Zeit an sämmtliche Großmächte eine Note richten werde, wonach ein neuer europäischer Congreß ftattnnbcn solle, dessen Aufgabe eS sei, den Berliner Vertrag nach Maß- gäbe der in den letzten Jahren gesammelten Erfahrungen zu modificiren.
Der Krieg von 1870,71,
geschlldert durch Ausschnitte aus Zeitung« - Nummern jener Zett.
(Nachdruck verboten.)
17. August.
Aus französischen Zeitungen:
1,200,000 Wölfe falle» über uni her. Sie kommen buogertg auS den Wäldern. Die Finanzen unserer Feinde sind zur „Mythe" geworden, ihre Spione, die seit Jahren den Boden Frankreichs beschmutzen, haben die letzten Groschen ihres Schatzes aufgezehrt. Das sind keine Menschen, sondern Elemente, welche gegen unS entfesselt werden. O, der blutige Greuel! Hat man aber nachgedacht, welche Wirkung eine Panik in diesen hungernden Horden hervorbringen würde? Diese Panik aber erzeugt sofort der geringste Sieg unsererseits. Wenn Bazaine heute in Metz siegt, ist Preußen morgen verloren. Seine Kinder sterben den schrecklichsten Tod, den Hungertod! Darum keine Illusionen mehr! Der Kampf ist ein Riesenkampf, der den Tod Frankreichs oder Preußens zur Folge haben wird. Die preußische Armee schleppt daS geknechtete Deutschland hinter sich her- hinter den Soldaten VazaineS und Mac MahonS soll sich die freie (!) französische Nation erheben. Liberty.
toeaU« and pt*ot>hn$eO«».
Gieße», den 16. August 1886.
♦* Kirchliches. Dem Vernehmen nach hat Herr Pfarrer Dtngeldey einen Ruf nach Darmstadt für die dort erledigte Pfarrstelle erhalten. Sein Weggang würde einen schweren Verlust für unser kirchliches Gemetndeleben bedeuten. ES werden daher bereits, zunächst innerhalb seiner LukaSgemeinde, die nöthigen Schritte vorbereitet, um ihn, wenn irgend möglich, unserer Stadt und Gemeinde zu erhalten.
•• Gedächtuißfeier für die Krieger von 1870/71. Heute Vor» mittag versammelten sich die Mitglieder des Krieger-Verein«, dcS Veteranen-Vereins und deS Marine-BereinS zu gemein- samer Theilnahme an dem Gottesdienste in der Johannes- kirche, woselbst Herr Pfarrer Dr. Naumann die auf den Tag bezügliche, tiefempfundene Predigt hielt. Die Fahnen der Vereine waren am Altar aufgestellt, wo auch Kränze niedergelegt wurden. Nach Beendigung des Gottesdienstes warschirten die Vereine nach dem Friedhöfe, um ihrerseits der dort ruhenden, an Wunden oder Krankheiten während dcs Krieges verstorbenen Kameraden durch Niederlegen von Kränzen zu gedenken. Seitens der Stadt war vorher schon eine Schmückung der Ruhestätten der circa 90 deutschen und französischen Soldaten vorgenommen, da- deutsche und daS französische Denkmal war mit Guirlanden umwunden und mit Topfpflanzen umstellt, jedes der mit eine« Etsenkreuz versehenen Einzelgräber zierte ein Eichenkranz. Mit dem Choral: „JefuS, meine Zuversicht" eröffnete die RegimentSmusik hier die Feier, zu der daS OffiztercorpS, die Spitzen der Behörden, die Stadtverordneten u. f. w. erschienen waren. Herr Pfarrer Dr. Naumann hielt am Kriegerdenkmal eine längere feierliche Ansprache. Er gedachte hierbei vor Allem der Tobten, die sowohl in den besonderen Kriegergräbern ruhen, wie derjenigen, die tu anderen Theilen des Friedhofes, gestorben an Wunden oder langwieriger Krankheit, gebettet, er wie» ferner hin auf alle Kriegergräber im großen deutschen Baterlaude, auf diejenigen in den neu erworbenen Landes- theilen und schließlich auf die außerhalb den Grenzen des Reichs, die die Ueberreste der für das deutsche Vaterland Gefallenen bergen. Er schilderte die Tapferkeit, mit welcher die Gefallenen gekämpft und forderte die Veteranen auf, recht oft davon zu erzählen, damit die junge Generation begeistert werde für daS, was die Tobten dem Vaterlande erkämpft - Alle, Junge und Alte, sollten heute der Opfer des Krieges gedenken, der Leiden, die sie haben ertragen müssen, um daS Vaterland zu retten- Alle würden im Andenken behalten- aber wehmüthig blickten auch die Hinterbliebenen auf die Gräber, ein großer Strom von Thränen fei den Blutströmeu de« Krieges gefolgt, Vieles fei zwar überwunden, aber viele Taufende lodter Krieger lebten noch in schmerzlicher Erinnerung ihrer Lieben- für Viele fei noch zu sorgen, für Hinterbliebenen und Invaliden. Herr Pfarrer Dr. Naumann gedachte weiter des heldenmüthigen Führers der Hessischen Division, Seiner Köntgl. Hoheit del Großherzogs Ludwig IV.- an ihn dächten noch Alle, die unter ihm gedient und gekämpft, er wie« auf Seine Röntgt Hoheit den Großherzog Ernst Ludwig hin, hoffend, daß tn dem Sohne die Krieger den Vater ehren würden- er gedachte des Heimgegangenen Kaisers Wilhelm I., der Heimgegangenen Feldherren, des noch unter uns lebenden Fürsten BiSmarck u. f. w. - auch der Feinde, die de- Krieges Opfer für ihr Vaterland wurden und deren Denkmal geschmückt wurde. Er ermahnte an den Ruf der tobten Krieger, treu zum Vaterland zu halten, an ihren Mahnruf: Seid einig, einig, einig! Haltet fest an Fürst und Vaterland, an Kaiser und Reich, an der Ehre und Kraft desselben, gelobet Treue bis in den Tod, fürchtet nur Gott, fonft Niemand auf der Welt. Herr Pfarrer Dr. Naumann fd)lo6 feine erhebende Ansprache mit den Worten, die daS Denkmal bei Gravelotte tragen : Wenn unsere Zeit gekommen, werden wir ritterlich sterben um unserer Brüder willen. Gott walte über uni, den Lebenden und den Tobten. — Herr Beigeordneter Georgi legte den von der Stadt Gießen gespendeten Kranz am Denkmal nieder, all Ausdruck deö Dankes für das, was die Gefallenen für dal Vater- l°nd gethan. — Der Vorsitzende de« KriegerveremS, Herr Mayer, widmete Namens der Krieger und Veteranen den theuren Tobten, den Gefallenen zur Ehre, den Lebenden zur Anerkennung, den Kommenden zur Nacheiferung einen Kranz. Hierauf legte er an dem franzöfifchen Denkmal einen Kranz nieder
mit den Worten: „Der Tod trennt nicht Freund und Feind, Friede ihrer A-che!" — Namen« der Manne Verein! widmete Herr Hebst reit den Gefallenen einen Kranz. — Hierauf begaben sich die Veteranen an die Gräber de« Obersten Kraus und Oberlieutenant Heid acker, woselbst der Vorsitzende des Veteranen-VereinS, Herr Petri, „bem unvergeßlichen Obersten des 2. Regiments" einen Kranz darbrachte. — An dem Grabe deS ebenfalls hier ruhenden Oberlieutenant Kis feuer legte Herr Bruch Häuser, der ehemalige Feld- wedel der 7. Compagnie, NamenS derselben für den da- maligen Chef der Compagnie einen Kranz nieder. — Damit war die Feier auf dem Friedhöfe beendigt, und warschirten nun die Krieger unter Dorantritt der RegimentSmusik nach dem G a f£ Leib. Dort fand ein Gommer« statt. — Herr Mayer begrüßte hier die Gäste, wies auf die Thaten von 1870/71 hin, deren Errungenschaften Kaiser und Rein geworden und brachte ein Hoch auf Kaiser und Reich und Landesfürst aus. — Hierauf ergriff Herr Beigeordneter Georgi in Verhinderung deS Herrn Oberbürgermeisters das Wort, um die von der Stadt Gießen gestifteten, mit prachtvoll gestickter Inschrift versehenen Fahnenbänder den beiden Vereinen, Kriegerverein und Veteranenverein, zu überreichen- er gab dem Wunsche Auldruck, daß bte Vereine die Bänder an ihren Fahnen tragen möchten mit dem Bewußtsein, daß dankbar die Stadt Derer gedenke, die für Ehre und Freiheit deS Vaterlandes fo ruhmvoll gekämpft. Herr Beigeordneter Georgi schloß feine Ansprache mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland. — Herr L. Petri, Vorsitzender deS Veteranenvereins, dankte NamenS beider Vereine für die schönen Fahnenbänder und gab hierauf ein anschauliches Bild der Ereignisse vom 16. August 1870, an welchen die hessischen Truppen so ruhmvoll theilgenommen. Sein Hoch galt der lieben Vaterstadt Gießen. — Herr Stadtverordneter Schwall gedachte in patriotischer Rede der Ereignisse bei Krieges von 1870/71 unb brachte ein Hoch auf das freie deutsche Volk, als dessen berufene Vertreter er die Veteranen unb Krieger feierte, aus. Dieses Hoch wurde besonders jubelnd aufgenommen. — In kameradschaftlicher Weisc blieben die Vereine mit ihren Gästen noch eine Zeit laug vereinigt, als eine stattliche Versammlung ehemaliger siegreicher Kämpfer unb vaterlanböbegeisterter Männer auS allen Schichten der Bevölkerung. — Zur Feier beS Tage!, dem Jahrestage der Schlachten vonVionvllle unbMarS la-Tour, haben die öffentlichen unb viele Prtoatgebäude Flaggenschmuck angelegt.
♦* Marine Verein. Am vergangenen SamStag beging der Marine-Verein Gießen auf der Schönen Aussicht die Feier des GeburtStagfesteS Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich von Preußen. Durch eine kernige Ansprache, die mit einem Hoch auf den künftigen Führer der deutschen Marine schloß, eröffnete um 9 Uhr der Präsident die Feier, die in allen Theilen schön verlief. Auf ein an De. Kgl. Hoheit den Prinzen Heinrich abgesandtes Glückwunschtelegramm langte gestern Abend 11 Uhr folgende Drahtantwort aus Helgoland ein: „Königliche Hoheit danken besten! für die Glückwünsche! Golomb, persönl. Adjutant."
♦♦ Die Baute» zur Laubwirthschaftlichen Ausstellung. Der Plan zu den Sauten unserer landwirthfchaftlichen Aul- stellung liegt fertig vor. Auf der rechten Seite deS Oswalds- garten« werden die Stallungen für Pferde unb Rindvieh, auf der linken Seite die Ställe nur für Rindvieh, den Platz umsäumen. An der Querseite des Platzes an der Neustadt wird eine Bierhalle errichtet. In der Mitte des Platzes wird in der Form eines OvalS der VorführungSplatz abgegrenzt. Auf der Nordanlage, mit der Front nach dem Banket gerichtet, kommen Ziegen-, Schaf- und Schweineställe zu stehen. Am Treffpunkt der Steinstraße mit der Nordanlage, wo beim Turnfest neben der Conditorei Döll die Bierhalle von Friedel & Asprion stand, ist eine gedeckte Halle für Maschinen unb Geräthe in der Größe von ca. 600 Quadrat- meter geplant. Hieran anschließend längs der Steinstraße, das zum Juxplatz benutzt gewesene Gelände, sowie zwischen Steinstraße unb Nordanlage, dort, wo BichlerS Ausschank unb der der Actien - Brauerei beim Turnfest sich befand, werden ebenfalls Gelasse für Rindvieh erbaut. Die Baulichkeiten für das zahlreich angemeldete Geflügel werden, an die Maschinen' und Geräthehalle sich anschließend, längs der Nordanlage eingerichtet. Für da« Wassergeflügel wird auch ein Teich errichtet. Ebenso ist an der Nordanlage noch eine Unterkunft für Schafe vorgesehen. Der im Dreieck mit Stallungen umsäumte ehemalige Juxplatz erhält ebenfalls in seiner Mitte einen abgegrenzten VorführungSplatz. Die Bienenausstellung wird tn den Räumen der Aliceschule arrangirt, in deren Nähe im Freien die Bienenstöcke ihren Platz erhalten. Aucy die wissenschaftliche Abtheilung der Ausstellung erhält ihren Raum in der Aliceschule. In der Stadtknabenschule kommen die HülsSstoffe, Producte deS Pflanzenbaues, die Forstwirthfchaft und bte F'schzucht zur Ausstellung. Die Turnhalle ber Stadtknabenschule steht der Abtheilung für das Molkereiwesen zur Verfügung. Die Turnhalle an der Nordanlage, welche mit der Ausstellung verbunden wird, wird die nicht unbedeutende Abtheilung für Obstbau aufnehmen. In der nächsten Woche werden die Arbeiten für die Bauten vergeben unb soll bann mit deren Inangriffnahme ungesäumt begonnen werden.
*• Am 18. August 1870. Der ehemalige Musketier in der 3. Compagnie deS 4. Großh. Inf. - RegtS. (Prinz Carl) Nr. 118, Herr Althoff, jetzt tn Flonheim, theilt der „Darmst. Ztg." folgende wohl noch nicht allgemein bekannte Eptsode auS dem großen Kriege 1870/71 mit. Es war am 18. August, am Tage der Schlacht bei Verneville. Mein Corpora! und ich gingen von unsrer Stellung etwas nach links, weil das Feuern etwa« nachgelassen hatte. Ein Lieutenant von dem 2. Jägerbataillon rief uni zu: Infanteristen, deckt Euch, hierher wird noch stark gefeuert. Alsbald befolgten wir feine Mahnung- jedoch In dem Augenblick, all ich mich decken wollte, streifte eine Kugel auch schon meinen Tornister unb ging einem Jäger einige Mann hinter mir in edle Theile- sie wird bem Braven wohl dal
Leben gekostet haben. Unmittelbar darauf sah ich Prinz Ludwig mit feinem Stabe halten. Eine Kugel traf dicht an de« Prinzen Seite Oberlieutenant Möller, der au« dem Sattel zu fallen schien Prinz Ludwig, die« gewahrend, hielt den Genannten so lange am Rocke darin fest, bis Soldaten, dezw. Lazarethgehilfen kamen unb Möller vom Pferde nahmen. Prinz Ludwig führte diesen Dienst mit großer Kaltblütigkeit tn der gefahrvollen Lage au«, unb ich halte e« für geboten, bte schöne Handlung bei leider fo früh verblichenen Fürsten hier zur weiteren Kenntniß zu bringen.
•• Zur Ermuernngsfeier i» Darmstadt. Wie den „N. H V." von zuverlässiger Seite mitgetheilt wird, hat • Se. Köntgl. Hoheit der Groß Herzog die Adstcht ausgesprochen , nächsten Sonntag während bei Festessen! ber Veteranen in ber Festhalte zu erscheine». Diese Nachricht wirb bei den Veteranen gewiß mit größter Freude und Genugthuung ausgenommen werden.
•• A» de» höhere» Madchenschulm in Darmstadt, Offenbach, Gießen, Mainz und Wo.ml unterrichteten im Schuljahr 1894/95 111 Lehrer unb Lehrerinnen. Die 66 Schulklassen unb 3 Seminar - Klassen wurden von 2115 Schülerinnen besucht, von welchen 1402 evangelischer, 291 römisch - katholischer, 8 altkatholischer, 32 deutsch- katholischer, 374 israelitischer und 8 anderer Confession sind. Von 2030 Schülerinnen wurden InSgesammt 153 591.54 Mk. Schulgeld bezahlt und zwar vertheilt sich diese Summe wie folgt: In Darmstadt wurden gezahlt von 543 Schülerinnen 47 427.04 Mk., in Offenbach von 268 Schülerinnen 17 684 Mk., in Gießen von 320 Schülerinnen 18 497 Mk., in Mainz von 620 Schülerinnen 48 451Mk. und in Worm! von 279 Schülerinnen 21 532.50 Mk. O. Z.
*• Zur Beachtung. Eine wenig beachtete Unsitte, welche stet! lästig ist, in vielen Fallen sogar schadenbringend, ist dal Mitnehmen von Hunden in Fleischerläden,- einerlei ob e« der begleitende Pudel des Dienstmädchen! ober der Schnauzer des sein „Frühstückshäschen" holenden Handwerksmeisters ist, jeder Metzger weiß über diese Laben- plage zu klagen. Diese begleitenden Lieblinge durchstöbern den Laden in allen Ecken, beschnuppern freihängende Fleisch- theile und, wenn irgend angängig, entführen sie ein Beutestück. Meistens gebietet dem Verkäufer die Rücksichtnahme auf die Kundschaft ein Einschreiten gegen dal Mitbringen der Hunde, und in wenig Fällen gelingt el, eine Schädigung sofort zu entdecken, um Schadenersatz beanspruchen zu können. Es wäre wünschenlwerth, daß Jedermann die Einsicht habe, beim Besuch eine! Fleischerladens den begleitenden Hund auf ber Straße zu lassen.
-1- Saubringen, 15. August. Ein seltene! Bild der Eintracht gab gestern unsere Gemeinde bei Gelegenheit der Bürgermeisterwahl. Der seitherige Bürgermeister Wilhelm Walter VI. tourte wieder gewählt, und vereinigte sämmtliche Stimmen, 92 an der Zahl, auf seine Person, ein klarer Beweis, daß er el verstanden hat, sich sowohl durch seine tüchtige Amtsführung all auch durch fttn gerechtes, unparteiisches und dabei allzeit liebenswürdige! Benehmen die Achtung, Liebe unb das Zutrauen feiner Mitbürger in hohem Grabe zu erwerben. Die Feuerwehr, der Gesangverein, ber Kriegerverein und ber vor vier Wochen neue gegrünbete Turnverein, im Gefolge Allel, was Beine hatte, veranstalteten um 9 Uhr AbenbS einen hübschen Lampionzug, bte Sänger trugen zwei Chöre vor, unb Herr Philipp Weimer NamenS ber Krieger, Herr Lehrer Lehr NamenS ber Sänger unb Herr Heinrich Weimer Namen! der Feuerwehr drückten ihre hohe Freude über dal Resultat der Wahl aul, hoben die Verdienste bei Wiebergewählten hervor und brachten Hoch! auf ihn unb seine Familie au«. Herr Reallehrer Stahl aul Offenbach a. M., ber hier in ber Sommerfrische weilt, prie! tn einer längeren Ansprache die Eintracht unb ba« obroaltenbe schöne Einvernehmen unter der Einwohnerschaft unb brachte ein Hoch auf bte Gemeinde Daudringen aul. Für bte Wahl unb die Ovation sprach H-rr Bürgermeister Walter, welcher bemerkte, er habe nur seine Pflicht gethan, in bewegten Worten seinen Dank au«, unb lub bte Leute zu einem Glal Bier ein. In ben drei Wirthschaften herrschte nun recht oergnügte Stimmung bi! zur Mitternachtsstunbe. Dal erhebende, wohlthuende unb seltene Beispiel sei hiermit anderen Gemeinden besten! empfohlen.
Butzbach, 14. August. Herr Rabbiner Dr. Hirsch- f c l b aul Gießen wird nächsten Samstag Vormittag 10 Uhr anläßlich der Einweihung einer neuen Gesetzeirolle in ber Synagoge zu Butzbach einen Feftgottelbienst abhalten.
§ Geber», 14. August. Der seither hier ansässig gewesene Arzt Dr. Dörinkel ist all Kreisarzt an Großh. KreilgesunbheitSamt Allfeld berufen worden. Sn dessen Stelle hat sich kürzlich ber praktische Arzt Dr. Weißbecker aul Fischborn (Kreil Gelnhausen) hier niedergelassen.
O Atphe, 14. August. Unter ben auf hiesigem Hofgute beschäftigten Arbeitern (Ostpreußen) sinb wieberholt typhul- artige Erkrankungen vorgekommen. Die Ursache glaubt man im Trinkwaffer zu suchen, und wurde daher die Räumung etnel Brunnen! vorgenommen.
cP Ober Ohme», 15. August. Nachdem in allen bekannten Gemeinden unseres Kreisel den Veteraneck öon 1870/71 Beiträge bereitwllligst bewilligt wurden, zur 8e* streitung der entstehenden Kosten bei ber Theilnahme an ben Landeifeierlichkeiten zu Darmstadt, wandte sich auch der hiesige Kriegerverein mit einer dielbezüglichen Eingabe für bie hiesigen Feldzuglsoldaten an ben Gemriuberalh. Dieser aber bat bie Bitte seiner Veteranen abgeschlagen.
0 Siebet • ©eminbee, 15. August Der Grünberger Zweigverein ber Gustav Abolf-Stiftung will unter Vorsitz des Herrn Dekan Pullmann von Grünberg seine diesjährige Hauptversammlung nächsten Sonntag, öen 18. d. Mtl., dahier abhalten. Beginn bei Festgottelbienste« Nachmlttagl 2 Uhr, Festprediger Herr Pfarrer Kn ab vou Buchenbrücken. Bei guter Witterung findet eine gesellige


