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- Eiger
Punkt halb 1 Uhr ftand der Lieutenant v. Schlieben in
des
und
Aefft mich ein
Spuk oder will man mich zum Narren halten?" polterte
unter die Hunde-
Er konnte eben nicht viel Worte machen.
Ske reichte
er.
ihm wortlos beide Hände.
Sie hatte ihn also verstanden.
die knapp seine wie die Gene» Aber er hatte
(Schluß.)
„Himmel, Kreuz und noch etwas.
dem Salon der Generalin v Eschenbach.
Sein Herz klopfte unter der Uniform, hohe Gestalt umschloß. Wie würde Paula, ralin seine plötzliche Werbung aufnehmen?
Thränen traten dem ehrlichen Burschen in die Augen und heftig schüttelte er die zarten, weißen Hände. Seine Küsst sagten später mehr als tausend Worte. Aber erst mußte er über den mysteriösen Brief Gewißheit haben. Er zog das Bild auS der Brufttasche und hielt es seiner Braut unver» mittelt vor die Augen.
»Wie kommst Du zu dem Bilde?" fragte sie erstaunt, dann drohte fte lächelnd mit dem Finger.
„Du hast eS eScamotirt und zwar bei Spiegelthals," sagte fie mit kornischem Ernste. „Ich kenne daS Bild genau, es hat einen weißen Fleck Im Auge. Siehst Du'S? Aber für die arogante Adele war eS noch gut genug."
Der Lieutenant pfiff leise und verständnißvoll durch die Zähne.
„Cherchez la femme," murmelte er und steckte das Bild mit einem tiefen Seufzer der Erleichterung in feine Brusttasche.
Wenige Tage nach diesen Ereignissen erhielt Adele Spiegelthal gleichzeitig mit der VerlobungSanzeige des Grafen v. Schlieben mit Paula v. Eschenbach einen Brief, welcher nichts weiter enthielt, als eine Photographie.
„Spiegelthals find gen Südetr gereist, um Neapel zu sehen," erzählte eines Tages Paula v. Eschenbach ihrem Bräutigam, „um zu sterben," setzte fie ein wenig boshaft hinzu.
„Oder Heirathen zu vermitteln," antwortete er malitivs.
„Wie?" fragte fie, „was sagtest Du?"
„O, nichts!"--
der Lieutenant. „Wie kommt das Bild Offerten ?"
Der hilflose, tödtlich verlegene Ausdruck in dem Gefichv Lieutenants ließ sie verstummen.
„Ich werde Ihnen Paula schicken," sagte sie freundlich ließ den jungen Offizier allein.
Graf, und nun —
Doch der Himmel hatte ein Einsehen gehabt. Er spielte ihm daS verhängnißvolle Schreiben in die Hände, damit noch alles gut werden sollte. In glühender Leidenschaft drückte er daS Bild an seine Lippen, dann riß er wie toll an dem Klingelzug.
„Meine beste Uniform, Schärpe und Helm und um zwölf Uhr einen Wagen," herrschte er den verdutzten Burschen an. „Sodann tragen Sie den ganzen Kram" — er deutete auf die Briefe — „wieder in die Expedition und sagen, man möchte die Briefe gefälligst sortiren. Es scheint mir dort eine heillose Verwirrung vorgekommen zu sein."
Der Bursche ftand noch unschlüssig.
„Herr Lieutenant," begann er zögernd, „daS alte Mamsell, weS gehört das Haus, hat verboten alles Hundevieh im Hause, von wegen die schwarze Kater."
Der Lieutenant lachte laut auf.
„Laß gut sein, alter Junge, und ängstige Dich nicht wegen der alten Schachtel. Wir ziehen aus, in eine schöne, prächtige Wohnung, wo und Keiner etwas zu verbieten hat, da gibts nur freundliche Gesichter, gute Bissen, — auch für Dich — kurzum, wir heirathen."
* * *
der ersteren ja so unverhohlen den Hof gemacht, sie mußte t ihn verstanden haben. Jetzt betrat die Generalin, eine vor- nehme, noch immer schöne Erscheinung, den Salon, welcher den Stempel der vornehmen Behaglichkeit, ja mehr noch deS gediegenen ReichthumS trug. Indessen, daS war oft nur eine glänzende Außenseite. Der General hatte vielleicht Schulden hinterlassen, überdies hatte Paula einen Bruder. Er war zwar erst Fähnrich — aber wie die jungen Leute find. Herr v. Schlieben wußte das aus Erfahrung.
Die Generalin sah ihren Gast erwartungsvoll an.
„Gnädige Gräfin," begann dieser mit vor Aufregung zitternder Stimme, „ich bin nicht der Menfch, der durch wohlgesetzte Reden zu glänzen versteht, und gerade, wo es sich um das Glück meines Lebens handelt, fehlen mir die Worte. Indessen, ich glaube, Sie werden mich verstehen, meine gnä- digste Gräfin, wenn ich Ihnen in schlichten Worten erkläre: Ich liebe Ihre Fräulein Tochter und bitte unterthänigst um die Hand derselben."
Wie ein freudiges Leuchten überflog es daS Antlitz der ■ Generalin.
„Ihr Antrag überrascht mich," sagte fie. „Indessen, wenn Sie glauben, daß Sie dem Herzen meiner Tochter näherstehen, so wäre ich die Letzte, die einer Verbindung zwischen Ihnen hinderlich sein dürfte. Ihr Vater war der Freund meines verstorbenen Gemahls. Ihr Ruf ist gut, Ihre Verhältnisse find die besten — —"
„Gnädige Gräfin," fiel ihr hier der überglückliche Lieutenant ins Wort, „alles, was ich besitze, gehört auch Ihnen. Verfügen Sie schon jetzt."
Die Generalin sah ihn befremdet an. Er schlug beschämt und verwirrt die Augen nieder. Eine glühende Röthe überzog momentan seine hohe, weiße Stirn.
Die Generalin lachte belustigt und erhob sich, auch der Lieutenant sprang auf. Sie reichte ihm die Hand, die er ehrerbietig an seine Lippen drückte.
„Ich sehe, Sie haben ein gutes Herz," sagte sie, noch immer lachend. „Augenblicklich jedoch genügen meine Pension und die Revenüen meiner Güter, um die Bedürfnisse für mich und meine Kinder zu bestreiten."
Dieser verharrte starr wie eine Bildsäule. Seine Gedanken wirbelten ihm im Kopfe. Was hatte die mysteriöse HeirathSofferte zu bedeuten?
„Herr von Schlieben?"
Er fuhr jäh zusammen. Vor ihm stand eine holde, schlanke Mädchengestalt mit tief erblaßtem Antlitz.
„Gnädiges Fräulein, Paula, theureS Mädchen," stotterte
Feuilleton.
An die fatsche Adresse.
Von Marie Treuter.
Er riß das Begleitschreiben auS dem Couvert. Zwei-, dreimal las er den von zierlicher Frauenhand geschriebenen Inhalt, ohne indessen mehr davon zu entziffern, als — „drückende Verhältnisse zwingen mich, diesen etwas ungewöhnlichen Schritt zu wagen. Meine Familie befindet sich in einer peinvollen Lage" — die weiteren Buchstaben verschwommen vor seinen Augen.
Himmel, mußte eS so weit kommen. Seine Paula, seine angebetete Paula, wollte sich opfern für die Ehre ihrer Familie. Und er hatte keine Ahnung, er glaubte, sie lebe in glänzenden Verhältnissen- er hatte eS nicht gewagt, dem stolzen Mädchen seine Liebe zu gestehen, er, der begüterte
j. „ . ^undz
Belannrinachrmg.
Nachdem Großh. Kreisamt Gießen die von der Stadtverordneten- Versammlung beschlossene Verlängerung der Ebelftraße von der Wilhelm- straße bis zum Leihgesternerweg genehmigt Hot, bringen wir dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß die Einsicht der bezüglichen Pläne auf dem Stadtbauamt Jedermann freisteht.
Gießen, den 11. Juli 1895.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ____________ I. V.. Georgi, Beigeordneter.______________6022 22. Mttelrheinisches Kreis-Hurnfest.
Der Unterzeichnete ersucht alle Diejenigen, welche Arbeiten und Lieferungen für den unterfertigten Ausschuß ausgeführt haben, ihre Rechnungen ungesäumt und spätestens innerhalb 8 Tagen einzureichen.
Der Vorsitzende des Bau und Ausschmückungs- Ausschusses zum 2S Mittelrheinischen Kreis - Turnfest. _________Schmandt.___________________6001 -FandumthsWlichk Ausstellung in Gießen für Pferde, Rindvieh, Geflügel, Molkereiproduete, Dbst, Fischzucht, Bienenzucht, Forstwirthschaft, Maschinen und Geräthe
vom 19. bis 22. September 1895.
Die Bewirthschaftung der Festhalle und des Festplatzes, welche nur an einen Bewerber vergeben werden soll, wird hiermit zur Verpachtung ausgeschrieben. Die Festhalle ist mit electrischem Licht und Wasserleitung versehen, hat ca. 2000 Sitzplätze und ist zum Wirthschaftsbetrieb eingerichtet.
Die Ausstellung umfaßt das ganze Großherzogthum Hessen, während derselben findet die Generalversammlung der drei landwirthschaftlichen Provmzialvereine des Großherzogthums Hessen mit darauffolgendem Festessen statt. u
Ae. rx^“TL tüchtige, bestempfohlene Wirthe wollen ihre Angebote bis rum 25. Juli d. Js. bei dem Unterzeichneten einreichen.
SDie Bedingungen können ebendaselbst kostenlos bezogen werden. Gie ßen, im Juli 1895.
Der Wirthschafts-Ausschusi.
I- A.: Jean Kirck.
Arlmtsversteigkruug.
In der Gemeinde Wieseck sollen Mittwoch den 17. Juli l. I., Nachmittags 5 Uhr, die zur Her- stellung eines Brunnens erforderlichen Arbeiten öffentlich in den Accord gegeben werden und zwar:
veranschlagt zu H 1) Brunnenmacherarbeiten. 403 50
2) Zimmerarbeiten ... 30 —
3) Steinhauerarbeiten . . 70 56
4) Schlosierarbeiten... 40 —
5) Pumpenmacherarbeiten . 95 50
6) Pflasterarbeiten . . . 66 60
Wieseck, am 10. Juli 1895.
Großh. Bürgermeisterei Wieseck.
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Versteigerung.
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