rungstermin rechtzeitig anwesend zu sein und sich darum zu bemühen, daß die Letzteren >/a Stunde vor der be, stimmten Zeit zur Stelle sind, nüchtern und reinlich gekleidet erscheinen und während des Musterungsgeschästes em anständiges und ruhiges Verhalten beobachten.
Wenn ein Militärpflichtiger wegen Gebrechen oder Krank- heil persönlich zu erscheinen nicht im Stande ist, oder wenn er sich in gerichtlicher Haft befindet, so ist darüber ein auf persönlicher Anschauung beruhendes Zeugnis des Arztes und der Bürgermeisterei, bezw. eine Bescheinigung des Gerichts oorzulegen.
Den Großherzoglichen Bürgermeistereien liegt es ob, darauf aufmerksam zu machen, daß ein Militärpstichtiger wegen gerichtlicher Bestrafung des Militärdienstes unwürdig ist, und sind deshalb die erforderlichen Nachweise amtlich zu erwirken und vorzulegen.
Im Anschluß an das Ersatz-Geschäft findet
Samstag den 9. März in dem Sch ul Hause in der Schulftratze zu Gießen,
Freitag den 15. März im Rathhaus zu Lich, Dienstag den 19. März im Gasthau s zum Rappen zu Grünberg,
die Glasstffcirung der Mannschaften der Reserve, der Landwehr ersten und zweiten Aufgebots und der Grfatz-Reserve rücksichtlich ihrer häuslichen und gewerblichen Verhältnisse statt.
Es haben daher diejenigen Reservisten und Landwehr- Männer ersten und zweiten Aufgebots, sowie die Ersatz- Reservisten, welche im Falle einer Einberufung auf Zurückstellung wegen häuslicher Verhältnisse einen Anspruch machen zu können glauben, an den bezeichneten Tagen, Morgens II Uhr, zu erscheinen und ihre Gesuche zu begründen.
Gießen, den 16. Februar 1895.
Der Civil-Vorsitzende der Ersatz-Commission des Kreises Gießen.
Dr. Melior.
totales ttnö provinzielles,
H. Londorf, 14. Februar. DaS am vergangenen Sonn- taq vom Gesangverein „Frohsinn" hier gegebene Concert erfreute sich einer überaus zahlreichen Betheiligung. Wohl 400—500 Personen mochten anwesend sein. Der Verein, unter Leitung deS Herrn Lehrer Gödtel, unterhielt durch Aufführung verschiedener Stücke und Liedervorträge die An- wesenden auf das Schönste.
F. Friedberg, 14. Februar. Für nächste Woche steht eine Versammlung sämmtlicher Gemeindevorstände, deren Gemarkungen durch oie Nebenbahnlinie Friedberg—Beien
heim—Salzhausen—Nidda berührt werde», hier in Aussicht. ES gilt, die Geländeerwerbungsfrage durchzuberatben. Die Schwierigkeiten für Friedberg, Fauerbach und Beienheim find größtentheil» beseitigt, oder doch so gründlich erörtert und erwogen, daß sie die Sache nicht mehr aufhaltcn werden. Für den Normalmorgen find 1200 Mk. als Gelände-Entschädigung vorgesehen, womit man nach allgemeiner Ansicht auSreicht. Die kleinen, deformirten Stücke, welche hier und da durch die Bahnlinie abgeschnitteu werden, sollen durch die Gemeinden angekauit und von diesen wieder anderweit zur Verwendung gebracht werden. Es hat den Anschein, daß durch den Bahnbau eine Anzahl weiterer Gemarkungen ihre Felder bereinigen lassen, was kein Fehler wäre.
TH. Tannstadt, 12. Februar. Seine Königliche Hoheit der Grobherzog haben der neuen Verfassung der Großherzog- lichen Technischen Hochschule die landesherrliche Be- stäligung ertheilt. Die bezügliche Verordnung, welche soeben im Reg'erungSblatte erschienen und bereits in Kraft getreten ist, enthält die nähren Bestimmungen, aus welchen toir einige von allgemeinerem Interesse hervorheben. Die Hochschule gliedert sich wie bisher in Abtheilungen für Architektur, Ingenieurwesen, Maschinenbau, Electrotechnik, Chemie (ein- schließlich Electrochemie und Pharmacie), Mathematik, Naturwissenschaften und allgemein bildende Facher (Allgemeine Abtheilung). Die Leitung der Hochschule geschieht durch den Rector- die weiteren Organe der Hochschule find die Ab- theilungs Vorstände, der kleine Senat, der große Senat und die Abtheilungen. Der Rector wird jährlich von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzoge auS drei vom großen Senat gewählten ordentlichen Professoren ernannt- als Stellvertreter des Rectors tritt der znletzt im Amte gewesene Rector als Prorcctor ein. Die AbtheilungS-Dorstände werden auf die Dauer von drei Jahren von Großherzoglichem Mi- nisterium des Innern und der Justiz aus den ordentlichen Professoren ernannt, welche von den Abtheilungen gewählt werden.
Vermischtes.
* Frankfurt a. M., 14. Februar. Die Restauration deS Zoologischen Gartens geht nunmehr auf den neuen Pachter Herrn Richard Steinohrt über, welcher seinen Betrieb — nachdem die Wirtschaft Donnerstag und Freitag geschlossen blieb — Samstag eröffnen wird. Herr Steinohrt gedenkt manche Neuerungen einzusühren, welche den Besuchern gewiß willkommen sein werden. — SamStag werden Nachmittag- und Abend-C on cer t e der Gartencapelle mit verstärktem Orchester stattfinden. DaS für diesen Tag geplante Wohlthätigkeitscnncert, zum Besten der
Hinterbliebenen der bei dem Untergang der „Elbe" Verunglückten, ist ans nächsten Mittwoch verschoben worden.
* Essen a. d. Ruhr, 13. Februar. Der Bochumer Gußstahl-Verein hat eine PensionS-, Wut wen- und Waikenkasse für seine Beamten mit einem Grundvermögen von 700,000 Mk. gegründet. Die jährlichen Beiträge der Mitglieder betragen 32,000 Mk, ausschließlich der gleich hohen Beträge deS Bochumer Vereins.
• Essen ft. b. Ruhr, 14. Februar. Auf Zeche „Holland" bei Wattenscheid wurde einem Arbeiter infolge einer unglücklichen Bewegung durch den Fahrstuhl der Kopf abgerissen. Der Rumpf stürzte in die Tiefe, der Kopf deS Unglücklichen blteb aus dem Fahrstuhl liegen.
* Halle a. b. S.. 13. Februar. In einem Strohdiemen bei dem benachbarten Reußen wurden heute früh drei Personen, eine Frau und zwei Kinder, erfroren aufgefunden. Die Unglücklichen haben am Abend vorher beim Ortsvorstand um Nachtquartier gebeten, das ihnen ober nicht gewährt wurde. Sie hatten darauf Zuflucht in dem Strohdiemen gesucht, wo fie infolge der strengen Kälte ihren Tod gefunden baden. Fr. Ztg.
* Wilhelma in Magdeburg. Die „Oefterr. Vers.-Ztg." urtheilt über die von der Wtlhelma in Magdeburg aulgenommene Haftpflichtverficherung u. A. folgendermaßen: Wohl haben sich einige Gesellschaften noch vor der „Wilhelma" mit diesem Supplement der öffentlich-rechtlichen Unfallversicherung befaßt, keine derselben aber hat der Haftpflicht so ties auf den Grund gesehen, wie die Magdeburger, welche den Kreis der Versicherung so weit zieht, daß sie jedes denkbare , Unfallrisico in sich schließt. Die „Wilhelma" überimmk die ; Haftpflichtversicherung nicht allein gegenüber den Ersatz ‘ ansprüchen, welche wegen Tödtungen oder Verletzungen durch Unfall gegen die Versicherten auf Grund gesetzlicher Haft- pflichtbrstimmungen erhoben werden, sondern sie gewährt auch Deckung gegenüber den Ansprüchen, die wegen innerer Erkrankungen auf Grund der erwähnten Bestimmungen geltend . gemacht werden, und sie übernimmt endlich auch die Der- , sicherung gegen die gesetzliche Haftpflicht für Beschädigungen i von Menschen, die auS der Lieferung von Maaren und der Herstellung von Arbeiten erwächst. Nur für einzelne Fälle, in denen die Möglichkeit voriiegt, daß Massenunsälle und Massenerkrankungen eintreten können, deren Folgen sich gar nicht übersehen lassen, giebt sie eine Versicherung, inhaltlich deren ihre Verpflichtung durch eine bestimmte Summe begrenzt ist. Die Versicherung der „Wilhelma" gewährt aber nichi bloß Deckung, wenn begründete Haftpfl chtansprüche vorliegen, sie gewährt auch Schutz gegenüber unbegründeten Ansprüchen, da sie in jedem Falle die Führung eines noth- wendig werdenden ProceffeS übernimmt und die erwachsenen Kosten trägt.
Bekanntmachung.
Das VI. Ziel Gemeindesteuer pro 1894/95 ist innerhalb 14 Tagen bei Meldung des Beitreibungsoerfahrens zur hiesigen Stadtkasse zv bezahlen. Die noch unerledigten Gemeindesteuererlässe wolle man nun* ine^r gegen Quittung in Empfang nehmen resp. verrechnen.
Gießen, 16. Februar 1895.
Der Stadtrechner: _________________ Doepfer.________1390
Lieferung von Granit.
Die Lieferung von Treppenstufen (Loos I.) und von Bord- und Bandsteinen (Loose II. und III.) aus fehlerfreiem Granit, rd. 20 cbm, bezw. 1076 lfd. m und 715 lfd. m soll
Mittwoch den 6. März d. I., Vormittags 11 Uhr, ft»f unserem Stadtbauamte öffentlich verdungen werden. Bedingungen und Arbeitsbeschreibung liegen daselbst während der Dienststunden offen, auch find die Unterlagen der Verdingung daher gegen postfreie Einsendung von 1 Mark zu beziehen. Zuschlagsfrist 10 Tage.
Gießen, den 15. Februar 1895.
Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Gna uth. 1392
Holzverfteigerung.
Es werden versteigert:
O- i Di-ostag, den 26. Kcbroar d. I., au« der Abtheilung
Tempel 27: y 9
18 Kiefernstämme von 22—39 cm Durchm. und 6—12 m Länge mit 8,53 fm. 9
10 Fichtenstämmc von 21-49.cm Durchm. und 9-15 m Länge mit 8,36 fm.
Buchen: 6. rm Knüppel, 100 Wellen, 2,6 rm Stöcke; (Kicheu: 37 rm Scheiter, 14 rm Knüppel, 2950 Wellen, 43,6 rm Stöcke; Nadel: 217 rm Scheiter, 249 rm Knüppel (hiervon 124 rm in Schichten von 3,5 und 4 m Länge-, 2650 Wellen, 79,8 rm Stöcke;
2 . Donnerstag, den 28. Februar d. I., au» der Abtheilung Tempel 47: y 9
3 ^kernstämme von 18-32 cm Durchm. und 7—13 m Länge
35 Fichtenstämme von 13—32 cm Durchm. und 10—16 m Länae mit 12,06 fm. 9
30 Flchtenderbstangen von 11—13 cm Durchm. und 11—15 m Lange mit 4,65 fm.
Scheiter, 12 rm Knüppel, 2480 Wellen, 27 rm Nadel: 167 rm Scheiter, 255 rm Knüppel, (hiervon ™ in Schichten von 3,5 m Länge), 2470 Wellen 74,4 rm ölOaC. '
1393
Großh. Oderforsterei Schiffenberg.
Heyer.
r h^Uo^^nn,Ufnflmanc.beiben-2aQcn icdesmal um 9 Uhr Vormittags «uf btt fcei»fka&c Gleken—Hausen an der Zellenrodschneise. "Nähere Auskunft erlheüt der Großb. Forstwart Schlag zu Baumgarten
Gießen, den 12. Februar 1895.
Holzversteigerung
in den Wölbungen der Stadt jid|.
Versteigert werden in der Forstwartei Vorderwald:
Donnerstag d. 21. Febr. l. I., Vormittags IO Uhr,
7 rm Buchen-Scheiter, 306,4 „ „ Stammknüppel,
9740 Wellen Buchen-Durchforstungs-
Reisig,
46 rm Buchen-Stöcke.
Gleichzeitig werden 130 Buchen- unb Hainbuchen - Derbstangen, für Wagner zu Lengwieden geeignet, mit versteigert.
Anfang an der Erlesbergschneise am Fürstl. Lich'schen Walde.
Lich, am 14. Februar 1895.
Großh. Bürgermeisterei Lich.
Heller. 1375
Holzversteigerung.
Mittwoch den 20. Februar 1895 in der Fürstlichen Oberförsterei Hohensolms. Zusammen- fünft Vormittags IO Uhr am Erdaer Pfad, District Lappenberg.
Buchen: 35 rm Scheite und Knüppel, 4 rrn Stöcke, 580 Reisig- wellen, (pichen: 5 rm Scheiter und Knüppel, 4 rm Stöcke,
180 Reisigwellen. Fichten: 4 rm Scheite und Knüppel, 18 rm Ssöcke, 670 Reifigwellen.
District Psasscnstrauch: Buchen: 5 rm Knüppel, 1 rm Stöcke, 460 Reisiqwellen. District Hotterberg: Buchen: 12 rm 'Nutzscheiter (Wagnerholz), 60 rm Scheite, 24 rm Knüppel, 22 rm Stöcke, 1180 Reisigwellen.
Hohensolms, den 13. Februar 1895. 1386] Fürstliche Qberförfterei.
Nähmaschinen einige gebrauchte, noch gut gehende, billigst und unter Garantie.
H. Kraft, Mechaniker,
los» Neuenweg 46.
1283] Meine neueingerichtete
Leih-Bibliothek
von nur neuen Nomanen und Erzählungen
empfehle ich fleißiger Benutzung.
Karl Krebs,
Schulstraße Nr. 10.
Oscar Hopfners
Institut
38. Ostanlage 38.
empfiehlt zur gefl. Benutzung eine geatchte
Personenwaage
2971 neueste« Systems.________
Herrenhemden
nach Maß oder Muster werden unter Garantie des guten Passens in kürzester Zeit geliefert. Reiche Auswahl m Stoffen und Einsätzen.
Geschw. Heer;
917__
An und Verkauf von getragenen Kleidern, Weiß,eng. Mädeln, Bette«, «old- und Stlver- fache«, Bücher«, Zeitungen, «eien, Bapter, «upser, Messing, Zta«, Blei und Bisen.
Ebenso werden Lampen und »noche« auf Verlangen jederzeit abgeholt durch 137 Louis Rothenberger Wwe.
Frühjahrs-Saatgut.
H. Schadt.
Domäne Hof Rheinfelden, Post Waller- städren, empfi blk:
Rnnfnflmhe ,n bewädnen Sorten: v« Aalllgkllklvk |t|<r Haf.r Roe Lom- merweize«, Wedbft vartlose Berste;
sowie
. Jla^nnm bona«,
• Blaut Ririra,
Vrof. I>r. TR&tdrr Bruce, iftrst« von jtzrömmftdork, «»Pasta, sowie dtoerie and. Lor' n, welche ich al« Be'such?anstrller der deutschen Kanoffel-.Culturfta'ion on- baue. — Muster von Getreide u Pretiline auf verlangen gratis und fromo. (1041
Snafharloffrln
Zum Dunkel« blonder, grauer ueb , rother Kopf- und Bandaare ist da« Beste Ho'lieferant 6 D- Wunderlich'«
Auhschalcn ETtract.
i 70 Bf«., meh fach pr^miirt. Ret» vegetabilisch, ohne i<bc metallische Bri- mtsch garan'irt unschädlich Desgleichen Dr. Orsila's
Haar.-Iärbe-Nuhöl, zugleich feiner Ersatz für H.aräl und Pomm de und sebr b liebt, A 70 Psg.
Hosl'ef. C. D. Wunderlich'« echte« und nicht abgeheiche« Haariärbe-Mit el — da« B sie waS existlrt — in Carton mit Anweisung und Zubehör A l,2u Mk. und 2 Mk. 40 Pfg. bei [456
Heinr. Wallach, Marktplatz.
a. Di n
es •o 7S
:rs JS V
Grö*me»
Grabsteinlager ()berhe**ene
Watcßküiten
iu größter Auswahl empfiehlt
Wilh. Kohlermann, Küferer 1245 «eustftdt 16.


