Ausgabe 
15.9.1895 Drittes Blatt
 
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Seite und drehte sich stumm gegen die Wand. Ein junger bayerischer Offizier kam mit der Eisenbahn auS der Schlacht von Sedan zurück, dem beide Beine und ein Arm amputirt waren.Was können wir Ihnen thuu?" fragte man den Unglücklichen auf dem Bahnhofe.Schießen Sie mich tobt!"

Die Panzerschiffe in der Nordsee haben sich ächt französisch empfohlen; sie sind ohne Abschied heim« geschwommen. Wenn sie von ihren KriegSthaten erzählen wollen, so müsien sie sich einen Münchhausen anschaffeu.

In Parts baut mau bewegliche Barrikaden für den Fall, daß der Feind irgendwo in die Stadt etndrivgen sollte. DaS oberste Lommando über die Barrikadenkämpfer, diese Armee der Straßen", hat Herr Rochefort übernommen. Er versteht sich darauf. Große Hoffnungen setzt man auf Garibaldi, der das Commando eines Corps von 15,000 Mann, genannt die Alpenjäger, übernehmen will, die zwar nicht im ordentlichen Gefecht, aberin der einzigen Art von Krieg, die den Franzosen noch übrig bleibt, demParteigänger» (Guerilla)-Krieg", große Dienste zu leisten verspricht.

16. September.

General Trochu giebt von seiner militärischen Be- fähigung die folgende Probe: Er erläßt, mit seinem Namen unterzeichnet, (ine Bekanntmachung, nach welcher die Wälder um Parts augezündet werden sollen, die dem Feinde Schutz gewähren können. Wir wollen abwarten, wie die Wälder brennen werden, vielleicht mit Hilfe von großen Blasebälgen, die von den Pariser Pflastertretern in Bewegung gesetzt werden. Am Schluffe der Bekanntmachung heißt es dann wörtlich:Die Ingenieure werden ferner die Gräben der Festungswerke mit Faschinen und anderem Strauchwerke auS» süllen, welches mit brennbarer Flüssigkeit begoffen und zur geeigneten Zeit in Brand gesteckt werden soll." Ohne gerade General Staff zu sein, dürfte leicht Jedermann einsehen, daß diese Art der Vertheidigung vielleicht in dem trojanischen Kriege sehr zweckmäßig gewesen wäre, daß eS aber heute, wo das Schießpulver eine kleine Rolle in der Kriegführung spielt, einem vernünftigen Artillerieoffizier kaum räthlich er­scheinen wird, seine Bastion mit einem Feuergürtel zu um­geben, der bestenfalls keinen anderen Nutzen gewähren könnte, als den Angreifer so lange warten zu lassen, bis das Feuer ausgebrannt ist.

Bazaine, der nach Aussage Gefangener mit eiferner

Strenge in Metz regiert, weiß die unnützen Mitesser auf eigenthümliche Weise los zu werden. Er hat eine kurze Strecke der Eisenbahn zur Verfügung. Nun hat er einen Wagenzug mit Verwundeten beladen, hinten eine Locomotive drangeschobev und so unseren Vorposten den seltsamen Besuch geschickt. ES find deßhalb in den Nächten unsere Pioniere so weit als möglich vorgegangen, haben eine Schiene auf- gerissen und so die ferneren LiebeSsendungen BazaineS un­möglich gemacht. Aus die zugeschickten Bummler und Armen auS Metz wird von den Borposten in die Last angelegt, da­mit der Skhreck sie wieder dem eingeschlosseneu Commandauten zutreibt, dem natürlich jede Verminderung der Bevölkerung ein Gewinn sein muß.

Die Rettung der Civilbevölkerung Straßburgs nach der Schweiz ist im Gange. Der am 15. September in Basel aogekommene erste Transport flüchtiger Straßburger bestand aus 240 Weibern, 70 Kindern und 40 Greisen. Sie wurden von Straßburg unter Husareu-Eskorte an den Rhein geleitet und in 66 Eisenbahnwagen nach Basel ge­bracht. Im Ganzen sollen sich an 2000 Personen zur Neber- siedelung nach der Schweiz angeweldet haben. Gestern machte die Straßburger Besatzung einen Ausfall. Unsere Infanterie hat die Sporeninsel, d. h. daS Land zwischen dem Rhein und dem Altrhein, besetzt und ist nun bis auf 400 Schritt bis zum FestungSglaciS vorgedrungen._________

totale» «nd proohesieöe»,

f Lich, 13. September. Heute ist die freudige Nach­richt in unserer Stadt eingetroffen, daß Ihre Durchlaucht die hiesige Erbprinzessin in Wernigerode, dem Wohn­sitze ihrer Eltern, von einem Prinzen, dem ersten Kinde, entbunden worden ist.

Vad-Rauheim, 12. September. Heute starb der in weiten Kreisen bekannte Badearzt Geh. Medicinalrath Dr. Wilhelm Bode II. in Nauheim.

V. H. Bon der Horloff, 13. September. Der Fisch- reichthum unseres kleinen FluffeS, welcher durch die Hitze in 1893 und die Wasserpest recht beeinträchtigt war, hat sich in den letzten beiden Jahren wieder gehoben, was durch den letzten Ftschzug bewiesen wurde. Mit Streich- und Hebgarn wurden nicht bloS zahlreiche Bratfische (Weiß­fische) erzielt, sondern ganz besonders auch Hechte im Ge­wichte von 3 bis 4 Pfund. Das zum Schutze der Fischzucht erlassene Gesetz, sowie daS Einsetzen von Ftscheiern und Fisch­

setzlingen in die kleineren Flüsse wacht sich vortheilhaft geltend und wird nach einigen Jahren noch viel deutlicher in die Erscheinung treten.

-1- Salzhausen, 13. September. Bekanntlich gab der Kronbauer's che Quartettverein aus Gießen kürzlich in dem Ball- und Concertsaale dahier ein W o h l - thätigkeitSconcert. DaS Ergebniß diese« Coneerte» beträgt nach Abzug aller kosten die für unsere kleinen Ver­hältnisse recht stattliche Summe von 78 Mk. Der oben­genannte Quartettverein hat diesen Betrag dem Arwencur- fondS, dem sogenannten LangSdors'schen StiftungScapitalr überwiesen, welches den Zweck hat, unbemittelten Kranken Freibäder zu gewähren. Der Betrag findet sofort Ver­wendung. Diejenigen, welche bei dem Concette Mitwirken, können daS schöne Bewußtsein haben, verschiedenen unbe­mittelten Kranken bei Wiederherstellung ihrer Gesundheit kräftig behilflich gewesen zu sein.

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