13. Theodor Kübel, Herbstein. 14. Karl Wilh. Berobeck, Friedberg. 15. Georg Geck II. in Melbach. 16. Kaspar Ranft, Grünberg. 17. Heinrich Stephan VI., Gerrenau. 18. Heinrich Schudt, Görbelheim bei Bruchenbrücken.
19. Nikolaus Möller, AngerSbach. 20. Ernst Zimmer,
Lauter. 21. Jakob Koch, Hof Ronneburg. 22. Johann Betz, Friedberg. 23. Gustav Vogt, Butzbach. 24. Adolph MauhefiuS, Hirzenhain. 25. Adam Köhler, Lich. 26. Heinrich Hahn, Hartershausen. 27. Gustav Hahn, Schellnhof bet Schotten. 28. Christian Guth I., Gedern. 29. Ludwig Wilhelm Plank, Gießen. 30. Friedrich Heinrich Strauch, Bönstadt.
•• Concert • Verein. Am kommenden Sonntag beginnt der Concert - Verein sein DereinSjahr mit einem Orch est er-Con cert, zu dem noch zwei Solistinnen als Mitwirkende geladen sind. Schon lange vorher hat der Vorstand seine Thätigkeit begonnen und so Mancher, der im Concert mühelos genießend den Tönen lauscht, weiß nicht, welche Schwierigkeiten zu besiegen find, ehe der erste Tact erklingt. Gerade daS vorliegende VereinSjahr hat sich 6c* sonders schwierig einführen lasten, Zwischenfälle aller Art, unter welchen die höchst bedauerliche Erkrankung des Musik- directorS, Herrn Felchner, nicht zu den kleinsten zählte, erschwerten die Vorbereitungen- trotzdem ist Alles wohl in Ord- nung und musikalische Genüste hervorragender Art warten unser. Gleich im ersten Concert, am nächsten Sonntag, werden wir eine liebenswürdige Geigenfee, Frl. Minna Rode aus Frankfurt, begrüßen, zu der sich noch eine uns zwar unbekannte, aber tüchtige Sängerin, Frl. Hayden aus Mannheim, gesellen wird. Mit der großen O-äur-Symphonie v. Schubert wird das Eoncert beginnen und mit der Ouvertüre zu „Hänsel und Grethel" v. Humperdinck, für Gießen eine Novität, schließen. Herrn Mufikdirector Krauße ist die Direction d 4 ersten Concerts übertragen worden und dürfte die Wahl di-seö tüchtigen, einheimischen Musikers gewiß Befriedigung c wecken. Für daS zweite Concert, welches ebenfalls ein Symphonieconcert sein wird (1. December) sind wieder zwei Solisten erwählt, Frl. Ni eßen, eine Sängerin, die durch Frau Wittich empfohlen, also ausgezeichnet ist und der bekannte Pianist F. Dreyschick. Die beiden folgenden Concerte werden der Kammermusik gehören, für den 12. Januar sind die Herren Zajtc (Violine), Grünfeld (Cello) und Pouer (Piano) gewonnen, alle drei vortreffliche und bekannte Künstler, für den 26. desselben Monats ist das berühmte Münchener Streichquartett Walther u. Genossen verpflichtet worden. DaS fünfte Eoncert findet orn 23. Februar statt - für dasselbe hat daS Holländische Fcauenterzet t, der Angelpunkt aller befferen Concert- Unternehmen, definitiv zugesagt, daS Weitere für diesen Tag mußte späteren Beschlüsten Vorbehalten bleiben. An einem noch nicht festgesetzten Tag ist dann alS sechstes Concert die Aufführung deS Oratoriums „Josua" v. Händel unter Mitwirkung des Akademischen Gesangvereins vorgesehen, zu der jetzt schon unter Leitung deS Herrn Franz Bauer Proben stattfinden.
** Dresdener Gesammt Vorstellung. Die Dresdener Gäste begannen gestern in Marburg vor nahezu ausverkauftem Hause ihr auf zwölf Abende berechnetes Gastspiel mit „Die beiden Leonoren". Die Vorstellung fand im Museumö-Saal vor dem feinsten Publikum Marburgs statt, und fand stürmischen Beifall. — Da hier in Gießen voraussichtlich nur diese eine Vorstellung der Dresdener Gäste ftattfinden kann, so können wir den Besuch der glänzenden Vorstellung nur angelegentlich empfehlen. BilletS sind bei Herrn Challier bis zum Abend der Vorstellung zu haben.
• • Postperfoualuachrichteu Ernannt sind der Postsecretär Neutze in Darmstadt zum Ober-PostdirectionSsecretär und der Postassistent Jacoby daselbst zum Canzliften bei der Ober-Postdirection. — Dem Ober-PostdirectionSsecretär Drees in Darmstadt ist die Postkasfirerstelle bei dem Postamte I daselbst probeweise übertragen. — Versetzt sind der Postkasfirer Hoffmann von Darmstadt nach Posen behufs Uebernahme einer Postinspectorstelle, der Postsecretär Frenzel von Frankfurt (Main) nach Darmstadt behufs Uebernahme einer Bureaubeamtenstelle 1. Klaffe bet der Ober-Postdirection Darmstadt und der Postassistent Kadel von Wallendorf (Sachsen-Meiningen) nach Darmstadt.
* * Die Reichsbank hat den DiScout auf 4 pCt. und den LombardzinSfuß für Darlehen gegen auSjchließltche Verpfändung von Schuldverschreibungen deS Reichs oder eines deutschen Staats auf 4*/, pCt., gegen Verpfändung sonstiger Werthpapiere und Maaren auf 5 pCt. erhöht.
* Mit fremden Lotterieloosen uud Offerten wird gegenwärtig das Publikum förmlich überschwemmt. Vielfach ver- fenden auswärtige Collecteure Loose in geschloffenem Umschläge und bitten um Rücksendung, falls daS Spielen nicht beliebt. Die Empfänger derartiger Sendungen find zur Rücksendung nicht verpflichtet, können vielmehr die Briese und Drucksachen Offerten, nachdem solche geöffnet find, an jeden Briefträger oder am Postschalter zurückgeben. Eine gesetzliche Bestimmung lautet dahin, daß „Sendungen, die Loose oder Anerbieten zu einem Glückspiele enthalten, an welchem der Empfänger nach den Gesetzen fich nicht betheiligen darf, als unbestellbar zu behandeln find, wenn solche Sendungen sogleich nach geschehener Eröffnung an die Poft zurückgegeben werden. Geschieht dieses, so veranlaßt di Post alles Weitere."
• • Sitzplatz in Eisenbahnwagen vierter Klaffe. Bekannt- lich find die Personenwagen vierter Klaffe seit mehreren Jahren mit Bänken ausgerüstet. Ueber die Berechtigung auf einen Sitzplatz darin hat sich nun öfters ein Streit zwischen den betheiligten Paffagieren entwickelt, so daß fich die Eisenbahnverwaltung veranlaßt gesehen hat, hier ordnend etnzugretfen. In einer soeben erlaffenen Bestimmung an daS Zugpersonal wird darauf hingcwieseu, daß wiederholt zwischen den Reisenden der vierten Wagenklaffe Streitigkeiten darüber entstanden, daß Einzelne berechtigt zu sein glaubten, einen bestimmten Sitzplatz für die ganze Dauer der Reise
ür fich in Anspruch nehmen zu können. Ein Anspruch auf dauernde Besetzung eines Sitzplatzes in der vierten Wagen- klaffe besteht nicht, auch ist ein Belegen der Plätze unftatt- >aft. Nun heißt es ausdrücklich, daß die Sitzplätze lediglich deßhalb angebracht find, um allen Reifenden ohne Unter» chied Gelegenheit zu geben, sich theilweife auSzuruhev.
Petterweil. 10. November. In einfacher, schlichter Weise wurde heute der gelegentlich der Feldbereinigung wieder auf- ;efundene und jetzt wieder aufgerichtete Gedenkstein ein- geweiht, den die hiesige Gemeinde zum Gedächtniß einer großen Versammlung errichtet hatte, in der Robert Blum im Jahr 18$8 vor der auS der ganzen Gegend herbei- zeftrömten Bevölkerung eine seiner zündenden Reden gehalten -atte. Der Ortsgeistliche, Herr Pfarrer Allwohn, hielt die Gedächtnißrede, der hiesige Gesangverein sang als Ein- eitung und Schluß der Feier einen Chor. Von Seiten der Redactionen der „Franks. Zeitung" und „Kleinen Presse" war der Stein mit einem prachtvollen Kranz geschmückt worden, deffen schwarzrothgoldene Schleife die Inschrift trug: „Dem wackeren Kämpfer für Freiheit und Recht." Von Seiten der Socialdemokrateu wurden später in den Wirth- chaften und am Gedenkstein Ansprachen gehalten.
-b- Melbach. 8. November. Beim Fischen in der Wetter machten die Leute gestern zwischen Offenheim und Bauernheim einen grausigen Fund: Sie zogen eine menschliche Leiche an S Land, deren Angesicht von Fischen und anderen Mafferthieren ganz zerfleischt war. Der Verunglückte wurde als ein Arbeiter der Nebenbahn identificirt, welcher längere Zeit als Knecht hier arbeitete und dann zum Bahnbau überging. Vor vier Wochen wurde er mit einer Geldsendung nach Friedberg geschickt, die er auch richtig ablieferte. In Dorheim lieh er sich eine Laterne und einen Regenschirm- von da an fehlt jede Spur. Man vermuthete sogleich, daß dem Mann ein Mißgeschick zugestoßen sein müffe und stellte unverzüglich die umfangreichsten Nachforschungen an, die jedoch vergeblich waren. Bei der Leiche fand man noch die Taschenuhr und etwa- Geld, was beweist, daß eine Beraubung deS Unglück.ichen nicht stattgefunden hat. Er besitzt auf der Sparkaffe ein Guthaben und war ein nüchterner Mann, der daS Seine zusammenhielt. Der Verunglückte ist daher aller Wahrscheinlichkeit nach in der Dunkelheit vom rechten Wege abge- kommen, gerieth in die Wetter und mußte ertrinken, weil Hülfe nicht zur Hand war.
vleicheubach, 11. November. Gestern Abend um 8/<12 Uhr brannte die Scheuer des LandwirthS Velten nieder. Durch das rasche Einschreiten der Ortsfeuerwehr, sowie der benachbarten Wehren gelang eS, daS Feuer auf feinen Heerd zu beschränken.
H. Von der Horloff, 11. November. Das Schweinefleisch ist auch bei unS abgeschlagen und man begreift den Rückgang der Preise auf dem Schweinemarkte, wenn man ficht, wie die Zuchtsauen in den letzten Jahren vermehrt wurden. Kleine Bäuerchen legten nach und nach vier bis fünf Zuchtsauen ein, jetzt haben fie die Ställe voll Ferkel und wiffen nicht wohin damit. Selbst solche Leute, die kaum drei oder vier Morgen Acker bebauen, hielten eine oder mehrere Zuchtschweine. Viele Zuchtsauen wandern jetzt nach Frankfurt, um als Frankfurter Würstchen weiterzureisen. DaS Pfund Lebendgewicht dieser Sauen wird mit 28 Pfg. bezahlt. — Unsere Kartoffelpreise find sehr anständig. Man zahlt 3 Mk. 25 Pfg. für den Doppelcentner und liefert sie dafür noch nach Friedberg. — Den Hausfrauen rathen wir, nicht bloS nach den Kartoffelvorräthen zu sehen, sondern auch ganz besonders eine Revision des Obstes vornehmen zu wollen. ES wurde schon zur Obfterntezeit über Wurmstichigkeit geklagt, welches Uebel jetzt stark in die Erscheinung tritt. Die Jnsecten haben die Stiche entweder unten am Stiel oder in dem sogen. Butzen, welcher dem Stiele entgegengesetzt liegt, angebracht. Hier find die Stiche leicht zu übersehen, denn in den meisten Fällen untersucht man diese Stellen nicht, die Früchte fangen an zu faulen und verderben rasch die Vorräthe. — Die in unserer Nähe liegenden Orte Ober- und Nieder-Mockstadt, Ranstadt, Dauernheim, welche fich durch treffliche Zwieb el cultur en auSzeichnen, haben ihre Erzeugnisse fast ganz geräumt- eS scheint, daß dar sehr trockene Vor- und Nachsommer die Zwiebel anderwärts wenig begünstigt hat. — Unsere Land butt er ist auf eine Mark pro Pfund hiuaufgegangen, während sie im Vogelsberge noch zu 75 Pfg. erhältlich ist. Die Molkereien in unserer Gegend treiben den ButterpreiS in die Höhe. — Eier find gegenwärtig zu 7 Pfg. sehr gesucht- die Leute gedenken aber 8 Pfg. zu erzielen und halten daher zurück, weßhalb man italienische Eier kommen laffen will, wie holländisches Kraut und belgische Aepfel hereinkamen. ES lebe die Concurrenz! — DaS feuchtwarme Wetter in den letzten vier Wochen hat vorzüglich auf daS Gemüse gewirkt. Leider haben die meisten Leute daS ihrige schon vor 3—4 Wochen abgehauen und eingekellert, natürlich sehr zu ihrem Nachtheile, denn Weißkraut, Rothkraut, Wirfing, Rosenkohl und Winterkohl waren nur sehr bescheiden entwickelt, sehen aber jetzt prachtvoll auS. ES ist sonderbar, wie die Leute in unserer Provinz so hitzig mit ihren Herbstarbeiten find. Bor dreißig Jahren war die- anders. Man wußte auch damals, daß sehr heiße trockene Sommer (1834, 1857, 1859, 1865) sehr günstige Herbste im Gefolge zu haben pflegen, welche manches ergänzen, was die Sommer verdarben. Auch die auf solche heißen Sommer folgenden Winter pflegen milde zu sein. Wollen sehen, ob fich diese- anno 1895 bestätigt.
A>8 dem Weschnitzthal, 8. November. Da die Vieh- preise in letzter Zeit nicht unbedeutend zurückgegangen sind, so haben sich auch die Fleischpreise merklich rebucirt, so daß gutes Rindfleisch jetzt verschiedenen Orts nur noch 60 Pf. pro Pfund kostet. Die Schweine werden per Schlachtgewicht von den Bauersleuten je nach Waare zu 45 bis 48 Pf. pro Pfund verkauft, sodaß also die Metzger gleichfalls daS Pfund Schweinefleisch für 60 Pf. geben könnten. Gewiß aber ist zu bedauern, daß manchen Orts die Herren
Metzger nur durch den Zwang der Umstände zum Prei^ abschlag gezwungen werden können. D. A.
Darmstadt, 10. November. Gestern starb der Geheime Oberschulrath Dr. Theodor Becker, in weiteren Kreisen durch seine langjährige Thätigkeit in der früheren Oberftudien- Direction, später als Mitglied der Ministerial-Schulabtheilung bekannt.
Mainz, 6. November. Bitte Herr Präsidentl' In der gestrigen Sitzung des Gewerbegericht» klagte ein Fuhrmann gegen seinen Herrn auf Entschädigung wegen kündigung-loser Entlaffung. Die Entlaffung gab der Beklagte zu, er meinte aber, dazu ein Recht gehabt zu haben, weil der Kläger in seinen Kleidern Thierchen Aufenthalt ge- währe, wie solche von den deutschen Kriegern im französischen Feldzug, besonders bei den Belagerungen von Metz und Paris, in großen Mafien gezüchtet worden seien. „Bitte Herr Präsident", bemerkte der Beklagte auf einen abwehren- den Einwand deS Klägers, „bitte lassen Sie den Mann da sich einmal ordentlich schütteln, zehn biß zwölf von den Thierchen fallen sicher zu Boden." „Hören Sie auf," erwiderte unter allgemeiner Heiterkeit der Vorsitzende, „e< beißt mich jetzt schon vom Hören?"
△ Mainz, 11. November. Kurz nach 12 Uhr heute Mittag wurde die Leiche des am SarnStag bei dem HauS- einsturz verschütteten Dachdeckers au» den Trümmern hervorgezogen. Man fand dieselbe in ganz zusammen gefeuerter Stellung und zwar in der ganz entgegengesetzten Richtung des Kellergewölbes, auS welcher man am SarnStag von dem Unglücklichen noch yüiferufe vernommen hatte. Am Kopf zeigte die Leiche eine Verwundung und waren die Finger an den Spitzen vollständig abgekratzt, woraus hervorgeht, daß der Arme nach der Katastrophe noch lange Zeit lebte. In dem hiesigen Publikum herrscht eine große Erregung, indem man allseitig der Ansicht ist, daß die Bbräumungflarbeiten viel rascher hätten bethätigt werden und man dadurch vielleicht den Verschütteten hätte retten können. Nach Auffindung der Leiche wurde die ganze Unglücksstätte polizeilich abgesperrt und wurde alsbald die gerichtliche Untersuchung aufgenommen. Der materielle Schaden, der dem Bauunternehmer durch den Einsturz erwächst, beläuft sich auf annähernd 50,000 Mk.
Derart
♦ Raffel, 11. November. DaS Schwurgericht verur- theilte den Dienstknecht Jacob Licht auS Landershausen wegen Ermordung feiner Geliebten zum Tode.
* Auf dem Truppenübungsplätze von Diiberitz ist j'yt eine militärische Ackerbaucolonie eingerichtet. In dem von allen früheren Bewohnern vollständig geräumten Dorfe sind 150 Mann von verschiedenen Regimentern dauernd einquartirt- eS sind Landwirthe und Handwerker, die alle vorkommenden Arbeiten zu verrichten haben. Von ihnen werden sämmtliche Baulichkeiten in Ordnung gehalten, gärtnerische Anlagen hergestellt und Ländereien, die nicht bittet zum Uebungßgebiete gehören, beackert. AIS Winterung ist jetzt Hafer und Roggen gesSet worden. Das bei der letziea Ernte gewonnene Getreide wird von Soldaten gedroschen. — In Spandau wird bei der Garnison eine militärische Feuerwehr eingerichtet, für die kürzlich ganz neue Feuerlöschgeräthe beschafft worden sind. Von jedem Truppentheil wird zu diesem Zwecke eine Anzahl Mann- schäften von einem Inspektor der Berliner Feuerwehr ausgebildet.
• Eine Portierstelle zu besetzen. Durch eine Zeitung-- Anzeige suchte ein Grundbesitzer in Berlin für sein Hau- kinderlose Portiersleute gegen freie Wohnung und kleine Baarvergütung. Zu dieser Stellung gingen 134 Anerbietungen, von denen die wenigsten auS den Kreisen kamen, auß denen früher die Porticrßleute hervorgingen. Unter Ander» meldete sich ein ehemaliger Gutßinspector mit Schwester, und versprach die letztere gern die Haußreinigung mit übernehmen zu wollen. Ferner befindet sich unter den Bewerbern ein Eisenbahn-Assistent a. D. nebst Gattin und drei Kindern- da diese nicht mitverlangt werden, so erboten fich die Leute, die Kinder zu den Eltern der Frau nach Pommern zu bringen. AIS Curiosum verdient noch die Meldung eine- sich „Director a. D." nennenden ManneS erwähnt zu werden. Der Herr Direcior birigkte vor einigen Jahren eine Schauspielertruppe in der Provinz und behauptete, durch die Treulosigkeit seiner Künstler, die ihm mit der Kaffe nebst Büchern burchgegangen seien, ruinirt worben zu sein. AIS besonder- geeignet für diesen Posten empfiehlt er fich durch die Mittheilung, „daß er vor Beginn seiner künstlerischen Laufbahn schon mehrere Jahre Portier gewesen sei." Verlockend ist auch der Schlußsatz dieses Briefes, in dem der Stellungsuchende sich erbietet, „falls der Herr Hausbesitzer Kinder habe, ihnen dramatischen und gymnastischen Unterricht unentgeldlich zu geben." Ein so vielseitiger Portier dürste selbst In heutiger Zeit nur selten vorkommen.
• Das kaiserliche statistische Amt veröffentlicht jetzt He vorläufige Zusammenstellung der Ergebniffe der Berufs- und Gewerbezählung für das ganze Reich. Danach zählte die ortSanwefende Bevölkerung am 14. Juni dS. I». 51,758,364 Personen gegen 49,428,470 am 1. Decemder 1890. DaS ist eine durchschnittliche jährliche Zunahme von 10,14 pro Mille der mittleren Bevölkerung. Don diesen Personen waren 25,405,934 männliche und 26,352,430 weibliche. LandivirthschastSkarteu wurden 5,601,809, Ge- werbebogen 1,317,878 gezählt.
Ball-Seidenstoffe v. 60 Pfg.
bi» 18.65 p. Met. — sowie schwarze, weiße und farbige Henneberg- Leide von 60 Pi. bi» Mk. 18.65 p. Met. glatt, gestreift t«xUxt, gemustert, Damaste rc. (ca. 240 versch. Qual, und 2000 versch.Farbm, Delfin! ic). porte end eteierfrel Ins Heul Muster umgehend. 18151 Seiden-Fabriken 6. Henneberg (k k.Me«.), Zürich.
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