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Nr. 243
Erstes Blatt.
Mittwoch den 16. Oktober
1895
Amts- und Anzeigeblntt fiir den Kreis Gieren.
Gratisbeilage: Gießener Kamikienblätter.
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Die Gießener IlamikienblLNer werden dem Anzeiger «Lchmtlich dreimal beigelegt.
Der
Hießener Anzeiger erjcheint täglich, mit Ausnahme des Montags.
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Gießener Anzeiger
Kenerat-Anzeiger.
Deutsches Reich.
Berlin, 14. October. Noch in Hubertusstock bat der Kaiser den russischen Minister des Auswärtigen, Fürsten Lob an off, gelegentlich dessen Durchreise durch Berlin von Paris nach Petersburg empfangen. Es ist jedenfalls be- merkenSwerth, daß diese Audienz des leitenden Staats- manneS Rußlands beim Deutschen Kaiser dem Aufenthalt deS ersteren in Parts so unmittelbar nachgefolgt ist,- dem Ereignisse kann daher eine gewisse politische Bedeutung schwerlich abgesprochen werden, zumal da auch der Reichskanzler Fürst Hohenlohe zugleich mit dem Fürsten Lobanoff in HubertuSstock geweilt hat.
— Der Zeitpunkt für den Wiederzusammentritt des ColonialratheS ist noch immer nicht endgiltig bestimmt. ES kann indessen als sicher gelten, daß die Einberufung der genannten Körperschaft noch im laufenden Monat erfolgt, und zwar spätestens Ende desselben.
— Der sächsische Landtag ist auf den 12. November rtnberufen worden. Der Einberufung gehen die an diesem Donnerstag stattfindenden Erneuerungswahlen zur zweiten Kammer voraus, welche in insgesammt 27 Wahlkreisen stattzufinden haben. Bon den 27 Mandaten, welche zur Neubesetzung gelangen, waren bislang sünfzehn im Besitz der Konservativen, drei gehörten den Nationalliberalen, zwei den Fortschrittlern, zwei den Freisinnigen und fünf den Sozial« Demokraten. Letztere haben in sämmtltchen 27 Wahlkreisen Eandidaten aufgefteöt; bet der auf Seiten der bürgerlichen Parteien thetlweise herrschenden Lästigkeit und Uneinigkeit ist es möglich, daß die Neuwahlen den Sozialdemokraten in Sachfen eine wettere Vermehrung ihrer Landtagsmandate bringen werden.
Neueste Nachrichten.
WolffS telegraphisches Correfpondenz-Bureau.
Straßburg i. E-, 14. Oktober. Ihre Köntgl. Hoheiten -Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen werden am 17. dss. MtS., 4>/4 Uhr Nachmittags, hier etn- treffeo. — Für den Besuch Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin ist eine allgemeine Erleuchtung der öffentlichen Gebäude geplant. DaS Münster, die Bibliothek, die Universität, daS LandesauSfchußgebäude und mehrere andere Gebäude sollen elektrisch beleuchtet werden.
Metz. 14. Oktober. Die „Lothringische Zeitung" meldet: Der Kaiser wird von Urville auS die Schlacht- selde.r von Metz besuchen und sich den Verlauf der Schlachten durch Offiziere, die an denselben thetlgenommen haben, erläutern lasten.
Kur-el i. Lothr., 14. Oktober. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin treffen morgen kurz nach 9 Uhr aus Wiesbaden hier ein, berühren jedoch auf der Herreise Metz nicht. Der Besuch dieser Stadt durch Ihre Majestäten erfolgt vorauSfichtlich am 16. ds. MtS. Die Kaiserin wird daselbst den katholischen Frauenorden „Maternits" und die evangelische HauShaltungSschule besuchen. Bei der morgigen Ankunft stellt daS KönigS-Jnsanterte Regiment Nr. 145 die Zhrencompagnie am Bahnhofe, sowie daS hannoversche Dragoner-Regiment Nr. 9 eine EScadron zur Eskorte nach Urville. Den Wachtdtenst in Urville versteht eine com- bintrte Compagnie deS 4. Magdeburgischen Jnsanterie-Regi- mentS Nr. 67.
Pari». 14. Oktober. Nach dem heute veröffentlichten Gesetzentwurf CavaignacS über die Formirung der Tolonialarmee würde der Effectwstand der Colonial- armee ungefähr 98,000 Mann betragen, darunter 27,000 Farbige. 44,000 Mann entfallen aus Algier und Tunis, 50,000 auf die übrigen Colonien, 4000 Mann verbleiben für Frankreich. Das hierdurch gewonnene neue ArmeecorpS Mürbe einen Effectivstand von 19,460 Mann haben. Dasselbe soll möglichst nahe an der Ostgrenze garnisoniren.
WB. Kur-el i. Lothr., 15. Oktober. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin find Vormittags 9 Uhr hier eingetroffen, von der Volksmenge lebhaft begrüßt. Die Krtegervereine, die Feuerwehr und die Schulen waren vom Nahnhofe bis zum Wege nach Urville aufgestellt. Der Kaiser begrüßte den zum Empfang anwesenden Bezirks- Präsidenten, die Spitzen der Behörden, den Bürgermeister, den Corpsgeneral Grafen von Haeseler. Unter Hurrahrufen ier Bevölkerung und Blumenwerfen der Schulkinder fuhr t«S Kaiserpaar in vierspännigem Wagen nach Urville. Die H.auser sind reich beflaggt, daS Wetter ist bewölkt.
Depeschen deS Bureau .Herold*.
Berlin, 14. Oktober. Morgen findet beim russischen Botschafter, Grafen von der Osten-Sacken ein Dine.r zu Ehren deS Fürsten Lobanow statt, zu welchem der Reichskanzler, der Staatssekretär des Auswärtigen und andere Würdenträger geladen sind. Fürst Lobanow wird voraus- sichtlich am Mittwoch die Weiterreise nach Petersburg antreten.
Berlin, 14. Oktober. Gegen den Vorsitzenden deS socialisti'schen Parteitages in BreSlau, Singer, ist, wieder „Staatsbürger-Zeitung" aus BreSlau gemeldet wird, ein Strafverfahren wegen Beleidigung deS Breslauer Polizeipräsidenten eingeleitet worden. Die Beleidigung wird in einer Bemerkung gefunden, in der Singer die Maßnahmen der Breslauer Polizeibehörde kritisirte.
Berlin, 14. Oktober. Der wegen Landesverrath verhaftete I n g'e n t e u r P f e i f f e r ist heute Morgen nach Leipzig transportirt worden, von wo zwei Beamte eingetroffen waren, die den Gefangenen aus dem UntersuchungSgefängniß Moabit abholten.
Berlin, 14. Oktober. Die wirthschaftliche Vereinigung deS Reichstages wird vor dem Zusammentritt deS Reichstages etnberufen werden und soll sich Über dieEinbringungverschiedenerJnitiativ Anträge in denReichStag schlüssig machen.
Frankfurt a. M., 14. Oktober. Wie der Correspondent der „Franks. Ztg." erfährt, bezeichnete der Reichskanzler den Bankdirector Dr. Petri als den geeignetsten Vertreter für den Unterstaatssecretärposten in Elsaß-Lothringen, Abteilung für Justiz und CultuS. Die Candidatur ist bisher auf Schwierigkeiten gestoßen.
Wiesbaden, 14. Oktober. Der Kaiser ist präcife 6 Uhr 50 Min. mittelst SonderzugeS, welcher aus sechs Wagen bestand, auf dem TaunuS-Bahnhofe hier eingetroffen. Da hier Empfang verbeten war, war nur der Chef der Polizei und der Polizeipräsident Dr. Schütte anwesend. Der Monarch, welcher die Uniform der Garde-Kürassiere trug und den Hohenzollern-Mantel umgehängt hatte, bestieg den bereitstehenden zwetspännigen, offenen Hofwagen und fuhr direkt nach dem Theater. Zur Linken neben dem Kaiser hatte der Flügeladjutant Graf Moltke Platz genommen. Die Grüße der zahlreichen Menschenmenge, welche in der festlich geschmückten und tlluminirten Wilhelmstraße Spalter bildete, wurden vom Kaiser freundlich erwidert.
Köln, 14. Oktober. Heute Vormittag begannen vor dem hiesigen Schwurgericht die Verhandlungen in Sachen des Mülheimer CrawallS. Die Hauptexcedenten, gegen welche Anklage wegen Aufruhrs und LandfrtedenSbruchs erhoben ist, wurden zunächff vernommen. Unter ihnen befindet sich auch ein 14jährtger Junge, der von einem Gendarmen einen Schuß in den Leib erhielt. Die meisten Angeklagten leugnen, nur einzelne geben zu, an der Demoltrung theil genommen und die Polizei angegriffen zu haben. Zur Ver- theidigung sind 11 Rechtsanwälte herangezogrn und 80 Zeugen geladen. Die Verhandlungen werden vier Tage dauern.
Kolo, 14. Oktober. Ein Konstantinopeler Drahtbericht der „Köln. Ztg." versichert, bei der Pforte fei die Nachricht eingetroffen, zwei englische Kriegsschiffe hätten die türkische Stadt Zabara auf der Halbinsel Katar beschossen und zerstört. England will eine Reihe von Jahren die Schutzherrschaft über die türkische Insel Lahrein an der Ostküste Arabiens auöüben, die wegen ihrer Perlenfifcherei große Bedeutung habe. Die Stadt Zabara liegt in der Nähe dieser Insel. Der unmittelbare Anlaß zu dem jetzigen Vorgehen der Engländer ist nicht bekannt.
Coburg, 14. Oktober. Der Erbprinz von Sachsen- Coburg.Gotha ist zur Großjährigkeits-Erklärung hier eingetroffen. Die Proklamation und Regelung der Stellvertretung des Herzogs durch den Erbprinzen soll morgen erfolgen.
Wie», 14. Oktober. Der frühere Ministerpräsident Graf Taafe ist auf feinem Schloß schwer erkrankt.
Budapest, 14. Oktober. Der Minister des Innern sistirte ein für alle Mal die Vorstellungen der Varistä-Th e a ter und verfügte, daß in keinem dieser Vergnügungslocale Vorstellungen gegeben werden dürfen.
Budapest, 14. October. Die Ortschaften Jlltc und Robogani in der Kühe von Groß-Wardein sind vollständig abgebrannt. In ersterer Ortschaft wurden 104, in letzterer 40 Gehöfte zerstört.
Paris, 14. October. Der Erfinder des Melinit, T u r p t n, ist nach Konstantinopel gereist, wo' er mit den Militärbehörden eifrig wegen Befestigung der Dardanellen unterhandelt.
Paris, 14. October. Der Czar sandte an die Regierung ein Telegramm, in welchem er Frankreich zu der Einnahme Tananarivos beglückwünscht.
Madrid, 14. October. OsficiöS dementirt werden alle Gerüchte, wonach die amerikanische Regierung der spanischen Regierung Vorstellungen wegen der langen Dauer deS Krieges in Cuba gemacht haben sollte. Alle diese Gerüchte beruhten auf Börsenspekulationen. Die Beziehungen beider Länder zu einander sind ausgezeichnete.
Loudoo, 14. October. AuS Havannah melden die „Times", daß die Rebellen den spanischen Truppen keine Schlacht zu liefern beabsichtigen, sondern denselben ausweichen werden. Die Eisenbahnlinien nach St. Domingo wurden von den Insurgenten zerstört, sodaß ein Zug entgleiste, wobei mehrere Personen getödtet wurden.
London, 14. October. AuS Rom geht „Daily Chronicle" die Mittheilung zu, daß der Papst gegenüber der armenischen Frage sich reservirt verhalte, denn er möchte sich behufs Vereinigung der orientalischen mit der römischen Kirche die Gunst deS Sultans erwerben.
Petersburg, 14. October. Gutem Vernehmen nach hat sich das Befinden des Großfürsten-ThronfolgerS feit der Untersuchung durch Proseffor Lehden in diesem Sommer nicht wesentlich verändert.
Gießen, den 15. October lttt»5.
•• Die polizeiliche WohnnngSrevifion und die daraus erlaffenen polizeilichen Slrasandrohungcn haben das Gute für unsere Stadt gezeitigt, daß von den HauSwirthen alles gethan ist, um den gerügten gesundheitSgesährlichen Zuständen von MiethSräumen abzuhelfen. Die gröbsten Unzuträglichketten sind zwar beseitigt, aber noch bleibt Manches zu thun, um an den Wohnungsverhöltnissen der ärmeren Bevölkerung zu beffern.
Aliceschule. Mit dem beginnenden Wintersemester nimmt auch die hiesige Aliceschule ihre Thäligkeit wieder auf, nachdem Lehrerinnen und Schülerinnen in den langen Ferien sich neue Arbeitslust geholt haben. Nicht nur für Gießen allein, sondern für ganz Oberhessin ist die Altce- schule eine Quelle des Nutzens und Segens geworden und kann jeder fürsorglichen Mutter für ihre Töchter bestens empfohlen werden. Die verschiedenen Curse für Wetßzeug- nähen, Kleidermachen, Sticken, Bügeln, feine Wäsche, Weih- nachtS- und Kunstarbeiten, Kochen und Buchführung find die bisherigen geblieben. AIS neue Einrichtung ist aber zu erwähnen, daß ein schönes Arbeitszimmer solchen früheren Schülerinnen zur unentgeltlichen Benutzung eingeräumt worden ist, welche die in der Aliceschule erworbenen Fertigkeiten unter Aussicht der Lehrerinnen praktisch zum eigenen Nutzen verwerthen wollen. Anmeldungen zur Theilnahmc an den verschiedenen Surfen können täglich Vormittags in der Aliceschule erfolgen.
Kaufmäuuische Fachschule. Gestern Abend 8 Uhr wurde der WintercursuS der hiesigen kaufmännischen Fachschule in Gegenwart deS Vorstandes des kaufmännischen Vereins, der Schulcommiffion, der Großh. Handelskammer und der Lehrer eröffnet. Nachdem der Vorsitzende, Herr Carl Orbtg, eine längere Ansprache an die jungen Leute gehalten, verlas derselbe die Satzungen für Schule und Lehr- lingSheim. Sodann ma.r-te Herr Lehrer Knauß die nölhigen Mittheilungen über das Schulwesen und ermahnte zur Erfüllung der Pflichten als angehende Kaufleute und Schüler. Herr Scheel als Vertreter der Handelskammer forderte noch auf, durch Fleiß und Eifer den Dank zu beweisen. Die Zusammenstellung der Anmeldungen ergab die Zahl 80; wettere Anmeldungen können nur noch im Lause dieser Woche bei Herrn Orbig, Bahnhofstraße 30, geschehen.
♦♦ -s. 40. Stiftungsfest unserer beiden freiwilligen Feuerwehren. Bezüglich unserer früheren Mittheilung können wir heute nachtragen, daß in den gestern Abend stattgehabten Versammlungen der beiden CorpS der Vorschlag, daS 40. Stiftungsfest gemeinschaftlich zu begehen, mit großer Majorität zum Beschluß erhoben wurde. Das Fest soll an einem noch näher zu bestimmenden Tage des MonatS November stattfinden. Ueber daS demnächst aufzustelleude Programm werden wir s. Z. deS Näheren berichten. — Wir begrüßen diesen Beschluß unserer Wehren mit Freuden, liefert er doch den Beweis von dem zwischen beiden Corps bestehenden guten kameradschaftlichen Einvernehmen. Möge daffelbe auch fernerhin so bleiben.
•• Der Mälluer-Turuvereiu hielt am vorigen Samstag in seinem VereinSlocale „Darmstädter Haus" seine Herbst- Hauptversammlung ab. Der seitherige erste Sprecher, Dr. Pitz, erstattete Bericht Über das für die Gießener Turner recht arbeit-volle Jahr und gab der Hoffnung Ausdruck, e- möge daS diesjährige KreiSfest ctre Hebung und Kräftigung


