Ausgabe 
16.6.1895 Drittes Blatt
 
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ursacht, dessen nachträgliche Genehmigung auf Vorschlag des Herrn Oberbürgermeisters beschlossen wird. Herr Orbig bemerkte, daß die Ausführung der Halle eine verkehrte sei, man hätte die Halle mehr nach dem Wasser hin errichten, und nicht so breit, sondern gestreckter, ihrer ganzen Länge nach offen halten sollen, damit bequem vom Waffer auS dieselbe überblickt und allenfallsige Verunreinigungen oder Beschädigungen wahrgenommen werden könnten, auch würde sich irgendwo eine alte Treppe finden, auf welcher man bequem aus dem Waffer in die Halle gelangen könne, die Abortanlage sei schauderhaft. Der Herr Oberbürgermeister erklärt, Vorschläge darüber einfordern zu wollen, auf welche Weise die Sache besser gemacht werden könne.

Um den Schülern der Stadtknabenschule die Benutzung des Volksschulbades auch während der Ferien zu er­möglichen, hat auf diesbezügliche Anregung der Schulvor- stand vorgeschlagen, die Anstalt täglich von 3 bis 5 Uhr unter Aufsicht eines Lehrers offen zu halten, die sachgemäße Vertheilung der Stunden auf die einzelnen Klaffen, im Falle Ueberfüllung eintreten sollte, durch den Herrn Oberlehrer besorgen zu laffen. Die Versammlung beschloß in diesem Sinne.

Dem Gesuche des Bau- und Platzausschusses für die landwirthschaftliche Ausstellung um Ueberlaffung des Oßwaldsgartens, des Schulhofes der Stadtknaben- und Aliceschule, sowie letzterer selbst, des Souterrains der Stadt­knabenschule für die Fischereiausstellung, der an den OSwaldS- garten grenzenden Theile der Nordanlage und Kirchstraße, des Platzes zwischen Nordanlage und Steinftraße zur Er­richtung von Ställen und sonstigen Ausstellungsräumen wird stattgegeben, jedoch soll die beabsichtigte Straßenabsperrung nur für die Dauer der Ausstellung, nicht aber auch für die Bauzeit gestattet werden. Bedingung ist weiter die Be­friedigung von allenfallsigen Ansprüchen der Anlieger, sowie die Reinigung der zur Verfügung gestellten Räume und Plätze auf Kosten der Ausstellung.

Sowohl der Ausschuß für das Mittelrheinische Turnfest wie derjenige für die landwirthschaftliche Ausstellung haben befürchteter Störungen beider Veranstaltungen wegen um Verlegung der auf den 9. und 10. Juli bezw. 24. und 25. September festgesetzten Märkte nachgesucht. Es wird auf Antrag der landwirthschaftlichen Commission beschloffen, 1) den auf den 10. Juli anberaumten Vieh- und Krämer­markt ausfallen zu laffen, dagegen den auf den 9. Juli festgesetzten Viehmarkt abzuhalten, 2) den auf den 24. und 25. September festgesetzten Vieh- und Krämermarkt ausfallen zu lassen, dagegen den für den 9. October als Viehmarkt vorgesehenen Markt als Vieh- und Krämermarkt abzuhalten, denjenigen vom 10. October ausfallen zu lassen. Herr Löb er fragt hierbei an, warum die Markrlauben noch nicht ihrer Bestimmung übergeben werden könnten. Herr Ober­bürgermeister Gnauth bezeichnet dies als nicht ausführbar, so lange die Benutzung der Lauben, wegen deren ein Verbot gegen Benutzung des Linden- und Marktplatzes bezw. eine Bezeichnung derjenigen Plätze, an denen sonst feil­gehalten werden dürfe, in Berücksichtigung zu ziehen sei, n'cht durch eine Marktordnung geregelt sei- eine solche um­fangreiche und schwierige Arbeit habe aber aus Mangel an Zeit bisher noch nicht ausgeführt werden können.

Dem veränderten Wirthschaftsplan über die W a l d u n g e n der Stadt Gießen für 1896/97 wurde zugestimmt.

Die Firma Kaufs mann & C omp. hat für ihren Motorenbetrieb, durch deffen Erweiterung sie als größter Consument zu betrachten ist, um Gakpreisermäßigung nach« gesucht. ES wird beschlossen, den Gaspreis für Consumenten von jährlich über 10,000 cbm um 10% zu ermäßigen.

Die Kosten für Auswechselung eines ca. 100 m langen, 65 mm weiten Gasrohres in der Alicestraße gegen ein 100 mm weites Rohr, im Betrage von 410 Mk., werden bewilligt.

Die Fortsetzung der Wasserleitung in von den Hauptsträngen weiter entfernt liegende Grundstücke, Privat- oöer dem öffentlichen Verkehr noch nicht überwiesene neue Straßen wird gewöhnlich unter der Bedingung ausgeführt, daß von den um Anschluß Nachsuchenden ein jährlicher Wasser- prets entrichtet wird, welcher gleichkommt 10% der erst­maligen Anlagekoften. Diese Bedingung wollen erfüllen Anlieger nachstehender Strecken: a) Grünbergerstraße nach der Germania und dem dahinter liegenden Ronstadt'schen Hause, b) Frankfurterstraße nach der Köln Gteßener Bahn für L. Spieß, c) die nach dem Schiffenbergerweg, d) in die Heffenstraße, e) auf den Nahrungsberg, von der Licherstraße bis zum Volk'schen Garten und im wetteren bis zum Fried­höfe zwecks Errichtung einer Zapfstelle in dem höher ge­legenen Theil desselben. Die Versammlung beschloß, die Fort­setzung der Leitung in den genannten Straßen alsbald aus­führen zu lassen.

Die Pläne nebst Voranschlag für die Wohnung des Maschinisten der Wasserleitung in Queckborn werden gut­geheißen, und die auf 13 600 Mk. veranschlagte Bausumme bewilligt. Der Bau soll an einen Generalunternehmer ver­geben werden.

Dem nunmehr zum Abschluß gelangten, sehr umfang­reichen Vertrag zwischen der Staatsregierung und der Stadt, wonach die letztere gegen eine einmalige Abfindung von 90000 Mk. nebst dem zu dem Straßenkörper gehörigen Gelände die Unterhaltung der Staatsftraßen-Ortsdurchfahrten übernimmt, stimmte die Versammlung zu. In der Unter­haltung des Staats bleiben fortan nur die Lahnbrücke, die Lohmühlsbachbrücke und die Wteseckbrücken der Garten- und Frankfurter-Straße.

Bezüglich der nachverzeichneten Gesuche um Erlaubntß zum WirthschaftSbetrieb spricht sich die Versammlung für Bejahung der Bedürfnißfrage aus: a) Ludwig Gonter für die Wirthschaft im Hause Wolsstraße 9, b) Joh. Friedr. Hehl für die Wirthschaft im Hause Bahnhofstraße 31, e) Hermann Koch fik die Wirthschaft im Hause Brand- gaffe 6, ä) I. H. Jhrtng für die WirthschaftZur Liebigs-

höhe" und LouiS FeldhauS für die Wirthschaft im Hause Liebigstraße 54.

Foeok» hmö pteohjtelto,

n. Großen - vuseck, 15. Juni. Am vorigen Mittwoch wurde hier das Jahresfest des lutherischen Missionsveretns für Oberhessen gefeiert, das sowohl Non Seiten der hiesigen Gemeinde alS auch von auswärtigen Mtsfionsfreunden sehr gut besucht war. Solche wären gewiß noch zahlreicher er­schienen, wenn nicht das günstige Wetter viele Landleute un­abweisbar an die so nöthigen Arbeiten gerufen hätte. Sehr hoch war es darum den Mitgliedern deS Klein-Lindener kirchlichen Musik- und Gesangvereins anzuschlagen, daß sie fast vollzählig erschienen waren und durch ihre allgemein mit höchster Anerkennung gehörten Vorträge verherrlichen halfen. Festprediger waren Herr Pfarrer Strack von Usenborn und Herr Pfarrer Cordes von der Lutherkirche in Frankfurt a. M., ein Sohn des bekannten Missionars und Seniors der Leipziger Mission in Indien. Den Missions­bericht erstattete in beiden Gottesdiensten Herr Missionar a. D. Just aus Dresden, der in meisterhafter Weise durch Bei­spiele auS seiner eignen, leider durch Krankheit unterbrochenen Missionsarbeit unter den Tamulen an der Hand von Cap. 22 des Evang. Matth, zeigte, wie die heutige Missionspraxis in Indien sich dem in diesem Capitel geschilderten Verfahren Jesu vielfach so ähnlich gestalte. Die gespannte Aufmerk­samkeit, mit der die Versammlung allen den Rednern zu- hörte, bewies, daß diese den rechten Ton getroffen hatten. Den Rechenschaftsbericht über die Grundsatz: und den Zweck sowie über die Einnahmen des lutherischen Missionsvereins erstattete Herr Pfarrer Nies aus Melbach, der auch der Gemeinde Großen-Buseck den gebührenden Dank aussprach für die gastfreie Aufnahme des Vereins und die würdige Feier des Festes. Die Collecte ergab 72 Mk. 50 Pfg.

? Elpenrod, 12. Juni. Ein sehr schweres Gewitter entlud sich vorgestern kurz nach Mittag über unseren Ort und unsere Gemarkung. Wolkenbruchartiger Regen mit Hagel vermischt goß hernieder. Ein Blitzstrahl fuhr in das Wohn­haus des P. Braun. Der Strahl nahm seinen Weg durch das Wohnzimmer, lief an der Scheidewand zwischen Stube und Kammer entlang nach dem Ofen hin und von diesem hinab in den unter dem Wohnzimmer befindlichen Viehstall. Hier tödtete er die beiden Kühe des Braun, die dessen ganzen Vtehstand ausmachten. Er selbst wurde in der Wohnstube vom Schlag zu Boden geschleudert und leicht betäubt. Der Verlust ist für den Betroffenen umso empfindlicher, als Braun, ein Mitkämpfer in den beiden Feldzügen von 1866 und 1870/71, sich in recht geringen Vermözens- verhältniffen befindet und durch die Strapazen der Feldzüge arbeitsunfähig geworden ist. Im ganzen Vogelsberg tobte an genanntem Tage schweres Gewitterwetter und erlitten die Saaten in manchen Gemarkungen durch Hagelschlag beträcht­lichen Schaden. In Meiches fuhr ein Blitzstrahl in die Pfarr­scheuer. Wohl stieg Rauch aus derselben auf, aber es entstand kein Brand, da die Scheuer leer war.

Geinsheim, 11. Juni. Ein schauerliches Ereigniß meldet man von hier: Um die Abendzeit war der Dienstknecht L. von hier ausgefahren, um auf dem Kornsand einen Wagen voll Heu für seinen Dtenstherrn zu holen. Durch den hohen Wasserftand des Rheines waren einige Wiesen überschwemmt, die der Knecht durchfahren zu können glaubte. Allein vom Wege abgekommen, kam er an eine Vertiefung, in welcher das Fuhrwerk mit ihm verschwand. Die Hilferufe des Lerch wurden im nahen Nierstein vernommen und veranlaßten auch, einige Leute zur Rettung des mit dem Tode Ringenden herbeizulocken- doch kamen sie zu spät. Lerch und sein Pferd waren ertrunken, als man zur Stelle kam.

Vernmischtes

* Sich mittelst des Telephones Morgens wecken zu lassen, ist gewiß eine originelle Idee, von der man nicht erst zu sagen braucht, daß sie aus dem praktischen Amerika stammt. Ein erfindungsreicher, jedenfalls sich eines guten Schlafes erfreuender Yankee schlägt nämlich den dortigen Telephon- gesellschasten, die drüben bekanntlich Privatgesellschaften find, und daher den Wünschen und Vorschlägen des Publikums eher zugänglich sind wie anderswo, vor, gegen Entgelt das Wecken ihrer Theilnehmer an jedem Morgen zu übernehmen. Zu dem Zwecke müßte die Centrale eine Uhr mit großem Zifferblatt haben, auf welchem die Schaltstöpsel eines jeden weckbedürftigen Thetlnehmers so bei der gewünschten Stunden­ziffer eingesetzt würden, daß der kleine Zeiger bei der be­treffenden Stunde passierend, einen Schleifcontact bildete und so die Anrufglocke des Thetlnehmers für einige Zeit in Alarm versetzte. Die geniale Idee ist jedenfalls noch der weitgehendsten Entwickelung fähig. Ein Phonograph könnte dann vielleicht gleichzeitig telephonisch dem bekanntlich so religiösen Yankee einen Morgenchoral zu Gehör bringen, vielleicht auch sein Bett telephonisch so beeinflußt werden, daß ein Verweilen in demselben zur Unmöglichkeit würde, für Amerika ja alles Kleinigkeiten. Immerhin hat die barocke Idee einen gesunden Kern insofern, als sie die noch mögliche anderweitige Benutzung von Telephon und Electricität er­kennen läßt. Das Weckiystem ließe sich z. B. in Hotels ganz leicht arrangiren, wenn jedes Zimmer nur ein electri« sches Läutewerk besäße, dessen Drähte nach einer wie oben beschriebenen Centraluhr führten, wo deren Enden dem Wunsche des Reisenden entsprechend auf der Uhr eingestellt | würden, so daß baß Wecken sicherer und zuverlässiger als durch verschlafene Hausknechte erfolgte - vielleicht dienen diese ! Zeilen dazu, Gastwtrthe und Elecirotechniker auf diese Mög­lichkeit hinzuweisen. (Mitgetheilr vom Internationalen Patentbureau Carl Fr. Reichelt, Berlin NW.)

Literatur rmö Aunst.

Die bevorstehende Jubelfeier der Stege von 1870/71 zeitigt, wie es scheint, eine Reihe tnrereffanter literarischer und künstlerischer Unternehmungen. Unsere Leser möchten wir hiermit auf ein 9ßaf Hinweisen, das in beiden Richtungen, in der künstlerischen wie in der literarischen excelltren dürfte. Wir meinen die neue illustrirte Jubelausgabe von Hauptmann Taneras »Ernsten «nb heitere« Erinnerungen eines Ordonnanzoffiziers im Jahre 1870/71*, wovon der C. H. Beck'iche Verlag in München soeben die erste Lieferung ausgiebt. Den etgenthümlichen Werth der Jubelausgabe bildet die Illustration, die nach der Probe der 1. Lieferung a.s eine hervorragende Leistung bezeichnet werden muß. Etz handelt sitz hier nicht, wie bet so mancher anderenJubiläumsausgabe" um aufge- wärmte Holzschnitte aus älterer Zeit und aus anderen Werken, sondern die Jubeläunksausgabe von Taneras Erinnerungen bietet durchweg neue Eompositionen, von der Hand Ernst Zimmers, eines vielversprechenden jüngeren Berliner Malers, der seit Jahren das militärische Leben und Treiben zum Gegenstand seines intimen Studiums gemacht hat. Es ist ein hohes Lob, das wir dem Maler zollen, wenn wir sagen: seine Bilder packen nicht weniger als Taneras Erzählungen. Die erste Lieferung enthält nicht weniger als 20 Federzeichnungen und ein Vollbild (Preußische Infanterie, die Grenze überschreitend") im Text sowie zwei Doppel-Vollbilder auf Extrabeilagen, letztere darstellend:Vorbeimarsch bayerischer Infanterie an dem Kronprinzen während der Schlachl von Weißen- burg".undOberstlieutenant Schmidt führt die ersten bayerischen Jäger zur Verfolgung durch Fröschweiler vor". Das Alles wird für den billigen Preis von 50 Pfg. geboten: das ganze Werk soll nach dem Prospect der Verlagshandlung 12 solcher Doppel-Vollbilder, ferner über 300 Texttllustrationen z T. ganzseitig, erhalten. Wir sind in hohem Maße gespannt auf das Fortschretten dieser illustrirten Aus­gabe, die in 22 Lieferungen A 50 Pf. bis zum Herbst d. I. voll­ständig werden soll, und empfehlen sie auf das wärmste. Da mit der Schlußlieferung auch eine schöne Einbanddecke geliefert werden soll, so wird dieses Jubiläumswerk der deutschen Heercsthaten von 1870/71 sich auch schon von außen als ein prächtiger Schmuck er­weisen, der voraussichtlich den Weihnachtstisch dieses Jahres in un­gezählten deutschen Häusern zieren wird. Wir gedenken beim Fort­schreiten der Lieferungsausgabe auf daß Werk zurückzukommen.

GchLk'Langenfcheidt, Kaufmännische Unterrichtsstunden. Vollständiger Lehrgang der praktischen Handelswissenschaften für den Selbstunterricht. Cursus II, Contorpraxis. (16 Lectionen A 1 Mk.) Lection 1. Verlag für Sprach- und Handelswissenschast (Dr. P. Langen­scheidt), Berlin SW. 46. Der vorstehende Verlag gibt unter dem TitelKaufmännische Unterrichtsstunden" einen vollständigen Lehr­gang der praktischen Handelswissenschaften für den Selbstunterricht heraus. Nicht wenige Halbwissende wurden durch den bisherigen kaufmännischenbrieflichen Unterricht" herangebtldet, weil dieser Unterricht blos darauf hinzielt, die Buchführungeinzudressüen", ohne den Schüler zum Denken zu veranlasstn. Es war also höchste Zeit, daß berufene Kräfte den Kampf mit diesen Herren aufnahmen und durch systematischen Lehrgang endlich die Aufgabe lösten, aus dem Wege des Selbstunterrichts den Heranwachsenden Kaufmanns- stand tüchtig auszubtlden. Dementsprechend ist das Werk von vielen Unterrichtsbehörden auf das Günstigste beurthetlt, und in HandelS- kretsen mit unbeschränkter Anerkennung ausgenommen worden. Der nunmehr fertiggestellte Cursus I dieses Werkes behandelt in gründ­licher Weise die Buchhaltung. Vom Cursus II derKaufmännischen Unterrichtsstunden", der die Handelscorrespondenz, das Contocorrent mit Zinsen, die Wechsellehre, das kaufmännische Rechnen, die Contor« arbeiten, die Münz, Maß- und Gewichtskunde, die kaufmännische Terminologie rc. umfassen soll, liegt uns nun Lection 1 vor, welche in gleich trefflicher Weise bearbeitet ist. Das Erscheinen des zweiten Theils kann daher nur begrüßt und das Studium des ganzen Werkes den Handelsbeflissenen nachdrücklich empfohlen werden.

Die Eleeirieitüi, ihre Erzeugung, praktische Verwendung und Messung (mit 44 Abbildungen). Für Jedermann verständlich kurz dargestellt von Dr. Bernhard Wiesengrund. 2. Auflage. 6. bis 10. Tausend. Preis Mk. 1. (Verlag von H. Bechhold, Frankfurt a. M.). Ein ernstes Buch, von dem im Laufe von nur einem Jahre fünftausend Exemplare verkauft wurden, muß etwas ganz besonderes sein. Und in der That, wer dieses Merkchen aufschlägt, von dem jetzt die zweite verbesserte Auflage vorliegt, der überzeugt sich rasch, worin der Erfolg begründet ist. In kurzer, knapper und äußerst klarer Weise ist darin besprochen, was Jeder­mann heutzutage von der Electricität wissen muß.

Die Amaieurphoiographie unter besonderer Berückstch- tigung der Moment- und Blitzlicht-Aufnahmen von E. Franklin. 5. Auflage. Breis Mk. L (Verlag von H. Bechhold, Frank­furt a. M.). Nichts Schöneres gibt es doch, als das Bild seiner Lieben und Freunde oder von Besuchern sich jederzeit festhalten zu können oder Reiseeindrücke im Bilde festgebannt mit hetmzubringen. Da ist ein Buch wie das vorliegende so recht am Platze, aus dem jeder, auch der, welcher gar keine Vorbildung hat, auf das Leichteste in die Kunst des Photographierens eingeführt und mit allen Mani­pulationen vertraut gemacht wird.

Technische Fortschritte.

Um blanke Eisen- «nd Stahlwaaren vor »oft z« schützen, fettet man sie mit Oltvienö', Baumöl, Knochenöl, Leinöl, Klauenfett, Talg, Schweinefett oder dergl. ein und bewahrt sie, in weiche« Vapter gehüllt, in trockenen Räumen auf. Ein von Dr. Eugen Schaal in Feuerbach-Stuttgart in den Handel gebrachtes Präparat (deutsches Reichspatent Nr. 32 083) soll Eisen und Stahl vollkommen gegen Rost schützen. Nach Mittheilung imPolytechn. Notizblatt" hat Professor Calvert gefunden, daß Eisen und Stahl jahrelang vor Rost geschützt bleiben, wenn man dieselben in eine gesättigte Lösung von kohlensaurem Kali oder kohlensaurem Natron eintaucht und trocknen läßt.

Feuerfichere Patentdecken. Die Kletne'schen feuersicheren Patentdecken, welche im Hochbau große Verbreitung sanden, werden jetzt auch bei neueren Bauten der Berliner Ltadtbauverwaltung verwendet. Die Kleine'sche Deckenconstruction besteht aus Plaitm von gewöhnlichen, in Cementmörtel verlegten Mauer- oder Schwemm­steinen, welche in horizontaler Richtung zwischen eiserne Träger ge­spannt sind und durch dünne, in alle Längsfugen eingelegte Band­eisenstretfen eine außerordentliche Festigkeit und Feuerficherheit erhalten.

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mässigen Pi in der