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Sonntag den 14. Juli
Erstes Blatt.
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Meßmer Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
Amts- unb Anzeigeblatt für den Nreis Gieren.
Hratisöeikage: chießener Iamitienölätter.
Sebaction, Expedition und Druckerei:
Schnkstraße Fr.7.
Ferusprechcr 51.
vierteljähriger Aöonnemeutsprei» r 2 Mart 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.
Die Gießener ^«mikienvtätler werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Der
-ießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für d« folgenden Tag erscheinenden Nummer- bis Dorrn. 10 Uhr.
All: Aunoncen-Bureaux deS In» und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Amtlicher The».
Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß start Biermanrr von Nidda zum Wasenmeister der Gemeinde Rabertshausen bestellt worden ist.
Gießen, am 11. Juli 1895.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 2 Armbänder, 1 gold. Broche, 1 Geldtasche, 2 Regenschirme, 1 Buch, 1 Brieftasche, 1 Schürze, 1 Körbchen, 1 Täschchen, 1 Henkel- korb, 1 Frauenjacke, 1 Kette und 1 Wagenkapsel.
Auf dem Fcstplatz: 3 Armbänder, 1 Uhrkette, 3 Schirme, 3 Handschuhe, 1 Taschentuch, 1 Jäckchen und 1 Tiszange.
Zugeflogen: 1 Kanarienvogel.
Gießen, den 13. Juli 1895.
Grobherzogliches Polizeiamt Gießen.
I. V.: Wolff, Regierungs - Affeffor.
XUudjte Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Brrliv, 12. Juli. Die „Berliner Korrespondenz" schreibt: Der „Vorwärts" brachte kürzlich die Bemerkung, daß, da durch die diesjährige Volkszählung die Zahl der militärisch ausgebildeten oder nicht ausgebildeten Landsturmpflichtigen ermittelt werden soll, mit Sicherheit auf eine neue Mtlitär- tzorlag e geschloffen werden könne. Demgegenüber ist seftzu- stellen, daß mit der in Rede stehenden Maßregel lediglich ein militärisch statistisches Jntereffe verbunden ist. Es soll dadurch nur ermittelt werden, wieviel Landsturmpfltchrige überhaupt vorhanden find und wie sich diese auf die einzelnen Bezirke vertheilen. Hierüber kann die Militärverwaltung sich auf andere Weise nicht unterrichten, da eine gesetzliche Controlle .beö Landsturms nicht besteht. Als Unterlage für eine neue Mtlitärvorlage würde diese Statistik überhaupt keinen Werth haben können.
Depeschen des Bureau .Herold".
Berlin, 12. Juli. Die vier jüngsten kaiserlichen Hrinzen sind heute früh von der Wildparkstation mittels tzouderzuges nach Saßnitz gereist.
Berlin, 12. Juli. Auf den großen Truppen-Uebungs- Plätzen werden demnächst bet acht Armeecorps umfangreiche Hebungen mit gemischten Waffen stattfinden. Der Hebung des 10. Armeecorps, die am 15. d. Mts. auf dem Truppen-Uebungsplatze Münster in der Lüneburger Haide beginnt, wird auch der Krtegsminister v. Bronsart bei- »ahnen.
Berlin, 12. Juli. Die Handlungsgehilfen Berlins hielten gestern Abend eine Protestversammlung gegen Me Einschränkungen der Sonntagsruhe ab. Reichstags- abgeordneter Schmidt geiselte als Referent die verwerfliche Agitation gegen die Sonntagsruhe. Es wurde schließlich eine bahingehende Resolution angenommen.
Berlin, 12. Juli. Wie das „Berliner Tageblatt" er- Phrt, dürfte demnächst eine Armee-Verordnung erscheinen, »eiche die Frage des UebertrittS activer deutscher Äfftztere in chinesische Dienste behandeln wird.
Berlin, 12. Juli. Eine Explosion von Schieß- la umwolle wird aus Spandau gemeldet. In der lortigen Pulverfabrik, in der daS rauchfreie Pulver hergestellt vird, explodirten gestern 7 Kg. Schießbaumwolle. Ein Arbiter wurde leicht verletzt.
Berlin, 12. Juli. Ueber die muthmaßliche Ermordung riues Engländers in Deutschland wird dem „Local- Anzeiger" aus London gemeldet: Aufsehen erregt hier die Ermordung eine- Engländers Namens ThorntonTurner. Derselbe ist der Sohn eines Elfenbeinschnitzers und wollte cm Freitag vor Pfingsten von Köln nach England reisen. Derselbe war im Besitze von 10,000 Mk. Seine Leiche Würbe in Köln als unbekannt beerdigt. Die deutschen Behörden haben eine Untersuchung eingeleitet. Es sollen bereits einige Verhaftungen vorgenommen worden sein.
Wien, 12. Juli. DaS „Nene Wiener Tageblatt" meldet «s Rom: Der Kronprinz von Italien leidet an hochgradiger Nervosität und Melancholie, weßhalb er seinen Aufenthalt dauernd in einer Stadt am Meere, wahrscheinlich Neapel, nehmen wird.
Wien, 12. Juli. DaS Gerücht über die angeblich bevorstehende Aufheb un g des Prager Ausnahmezustandes wird vom „Fremdenblatt" dementirt.
Koniggräh, 12. Juli. In nächster Nähe deS Steueramtes wurde ein bombenartiges, mit 16 Zündern versehenes Lehmgefäß aufgefunden.
Rom, 12. Juli. Einer Blättermeldung zufolge schweben Verhandlungen wegen der Verheirathung des italienischen Thronfolgers mit einer Tochter des Fürsten von Montenegro.
Paris, 12. Juli. Die Pariser Ausgabe des „Newyork Herald" bringt aus Berlin die unglaubwürdige Nachricht, daß Fürst Hohenlohe auf dem Punkte stehe, vom Kaiser seine Entlassung vom Reichskanzlerposten zu verlangen. Die Gesundheit des Reichskanzlers sei mehr als erschüttert und besonders dringe seine Familie darauf, daß er seinen Rücktritt nachsuche.
Paris, 12. Juli. Der „Figaro" veröffentlicht eine Correspondenz aus Panama, nach welcher das bet den Canalarbeiten verwendete electrische Licht nur selten functionirt und die Hitze 30 Grad beträgt. Nur 900 schlechtbezahlte Arbeiter seien thätig, so daß das Unternehmen wenig Aussicht auf Erfolg biete. Auch die electrische Bahn sei fallit.
Paris, 12. Juli. Der Generalftabs-Chef General Boisdeffre, welcher von seiner Inspektionsreise aus den Vogesen zurückgekehrt ist, hatte eine Unterredung mit dem KrtegSmtnister, worin er seine Zufriedenheit über den Zustand der Festungen und die Dtscipltn der Truppen aussprach. Seine zweite JnspectionSreise nach den Alpen wird demnächst stattfinden,- General BoiSdeffre wrll auf derselben die Festungsarbeiten an der italienischen Grenze und die Reserve-Magazine, in Brianxon besichtigen.
London, 12. Juli. Kaiser Wilhelm wird sich nach seiner Ankunft in Dover nach Cowes begeben und daselbst an der Katser-Regatta theilnehmen. Hierauf begibt sich der Kaiser nach Northumberland und von da nach Schottland, wo er der Jagd obliegen wird.
London, 12. Juli. DaS italienische Geschwader wird bis Mitte künftiger Woche in Portsmouth bleiben. Während der ganzen Dauer seiner Anwesenheit werden Festlichkeiten veranstaltet. Die Blätter heben die Bedeutung dieser Festlichkeiten hervor.
London, 12. Juli. Der Nationalrath der Arbeiterpartei hat ein Manifest erlaffen, in welchem er mittheilt, daß 29 Arbeiter-Candidaten aufgestellt worden seien und die Mitglieder der Partei auffordert, sich überall dort, wo keine Candidaten ausgestellt seien, der Wahl zu enthalten.
Petersburg, 12. Juli. Die Polizei entdeckte eine terroristische Bewegung unter den Arbeitern von Petersburg. Di- Verschwörer richteten Drohbriefe an die Familie des Zaren. Viele Verhaftungen wurden vorgenommen.
Athen, 12. Juli. In Naupl)a wurde gestern ein heftiger Erdstoß verspürt.
Athen, 12. Juli. In den Provinzen haben neuerdings stürmische Volksversammlungen stattgefunden, in denen auf daS Heftigste gegen die Regierung opponirt wurde.
Newyork, 12. Juli. In Detroit gerieth ein großer Viehstall in Brand. Zwei Kutscher und ca. hundert Pferde verbrannten.
Newyork, 12. Juli. Nach einer Meldung auS Rio de Janeiro stießen gestern bei Sao Paolo zwei Aus- wandererschtffe zusammen, wobei fünfzehn Personen ertranken.
Der Krieg von 1870|71,
geschildert durch Ausschnitte aus Zeitungs-Nummern jener Zeit.
(Nachdruck verboten.)
15. Znli.
Paris, 15. Juli. Minister Olltvier erklärte in der Kammer: „ . . . Wir verlangten, daß der König von Preußen sich dem Verzichte des Prinzen anschließe. Wir verlangten, daß er sich verpflichte, wenn die Krone neuerlich den Hohen- zollern angeboten würde, die Genehmigung zur Annahme zu versagen. Unsere Forderung war eine gemäßigte und das Ausland bewunderte die Gerechtigkeit unserer Gründe. Um so größer war unsere Ueberraschung, als wir erfuhren, der König von Preußen habe sich geweigert, Benedetti zu empfangen, und die preußische Regierung habe dies amtlich bekannt gemacht. Zu gleicher Zeit erhielten wir die Nachricht, der preußische Gesandte v. Werther sei abberufen worden - wir erfuhren auch, daß Preußen rüste. Unter diesen Um- I ständen wäre eS ein Bergeffen unserer Würde und eine Un-
klngheit gewesen, keine Vorbereitungen zu treffen. Wir haben uns bereitet, den Krieg, den man unS anbietet, anzunehmen, iudsm wir jedem seinen Antheil an der Verantwortlichkeit hierfür überlassen."
Die Mobilmachung der gesammten norddeutschen Armee ist angeordnet. Auf den Bahnen nach dem Rhein finden Kanonentransporte statt.
Der General der Infanterie Freiherr von Moltke ist von seinen Gütern gestern Abend nach Berlin zurück- gekehrt.
«itits, den 13. Juli 1895.
** Neues Theater. Die Direction Tresper-BaarS eröffnet morgen Sonntag einen Chclns von Opern- und Operetten-Vorstellungen- Millöckers „Zigeunerbaron" kommt als Erstes zur Aufführung.
♦* In Steins Garten wird am Montag Abend die Ungarische Elite-Capelle Gyigyi-Laczi aus Budapest ein Concert geben. Die Capelle spielt in Landestracht und geht derselben ein vorzüglicher Ruf über ihre Leistungen voraus. Dieselbe spielte wiederholt mit großem Beifall in Bad-Nauheim.
** Turnerisches. Beim Kreis - Turnfest 1892 in Mainz beteiligten sich 100 Musterriegen, 736 Freiturner, 272 Wettturner mit 57 Siegern, 1893 in Darmstadt 131 Musterriegen, 890 Freiturner, 271 Wettturner mit 58 Siegern und 1895 in Gießen 117 Musterriegen, 864 Freiturner, 273 Wettturner mit 60 Siegern.
•* AuS dru Kreise» der deutschen Turner liegen einige Neuigkeiten von allgemeinem Interesse vor: Das nächste deutsche Turnfest, das neunte, soll im Jahre 1898 in Hamburg stattfinden. Sämmtliche Turnvereine von Hamburg und Altona haben sich einstimmig dafür erklärt, und eine Abordnung hat sich bereits mit dem Senat und anderen Behörden wegen dieser Angelegenheit in Verbindung gesetzt. — Für sämmtliche Mitglieder der deutschen Turnerschaft, mehr als eine halbe Million, soll eine einheitliche Mitgliedskarte hergestellt werden. Ueber die Ausführung dieses Planes soll auf Antrag des Münchener Turngaues der deutsche Turntag in Eßlingen am 22. und 23. d. M. beschließen. Ebendaselbst soll auch eine einheitliche Turnsprache für die ganze deutsche Turnerschaft festgestellt werden. Zu dem in diesem Jahre stattfindenden „Internationalen Turnfest In Christiania" hat die deutsche Turnerschaft eine sehr herzliche Einladung erhalten, der verschiedene größere Turnvereine Folge leisten werden.
♦* Die schone Galathea ober das zur Wahrheit gewor- bene Märchen des Alterthums in dem JllusionStheater auf dem Juxplatz des Turnfestplatzes, erregte überall die größte Sensation, wo dieselbe bereits vorgezeigt wurde. Die Illusion zeigt auf der Bühne eine Marmorbüste der schönen Galathea, welche zur Verwunderung aller Anwesenden lebendig wird, um nach einiger Zeit wieder langsam zu Stein zu werden.
»* tziue polizeiliche Milchrevifiou wurde heute an den Thoren der Stadt vorgenommen.
♦* Die beide» Affe» Jocko unb Mioka vom Sorger'schen Thierpark auf der „Schönen Aussicht", unfern Lesern schon von früher her als gefolgte Ausbrecher bekannt, haben den Trubel des Turnfestes benutzt, um sich wieder einmal in die goldene Freiheit zu begeben. Seit dem Samstag treiben die beiden Gesellen im Süden der Stadt, in den Gärten zahlreicher Villenbefitzer in der Nähe der katholischen Kirche, ihr Unwesen, indem sie in den Obstbäumen und den Beerenobststräuchern fürchterlich Hausen. Minka scheint dieses Vergnügens bald überdrüssig geworden zu sein, denn daS Thier kehrte am Dienstag freiwillig nach dem Etabliffement zurück, während Jocko noch allen Anstrengungen, seiner habhaft zu werden, trotzt, von Baum zu Baum springt, stolz die Straßen quert, in die Wohnungen steigt und allerhand Allotria treibt. So war eine Dame, welche auf dem Balcon ihres Hauses den Kaffeetisch für zu erwartenden Besuch hergerichtet hatte, nicht wenig in Verlegenheit, als Jocko inzwischen dem Kaffeetisch einen Besuch abstattete und sürchterliche Musterung unter den aufgestapelten Kuchenvorräihen abhielt. ES wird wohl, wenn dem Treiben deS Thteres nicht bald durch Ein- fangen desselben Einhalt gethan wird, schließlich nichts anderes übrig bleiben, als ihm daS Lebenslicht auSzublasen, denn der Schaden, den es anrichtet, wird von Tag zu Tag größer und die Gartenbesitzer haben sich an die Polizei gewendet mit dem Ersuchen, sie doch von dem unliebsamen Gesellen zu befreien.


