in Dubnitza an der türkischen Grenze 1200 Gewehre und 100,000 Patronen venhetlt.
Neueste Nucheichten.
WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 15. Decewber. Der „Local-Anzeiger" meldet auS Hamburg: Der Dampfer „Harraton", von Hamburg nach Sunderland unrerwegS, bohrte die englische Smack „Ucal" in Grund. Acht Personen ertranken.
Kiel, 15. December. Se. Majestät der Kaiser ist heute früh 8*/, Uhr mittelst SonderzugeS hier eingetroffen. Empfang sand nicht statt. Auf dem Bahnhose meldeten sich der commandirende Admiral Knorr, der Staat-secretär deS RetchSmariveamtS Biceadmiral Hollmann, der StationSchef Biceadmiral Thomsen und der Stadtcommandaut Oberst v. Fransecky. Vom Bahnhofe begab sich Se. Majestät der Kaiser, Allerhöchstwelcher kleine AdmtralSuniform trug, im offenen Wagen nach dem Schloß.
Kiel, 15. December. Bei der Ankun ft Sr. Majestät de - Kaiser- im Schlosse salutirten die Schiffe „Pelikan", „Hagen" und „Friedrich Carl". Um 10 Uhr fuhr Se. Majestät der Kaiser nach dem Exercierschuppen zur Vereidigung der Rekruten der Marine, welcher die gesammte Admiralität, baß Offiziercorps und Deputationen der Mannschaften beiwohnten. An die Vereidigung schloß sich ein Frühstück im Offiztercafino. Nachmittags um 5 Uhr ist Diner und Abend- ein Bier- aoenb in ber Marine-Akabemie.
Kiel, 15. December. Se. Majestät ber Kaiser stattete 1 Uhr Nachmittag- ber Werft einen anberthalb« stündigen Besuch ab. Allerhöchstderselbe besichtigte ben Kreuzer „Geter" unb bad Panzerschiff „Aegir" eingehenb, unternahm einen Runbgang um bte Werft unb besuchte zuletzt ben Hulk „Niobe", wo die Besatzung ber Kaiseryacht „Hohenzollern" untergebracht ist. Die Rückfahrt ins Schloß erfolgte gegen 3 Uhr. Später stattete Se. Majestät einen Besuch im Seemann-Hause ab, kehrte al-bann wieder nach dem Schloß zurück unb begab sich um 5% Uhr abermals nach ber Werft, woselbst auf S. M. S. „Sachsen" das Diner stattfinbet.
Paris, 15. December. Die Akabemie ber schönen Künste, Section für Bildhauer, wählte Reinhold Bega- zum correspondtrenden Mitgliede.
Depesche Dee Bure«, .Herold".
Berlin, 15. December. Wie auS Halle gemeldet wird, hat Herr v. Köller an die „Saale-Ztg." eine Zuschrift gerichtet, in der er die Angaben des Blatte- über die Ursachen seine- Rücktritt- al- unrichtig bezeichnet.
Wien, 15. December. Die auS 220 Köpfen bestehende ruthentsche Massen-Deputation, welche hier eingetroffen ist und beim Kaiser Audienz nehmen will, um gegen die Wahlbedrückungen durch die Polen Beschwerde zu führen, wird heute Vormittag vom Grafen Badrni empfangen. Letzterer wird der Deputation mittheilen, daß der Kaiser morgen eine auS 10 Personen bestehende Abordnung der Deputation empfangen wird.
Brüffel, 15. December. AuS allen Provinzen laufen HtobSmeldungen über Ueberschwemmungen infolge neuerlicher Stürme ein. Die Dämme find stellenweise gebrochen, mehrere Ortschaften bedroht. Zahlreiche Fischer« batten mit Insassen find verschollen.
Belgrad, 15. December. Der bisherige rumänische Gesandte wurde nach Petersburg versetzt.
Konstantinopel, 15. December. Der Sultan empfing Said Pascha in längerer Audienz und sicherte demselben nochmal- persönliche Verzeihung und absolute Sicherheit zu. Ferner versprach er ihm, daß ihm seine Pension von monatlich 400 türkische Pfund regelmäßig au-bezahlt werden würde.
Der Krieg von 1870[71,
geschildert durch Au-schnitte euß Zeitung--Nummern jener Zett (Nachdruck verboten.)
17. December.
Am 15. December, Nachmittag-, ging bet Herborn in Nassau ein Pariser Luftballon nieder,- au- der Gondel stiegen zwei Franzosen mit vielem Gepäck und unzähligen Briefen. Al- sie hörten, daß sie in Preußen seien, liefen sie: Welche- Unglück! und erzählten, daß sie früh Morgens in Parts aufgeflogen feien. Sie wurden gefangen genommen unb bk Briefe, die bündelweise am Boden lagen, gesammelt. Der Ballon war wieder aufgeflogen.
CocaUs unfr Lrovinzielle-,
Gießen, 16. December 1895.
* * Kirchliche Dienstnachrichten. Ernannt wurden: Pfarr« amtflcanbibat Schlank zu Gambach zum Pfarrvicar in Dornheim, Decanat Groß-Gerau - Pfarrasfiftent Bechtolsheim er zu Lampertheim zum Verwalter der Landpfarrei Mainz, Decanat Mainz- Pfarrverwalter Pfannmüller zu. Niedernhausen zum Pfarrassistenten in Lampertheim, DecanatZwingenberg- Pfarraml-candidat Schuck zu Bubenheim zum Pfarrverwalter in Steinbach, Decanat Offenbach.
* * Ans dem Colonialdtenst. Herrn Finanzaspiramen Georg Bickel von hier, gegenwärtig bei Großh. Brand« verficherungSkammer in Darmstadt beschäftigt, wurde eine Stelle al- Rechnungsbeamter in Dar«eS«Salaam — Deutsch« Ostafrika — übertragen und tritt im Januar die Au-reise au. Herr Bickel ist innerhalb Jahresfrist der dritte hessische Ftnanzaspirant, welcher im Colontaldienfte Verwendung ge- fanden hat. Wie verlautet, haben sich noch mehrere Finanz« Aspiranten dem Auswärtigen Amte zu Berlin zur Verfügung gestellt.
* ♦ Ständchen. Gestern Abend wurde dem Präsidenten de- Evangelischen Arbeitervereins, Herrn Prof. Stamm, zu feinem Geburtstage ein Ständchen gebracht und zwar von einer Abtheilung de- Sängerchors genannten Verein-.
Der Vorstand der Omnibus Gesellschaft, welcher stet- bestrebt ist, Neuerungen und Verbesserungen in seinem Betrieb einzuführen, beabsichtigt, ber Bürger« und Einwohnerschaft hiesiger Stabt auch eine kleine Gabe auf den Weihnachtstisch niederzulegen. Wie uns von unterrichteter Seite mitgetheilt wirb, dürften, unb zwar noch vor ben Feiertagen, sogenannte Corresponbenz-Fahrkarten zur Au-gabe gelangen, welche ben Fahrgast berechtigen, auf bem Marktplatz (Umsteigestelle) umzusteigen und den Wagen einer anderen Linie zu benutzen und zwar ohne weitere Zuzahlung. Beispielsweise kann man in Zukunft ben Wagen auf bem SelterSweg besteigen, bis nach bem Marktplatz fahren unb alSbann ben stets corresponbirenben Wagen nach ber Grünbergerstraße benutzen- ober umgekehrt kann man, ben Wagen vom Wallthor auS benutzenb, auf bem Markiplatz umftelgen, um nach ber Westanlage zu fahren u. s. w. Allerdings muß bem Schaffner bei Lösung beS Fahrscheines stets alsbalb Mittheilung bavon gemacht werben. Diese zettgemäße Neuerung wirb zwar bem Unternehmen feine pecuniären Vortheile bringen, aber sicherlich freudig begrüßt werben unb demselben neue Freunde zuführen. Der Fortbestand ber Linie D von unb nach Wieseck wirb von bem Beitritt ber Bewohner bezw. ber Gemeinbe Wieseck zur Genossenschaft ber Omnibus Gesellschaft abhängen. Je nach Ausfall ber Betheiligung bürste auch bie Neuein« richtung einer längst gewünschten Linie von unb nach Heuchelheim abhängig sein, deren Rentabilität allerdings durch die Besucher der Haardt, des Heuchelheimer MühlchenS, sowie der zahlreichen Bewohner des Orte» selbst kaum zweifelhaft erscheinen dürfte.
*• Gießener Omnibus • Gesellschaft. Der Verwaltungs- rath der Gießener Omnibus - Gesellschaft hat den Antrag deS Vorstandes, die Schaffner auS Ersparnißrücksichten zu entlassen unb bie Wagen ohne diese fahren zu laffen, ab- gelehnt. — Ferner hat ber Vorstanb an baß Ministerium nach Darmstabt ben vom Kreisamt bereits abgelehnten An« trag gerichtet, zwei wegen ber Rotzkrankheit noch unter Controlle stehenbe Pferbe frei zu geben.
*• Der BezirkSverband der freifinnigen Volkspartei für Oberhefsen hielt gestern Mittag in SteinS Saal seinen diesjährigen Parteitag unter Vorsitz des Herrn Rechtsanwalts Grünewald hier ab. Dem vom Vorsitzenden zunächst erstatteten Rechenschaftsberichte für das 1. Berichtsjahr ist zu entnehmen, daß dem Bestreben der Partei, ihre Thätigkeit auch aufs Land zu verlegen, mannigfache Schwierigkeiten entgegenftanben, besonders mußte von größeren Partei- Versammlungen deshalb abgesehen werden, weil bie ländlichen Parteigenossen solche Versammlungen nicht arranglren konnten. Als erstes Zeichen der Thätigkeit ber neuen Organisation wurde die Grünberger Versammlung erwähnt, welche Resolutionen gegen die Umsturzvorlage unb gegen ben Antrag Kanitz annahm, unb bem Gebanken Ausbruck gab, daß bie freisinnige Partei nicht, wie andere Parteien, ber Lanbwirth- schaft Versprechungen machen könne, die sich nicht halten ließen, daß sie aber Stellung zu den berechtigten Bestrebungen der Landwirthe ebenso wie beß gelammten Mittelstände- nehme. Die zweite, in Gießen abgehaitene Versammlung nahm eine Resolution gegen bie Umsturzvorlage an. Der Bericht conftatirt beß Weiteren ben Rückgang beö Antisemitismus und bemerkt zur augenblicklichen allgemeinen Lage, baß die Verhältnisse, bk unser gesammteS öffentliche- Leben zur Zeit nach bieler ober jener Richtung beeinflußten, sich erst klären müßten, ehe weiter agitatorisch, besonberS mit Versammlungen vorgegangen werden könne. Herr Grüne- walt empfahl zum Schluß besonder- noch die Verbreitung des Eisenacher Programms. — Es folgten bte Berichte aufl ben einzelnen RetchStagSwahlkreisen unb zwar zunächst derjenige beß Herrn LanbtagSabgeorbneten Rechtsanwalt Metz über ben Wahlkreis Girßen-Grünberg Nidda. Er constatirte, daß die letzte ReichStagSwahl für die Partei ungünstig beeinflußt wurde dadurch, baß bei ber ungewissen Stellung, bte ber bamalige Canbidat der Partei zur Militärvorlage geäußert, eine große Anzahl Wähler nach links geleitet wurde- er hoffe, daß bei späterer Gelegenheit sich ein Can« bibat ftnbe, ber seine Stellung zu ben Parteiprinzipien schärfer zeichnet. Auch im Wahlkreise Gießep sei ein Rück gang beß Antisemitismus wahrnehmbar, eß sei aber bei ber Unberechenbarkeit unterer ländlichen Bevölkerung in politischen Dingen nicht zu entscheiden, wem die bisherigen antifemtti scheu Stimmen zufallen würden. Die antisemitischen Erfolge bei den letzten Wahlen seien ermöglicht worden dadurch, daß man die Bewegung unterschätzt habe. Der Bericht drückt bk Hoffnung auS, baß bie Partei toleber mit Erfolg in ben Wahlkamps ziehen werbe. An Stelle beß am Erscheinen ber« hinderten Vertrauensmannes für ben Wahlkreis Friebberg- Bübingen erstattete Herr Rechtsanwalt Grünewalb Bericht. In biesem Wahlkreise habe bet ber letzten Reichstagswahl befonberß ber Umfall des früheren Abgeordneten Hintze ber Partei geschadet, sowie bie überaus rege antisemitische, agrarische unb besonberS sozialbemokratische Agitation ben Erfolg verhindert- die von gegnerischer Seite, besonders ber Partei des jetzigen Abgeorbneten gemachten Aufwendungen feien so groß gewesen, baß bagegen bte Mittel der freisinnigen Partei nicht ausgereicht hätten. Der Bericht bedauert ferner ben Streu zwischen ber beutfdjen Volkspartei unb ber fieiftnnigen Partei, der allerbingS zum größten Theile nur auf ZettungSpole- mtfen fuße, für bte bie Partetoertreter nicht verantwortlich feien. Herr Lan g -Friebberg constatirte ebenfalls ben Einfluß ber Sozialdemokratie in bem Wahlkreise. — Herr Rechtsanwalt Reh - AlSfelb erstattete hierauf Bericht über die Lage im Wahlkreise AlSfelb Lauterbach-Schotten, ber schon von einer ganzen Reihe von Parteien vertreten gewesen. Auch dort habe eS immer schwer gehalten, einen geeigneten Canbi- baten ber freisinnigen Partei zu finben- einen Erfolg habe bte Partei bet den LanbtagSwahlen verzeichnen können, indem Stadt« und Landkreis Alsfeld von freisinnigen Männern vertreten würde. Sonst feien bie Verhältnisse für bie Partei nicht günstig, auch fei eß schwer, Wahloeretne zu Stande zu bringen, im Utbrigen sei auch hier zu bemerken, daß ber
Antisemitismus abgewirthschaftet habe. —- Der vorgerückten Zeit wegen wurden einige Punkte von der Tagesordnung abgesetzt, unb nut noch die Vorstandswahl vorgenommen, bie die Wiederwahl ber bisherigen Mitglieder beß Bezirksvorstandes ergab, nämlich: bie Herten Rechtsanwalt Grünern a l b-Gießen, Bürgermeister Hell er-Lich, Mühlenbesitzer Keil Grünberg für ben 1. Wahlkreis (Gießen), SBürgermetftir Iontz.Butzdach, Fabrikant Langsdorf Friedberg, Fabrikant Schäfer-Büdingen, für ben 2. Wahlkreis (Friedberg), Rechtsanwalt Reh-Alsfeld, Fabrikant Wal deck-Alsfeld, Schlosser Borne mann-Alsfeld für den 3. Wahlkreis (AlSfelb). Dem Vorstand gehören ferner an bie Landtags« Abgeordneten: Metz« Gießen, Gu n drum-AlSfelb, Need- Windhausen. Für 1896 ist führender Wahlkreis Friedberg- Büdingen. — An die Verhandlung schloß sich ein gemeinsames Mittagsmahl. Bei demselben toasteten Herr Rechtsanwalt Metz auf die Gäste, Rechtsanwalt Dr. Gutfle ifch auf die freisinnige ReichStagSfraction, Rechtsanwalt Reh auf die Gießener Parteigenossen, Rechtsanwalt Dr. H e lf- Frankfurt auf das Blühen unb Gedeihen ber obetheisifchen Wahlkreise, Fabrikant Eichenauer auf ben Vorsitzenden Grünewald. — Die auf 4 Uhr anberaumte BolkSversarnm- lang war gut besucht, lieber ben Verlauf derselben berichten wir in nächster Nummer.
♦♦ Der Kaufmännische Verein, in Gemeinschaft mit bem OrtSgewerbeverein, scheint eine wirklich gute Wahl in Bezug auf das diesjährige Vortragsprogramm getroffen zu haben, denn alle bis jetzt stattgefunbenen Vorträge erfreuten sich eines sehr starken Besuche- unb reichen Beifalls. Auch zu bem heute Abendstattfindenden Vortrag der Frau Ottilie Stein war nach den unS zugegangene» Mittheilungen, trotz ber so nahe bevorstehenden Weihnachten, ber Kartenverkauf bis heute früh schon ein bebeutenber und dürfte eS sich für Diejenigen, bie dem jebenfalls sehr interessanten Vortrag beiwohnen wollen unb noch nicht mit Karten versehen finb, empfehlen, sich rechtzeitig einzufinden. Die vier vorderen Reihe Stühle sollen nur für einzelne Damen referbirt werben.
• • Betrug. Gestern Abenb erschien ein Fremder itr einer hiesigen Wirthschaft, trank ein G aS Bier unb gab zur Bezahlung ein Zwanzigmarkstück, worauf ihm vom Wirth 19 Mark 90 Pfg. herauSgegeben würben. Später entdeckt/ ber Wirth, daß er betrogen war, benn da- erhaltene Goldstück war eine einfache Spielmarke.
* * Einbruch. Am vorigen Freitag Abend wurden an» zwei verschiedenen Hofraithen des südlichen Stadtviertel» die Hasenställe erbrochen und auß je einem Stall zwei Hasen gestohlen. Die Diebe wurden gestern in ber Person zweier jungen Burschen ermittelt unb fanben sich die gestohlene» Hasen noch in deren Besitz.
* ♦ Elektrische Bahnen in Oberhefsen. Wie baß „Wies- babener Tageblatt" melbet, beabsichtigt bie Firma Moritz Kramer, Eisenbahnbau- unb Betriebsunternehmer in Berlin, ben Bau einer electri scheu Schmalspurbahn von Bab-Nauheim über Friedberg, Homburg, Soden und Erbenheim nach Wiesbaden. Die Strangzuführung soll oberirdisch erfolgen unter gleichzeitiger Versorgung der von bet Bahn berührten Orte mit electrischer Kraft für Beleuchtung«« unb Arbeitszwecke.
* * Bezahlet eure Haudverkerrechuuugeu. Wiihnachtrn steht vor ber Thür, unb mancher Hanbwerker unb Gewerbe treibenbe, ber am 1. Juli feine Halbjahrsrechnung geschrieben unb ben Kunden zugeschickt hat, wartet noch heute auf daS> Bezahlen dieser Posten. Eine ebenso alte al» ungerechte Sitte ist eß, bie Kleinhanbwerker, überhaupt jeben Gewerbe- treibenben, oft Jahre lang auf bie Bezahlung der gelieferten Maaren warten zu lassen. Theils Bequemlichkeit, theil» „guter Ton" soll es sein, welcher dieses Verhalten hervor- ruft. Wir wünschten biesen säumigen Bezahlern, baß fie einmal in ben Schuhen eines Gewerbetreibenben stecken würben, bann sollte bie Sache schon anberß werben. Jr allen größeren Städten haben viele Geschäftsleute unter sich ein Abkommen getroffen, nur gegen Baarzahlung, und fei es selbst ein Kunde wie Rothschild, zu verkaufen. Au ben. kleinen Plätzen ist man schlimmer baran, benn einerfeiiß zwingt bie Concurrenz, anbrerfeitß die drohende Gefahr, die Kundschaft zu verlieren, ben Geschäftsmann dazu, Zugeständnisse zu machen, die ihn später in Verlegenheit bringen. Der Kaufmann im Großbetriebe schreibt einfach feinen Kunden: Wir waren so frei, den Betrag von so und so viel auf Ihre Firma zu entnehmen. Wie steht eß aber mit dem Handwerker und dem kleinen GeschäftSmanne? Daß ewige Pump- geschäft bringt ihm fein Geld tnß Hanß, dagegen Rechnungen unb Wechsel, baß Rohmaterial zur Arbeit wirb ihm nicht mehr geliefert, da er seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, unb nur Sorge bleibt ihm, währenb in bett Büchern baß Gelb hängt. Daß Pumpsystem hat manchen braven GeschäflSmann zu Grunde gerichtet, und daher glauben wir, daran erinnern zu sollen, da, wo man noch mit bem Bezahlen ber Rechnungen im Rückstände ist, ben Verpflichtung.n nachzukommen.
• • Zu Amerika verstorbene Hessen. Brooklyn, N.K: Adam Kirschner, 28 Jahre alt. auß Butzbach. Jefferson« Ville, Jod.: Georg Harz, 88 Jahre alt, auß WormS. Kea rney, Mo.: Maria Weber geb. Hammel, 62 Jahre alt, auS Gießen. Marion Township, Franklin Co., O.. John H. Vetter, 71 Jahre alt, auß Darmstadt. Nerr, - Hamburg, Canaba: Johann N floß, 72 Jahre alt, ouß Unter Ostern. South Germantown, WiS.: Frau H. Gilbert, auß Darmstabt. Springfield, Jll.: C. Heinr. Schwind, 71 Jahre alt, auß Klein-Larben.
Srüuberg, 13. December. Mit dieser Woche hat wieder- ber Versandt von Christbäumchen auß unserem Stadt« walde begonnen. Heuer war die Nachfrage nach solchen sehr stark. Wie wir hören, find bereit- an 8000 Stück Fichten gehauen und am hiesigen Bahnhofe verladen roorben. Mehrere Waggonladungen gingen nach Frankfurt a. M unb Hannover


