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Freitag den 15. November
Erstes Blatt
Nr. 269
Amts- und Anzsigeblatt für den Areis Gieren.
Hratisöeikage: Hießener Jamitienötätter.
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Bekanntmachung,
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v. Gagern.
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All: Annoncen-Burcaux beS In- und AuSlanbtS nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Gieße«, beo 14. November 1888
♦* OeffeuUiche Auerkeunuug edler Thaleo. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben dem Tazlöhner Johann
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viertelfährtger ZöonnementspreiSr
2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn.
• Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.
flebaction, Lxpedüio» und Druckerei:
Kchutflrahe Ar.7.
Fernsprecher 51.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für b« lokgenben Tag erscheinenben Kummer bi« Dorrn. 10 Uhr.
entstehenden Schädigungen der wichtigsten LebenSintertssen beseitigen und die Entwickelung der wirthschaftlichen Verhalt- niste ausS Günstigste fördern werde. Der nach langjähriger sorgfältiger Bearbeitung zu Stande gekommene Entwurf sei nach Inhalt wie Form geeignet, den allgemein berechtigten Wunsch nach einer einheitlichen bürgerlichen Gesetzgebung zu befriedigen. Die Versammlung spreche die Erwartung aus, daß die gesetzgebenden Organe des Reiches das baldige Inkrafttreten des Gesetzbuches herbeiführen werden.
Ludwigslust, 13. November. Der Afrikareisende O Scar Borcher ist im hiesigen Bethlehem-Stift der Malaria
Der -lesjener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme beS Montags.
Die Gießener P««tlte»vrLlter werben bem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Wien, 13. November. Die Auflösung des Gemein de rat HS hat unter der Bevölkerung großes Aufsehen hervorgerufen. Die Anhänger LuegerS, welche trotz drS colostalen Aufgebots von Schutzmannschaften in der Nahe des RathhauseS zahlreich erschienen waren, demonstrirten unttr fortwährenden Hochrufen auf Lueger, AbzugSrufen auf Badem und Schmährufen auf die Regierung. Die Burgwache wußte unter Gewehr treten und den Burghof von den Antisemiten, welche dort ebenfalls Hochrufe auf Lueger ausbrachten, säubern. Biele Verhaftungen wurden vorgenommen.
Rom, 13. November. DaS italienische, englische, österreichische und französische Geschwader werden eine gemein- schaftliche Flottendemonstration vor den Dardanellen veranstalten.
Pari«, 13. November. Die Blätter äußern sich fortdauernd pessimistisch über den AuSgang der morgen statt- findenden Debatte über das An archiste u g ese tz. Der Figaro meldet, der Ministerpräsident Bourgeois habe aus den geheimen Fonds, die ihm zur Verfügung ständen, 50000 FrcS. entnommen und diese den auSständischen Arbeite, n in Carmavx zugehen lasten, um ihnen zu ermöglichen, ihr Ziel: „Die Glasfabrik den Glasarbeitern" zu erreichen.
Paris, 13. November. Die Einwohner von Monceau haben gestern 100 Fässer Zuckerwein eingeschlagen und den Inhalt derselben auf die Straße laufen lasten, um gegen das Gesetz, welches die Fabrikation von Zuckerwein gestattet, zu protestiren. Die Untersuchung hierüber ist ein- geleitet worden. t
Paris, 13. November. „Rappel" bestätigt die Meldung, daß der Panamapr oceß wieder ausgenommen werden soll und theilt mit, daß GeneralstaatSanwalt Bertrand gestern Flory beauftragte, mit den in dieser Sache ernannten Finanz- inspectoren nicht nur die Bücher der Südbahngesellschaft zu controliren, sondern auch wegen der Panama-Affaire ein sachverständiges Urtheil abzugeben.
Loudon, 13. November. Das Institut der Civil- Jngenieure ernannte gestern den deutschen Kaiser zum Ehrenmitglied. ,, .
Loudon, 13. November. Der CabinetS Ausschuß beschloß gestern, den Krieg gegen die Aschantis sofort zu be* □innen Der Kriegsminister ordnete den schleunigen Aufbruch einer Expedition an,- gleichzeitig erhielten mehrere englische Infanterie-Bataillone Marschbefehl nach Westafrika.
Konstantinopel, 13. November. In der Sonntag-Nacht vorgenommene Verhaftungen betrafen die Urheber der jüngst verbreiteten aufrührerischen Plakate. Die Gerüchte von einer neuen Großvezierkrifis erhalten sich. Gestern fand eine Conferenz der Botschafter statt. ES heißt, daß ein neuer Schritt derselben bevorstehe.
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folge unzutreffend.
Berlin, 13. November. Der Militär-Etat, welcher in den nächsten Tagen dem BundeSrath vorgelegt werden dürste, wird, wie die „Post" hört, sich auf derselben Höhe wie der Etat für baß laufende Jahr halten.
Berlin, 13. November. Die Meldung, wonach der frühere Abgeordnete v. Bockum-DolfS einen Selbstmordversuch gemacht haben soll, beruht auf einer Verwechselung mit dem Rittergutsbesitzer Bockum-Dolfs in .Sassendorf, dieser, der sich am Donnerstag voriger Woche in der Nahe seines Gutes mit einem Revolver mehrere Schüffe beigebracht hatte, ist am Sonntag Morgen feinen Verletzungen erlegen.
Vota, 13. November. In der heutigen Versammlung der HandelSkammer behufs einer Kundgebung zu Gunsten des baldigen Inkrafttretens des Entwurfes des bürgerlichen Gesetzbuches, an der die wirthschaftlichen Vereine Rhetnland-WestphalenS theilnahmen, wurde eine Resolution Angenommen, in der die Versammlung die Ueberzeugung au - spricht, daß die endliche Schaffung eines einheitlichen bürgerlichen Gesetzbuches einem Verlangen des Volkes entspreche, die durch die Berschiedenheit der bürgerlichen Gesetzgebung
Amtlicher Theil.
Gießen, am 12 November 1895. Betreffend: De öffentlichen Tanzbelustigungen.
Grotzherzogliche Kreisamt Gieße» an die Grohh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Nach unserem Ausschreiben vom 13. März 1889 "Gießener Anzeiger Nr. 64) darf in den Landgemeinden deS Kreises, mit Ausnahme deS zweiten Feiertages der hohen christlichen Feste, an Tagen, an welchen daselbst das heilige Abendmahl gefeiert wird, insbesondere an den EonfirmationS- tagen, sowie am letzten Sonntage des Kirchenjahres (Tobten- festes) die Erlaubniß zum Tanz- und Mufikhalten nicht er-
Kaiser beiwohnte, wurde zunächst dem Kaiser ein Ueberblick über die bisherigen Arbeiten der ersten und zweiten Commission für das bürgerliche Gesetzbuch gegeben. Hierauf wurden Die Bestimmungen berathen, die in das Einführungsgesetz zum büraerlichen Gesetzbuch über daß Anerbenrecht bei bäuerlichem Besitz aufzunehmen sind. Als ein fernerer Gegenstand der Berathungen wird die Behandlung der schon bestehenden Ehen nach dem Inkrafttreten des bürgerlichen Gesetzbuches in AuS-
Meßmer Anzeiger
Kenerat-Mzeiger.
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Berlin, 13. November. Wie dem „Vorwärts" auS Magdeburg telegraphirt wird, ist gestern der Redacteur Baumüller von der socialtstischen „Volksstimme vom dortigen Landgericht wegen MajestätSbeleidigung zu einem Jahre Gesängniß verurtheilt und gegen eine sofort hinterlegte Caurion von 10000 Mark vorläufig auf freien Fuß geletzt worden.
München, 13. November. Die socialdemokratische „Münchener Post" meldet auS Berlin: Die Abänderung des preußischen VeretnSgesetzeS nach dem Muster des bayerischen wird von der Regierung mit aller Energie betrieben werden. Eine diesbezügliche Vorlage befindet sich bereits in Ausarbeitung und wird dem Landtage sofort nach seinem Wiederzusammentritt zugehen. Die Vorlage enthalt Verbote der Theilnahme von Frauen und Minder,ahrigen an politischen Versammlungen, sowie eine Aenderung der Begriff«- besttmmung politischer Versammlungen und politischen Vereine. DaS entsprechende Beurtheilungsmaterial ist vom bayerischen Minister deS Innern erbeten worden.
Wien, 13.November. Der antisemitische Bürger- Club besprach gestern Abend in einer Sitzung die Eventualitäten der heutigen Bürgermeisterwahl und beschloß einstimmig, Lueger wiederzuwählen, um neuerdings etne definitive Entscheidung in der Lueger-Frage herbeizuführen.
Wien, 13. November. Die Wahl Dr. Luege' S erfolgte mit 92 Stimmen, während 45 leere Stimmzettel abgegeben wurden. Der RegierungS-Commiffar begründete die Auflösung deS Gemeinderaths damit, daß die Wahl des Dr. Lueger mit der Wtllenömeinung deS Kaisers in Wider-
rreius.
meines
betreffend Ausbruch der Maul- und Klauenseuche.
In folgenden Orten ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt und demgemäß die erforderlichen polizeilichen Schutzmaßregeln (Sperre) angeordnet worden: in Dreihausen (Kreis Marburg), Nieder ' (Kreis Friedberg), in Heubach, Wetterfeld und der Gemarkung Oberseenerhof (Kreis Schotten) und tu Nieder-Gemünden (Kreis Alsfeld).
Gießen, den 13. November 1895.
Großherzogliches Krrisamt Gießen.
Berlin, 13. November. Das Staatsminifterium trat heute Nachmittag 2 Uhr unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen.
Berlin, 13. November. Der CabinetSchef v. Lukanus I übersandte im Auftrage deS Kaisers dem ArbettS-AuSschuß Netteste Nttchercyte«. bcr SeTltner Gewerbe Ausstellung für 1896 em Schreiben
Wolffs telegraphisches Eorrespondenz-Bureau. des Inhalts, daß der.Kaiser dem Gange der Vorarbeiten für
Berlin, 13. November. In der heutigen Sitzung der die W-^breitete Au-
Commission des Reichsiustizam^ , | Q(g' ob £g im Lause der Berathungen der in der
vorigen Woche versammelten Sachverständigen zur Frage der Revision der Arbeiter-VersicherungS-Gesetzgebung zu scharfen Auseinandersetzungen zwischen dem Staats, ecretär Dr. Bo etlicher und dem Präsidenten des Reichsversiche- rungs-AmteS Dr.Bödiker gekommen ist, ist der „Post" zu-
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tt tfW- rövmzasstA, ÜStigttBLSttck mttn Zeugnissen.
liimattfftaM,
rTlC9e$ßien, 13. November. Nach hier vorliegenden Berichten aus Constantinopel dauern dort die allaimtrenden Ge- rüchte fort, die augenscheinlich übertrieben, aber doch die allgemeine Erregung der Gemüther deutlich verrathen. So tbeilt werden I wird behaupret, daß Hinrichtungen von Verschwörern statt-
Wir bringe» diese Bestimmung hiermit nochmal« mit gesunden hätten, und datz kürzlich d°S StavtSIch'si^^rem^d dem Anlügen In Erinnerung, 6=6 Sie vor Ihrer Bericht- zahlreiche Leichen in« Schwarze Meer v.rienk, habe D°6 erftattuna an uns sich zunächst zu verlässigen haben, daß die Lage eine hochernfte, und entsprechende ra che Maß. an dem Tage, für welchen die Tanzerlaubniß erbeten wird, nahmen dringend geboten find, gestehen auch> vorurtheilSfre die Feier deS heiligen Abendmahls in Ihrer Gemeinde nicht türkische Kreise unter dem Hinweis em, daßdie Erregungsauch
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Zugleich empfehlen wir Ihnen, die Wirthe darauf auf- richte zuverlässiger Augenzeugen, daß mit ^nQ^ee ^8 merksam zu machen, daß sie ihre Gesuche um Tanzerlaubniß Fälle die Provocationen vnd Angriffe vor' Erkffcher Seff^ ftets frühzeitig einzureichen haben, wenn sie sich nicht erfolgten. Nur in der Landscyast Marasch, wo sch der Eeiahr =u«,etzen «ollen, daß die,eiben unh-tüllstchtigt ^Ntrum^de^armenllchen The.lnnbme
C ^bre Berichterstattung hat demgemäß ebenfalls möglichst Miktscher Behörden und Truppen an den Metzeleien sei in frühzeitig zu erfolgen und darf auf keinen Fall bis zum einigen Fällen neuerdings ^si°Urt worden, r-ge vvt der beabsichtigten BerauftaUung hinav-g-ichoben > q
Cn‘ v. Gagern. polizeilich abgesperrt. Nach Beendigung der Wahl drängte
------------------------------------I eine große Menge gegen das ReichSrathsgebaude. Berittene
Polizei und die Sicherheitswache zu Fuß räumten die Straßen.
f Die Demonstration wiederholte sich, als Dr. Lueger im ge betr. die Stelle eines ^°^^commissars für die Gemarkung ^^fienen Wogen vom Rathhause fuhr. Mehrere Verhaftungen
ES wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der ^November. Vom Rathhause begaben sich
Großh. Forstaffeffor König er in Arnsburg zum: Polizei- g() ^0 Menschen unter dem Rufe „Hoch Lueger?"
2ommiffär der Gemarkung Arnsburg bestellt und alS solcher btc Hg^urg, wurden aber von der Sicher!heitswache verpflichtet worden ist. zurückgewiesen. Einzelnen gelang eS, durch ein Seitenthor
Gießen, den 12. November 1895. ®n das Innere der Hosburg zu gelangen, wo sie durch Leib-
Großherzogliches Kreisamt Gießen. garde-Jnfanterie aufgehalten und hinauSgetrieben wurden.
v. Gagern. ___________ ber Hofburg wurden keinerlei Rufe laut.
Newyork, 13. November. Nach einer Depesche aus Granada (Mexiko) ist dort eine S roße Schule abgebrannt. In dem Gebäude befanden sich 150 schuler, von denen viele umgekommen find. Bis jetzt find einunddreißig Leichen, darunter ein Lehrer, geborgen. ES wird ...........I Brandstiftung vermuthet,- zwei Knaben, welche von ihrem . Wöllstadt Lehrer Bestrafungen erlitten hatten, find verhaftet worden.


