Ausgabe 
12.11.1895 Erstes Blatt
 
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Nr. 266

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Oiete«er Anzeiger erscheint täglich, ent Ausnahme bei

Montag«.

Die Gießener A.mtkieuvlLlter »erden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigrlegt.

Erstes Blatt. Dienstag den 12. November ISf^S

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Gießener Anzeig er

Kenerat-Wnzeiger.

vierteljähriger > Avonnemcatspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen 2 Mark 60 Pfg.

Redaction, Lrpcditio» und Druckerei:

ScSntstraße Kr.^ Fernsprecher 61.

Amts- unb Anzeigeblertt für den Äveis (ßiefcen.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für de« folgenden Lag erscheinenden Nummer bi« Vorm. 10 Uhr.

Hratisöeikage: Hießener Kamitienötätter.

Alle Annoncen-Bureaux des In- und Ausländer nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Amtliche- TKeil.

Bekamttmachttng, betreffend die Maul- und Klauenseuche; hier Abhaltung von Viehmärkten.

Nachdem durch den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in mehreren Gemarkungen unseres KreifcS eineerhöhte Seucdengefahr" besteht, verbieten wir bis auf Weiteres die Abhaltung von Viehmärkten, mit Ausnahme von Pferdemärkteu, im Kreise Gießen.

^Insbesondere werden von diesem Verbote getroffen die Biehmärkte am

13. November l. I. zu Allendorf a. d. Lda.,

19. und 20. November zu Gießen,

10. und 11. December l. I. zu Gießen,

14. November zu Grimberg,

9. December zu Hungen,

5. December zu Treis a. d. Lda.

Gießen, den 11. November 1895.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Gießen, den 11. November 1895.

DaS Grotzherzogliche Kreisamt Gieheu

Ml die Grssth. Bürgermeistereien des ÄwHH.

Unter Hinweis aus vorstehende Bekanntmachung rubr. Betreffs beauftragen wir Sie, solche alsbald in Ihrer Ge­meinde ortsüblich veröffentlichen zu lassen.

v. Gagern.

Deutsche- Reich.

Berlin, 9. November. In Bezug auf die in den letzten Tagen durch die Presse gegangenen Mittheilungen über Ver­handlungen, welche im preußischen Staatsministerium in Sachen der Militärstrafgerichtsverordnung ftatt- gefunden haben sollen, wird derNat.-Ztg." Grieben: Die Nachrichten hierüber könnten nur durch Indiscretion ihren Weg in die Oeffentlichkeit gefunden haben. Demgemäß hätten fie ketneu Anspruch auf absolute Richtigkeit. Nur das Eine dürfe als sicher angenommen werden, daß sich das Staats­ministerium ihatsächlich mit dieser Angelegenheit beschäftigt habe. In dem Schreiben heißt weiter, was wohl die IndiScretionen bezweckten, die den Anstoß zu der gegenwärtigen Behandlung der Frage betreffend die MilitärstrafgerichtS- verordnung in der Tagespreffe gegeben hätten. Sollten sie von Stellen ausgehen, welche die neue Militärstrafgerichts' Verordnung nicht zu Stande kommen lassen möchten? Man solle doch nicht vorzeitig Dinge in die Oeffentlichkeit bringen, zu denen erst dann Stellung genommen werden könne, wenn fie völlig ausgeretft seien. Andernfalls liege die Gefahr vor, daß die Sache uunöthig aufgehalten werde.

Berit«, 9. November. Anläßlich deS Erinnerungstages des Sieges des deutschen KriegsschiffesMeteor" über den französischen AvisoBouvet" fand heute Abend zu Ehren deS Admirals Knorr imKaiserhof" ein Diner statt, woran einige siebzig Marineoffiziere theilnahmen. Knorr wurde von drn Festtheilnehmern begrüßt und von Admiral Hollmann auf den Ehrenplatz geleitet, ihm gegenüber saß Bendemanu. Während der Tafel trafen zahlreiche Glückwunschtelegramme ein. Knorr toastete auf den Kaiser und schloß mit einem Hoch auf die Marine, Hollmann auf Knorr. Der Kaiser sandte Morgens folgendes Telegramm:Bei der Wiederkehr des Gefechtes bei Havana erinnere ich mich gern deS von Ihnen als Commandant desMeteor" geführten siegreichen Gefechts und spreche Ihnen meinen warmen Glückwunsch zu dem heutigen in der. Marine fast einzig dastehenden Gedenk­tage auS."

verliu, 9. November. Wie dieNational-Zeitung" schreibt, finden heute hier commtffarische Verhandlungen in Betreff der Uebertragung der UnterhaltungSpflicht der ftscaltschen Land-Heerstraßen auf die Provinzen oder Kreise statt.

Kol«. 9. November. DieKöln. Ztg." findet eS bei Besprechung der Lage in der Türkei begreiflich, daß die deutschen Familien nicht ganz ohne Besorgniß wegen ihrer Angehörigen in der Türket find, angefichts der dort herrschenden Zustände. Man dürfe indeß überzeugt fern, daß daS Auswärtige Amt bereits der Frage bezüglich Schutzes der deutschen Staatsangehörigen seine Aufmerksamkeit ge- widmet habe und dafür energisch eintreten werde. Deutsch­land werde auch fernerhin im Orient die Rolle deS uneigen­nützigen Maklers beibehalten, sodaß es umsomehr befähigt

Einer Meldung auS Shanghai

sein ronbe, den Schutz seiner Angeaörigen mit allem Nachdruck wahrzunehmen.

des 10. 85.

Räuber sind entkommen.

Loudon, 10. November.

Annahme, daß Rußland auf dem Getreideweltmarkte bald einer gefährlicheren Concurrenz begegnen wird, als die bis­herige eS ist. Ein Land wie Argentinien, welches sehr weite, fruchtbare Länderftrecken besitzt, welche in kürzester Zeit bevölkert und bebaut worden sind, verfolgt denselben Weg wie Rußland in der jüngsten Vergangenheit. ES wird für Rußland sehr schwierig sein, die Concurrenz mit den Ländern zu bestehen, welche das Getreide auf ursprüngliche und in Folge dessen auf billige Weise productren, denn unser Acker muß sorgfältiger bestellt werden und deshalb können wir das Getreide nicht so billig Herstellen. Andererseits werden die vermehrten Urbarmachungen in den genannten Ländern sicherlich zu einer Verminderung der Viehzucht führen. In Folge dessen müssen wir jetzt unsere Aufmerk- samkeit auf diesen Thetl der Landwtrthschaft bei uns in Rußland richten, damit also bald die nothwendigen Verände­rungen für den Export der Erzeugnisse unserer Landwirth- schäft eintreten.

GeburtStageS.

Deoeschen deS Bure«Herold"

Berlin, 10. November. Unter pockenähnlichen Er-

Arr-land.

Wien, 9. November. Die neue Bürgermeisterwahl findet am 13. d. M. Vormittags statt.

Triest, 9. November. Eine Gruppe hier und in Con« stantinopel ansässiger, griechischer Bankiers beschloß die Gründung einer großen Mittelmeer'DampfschifffahrtS'Gesell- schaft. Die Hauptstationen dieser geplanten Linie werden I sein: Constantinopel, Triest, Alexandrien und London.

Rom, 9. November. Die öffentliche Sicherheit auf Sicilien läßt fortwährend zu wünschen übrig. Die Blätter verlangen, daß die Regierung Maßregeln treffe, um diesem Uebelstande abzuhelfen. Mehrere Räuber gehen als Ordens­brüder verkleidet.

Paris, 9. November. Der Marineminifter Lockroh hat trotz der Bitte des Präsidenten Faure den General­stabschef der Marine, Humann, seines Postens enthoben. Der Admiral war von dem jetzigen Präsidenten Faurc in seiner früheren Eigenschaft als Marineminister auf diesen hohen Posten berufen worden.

Paris, 9. November. Mit großer Genugthuung wird von der katholischen Preffe die Nachrickt ausgenommen, daß der apostolische Nuntius in Paris sämmtlichev Ministern Besuche machte, welche alle Minister erwiderten.

Madrid, 9. November. Der Jnsurgentenführer Roloff erläßt ein Manifest, worin er den Landleuten mittheilt, daß I er alle Diejenigen erschießen lassen werde, welche eS wagen sollten, in der Provinz Villas zu ernten. Marschall Martinez Campos hat soeben in dieser Provinz die Con­centration seiner Truppen begonnen und will die Pflanzungen energisch vertheidigen.

Warschau, 9. November. Neuerdings wurden auf Befehl der Regierung in Russisch-Polen zahlreiche katholische Kirchen und Klöster geschlossen.

Petersburg, 9. November. Seit mehreren Tagen circu- liren hier Gerüchte über eine Judenhetze in Kutais, welche sich als richtig erwiesen haben. Durch einen unwesentlichen | Streit zwischen einer alten Frau und einem Judenknaben | entstand daselbst ein Tumult, welcher schließlich solche Dirnen- i fionen annahm, daß der dortige Gouverneur Kosaken requt- riren mußte. Bis 2 Uhr Nachmittags wurde demolirt, dann trat Ruhe ein, welche einige Stunden später wieder unter- brochen wurde. Die Tumultuanten griffen die jüdische Be­völkerung fortgesetzt an, wobei mehrere Juden gefährlich verwundet wurden. Erft durch das Einschreiten eines Bataillons Infanterie und einer Kosaken-Abtheilung konnte die Ruhe wieder hergestellt werden. Am folgenden Tage mußten sämmtliche jüdischen Magazine geschlossen bleiben und das von Juden bewohnte Stadtviertel von Truppen cernirt werden. Infolge der Ermordung eines Russen bet dem Tumult wurden 10 Juden verhaftet.

Petersburg, 8. November. Die Münze hat den Auf­trag erhalten, sich im nächsten Jahre zur Prägung folgen­der Münzen vorzubereiten: 100 Millionen Rubel in Gold, 25 Millionen vollwerthige Silbermünzen, 300 Tausend Rubel Scheidemünzen (nicht vollwerthig) und 800 Tausend Rubel in Kupsergeld. Folgende Veränderungen bezüglich der allgemeinen Verwaltung der Preßangelegenheiten werden demnächst erwartet: Der Chef der Verwaltung, der Geheime Staatsrath Jeoktistoff, ist zum Senator ernannt worden und verläßt seinen Posten in der Verwaltung. Der Chefredacteur deSRegierungsboten", Kammerherr Slütschewsky, tritt an seine Stelle, wie auch der Kanzleidirector des General- GouverneurS von Moskau, der Hofgroßmeister Istomine.

Petersburg, 9. November. Der Minister für Land- wirthschaft und Kron-Domänen, Geh. Staatsrath Ermolo ff, machte in einem Bortrage im Staatsrath in Betreff der Vermehrung der Zuwendung zur Verbesserung der russischen Landwirthschaft folgende, im Hinblick auf die WirthschastS- polittk interessante Mittheilungen: Man machte gute und verhältnißmäßig sichere Ernten auf dem fruchtbaren Boden des Ackerlandes nur in der ersten Zeit, so lange diese Länder, striche den Charakter jungfräulichen Bodens bewahrten und am wenigsten unter Dürre und Ueberwucherung durch Unkraut litten. Der Ertrag dieser Böden verminderte sich überall von Jahr zu Jahr, seitdem diese Länderstriche erschöpft waren und man machte sehr häufig schlechte Ernten. Um dies zu vermeiden und um unsere Landwirthschaft sicherer zu stellen, ist nothwendig, den Ackerbau rationeller zu betreiben, immer mehr die Fruchtarten zu wechseln und die Viehzucht im höchsten Maße zu heben. Auch die Bedingungen beß Weltmarkteß zwingen unß dazu, denn man hat Grund zur

zufolge hat der Oberführer der Rebellen, Dunganca, der chinesischen Regierung ein Ultimatum zugehen lassen. Er will, falls ihm die Antwort hierauf nicht genügt, auf Peking loßmarschiren. Außer dem Hauptorte Lantutau haben die Rebellen in der Provinz Kansu noch mehrere andere Ort­schaften eingenommen und eine Anzahl geplündert, sowie die Bevölkerung maffacrirt.

Der Krieg von 1870[71,

geschildert durch Ausschnitte tu8 ZeituugS-Nummern jener Zeit.

(Nachdruck verboten.)

12. November.

Jugendlicher Uebermuth, vielleicht auch Langeweile, verleiteten einen Freiwilligen auß Berlin zu der Wette, er wollte der Festung Thionmlle einen Besuch machen. Als Bauer gekleidet, kam er glücklich hinein und zechte mit Bürgern in einem WirthShauß- französisch sprach er prächtig, aber an seinen Fingern glänzten Diamantringe und unter der blauen Bluse lugte eine goldene Uhrkette hervor. Das verrieth ihn, er wurde als Spion verhaftet und anderen Tages trotz aller Verwendung erschossen. Er ist der einzige Sohn eines Berliner Kaufmanns, der über Millionen commandirt.

Versailles, 12. November. Im Gefechte des Ge­nerals v. d. Tann am 9. d. M. wurden sämmtliche Angriffe des Feinde« mit großem Verluste desselben zurückgewiesen und erst hierauf der Abmarsch angetreten. Am 10. Mittags verirrte sich eine Abtheilung der bayerischen MunitionS- reserve, bet welcher sich zwei Reserve-Geschütze befanden, und fiel in die Hände deS Feindes.

ES ist ein eigenthümlicheS Zusammentreffen, daß die Deutschen die erste Niederlage vor Orleans gerade am 10. November, dem Geburtstage Schillers, er-

Nerrefte

Wolffs telegraphisches Eorrefpondenz-Bureau.

Verliu, 10. November. Durch den starken Sturm­

scheinungen sind im Krankenhauie abermals zwet Personen erkrankt und zwar zwei Studenten derMedicin, die zu ihrer Ausbildung im Krankenhause beschäftigt waren. Ob sich um wirkliche schwarze Pocken handelt, ist noch nicht fistgeftellt. Bis jetzt find inSgesammt neun Personen erkrankt.

Wien, 10. November. Das Befinden des Grafen Taaffe hat sich derartig verschlimmert, das stündlich die Katastrophe zu erwarten ist.

Budapest, 10. November. Wie auS Martonfalda berichtet wird, haben daselbst vermummte Räuber daS Gemeindehaus überfallen, den Ortsvorsteher, den Gemeinde- kasfirer' und deren Frauen mißhandelt und geknebelt, die Gemeindekaffe gesprengt und daS ganze Geld geraubt. Die

wind am gestrigen Abend wurde daSGerüst an dem Thurme der im Bau befindlichen neuen Garr.isonskirche an der Blücher- straße in einer Höhe von 18 Meter umgerisien und stürzte unter donnerähnlichem Krachen auf das Dach der Kirche, welches erheblich beschädigt wurde. Auch in der Mühlen- ftraße wurde daS Gerüst eines Neubaues umgeworfen und in anderen Stadttheilen zahlreiche Spiegelscheiben zertrümmert.

Berlin, 10. November. DerNattonalzeitung" zufolge begeht heute der ehemalige Präsident des Reichstags und Reichsgerichts, Eduard von Simson (geboren am November 1810 zu Königsberg) die Feier seines