Ausgabe 
16.5.1895 Erstes Blatt
 
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die Aeußerung über ein Attentat gemacht haben soll, wurde al» Zeuge geladen. Wie e« heißt, soll die Flügel ihre früher gemachten Aeußerungen nicht aufrecht erhalten können. Sie beschuldigt jetzt TöbS nur noch der schweren Kuppelei.

Berlin. 14. Mai. DieVerl. Lorresp." meldet' Der Kaiser hat bestimmt, daß für diejenigen Schüler der Ober» feuerwerkerschule, welche im Verfolg der im Sep­tember v. I. eivgeleiteten Untersuchung wegen Ungehorsams gegen einen Befehl in Dienstsachen, durch welchen ein erheb­licher Nachtheil verursacht wurde, mit 6 Wochen und 1 Tag Gefängniß oder einer geringeren Strafe belegt worden sind, lediglich auö dieser Bestrafung ein HinderungSgrund für die Erneuerung der Capitulation nicht hergeleitet werden soll. Ferner soll bei sonstiger Geeignetheit den Betreffenden der Eintritt in die Feuerwerk«», bezw. Zeug-Laufbahn nicht ver­sagt bleiben.

Berlin. 14. Mat. Heute Mittag empfing der Staats­sekretär Dr. v. Stephan den Senator Dr. Pauli aus Bremen, sowie eine Deputation de« Magistrats und der Stadtverordneten aus Köln, bestehend aus dem Oberbürger­meister Becker, Geheimen Rath Michels und Rechtsanwalt Dr. Trimborn, welche unter bezüglichen Ansprachen die Ehrendürg erbrt efe der Städte Bremen und Köln über­reichten.

Wiesbaden, 14. Mai. Heute Vormittag um 11 Uhr erfolgte die Eröffnung des Wiesbadener Inhala­toriums. Anwesend waren zahlreiche Vertreter der medi- cinischen Wissenschaft, der städtischen Behörden, sowie zahl- reiche Journalisten, welche hiesige und auswärtige Blätter vertraten. Der dirigirende Arzt der Anstalt, Herr Dr. Georg HeuSmann, geleitete die Anwesenden durch die JnhalationS- räume und hielt einen instructiven Vortrag über die wissen- schaftliche Grundlage des BehandlungS - Systems. Hieran reihte sich eine Besichtigung der in den Kellerräumen der in der Frankfurterstrabe befindlichen Besitzungen aufgestellten großartigen maschinellen Einrichtungen. Der Ruf des leitenden Arztes birgt für die Gediegenheit des Unternehmens.

Mährisch Ostrau, 14. Mai. Die Bergwerksbesitzer ver­ständigten die Arbeiterschaft, daß ihre Forderung, betreffend achtstündige Arbeitszeit, abgelehnt worden sei. Man be­fürchtet einen partiellen Strike.

Lemberg. 14. Mai. Zwischen hiesigen und von der Bahnverwaltung engagirten 500 masurischen Bahnarbeitern kam e« bei der Stadt Klebaro zu einem Kampfe, der mehrere Stunden dauerte und erst durch ein starkes GenSdarmerie-Aufgebot unterdrückt werden konnte. Auf beiden Setten gab es viele Verwundete.

Brüssel. 14. Mat. Dte Bewegung gegen die Schutz­zoll«Vorlage ist im ganzen Lande groß. Die Delegirteu der Handelskammern haben in einer Versammlung gegen die­selbe protestirt.

Loudon. 14. Mai. Die Blätter melden aus Peters­burg, der Ezar habe dem Grobfürsten Michael Michaela- witsch den Zutritt zum Hose wieder gestattet. Großfürst Michaelowitsch wurde bekanntlich vom verstorbenen Czaren wegen seiner morganatischen Ehe auSgeschloffen. Er kehrt nächsten Herbst auS Südfrankretch nach Petersburg zurück.

H . Darmstadt. 15. Mai. Der Großherzog und die Großherzogin werden erst am 22. Mai nach England «Kreisen.

CocaU* rrnd LroVi«rielle-,

Gießen, den 15. Mai 1895.

* * Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großhcrzog haben Allergnädigst geruht, am 5. Mai dem Pfarrverwalter Georg Ritter zu Grünberg die evan­gelische Pfarrstelle zu RüffelShetm, Decanat Groß-Gerau, zu übertragen.

RohestaudSverfehuug. Seine Königliche Hoheit der Grobherzog haben Allergnädigst geruht, am 11. Mai den KreiSveterinärarzt det KreiSveterinäramtS Alsfeld, G u st a v Kolb in Alsfeld, in den Ruhestand zu versetzen.

* * Parlamentarisches. Die Erste Kammer der Stände tritt am 27. d. MtS. zusammen.

* ProvinzialauSschuß. Am 11. d. MtS. fand im Re- gierungSgebäude hier eine öffentliche Sitzung des ProvinztalauSschusfeS statt, über welche wir daS Folgende berichten können: Adolf Vogt dahier erhielt im Sommer v. I. einen Poltzeibefehl zugestellt, nach welchem er innerhalb einer kurz bemeffenen Frist eine von seiner Hof- raithe in den Stadtbach gehende Treppe entfernen sollte. Bogt erhob hiergegen RecurS an das Großh. KretSamt und der KreiSauSschub hob den Polizeibesehl auf, da nicht erwiesen wurde, daß daS Vorhandensein der Treppe während der langen Zett threS Bestehens über 40 Jahre zu Klagen Beranlaffung gegeben hatte und etn Einschreiten im öffentlichen Jntereffe nicht geboten erschien. Dte Grotzh. Bürgermeisterei Sieben glaubte gegen diesen KretSauSschußbeschluß RecurS erheben zu müssen, da daS von Vogt an daS Großh. Kreis- amt Gießen gerichtete Ersuchen um Belasten der Treppe al« RecurS gegen den Polizeibefehl nicht angesehen werden könne, da etn solcher bet dem KreiSauSschuß hätte vor­gebracht werden müffeu und somit da« KreiSauSschußerkenntniß unveranlaßt gewesen sei. Der ProvtnzialauSschuß hat nun nach der mündlichen Verhandlung den RecurS Großh. Bürger­meisterei Gießen zurückgewiesen und die RecurSschrtft des Bogt al« form- und sristgerecht eingereicht angesehen. Dem Gesuch des Heinrich Christian Roth in Rieder- Florstadt um Erlaubniß zum Betriebe einer Sch ank- wirthschaft, bezw. dem RecurS gegen den abweisenden Bescheid deS KreiSauSschuffeS des Kreises Friedberg wurde insofern stattgegebcn, als die Bedürfnißfrage bejaht und daS für die Wirthschaft vorgesehene Zimmer für genügend be- zeichnet wurde, doch ist die Ertheilung der Concesfion von dem Nachweise der sonstigen räumlichen Einrichtung deS HauseS, insbesondere deS Wohn und Schlafzimmers, abhängig gemacht

worden. Gegen die Bürgermeisterwahl zu Nieder- Florstadt war Reclamation erhoben worden, welche vom KreiSauSschuß zu Friedberg als unbegründet verworfen wurde. Die Verhandlung vor dem ProviuztalauSschuste als RecurS- iostanz harre die UogültigkeitSerkläruug der Wahl zur Folge, da auch im vorliegenden Falle vor und nach der Wahl da« Freibier eine nicht unbedeutende Rolle spielte. Wenn auch dem wiedergewählten Großh. Bürgermeister Alle- nicht der Vorwurf gemacht werden konnte, daß er vor der Wahl Getränke und Speisen spendirte, so that er dieS nach der Wahl in reichlichem Maße. Einige seiner Anhänger aber legten bereit- vor der Wahl in verschiedenen Wirtschaften Fäßchen Bier auf und Schmied Kliehm feierte sogar schon am 25. Januar (acht Tage vor der Bürgermeifterwahl) seinen Geburtstag mit etwa 50 Personen, Anhängern und Gegnern vom Bürgermeister Alles, obgleich besten Geburtstag erst auf den 4. Mai fällt. Eine auf diese Weise zu Staude gekommene Wahl konnte der Provinzialausschuß nicht als gültig ansehen und wird, dem Vernehmen nach, auch ferner mit aller Schärfe in ähnlichen Fällen ebenso entscheiden, um dem Unfug deS Spendens von Freibier :e. vor und nach der Wahl zu steuern.

-g-ee Reue« Theater. (Direction Pollak). Ein zahl­reiches Publikum hatte die gestrige Aufführung desFrei­schütz" von C. M. v. Weber in daS Theater gelockt. ES hieße Master in die Lahn tragen, wollte man auf den Inhalt des Werkes eingehen, denn die darin behandelte Freischütz­sage ist uralt und altbekannt. Durch die geniale Bearbei­tung als Oper von E. M. v. Weber wurde der Stoff welt­berühmt und allüberall mit Begeisterung ausgenommen. Die Compofition, welche daS volkSthümliche Element verkörpert, bringt abwechslungsweise bald anheimelnd-schlichte, bald urkräftig-frische, hier melancholisch-ernste, dort neckisch-über- müthige Weisen zu Gehör, die sich rasch in Herz und Gemüth zu dauernder Erinnerung festhalten. Ueber die Aufführung selbst können wir berichten, daß dieselbe aufs Bortheilhafteste durch die tadellose Wiedergabe der Ouvertüre eingeleitet wurde, wofür Herrn Capellmeister Wolfheim reicher Bei­fall zu Theil wurde. Der Verlauf der Handlung ließ nach mancher Seite, besonders aber im Zusammenspiel, zu wünschen übrig. Herr Becker alsMax" konnte seine Stimme nicht zur Geltung bringen, es fehlte die Frische, nur stellenweise war solche bemerkbar. Sein Spiel hätte entschieden durch lebhaftere Darstellung gewonnen. Bester wurde die Partnerin deS Herrn Becker, Frl. Ranco, ihrer Aufgabe alsAgathe" gerecht. Einzelne Parthien, wie das herrlicheLeise, leise", wurden gefühlvoll im Au-druck und guter Stimme durch­geführt, abgesehen von dem unvermeidlichen Tremoliren. Im zweiten Act wurde ihr besonderer Beisall zu Theil. Ganz allerliebst war dasAennchen" des 'Fräulein Neu­mann. Sie repräsenttrte mit Erfolg die Schalkhaftigkeit - ihr lebendiges Spiel, die frische, Helle Stimme verdiente volle Anerkennung. Herr Island alsCaSper" hätte mit seisen Stimmmitteln und in der Darstellung noch Besteres leisten können. Herr Rieck alsErbförster Cuno" war passabel, Herr Gröll alsSamiel" im Ausdruck der Stimme ungenügend. Herr Eilers führte feinenFürst Ottokar" in Gesang und Spiel vortrefflich durch. Obwohl seine Parthie klein war, zählte sie doch zu dem Besten deS Abends. Die übrigen Rollen waren leidlich besetzt. Volles Lob verdient daS Orchester, daS den schwierigen Anforde­rungen, Dank der energisch-musterhaften Leitung deS Herrn Wolfheim, mit wenig bemerkbaren Störungen aufs Beste gerecht wurde. Die Chöre befriedigten nicht in gewünschtem Maße und seither gewohnter Weise, sie waren matt und ausdruckslos. Dte Wolfschluchtscene entbehrte der Vision deS Geheimnißvollen, Grauenerregenden, die Scenerie war in Rücksichtnahme auf die hiesige mangelhafte Bühnen-Ein­richtung leidlich durchgesührt- zum Mindesten hätte jedoch auch im Zuschauerraum daS Licht bei dieser Scene gedämpft werden müssen.

* * Neunter (Mitlelrheiu )Krei« der deutschen Turnerschast. ES dürfte wohl allgemein interesfiren, daß d-r 9. (Mittel­rhein-) KreiS der deutschen Turnerschast nach der neuesten Statistik auS 17 Turngauen mit 547 Vereinen, welchen 52,000 über 14 Jahre alte Mitglieder angehören, besteht. Kommen hiervon nur 10 pCt. zum Turnfeste im Juli nach Gießen, so Haben wir über 5000 Gäste zu erwarten.

* * Maikäfer Mafseufaug. AuS Muschenh eim wird unS gemeldet, daß in dortiger Gemarkung an einem Wald­saume an drei Morgen und einem Abend durch die Schul- kinder 182 Mesten 66 Stmmer Maikäfer gesammelt worden sind.

* * Spaziergängern zur gefl. Beachtung. DerDarmst. Tägl. Anz." schreibt:Unsere Anlagen in Feld und Wald werden von den Spaziergängern durch die Üble Ge­wohnheit verunstaltet, das Einwickelpapier liegen zu laffen. Niemand sollte die geringe Mühe scheuen, gebrauchte« Papier wieder einzustecken, damit nicht umhergestreute Blätter und Fetzen anzeigeo, daß Menschen hier gerastet haben, die keinen Sinn für Ordnung und Schönheit besitzen." Ist auch auf Gießens Umgebung anwendbar.

Schreibzeug in den vahuhoflrestauratiouen. Nach einer neuerdings getroffenen Anordnung find von den Bahnhofs- restaurateuren den Reisenden auf Verlangen Briefpapier, Couvert-, Freimarken, Postkarten, Postanweisungen, sowie Feder und Tinte zur Verfügung -u stellen. Für einen Bogen Papier mit Couvert einschließlich Benutzung deS Schreibzeugs werden 10 Pfg. vergütet, die Postwerthzeichen haben den üblichen Preis. ____

Laubach, 12. Mai. Maikafferflug in diesem Jahre wie noch nie! Auf den Buchen der bewaldeten Südabhänge unserer Berge verschwindet da- junge zarte Grün. Angeregt von hiesiger Großherzoglicher Obersörfterei sammelt man | eifrig. Bei Feldschütz vourrö kann da- Liter mit 10 Psg. I etngelöst werden. Bekanntlich geben Maikäser zerstampst und I mit Erde und etwa« Knochenmehl gemischt ein gute- Dung-

mittel ab. Die Gräflich SolmS sche Bibliothek dahier^ die jetzt einen Bestand von fast 39,000 Bänden aufweist, wurde im verfloffenen Jahre 1894 von 261 Personen benutzt, die zusammen 510 Bände entliehen. DaS Ausleihen der Bücher findet Mittwoch von 2 bis 3 Uhr stau.

§ Lom höheren Vogelsberg, 13. Mai. DaS Hafersäen ist beendet, auch die Rartoffcln sind gesetzt, und wird bereit« mir der Gersten-AuSsaat begonnen. Roggen und Weizen stehen bi« jetzt ziemlich gut, da die feuchte und warme Wure- rung der letzten Zeit diesen Wintersaaten sehr zu Stauen gekommen, der Klee har sich edenfall« prächtig entwickelt. Kirschen- und Birnbäume stehen im schönsten Blürheoschwuck, an Hecken und Gebüschen hat sich da« Laub schön entwickelt. Die Knospen der Aepfelbäume beginnen hervor zu brechen, ebenso daS Laub der Eichen und Eschen, von einem Mafien- austreten der Maikäfer kann bi« jetzt noch nicht gesprochen werden. Die Wiesen zeigen einen GraSansatz, wie eS Jahre lang zuvor nicht zu beobachten gewesen- eine treffliche Heu­ernte ist zu erwarten. Durch diese günstigen Aussichten, sowie auch durch daS verhälrnißmäßig reichlich vorhandene Grünfutter find die Preise für da« Rindvieh gesneaen.

Gundersheim, 13. Mai. Bei dem gestern in unserer Gemeinde abgehaltenen Sänger feste ereignete fich ein Zwischenfall, der trotz dem Ernste der Situation unwill­kürlich die LachmuSkeln reizte. Wegen des bedeutenden Men­schenandrangs und deS herrschenden Raummangels juchte man nämlich im Hofe eines Gasthauses dadurch Sitzplätze zu ge­winnen, daß man eine Mist- und Jauchecisterne mit Brettern überdeckte, und hierauf die Tische und Stühle aufftellre. Plötzlich krachte der Boden unter den reichbesetzten Tischen, und die ganze Festgesellschaft, Männlein wie Weiblein und Kinder, lag in der Miftjauche. Man hatte viele Mühe, fich unter den Gläsern, Tischen und Stühlen auS dem übel­riechenden Bade hervorzuarbeiten. Außer den beschmutzten Festgewändern hatte zum Glücke Niemand weiteren Schaden genommen.

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vermischtes.

* Frankfurt a. M, 14. Mai. Gestern Abend gegen 8 Uhr ist in dem Hause Schäfergaffe 18 zum vierten Male Feuer ausgebrochen. Diesmal war eS unter der Treppe entstanden, die bei Ankunft der Feuerwehr au« der Münzgafie bereits bis zum ersten Stock in hellen Flammen stand. Wenige Zeit später, und den Bewohnern de« dicht­bewohnten fünfstöckigen HauseS wäre der RettungSweg über die Treppe abgeschnitten gewesen. Bei den AufräumungSarbeiten nach dem Löschen deS Feuers stellte t« sich heraus, daß Maaren auS dem Nußbaum schen Schuhwaaren- geschäft unter dieTreppe geschafft und angezündet worden waren. Die sofort eingeleitete Untersuchung lenkte den Verdacht der Thäterschaft auf den Lehrling Adler im Nußbaum schen Geschäft. Von verschiedenen Zeugen wurde auSgesagt, daß sie bemerkt hätten, wie Adler sich vor dem Brand wiederholt an dem späteren Herd deS Feuer« zu schaffen gemacht habe. Adler ist 16 Jahre alt und geistig etwas beschränkt. ES hat den Anschein, al« hätte fich bei ihm ein Zug von Pyromanie ausgebildet.

* Leipzig, 13. Mai. Ein entsetzliche« Unglück ereignete fich im Bororte Paunsdorf, wo auf dem Hofe des GutSbefitzerS Körner die Senkgrube entleert werden sollte. Nach und nach stürzten der 18jährige Arbeiter Becker, deffen zur Hilfe eilende Mutter, sowie ein Stallschweizer und der Schulknabe Heyer,, betäubt durch die au«strömenden gif­tigen Gase, in die Grube hinab, und als die Verunglückten herauSgezogen wurden, da war Frau Becker eine Leiche und ihr Sohn starb nach wenigen Stunden. Den schwer krank darniederliegenden Schweizer und den Schulknaben Heyer hofft man am Leben zu erhalten, ebenso den GenSdarmen, der sich hervorragend an dem RettungSwerk betheiligte und der ebenfalls schwer krank darniederliegt.

* Metz, 13. Mai. In der Garnisonktrche predigte gestern Vormittag der DivisiouSpfarrer Schmidt mir ge­wohnter Frische. Am Schluß der Predigt, nach einer Mah­nung an die Soldaten zu rechtem Tode-murh, sah man, wie den Geistlichen die Krast verließ. Er schloß schnell mit Amen, vermochte aber nicht mehr die Kanzel zu verlafien. Bewußtlos wurde er in die Sacristei getragen und von dort in das Mathildenstift- hier starb er gegen Abend. Eta Schlagfluß hatte seinem Leben ein Ziel gesetzt.

In der Nähe von Gabe« an der algerischen Küste strandete dieser Tage ein gewaltiger, über 18 Meter langer Walfisch. Die Eingeborenen kamen alsbald hinzu, lösten Fleisch und Fett loS und führten in zahlreichen Labungen ihrer Karren die willkommene Beure davon.

Sine barbarische That uatz ihre Sühne. Fünf Ziegel­arbeiter überfielen in der Nacht vom 8. zum 9. Februar bei Köln einen Collegen, mißhandelten ihn mit Stöcken und Lederriemen zu Tode, luden ihn auf einen Karren und ichodea diesen in den brennenden Ringofen. Am anderen Morgen wurde die verbrannte Leiche von Arbeitern auigejuuden. Gegen die Thäter erkannte da« Schwurgericht in Köln auf Zuchthausstrafen von sechs bis fünfzehn Jahren.

Ej,Neophilologe" hatte ein Empfehlungsschreiben in einem guten Pariser Hause abgegeben. Bald darauf erhielt er ein Billet: ... Je vou* prie de venir diner ce »vir avec quclques ami» (ich bitte Sie, heute mit einige» Freunden bei mir zu diniren). Er kam und brachte einige Freunde mit.

Darfebr, £anb» unb

E. Gchzell, 13. Mai Bom herrlichsten Maiwetter begünstigt sand heute der diesjährige Vieh- und «rämermarkt statt, der «uj der Umgegend zahlreich besucht war. In vorderster Linie stand heute Vormtttag der Schwetnemarkt; Zuiuhren waren zahlreich und der Umsatz ein sehr lebhafter Äm meisten gelragt waren Ferkel im Aller von C. bi« 8 Wochen, welche 36, 38 unb 40 Btt. pro Paar erzielten Die stärkeren Sortimente, al« Läufer und Springer, sanden weniger Liebhaber und blieben daher gegen Ferkel etwa^ im Preisg