisten fort zu lärmen und z» rufen: „Es lebe die Republik! ES lebe die Revolution!"
Paris, 17. Januar. Challemel-Lacour hielt, als er dem neugewählten Präsidenten Faure die Regieruugs» gewalt übertrug, eine scharf reactionäre Rede, indem er ihn zu einer Politik des Widerstandes und zur Vertheidigung der bedrohten Freiheiten aufforderte. Die Rede wurde der „Agence Haoas" nicht mttgetheilt. — Auf die Ansprache Dupuys erwiderte Faure, er gehöre sich nicht mehr, er wolle Frankreich sein Leben weihen und für den Bürger- frieden regieren. — In politischen Kreisen wird versichert, Faure werde Bourgeois zur CabinetSbildung berufen. Als Abends die Wahl Faures von den Redactionen auf den Boulevards durch Transparente bekannt gemocht wurde, antwortete die Menge mit Zischlauten. Die Soctaltsteu bereiten ein Manifest gegen Faure vor.
Paris, 18. Januar. Dupuy sagte in seiner Begrüßungsansprache an Faure, das Ministerium fühle sich geehrt, daß der neue Präsident auS seinem Schooße gewählt worden fei. Die Minister, welche die Loyalität FaureS kennen, seien überzeugt, daß die Ehre deS Vaterlandes, das Jntereffe der Republik und die Vertheidigung der Gesetze sich in guten Händen befänden. Faure antwortete, er habe sein hohes Amt nicht gesucht, sei sich aber aller seiner Pflichten bewußt. Er werde seine schwere Aufgabe mit Energie und Hingebung za lösen suchen, indem er aushöre, der Mann einer Partei za sein. Der Präsident appellirte an die Republikaner aller Nuancen und sagte seine besondere Fürsorge für die Armen und Elenden zu.
Paris, 17. Januar. Eine große, offenbar feindselig gestimmte Menschenmenge erwartete blc Ankunft deS neu- gewählten Präsidenten Faure vor dem Bahnhof Saint Lazare und schrie: „Wir wollen ihn nicht! Nieder mir ihm! Hoch daS Volk!" Faure wurde auf dem Bahnhose von dem KriegS- minister Mercier und dem Minister des Auswärtigen, Hanotaux, empfangen, die mit ihm einen Landauer bestiegen, der, von Kürasfiren eScortirt, nach dem Elysäe fuhr. Dort erwartete ihn Casimir Perier, umgeben von seinem ge« sammten militärischen und civilen Hofstaate. Als die Depu- tirten aus dem Bahnhofe herauStraten, wurden Zischlaute in der Menge hörbar.
Loadon, 17. Januar. Der Herzog von Orleans, der auf die Kunde von dem Rücktritt deS Präsidenten Casimir Perier seinen Hofstaat sofort nach Dover verlegt hat, erklärte einem Vertreter des „Herald", daß er bereit sei, sich dem Vaterlande zu opfern. Der Zweck seines Aufbruchs nach Dover sei, seinem geliebten Frankreich näher zu sein. Seine Schritte hingen von der weiteren Entwickelung der Dinge ab. Er fügte hinzu, da er nicht in Frankreich sei, wtffe er selbst nicht sehr viel, aber da er in Dover in Be reitschaft sei, unter allen Eventualitäten zu handeln und seiner Partei Weisungen zu ertheilen, wie es die Umstände erheischten, so gedenke er, in Dover zu verbleiben, so lange eS nothwendig se». Weiteres wünsche er gegenwärtig nicht z» sagen. Der Herzog hat aber sein HauS in London noch nicht aufgegeben. — Der französische Botschafter, Baron de Sourcel, ist nach Paris abgereist, jedoch lediglich zu dem Zwecke, um als Senator an der Präsidentenwahl in Versailles theilzunehmen. Fr. Ztg.
Wolffs telegraphisches Correspondenz-Burcau.
Versailles, 17. Januar. Während der Sitzung des Eongresses waren in der Diplomatenloge die deutschen BotschaftSsecretäre v. Schön, Graf Arco und der österreichische BotschaftSsecretar Graf Lützow anwesend.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Paris, 17. Januar. Bet der heutigen Präsidentenwahl sind nach der Ablehnung der Candidatur Challemel- LacourS nachfolgende Candidaten ausgestellt: Waldeck Rouffeau, Briffon, Bourgeois, Dupuy, Faure, Melline. Allerdings glaubt man, daß bet dem ersten Wahlgange Dupuy, Briffon und Faure die meisten Stimmen erhalten, im zweiten Wahlgange dürften Faure und Dupuy als Candidaten aufgestellt werden. Die Blätter besprechen in erregten Artikeln das rnmultuarifche Auftreten in Kammer und Senat während der Verlesung der Botschaft Casimir Perters und entschuldigen oder rechtfertigen dieselbe. Der Antrag zweier Mitglieder, eine Revision der Derfaffung durch den heute zusammen- tretenden Congreß vorzunehmen, wurde von der Majorität gebilligt. Der Präsident beschloß, diesen Antrag nicht zur DtSeussion zu stellen, da die Kammer nicht als Legislatur, sondern als Wahlkörper zusammentrete.
Paris, 17. Januar. Für die in Versailles heute statt- ftndendc Präsidentenwahl ist die ganze Pariser Garnison consignirt. Während deS ganzen gestrigen TageS wurde eine Ausstattung deS CongreßsaaleS vorgenommen.
Parts, 17. Januar. Die radlcale Preffe saht die augenblickliche Lage zusammen in der Behauptung, daß aus der
großen Verwickelung zwei Eand'date» hervargehe» vsrdea, j nämlich Briffon und Faure. Der socialistische Abgeordnete Fabre und noch mehrere seiner Collegeu haben an die Arbeiter ein revolutionäres Manifest gerichtet, in welchem die ■ Arbeiter aufgefordert werden, sich für die Eroberung der j soc alisttscheu Republik vorzubereiteu. Die Abgeordneten, , welche eine Revision der Verfaffung beantragt haben, find ! sehr ungehalten darüber, daß der Antrag nicht zur Berathuog [ gekommen ist.
PartS, 17. Januar. Im Laufe deS Vormittags lehnte Dupuy die Annahme der Candidatur ab. Punkt 12 Uhr verließen die Specialzüge mit den Parlamentsmitgliedern und den Ministern den Parrser Bahnhof.
Paris, 17. Januar. Auf den Straßen herrscht Ruhe. Vor den Redactionen warten große Menschenmengen auf das Resultat der Präsidentenwahl.
PartS, 17. Januar. Soeben wird in der Börse das Wahlresultat deS ersten Wahlgangs bekannt. Die Zählung ergab 794 Stimmen, absolute Majorität also 398. Briffon erhielt 325, Waldeck Rouffeau 316 und Faure 186 Stimmen. Die übrigen Stimmen find zersplittert.
Paris, 17. Januar. Casimir Perier hat bereits seine Wohnräume im Elysee verlaffen und seine frühere Wohnung wieder bezogen.
Dersailles, 17. Januar. Für den zweiten Wahlgang tritt Waldeck Rouffeau zu Gunsten Faures zurück. Die Wahl Faures scheint dadurch gesichert zu sein.
Versailles, 17. Januar. Der neu gewählte Präsident Felix Faure fuhren einem von der Eisenbahngesellichaft gestellten Extrazuge um 8 Uhr nach Paris und langte dort auf dem Bahnhofe St. Lozrre an. Eine Eskadron republikanischer Garde war auf dem Bahnhof aufgestellt und bildete die Ehren-EScorte bis zum Elysee-Palast. Auf der Fahrt zum Elysee-Palast wurde er in allen Straßen von einer zahllosen Menschenmenge begrüßt. Im Hofe des Elysee- Palastes war ein Bataillon des 103. Infanterie-Regiments mit Regimentsfahue und Musik-Corps ausgestellt. Faure begab sich sofort zu Perier, wo er augenblicklich den Empfang aller Autoritäten abhält.
-nn. Darmstadt, 18. Januar. Die Zweite Kammer nahm das Wildschadengefetz einstimmig an.
Neueste Nachrichten.
Wolffs telegrUphisches Lorrespondar,-««remr.
Berlin, 17. Januar. Die WahlprüfungS-Commisfion erklärte die Wahl von Goerz (Lübeck) für gtltig.
Frankfurt, 17. Januar. Wie die Direktion der Gotthard-Bahn telegraphisch mittheilt, werden die Per- sonenzüge über den Gotthard voraussichtlich von morgen an wieder regelmäßig verkehren.
München, 17. Januar. Der b ayerische Brauerbund tritt am 22. Januar zusammen zur Berathung über die Errichtung eines Landesverbands bayerischer Brauereien zum Schutze gegen Verrufserklarung.
Graz, 17. Januar. In Steiermark ist Thau- wetter eingetreten. Die Gebirgsbäche sind angeschwollen und es steht eine Ueberschwemmung bevor. Die Behörden haben Vorkehrungen getroffen und einen regelmäßigen Avisodienst angeordnet. — In Kärnthen find zahlreiche Lawinenstürze vorgekommen. In Praevali wurde ein Bauer verschüttet, ebenso im Mießthal vier Bergarbeiter, drei davon wurden gerettet. Eine Bauernwirthschaft wurde zerstört.
Stockholm, 17. Januar. Der König eröffnete heute den schwedischen Reichstag mit einer Thronrede. Die Thronrede kündigt u. A. Gesetzesvorlagen, betr. größere Forderungen für die Flotte, ferner die Alters-, Jnvaltditäis- und Unfallversicherung der Arbeiter und die Erhöhung des Getreidezolls, letztere in Uebereinstimmung mit der königlichen Resolution vom 5. Januar, welche zur Verhinderung der SpeculattonSetnsuhr erlaffen wurde, an.
Prag. 17. Januar. Iw LandtagSgebäude wurde heute durch vom Dach herab gestürzte Schneemassen daS Glasdach eines RebeoranmeS deS Sitzungssaales ein- gedrückt. Ein Abgeordneter wurde durch GlaSstücke am Kopfe verwundet.
London, 17. Januar. Bon den in der Grube Audley eingeschloffenen Personen fehlt noch immer jedes Lebenszeichen. Es wird ununterbrochen an der Rettung der Eingeschloffenen gearbeitet, deren Zahl sich nach officieller Angabe auf 75 beläuft.
Warschau, 17. Januar. Geueralgouverneur Gras Schurn a l o w trifft am Sonnabend Morgen hier ein. Der Gouverneur von Warschau fährt ihm bis Alexandrows em- gegen. Unter der Bevölkerung und in der Gesellschaft werden Empsangsvorbereitungen getroffen.
Cocoiei nnö j)rovin;ielle».
Meßen, den 18. Januar 1895.
*• Preisausschreiben. Die Großh. Centralstelle für die Gewerbe schreibt in Ueberetnstimmung mit dem engeren Aus schaffe des LandeSgewerbevereinS einen Wettbewerb für Angehörige deS Gro ßberzogtbum S
| auS, dem folgende Ausführungen an dem im Bau begriffenen, , wohl noch in diesem Jahre in Benutzung genommen werden- 1 den Dienstgebäude der genannten Centralstelle zu Grunde gelegt find: 1) das schmiedeiserne Tre ppeugeländer
| für die Haupttreppe, sowie die hiermit in Ueberetnstimmung zu bringende Vergitterung eines quadratischen, etwa 70 Centi- meter im Lichten meffenden Fensters in V20 wirklicher Größe, 2) daS in Glasmalerei herzustellende große Treppenhaus- Fenster in Vio w. Gr., 3) die HaupteingangSthüre zu den SammlungSräumen (Schreinerarbeit) in Vie
4) die Cand ela ber für die elektrische Beleuchtung der Freitreppe in Vs w. Gr. — Unter Umständen kann den Verfaffern der preisgekrönten Entwürfe auch die Ausführung übertragen werden und können bei der PreiSertheilung Diejenigen besonders berücksichtigt werden, die zur Uebernahme der Arbeit zu einem bestimmten, auf dem Project anzugebendeu Preise sich bereit erklären. Für die Aufgaben unter 1) und 3) stehen im Ganzen je 125 Mk., für 2) 350 Mk. und für 4) 250 Mk. als Preissummen zur Verfügung- für jede derselben hat man in erster Linie einen ersten Preis von 75 Mk. für 1) und 3) bezw. 200 Mk. und 150 Mk. für
i 2) und 4) in Aussicht genommen. — Die Entwürfe solleu ] bis 1. März d. I. bei der Großh. Centralstelle für die Gewerbe eingereicht sein. Das Preisgericht bilden die Herren Profeffor Dr. Adamy, Regierungsrath Dr. Hesse, Professor Hermann Müller, Geh. Oberbaurath v. Weltzien und Baurath Wieffell in Darmstadt. Die prämiirten Entwürfe werden Eigenthum deS LandeSgewerbevereinS, der voraussichtlich eine Ausstellung deS eingelaufenen Plau- materials demnächst veranstalten wird. Mögen recht viele Jünger des Kunstgewerbes unseres Landes an der Lösung der gewiß für sie mannigfachen Reiz und Jntereffe bietenden Aufgaben sich betheiligen.
♦♦ LaudwirthschastlicheS Fest 1895. Vorgestern tagte hier ber Ausschuß des Landwirthschaftltchen Pro- vinzial-Vereins der Provinz Oberhessen, um über eine im Herbst dieses Jahres zu veranstaltende land- wirthschaftliche Ausstellung sich schlüssig zu machen. Leider ist seit längerer Zeit der Secretär des Provinzialvereinö durch Krankheit behindert, diese Angelegenheit fördern zu helfen. ES wurde beschloffen, sich nunmehr an die landwirthschaftlichea Kreis- und Localoereine der Provinz zu wenden, um durch deren rühriges Eintreten eine möglichst glanzvolle landwirth- schaftliche Ausstellung zum Herbst dieses Jahres in der Provinzialhauptstadt zu Grande zu bringen.
** Gommer» zur Feier ber Wiedererrichtung deS dem scheu Reiche». Wegen des Winterfestes deS Vereins „Union" in Steins Saalbau findet der auf morgen (Samstag) Abeud anberaumte Commers des national-liberalen Vereins nicht in Steins Saalbau, sondern im Saale deS Hüte! Ein«-
Depeschen drS Bure«» „Herold".
Berlin, 17. Januar. Gerüchte von Veränderungen im preußischen StaatsMinistertum, diein der Presse colportirt werden, entbehren, wie ber „Post" mitgetheilt wird, jeber thatsächlichen Begrünbung.
Berlin, 17. Januar. Eine außerorbentliche Auszeichnung hat gestern ber bisherige russische Botschafter Graf Schuwalow vom Kaiser erhalten. Der Kaiser begab sich zu Fuß nach dem Palais und theilte dem Grafen mit, daß er ihm die Brrllanten des Schwarzen Adlerordens verleihe. — Dem „Reichsanzeiger" zufolge wurde der LegationSrath Humbert zum Unterstaalssecretär deS Staatsministeriums ernannt.
Berlin, 17. Januar. Die GeschäftsordnungScommisfion deS RelchStages, welche heute die Berathung über die Priorität ber Initiativanträge fortsetzen sollte, konnte keine Sitzung abhalten, weil zur Beschlußfähigkeit bie erforderliche Anzahl Mitglieder nicht erfchienen war. — In der Budget-Commission des Reichstages beantragte Lieber eine Resolution, wonach bie Bundes Regierungen Bestimmungen treffen möchten, baß ber erfolgreiche Besuch eines Lehrer- Seminars für die Betreffenden die Berechtigung zum Dienst alS Einjährig-Freiwillige in sich schließen solle. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. — In der heutigen ersten Sitzung der ReichStagScommifsion zur Berathung der Umsturzvorlage beantragte der Abgeordnete Spahn, die Regierung aufzufordern, eine Ueberficht zu geben über die Strafbestimmungen anderer Culturstaaten, auf welche die neuen vorliegenden Paragraphen Bezug haben und daS entsprechende Material zu liefetn, welches die Verschärfung ber einzelnen Paragraphen rechtfertigt. Bebel beantragt, die sämmtlichen diesbezüglichen ReichsgerichtSrntscheidungen 'vorzulegen, damit bie Commission sich Überzeugen könne, ob j und weshalb sich die vorgeschlagenen Stkaferhöhungen recht- fertigen, der Antrag Spahn wurde angenommen, der Antrag
Horn statt.
* * Die Gtinnernng8commctfe der hiesigen Corps finden in diesem Jahre in Bingen statt. Vom 1. bi- 3. Juni findet derjenige des CorpS „Teutonia", vom 7. bis 9. August derjenige des Corps „H af si a" unter Betheiligung der alten Herren statt.
* * Maskenball. Sicherem Vernehmen nach beabsichtigt der allezeit rühige „Bauer fche Gesangverein" wiederum einen Maskenball abzuhalten. Derselbe soll Sonntag den 10. Februar d. I. im Festsaale des „Cafa Leib" stattfinden. Nach dem vorjährigen Maskenball zu ur- theilen, dürfte auch diesmal gen. Verein Alles aufbieten, Freunden gefunden Humors einige recht genußreiche Stunden zu bereiten.
* • Die Soiree vau be Castell, welche Donnerstag Abend im Lenz scheu Felsenkeller abgeyalten wurde, hatte einen guten Erfolg zu verzeichnen. Sämmtliche vorgeführten Experimente gelangen mit seltener Eleganz und S-cherbeit. Herr Prof- van de Castell ist nicht nur ein geschickter Illusionist, sondern versteht es auch, durch seine spiritistischen Experimente, sowie durch seine humoristische Vortragsweise daS Publikum zw begeistern. Sonntag den 20. b. Mts. wird Herr Prof, van de Castell zwei weitere Soirven folgen taffen, und zwar wieder im Saale des Lenz'fchen FelfenkellerS (S. Inserat.)
• * Hessischer Laubes Lehretvereiu. Am 4. und 5. Juni tagt lt. „Darmst. Ztg." in Bingen die diesjährige Dele- girteu- und Hauptversammlung deS hessischen Landes- lehrervereins. Der zweite Obmann deS Vereins, Herr Lehrer t. P. Funk - Gießen, früher in Rockenberg, wird einen Vortrag „über die Umgestaltung ber Ziele ber Volksschule nach den Forderungen der Jetztzeit halten.
Mainz, 14. Januar. Die städtische Verwaltung wird in der nächsten S'tzung der Stadtverordneten Versammlung abermals einen Credtt von 15,000 Mk. zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheit verlangen, um die Arbeitslosigkeit
1 Bebels abgelehnt.
wirksamer als seither bekämpfen zu können.


