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13.3.1895 Erstes Blatt
 
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Mittwoch den 13.

Erstes Blatt.

Nr. 61

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Anrtliche» Tbeil

Der

Gießen, den 9. März 1895.

Vorsitzende des Prooinzialtages der Provinz Oberhesien. v. Gagern.

aus. Der Wenh der französischen Flotte betrage aber nur ein Drittel deS WertheS der englischen. Redner vergleicht die Organisation der englischen Flotte mit der der franz - fischen und meint, die englische sei die überlegene. Den Panzerschiffen fehle eS an Fahrgeschwindigkeit. Dieselben könnten ohne Erneuerung ihres Kohlenbedarss nur kurze Reisen machen. Ihre Geschütze seien veraltet.

Rive-de-Gier, 11. März. Glasarbeiter, angeblich deutscher Herkunft, griffen in der Dunkelheit in dem am Bahnhof gelegenen Stadttheil mehrere Personen mit Re­volvern an. Ein Franzose wurde verwundet, einer der An­

greifer verhaftet. ,

Petersburg, 11. März. Heute Vormittag 10 Uhr traf die Leiche des Gro ßfürsten AlexiS auf dem hiesigen Nikolaibahnhose ein. Nach einem Trauergebet im Waggon

Neueste Nachrichten.

WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 11. März. Der Ausschuß des am 31. März stattfindenden Btsmarck-Commerfes hat den Präsidenten deS Reichstags und den Reichstag selbst eingeladen. Eine Abordnung des AusschuffeS wurde von dem Präsidenten v. Levetzow empfangen, welcher sein Erscheinen zusagte.

Berlin, 11. März. Dem Vernehmen derPost" nach ist der Regierungspräsident in Breslau, Dr. Hryd ebr and von der Lafa, zum Oberpräfidenten von Ostpreußen er­nannt worden.

Wien, 11. März. Etwa 15,000 Arbeiter zogen gestern Nachmittag nach dem Centralfriedhof, um auf den Gräbern der in den Märztagen von 1848 Gefallenen Kränze niederzulegen. Weder bei dem Hin- noch Rückmarsch ist ein Zwischenfall vorgekommen. Abends zogen 2000 Arbeiter unter Abfingung von Liedern über die Ringstraße nach dem Parlamentsgebäude, woselbst sie von der Polizei zum Ver- laffen deS Platzes veranlaßt wurden. Unter den Rufen: Heraus mit dem allgemeinen Wahlrecht! Nieder mit dem Kapitalismus !" zerstreute sich die Menge in die umliegenden Straßen.

Rom, 11. März. Einer Meldung derAgencia Stesani aus Paris zufolge reiste der in Rom, Paris und London beglaubigte chinesische Gesandte Abends von Parts nach Rom.

Paris, 11. März. Deputirtenkammer. Bei Be- rathung des Marine-Etats erklärte Lockroy, Frankreich gebe für seine Flotte zwei Drittel deS englischen Marinebetriebes

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» lokgendrn Tag erscheinenden Nummer d.S Darm. 10 Uhr.

Petersburg, 11. März. Der Wortlaut des kaiserlichen Ukas-S, durch welchen Fürst Lobanow zum Verweser deS Ministeriums des Aeußeren ernannt wird, ist folgender : Der I außerordentliche bevollmächtigte Gesandte und Botschafter beim 1 Deutschen Kaiser und König von Preußen und außerordent­liche Gesandte und bevollmächtigte Minister bei dem Groß- I herzoglich Mecklenburg-Schwerinschen und Mecklenburg-Strelitz- fchen Hofe, Fürst Lobanow-Rostowski, wird zum Verweser des Ministeriums des Aeußeren unter Belassung in den Wurden I eines Staatssecretärs und Senators ernannt.

Newyork, 11. März. Nach einer Meldung deSWorld aus Tokio wurde China von den allgemeinen Friedens- I bebin0ungen benachrichtigt, unter denen Japan in einen Friedensschluß einwilligen würde. China sei bereit, den vor- I geschlagenen Vertrag zu unterzeichnen. Die Correspondenz wird durch die Gesandten der Vereinigten Staaten in Tokio und Peking geführt.

Yiugkow, 11. März. (Centr. News of Germ.) General Sungs Armee ist vollständig aufgerieben. Die Chinesen steckten vor ihrem Abzug die Stadt Thienchunangtai in Brand. Die Japaner waren nicht im Stande, die Stadt, die niederbrannte, zu löschen.

Depeschen des BureauHerolds

Berlin, 11. März. Im preußischen Landtage wurden heute baß Rentmeistergesetz und ber Etat der direkten Steuern erledigt. Die zweite Berathung des Gesammtetats ist auf morgen angesetzt worden.

Berlin, 11. März. Zu Ehren des morgigen Geburts­tages des Prinzregenten Luitpold von Bayern! findet heute Abend hierselbst eine größere Festtafel statt, zu der der bayrische Gesandte Graf Lerchenseld den Vorsitz führt. Hieran betheiligen sich die bayrischen Mitglieder des BundeS- raths, eine Anzahl bayrischer Reichstagsabgeordneter, im Reichsdienste stehende Bayern und hierher commanbtrte bayrische Offiziere, sowie anbere Herren.

Berlin, 11. März. Als Gegengeschenk des Kaisers für den Sultan nahm ber General Schakir-Pascha, welcher gestern von hier abgereist ist, ein Paar prachtvolle Vasen auö der Königlichen Porzellan-Manusactur mit nach l Konstantinopel.

Berlin, 11. März. Die Justiz-Commission des Reichstages beschäftigte sich heute zunächst mit der Frage des Gerichtsstandes für die Presse. Der Unterausschuß, bestehend aus den Abgeordneten Schröter, Spahn, Munckel, Lenzmaun und Schmidt-Warburg hat die Frage unter Zuziehung von Regierungscommiffaren berathen und schlägt vor, als Absatz 2 8 7 ber Strafproceßordnung hinzuzusügen: Bilbet ber Inhalt einer im Jnlanbe erscheinenben periobischen Druckschrift ben Thatbestand einer strafbaren Handlung, so ist, soweit die Verantwortlichkeit bes VerfafferS, Herausgebers, Redacteurs, Verlegers und Druckers in Frage steht, ber Gerichtsstand ber begangenen That nur bei demjenigen Gericht begründet, in dessen Bezirk die Druckschrist erschienen ist. Die Fälle ber Verfolgung im Wege ber Privatklage werben burch bleie Vorschrift nicht berührt. Die Justiz Commission nahm ben Antrag in dieser Fassung nach kurzer Berathung ein- ttimD1<Bedin, 11. März. DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Ertheilung der nachgesuchten Dienstentlassung des Freiherrn von Scheele als Gouverneur von Deutsch- Ostafrika, vorbehaltlich weiterer Verwendung.

Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Deutscher Neiehstag.

67. Sitzung. Moutag, ben 11. März 1895.

Zunächst werden die zum MUitaretat vor tegenden Reso­lutionen nach der von der Budget Commission vorge chlagenen Faffung eenebmigt, die von Podbietskt etngebrachte Nefolut on (LeiEgungs- vergülung) ganz, die Schädler'iche (warme Abendkost für Soldaten) mildem Zusatz, daß Mittel eingestellt werden sollen, sobald es die Finanzlage des Reiches gestatte.

Aba^* Lingens (Centr.) bemerkt, daß in Bezug auf die Sonntagsruhe der Beamten Manches besser geworden sei. Redner empfiehtt die Annahme der von der Commission vorgeschlagenen Resolution, betr. die Abschaffung von Gülerzugen an Sonntagen °"b '°w-« »»

dienststunden an Sonntagen in die Geschäftszeit und Herabsetzung der Telcphongebühren sowie Resormirung des Post, zeitungstariss. y Stephan führt unter Darlegung der Ver- bälinisse aus, daß, wenn diese Wünsche alle berücksichtigt wurden, ein AuSstttl von 9 Millionen Mark einttäle, der doch wiederum anderweitigt j ' dn für Heraufsetzung des Gewichts

für einfache Briefe und für Herabsetzung des PortoS im Amtsoelkehr.

Abg. Schönlank (Soc) krittsirt die Arbeitsüberlastung der Afststenten und Unterbeamten, hofft, daß mit der Zeit die außeretats- mäßigen Anstellungen in Wegfall kommen werden und daß Gehalts- ausbefserungen möglichst schleunigst vorgenommen wurden.

Dtrector im Reichspostamt Fischer widerspricht der Auffassung des Vorredners, als sei es Prine,p der Postverwaltung, auf Kosten der Unterbeamten die höher gestellten zu begünstigen.

Nächste Sitzung: morgen 1 Uhr. Weiterberathung.

an den Berathungen theilzunehmen.

Berlin, 11. März. Die Agitation unter den Polen Berlins soll nunmehr in Angriff genommen werden. Man schätzt die Zahl der in Berlin lebenden Polen auf 40000, welche in etwa 40 Vereinen organisirt find, jn einer gestern hier abgehaltenen Polen-Versammlung sprach Abgeordneter Kwilecki und Glebockl über religiöse ThemataS. Es wurde mitgetheilt, daß am 17. d. Mts. ^"selbst ein große Polenversammlung stattfindet, in welcher die Errichtung polnischer Schulen gefordert werden soll. Außerdem wurde angelündtgt, daß von Zeit zu Zeit Polenversammlungen statt- finden sollen zur Bekämpfung ber Socialbemokratie- zu den­selben haben die Abgeordneten der polnischen Fraction, sowte Geistliche Referate zugesagt. ,

Leipzig, 11. März. DieLeipziger Neueste Nachr. erfahren von zuverlässiger Seite, daß der Kaiser beabsichtige, ium ® = 6urtsta8e d-s Fürst-N SiSmard mit den kaiserlichen Prinzen, den Ministern und M.lgliedern d-i Bundesralhes nach FriedrichSruh zu reisen, um ben Fürsten zu beglückwünschen. Von anberer Seite, allerbings unter Reserve, wird demselben Blatte mitgetheilt, der Kaiser plane, dem Fürsten Bismarck die erbliche Für st en würde der­gestalt zu verleihen, daß dieselbe noch bei Lebzeiten des Fürsten auf dessen Söhne übergehe. Außerdem soll Fürst Bismarck den T>tel Hoheit erhalten. n

Wien, 11. März. In Hofkreisen verlautet mit aller Bestimmtheit, dast Kaiser Franz Joies an den Eröff. nung4feierüd)teiten des Nordostseecanals persönlich theilnehmen

Wien, 11. März. Zu der Meldung, Kaiser Franz Josef werde ben Feierlichkeiten in Kiel persönlich beiwohnen, wirb hinzugefügt, daß sich in beffen Begleitung ber Erzherzog Franz Ferbinanb b'Este befinben werde.

Fiume, 11. März. Hierselbst wurden die Spuren emeS im großenMaßstabe betriebenen Kaffeeschmuggels entdeckt. Die Untersuchung ist eingeleitet.

Rom, 11. März. Die Influenza nimmt in ganz I Italien in erschreckender Weise zu. In Rom allein find gegenwärtig 70000 Personen an der Influenza erkrankt.

Venedig, 11. März. In einer gestrigen äußerst zahlreich besuchten Versammlung wurde von ber Majorität ber hiesigen monarchistisch-constitutionellen Partei bte Erklärung abgegeben, I sie protestire gegen baß Gabi n et Crispi.

Paris, 11. März. Heute Nachmittag wirb der Gouverneur Saussier die nach Madagascar gehenden Truppen Revue s ^Paris!^ 11. März. Die Nachricht, daß der Präsident Fan re in Sothonay am 25. März ben nach MadagaScar abgehenben Truppen selbst bie Fahnen überreichen wird hat im ganzen Lande den besten Eindruck gemacht. Die Blatter stell-n Vergleiche an und conftatiren, daß em folger ©djntt von' Seiten Casimir Periers demselben nur Schmähungen eingebracht hätte, während die Popularität des fetzigen Präfi- benten daburch bebcutenb erhöht werbe.

Madrid, 11. März. Trotz der von der Regierung überall verbreiteten optimistischen Auffassung oon ber Sage au Cuba hat bie Absenbung von Truppen bis setzt nicht aus- aebört Die Bevölkerung von Madrid und Barcelona bereitete ben abgehenben Solbaten mehrfach Ovationen. Die Königin begrüßte bie Truppen beim Defiliren vor dem Palais.

Loudon, H. März. Infolge eines Strikes hat die Genoffenschast ber Tuchfabriken ben Arbeitern uütgethellt, daß am 16. März die Fabriken in der ganzen Gegend von 1 Northampton geschloffen werden. Dadurch werden 200 00

dem Leichenwagen schritten ber Kaiser unb die Mitglieder ber kaiserlichen Familie. In Wagen folgten bie Kaiserin, die Kaiserin-Wittwe unb bie Großfürstinnen, die Hofdamen unb Hofchargen. Auf ben Straßen, wo Cavallerie und Infanterie Spalier bllbete, hatte sich eine große Menschenmenge an-

Berlin, 11. März. An ben unter bem Vorsitz beß Kaisers morgen beginnenben Verhaudlun gen des engeren Ausschusses deS StaatSratheS werden, wie dieNordd. Allg. Ztg." ersährt, theilnehmen der Minister- Präsident unb sämmtliche actltic Staatsminister, Staatsiecretar beß StaatßratheS Geheimrath Brefelb unb folgenbe Mitglieber für Lanbwirthschaft, Domänen unb Forstverwaltung: Amtsrath von Dietze-Barby, öberlanbeßforftmeifter Donner, Gras von Frankenberg, Präsident Glatzel, Staatsminister von Heyden, Kammerherr von Helldorf Bebra, Geheimrath von Köller, Präsident des Abgeordnetenhauses, Regierungspräsident a. D. Freiherr von Maffenbach, Majoratsbefitzer Freiherr von Innige- rode, Staatsminister Zedlch-Trützschler, Rittergutsbesitzer Graf von Zieten-Schwerin. Außerdem noch folgende Mitglieder

wurde der Sarg auf den Leichenwagen gehoben und n g ß fitz F hrgrath Leuschner, Reichstagspräsident v. Levetzow, «» -f"2?'= rath von Kaufmann, AdmiralilatSrath Ritzhaupt, rZrelyerr con Sch°rl°m-r-Alst, Freihrrr °°N Stummch°lb-rg md AmtSrath von Zimmermann find durch Krankheit verhlnde ,

Bekanntmachung.

Samstag den 30. März d. I, Vormittags 10 Uhr, findet im Regierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Provinzialtages der Provinz Oberheffen mit folgender Tagesordnung statt: . , ,

1. Prüfung der Rechnung der Provinzialkaffe und Er- stattung des Rechenschaftsberichts für 1893/94.

2. Feststellung des Voranschlags der Provmzialkasse

3. Ersatzwahl zum Provinzialausschuffe für die Ende 1895 ihrem Dienstalter nach ausscheidenden Mitglieder Ober­bürgermeister Gnauth-Gießen, Rechtsanwalt vr. ®ub fleisch-Gießen, Bürgermeister St öpler-Lauterbach und Landgerichtsrath Dr. Schäfer-Gießen; sowie die Ersatzmitglieder Commerzienrath Hey li g e nsta edt- Gießen und Profeffor Dr. Frank-Gießen.