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Nr. 217
Der Htehener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener AnmikienStttter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelrgt.
Drittes Blatt. Sonntag den 15. September____________
Gießener Anzeig er
Kenerat-Wnzeiger.
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Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
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Zum Bezug des „Gietzener Anzeiger" für das 4. Vierteljahr 1895 laden wir hiermit ergebenst ein. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorkommnisse in demselben auf dem Lausenden. Unterstütztdurch an allen Orten derProv inz Oberhessen ansässige Berichterstatter, ist der „ Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gietzerrer Familienblätter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten.
Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. October den Anzeiger kostenfrei zu-
| gestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Nummern nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt.
Hochachtend
Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Univ.-Buch u. Steindruckerei (Pietsch & Scheyda).
Die Ueberfiuthung des Berliner Getreidemarktes mit ausländischem Weizen und Roggen.
Um feftftellen zu können, ob gewisse Berliner Specu- lanten thatsächlich an der Ueberschwemmuug deS Berliner Marktes und somit der ganzen deutschen Getreidemärkte durch ausländisches Getreide schuld sind, muß man nach
statistischen Beweisen suchen. Einen solchen Beweis brachte die „Bank- und HandelSzettung", indem sie eine vergleichende Tabelle aufftellt, aus welcher man ersehen kann, welche Getreidemenge in diesem und vorigen Jahre in Berlin und New «Jork aufgestapelt waren. ES ergibt sich daraus, daß in und bet Berlin lagerten in Tonnen am:
1895 Weizen Roggen
1. Sept. 18,663 64,955
1. Aug. 19,182 44,940
1. Jult 9081 29,623
1894 Weizen Roggen
1. Sept. 9924 44,358
1. Aug. 11,226 18,247
1. Juli 8082 17,758
Durchschnitt 15,642 46,506 Durchschnitt 9744 26,787
Dagegen stellen sich in Amerika in derselben Zeit die sichtbaren Vorräthe (in BushelS) wie folgt:
1895 Weizen 1894 Weizen
1. Sept. 35,440,000 1. Sept. 66,949,000
1. Aug. 38,517,000 1. Aug. 60,000,000
1. Jult 44,65 l,000j 1. Juli 54,657,000
Durchschnitt 39,536,000 Durchschnitt 60,535,000
AuS diesen Zahlen geht mit mathematischer Gewißheit hervor, daß in derselben Zett, in welcher sich in Amerika die Weizenvorräthe absolut und relativ wesentlich verringerten, die Getreidebestände in Berlin absolut und relativ zunahmen. Da die JulandSzufuhren in Deutschland, wie sich aus den Canallisten und den Ausweisen der Bahnhöfe zahlenmäßig er-
Feuilleton.
Wochendriese aus brr Resiben?.
(Originalbertcht des „Gießener Anzeigers").
Z. Darmstadt, 10. September.
An8 dem Knvstleben. — Bom Hofe. — Schriftstellerverein.
Unsere Hoffnung hat sich endlich erfüllt, die tropische Hitze, die mitunter bis auf 33 Grad Celsius gestiegen war, ist seit wenig Tagen einer annehmbaren Temperatur gewichen und der lang entbehrte, heißersehnte Regen hat die vertrocknete Vegetation erquickt. ES war allerdings auch hohe Zeit, denn in den Gärten und auf den Feldern sah es traurig auS, und bei Wanderungen in den Wäldern rings um Darmstadt herum fiel daS Laub bereits in Waffe von den Bäumen, die Dank der sengenden Sonnengluth diesmal recht frühzeitig ein herbstliches Aussehen zeigen. Recht willkommen ist die Hitze nur unseren Weinbauern an der Bergstraße gewesen, die diesmal einen besonders ergiebigen Herbst erwarten.
Natürlich hat die abnorme Temperatur sehr stark auf die kaum begonnene „Saison" eingewirkt. Im H o f t h e at e r gab es eine Reihe trefflicher Vorstellungen, aber man spielte vor nur halb gefülltem Hause. Besonders glanzvoll ist die Meifterfinger-Aufführung am letzten Sonntag verlaufen, die von der gesammten Kritik als ganz vorzüglich gelungen bezeichnet wird. Auch die Gäste, die zu Beginn der Spielzeit erschienen, um in noch bestehende Lücken im Personale einzutreten, hatten viel Glück. Namentlich gefiel in dem tollen englischen Schwanke „CharleyS Tante" Herr Fredy vom Stadttheater in Riga, der für das Fach deS ersten Komikers vorgesehen ist und sich im Besitze einer großen Bühnen- gewandtheit zeigte. Der Dienstag brachte eine Aufführung von SardouS „Fedora", eines glänzenden BirtuosenstückeS deS berühmten französischen Stückesabr'kanten. DaS Drama, daS außergewöhnliche Anforderungen an die Darsteller stellt, gelangte hier Dank der großen Kunst deS Frl. Cramer,
die die Titelrolle verkörperte, zu tiefer Wirkung und dürfte wohl noch oft auf dem Spielplan unserer Hofbühne erscheinen. Auch für die nächste Zeit ist viel JntereffanteS in Aussicht gestellt, sodaß wir uns eine genußreiche Spielzeit versprechen dürfen.
Im October beginnen auch die Symphonieconcerte der Hofmusik, doch ist das Programm dafür noch nicht veröffentlicht und auch die Namen der mttwirkenden Solisten find noch nicht bekannt geworden.
Viel Jntereffe erregt die Ausstellung des Kunstverein s am Rheinthor. Meist find eS alte Bekannte, die man unter den Ausstellern antrifft, und was sie bieten, ist der Beachtung werth. Von dem leider so früh von seinem künstlerischen Schaffen abberufenen Heinz Heim hat die Großh. Gemäldegallerie nun auch zwei Bilder angekauft. Wir hätten die Freude darüber dem großen Künstler von Herzen gewünscht, nun kommt der Ankauf hierzu zu spät, doch es ist erfreulich, daß sich die Direction unserer Gallerte noch zu rechter Zeit zwei Werke des Verblichenen gesichert hot, es sind zwei Oelbilder „In der Strickschule" und „Muficirende Knaben", die jetzt im Museum ausgestellt find.
Noch eine Neuheit auf musikalischem Gebiete erregt großes Jntereffe. DaS Opus heißt „Aegirs Dank", eine große Compofition patriotischen Inhalts für Männerchor von Musikdirector Fritz Keifer, dem bewährten Dirigenten der „HumanitaS". DaS Werk ist Sr. Majestät dem Kaiser gewidmet und soll an Allerhöchster Stelle auch huldvoll entgegengenommen worden sein- im ersten Winterconcerte der „HumanitaS" dürfte eS seine Aufführung erleben.
Endlich wäre noch über eine literarische Neuigkeit zu berichten, deren Erscheinen man mit Jntereffe entgegensehen darf. Vor Jahresfrist etwa ist eine kritische Ausgabe der dramatischen Dichtung en Ernst EliaS Nieber- g a l l s , des berühmten Darmstädter DialectdichterS, erschienen, die von der Kritik verschiedentlich beurrhetlt wurde, nun sollen auch die Erzählungen Niebergalls herauSgegeben werden.
gibt, in den oben zum Vergleich gestellten letzten drei Monaten in Berlin fast gleich Null gewesen sind, dagegen, wie wir bereits nachgewiesen, die Canallisten ergeben, daß dte Getreide- züfuhren über Hamburg vom Ausland in diesen drei Monaten eine bisher noch niemals dagewesene Ausdehnung angenommen haben, so ist unserer Meinung nach auch durch dtzese Lagerausweise vollgiltig der Beweis geführt, daß durch die Mant- pulationen einer Getreidespeculanten-Clique eine Ueberfiuthung Berlins mit Getreide selbst in schroffem Widerspruch zu den amerikanischen Lagerverhältniffen in Scene gesetzt worden ist. Nicht ohne Weiteres darf indeffen behauptet werden, daß an dieser Ueberschwemmuug mit Getreide lediglich die Baisse- Speculanten, die Billigmacher, schuld seien, denn als zu Anfang des Frühjahres die Getreidepreise bedeutend stiegen, hatte die ganze Speculatton und der ganze Getreidehandel ein großes Jntereffe daran, sich mit bedeutenden Vorräthen zu versehen, da man unter Umständen große Preissteigerung erwartete.
Der Krieg von 1870|71,
geschildert durch Ausschnitte aus ZeitungS-Nummern jener Zeit. (Nachdruck verboten.)
15. September.
Rheims ist berühmt durch seine Champagnerfabriken. Als das Hauptquartier des Königs dort war, gabs ein lustiges Treffen; Tag und Nacht knallten dte Champagnerpfropfen, denn jedem Soldaten mußte eine Flasche Cham- pagaer verabreicht werden und aus einer wurden oft zwei und drei. Ein Fabrikant mußte 300 Flaschen extra liefern und er gab sie gern, denn aus seinem Hause war auf eine Husaren-Patrouille geschaffen worden- daS HauS sollte dem Erdboden gleich gemacht werden, der König aber begnadigte ihn zu 300 Flaschen Champagner für die Schwadron. — Graf Bismarck hat seinen Freunden Angst gemacht- er gilt in RheimS wie in ganz Frankreich als Urheber des Krieges, trotzdem aber geht er immer allein aus. Eines AbendS kam er nicht wieder und wurde überall vergeblich gesucht, endlich kam er mit einem Franzosen zurück, der ihm den Weg gezeigt hatte, denn er hatte sich verirrt.
Einem verwunderen Franzosen in Berlin, der vor dem Kriege Privatsecretär gewesen, mußte die rechte Hand abgenommea werden. Sich vor der Operation betäuben zu lassen, verweigerte er und hielt standhaft auS, dann aber nahm er daS tobte Glied in dte linke Hand und sagte, indem er eS küßte: „Mit dieser Hand habe ich meine alte Mutter ernährt." Dann legte er sie neben sich zur
Herr Dr. phil. F. Harres, soviel wir wissen eingeborener Darmstädter, beabsichtigt die prosaischen Schriften deS beliebten Localpoeten zum ersten Male der Oeffentlichkeit zu übergeben. Das Werk erscheint in Vogelsbergers Verlag und wird in der Form von Lieferungen herauSgegeben werden. Auf den Erfolg des interessanten Versuches darf man mit Recht gespannt sein.
Nachdem im vergangenen Jahre hier die große Jubelfeier der Gustav-Adolf-Stiftung begangen worden ist, plant nun dte hiesige Ortsgruppe zur Feier ihres fünfundzwanzigjährigen Bestehens für Sonntag den 22. d. M. eine größere Veranstaltung. In der JohanniS- ktrche soll Nachmittags ein Festgottesdienst stattfinden und Abends soll sich eine gesellige Unterhaltung im Saalbau anschließen, die auch künstlerische Vorträge verschiedener Art bringen wird. Einzelheiten über das geplante Programm find noch nicht bekannt geworden.
Das Leben am Hofe verläuft zur Zett äußerst still. Das Großherzogltche Paar weilt mit seinen hohen Gästen auf Jagdschloß WolfSgarten und der Großherzog kommt nur zur Entgegennahme von Audienzen und Vorträgen in die Stadt. Am 17. soll nach neueren Bestimmungen die Hofhaltung nach Jagdschloß Romrod verlegt werden, dann kehrt das Fürstenpaar wieder zu dauerndem Aufenthalte nach Darmstadt zurück.
Dom DarmftädterJournalisten- und Schrift- ftellerverein hat man in den letzten Wochen so gut wie nichts gehört, indessen ist die Mitgltederzahl bis auf 60 gestiegen und damit der erfreuliche Beweis von dem Blühen und Gedeihen der Vereinigung erbracht. Im October soll nun eine größere festliche Veranstaltung mit Damen stattfinden und vorauSfichtl'ch wird die Winterszeit auch einmal ein vom Verein arrangirteS Concert bringen. Die letzte Veranstaltung dieser Art, die noch vor die definitive Constituirung des Vereins fiel, hatte bekanntlich einen glänzenden Erfolg.


