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Donnerstag den 12 December
Zweites Blatt.
M 282
viertkljährigrr
Keneral-Wnzeiger.
Amts- und Anzeigeblatt für den TLreis Gissten.
Rebaction, LxprditioG und Drucker«:'
SLulstrahe Hlr.H.
Fernsprecher 51.
Die Gießener
P«»ttte«0tL1ter werden dem Anzeiger »Hchmtlich dreimal beigelegt.
Der
füttert Zweigte erscheint täglich, «tt Ausnahme de- MontagS.
Gießener Anzeiger ®
chratisöeitage: Hießener Aamilienbkätter.
Amtlicher Theil
Winterdecke ziemlich gesichert bleiben.
schnittlich zwei Fuß hoch, an geschützten Stellen bis ein Meier. D e Feldarbeiten mußten nun entlief» eingestellt werden. Obwohl ja doch noch ziemlich Arbeit aus dem Felde zu verrichten war, so hat der W nler den Landwirthen einen Strich durch ihre Pläne gemacht. Unser- Wintersaaten stehen bls jetzt noch sehr gut, auch dürften dieselben durch die jetzige gute
Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist;
d) das Schulzeugniß.
Sodann wird noch besonders bemerkt:
Zu pos. b: daß in dem Einwilligungs-Attest die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein muß.
Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugniffe für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugniffe für die Prima der Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen, fämmtlich nach Schema 18 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.-Bl. Nr. 5 von 1889 — ausgestellt sein muffen.
Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen.
Großh. PrüfungS • Commission für Einjährig - Freiwillige zu Darmstadt.
Der Vorsitzende: Buchinger.
*W6 ProsÄtziiM«».
Laubach, 9. December. Die Volkszählung am 2. December ergab für die hiesige Stadt 1899 Anwesende und 22 vorüberaehend Abwesende, zusammen also 1921 Ein wohner, wovon 937 männliche, 984 weibliche. — Die erste Verminderung dieser Zahl erfolgte am heurigen Tage durch den Tod des im besten Mannesalter stehenden Herm. Wilhelm Kircher, des langjährigen Beigeordneten unserer Stadt, deS Rechners des hiesigen Spar- und CreditvereinS. , m 59. Lebensjahre wurde derselbe nach etwa achttägigem Krankenlager inS bessere Jenseits abberufen.
Weickartshain, 9. December. Ergebniß der VolkSzäh-
Literat«» «nd
— Von der billigen Jubelausgabe des Zeitz'scke« Kriegstagebuch» (Kriegsertnverungen eine» FeidzugSfreiwtUtgt« a»» den Jahre« 1870/71) Verlag von Stephan Gerbet in Altenburg, S. A-, sind uns die Sch ußiteferun^en (24—29) zugegangen. Dtefelben enthalten wieder außerordentlich viel Interessantes, sowohl nach der ernsten rote nach der humoristischen ^eüt. Wir versagen es uns, des Näheren auf den Inhalt dieser Dieses > ungen einzugehen und fassen lieber unser Urlhetl über die Erinnerungen" dahin zusammen, daß uns allerdings noch kein Buch unter die Hände gekommen ist, wrlch<s den Laten besser in dag Wesen des Feldzugs, in die Leiden und Freuden des Soldaten em- fuhrt, als das Z itz'sche. Es erhält den Leser von der ersten bj§ zur letzten Seite m stets steifender Spannung. Es eignet sich voitrestlich zum Weihnachtsgeschenk für Jung und Alt, zum Vorlesen im Famtlienkrelse, da das Buch nichts enthält, was die Jugend uicht auch lef.n dürfte. Dem packenden Inhalt, dec meistethaften Begabung des Verfassers, seine Erlebnisse so zu schildern, daß der Leser sie wirklich mttedebt, der adwechselungsretchrn Darstellung, die uns bald ernster stimmt, bald hell auflachen läßt und nicht iuut wenigsten der hübschen Ausstattung verdankt das treffliche Buch seine enorme und rasche Verbreitung (3 große Auflagen in 3 Jahren). Wir empfehlen die „Kriegserinneruugen", die in der Judeiausgobe in eleaanttm Einband nur 7 Mk. kosten (bei 58 Bogen Umfang mit 180 Illustrationen), wä-rend der Preis für die treuere Ausgabe 11 relp. 12 Mk. betrnL, allen Lesern aufs wärmste.
— Der achtzigste Geburtstag des Altmeisters Adolph Menzel ist ein Nattona fest des deutschen Volkes. Es etjrt in ihm nicht vit den größten lebenden Maler germanischen Stammes, es ehrt zugleich sich selbst in dem künstlerischen Hei old seines Ruhmes. Unter ben zu diesem Tage vorbereiteten Huldigungen wird eine der ersten Stellen eine Menzel Nummer der »Moderne« ^(Verlag
von Rick. Bong, Berlin) einnehmen, em Extiaheft m glänzender Ausstattung, das den Abonnenten ohne jede Preiserhöhung als bts sondere Gabe gestiftet wird. Das überaus reiche Bildmaterial wird einen Ucherdlick über das gesammte Schaffen des Meisters geben und ist mit der größten Sorgialt nach den Wünschen des Künstlerselbst zulammengestellt. Adolph Menzel hat nicht nur seine Unterschrift besonders für diesen Zweck gestiftet, sondern auch b;e Erlaub- niß zur Wei offlntlichung eines Gemäldes gegeben, das den Wenigsten bekannt, bisher niemals reprobuctrt wurde. „Tie Aufbahrung der Märzgefallenen vor dem Deutschen Dom in Berlin" ist eine jener wunderbaren Wirklichkeitsschiiderungen, mit denen Adolph Menzel die Geschichte seines Volkes künstlerisch mitempfinbenb begleitet. Un- publlcirte Handzeichnungen, bie bedeutendsten Gemälde, zum ersten Male in voller Farbenpracht durch Aquarelldruck wiedergegeben, ein eigenhändiger, hoch intenffanter Brief des Künstlers, der sich mit seiner Gesinnung d.m Fürsten Bismarck, dem W ederhersteller des Reiches, gegenüber beschäftigt, geben dieser in kurzem bevorstehenden Publikation den Character einer in ihrer Art einzigen Huldigung.
PermiMUi.
* Biedenkopf, 9. December. Ergebniß der Volks' zählung. Nach einer vorläufigen Zusammenstellung beträgt die bei der Volkszählung am 2. December d. I ermittelte Seelenzahl unserer Stadt 2817 (gegen 2833 in 1890). Die männliche B völkerung beträgt 1351, die weibliche 14ö6.
* Frankfurt, 8. December. G stern Abend kurz nach 7 Uhr stürzte im Hause Ftscherstraße 36 ein 23jähriges Dienstmädchen beim Fensterputzen in denVorgarten, fiel auf eine Steivp atte und blieb auf der Stelle tobt. Die Leiche wurde noch am Abend nach dem Friedhof verbracht.
* Ein historifch gewordenes Geschütz hat die bayerische Artillerie aufzuweisen. Dasselbe fiel vor 25 Jahren in die Hände des Feindes, wurde aber von den braven Bayern wieder zurückerobert. Es war in dem Gefecht bet V'llepion am 1. December, als bei dem Vormarsch auf die feindliche Uebermacht plötzlich der Ruf ertönte: „Das sechste Geschütz fehlt!" Und so war es in der That. Eine Granate hatte die Bespannung zerriffen, das Geschütz war stehen geblieben, und französi'che Infanteristen eilten heran, die seltene Kriegs- beute in Besitz zu nehmen. Den Act der Zurückeroberung der Kanone schildert Hauptmann Tanera in seinen Kriegserinnerungen in folgender dramatischer Form: „Die Ober- Iieutenantö Harrach und Arnold vom 11. Regiment haben kaum die (Situation überblickt, als sie ihre Mannschaften anfeuern: „Auf, sechste Compagnie! Auf, siebente Com- paqnie! Werdet doch den Rothhosen keine bayerische Kanone lassen! Drauf! Hurrah!" Das Geschütz liegt vor der Front zwischen beiden feuerspeienden Linien. Todt liegen die Fahrkanoniere und die Pferde um ihre Kanone. Als dies der Artillerieoberlieutenant Frhr. von Stengel bemerkte, rafft er einige Infanteristen zusammen, bringt sie wirklich
Bekanntmachung,
Äie Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen betreffend.
lang am 2. December d. 3 tür unseren Ort: 171 männl, und 188 werbt., zusammen 359 Personen in 74 Familien.
0. Ortevberg, 10. December. Unsere ausgezeichneten Vogelsberger Hölzer erobern sich mit jedem Jahre einen größeren Markt Unter anderen Firmen auS Süd- unb Mitteldeutschland tritt dieses Jahr nämlich sogar ein bedeutendes Geschäft au6 Dülmen in Westfalen bei Münster auf, welches für viele Tausende Holz im SubmissionSwege erstanden hat. — Unsere kleinen Lanowirthe, welche im schwuren Jahre 1893 genötigt waren, vieles Geld für Futtermittel und Saatgetreide auszugeben, aber wegen Geldmangel borgen mußten, befanden sich seither in schweren Sorgen darüber, daß die vom Staate gemachten Auslagen auf dem Zvangswege beigetrieben werden sollten. _ DaS
on das verlorene Geschütz heran, überläßt eS einstweilen ihrem Schutze, eilt bann zurück, holt eine bespannte Protze, kommt mit betreiben w-eder vor, läßt aufpiotzen, und fährt im Schritt mit der viel umstrittenen Kanone zurück. Mit dem Kühnen ist das Glück, Baron v. Stengel kam ungefähr bet mit dem geretteten Geschütz zur Batterie. Kann man e- bem Chef betreiben verbenken, daß ihm Freudenlhränen über bie wettergebräunten Wangen liefen, als er bem Dberlieutc* nant für seine That dankte?"
• Kriegerdenkmal bei Habonville. Die „Bereinigung zur Schmückung und dauernden Erhaltung der Kriegergräber um Metz" hatte im Laufe der letzten Jahre die auf französischem Boden bei Habovville und St. Ail liegenden Einzelgräber ausheben und auf einem kleinen Sammelfriebhofe in der Nähe des erstgenannten Dorfes wieder bestatten laffen. Die Anzahl der ausgebodenen Gräber beträgt reichlich 200. Auf Vermittlung deö Bezirkspräsidenten hat die französische Regierung nunmehr gestattet, daß diesen Gesallenen auf dem Sammelfriedhof in Hadonville ein gemeinsames Denkmal errichtet werben darf, selbstverständlich nach einem vorher zu genehmigenden Entwurf. Dieser Entwurf ist angefertigt und wird demnächst der französischen Regierung vorgelegt werden. Die in und bei ben genannten Orten Gefallenen gehörten s iner Zeit hauptsächlich ben Infanterie Regimentern Nr. 84 unb 85, sowie der hessischen (25.) Division an. Die OsfizierS- nräber bleiben unberührt.
* Die Criminolstatistik für 1894. Die vorläufigen Ergebnisse der deutschen Criminalstatlst'.k sür 1894 werden im neuesten DierteljahrSheft der Statistik des Deutsche« Reiches veröffentlich'. Es zeigt darnach die Zahl btt wegen Verbrechen unb Vergehen gegen Reichsgesetze Verur- iheilten gegen bas Vorjahr eine recht erhebliche Zunahme. Sie beträgt 446,070 gegen 430,403 im Jahre 1893, 422,327 im Jahre 1892, 391,064 im Jahre 1891, 381,453 im Jahre 1890 unb 369,644 im Jahre 1889. Die Zunahme gegen ba6 Vorjahr beträgt hiernach 15,667 Personen ober 3 6 v. H.
Alic Annoncrn.Burcaux be8 In- und Ausländer nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr.
Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig-sr eiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgen, tot, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvoll- tändige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden.
Meldende im Großherzogthum gestellungs- erhalten die Leute Frist gegen tortatung öon 4/o 3 f /
pflichtig ist, d. h. feinen dauernden Aufent- fobald sie sich an das Ministerium des Innern un
baltsort bat. Justiz wenden. Da viele Leute dieses nicht wiffen, so ist
2) Die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst kann ihnen vorstehende Nachricht vielleicht nicht unwillkommen. --
nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß Der heftige Smrm, welcher in voriger Woche mehrere Tage spätestens bis zum 1. Februar des Jahres lang über ganz Mitteleuropa wüthete, hat auch in unserer nachgesucht werden, in welchem das 20. Lebensjahr Gegend an flachwurzelnden Bäumen manchen Schaden .mge- vollendet wird. richtet, doch ist er weniger bedeutend, als angenommen wurde.
Der Nachweis der Berechtigung zum ein* Die dürren Aeste sind vielfach ganz herabgefegt worden, jährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts wodurch den Leseholzberechtigten Gelegenheit gegeben wird, spätestens bis zum 1. April desselben Jahres ftire Srennmaterialbeftänbe zu ergänzen.
zu erbringen (Wenn z B. mit Rücksicht auf da- Lebens- § Radmühl (Kreis Lauterbach), 7. December. Eine Kuh alter die Einreichung des Gesuchs nicht weiter hinaus- des htefigen Gastwirths Johanne s Her chenr öder brachte geschoben, das vorschriftsmäßige Schulzeugniß aber erst gestern ein Kalb zur 2ßdt, welches fernen Schwanz hatte, am Schluffe des Schuljahres ausgestellt werden kann.) sondern nur ein kleines Büschwen, ähnlich dem eines Rehes. In solchen Fällen ist in dem Gesuch anzugeben, daß das § Aus dem oberen Vogelsberg, 6 December. E i n Schulzeugniß bis 1. April nachfolgen werde. theurer Schreibfehler! Em gewöanliches Bauernhaus
3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben ^be kürzlich in einem Orte unseres Gebirges versteigert.
fein unb ist hierzu ein Bogen in Actenformat I ^a6 Meist und Letztgebot betrug 2200 Mk. Ein Handels- (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch ist die nä-her e mann au6 einem Nachbarorte wollte hierauf ein Nawgebot Adresse anzugeben. mit 300 Mark entlegen, sonach 2500 Mk. bieten. Damit
4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: I bte bQlö gemacht würde, legte er fein Nachgebot
») Geburtszeugniß; schriftlich am Amtsgericht ein und zwar etwa mit den Worten,
b) EinwilligungS - Attest des Vaters oder ba§ er h^mit ein Nachgebot von 2500 Mk. einlege; er
Vormundes nut der Erklärung Uber Bereit- , fomtt 4700 Mk. geboten. Es fragt sich nun, ob er Willigkeit, den Freiwtlligen während einer ein- ^n muß.
jährigen acttven Dtenstzeit zu beklerden, auszurüsten, g Vom höheren Vogelsberg, 9. December. Nachdem seit sowie die Kosten Kr Wohnung und Unterhalt zu flCytern ^tei starker Schneefall eingetreten, sieht die Übernehmen. Die Fähigkett hterzu tst obrig- Natur so recht winterlich aus. Der Schnee liegt durch- keitlich zu befchetntgen; 1
c) ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Progymnasien, Realschulen, Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und sonstigen mllitärberechtigten Anstalten) durch den Director der Anstalt, für alle übrigen jungen


