Ausgabe 
13.1.1895 Zweites Blatt
 
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1895

Sonntag den 13. Januar

Zlints- und Anzeigrblatt für den Kreis Gieren.

chralisöeitage: Hießener Aamillenökätter.

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Nachfolger,

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Die Gießener Aamikieuvkäller »erden dem Anzeiger wvchmtlich dreimal deigelegt.

ilSftinnt te, ergiebigste billigste, friü im eigensten nath

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Der

-letzen-r Anzeiger nscheint täglich, Ausnahme de» Montag».

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den «efqenben Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr.

Haus der Schützengesell chaft, am Großh. Orangeriegarten in B ssungen und an der Eschollbrückerstratze ausgedehnte künst­liche Eisbahnen entstanden, auf deren spiegelglatten Flächen sich täglich Hunderte von Menschen tummeln. Concerte werden auf dem Eise gehalten und für nächsten Freitag Nachmittag hat der Schl ttschuhklub ein großes Eisfest angekllndigt, zu desien glanzvoller Gestaltung die größten Vorbereitungen getroffen sein sollen. Hoffen wir, daß das Wetter hält und das Fest nicht zuWasser" wird.

Auch die umliegenden Ortschaften, besonders die im nahen Mühlthale und die an der Bergstraße gelegenen, dürften an der längeren Dauer des Winterwetters ein begreifliches Jntereffe haben. Zwar sind sie von ihrer gewöhnlichen Velkehrsvermittlerin, der Darmstädter Dampf Straßenbahn, die die Orte Griesheim, Schießplatz, Arhetlgen und Eber­stadt mit der Residenz verbindet, scvon einige Male schmäh­lich im Stiche geloffen worden, dadurch, daß die Züge im Schnee stecken blieben und die Passagiere gezwungen wurden, eine weniger angenehmeWatung" nebenher im Schnee nach ihrem Ziele hin, zu unternehmen. Ein viel regerer Verkehr wird durch die Schlittenfahrer hergeftellt; so waren am ver­gangenen Sonntag alle die beliebten Ausflugsorte der Um­gegend so zahlreich von Schltttenfahrern besucht, daß andere Sterbliche, die sich das beneidenSwerlhe Glück einer Schlitten­partie aus dem oder jenem Grunde nicht gestatten konnten und deshalb erst viel später ankamen, kaum Platz fanden. Auch am Montag Nachmittag bewegte sich ein langer Zug, es mögen ca. 50 Schlitten gewesen fein, unter fröhlichem Schellengeläute in der Richtung nach Eberstadt u. s. w. Se. Lönigl. Hoh. der Großherzog, den man täglich an der Seite seiner hohen Gemahlin, am Nachmittag zu Schlitten die

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Nr. 11 Zweites Blatt

LandwirthschaMiche Winke unS Kathschiiige.

R«s Oberheffen, in der ersten Januarhälfte.

Zur Berichtigung.

In Nr. 8 desGießener Anzeiger" vom 10. d. Mts. '.bringt da -Jäger und Jrgdpämer" seine iUftditen über die Ausführungen mm Vor trage, weiche in dem Aussätze: Rückblicke auf das Jahr 1894 'N Bezug auf die schwere« -fehler, welche vet Regelung vou Wildschäden auf dem Lande gemacht würde«, rruw.ckett worden stich. , t _ ...,

Der Herr Einsender behauptet, cS handelt sich in dem Artikel in erster Liitte darum: Soll der Bauer die Jagd selbst ausüben? Wir bedauern lebhaft, dieser Ansicht aus das Bestimmteste Wider­spreche« zu müsien, denn das Ausüben der Jago ouich die Bauern ist der allererste Punkt, auf weichen der Aufsatz zu reden kommt. Der mie und schwerwiegendste Punkt, der die Besprechung auch ganz allein veranlaßt bat, der darum in dem Aussätze auch fett ^brückt tu, lauten schwere Kehler werden del Regelung vo« Wildschäden auf dem Laude gemacht und Verleiden dem vauer sein LtedsteS, das Grundetgentyum. Der yeer Ein­sender ist Jäger uno Jagdpächlcr, folglich ist Um die Jagdausübung daS erste und wtchttgtte. Man darf aber seine suojecttven Ansichten atcht an die Stelle setzen, wohin sie nicht gehören. Nachdem die Aegelung der Wildschäden und die J-gdausübung wieder in die Reihe gerückt wurden, von der in Nr. 304 und 305 de 1894 ausgegangen »er, sind die übrigen Einwürfe le cht zu w.verlegen.

Zweitens sollen Hasen und Rehe >n seltenen Fällen wirklichen Schaden thun. Hier ein Beispiel: Ein Bauer hatte einen Acker mit prachtvoll destanrenern Kleesamen; der Ertrag konnte sicher auf 1V» Een ner geschätzt werden. Die Rehe bissen sämrntliche Blülhen- föpie ao und der E trag von 150 Pb. ftieefamen ü 1 Maik war rumirt. Schafe gibt es in der Gemarkung nicht, also können ße k-en Klc.famen i.tcht geiaudl haben. Der Bauer erh.ell endlich 10 Mark Entschädigung, wobei ihm Angst gemacht wurde: er könne noch froh sein, daß et Vas empfinge, denn wenn eine Commission käme, gäbe es vielleicht noch 25 Mark Kotten zu tragen. Tiefgek.änkt zog sich der Bauer zurück, denn er Hal ein Häusl in Kinder zu ernähren, der Vl-Hstand ist reducirt, was er hat, gilt nichts, was er braucht ist theuer, Nebenverdienste sind keine vorhanden. Wo drückt ihn der Schuh? Ueberalll Zehen und Ferse sind ihm blutig ge­rieben Dre Jagdpacht beträgt für die ganze Gemarkung kaum soviel, all der Bauer allein einbützle. Wie lange muß er leben, bis ihm der schwere Verlust durch die Minderung an den Communalsteucrn ersetzt m? Bet so schlechten Zeiten, wie wir ste jetzt haben, kann ein Sauer durch den Verlust von 140 Mark schwer in feinem Fortkommen nschülrert werden. m p

Ein anderes Beispiel! In wahrhaft väterlicher Weise so gtbie Regierung für H.bung d.s Obstbaues. Seit einigen Saoren werden dis weit in die Thäler des Vogelsberges Oostbäume gepflanzt und ste gedeihen fröhlich. Einem Bauer wurde ein ganzes Bäumstuck, das eiliche Jabre t'.ff 'ch gebieb, nurck Ha'en zernagt, den« Schaf« gibt -S dort nicht die raube« kSn«te«. Der Bauer eroieit MN Aw uno K aw ein« Marl pro Bunur und wurde, als xbm der Unroiflc fcharf emporschoß, mit der ähi.Uchen Klausel: bieCommNston kommt und macht noch große Kosten, zum Schweigen gebracht. Nun pflanzt der Bauer von Neu-m; vielleicht Hai er Mißgeschick mit den S ämmchen; sie geben nicht an ober kümmern und nach Jahrzehnten steht man noch dre üblen Folgen, während die erste Pflanzung freudig zed.ehen war.

Dutz.nde von solchen Beispielen stehen zur Verfügung und daneben die bäßltchen Kn ffe der Wtldhüler und Jagbläuser, die frch du roihes Röckwen bet ihienJagdherren verdienen wollen. Sch'kider dieser Zellen, der feit länger als 40 Jahren unter der ländlichen veoö kerung lebt, gute und schlechte Z iten mit ihr durchmachte, auch die Verhältnisse in den drei Provinzen kennen zu lernen Gc-

Bei der Redaetion eingegangene Bücher re.:

Christus «nd die Arme«. Eine geharnischte Streit­schrift von Rudolf Heinrich Greinz. Der bekannte Autor gibt tii dieser seiner neuesten socialen Schrift eine geistvolle und scharfe Darst llung der Forderungen deS Chrtstenthums Christi im Zn- fammenbana mit unserer ganzen modernen socialen Bewegung. Der Preis der Schrift ist sehr niedrig: 30 Pfg.

Alle Annoncen-Bureaux beS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

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Feuilleton.

Wochenbriese ans der Residenz.

(Originalbericht desGießener Anzeiger".)

Z. Darmstadt, 10. Januar.

Die Residenz im Schnee. Vom Hofcoucert. Carneval 1895.

Endlich hat er sich eingestellt der lang- und heißersehnte Winter und die Art und We-se, wie er es gethan, zeigt, tag eS ihm jetzt grimmiger Ernst ist mit seinem Kommen. In der That, so herrliches Winterwetter haben wir lange nicht mehr gehabt. Geschneit hat es mächtig und schneit immer noch fort, Häuser und Straßen sind dick mit Schnee bedeckt, und obwohl die Stadtverwaltung ganz bedeutende Anstrengungen gemocht hat durch umfangreiche Einstellung Arbeitsloser zur Fortschaffung der riesigen Schneemaffen von Straßen und öffentlichen P ätzen, so kann von einer voll­ständigen Bewältigung dieser Arbeit vorläufig doch kaum die Rede sein- besonders in den vom Centrum entfernter liegen­de» Straßen der Stadt ist das Durchkommen noch mit »ar cherlei Schwierigkeiten verbunden und die von den großen vahnschiitten geschaffenen Wege vermögen den Verkehr mit de» umliegenden Orten nur ungenügend zu vermitteln. Im llebrigen ist die Temperatur am Tage wenigstens nicht zu falt, ja häufig sendet die Sonne ihre allerdings recht matten Strahlen auf die Winterlandschaft hernieder, so daß das Witter geradezu wie gemacht erscheint zum Schlittschuhlaufen vnd Schlittenfahren, dem denn auch tüchtig von Jung und stlt obgelegen wird. Durch die eifrigen Bemühungen Pri­vater und der beiden hier bestehenden Schlittschuhvereine frü an den vier Enden der Stadt, am Carlshof, am Schieß-

Gießener Anzeiger

Kenerak-Anzeiger.

Mit der Serirbtiguna im zweitletzten Absätze:die Banas würden von de« AagdpLchtern auch noch verhöhnt und schlecht behandelt", fällt der Herr Einfenver ganz gründlich herein.

Wir buten den Herrn Einsender den Aufsatz in Nr. 30t und 305 geiäll-ost noch einmal durchlesen zu wollen, um zu finden, daß die inländischen und ausländifchm Jagdpächter a«Sdr»cklich als verständige Leute bezeichnet, die von ihren Wildhütern und Jagd- läusern (um sich ein rothes Rockelchen zu verdienen) unrichtig be­ehrt werden. Wir meinen : wenn man eineEntgegnung- fareiben will, sollte man sich die Sache, aus die man entegegnen will, doch erst reckt genau und deutlich ansehen: Man sollte die Punkte, die in letzter Linie kommen, nicht an die erste Stelle rücken; man sollt« nicht Ausnabmefälle, die streng die Regel beweisen, als Beispiel« anführen: man sollte die ländlichen Verhältniffe sorgfältig studiren, sonst gelangt man zu Fehlschlüssen, wie der letzte Absatz der Ent- gegnung noch einen enthält. Das Hegen des W'ldes, das Beobachte» und Studiren desselben, sowie der ganzen Natur ist ein hoher, reiner, geistiger Genuß für den Jagd- und Naturfreund, äbnlich wie das Anhören eines klassischen Dramas, einer Beethoven lcken Symphonie, einer Mozart'fchen Oper für den Kunst- und Musik­freund. Wer sich einen so hoben geistigen Genuß verschaffen will, der darf die erforbei lieben Opfer nicht scheuen, die demokratisch« oder aristokratische Richtung unserer Zelt bleibt dabei außer B-tracht. Die Jagd ist ein hochfeines Vergnügen, so steht bereits in unsere« Aussatz^; wer sie ausüben will, soll sich auch fein benehmen. Wer es nicht ist, behandelt den kleinen Bauer schlecht, darin stimmen rott mit dem Herrn Einsender vollkommen überein.

Aber noch in einem anderen Punkte stimmen wir ihm z», nämlich: der Bauer soll den Pflug, die Hocke, die Sense zur Hand nehmen, nicht den Schießprügel, denn die Jägdler unter den H«i«t* Bauern taugen nichts. Das haben wir schon vor vielen Jagte» an dieser Selle wiederholt und sehr k'ar ausgesprochen. Wo vageg« die Jagdpachte schecht find und der Schaden größer als der Nutzeri ist, da mutz das Wild der ehrlichen Arbeit weichen. DaS Gei-tz sieht darum auch den F°ll vor, daß die Verwaltung das in Überzahl vorhandene W'ld abschi.ßen lassen kann, selbst wenn es der Jag^ Pächter nicht tbun wollte. Unsere Ausführungen in Nr. 304 unb 30» sind gegen die MtßbrL«ch« 'm edlen Waidwerke gerichtet, daS wird der geehrte Herr Einsender j tzt wohl selbst zugestehen, wenn er lene Zeilen noch einmal durchsteht, nicht aber gegen einen feinen, human« Gebrauch desselben.

Die Mißbräuche bei Regelung der Wildschäden muffen i» Deutschland ziemlich allgemein fei«, sonst hätte sich dieKöln, ata." in ihrem ArtikelDie Socialdemokratie und der Bauernstand , Leichen derGießener Anzeiger" in Nr. 286 zweites Blatt vo» 6. December v. I. im Auszüge übernommen bat, nicht so veuttich darüber ausgesprochen. Sie müssen auch bei uns in Hessen em­pfunden werd n, sonst würde nicht schon längst nach einem neuen, bess ren Wildschadengesetze verlangt werden, welches unseren Stände» demnächst oorgeleat werden soll. H'erdurch ist auch ganz allaemei« dargethan, daß die Ausführungen in Nr. 304 u. 305 desGießener Anzeigers" ttne voll« Berechtig««- haben. ,

Wir können uns hiermit von dem Herrn Einsender verabschted«, dessen gute Absichten wir keineswegs vu kennen, wenn wir bei Prüfung der Sache auch zu anderen Resultaten gelangen mußten; wir sind ihm aber trotzdem zu Dank verpflichtet, weil er »ns Gelegenheit gab, den wichtigen Gegenstand noch einmal gründlich zu beleuchten.

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legenbett hatte, versichert dem Herrn Jäger und Jagdpächter, daß sich die Sache auf dem Laiche ganz anders ausnimmt, als in der Stadt. W-r zuweilen aus der Stadt zu einer Jagdvarthie auf das Land kommt, hat entferr t kein« Begriff davon, wie sehr seit einigen Jahren auf dem Lande der Rückgang sich sühldar macht.

DerGießener Anzeiger* brachte w'ederholt au- all«« Theile« -er Provinz Schilderungen von der bedauerltchen Lage der kleinen Leute. Sie nehmen alle möglichen Dienste an, um nur etwas ver­dienen zu können. In solchen Zetten ist es doppelt traurig, wenn kleine Leute durch Wild oeschadigt werden, das zum Vergnügen der Reichen vorhanden ist. Wir füllten gegenwärtig einmal Reichstags­wahlen haben, der Herr Einsender würde sich höchlichst verwundern, was für ein Resultat herauskäme. Videant coneulesl Was man hier und da von Zukunstsnaat und dergleichen zu hören bekommt, stimmt durchaus nicht mit der Art und Weise wie die Regelung der Wildschäden zu erfolgen pflegt.

D-r Herr Einsender schreibt ferner in Absatz drei:meist sind es die Schafe gewesen, die ja soft nur vom Raub leben." Daß daS gute, sanite, fromme Schaf unter die Räuber aerat&en, ist den freund­lichen Lesern wohl etwas Neues, uns auch. Allbekannt aber ist, daß die Schafzucht seit Jahren ganz außerordentlich zurückgeht; es gibt Dutzende unb aber Dutzmde von Gemeinden, in denen nicht eine einzige Schafsklaue zu finden ist, wo aber jahraus jahrein Wild­schaden verübt wird. Diesen Schaden w rd man unmöglich den räuberischen, nicht vorhandenen Schafen, sondern dem Wilde zuschreiben müssen.

In demselben Absätze wird auf die Jagdverbältnisse in Rhein­hessen Bezug genommen; sie beweisen genau das G gentheil von dem, was der Herr Einsender beweisen möchte. Rheinh ffen ist die reichste Provinz d-s Landes, ist fp'nnroebenartig von Eisenbahnen durch­zogen, von einem Kranze großer reicher Städte: Mainz, Wiesbaden, Frankfurt, Darmstadt, Worms, Mannheim umlagert, deren Rentner, Millionäre, Garnisonen und Pensionär« äußerst leicht und bequem auf daS rheinhesstsche Jagdgebiet gelangen können und enorme Summen als Jagdpachtsch'llinge anleg-n. Von diesen Summen haben wir in Oberhessen oar keine Ahnung. Man nehme einmal denjenigen Tbeil unserer Provinz weg, der westlich von d-r Gieß n- Gelnbäuser Bahn liegt, was bleibt dann noch? Ein ärmlicher Tbeil, aber der größere, wo die Jagd mager bezahlt wird. Die Rbeinlnssen find reiche Leute, ihn"N tbut es nichts, wenn ihnen jäh'lick ein gewisser Procentsatz von den Bodenerz-ugnissen abg-frefsen w'rd; die riesigen Jagdpachtschillinge ergänzen den Schaden wieder. Die Ober- Hessin find arm, sie haben selbst nichts ober nur sehr wen'a, können also nichts entbehren, erhalten einm geringen Jagdpachtschilling unb leiben folglich doppelt. Datz ist so klar unb einfach, daß kein Wort weiter batüber verloren zu werden braucht.

Ebenso leicht ist der Herr Eins nder und Jagdpächter mit dem Beispiele von Heuchelheim zu widerlegen! Die Provinz Oberhessen bat rund 500 G markungen. Wieviele befinden sich darunter, die in der glücklichen, ben^idenswerthen Lage von Heuchelheim sind? Wollen es hock greifen, in Summa noch neun, zusammen also zehn, was aber schwerlich der Fall sein wird. Auf 50 unbegünstigte Gemark­ungen käme eine begünstigte, folglich ist Heuchelheim ein Ausnabme- fatt wie Rheinhessen und---Ausnahmen bestätigen die Regel.

Die £)eud)elbetmer müßten auf die Köpfe gefallen sein, wenn sie ihre äußerst günstige Lage nicht benutzen wollten. Dasselbe bezieht sich auf die Verwerthung ihrer Eier, Mitch, Butter, G müie, des Obstes und dergleichen mehr. Jeder Bäcker, M-tzger, Handwerker, Fabrikant, Bierbrauer, Arzt unb Künstler wird in gleichem Falle ähnlich bandeln. Dazu kommt, daß die Schadenregulirung in Heuchelheim wegen der Nähe Gießens äußerst einfach ist. Wenn aber ein Bauer 4 bis 5 Stunden weit, a so tour unb retour 8 dis 10 Stunben bis ans Amt laufen muß und die Wildschaden- gesetzgebung nicht versiebt, bann bleibt er zu Hause und erduldet schweigend das ihm zugefügte Unrecht.

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Umgebung der Stadt durcheilen sehen kann, betheiligten sich ebenfalls an dem vom hiesigen Schlepp Jagd-Verein arran- girten Schlittenkorfo, der unter Assistenz einer Militärcapelle den glänzendsten Verlaus nahm.

Das bereits im letzten Briefe erwähnte Hofconcert fand am vergangenen Montag statt und vereinigte eine aus­erlesene Gesellschaft in den Räumen deS Alten Palais am Luisenplatz. Außer den Großherzoglichen Herrschaften waren erschienen Prinz Wilhelm von Heffen, die Prinzessin z« Solms-Braunfels mit Prinzessin Tochter, der Fürst und die Fürstin zu Löwenstein-Wertheim nebst dem Erbprinzen und der Prinzefsin Marie, der Graf und die Gräfin zu Erbach- Schönberg, der Königl. Württembergische Gesandte Freiherr v. Soden u. a. m. Im Ganzen waren 200 Einladungen ergangen. Noch Abwickelung des Programms, über das Ihnen schon berichtet wurde, sprachen die Allerhöchsten Herr­schaften ihre hervorragende Anerkennung über die gebotenen Leistungen aus.

Mit Beginn des neuen Jahres beginnt nun auch der Fasching seine Rechte geltend zu machen. Schon habe« die humoristischen Mlitärconcerte begonnen und bereits ver­sendet auch die Darmstädter Carnevalsgesellschaft ihre Parole pro 1895. Wie das Programm besagt, finden zwei große Herren- und Damenfitzungen, eine große Herrensitzung und ein Gala-Maskenball im Städtischen Saalbau statt. Carneval- Zug 2C. unterbleibt wohl im Hinblick auf die flauen Zeiten, die die Geschäftsleute, die ja die Vergnügungen größtentheils arrangiren, durchzumachen hatten.

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II. Coucert Anfang rt mit neuem Programm. Henle Sonntag

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