bauung der Bahnstrecke Laubach—Mücke- Gesuch der OrtS- Vorstände Laurer uno Wenerfeld, bett. Wetterführung der Bahnstrecke Hunden—Laubach,' Erngabe deS Vorsitzenden des BoqelSbergbahn ComiteeS und Großherzoglichen Bürgermeisters S öpler zu Lauterbach, die Erbauung der Theilittecke Lauterbach bis Grebenhain—Erainfetd der Nebenbahn Gekern— Lauterbach bett.- Vorstellung brr Gemeinden Ober-Roßbach, Nieder-Roßbach, Rodheim v. d. H., Holzbausen, Friedberg, die Erbauung einer Bahn von Friedberg noch Homburg v. d. H., betr.- Gesuch der OrtSvorslände von Steinfurth, Wissels- heim, Sö:el, Melbach, Wölfersheim und Rödgen, um Her- stellung eines Tunnels auf der südlichen Seite des Bahnhofs Bad.Nauheim bett.- Vorlage Großherzoglichen Mini- steriumS der Finanzen, den Gesetzentwurf, die Anrechnung pknsionSfähiger Dienstzeit für die von der früheren Ober- hessischen Eisenbahn Gesellschaft übernommenen Beamten und Bediensteten betr.- Vorstellung deS Grohherzogltchen Registra- torS Deibel bei Großherzoglicher Direction der Oderheisischen Eisenbahnen, Gehaltsaufbesserung betr., und daS an die Erste Kammer gerichtete Gesuch in gleichem Betreff- Gesuch der Weichensteller bei den Oberhessi'chen Eisenbahnen zu Gießen, Aufbesserung ihrer Wohnungsvergütung betr.- Antrag deS Abgeordneten Pennrich und Genoffen, die Einführung einer Hessischen Staa'S.ttlassenlo^erie betr., sowie Vorstellung deS Evangelischen PfarrverE im Großherzogthum Hessen in vorerwähntem Betreff- a. Antrag deS Abgeordneien Ulrich ui'ü Genossen, daS Gesetz, die Tabakfabrikat' und Weinsteuer bett., b. Antrag deS Abg. Pennrich und Genoffen, die Reichs- Wein- und Tabokfabrikatsteuer betr., o. Antrag deS Abgeordneten HaaS (Offenbach), die neuen Reichssteuern betr.; Vor- stellung des Wilhelm AntheS von Lich wegen seiner Heranziehung zur Einkommen- und Capiralrentenstcuer - Gesuch der ungestellten älteren SteuercommiffariatSgehilfen um Regu- ltrung ihrer PensionSverhältniffe, sowie die an die Erste Kammer in gleichem Betreff gerichtete Vorstellung- Gesuch des SteuerrarhS i. P. Fröhlich zu Darmstadt um Regulierung seiner Pension nach dem Pensionsgesetz.
•* 22. Mittelrheinischer Kreis-Turnfest 1895. Die Vorbereitungen zum 22. Mittelrheinischen KreiS-Turnsest, daS in diesem Jahre voraussichtlich vom 7. Juli ab in Eießtn ge- fei. rt werden soll, sind in vollem Gange. Gießen hat es von jeher verstanden, Feste zu feiern, namentlich Turnfeste. Auswärtige Besucher deS 3. KreiS-Turnfeste» im Jahre 1862, des 9. in 1874 und des 14. in 1883 gedenken noch mit Freuden der fröhlichen Festtage und der wettgehendslen Gast- freundschaft, die sie hier gefunden haben. Daß daS dies- jä-,rige 22. KreiS-Turnfest hinter den vorgenannten in keiner Weise zurückbleiben, sondern allen fortgeschrittenen Ansorder- ungen der Jetztzeit entsprechen wird, dafür bürgt die überaus rege Thätigkeit der EinzelauSschüffe und das Bestreben, alle auf auswärtigen KreiS-Turnfeften des letzten Jahrzehnt« gemachten günstigen Erfahrungen aufs Sorgfältigste zu ver- werthen und alle beobachteten Fehler peinlichst zu vermeiden. Der alte, bedeutend vergrößerte Festplatz, Oswalds Garten, dürfte den weitgehendsten Ansprüchen genügen. Hauptsache ist baS Turnen und deshalb ist diesem auch der schönste Thetl deS Platzes gewidmet, der abgegrenzt und sür das Publikum unzugänglich gemacht wird. Dieser geräumige Turnplatz ist von schönen Linden-Alleen eingeschloffen, unter denen dem wandernden und zuschauenden Publikum eine angenehme, schattige Wandelbahn bei brennender Julisonne geboten wird. Sollte durch ungünstige Witterung daS Turnen auf dem Fesiplatz irgend welche Beeinträchtigung erfahren, so würde durch Benutzung von vier Turnhallen, von denen zwei an den Feftplatz grenzen und zwei in nächster Nähe stehen, leicht jeder Verlegenheit vorgebeugt werden können. Im Nothsalle stünden noch zwei weitere Turnhallen zur Versügung. Die nötigen Turngerälhe werden, soweit sie von den beiden hiesigen Turnvereinen nicht gestellt werden können, leihweise aus bekannten Turngeräthe-Fabriken beschafft. Die projectirte Feslhalle wird 3500 Personen fassen. Außer dieser werden noch eine Weinhalle und vier Bierhallen auf dem Festplatze errichtet. Die Weine werden in eigener Regte verkauft. Elektrisches Licht wird Festplatz und Festbauten erleuchten. Für genügende Wafferzuführung sorgt daS städtische Wasserwerk. Am äußersten nördlichen Ende de« FestplatzeS wird auf einer drei hessische Morgen großen Fläche der Juxplatz eingerichtet. Sämmtliche Ausschüsse haben in voriger Woche getagt, haben ihre Voranschläge ausgestellt und ihre ferneren Arbeitspläne entworfen. Der geschäflSsÜhrende Ausschuß hat mit geringen Abänderungen den Gesammt Voranschlag, der in Einnahme und Ausgabe sich auSgleicht, genehmigt. Ganz besondere Thätigkeit entfaltet der Bauauöschuß. Alle in dessen Ricifl etnfchlagenden Arbeiten sind in ihren Grundzügen festgestellt und die finanziellen Erfordernisse von dem geschästS- sührenden Ausschuß genehmigt worden. Alles geschieht, um daS Fest zu einem der deutschen Turnsache würdigen zu gestalten. Die Thätigkeit der Einzelausschüsse wird nicht erlahmen, sondern durch rüstiges Weiterarbeiten daS an- gesangene Werk zu einem glänzenden Ende zu führen suchen. Gut Heil!
Die Influenza macht, wie auS verschiedenen Gegenden deS GroßherzogthumS gemeldet wird, sich auch bei vielen Krankenkassen in sehr empfindlicher Weise bemerkbar. viele dieser Kassen werden dadurch in die unangenehme Nothwendig- feil versetzt werden, ihre Mitgliederberträge erhöhen zu müssen.
• * Frühjahrsboten. Zu dem ersten lebenden Schmetter- ling, welcher unS am Sonntag zuflog, gesellten sich gestern Abend vier lebhaft krabbelnde Maikäfer, die ihren Winterschlaf auf dem Bauplatz des neuen Werkstattgebäudes am Riegel- pfad gehalten hatten. DaS „SMroroern" - Quartett befindet fich ganz wohl.
• • Ta» Fechterfest zu Butzbach wurde mit Rücksicht auf daS Mittelrhemische Turnfest auf den 29. und 30. Juni l. I. »erlegt.
• • Verdutzung von Forst- und Feldstrafeu detr. Da» Großherzogl. Ministerium der Finanzen hat Folgendes an- geordnet: Dir Einsendung der von den Oberförstereien
auszustellen den Nachweisungen über den Aboerdienst hat, anstatt wie bisher an die Forstämter, an da« Ministerium der Finanzen, Abdeckung für Forst- und Eameralverwal- rung, zu erfolgen. — Der Absatz 2 deS § 8 der Berard- nung vom 6. Juli 1875, die Verbüßung der Forststrafen durch Arbeit und Haft betreffend, wird aosqehoben.
Die Sonntagsruhe in Industrie und Handwerk, welche mit dem 1. April l. I. in Kraft tritt, stellt alle Behörden, Beamte, Anwälte, Gewerbetreibende u. s. w. vor eine große Reihe neuer und theilweiie schwieriger Fragen, über die sich rasch zu verlässigen jedem Belheiligren angenehm sein wird. E« ist daher zu begrüßen, daß in d.m alsbald nach dem 1. April zur Ausgabe gelangenden 3. Band der Braun - Weber'ichen Neubearbeitung von KüchlerS Handbuch deS LerwaltungSrechtS alle für H'ssen in Betracht kommenden reichS und landesrechtlichen Vor- chriften über die geiammre Sonntagsruhe enthalten sein werden. Mt dem grade wegen der Sonntagsruhe beschleunigten Erscheinen deS fragl'chen Bandes wird einem praktischen Bedüifniß und vielfachen Wün'chen entsprochen, zumal die Fülle de« Stoffs die Herausgabe des Werks in 4 Bänden nothwendig macht, von welchen der letzte voraus- sichtlich erst im Nachsommer erwartet werden kann.
Eine alte Streitfrage, ob die Postbehörde oder der Adressat Eigenlhümer der auf Post B stellsche nen aufgeklebten Briefmarken ist, beschäftigte gestern wieder einmal daö Berliner Schöffengericht. Die Postbehörde hält eS neuerdings bekanntlich mit der Praxis, diejenigen Kaufleute, die von den ihnen übermittelten Post-Packetadressen die fremden Brief- marken ablösen, wegen Unterschlagung anzuklagen. Die Betreffenden haben biS jetzt in jedem Falle bestritten, daß die Postbehörde ein E'gentdumSrecht auf diese Marken habe, und behaup'et, daß letztere ihr Eigenthum geworden sei, und daß die Post nur verlangen könne, daß ihr bet der Ausfertigung der Waare auf dem Postzollamt die Packetadresie al« Beleg zurückgegeben werde. Die Post hat fich früher damit be- gnügt, daß die Adressaten an die Stelle der abgelösten Brief- marken den Vermerk setzten: „Selbst abgelöst rc." Später hat sie die Ablösung überhaupt verboten. Dies geschah auch dem Kaufmann Jaccard gegenüber, nelcher mehrmals solche Marken abgelöst und sür sich behalten hatte. Trotz dieses Verbots hatte er eines Tages doch wieder von einer Post- packet-Adresse eine 3 FrankS-Marke abgelöst und dieselbe durch eine 5 CentimeS-Marke ersetzt. Diese Umwechselung wurde jedoch an der Post Zollabfertigungsstelle wahrgenommen und gegen Jaccard Anklage erhoben. Dieser behauptete, daß die Post gar kein R.cht gehabt habe, ihm die Ablösung der Marke zu untersagen. Der Gerichtshof war jedoch mit dem Staatsanwalt anderer Meinung- er erkannte dem Adeffaten nur daS EigenthumSrecht auf den für Bemerkungen rc. vorbehaltenen Abschnitt, daS Recht auf die übrige gesammte Postpackeradresse einschließlich der Briefmarke, aber der Post- behörde zu. Der Angeklagte wurde daher wegen Unter- fchlagung zu fünf Mark Geldbuße verurrheilt.
W. AuS dem Lumdathal, 13. März. Wie unS mitgetheilt wurde, ist der Steinmetz Firma A. Graff & (So. in Gießen und Londorf in neuerer Zett die Lieferung der Basaltlava- Werksteine sür die ganze Fayade deS neuen Rathhauscs der Stadt Elberfeld übertragen worden. Das Rathhaus wird nach dem preisgekrönten Entwurf deS Archirecten Reinhardt in Berlin, der s. Zt. in den Baukreisen viel von sich reden machte, auSgesÜhrt, und erhält einen 73 Meter hohen Eckthurm, an welchem unsere blaugrauen Steine in großen Quadern hervorragende Verwendung finden werden. DaS Gebäude stellt, nach den Entwürfen zu urtheilen, einen Monumentalbau er ster Größe dar. Unser Londorfer „Dolerit" hat also mit seiner schönen, in den Fatzaden angenehm inS Auge fallenden Farbenschattirungen, wieder einmal den Sieg über eme Reihe ähnlicher Hartgesteine davongetragea. Wir freuen unS, daß auf dtefe Wesse unser heimische«, rühriges Steinmetzgewerbe seinen wohlverdienten Ruf immer weiter auSbreitet, und wünschen nur unserem hintangesetzten Lumdathal recht bald die Verkehrserleichterung der projeclirten, zum Thetl im Bau begriffenen Nebenbahn, die hierzu daS ihrige gleichfalls beitragen wird, und dem Staate die großen Massenbeförderungen zubringt, besonders wenn sie demnächst bis Lollar durchgeführt sein wird.
Batzbach, 10 März. Auch in unserer Stadt rüstet man sich, den 80. Geburtstag des Fürsten Bismarck festlich zu begehen und ist da« Eomilö, da« im vorigen Jahre die BiSmarckfkier veranstaltet hatte, wieder zusammengetreten, um eine würdige Feier vorzubereiten. Um zuglech ein dauerndes Andenken an dcn Tag zu schaffen, soll eine BiSmarckeiche gepflanzt werden und wird dieselbe auS dem eigenen Foist deS Fürsten BlSmarck, auS seinem Sachien- walde, Ende März hicr eintreffen.
Friedberg, 12. März. In der Sitzung des EomitöS sür die Bismarck feier am letzten Montage wurde vor- läufig beschlossen, am 1. April eine auS dem Sachsenwalde bezogene Eiche zu pflanzen. Dieselbe soll mit einem Festzuge, an denen sich die Schulen, Vereine und Korporationen be- theiligen, nach ihrem zukünftigen Standorte verbracht werden. Am Abend des Festtages wird dann ein allgemeine« Banket ftattfinden.
N. An« dem Nidderthale, 14. März. Durch das Ableben de« Herrn von Sacher-Mofach sind die von ihm in» Leben gerufenen Musik-, Theater« und DolkSbildungSvereine in Verlegenheit gekommen, indem sie nicht w ssen, ob die UnterstützungSgelder, welche den Vereinen seither zuflossen und aus Frankfurt a. M-, Berlin und anderen großen reichen Städten stammten, auch für die Zukunft weiter fließen werden, denn eS fehlt eine geeignete Persönlichkeit zur Vermittelung der Subventionen. In verschiedenen Kreisen ist man der Ansicht, daß die Gattin deS Verstorbenen, Frau Hulda von Sacher-Mosach, geb. Meister, die selbst Schriftstellerin ist, sich der Sache kräftig annehmen
und im Kleine» dieselbe Aufgabe erfüllen wird, wie Fra Eostma Wagner nach dem Tode ihre« Manne« tm großen Style die Opermnssfüdrungen in Bayreuth weiter führte. In Bezug auf die Musikoereine, die fast ausschließlich B aS- ■ • Instrumente cultioiren, w rd bemerkt, daß letztere Manche« zu wü,scheu übrig lassen. ES sind sächsische Instrumente von billiger Qualität, die man den vereinen, welche neu ansangen, zum Ucbcn zuwe fen sollte, wahrend die fort- geschrltteneren mit besseren Instrumenten versehen werden könnten.
Ulfa bei Hungen, 13. März. Der Oberförster T. von EichelSdorf war mit einigen Leuten im Walde beschäftigt, als dieselben in der Nähe einen Schuß fallen hörten. Sofort eilten diese nach der Richtung, wo der Schuß gefallen war und fanden bald ein geschossene« Reh, während ein Mann, letztere« sowie Rock und Gewehr im Stich lassend, eilends flüchtete. Obwohl dieser nicht etteicht werden konnte, lenkte sich der Verdacht doch bald auf einen hiesigen jungeu Mann, welcher auch bereit« in UnteisuchungShaft nach Gieße» verbracht wurde. Umfangreiche Vernehmungen durch den Herrn Untersuchungsrichter au« G eßen haben in letzter Zeit wiederholt dahier stattgefunden.
□ Dom Vogelsberg, 11. Marz. Nun ist endlich btr Bann de« Winter« gebrochen. Wohl lagern noch gewaltige Schneemassen in Wald und Feld, aber frühlings- artige Luft weht, die sie bald verzehren wird. Die Straßen in den Ortschaften sind bereit« fast schneefrei, doch klingt noch Schlittengeläure in ihnen, da man da« gewohnte Schlittenfahren nur ungern aufgiebt. Arn samStag bemerkte man die erste Schaar Kraniche nach Süden ziehen. Dtt Rückzug dieser Vögel gilt als frühliog-verheißend. Noch mehr achtet man vielfach auf den Verlauf der vierzig Ritter» nacht, die am SamStag auf den Sonntag gewesen. Mit zäher Beharrlichkeit hält man vämlich an dem Glauben fest, daß, wenn es in dieser Nacht friere, noch 40 Frostnächte bis zum Eintritt des Sommers erfolgten. Nun, in dtt 40-Ritternacht hat eS nicht gefroren- eS war überhaupt die erste Nacht in diesem grimmigen Winter, in der daS Thermometer nicht unter Null herabging. Die Bienen konnten nn» den ihnen so nothwendigen ReinigungSauSflug bewerkstelligen. Aber in mancher Bienenwohnung blieb eS still, da da« Volk den Unbilden de« Winters erlegen.
Alsfeld, 11. März. Nachdem vergangenen Mittwoch dtt landwirthschaftliche Provinzialveretn der Provinz Oberhessen eine Generalversammlung in Gießen abgehalten hat und als einzigen Gegenstand die Besprechung de« Antrag« Kanitz auf die Tagesordnung gesetzt hatte, fand gestern hier eine Versammlung deS Bunde« für den 3. oberhessische» Wahlkreis mit gleicher Tagesordnung statt. Gegen 400 Mit- glieder und Freunde des Bundes waren erschienen, so daß der geräumige Saal kaum Alle zu fassen vermochte. De» Vorsitz führte Herr Fr. S ch a d e - Altenburg. Herr Lucke- PaterShousen sprach in längerer, öfter« von lebhaftem Beifall unterbrochener Rede zunächst über die Aufgaben te« Bunde« und sodann über den Antrag Kanitz. Die Wer- sammlung faßte folgende Resolution: „Die heute versammelten M tglieder de« Bundes der Landwirthe des 3. oberhessischen ReichstagSwahlkreiseS, durchdrungen von der wach- senden Noth de« LandwirthschastsbetriebeS, erblicken in der Verstaatlichung deS Handels mit ausländischem Getreide da« einzig durchgreifende Mittel, dem Niedergang der Land- wirthschast zu -steuern."
A Vom Lande. 13. März. Der Glaube, daß in der Großstadt die Lebensmittel teurer seien, al« auf de« Lande, ist ein fast allgemeiner. Bekommen doch au« dieser Annahme viele Beamtenklassen GehaltSzusätze oder höhere Besoldungen al« ihre Eollegen auf dem Lande. Dieser Glaube und diese Annahme haben aber nur insofern ihre Berechtigung, als in der Großstadt sowohl die Reichhaltigkeit deS Angebot« in Lebensmitteln eine viel größere ist, al« auch der Genuß derselben, wodurch dann naturgemäß größere Ausgaben entstehen. WaS jedoch die Hauptnahrungsmittel bezw. ihre Preise angeht, so sind dieselben thatsächlich billiger, als auf de« Lande. In Frankfurt kauft man den vierpsÜndigen Laib Brod, gebracht von Griesheimer Bäckern, zu 36 Psg., hier bet unS auf dem Lande kostet er nach wie vor 38 Pfg. Sodann erhält man dort daS Pfund Rindfleisch zu 60 Pfg., waS in durchaus nicht bcsscrer Qualität auf dem Laude 66 Pfg. kostet. Unwillkürlich fragt man sich bei dieser That» sache, ob denn solche Preisunterschiede für da» Land gerecht- fertigt sind. In der Stadt hat man doch hohe Ladeumiethe und die Zufuhrkosten zu btzahlen, die auf dem Laude fast ganz in Wegfall kommen. Sollten naturgemäß demnach a'.cht Brod- und Fleischpreise auf dem Lande viel billiger al» »» der Stadt stehen? Unter diesem ungesunden verkauf«- verhältniß leiden die geringen Leute auf dem Lande empfind- licher al« im gleichen Falle diesin gen der Stadt, weil auf dem Lande die Verdienste gegen diejenigen der Stadt bei Weitem geringer find, ja in diesem Winter haben sie fast ganz aufgehört. SS muß deshalb stet» wieder die Forderung bi« ihrer Erfüllung erhoben werden, die Preise für da« Brod und auch da« Fleisch aus dem Lande müssen in gerechterem Verhältnisse zu den Getreide- uno Blehpreisen stehen und dürfen keinesfalls diejenigen der Städte übersteigen.
Mainz, 13. März. Der städtische Schulvorstand hat einen Antrag, den Kindern in den Volksschulen zum 80. Geburtstage Bismarck« ein Geschenk zu überreichen, ab- gelehnt.
Harzheim, 10. März Gestern fand ein erst vierzehnjährige« Mädchen Namens Louise Dörr, welche- in einer sogenannten Miete Dickrüben stoppeln wollte, einen schreck- lichen Tod dadurch, daß die Erdmassen plötzlich zusammen- stürzten und da» Kind unter fich begruben. Trotz aller Anstrengung konnte da»selbe nur al» Leiche herauSgeholr l werden. •
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