Schlüsselblumen, Gänseblümchen und wenn eS gut ging einiger niedlichen Pflänzchen Waldmeister nicht hinaus- cS heißt noch ein wenig Geduld haben und hoffentlich bald eröffnet das bisherige sonnige, wenn auch zeitweise kühle Wetter bte Aussicht, daß eS bald Frühling in des WoneS vollster Be- deutung werde. Wie sonst zu Ostern, waren auch diesmal die Eisenbahnen stark in Anspruch genommen und Der« spätungen unvermeidlich. Die AuSslugSorre der Umgebung, Gleiberg, Staufenberg. Schiffenberg und Forstgarten, Annerod u. s. w waren Nachmittag« förmlich belagert durch den Strom der Ausflügler. Besonders sollen sich die sogen, ältesten Leute nicht erinnern können, einen stärker besuchten Schiffenberg und Forstgarten gesehen zu haben und ist eS erklärlich, daß ab und zu Stockung in der Bewirthung ein« trat und mancher Erfrischung-bedürftige nicht gerade das haben konnte, wonach er besonderen Appetit verspürte — zu effen und zu trinken gab e- aber immer noch etwas, selbst sür Späterkommende, und wenn da- Bier nicht auS- reichte, sprang man mit Aepfelwetn, Kaffee, Milch u. s. w. ein. — Auch unsere OmnibuS-Gesellschaft, die regelmäßige Fahrten zwischen Gießen und dem Schiffenberger Walde eingelegt hatte, dürfte von dem Zug in- Freie Profitirt haben, ihre Sommerwagen waren förmlich überladen. — Zahlreich, wenn auch nicht in gleichem Maße wie.die Schaar der Ausflügler, war der Zuzug der Fremden- jeder Etsenbahnzug brachte Besuch, darunter in erster Linie die in Darmstadt, Mainz, Metz u. s. w. dienenden Soldaten, die berufen schienen, unsere bataillonsweise nach ihrer Heimath ausgerückten 116er einigermaßen zu ersetzen. Daß die Gäste Gießens nicht leer auSgingen, dafür hatten die Inhaber der hiesigen VergnügungSlocale und eine Anzahl Vereine gesorgtes gab Concerte, Abendunterhaltungen und zu guterletzt auch Tanzmusik. Wer glaubt, während der beiden Feiertage nach irgend einer Sette hin etwas versäumt zu haben, dem bietet vielleicht der heutige „dritte Feiertag" Gelegenheit, das Versäumte nachzuholen.
•* Zu dem am 7. Mai er. statlfindenden Delegirteutag des Rhein Main Gastwirthe Verbanbe» werden von Seiten des hiesigen Wirthe-DereinS bereits die nvthigen Vorbereitungen getroffen, um den Delegirten der verschiedenen Vereine den .Aufenthalt in Gießen so angenehm wie möglich zu gestalten. Ein Eomitv von zwanzig Mitgliedern deS hiesigen Vereins bat das Programm bereits festgestellt und zwar wie folgt: Früh Morgens Empfang der Delegirten am Bahnhöfe, von 10 Uhr ab Berathungen des Verbandes im Gießener Fest« saale, zu welchem ca. 15 Punkte, das Gastwirthgewerbc betreffend, auf der Tagesordnung stehen. Hieran anschließend Festesten im Hotel „Prinz Carl", nach demselben ist eine g'meinschaftliche AuSsahrt nach dem Philosophenwald geplant und Abends findet zu Ehren der Delegirten in Steins Saalbau Concert statt, auSgeführt von der ganzen Capelle des Großh. Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm II. unter persönlicher Leitung deS Herrn MusikdirectorS Krauße. Am 8 Mat besichtigen die Delegirten die Sehenswürdigkeiten unserer Stadt und nach einem Ausflug auf TextorS Hardt und dem Gleiberg werden die Gäste wieder ihre heimathlichen Gefilde aufsuchen. Wir wünschen dem Verbände, der daS Großherzogthum Hessen umfaßt, einen guten Erfolg der Be- rothungen und hoffen, daß die Herren Delegirten unser Gießen in gutem Andenken behalten werden. — Wie unS noch mitgetheilt wird, verbindet der hiesige Gastwirthverein mit dem Delegirtentage gleichzeitig die Feier seines Stiftungsfestes.
’* An dem Gitter deS Vorgartens des Hauses Lud- wigstraße Nr. 61, Ecke der Liebigstraße, ist ein Briefkasten angebracht worden.
*♦ Der 8. Allgemeine deutsche Haadwerkertag. welcher am 21. bezw. 22. April zu Halle zusammentritt, wird nach den bisherigen Anmeldungen außerordentlich stark beschickt. Die Betheiltgung an demselben dürfte hinter der an den beiden letzten imposanten Berliner Innung-- und Handwerkertagen nicht zurückstehen. Wohl sehr wenige Handwerker- Vereinigungen werden eS sein, die hierbei nichi vertreten sein werden, namentlich aus Berlin, Hamburg, BreSlau, Köln, Dortmund, Hannover, Osnabrück, Frankfurt a. M., Magdeburg, Merseburg, Dresden, Leipzig, Castel, Greiz, Oldenburg, München ?c. ic. ist ganz namhafter Besuch angesagt. Auch Seiten« vieler ReichStagSabgeordneten aller handwerker- freundlichen Fractionen ist die Thetlnahme an demselben an- gekündigt, wie auch die Reich«- und Staatsbehörden ihre Vertreter hierzu abordnen werden.
* • Ei» höchstes Strafmaß für uaverbefferliche Schüler besitzt die Fortbildungsschule in der Ausschließung deS Betreffenden aus der Schule. Nun mag es vielleicht für manche junge Leute eher ein angenehmer Gedanke fein, von dem lästigen Schulzwange befreit zu werden, als darin eine Strafe zu erblicken, und doch hat diese Ausschließung ganz erhebliche Folgen, da die AuSgestoßenen bei ihrer späteren Aushebung zum Militär in die 2. Klaffe des Soldaten- standeS übergeführt werden können. Was daS zu bedeuten hat, darauf mögen Eltern und Erzieher ihre Söhne und Zöglinge aufmerksam machen.
• • Gebrauchsmuster Eintragungen. Regulir-Vorrichtung an Zimmeröfen: Beim Oeffnen und Schließen zugleich die Gegenzugfcheibe und die Sockelzugklappe durch Zwischenorgane bethiitigcnde Regulierscheibe, Hugo BuderuS, Hirzenhain, 11. 2. 95. Für verschiedene Fensterhöhen paffender ESpagnotteverschluß mit abgeflachter Stange, verschieb- und feststellbarer, das Ruder tragender Stangenhülse und aufsteckbaren Haken, H. Hansel, Gießen, 13. 2. 95. — Verlängerung der Schutzsrist. Füllschacht u. s. w., Eisen- werk Hirzenhain, H. R. BuderuS, Hirzenhain, 23. 3. 92, 16. 3. 95. Dicht über dem Rost getheilter Ofen, Eisenwerk Hirzenhain, H. R. BuderuS, Hirzenhain, 23. 3. 92, 16. 3. 95.
- 8°r Beachtung. Einer Menge beirathslustiger Mädchen zahlt der Staat in diesem Jahre zum ersten Male einen allerdings nicht gerade großen, aber doch ganz an
nehmbaren Beitrag zur Aussteuer. Wenn bis jt|t weibliche Personen, die zur Invalidität-- und Alters-Versicherung Beiträge geleistet haben und durch Berheirathung au» der BerficherungSpflicht ausscheiden, häufig zwecklos bei den Vorständen der DerficherungS - Anstalten die Erstattung der Beiträge beanspruchen, so wird da» bald anders. Die Zeit naht heran, wo die Erstattung der gezahlten Hälfte zulässig ist. Die fünf BeitragSjahre, d. h. mindesten- 235 Wochen Markenkleberei, find bald vorüber, und im Juli können sich berechtigte HeirathScaudidatinnen, die 235 Marken aufzuweisen haben, die Hälfte der eingezahlten Beiträge von den Versicherungs-Anstalten zurückoergüien laffen. Die Ansprüche müffen aber immer drei Monate nach der Berheirathung bei der erwähnten Behörde erfolgen.
* • Poflpetfoial Rachrichle«. Versetzt find: der Post- inspector Ziegner von Stettin nach Darmstadt, der Post- kasfirer Goebel von Gießen nach Karlsruhe (Baden) behusS Uebernahme einer Postinspectorstelle bei der Kaiserlichen Ober- Postdirection daselbst. Der Postkasfirer M i l k a u von Frankfurt (Main) nach Gießen, die Postfecretaire Leser von FlenSburg nach Darmstadt und Kesting von Darmstadt nach Köln (Rhein) behufs Uebernahme von Bureaubeamtenstellen I. Klaffe bei den Kaiserlichen Ober-Postdirectiouen, die Post- secretaire HieronimuS von Darmstadt nach Waffelnheim und Stoll von Darmstadt nach Bottrop behusS Uebernahme der Vorsteherstellen der Postämter II daselbst, der Ober- Postasfiftent Busch und der Postasfistent Jacoby von Mainz nach Darmstadt behusS Uebernahme von Kanzlisten- stellen bei der Kaiserlichen Ober-Poftdirection, die Post- assistenten Boxheimer von AlSfeld nach Friedberg (Hessen), Schneider von Offenbach (Main) nach Darmstadt, Krämer von Berlin nach Offenbach (Main), Strub von Eberbach (Baden) nach Mainz. — Angestellt sind als Postassistenten: die Postassistenten Weber in Darmstadt, Hott es aus Barmen in Bensheim, Breitwieser aus Hagenau (Elsaß) in Offenbach (Main), Niebel auS Köln (Rhein) in Offenbach (Main), Kinzenbach auS Köln (Rhein) tn Gießen, Daab in Mainz, Weiß auS Mülhausen (Elsaß) in Gießen, Mol ter auS Hamburg in Mainz, Scheuer aus Elberfeld in Mainz, Hahn auS Siegburg in Darmstadt, Seb. Theodor Schmidt aus Solingen in Alsfeld, Fischer au» Hamburg tn Friedberg (Hessen), Beck auS Metz in Mainz- als Tele- graphenasfistenten: die Postassistenten Glück in Mainz, Saun auS Frankfurt (Main) in Mainz. Gestorben ist der Post- birector a. D. Schmidt in Mainz.
* * Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Groß her zog haben dem Pfarrer Franz Götz zu Ranstadt die evangelische Pfarrstelle zu Langenhain, Decanat Friedberg, dem Pfarrer Wilhelm Fuchs zu Reichelsheim i. O , Decanat Erbach, die evangelische Pfarrstelle zu Wixhausen, Decanat Darmstadt, übertragen. — Ernannt wurden: PfarramtScandidat Stotz zu Laubach zum Pfarrassistenten in Langstadt- Pfarrvicar Hamm zu Lengfeld zum Pfarrverwalter in Udenheim, Pfarrverwalter Kull mann zu Trebur zum Pfarrvicar in Rodheim (unter Zurückziehung der Ernennung zum Pfarrverwalter in Hartershausen)- Pfarr- asfistent Heußel zu Vilbel zum Pfarrverwalter in Rodenbach- PfarramtScandidat LampaS zu Alsbach zum Pfarr- affistenten in Vilbel- PfarramtScandidat Fischer zu EichelS- darf zum Pfarrvicar in Lengfeld-PfarramtScandidat Peter» zu Bönstadt zum Pfarrasfistcnten daselbst- Pfarrvicar Wolf zu Langd zum Pfarrverwalter in Ranstadt- Pfarrverwalter Schreiber zu Langenhain zum Pfarrvicar in Langd- Pfarr- vtcar Biedenkopf zu Rieder-Ramstadt zum Pfarrverwalter in Reichelsheim i. £D.; PfarramtScandidat Jäger zu Ltch zum Pfarrvicar in Nieder - Ramstadt - PfarramtScandidat Vogel zu Nieder^Ramstadt zum Pfarrverwalter tn Hartershausen. — Die Definitorial-Prüfung im Frühjahre 1895 haben bestanden: Lic. Dr. Wilhelm Diehl von Groß- Gerau, Johannes Engel von Oppenheim, Wilhelm Fischer von Busenborn, Earl Haustein von Holzheim, Wilhelm Hartmann von Nieder-Modau, Earl Jäger von Lich, Earl LampaS von Nidda, Wilhelm Nebel von Dreieichenhain, Earl PeterS von Babenhausen, Ludwig Stotz von Laubach, Adolf Bogel von Nieder-Ramstadt.
* * Bon hessischen Behörden werde« steckbrieflich verfolgt: Schlaffer Friedrich Derscheidt auS Horrweiler vom Amtsgericht Nidda wegen Hausfriedensbruchs- Korbmacher Adam Fleckenstein auS Frankfurt a. M. von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Diebstahls - Schreiner Leonhard Kuhnen aus Roßla von derselben Behörde wegen Unterschlagung- Arbeiter Franz Weiße auS Galberg von derselben Behörde wegen Unterschlagung - Spengler Johan« Wols auS Seligenstadt, zuletzt tn Nieder Erlenbach, vom Amtsgericht Vilbel wegen Strafvollzugs.
* * Der Getreidemarkt Berichtswoche vom 5. bi- 12. April. Unter dem Einflüsse der vorige Woche noch bestehenden Befürchtungen über den Ausfall der nächsten Ernte und über die Folgen des abermals drohenden Frostwetters hatte sich bis zum Beginne dieser Woche eine steigende Bewegung in den Getreidepreisen geltend gemacht. Erneute- starke- Angebot auf allen Gebieten de- GetreidehandelS, sowie daS inzwischen eingetretene sehr günstige FiühjahrSwetter drückten dann aber die Preise wieder herab. Ja Berlin und Leipzig wurden gekauft: Weizen per 20 Rentner je nach Qualität für 124 bis 144 Mk., Roggen für 115 bis 123 Mk, Gerste für 100 bi- 165 Mk., Hafer für 110 bis 140 Mk.
M. Wiefeck, 17. April. Herr Katze nbach dahier blickt demnächst auf eine fünfzigjährige Thätig kett im Dienste der Schule zurück und steht heute noch in ungeschwächter Rüstigkeit und Frische auf seinem auch hierorts nicht leichten Poften. Der im Verlaufe dieser fünfzig Jahre in mehreren Gemeinden OberheffenS thätig gewesene und bafelbft in sehr gutem Andenken stehende Lehrer erfreut sich auch hier großer Beliebtheit bei Jung und Alt. Wenn daher, wie versichert wirb, bie verschiedenen Vorstände in hiesiger Gemeinde eine entsprechende Feier an fraglichem Tage
beabsichtigen, so handeln fie ganz im Sinne der Einwohnerschaft von Wieseck.
$ Bermuthshain, 13. April. Der hiesige Landwlrth und Walbculturaxbeiter Johanne» Franz besitzt ein drei Wochen alte- Zicklein mit einem Suter, wie man eS sonst nur bei mittelmäßigen Milchziegen nnbet. Gewiß eine Seltenheit.
§ Lauterbach, 13. April. Laut Mittheilung deS Een- tralau-schuffe- be» Vogelsberger Höhen-Elud- nnbet die diesjährige General Versammlung be- Geiammt Elnb- in Schotten Mittwoch, ben 5. Juni statt. Da- Elubhau» auf bem HoherobSkops wird demnächst eröffnet und der Betrieb so eingerichtet werden, daß e- möglichst allen Anforderungen Genüge leistet. — Die durch die schlechte Witterung im vorigen Jahr verzögerte Wegmarktrung mit Farben un Gesammtgebiet wird fortgesetzt werden im Bereich de- hiesigen Zweig'VereinS. — Von Seiten hiesiger Behörden und deS HanbelSverein- sind Schritte zur Einführung von Rückfahrtkarten gethan worden, welche sowohl über Gießen wie über Fulda nach Frankfurt a. M. und zurück Gültigkeit haben. Die Einrichtung von SonntagSfahrkanen nach Lauterbach zur Hm- und Rückfahrt fir den einfachen Pret» ist deshalb abgelehnt worden, weil verlautet, daß diese Ein- richtung nicht weiter ausgedehnt, vielleicht ganz aufgehoben werden soll.
Alsfeld, 11. April. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog wird in aller Kürze zur Auerhahnjagd in Ober- Hessen erwartet.
§ AuS dem Vogelsberg, 10. April. Der Vierstreit, welcher unlängst hier auSgedrochen, hat einige Erfolge gehabt, denn an vielen Orten ist daS Bier billiger geworden, fo z. B- kostet in der Stadt Lauterbach da- s/io Liter» Gla» anstatt seither 10 Pfennig jetzt 8 Pfennig, e- ist beabfichngt, demnächst größere Gläser von 4/io Liter anzuschaffen, um de« 10 PfennigPreiS beibehalten zu können. In mehreren Orten unseres höheren GebirgS, wie z. B. in Jlbe-Hausen, NöSbert-, Vaitshain, Bermuthshain u. f. w. kostet bie Flasche Bier anstatt seither 24 Psg. jetzt 20 Pfennige.
Ans Rimbach i. C. wird dem „Darmst. Tgl. Anz * unterm 12. April geschrieben: Mit der Schneelieferung zum 15. b. M. wird e» nun nicht- werben - denn in der Gegend der hohen Tromm liegen heute nur noch ganz vereinzelt kleine Ueberrefte, welche bei dem herrlichen Weiter, das wir eben im Odenwald haben, innerhalb zweier Tage vollständig geschmolzen sein werden. Vertragsmäßig durfte der Betreffende keine Schutzvorrichtungen anbringen. Er muß also wohl feine 50 Mark berappen.
Vermiete*.
* Fraikfurt a. M., 9. April. Eine heitere Gericht-- Verhandlung. Am Amtsgericht war ein Ehemann wegen 216 Mk. verklagt, doch erklärte er sich außer Stande, ohne Zustimmung seiner Frau zu bezahlen- da» ganze Vermöge« rühre von seiner Frau her und unterstehe ihrem alleinige« Verfügung-recht. Die Schuld rühre au» der Zeit vor feiner vor 14 Tagen abgeschloffenen Ehe her. Auf Antrag wurde der Fall auf eine Stunde zurückgelegt. Nach Ablauf derselben erschien der Beklagte mit einer robusten Frau wieder. Dieselbe ließ sich die Klage noch einmal vortragen und fragte dann ihren Eheherrn: „Ist da-Deine letzte Schuld?" — „Ja, ja!" erwiederte dieser, „ich hatte sie bei der Aufstellung vergessen." — „So", erklärte nun die Frau zum Anwalt, „hier sind die 216 Mk., Ihre Kostenrechnung schicken Sie mir. Lieber Mann, merke e» Dir, jetzt bezahl' ich nicht- mehr". „^rff. I."
♦ Frankfurt a M, 13. April. Dem Ausläufer der hiesigen Gold- und Silberscheideanstalt, Mörler, wurden heute Vormittag um */> 11 Uhr auf der Reich-bank 20,000 Mk. in Papiergeld von einem fremden Manne entwendet. Der Ausläufer gewahrte noch rechtzeitig ben Verlust nnb e» gelang ihm, des Räuber- sowie seine» Gelbe-, welches ber Unbekannte in einen Nebenraum versteckt hatte, Habhast zu werben. Der Gauner wurde in Hast genommen. Er will ein Engländer sein und Beston heißen.
• Berlin, 11. April. Der Mörder Karl Geringer, welcher gestern tn dem Vororte Weißensee feine Wirthin, Fräulein Tätrneier, erbroffelte, ist heute Morgen verhaftet worben, unb zwar wurde er tm Walde bet Köpenick mit mehreren Schußwunden in der Brust unb im Kopfe, welche er sich selbst beigebracht hatte, aufgefunbea. Er hat bie That bereit- eingestanden.
* Leipzig. 11. April. In ber vergangenen Nacht starb hier im 98. Lebensjahre einer ber letzten Veteranen au» den Freiheitskriegen, der Privatmann Traugott Earl- derselbe war im 17. Lebensjahre in da- 1. Brandenburgische Jäger Regiment eingetreten unb hatte ben Feldzug gegen Frankreich mitgemacht.
♦ Leipzig, 13. April. Im neuen Reichsgerichts- gebäube wird bereit» vom 16. September b. I. ab Recht gesprochen. Die Einweihung be- Gebäude» findet jedoch erst im Monat October statt - vorau-sichtlich wird der Kaiser derselben beiwohnen.
♦ Cebenbarg, 13. April. In bem Postwagen eine» Eisenbahnzuge» ber Linie Preßburg - Steinamanger geriethe« durch Ueberheizung de» OsenS recommanbirte Briese unb Zeitungen in Brand. Unter Anderem ist ein Geldbrtef mit 14,000 Gulden Inhalt vernichtet worden.
• Barcelona, 14. April. Während eine» Stier» gefedjte» brach ein Stier in den Zuschauerraum ein unb rief eine Panik hervor. Ein Gen»darm töbtete ben Stier mit einem Gewehrschuffe, verwundete aber mit demselben Schüsse einen Zuschauer, welcher starb, al» er fortgetragra wurde. Bei der durch diesen Vorfall hervorgerufene« Panik erhielten zahlreiche Personen Verletzungen.
• Da» Kiob i« bet -ommabe. Eine Erfindung, bte besonder» zärtliche Mütter iuteresfiren wird, hat ein Berliner Tischlermeister gemacht, eine Baby-Eommobe. Diese» Möbelstück, bestimmt, in seinen Fächern und Schublade« die Wäsche und sonstigen Bekleibung»gegenstänbe ber kleine« Lieb-


