Ausgabe 
18.8.1895 Erstes Blatt
 
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durch eine große Festparade auf dem Paradeplatz vor dem festlich geschmückten Lande- - Kriegerdenkmal. Se. Köaigl. Hoheit der Großherzog wird die Parade selbst abnehmen, auch bei dem Festesten der Veteranen in der Halle erscheinen. Ueber den Verlauf des Festes am Sonntag berichte ich Ihnen im nächsten Briefe. Zur Zeit haben die Darmstädter nur eine Sorge, die, ob das Wetter sich halten wird. Der Himmel macht bald ein fröhliches, bald ein trübes Gesicht, hostentlich schaut er wenigsten- auf den Festzng wolkenlos und freundlich nieder!

tecele« «*6 ptontajklto.

Gießen, den 17. August 1885.

♦♦ Die Fahnen heran»Zur Feier de- Ehrentages unseres 116. Regiments bitten wir die verehrliche Einwohnerschaft Gießens, soweit dies noch nicht geschehen sein sollte, die Häuser zu beflaggen.

♦♦ Tagesordnung für die öffentliche Sitzung der Stadt- verordueten-Versammlnug. Dienstag, den 20. August 1895, Nachmittags 5 Uhr: Dieusteinführung des Großh. Bei­geordneten Wolff.

Schwurgericht. Dem Vernehmen nach wird die nächste SchwurgerichtS-Seffion der Provinz Oberhesten mit dem 23. September beginnen und sich voraussichtlich über 1 Woche auSdehnen.

Soiree Eickermauu. Die letzten Jahrzehnte haben auf dem Gebiete der DortragSkunst, insbesondere der Reci- tation, bedeutende Vertreter gefunden, bei welcher als dank­barste Specialität die Werke Fritz Reuters in Hofschauspieler Junkermann den besten Interpreten fanden, welchen wir als solchen de- Oefteren hier schon Gelegenheit hatten zu hören. Tritt nun zur Recitation als lebendig-verkörperndes Moment die Charakter-Darstellung, so gewinnt daS Ganze'hierdurch ungemein. In solcher Vereinigung der Recitation mit der Charakter-Darstellung erfreute gestern Herr Eickermann die zur Soiree imCaf6 Leib" Erschienenen, und wir con- statiren, daß seine durch schauspielerische Routine glänzende Vortragsweise einen recht genußreichen Abend bot. DaS Programm brachte AuSgewähltes auS Fritz Reuters Werken, ferner drei von Heinrich Seidels Burlesk,n, worunter der HymnckS über daS Schwein" die beifälligste Aufnahme fand. Stürmischen Applaus erntete jedoch die virtuose Charakter-Darstellung überDaS Lachen", der sich als Schluß des Programms die Charakter-DarstellungGute Nacht!" anschloß. Der gespendete Beifall war ein wohl­verdienter. Frau Louise Eickermann erfreute die Hörer zu Beginn des dritten Programmtheils durch Baumbachs DaS Häslein" undJunker Leichtsinn", namentlich daS Erstere feffelte in hohem Grade.

Ehrung der Veteranen. Außer den Fahnenschleifen, welche die Stadt den beiden hiesigen Kriegervereintgungen widmete, wird denselben, wie wir hören, noch eine nam­hafte baare Zuwendung zur würdigen Begehung der Feier­lichkeiten zu Theil.

* Ausmarsch nach Darmstadt. Heute Mittag l1/* Uhr marschtrten die Veteranen deS Krieger- und de- Veteranen- Verein-, inSgesammt ca. 140 Mann, mit klingendem Spiele und eichenlaubgeschmückten Fahnen zum Bahnhofe.

* * DaS Kriegerdenkmal im botanis chen Garten für die 1870/71 gefallenen Angehörigen unserer Universität wurde heute anläßlich der 25 jährigen Wiederkehr der sieg­reichen Schlacht bei Graveloite mit Laubgewinden und Blatt­pflanzen geschmückt.

* * Verworfene Berufung. Ein hiesiger Metzgergeselle hatte gegen eine vom Schöffengericht wegen Thierquälerei beim Schlachten eines Kalbes ihm zuerkannte iStrafe von 20 Mk. Berufung eingelegt. In der heutigen Strafkammer- Sitzung wurde dieselbe verworfen und ihm noch außer der Strafe die nicht unbedeutenden Kosten auferlegt.

* * Geflügelte Boten. Per Brieftaubenpost ging demDarmst. Tgl. Anz." am 15. d. M. folgendes Tele­gramm zu:Gravelotte, 15. August. Melden mittelst Luftpost, daß die Ausschmückung der Kriegergräber bei Metz, sowie des Heffendenkmals am Bois de la Gusse bei An­wesenheit zahlreicher hessischer KrtegSveteranen soeben vollendet worden ist. Der Schmuck der Gräber und deS Denkmals hat auf die Veteranen und die Bevölkerung einen tiefen Eindruck hervorgerufen. Die Abordnung: Ganß. Beck. Büttner."

* Pflege der Obftbäome. Daß sich alle Mühe, die man auf die Pflege der Ob st bäume verwendet, reichlich lohnt, kann man gegenwärtig an der jungen Obstbaumallee an der Heuchelheimer Straße beobachten. Jedem, der Sinn für derartige Dinge hat, mußte es in den letzten Jahren beim Passtren dieser Straße auffallen, mit welch großer Sorgfalt und Mühe dort die jungen Obstbäume gepflegt wurden. Kein Zweig zu viel oder zu wenig wurde ge­duldet- kein Wachsen nach Belieben gestattet- sorgfältig wurde jedem Zweig bi# Richtung gegeben, die zur Bildung einer schönen Krone erforderlich war und stet- achtete man darauf, daß alle Aeste von unten auf mit Fruchtholz garnirt waren. Einen Ertrag der Bäume, unter welchen sich schon recht stattliche Exemplare befinden, schien man seither noch gar nicht zu beabsichtigen, vielmehr war man darauf bedacht, zunächst eine schöne Krone heranzubilden. Daß dieser Grund­satz der richtige ist, können wir in diesem Jahre beobachten. Die meisten Bäume hängen voll der schönsten Aepfel- an vielen dürste der Ertrag schon einen Werth von drei bi- fünf Mark haben. Manche sind so reich mit Früchten be­laden, daß die Aeste aufgebunden werden mußt-n. Wie leicht dies bei der schönen Form der Bäume möglich ist und wie geschickt eS theilweise auSgeführt ist, kann man ebenfalls beobachten. Ganz besonders aber fällt es auf, daß die Aeste Dielet Bäume, die überreich mit Obst beladen sind, einer Stütze gar nicht bedürfen, weil die Früchte nicht,

wie die- gewöhnlich der Fall ist, an dem oberen schwanken Theil der Aeste hängen, sondern von unten an aus die ganze Länge deS mit Fruchtholz besetzten LsteS vertheilt find. Die Anlage kann thatsächlich als mustergiltig hmgestellt werden und gebührt den Obstbaumwartern, die, ausgerüstet mit der uöthigen Sachkenntniß, mit vieler Mühe die Bäume oflegen, alle Anerkennung.

Grüuberg, 15. August. Die heute vorgenommene B e i« georduetenwahl, bei welcher sich erst in letzter Stunde eine lebhaftere Agitation bezüglich der in voriger Nummer des Anzeigers in Vorschlag gebrachten Herren Jacob Henrich und Gemeinderath Ritter (Herr C. Dippel hatte die ihm angetragene Candidatur dankend abgelehnt) entwickelte, hatte da- Ergebniß, daß Herr Jacob Henrich, trotzdem er sich wenig zur Annahme der Wahl geneigt zeigte, mit 147 Stimmen als Beigeordneter gewählt wurde. 44 Stimmen entfielen auf Herrn Gemeinderath Ritter und 1 Stimme auf Herrn Kanfman Moll, sodaß also von 389 Berechtigten nur 192 von ihrem Wahlrechte Gebrauch gemacht hatten. Am 29. August findet die Wahl von vier Gemeinderäthen statt. Grb. Anz.

+ Alleudorf a. d. Lda., 16. August. Am 25 jährigen Gedenktage der Schlacht bei Gravelotte soll dahier eine größere patriotische Feier unter Betheiligung deS Krieger- vereinS, der beiden Gesangvereine, deS Schulvorstandes und der drei Schulklaffen abgehalten werden. Für den Vor­abend ist ein Fackelzug und ein Freudenfeuer in Aussicht genommen. Am 18. August, als am eigentlichen Festtage, findet um Va3 Uhr die Aufstellung des Festzuges statt- auf dem Festplatze werden dann patriotische Reden und Lieder, sowie Spiele der Schulkinder und Erringen von Preisen mit einander abwechseln. Abend- wird daS Fest mit Feuerwerk und geselligem Zusammensein schließen. Zur Bestreitung der Kosten der ganzen Veranstaltung sind bereits nahezu achtzig Mark an freiwilligen Beiträgen eingegangen. Bei der heute hier abgehaltenen GemeinderathSwahl wurde von dem Wahlrecht verhältnißmäßig nur geringer Gebrauch ge­macht - gewählt wurden Christoph Böcking II. mit 55, Karl Wagner mit 49 und Heinrich Reinhardt II. mit 47 Stimmen, alle drei Genannten als neue Mitglieder.

G. Bad-Nauheim, 16. August. Nach der amtlichen Zu­sammenstellung wurden in der Woche vom 9. bis 16. August l. IS. 673 Kurfremden (1894 549) angemeldet. Hierzu Bestand nach voriger Kurliste mit 11,133, ergibt eine Gesammt-Frequenz von 11,806 (1894 = 10072) Kur- fremden.

Geiß-Nidda, 15. August. Außer dem Kirchenvorstand, der, wie neulich schon berichtet, den Veteranen eine Reise- Unterstützung, und zwar von 48 Mk. inSgesammt, zum Besuch der.hauplstädtischen Festlichkeiten bewilligt hat, hat auch der hiesige Ort Sv or st and jedem Veteranen 5 Mk. zu diesem Zweck bewilligt.

Laubach, 16. August. Mit dem heutigen Tage geht das Gasthauszum Schützenhof" in die Hände eines neuen Besitzers über. Bald ein Jahrhundert war dasselbe in Besitz der Familie Stückle. Dem neuen Besitzer, Herrn Parr aus Grünberg, geht ein vorzüglicher Ruf als Gaftwirth voraus.

§ Zahmen (Kreis Lauterbach), 15. August. Bei der hier statt- gefunöenen Ergänzungswahl der Gemeind erat hSmit- glieder erhielten Johannes Roth 10 Stimmen, Johannes Hänel 9 Stimmen, Heinrich Seibert 8 Stimmen, sämmtliche wurden neugewählt, während August Eifert wiedergewählt wurde mit 8 Stimmen. Sämmtliche Gewählte sind von hier. Es wurden nur von 11 Wählern Stimmen im Ganzen abgegeben. Viele Stimm­zettel waren ungültig.

§ Ober-Moos, 15. August. Hier fand gestern die regelmäßige Ergänzungswahl des Gemeinderaths tatt, wobei wiedergewählt wurden: Andreas Dlftr eich mit 25 Stimmen, Christoph Klug mit 20 Stimmen. Neu gewählt wurden Johanes Muth mit 16 Stimmen, Johannes Herchenröder mit 18 Stimmen.

Ober-Seemen, 14. August. Bei der heute stattgefundenen Gemetnderathswahl wurden gewählt: Wilhelm Reichert mit 81 Stimmen, Caspar Nieß 7 r mit 74 Stimmen und Adolf Kaufmann mit 69 Stimmen.

Darmstadt, 16. August. Unter den zahlreichen, beim Erinnerungsfest an 18 7 0 stattfindenden Aufführungen werden zweifellos diejenigen der Darmstädter Turn- gem einbe einen hervorragenden Rang einnehmen. Der großen Bedeutung deö Festes entsprechend, ist die Turn­mannschaft fett Wochen eifrig thätig, um ihre Leiterpyramiden in einem hier noch nicht gebotenen Umfang (eS wirken an einzelnen Gruppen 64 Mann mit) einzuüben. Um den Be- uchern des Festes entgegenzukommen, hat die Mannschaft n anerkennenSwertber Weise sich bereit erklärt, dieselben zweimal, am Samstag in der Festhalle und am Sonntag Abend vor derselben auf der Schaubühne vorzuführen, sodaß Jedermann Gelegenheit hat, dieselben zu Hetzen. N. H. V.

Worms, 15. August. Eine Bekanntmachung der Großh. Bürgermeisterei besagt: In lebendiger Erinnerung an die unvergleichlichen Waffenthaten vor 25 Jahren hat die Stadt­verordnetenversammlung beschloffen, daß denjenigen Mit­gliedern der Kriegervereine in WormS, die sich bei ihren Vorständen als Mitkämpfer in 18 70/7 1 auS- weisen und die dies beanspruchen, zur Theilnahme an der Feier vom 18. August in Darmstadt ein Beitrag von sechs Mark bewilligt werde.

WormS, 15. August. Für die auswärts wohnenden Arbeiter der Firma Cornelius Hehl trafen dieser Tage in Ausführung des letzthin mitgetheiiten Entschlüsse- der Firma 500 Fahrräder aus der Oppel'fchen Fabrik in Rüffelsheim ein, und so wird man bald Hunderte von Fabrikarbeitern, die für daS Entgegenkommen der Firma sehr dankbar sind, nach Hause radeln sehen. D. Zig.

A Mainz, 16. August. Auf Anregung der Bürger-

m-isterei findet zur Erinnerung an die großen Ereigniffe vor 25 Jahren hier ein großer Comm er S statt. Derselbe wird in allen Räumen derStadthalle" abgehalten werden und werden sich bis auf einige Ausnahmen sämmtliche Ma nzer Vereine daran beteiligen. Die hiesige städtische Ver­waltung hat an dem Denkmal der bet Gravelotte gefallenen Mannschaften der hessischen Division einen prächtigen Kranz niederlegen laffen, deffen Schleife die Aufschrift trägt:Die Stadt Mainz ihren Söhnen!"Mainz und die umliegenden Ortschaften gleichen gegenwärtig einem großen Heerlager. Die meisten Kasernements der Stadt find dicht mit Truppen belegt, ebenso haben fast alle der um Mainz gelegenen Dörfer zahlreiche Mannschaften irn Quartier. Neben der ständigen großen Garnison befindet sich zur Zeit noch ein ganzes weiteres Infanterieregiment, zwei Abtheilungen Dragoner, sowie daS in Hanau gamiionirende thüringische Ulaneu-Regiment mit dem Stab hier, welche Truppenmaffen man von Morgens bis Abends von und nach den UebungS- Plätzen marschiren sieht. Die von auswärts gekommene Cavallerie ist zum größten Theil in einem Zeltlager bei Kastel untergebracht, deffen einzelne Zelte eine Länge von 40 und eine Breite von 18 Meter haben. Der Grund der Zusammenziehung der vielen Truppen sind die nächsten Tage hier stattfindenden großen FestungSmanöoer.

Mainz, 16. August. Gestern Nachmittag wurde bei einem Spaziergang am Rhein ein Fremder von einem Schlag­anfall getroffen und starb auf der Stelle. Die Persönlichkeit desselben ist noch nicht ermittelt.

Vermißtes.

* Frankfurt a. M, 15. August. Herbst-Meeting deö Rheinischen RennvereinS. AuS Gotha, wo die letzten großen Rennen stattfanden, auS Hoppegaiten, dem Haupt-Trainingquartier deS deutschen Rennsports und auS dem Kgl. Hauptgeftüt Graditz sind im Laufe der Woche die vierfüßigen Streiter eingetroffen, welche am Sonntag und Montag auf der Bahn im FrankfurterWäldchen" ihre Kräfte erproben sollen. Unter dem anwesenden Material befinden sich mehrere der besten deutschen Pferde, so z. B. die Vierjährigen: Sperber, Migräne und Aribert I., die Dreijährigen: Impuls, Waschfrau, Armbruster, JcaruS, Nixnutz u. A. Diesen Pferden, welche die beiden Haupt­nummern für Drei- und Vierjährige, daS WäldchenSrcnnen, (Preis 8000 Mk.) und das Alexander Nennen (5000 Mk) bestreiten werden, schließen sich die Zweijährigen an, denen das Landgrafenrennen (5000 Mk.) Gelegenheit zu einer letzten Probe vor dem Zukunftspreis zu Baden Baden giebt. Auch die anderen Rennen versprechen starke Felder und guten Sport zu bieten, sodaß ein Besuch deS auch in gesellschaft­licher Beziehung so Auserlesene- bietenden RennfesteS Jeder­mann warm empfohlen werden kann.

* Wildbad, 16. August. Die Luftschifferin Fräulein Paulus von Frankfurt und der Luftschiffer Schumacher auS Creseld, welche gestern Nachmittag in Baden Baden einen Aufstieg unternahmen, wurden bei ihrer Landung von einem Windstoß auf eine Tanne im Walde bei Wildbad ge­trieben. Da- Netzwerk deS BallonS verwickelte sich im Geäst der Tanne und die beiden Jnsaffen mußten über drei Stunden in dieser unerquicklichen Lage auSharren, bi- ein vorüber­gehender Kurgast Hilfe requtrlrte.

* Leipzig, 13. August I m Zuchthaufe gestorben. In der Strafanstalt zu Waldheim i. S. ist nach nahezu 3Ojähriger Haft der Raubmörder Kürschner, der am 2. No­vember 1865 den Kaufmann Markart in Leipzig in deffen Laden ermordete, gestorben. Kürschner, der zum Tode ver- urtheilt war, lag bereit- auf dem Leipziger Richtplatze unter dem Fallbeil, als ein Begnadigung- - Telegramm vom da­maligen König Johann eintraf. Der Laude-scharfrichter Brandt wurde noch rechtzeitig durch da- Schreien und Gnaderufen deS Publikum- und des Depefchenboten veran­laßt, inne zu halten. Der Todekcandidat wurde wieder von der Guillotine loSgeschnallt und wanderte nun in- Zuchthaus, wo er erst vor kurzer Zeit, als er feinen Tod fühlte, ein offenes Geständniß feiner That abgelegt hat. Im Zucht­hause verübte K. vor mehreren Jahren einen überaus ver­wegenen Mordversuch gegen einen höheren Anstalt-deamten, der jedoch mit dem Leben davonkam. Seitdem lag K. stets mtt Ketten gefesselt. Sein Leichnam ist der Leipziger Anatomie au-geliefert worden.

Karlsruhe, 16. August. Der zur Kur hier weilende Kaufmann Sornberg au- Bochum und der Bootöführer Albert find im Bodensee ertrunken. Ein IO jähriger Knabe, der sich an der Bootfahrt beteiligte, hielt sich am Mast und wurde gerettet.

* Mannheim, 15. August. Ein 17 jähriger Bursche, Namens Bolz, hat in Mundenheim bet Ludwig-Hafen den 72 jährigen Bürgermeister von RoedeSheim au- Rache, weil derselbe über den Ersteren eine kleine Polizeistrafe verhängt hatte, erstochen.

* 31 den Werkstätten der Hutmacher zu Berlin wird gegenwärtig Tag und Nacht gearbeitet. Jeden Tag worden in Menge Cylinderhüte eingeliefert zum Aufbügeln und Frischmachen - sie werden die Häupter all der Veteranen und Kriegervereinler schmücken, die am 19. dS. zum großen Kaiser-Appell auf dem Tempelhofer Felde antreten werden. Da kriege^ die Hutmacher denn gar merkwürdige Exemplare in die Hände, dte btt Cylinderhutmoden von länger denn zwei Jahrzehnten darstellen und die schon al- Hochzeit-angft- röhre daS Haupt deS damaligen jungen Bräutigam- und heutigen Ehe- und Kriegsveteranen zierten: breite Krempe, an den Seiten kühn geschweift, schmale, glatte Krempe, lang­haarige und kurzhaarige Exemplare, Angftröhren, oben breit, unten schmal, bann wieder unten breit, oben schmal, hohe und niedrige und zuletzt die fettglänzenden, röthlich schim­mernden, die schon mit der Stiefelbürste Bekanntschaft ge­macht haben. Diese Röhren werden als unheilbar vom