Ausgabe 
17.4.1895 Zweites Blatt
 
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Nr. 90 Erstes Blatt. Donnerstag den 18. April

1893

Der Gießener Anzeiger rrfdjrint täglich, nut Ausnahme deS Montags.

Die Gießener Iramikienvkälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.

Gießener Anzeiger

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Alle Annoncen-Bureaux de- In- und Auslandes nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Deutsche» Reich.

Berlin. 16. April. Der Kaiser beabsichtigt, nach seinem Jagdausenthalt auf der Wartburg dem Grafen Görtz in Schlitz (Oberhessen) einen Besuch abzustatten und sich hieraus an den Grobherzoglichen Hof von Darmstadt zu begeben. In Darmstadt wird Kaiser Wilhelm mit der Königin Victoria von England, gelegentlich ihrer Heimreise aus Südfrankreich, Zusammentreffen.

Das Programm für die Einweihungsfeier deßNord-Oft see-C anales steht jetzt in seinen allgemeinen Zügen fest. Hiernach werden die gejammten Festlichkeiten vier Tage umfassen, mit dem Besuch des Kaisers, der deutschen BundeSsürsten, des Reichskanzlers, der Staats» secretäre, der preußffchen Minister u. s. w. in Hamburg am 19. Juni beginnen, und mit den Galadiners, die am Abend deS 22. Juni an Bord der kaiserlichen YachtenKaiseradler" undHohenzollern" stattstnden, enden. In den Einzelheiten des Programmes widersprechen sich allerdings selbst jetzt noch die Angaben, waS namentlich von der Zahl der an der Er­öffnungsfeier theilnehmendeü deutschen wie fremdländischen Kriegsschiffe gilt. Aber doch steht bereits soviel fest, daß die Einweihungsfeier des Nord Ostsee CanaleS einen außer- ordevtlich glanzvollen Character tragen wird, infolgedessen den bevorstehenden Festtagen in der deutschen Nordmark nicht nur das weitgehendste Interesse Deutschlands selbst, sondern auch des Auslandes sicher ist. Auf Seiten des letzteren rüstet man sich hie und da schon zur Theilnahme an den Kieler Festlichkeiten. U. A. wird aus Rom gemeldet, datz der Herzog von Genua, welcher bekanntlich das italie­nische Geschwader bei Eröffnung deS Nord-Ostsee-Canales commandiren wird, eingetroffen sei, um vom König und vom Marineminister die Instructionen für den Besuch der italieni­schen Kriegsschiffe tn Kiel und in England in Empfang zu nehmen.

Fürst Bismarck Hal am Ostermontag die Depu­tation der Deutschen Steiermarks empfangen. Es waren etwa 70 Herren und Damen aller Stände, meist aus Graz, erschienen, darunter auch eine Anzahl Grazer Studenten, ferner waren mit den Steiermärkern noch Vertreter der deutschen Studentenschaft aus dem übrigen Oesterreich nach Friedrichsruh gekommen. Unter den von den österreichischen Gasten an den Fürsten gerichteten Begrüßungsansprachen war diejenige des Dr. Ritters v. Planner die bemerkenS- wertheste. In derselben feierte der Redner den Fürsten Bismarck als das Vorbild eines echt deutschen Mannes und betonte dann, wie die Steiermärker bei aller ihrer Treue zum österreichischen Herrscherhause und ihrem österreichischen Patriotismus doch auch treu an der geistigen Zusammen­gehörigkeit mit ihren Stammcsgenossen in Deutschland hingen. Der Redner schloß mit einem Hinweise auf das deutsch- österreichische Bündniß, welches Werk Bismarcks den Gefühlen und Gesinnungen der Steiermärker so sehr entspreche. In seiner Erwiderung ging der Altreichskanzler von der Geschichte deS deutsch - österreichischen Bündnisses aus, kam dann auf den Dreibund zu sprechen und gab hierauf der Meinung Ausdruck, daß die deutsche Nation an ihrer einheitlichen Zu­kunft nicht zu verzweifeln brauche. Der Fiust empfahl den deutschen Oesterreichern Nachsicht und Duldung gegenüber den minderberechtigten Nationalitäten des Kaiserstaates und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser Franz Josef. Von den Steiermärkern wurde dem Fürsten ein mit steirischem Wein gefüllter Ehrenpokal, von der studentischen Deputation aber eine kunstvolle Adresse mit zweitausend Adressen über­reicht. Die Führer der gesummten Deputation nahmen nach Beendigung der Ansprachen das Frühstück im Herrenhause ein, die anderen Gäste wurden im Parke bewirthet, bann erfolgte die Wiederabreise der Besucher.

Neueste Nachrichten-

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 16 April. DerBerl. Eorresp." zufolge lud der LandwirthschaftSminister die Vertreter der Landschaften der sieben östlichen Provinzen nach Berlin ein behufs Be- rathung der Verbesserung des Kreditwesens, namentlich der Erweiterung des Kreises der beleihungSsähigen Besitzer auf selbstständigen Ackernahrungen, der Erweiterung der Beleihungsgrenze, Verbilligung des EreditS, größerer Nutzbarmachung der Landschaften, sowie der Prüfung der borgeschlagenen Suspendirung der Amortisationszahlungen der Pfandbriefschuldner.

Berlin, 16. April. Die offictöseBerliner Eorresp. schreibt: Bon den bei der Revision des Civilproceß- v erfahrens der hauptsächlich in Betracht kommenden Fragen sollen zunächst der Commi'sionsberathung unter Mitwirkung

öffentlichen Arbeiten.

gesetzt hat. Arbeiter ist dieser Tage Staat hat gewonnen.

sich der

groß, sodaß voraussichtlich die Zündholzfabrikation dennoch wieder ausgenommen werden wird. Der durch die Zündholzeinkäufe in Belgien 33 pCt.

bewährter Praktiker unterzogen werden die Fragen betr. bic Zustellungen, Ladungen, Termine, mündliche Verhandlungen, das Verfahren vor dem Landgerichte, Amtsgerichte, Rechts­mittel, Urkundenproceß, Mahnverfahren, Ehesachen, Ent­mündigungssachen, Zwangsvollstreckungen, schiedsrichterliches Verfahren, ZuftellungSkosten. An den am 18. April im Reichsjustizamte unter dem Vorsitze des StaatSfecretärS be­ginnenden Berathungen nehmen Theil: Reichsgerichtsrath Petersen, AmtSgerichtSpräfident Beseler Bcrltn, Oberlandes- gerichtSrath Sprecher von Buneck-Franksurt a. M., Amts­gerichtsrath Ktrchgeßner - Würzburg , Ministerialrath Otto« Dresden , OberlandesgerichtSrath Pfizer - Stuttgart, Ober- landesgerichtsrath Schember-KarlSruhe, Geheimer Justizrath Wilmowsky Berlin, die Justizräthe Bloom-Düffeldorf und Kleinschroth München und Rechtsanwalt Schröder jun., Hamburg.

Wien, 16. April. Die Geologen sind der Anficht, daß der Herd des Erdbebens im Karst liege und sie befürchten, daß im Karstgebiete eine Erdbebenperiode ein- getreten sei, die vielleicht noch wochenlang dauern wird. Am meisten litten Laibach unb Cilli, für welche staatliche Hilfs- action eingeleitet wird. In Laibach lagern die Einwohner unter Zelte", in Wagen, Sauerkraut Bottichen und auf Plätzen, wohin während des gestrigen Tages Matratzen und Betten geschafft wurden. Der LandeSpräfident Baron Hein und viele hohe Beamte unb Militärs mit ihren Familien übernachteten in Waggons, welche bie Südbahn beigestellt hatte. Offiziell wird gemeldet, daß tn der Umgebung von Laibach sieben Personen durch Einsturz getödtet wurden.

Laibach, 16. April. Heute Nacht wurden zwei leichtere und heute Vormittag ein ebenfalls leichter Erdstoß ver­spürt. Ncnnenswerther Schaden wurde nicht angerichtet. Die Bevölkerung ist beruhigter und kehrt in dir Wohnungen zurück. In allen Ortschaften der Umgegend wurden im Ganzen sieben Personen durch Häuseretnstürze getödtet. Mehrere Kirchen und Schulen wurden wegen Baufälligkeit

Stuttgart, 16. April. In der gestern stattgchabtea socialdemokratischen LaudeSversammlung waren 82 Mitgliedschaften durch 175 Deleg'rte vertreten. Aus dem Bericht zum Parteiorgan war zu entnehmen, daß die Schwäbische Tagwacht" sich günstig entwickelt. LandtagS- abgeordneter Glaser erstattete den LandtagSbericht. ES entstand eine längere Debatte über die Abstimmung der socialdemo- kratischen Fraction über die Adresse. Reichstagsabgeordneter i Blos sprach über die Umsturzvorlage. Zum Landesvorftand I wurde Dietrich gewählt. Ueber das Resultat der Verhand- ' langen des Schiedsgerichts über die bekannten Streitigkeiten i der Heilbronner Parteigenoffen wurde Bericht erstattet. Daß ' Schiedsgericht ist zu der Ansicht gekommen, daß das Verhalten i der Heilbronner Parteigenossen auf persönliche Reibereien ' zurückzusühren sei, deren Schuld zum größten Theil auf bic sogenannten Alten (Rittler unb Röhrle) solle. Für den ! LanbeSvorstanb beantragte 8aS Schiedsgericht ein Vertrauens- I Votum, womit sich die Versammlung einverstanden erklärte, i Demnächst soll in Heilbronn in Anwesenheit deS LandeS- I Vorstandes eine öffentliche Parteiversammlung zum Zwecke der Verschmelzung der beiden feindlichen Organisationen statt- finden.

Wie», 16. April. Der gestern hier abgehaltene Berg- unb Hüttenarbeitercongreß verlief stürmisch. Die czechtschen Delegirten erklärten ihren Austritt, weil sie sich ! nicht ben Beschlüssen über bie Bruberladen, sowie über bie i Agitation, betreffenb das allgemeine birecte Wahlrecht anschlteßen

geschloffen.

Paris, 16. April. Der Präsibent der Republik ist heute Vormittag 11 Uhr nach Rouen und Havre ab« gereift. Eine zahlreiche Menschenmenge begrüßte den Prä­sidenten am Bahnhofe. In der Begleitung desselben befinden die Minister des Innern, des Handels, der Marine unb

zu können erklärten.

Laibach, 16. April. Der Anblick ber Stadt ist ein wahrhaft erschütternder. Viele Häuser sind förmlich entzwei gerissen- eine große Anzahl von Schornsteinen ist eingestürzt. Zahlreiche Häuser, die von armen Leuten bewohnt sind, find in Schutthausen verwandelt. In der letzten Nacht fanden zwei neue Erdstöße statt, sodaß abermals unter ben Einwohnern eine unbeschreibliche Panik entstand.

Paris, 16. April. Das Generalsynbtkat ber Zündholzfabriken kam zu der Einsicht, daß der AuSstand für die Arbeiter ein großer Fehler gewesen ist und wird derselbe daher beute zur Arbeit wieder auffordern. Die Arbeiter weigern sich jedoch, ihre Tätigkeit wieder aufzu- nehmen, weil ber Arbeiterrath weder die versprochene Lohn­erhöhung, noch die Beseitigung deS weißen Phosphors durch- Das Elend unter den Familien der strikenden

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 16. April. Wie dieNordd. Allg. Ztg." meldet, überraschte der Kaiser ben Reichskanzler am Oster- morgen mit einem wunderschönen Geschenk, einem Osterei. Dasselbe ist auS der Königlichen Porzellanmanufactur hervor­gegangen, mit einer Frühlingslandschaft und Arabesken bemalt und oben mit einer Oeffnnng zur Aufnahme von Blumen versehen. Das Ei wird von einem Engel emporgehalten. Am Ostermontag beehrte der Kaiser ben Reichskanzler mit einem längeren Besuche.

Berlin, 16. April. DerReichsanzeiger" schreibt gegen­über einer Mmheilung berConserv. Eorresp.", wonach bie sogenannten Kanitz'schen Anträge in anberthalb Sitzungen des Staatsrathes erledigt worden seien und eine ungenügende Beachtung im StaatSrathe gefunden hätten, daß über die betreffenden Anträge an vier Sitzungstagen unb außerdem in einer besonderen Commission berathen worden sei. Die Be­handlung der Anträge sei demnach als correct, rücksichtsvoll und, bet der den Mitgliedern des Staatsrathes beiwohnenden Sachkunde, als ausreichend zu bezeichnen.

Berlin, 16. April. Das deutsche Kreuzer-Ge- schwaher in Ostasien wird derNationalzeitung" zufolge unverzüglich bedeutend verstärkt werden. AuSersehen ist für diese Verstärkung das Panzerschiff 2. KlasseKaiser", welches in Ostasien die Rolle eineß Flaggschiffes übernehmen wird. Außerdem ist die Entsendung deS Kreuzers 2. KlaffePrinzeß Wilhelm" wahrscheinlich.

Berlin, 16. April. Die Mitglieder des Ausschusses vom Bunde der Landwirth e sollten mit ihren Damen in der ersten Woche nach Ostern vom Fürsten Bismarck empfangen werden. Aus FriedrichSruh ging nun der Ge­schäftsleitung des Bundes am 11. d. M. die Mittheilung zu, daß Fürst BiSmarck erst im Mai ben Bundes-Ausschuß zu empfangen in der Lage fei. Vom Bundes-Vorsitzenden wurde der 13. Mai als EmpfangStag vorgeschlagen.

Hamburg, 16. April. Wie verlautet, soll jetzt die Leiche des CapltainS derElbe", von Gössel, aufgefunden worden sein.

München, 16. April. Auf die Einladung des deutschen I Kaisers wird der Prinzregent an den Eröffnungsfeierlich­keiten des Nord Ostsee-Canals theilnehmen.

H. Darmstadt, 17. April. DerDarmst. Ztg." zufolge trifft der Kaiser am 27. April Nachmittags zu eintägigem Besuche hier ein.

WB Yokohama, 17. April. Der Friedensv ertrag ist unterzeichnet. Ein kaiserlicher Erlaß ermächtigt Li Hung- Tschang, den Frieden gemäß dem japanischen Ultimatum zu unterzeichnen. In die Bedingungen sind eingeschloffen eine Kriegsentschädigung von 200 Millionen Taels, Abtretung der Halbinsel Siantong biß zum 40. Grad, bie Abtretung For- mosas, bie Eröffnung von fünf neuen Häfen, einschließlich Peking, ferner bie Bestimmung, baß bie Abgaben 2 pCt. nicht überfteigen. Die Japaner erhalten bie Berechtigung, Baumwollfabriken und andere Industrien tn China zu be- gründen.

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Gießen, bett 17. April 1895

** Ernennung. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 9. März ben Oberlehrer an ber Wöhlerschule zu Frankfurt a. M. Dr. Adolf Störiko zum Director an ber höheren Mäbchenschule zu Gießen, mit Wirkung vom 8. April an, zu ernennen.

** Aus dem Iustizdieust. Durch Entschließung Großh. Ministeriums beß Innern und ber Justiz wurde der Rechts­anwalt Dr. Ferdinand Stein in Gießen nach erfolgter Aufgabe der Zulassung zur*Rechtßanwaltschast bei dem Land- geriet ber Provinz Oberhessen zum Gerichtsassessor ernannt und mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eineß Amts­richters bei dem Amtsgericht Offenbach mit Wirkung vom 18. I. M. beauftragt.

** Kirchliche Dienstnachrichteu. Seine Königliche Hoheit ber Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 2. April dem Pfarrverwalter Gustav Naumann in Schaafheim die evangelische Pfarrstelle zu Hetdelbach, Decanat Alsfeld, an demselben Tage dem Pfarrverwalter ÄmU Fritsch zu Grebenau, Decanat Alsfeld, die evangelische Pfarrstelle da­selbst, an demselben Tage dem Pfarrverwalter Carl