unter Anwendung geeigneter Vorrichtungen, langsam herab- gelassen werden. — § 2. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmung werden in Gemäßheit deS § 366 pos 10 des Strafgesetzbuches mit Geldstrafe bis zu 60 Mk. oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft. — § 3. Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung in Kraft.
DaS Gesuch des Herrn Bierbrauereibefitzer» I. Fort sch um Erlanbniß zum Betriebe einer CalUiueuwirthschast in OSwaldSgarteu für die Dauer der Bauarbeiten für das Mittelrheinische Turnfest wird abgelehnt. Die Commission hatte sich dahin au-gesprochen, daß mehrerer am O-waldS« garten liegender Wirtschaften wegen ein Bedürfniß zu der, auch vom geschäft-führenden Ausschuß de» Turnfeste» befürworteten, Errichtung einer (Santine nicht vorliege.
CocaUs nnö Leoni nzielles.
Gießen, den 17. Mai 1895.
•• Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 15. Mai den Ingenieur Theodor Baent sch au» Sandersleben zum Fabrik-Inspektor für den Auffichtsbezirk II (Provinzen Rheinhessen und Ober- hessen) zu ernennen.
** Militardienstnachrichten. v. Holwede, Oberst und Commandeur des 5. Bad. Jnf.-RegtS. Nr. 113, unter Beförderung zum General Major, zum Commandeur der 49. Jnf.- Brigade (1. Großh. Hess.) ernannt. Feldt, Major ä la suite deS Jnf.-RegtS. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 und Eisenbahnlinien-Commissar in Königsberg i. Pr., als Bataillons - Commandeur in das Gren.-Regt. König Friedrich II. (3. Ostpr.) Nr. 4 versetzt. v..Oppeu, General- Major und Commandeur der 49. Jnf.-Nrig. (1. Großh. Hesi.) in Genehmigung seines Abschiedsgesuchs mit Pension zur Disposition gestellt.
• * Baggerei belr. Wie wir hören, beabsichtigt Großh. ; Polizeiaml Gießen in Zukunft ein scharfes Augenmerk auf ! die Baggerarbeiten in dem Lahn bette und die mit denselben für die Anlieger verknüpften Mißstände und Betheiligungen zu richten. Infolge mehrfacher Klagen von Seiten der Grundbesitzer, deren Acker ober Wiesen an denjenigen Thetl der Lahn stoßen, woselbst die Baggerei in größerem Umfange betrieben wird, hat sich die Behörde veranlaßt gesehen, ein neue« Reglement zu erlassen, welches nicht nur Unterlassung der Anzeige unter Strase stellt, sondern auch mit Strafe denjenigen Unternehmer bedroht, welcher . den ihm von der Polizeibehörde gestellten Bedingungen nicht i nachkommt.
• • Landwirtschaftliche Ausstellung. Der Bau- und » Platzausschuß beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung mit der Bertheilung der Räume und Bauten auf die einzelnen Ausstellungsgruppen- es wurde für zweckmäßig sowohl im Interesse der Aussteller wie der Besucher gehalten, die Gruppen möglichst geschlosien für sich vorzusühren. Neben dem OSwaldSgarten als Hauptausstellungsplatz wurden für die einzelnen Gruppen ins Auge gefaßt die unteren Räume der Stadtknabenschule, die Turnhalle und der Hof der Stadtknabenschule, die Aliceschule, die Turnhalle des Turnvereins, der Lahnstein, der Platz zwischen Steinstraße und Nordanlage, die Stallungen am Viehmarktplatz (Jungblut u. s. w.), der Viehmarktplatz selbst und wenn nöthig der Schweinemarktplatz. Der Vorsitzende wurde ermächtigt, Verhandlungen wegen Ucberlaffung bezeichneter Räume und Gebäude einzuleiten, Beschluß über die Ver- theilung der Ausstellungsgruppen auf den zur Verfügung stehenden Raum soll nach Fertigstellung von Lageplänen gefaßt werden.
• * Deutsch - Oesterreichischer Alpeuvereiu. S ection Gießen. Bericht über den Ausslug am 12. Mai. (Schluß.) Auch hier kurze Rast, bei des Dorfschenken reicher Aepfelweinspende, angenehm verbracht in einer fröhlichen Damen- und Herrengesellschaft aus Butzbach, für die unser liebenswürdiger Herr Vereinsphotograph au» Dank für ihren launig-munteren Willkommengruß in richtiger Erfassung deS Moment« eine unter fachmännischer Assistenz schnell aufgebaute Mab arrangirte Gruppe aufnahm. Nun weiter nach zunächst ziemlich sonnigem unb steilem Ausstieg alSbann hinab inS breitere, nicht minder schöne Usathal gen Schloß Ziegenberg, das von unserer Seite au« erst kurz vor unserer Ankunst sichtbar, um so imposanter und stolzer in seiner ganzen stattlichen Längsseite auf dem au« dem Thale sich schroff abhebenden Bergsattel vom WirthShauSgarten au« bei angenehmer Raft unter schattigen Baumriesen sich zu beschaulicher Würdigung darbot. Bei dem im Usathale zunächst fortgesetzten Marsche ließ gar bald ein total abgeholzter Bergrücken seinen schmerzlichen Verlust durch seine sonnige Gluthspende in seiner ziemlich bolzklobigen Manier nachdrücklich fühlen, wa« ihm namentlich einige zur Körperfülle neigende Herren bei der ihnen angeborenen Gutmüthigkeit um so wärmer nachempfanden, al« sie sich von einem rationellen Betrieb dieser Abforstung in ihrer augenblicklich sehr heißspornigen Stimmung nicht überzeugen konnten. Doch auch dieser, in manchem Antlitz hochroth marfirte Moment war bald vergeffen, da wir kurz darauf auf die bequeme Fahrstraße einbogen, um im an» muthigen Thale gen CranSberg zu pilgern, da« schon auf weitere Entfernung hin mit seinen auf beiden Wegseiten reichlich angebrachten Holzbildern be» gekreuzigten Herrn seine confessionelle Schcidewanb bocumentirte. Wenn nun auch keine fromme Wallsabrerschaar mit fliegenben Standarten durch ba« Thal zog unb augenblicklich kein boppelter Choral den weiten GotteSgarken grüßte, so konnte doch immerhin ein breit und hoch etagenförmig aufgebauter Stellwagen mit seinem in lang verhängten Zügeln dahintrabenden Dtererzug und seinen sröhlich von ihrem luftigen Sitze heradgrüßenden Jnsaffen eine rege Phantasie bei der landschaftlichen Staffage um so mehr in höhere Gebirgsgegenden entführen, als nun auch ba« auf steiler felsiger Anhöhe gelegene, mit seinen malerischen Thürmen und Giebeln stolz emporstrebende Schloß
CranSberg uebft den vom Thale au« sich ring« um die Burg gruppirenden Häusern de« glelchnamigeu Orte« für ba» prächtige Stimmungsbild ben geeignetsten H im ergründ bot, wa« uns sichtlich und nachhaltig feffelte. Doch auch von diesem landschaftlichen CabinetSstückchen trennte un« nur allzubald der unerbittlich vorrückende Zeiger der Uhr mit gebieterischer Nolhwenbigkeit, aber bald waren wir nach kurzem anstrengendem Marsche auf die un» gegenüberliegende Höhe wiederum reichlich entschädigt, denn eine von dem vor un- liegenden Hochplateau au- sich darbietende, durch kein Wölkchen getrübte Fernsicht über deS Taunus grüngeschmuckte Höhen und Tiefen bis zu be» Feldberg» majestätisch hervorragender WaldeSkrone ließ un» von Neuem ihre Naturherrlichketten in vollen Zügen genießen, während vor un» der vornehme steilsteife Herr v. Winterstein schon ungeduldig unsere» Besuche» harrte, wa» einige Herren veranlaßte, im eiligsten Touristen- schritt zu respectvoller Anmeldung vorweg zu pilgern, während daS Gro» der Gesellschaft mit weiser Fürsorge für ba» Gemeinwohl rrotz ihrer touristischen Ausbildung angeficht» de» nun bequem zu erreichenden Ziele» e» vorzog, im langsameren Kurschritt nachzufolgen, zumal trotz der in diesen Tagen anzutretendtn Herrschast der gestrengen Herren Pankratius und ServmiuS kein kühles Mailüfterl wehen wollte. An den in breiten Steinschichten sich austhürm enden Halden deS KaiserschachteS vorübermarschirend, erreichten wir in bequemer Wanderung daS unferne ForsthauS am Fuße deS Winterstein», um von hier aus nach höchst willkommener längerer Rast unb bet nöthigen Restaurirung nunmehr in vorgerückter Nachmittagsstunde zu einer vornehm rechtmäßigen Zeit unseren Besuch auSzusühren. Nach allergnädigstem und freundlichstem Empfange bot er uns einen weiten und freien, durch die mild sich allmälig anmeldende Abendsonne sanft verklärten Ausblick über da« in frischestem Grün erglänzende Waldmeer und andererseits über die lachenden Fluren der gesegneten Wetterau mit ihren schmucken Dörfern und Städten, während aus fernem Norden Freund HauSberg uns seinen letzten Scheidegruß für den heutigen Tag herübersandte. Zu dankbarer Erinnerung an den herrlichen Genuß der prächtigen Fernsicht ward auch hier eine photographische Aufnahme schnell vollzogen, um in fröhlichster Stimmung über Ockstadt gen Friedberg thalabwärts zu eilen unb hier im Hotel Trapp nunmehr burch ein confistenteS Mahl eine nicht minber angenehme Erinnerung mehr dem genußreichen Tage hinzuzufügen, worauf beim behaglich kühlen Abendtrunke in dem schönen Garten des Windecker'ichen FelsenkellerS bei einem pächtigen Ausblick über breite Wiesengelände auf daS nahe Bad der größere Theil der Gesellschaft im munteren Austausch der noch frischhaftenden Eindrücke zusammenblieb und bann zu rechtmäßiger Zett (>/t9 Uhr) von ber alten Reichsstadt Abschied nehmend, ben schon mit einem früheren Zuge nach Gießen vorweg geeilten Herren zu folgen, wo man sich alsdann in der einmütigen Stimmung unb bem frohen Bewußtsein trennen konnte, einen köstlichen Tag mehr in seinem LebenSbuche mit hehren Zügen in dankbarer Erinnerung einzeichnen zu können.
* *W. Uhrmacher Telegtrten Versammlung. Gestern Nachmittag tagte im Hotel Schütz eine Versammlung von Uhrmachern, um über ihre gewerblichen Angelegenheiten zu berathen. Die Uhrmacher - Vereinigungen der Provinz Oberheffen unb Hessen-Nassaus waren burch Delegirte vertreten. ES wurden für den im Monat August d. I. zu Mainz für Süd-Westdeutschland stattfindenden großen Uhrmachertag als Abgeordnete gewählt die Herren Schmidt-Gießen, Spörhase-Marburg und Brauneck-Wetzlar. Nach Schluß ber Beratungen begaben sich ble Fachgenoffen auf die „Schöne Aussicht".
* * Unsere neue Ruine, der angefangene Neubau hinter dem Merz'schen Hause an der Bahnhofstraße, welcher nun schon seit 8 Jahren von der Westanlage sichtbar und die Bewunderung jedes Fremden erregt, wird jetzt verschwinden. Der jetzige Besitzer des Hauses, Katz-Frankfurt, kann mit den Baufragmenten nichts ansangen und hat den Maurermeister Winn angewiesen, den Abriß so schnell als möglich zu bewerkstelligen. DaS Vorderhaus soll zeitgemäß nach Plänen der Archilecten Stein & Meyer umgebaut werden unb erhält an ber Ecke einen kuppelartigen, schön - wirkenben Ausbau. Zu ebner Erbe werben Läden hergerichtet.
* * Darmstadter FrnhjahrSpferdemarkt. Bei ber vorgestern Nachmittag 4 Uhr begonnenen Vcrloosung fielen auf die ersten 19 lebende Gewinne der Reihe nach folgende LooSnummern: 13,080, 36,146, 38,594, 32,849, 31,955, 12,697, 13,666, 1678, 9851, 16,771, 16,123, 30,979, 16,288, 19,090, 24,802, 33,878, 39,809, 17,182, 20,508.
• • Der 22. deutsche Gastwirth-tag findet inLiegnttz vom 25. bis 27. Juni statt. Bon Seiten de« deutschen Gast- wirthS-Verbande-, welcher in über 200 Vereinen 17,000 Mitglieder in allen Gauen Deutschland« zählt, werden 800 biS 1000 Teilnehmer bei dem GastwirthStage erwartet. Die (Sartenftabt Liegnitz wird sich bestreben, ihren alten Ruhm ber Gastlichkeit aufs Neue zu bewahren.
Holzheim, 16. Mai. Vom 1. Mai ab wurde der hiesige Ort, welcher bis dahin zur Postagentur Gambach gehörte, der Postagentur Lang-GönS zugetheilt und findet jetzt täglich zweimal eine Personenpostbeförderung zwischen hier unb Lang- Gön» statt. Herr Briesträger Engel, seither in Gambach stationirt, wurde nach Lang-GönS versetzt.
Sambach, 16. Mai. In der Nacht vom Montag zum Dienstag ertränkte sich ein circa 52 Jahre alter hiesiger Bewohner in der unweit be» Orte» vorbeifiießenden Wetter. Ein körperliche» Gebrechen, welche» den Mann am Arbeiten hinderte, dürfte die Ursache seine» gesuchten und gefunbenen i Tode» gewesen sein.
M. W. AuS der mittleren Wetters», 15. Mai. Im vorigen Jahre brachte ber „Gießener Anzeiger" eine längere Mitteilung über Hochzeitßgebräuche in Oberheffen. Wir - möchten diese durch nachfolgende Nottzen über Gebräuche
bei Verlobungen ergänzen. Sobald e» in einem Dorfe bekannt wird, daß e» ein Brautpaar gegeben hat, versammelt sich da» lebige junge Volk in bem Locale, wo die Brautlaterne ausbewahrt wird. Diese Laterne besteht ganz au» Gla», und wird auf einem Stabe dem Zuge der jungen Leute Dorangetragen, auf einer Scheibe der Laterne ist ein Bildniß angebracht: ein junge» Mädchen erhält von einem jungen Manne einen Blumenstrauß. Es wird ein Licht in die Laterne gestellt, damit da« B ldniß hübich beleuchtet ist. Run wirb da» Brautlied angestimmt, deffen erste Strophe folgendermaßen lautet: „Mir gefällt da» Ehestand»leben, bester al» das Klostergeben- in da« Kloster mag ich nicht, ich bin zu der Eh verpflicht'." Vor dem Brauthause wird Halt gemacht und da» Lied zu Ende gesungen. Ist der Bräutigam nicht anwesend, so löschen die Bewohner die Lichter au» und da» junge Volk zieht wieder ab; ist der Bräutigam aber da, so erscheint er mit der Braut am Fenster und dem Paare wird ein Hoch ausgebracht. Daraus werden noch einige Lieder gelungen - in der Regel: „Da» Lieben bringt groß Freud" und: „Wir winden Dir den Jungfernkranz". Darnach spendet der Bräuttgam ein Geldgeschenk, die jungen Leute ziehen nach einem WirthSlocale und trinken auf da» Wohl deS Brautpaares so lange, al» baß Geldgeschenk vorhält. An vielen Orten ist eS Sitte, daß vor dem Brauthause mit den Peitschen geknallt wird- je stärker es knallt, desto bester ist die Vorbedeutung für die künftigen Eheleute. An andern Orten wirst man alle Töpfe, blecherne Schüsseln und Kannen vor baß Brauthauß. Je mehr Töpse („Dippe") geworfen werden, desto größer die Ehre. Daß Singen der vrautlieder unb baß Spenben eineß Gelbgeschenke« wirb dabei nicht versäumt. Bei einem kürzlich vorgekommenen Falle waren zwei Wagen nöthig, um am folgenden Morgen die Scherben wegzubringen. Scherben bedeuten Glück für die Braut, heißt e» im volkßmunde.
A Mainz, 16. Mai. Der Commandeur de» 11. Armee- Corp«, General der Infanterie v. Wittich, ist heute Nachmittag zur Jnspection der Truppen der Garnisonen Mainz und Kastel hier angekommen. — Hier ist ein Dachdecker- strike in Sicht. Die Gesellen verlangen eine Lohnerhöhung von der nächsten Woche ab und haben den Meistern ein Ultimatum gestellt, in welchem angedroht wird, sall» die Forderungen nicht bewilligt werden, die Arbeit niederzulegen. Da in diesem Jahre daß Bangeschäst vichtß weniger wie flott geht, so dürsten die Dachdeckergehilsen schwerlich etwa» erreichen. — Wegen Majestätßbeleidigung würbe in ber letzten Sitzung der hiesigen Strafkammer der 58jährige, sehr gut beleumundete, reich begüterte Ackersmann Kronenberger au« EberSheim zu drei Monaten Gesängniß verurteilt. Kronenberger hatte in einem WirthShau» polt- tisirt, über die schlechten Zeiten und die traurige Lage der Landwirtschaft geklagt, über den Culturkampf roifonnirt und dabei in seinem Eifer dem Weingla» tüchtig zugesprochen, so daß er schließlich durch baß viele Trinken, Sprechen und Rauchen in einen nahezu besinnungslosen Zustanb gerieth. In dieser Bersastung hatte er auch die Person de» Kaiser» in da» Bereich seiner Kritik gezogen und hierdurch sich eine Beleidigung zu Schulden kommen lasten. Die beleidigende Aeuße- rung ist dem Gerichte durch eine anonyme Zuschrift zur Kenntniß gelangt. — Die zwei Bewohner von Gonsenheim, die in der Nacht vom verflostenen Samstag auf Sonntag an den militärischen Schießständen einen Posten ver- h^öhn 1 en und anzugreifen drohten und daher ben letzteren zum Gebrauch seiner Schießwafie nökhigten, find wegen Widerstand und Beleidigung in Untersuchung gezogen. Letztere wird von einem au» Militär- und CivUrichtern gebildeten gemischten Gerichte geführt.
Mainz, 15. Mai. Eine hier abgehaltene Versammlung de» Landwirthschastlichen Verein» für die Provinz Rheinhessen nahm den genossenschaftlichen Verkauf de» Getreide» in Aussicht, um dem Zwischenhandel so viel wie möglich zu entgehen. Im Herbste soll zum ersten Male da» Drusch-Ergebniß in den Getreidespeicher der Stadt Matnz eingelagert werden. In der ganzen Provinz sollen (Betreibe» Genossenschaften gebildet, besonder» aber darauf hingewirkt werben, baß bie Landwirte im Interesse eine» leichtere» unb besseren Absätze» einheitliche», möglichst gleichmäßige» Getreibe bauen.
Sauer Schwabenhei«, 16. Mai. Einem hiesigen Bürger würben tiefer Tage von ruchloser Hand in seinem Weinberge 900 Rebstöcke abgeschnitten. Eine Spur ber Thäter hat man biß jetzt nicht ermittelt.
Verkehr, Caw^» unö Volf»ivirtbid>ofL
S Herchenhain, 14. Mai. Der heute hier abgehaltene Vieh- markt (Walpuratßmarki) war in Rindvieh schwach, In Schweinen stark befahren. Aulgetrteben waren etwa 70 Stück Rindvieh, meisten« Großvieh. Verkauft wurden frischmelkende Kühe da» Stück 250 di» 350 Mk., gewöhnliche Milchkühe tu 200 di» 250 Mk. .kälber, 3 di» 4 Wochen alt, wurden |u 25 di» 30 Mk abgeietzt. Fettvieh kostet« der Gentner Schlachtgewicht 60 bi» 65 Mk Bei Zuchtvieh waren die Preise dieselben wie seither, find dagegen bei Schlachtvieh etwa» zurückgegangen. An Schweinen warm 1200 Stück, meisten» junge Ferkel, aufgetdeben und wurde ziemlich viel hierin verkauf«, da» Paar, 6 biß 8 Wochen alt, kostete 90 bi» 40 Mk , da» Paar 8 bi» 10 Wochen alte 45 bi» 55 Mk. Zuchtschweine kofteim ba» Stück 65 bi« 75 Mk. Fette Schweine kosteten da« Pfund Schlachtgewicht 38 bi« 42 Pfennige. Der nächste Markt findet Montag ben 17. Juni und Dien«tag ben 18. Juni L I. statt. Am 17. Juni ist vullenmarkt.
Anzeige« der Stadt Gictzen.
E»»»gelifche • e■ einbt.
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Sonntag den 19. Mai Rogate.
A« Mi euetfirdM. vormittag« T/e Uhr: Bfarrer Schlosser, vormittag« 9'/, Uhr: Pfarrverwalter Dr. Grein- vormittag« 11 Uhr: Militärgotte» bienst. PfarrerDingeldeg- Nachmittag«2»/,Uhr: Kinderkirche. Pfarrverwalterve.Grein.


