Werthers friste.
Eine Berliner GerichtSverhanblung.
„Paß uff, diese Sache wird knusperig, ick habe scho» draußen uff 'n Corrtdor wat davon gehört/ flüstert ein im Zuhörerraum befindlicher Criminalstudent seinem Nachbarn za, alS beim Aufruf einer neuen Sache drei hochgewachseue, kräftig gebaute junge Mädchen durch den Saal gehen und im Anklageraum Platz nehmen, den sie völlig ausfüllen. — Wir erfahren nach Eintritt in die Verhandlung, daß eS Köchinnen auS herrschaftlichen Berliner Häusern sind, die sich in eigenartiger Weise eines Vergehens schuldig gemacht haben sollen. Um die Lippen deS sonst so ernsten Richters zeigt sich bei Durchsicht der Acten ein heiterer Zug und auch die beiden Schöffen machen beim Anblick der drei kernigen, von Kraft und Gesundheit strotzenden Gestalten ein weit freund« lichereS Gesicht wie kurz zuvor, als sie den alten unver« schämten Bettler abzuurtheilen hatten. — „tRun, meine Damen, was soll denn das blaue Buch, das jede von Ihnen da in der Hand hält?" beginnt der Vorsitzende in jovialer Weise. — „Det sind unsere Dienstbücher!" ertönt eS wie aus einem Munde. — Bors.: „Ja, waS sollen die hier?" — Erste Angeklagte: „Die haben unsere Herrschaften unS mtrjejeben, det wir uns vor Jericht als anständige Mächens auSweisen können, die sich noch nie wat haben zu Schulden kommen lassen. — Bors.: „Nun, daS glauben wir Ihnen so, aber nach der Anklage sollen Sie drei einen Mann überfallen und ihn verhauen haben. Wie find Sie denn bloS dazu gekommen?" — „Uebersallen? Nee — verhauen ja!" . . . „In meine Oogen iS er gar feen Mann, sondern eene alle Waschlappe!" . . . „Er müßte noch ville mehr haben!" so tönt es im Chor zurück. — Vorf.: „Alle drei können Sie nicht reden, mag die erste Angeklagte daS Wort nehmen." — Angekl.: „Herr Jerichtshof, meine Herrschaft hat jesagt, wir sollten allens sagen, wie ’t jewesen iS, un det wollen wir ooch dhun. Sehn Sie mal, zum April kriegten wir den «eien Vieewirth Weither und denn war ooch bald Ruhe und Frieden in't HauS vorbei. Die Luise hier und ick, wir dienen bet Jeheimeraths, un die Auguste eene Treppe höher bei Professors. Zuerst war ja der neue Vieewirth die Lieblichkeit selber un det jing „Fräulein hier un Fräulein da", wenn wir seine Kinder mal det übrig jebliebene Essen schenkten, als er aber immer dreister wurde un meenbe, bet müsste man so find, da sagte ick zu meine Collejinnen: „Hört mal, sage ick, bet jetzt so ntch länger, wir müssen ihm den Brobkorb höher hängen." Sie waren ooch mit einverstanden un manchmal mussten seine Kinder mit'n leeren Topp ab- ztehen. Nu fing die Chicanisirung von ihm los. Wenn wir der Nachmittags jejen fünfe bei ’t offene Küchenfenster uff» wuschen, beim pflegte een oller Mann mit ’n Leierkasten zu kommen, ber uns bie schönsten Stücke vorspielte. Er hatte immer bie neigten Dinger uff ’n Kasten, wie die „Jicht- königtn" un „Komm herab von die Tonne, Therese", un wir sangen denn mit und er kriegte ooch immer seinen Jroschen. Unsere Herrschaften hatten nischt bajejen un ooch der Wirth nich, indem er jar nicht im Hause wohnte. Mit eenmal jagt mein Vieewirth den ollen Mann vom Hof runter. Denn fing er an, die Treppenbeleuchtung zu spät anzustechen, denn sperrte er mal — schnubs — die Wasserleitung ab und wenn er Eenen mal Abends mit eenen Bekannten vor die Dhiere
traf, denn machte er höhnische Bemerkungen, bet bat nich erlaubt wäre und so wat. Zn meinem Bräutigam hat er mal jesagt —" — Bors.: „Na, lassen Sie nur, wir glauben schon, daß ein gespanntes Verhältniß zwischen Ihnen und bem Vieewirth bestand. Kommen Sie nun zu dem Vorfall vom 13. Juli." — Angekl.: „Jawohl, Herr Rath. Also bei unS im Hause iS et ebenso wie anberswo Mobe, bet die Teppiche bloS det Freitags jekloppt wer'n dürfen. An diesen Freitag waren unsere Herrschaften aber jerade in die Ferien verreist. Wir hatten mit Packen zu thun un konnten ntch kloppen. Unsere Herrschaften meenten ooch, wir könnten mal eene Ausnahme machen un det Sonnabends mal kloppen. Wir denn MorjenS um 7 Uhr ooch runter, jede mit ’n Teppich über die Schulter un eenen Ausklopper in der Hand. Als wir runter kommen, sehen wir, det der Vieewirth det Tau, wat von eenen Flügel nach den andern reicht un wo die Teppiche uff uffjehangen wer'n, abjehakt un verflachen hat. Wir finden bet Ding aber in eene leere Tonne. Aujuste hat die eene Seite schon einjehakt un will die andere Seite ooch anmachen, da kommt der Vieewirth wie ’ne Furie zum Haus heraus un schreit immerzu: „Heut wird nich jekloppt! Heut wird nich jekloppt! Det is jejen die Hausordnung!" un springt nach bie eene Seite hin un hakt sie »lebet los. Denn löst er nach die ander Seite un will ihn da ooch wieder loSmachen. Ick sage janz ruhig: „Heut wird doch jekloppt," und mache den Haken an weine Seite wieder feste. Er rennt wieder nach mir zu un denn wieder nach die andere Seite un so jing bet immer mit ihm rieber un nieber. Als er nu mai wieder in bie Mitte war, drehte er sich plötzlich um un riß Aujusten ihr Ende aus der Hand. Diese nicht faul, schlägt einmal den Strick um seinen Leib, ick hänge mein Ende an un Juste zieht ihr Ende fest an, so bet mein Vieewirth in bie Schlinge saß, bet er nich mal seine Arme rühren konnte. Die Leite, die aus die Fenster kiekten, schrieen alle „Bravo!" un nu plagte Luisen, bie doch ooch bei der Jeschichte wat dhun wollte, der Deibel, bet sie den Teppich ben jefangenen Vieewirth über den Kopp wirft, so bet von ihm bloS noch bie Beene zu sehen find. Als nun Aujuste ihr Ende immer noch stramm zieht, stelle ick mir uf bie eene und Luise auf bie andere Seite von ben Vieewirth und bann fangen wir an, uff ben Teppich zu kloppen." — Vors.: „Wie endete nun diese komische Geschichte?" — „Als er Pater pe Caviar sagte, da haben wir ihn aus fein gespanntes Verhältniß losgelassen und sind in’t Haus jerannt. Bon die Zeit an hat er uns in Ruh je- laffen."—Vors.: „Nun müssen wir doch mal den Vieewirth hören." — Dieser schildert die Vorgänge im wesentlichen wie die Angeklagten, will aber seinerseits ben Unfrieden nicht heraufbeschworen haben. „Herr Jerichtshof", schließt er feine lange Erzählung — „wat bie brei Mächens mir zugesetzt haben, bet iS balde nich mehr menschenmöglich. Eene hat mir mal eenen janzen Teller voll JrÜnkohl auf’n Kopp je- worfen, als ich an’n Müllkasten stand und als ick die eene mal bruf ufmerffam machte, bet sie noch brennende Kohlen in den Aschkasten jeroorfen hätte, hat sie ben Deckel so schnell zujeklappt, bet ick eenen Finger dazwischen kriegte. (Angeklagte dazwischen rufend: „Det war bloß ein Zufall!") Als sie mir unter ben Teppich hatten, dachte ick, ick sollte mit’n Leben verzagen. Oogen, Näse, Ohren und Mund, allens war dicke voll Stoob. Acht Dage lang habe ick
schwarz jespackl. So ue vicewirthlchaft kommt noch vor E Pferdestehlen, ick habe se ooch längst usjejeben." — Der Gerichtshof erkannte mit Rücksicht auf daS gegenseitige feindliche Berhältniß der Parteien auf eine Geldstrafe von je20Mk.
Der Untergang Helgolands.
Die Engländer find bekanntlich eine sehr practische und schlaue Nation. DaS haben sie wieder gezeigt, alS sie gegen die kleine Insel Helgoland eine große deutsche Colonie eintauschten.
WaS wir Deutsche mit dem kleinen Fleckchen Erde Anfängen sollen, ist bis jetzt noch nicht recht klar geworden.
Militärisch hat die Insel so viel wie gar keinen Werrtz. In den letzten Jahren bat die Insel eine Armirnng erhalten, im Oberlande find schwere Batterien eingebettet worden, Tunnels und UntetEunftöräume für die Mannschaften wurden unter Tag hergeftellt. Die Militärs haben sich nicht verhehlt, daß bie auS morschem rothen Thon bestehenden Riffe einen langen Artilleriekampf nicht bestehen können, selbst nicht gegen einen schlecht schießenden Fetnd, da bie Erschütterung ber eigenen Schüsse bem Gestein verderblich sein würbe.
Die Bewohner, etwa 2000 Köpfe, ernähren sich burch Fischerei, Lootsendienst und das zahlreichen Besuches sich erfreuende Seebad, welches auf der eine Viertelstunde von dem Felseneiland entfernten Düne liegt. Geht diese Düne, welche mit der Hauptinsel noch vor hundert Jahren zusammen- gehangen hat, verloren, so muß der größte Theil der Bevölkerung von Helgoland auswandern, ba sie ohne das Seebad nicht bestehen kann. Die Versuche, unmittelbar an der Hauptinsel Babeeinrlchtungeu zu schaffen, haben sich als unausführbar erwiesen.
Nun hat ber letzte Sturm Helgoland schwer beschädigt, von ber Hauptinsel sowohl wie von ber Düne sinb große Strecken von der Fluth weggerissen worden. Die Befürchtung, baß bie nächsten Stnrwfluthen die Düne ganz fortspüle» werden, ist unabweisllch. Auf ber bewohnten Insel ist bte Jütlandterrasse zerstört, der gepflasterte Weg an dieser Stelle verschwunden. Auch vom Südftrande ist eine größere Strecke in das Meer gespült worden.
Zu retten ist dort nichts. Helgoland selbst kann nicht gegen die Elemente geschützt werden. Regen und Sonne nagen im Oberlande am morschen Gestein und wer die Insel umfährt, sieht ringsum abgeb, öckelten Thon am Fuße ber Riffe. Die Babedüne ist, nachdem sie wesentlich ticrflcinert und durch bie Entfernung bcs erhöhten Dünenrandes schutzlos geworden, ber Gefahr, burchbrochen zu werben, nahegerückt.
Daß die Insel ein verlorener Posten ist, muß Jedem, der sie besucht und aufmerkfam betrachtet hat, klar sein. Sie ist zu weit in bte See vorgeschoben (30 Kilometer vom nächsten Punkte Schleswigs, 40 von Cuxhaven), als baß sie geschirmt werben könnte. Und wenn rings um die rothen R ffe mit ungeheuren Kosten eine Betonmauer gezogen würde, so wüßte man doch, daß in nicht ferner Zett innerhalb dieser Mauer zerbröckelte Reste der Feste liegen würden, die einst ben Tempel des Forsete getragen hat.
Helgoland geht also langsam, aber sicher unter und es läßt sich schon ungefähr die Zelt absehen, wo die Gegengabe, welche uns die Engländer für Zanzibar gegeben haben, in nichts zerfallen ist.
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zu erhalten
Die Sachen können Montag Vor-
Schneiden bei
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A. Htrz, öelter6*e< 22.
Geschäftszimmer (Brandplatz Nr. 7) dahier einzuretchen, woselbst auch bie LleferungS - Bedingungen eingesehe* werden können.
Gießen, den 10. Januar 1895. Großh. Gendarmerie - Diftrict Ober
hessen. Kullmann,
Hausgeräthe verstetgert.
In Auftrag: F. Hossman«.
Glaser-Diamanten,
-rößie Auswahl, sowie Anleitung im
Han»o»fitzer.
Durch die empfohlenen Vorkehrungen wird dem Wasserabnebmer bie Lieferung deS WosserS möglicdst gewährleistet, d m Hausbesitzer aber werden Beschädigungen a« Leitung und webLvde fern gehalten. Wir empfehlen daher vorstehende Vorstwlsmatzregeln allen Belheiligtcn zur ganz vesondere« Beowtung. mittag von 10 — 12 Uhr gesehen
Reparaturen urb Aufthruen von HauSwasserlrimngen w rben am schnellsten werden. 384
von denjenigen JnslallMionS-Getchäften besorgt, weiche die betreffenden HauSwasser- kNunflen f. Z au-geführt haben
forderlich ist die HanSwofferleitungen deS Abends für die Dauer der Nacht zu entleeren. DieS geschieht dadurch, baß zuerst ber vor bem Wasser messe r best, bliche Hauptabsperrhahn geschlossen und bann bas seitlich besselben b kindliche EntleerungS- häbnchen, nachdem ein passendes Gefäß uniergestellt, geöffnet wird und dies so lange geöffnet gehalten wird, biS das in ber Hausleitung siebenbe Wasser oollstänbig abgelaufen ist, worauf bezeichn'tes Hähnchen wieder geschlossen rotrö.
Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während derselben das in dem obersten Stockwerk des Hanse» befindliche Zapfventil
ber HauSleiturg offen zu halten, damit die Lust Zutritt in bte Leitung erhalte. — 6hl größerer Theil des Wassers kann auch sckon durch daS Zap'vmtil der untersten Küche entleert werden, wodurch die Entleerung im Keller vereinfacht wird. — Nach -attaehabter Entleerung sind die beiden Zapfoentile, melde bem Eintritt ber Luft u*b ber Entleerung be« Wassers bienten, roteber zu schlichen.
DaS Schließen des Hauptabsperrdahn» erfolgt burch Aufsetzen beS betflCflebenen Schlüssels auf ben vterkuuiigenHahnzapfen und Drehung in bet Richtung von links nach rechts — im Sinne eines Uhrz Igcr« — bis Widerstand erfolgt. — DaS Deffnen de» Hauptabsperrhahne» geschieht burch Drehung in entgegengesetztem Sinne, bis Wib rstanb erfolgt. Behufs Wasserentnahme muß bes Morgens ber Hauptabsperrhahn roleber Vollständig geöffnet werd n.
Abzweigleitungen nach Waschküchen, Ladezimmern, Hofräumen, Gärten u. |. w find während d-S Winter« Mitteln ihrer besonderen Vorrichtungen a if ähnliche Weise zu entleeren und cttbellt hierüber im Beso> deren am Besten derjenige Installateur Auskunft, welcher die bett. Leitungen gefertigt hat-
Bel anhaltender außerordentlicher ft<t empfiehlt e« sich, die Wasserentnahme auch während de» Tage» auf kürzere festgesetzte Zeit zu be- schränken und während der übrigen Tageszeit die HauSwass:rlettungen gleichfalls in oben angegebener Weise abzustellen
Dem Einfrieren solcher Wasserleitungen, welche durch Küch n unbenutzter Wohnungen geführt sind, kann man durch Unterhalten eine« kleinen Heerbsiuers do beugen. Auch empfiehlt eS fick, in kalten Stoset oder sonstigen ungeheizten Sistumen, durch weich- die Wasserte tung führt, sofern da-elbst die Leitung nicht schon durch eine Umhüllung gegen Keilte geschützt ift, die Temperatur durch ein Oefchcn oder geeigneten Falls etwa durch eine Gasflamme auf genügender Höhe
Bekanntmachung. ; Bekanntmachung.
> Der Bedarf an Schreibmaterialien
OUlliyiUlllJill j des unterzeichnetenDistrictSpro Etats-
gegen das Einfrieren der Wasserleitungen. \w 1895/W soll auf dem Sub- Unter Hinweis auf die „Bestimmungen über Anlage der Hauswasserleitunaen Sunter Ikberfenbuna
zu Gießen" machen wir darauf aufmerksam, daß, um dem Einfrieren de» Wasser» ^bOsferten stnv unter ueversenoung in den HauSwafferleitungen bei eintretender Kälte vorzubeugen «s er- von Mustern nebst Preisangabe bis längstens den 1. k. MS. auf dem
Gießen, ben 11- December 1694.
Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. .D ttr Bergen.
Major und DistrictS Eommandeur.
Montag den 14. Januar und Dienstag dtn 15. Januar,
Nachmittags 2 Uhr, werden wegzugshalber Souueu- ftrasie 25, 3. St. Möbel, al«: Stühle, Tische, 1 Sopha, ein« unö zweithür. Kleiderschränke, 2 Glasschränke, 1 Bücherschrank, 1 Küchenschrank mit Glasaufiatz, 1 Kasseuschrank, 1 amerif. Ösen, Buderus-Patent, 1 Regulator, 1 Patentstellleiter, Pferdegeschirr, Wurs- zeug, Desinfections - Eimer, Actenreale, 2 Betten, Nacht- " Die Wafsermefftr nebst dem nächstanschlietzend'n Theil der Rohr-^Waschtische, L Bade- Ititnna sinb wfibrerb be8 Winters mit Stroh, Säcken ober ähnlichen Schutzmitteln einrtchtnng für Guffvader, gegen Kälte zu umkleiden, auch namentlich bie betr. Kellerfenster geschloffen ,u halten. I Lampen, Spiegel, Vorhänge, — Die Herstellung aller wafferm.ffer. die In Folge ungenügenden Herrnkleider. Kücken- und Schutze» gegen Kälte Schaden erleiden, erfolgt auf Rechnung der - '
Bekanntmachung.
Am Dienstag, den 15. Januar d. Is., findet zwifcheN 1 und 3 Uhr Nachmittags ein Schießen mit scharfen Patronen nördlich und nordöstlich Kinzenbach mit Schußrichtung auf den Himberg statt. Da» Gelände zwischen folgenden Orten ist während dieser Zeit für jeglichen Verkehr gesperrt:
Rodhelm a. d. Bieber — Oelmühle — Bahnhof Kinzenbach — Kinzenbach — Schwalben-Muhle — Rodheim a. d. Bieber. Die Straßen Rodheim—Gießen, sowie WalogirmeS—Heina—Bieber find pasfirbar.
Güßen, den 8. Januar 1895.
Das Commando
448 des II. Bataillons Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm
Bekanntmachung.
In Gemäßheit Beschlusses der Stadtverordneten-Versammlung vom 15. Juni 1879, wonach zur dauernden Erinnerung an die goldene Hochzeit des Deutschen Kaiserpaares, Seiner Majestät des Kaiser Wilhelm I. und Ihrer Majestät der Kaiserin, Augusta, von der Stadt Gießen eine Stiftung zu Gunsten bedürftiger Ehepaare, welche hier ihr goldenes Ehejubiläum erleben, errichtet worden ist, fordern wir Alle Diejenigen, welche im laufenden Jahre ein solches Fest zu begehen haben und Anspruch auf Zuwendung der, zu 150 Mark bemessenen, Stiftungsgabe erheben wollen, auf, sich bei uns zu melden.
Gießen, den 8. Januar 1895.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Gnauth. 432
Lebensversicherungs - Gesellschaft zu Leipzig
(alte Leipziger) auf Gegenseitigkeit gegründet 1830.
LerstcherungSbestaad:
61300 Personen und 420 Millionen Mark Berfichernn-Ssnmwe
Vermögen: 123 Millionen Mark.
Gezahlte Lerfichernngssummen: 84 Millionen Mark.
Dividende an die Versicherten für 1895:
4t®/0 der ordentlichen Jahresbeiträge.
Die Lebensversicherungs-vesellschaft zu Leipzig ist bei günßigße, Ber- stwerungSdebtngunaen (Unanfechtbarkeit fünfjähriger Policen) eine bet strotzten unb billigsten LebenSmrsicherungs- Gesellschaften. — Alle Uetzer- fchüste falle, bei ihr den «ersicherten in. Nähere Auskunft erteilen gern bie Gefellfchalt, sowie bereu Vertreter: 526
flaller & Schwere in «ießru, Wallthorstrahe 25.
Theodor Henbech „ „ Bahnhofstraße 40.


