1SM
Amts- und Anzeigeblutt füv den Avers Gietzen.
Hratisbeikage: Gießener Kamitienökätter.
JL
5.
7618.31
Für
10.
Anbau
12.
17. Sonstige Ausgaben
Summa 7253.22
4.
3.
42.60
4.
100.—
787.18
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den lokgendrn Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.
6.
7.
8.
v4t 365.09
v4L 140.99
All: AnnoncM'Bureaux des In» und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
785.— 100.—
191.50
850.— 215.—
2836.73
36.70
1000.—
140.—
70.—
20.-
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15.—
4.14
50.—
326.40
1000.—
140.—
100.—
200.—
Zurückempfangene Kapitalien
Ausgabe.
40.-
300.—
50.—
50.—
1700.—
15.85
5. Capltalzinfen
6. Beitrag des ProvinzlalverelnS zur Hebung des Obstbaues
mau heutzutage, Dank der ErfindungSkunft der modernen Chemie, häufig ein Bier vorgesetzt erhalt, in dem man alles Mögliche, aber nur nicht Malz und Hopfen suchen darf. Freilich, im Biergewerbe hat es ebenso wenig, wie in der Weinproduction, von jeher an „Panischem" gefehlt, diese Plagen der bierbegeisterten Zecherwelt kommen vielmehr schon recht zeitig vor. Bereits Kaiser Friedrich II., der Enkel deS Rothbart, sah fich genöthigt, durch eine entsprechende Verordnung den damals im Schwünge befindlichen Verfälschungen des BiereS entgegenzutreten. Vielleicht, daß dieses kaiserliche Machtgebot damals seinen Zweck erfüllte, jedenfalls hat eS aber nicht nachgewirkt, denn auch in den späteren Jahrhunderten ist Erkleckliches in der unsauberen Kunst, das Bier durch Zusatz von allerhand fraglichen oder direcr schädlichen Stoffen zu fälschen und hierdurch den Geldbeutel des Producenten auf Kosten der Gesundheit deS biertrinkenden Publikums tüchtig zu füllen, geleistet worden. Davon zeugen eine ganze Reihe von scharfen Verordnungen von Landesherren wie von Magistraten auS dem weiteren Mittelalter, wie auch auS der neueren Zeit gegen das Bier- parnschen, wie es denn auch verschiedene, theilweise recht drastische Strafen für Diejenigen gab, welchen diese „eble Beschäftigung nachgewiesen werden konnte. Bet dem ge- waltig gestiegenen Bterverbrauch unserer Tage hat fich auch die Bierverfälschung bedenklich vermehrt, und über die Art und Weise, wie es „findige" Brauereien verstehen, mit den mannigfachsten HilfSmittelchen der Chemie und Herbeiziehung der verschiedensten Stoffe au8 der Pflanzen, und Mineral- weit ein „Bier" herzustellen, ließen sich dicke Bücher schreiben. Und in Deutschland namentlich thäte ein „Reichsbiergesetz wahrlich Roth — vielleicht bekommen wir es unter einer besonders bierverständigen Regierung noch bescheert.
Vikrtkljähriger AvonntmtnirpreiA» 2 Mark 20 Pfg. mit Bringrrlohn.
Durch die Post orzoge» 2 Mark 50 Psg.
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noch vor einem Jahrhundert. Der völlige ErneuerungS- proceß in der Bierbrauerei hat es aber auch mit fich gebracht, daß gegenwärtig die Bierbrauer mehr und mehr zu Bierfabrikanten werden und die hierdurch ungemein gesteigerte Bierproduction hat naturgemäß eine Verminderung der Zahl der Brauereien zur Folge gehabt.
Eine weitere Folge der gegen früher gänzlich ver- änderten ProductiouSweise in der Bierindustrie ist daS all- mählige Verschwinden der obergährigen Localbiere, wie fte in den kleineren Brauereien erzeugt werden, an deren Stelle mehr und mehr die Lagerbiere treten, die in den großen „Dierfabriken" hergestellt werden, und hiermit hängt eS auch zusammen, daß die kleineren Brauereien durchaus nicht mehr mit den großen Brauereien zu concurriren vermögen, gleichviel, ob fich die letzteren im Befitze reicher Privatleute oder von Actiengesellschaften befinden oder Eigenthum von Gemeinden sind.
Die modernen Fortschritte in der Biertechnik haben dann namentlich auch zur Herstellung der Exportbiere und deren stetiger Verbefferung gesührt und auch in dieser Be- ziehung glänzt natürlich daS Bierland Bayern voran. Denn „Münchener" wie „Nürnberger", „Culmbacher" wie „Erlanger trinkt man heute am Cap der guten Hoffnung wie am Ganges, man delectirt sich an diesen edlen „Stoffen" ebenso im Lande der yankeeS wie im fernen Australien, daS bayerische Bier findet seinen Weg ebenso gut nach den Ländern des ffanbb »attischen Nordens wie in die von der Tropensonne durchglühten ClanoS Venezuela-, kurz, das bayerische Bier ist eben überall zu Hause, — ein Ruhm, an dem schließlich ganz Deutschland mitzehrt. .
Leider hat die hohe Entwickelung der Bierbrauerei der heutigen Zeit nicht verhindern können, daß auch die Bier- Verfälschungen üppig in die Blüthe geschaffen find und daß
Die neunte Generalversammlung
der
)rri landmihschastlicheu ProvinMlmeink des GroWrWihms
soll nach Beschluß des LandeSauSschuffeS:
Donnerstag, 19. September 1895, Bormittags IO Uhr beginnend
z« Gießen
i« großen Saale des Gesellschaftsvereins, Souuenstraße, abgehalten werden.
Tagesordnung:
1. Eröffnungsansprache des Präsidenten;
2. Welche Maßregeln sind anzuwenden, um die Landesrindviehzucht derart zu fördern und zu gestalten, daß das Ziel der Deckung des Bedarfs der hessischen Landwirthe an Zucht- und Milchvieh in der Hauptsache im Lande selbst erreicht wird?
Eingeleitet von Generaisecretär Dr. Rodewald- Offenbach.
8. In welcher Weise ist die wichtige Aufgabe der Organisation des genossenschaftlichen Verkaufs des Getreides zu lösen?
Eingeleitet von Landwirthschaftslehrer Dr. Müller- Alzey.
Die der Generalversammlung zur Beschlußfaffung zu unterbreitenden Anträge werden in der nächsten Nummer der Zeitschrift für die landwirthschaftl. Vereine des Großhezog- t »ms Hessen bekannt gegeben.
Im Anschluß an die Generalversammlung findet eine vom landwirthschaftl. Provinzialverein für Oberhessen veranstaltete landwirthschaftl. Landesausstellung mit Preis- vertheilung statt, worüber das Erforderliche aus den Veröffentlichungen des Ausstellungsausschusses zu ersehen ist.
Nach Schluß der Generalversammlung um S Uhr vereinigen sich die Theilnehmer zu einem Festessen in der Festhalte im Oswalds Garten.
Zu der Generalversammlung sind die Mitglieder der andwirthschaftl. Vereine und Genossenschaften, alle hessischen Landwirthe, sowie die Freunde der heimathlichen Landwirthschaft freundlichst eingeladen.
Offenbach a. M., den 1. September 1895.
Der Vorsitzende des Landesausschusses der landwirthschaftl.
Vereine des Großherzogthums: Haas.
Bemerkung: Anmeldungen zu dem Festessen am 19. September (das trockene Gedeck zu zwei Mark fünfzig Pfennig) sind baldthunlichst, spätestens bis zum 17. September an Herrn Kreisamtmann vr. Wallau in Gießen zu richten.
1.
2.
Einnahme.
Kassevorrath aus vorhergehenden Jahren Zuschuß des landwirthschaftlichenProvinzialvereinS a. aus den Mitgliederbeiträgen b. zur Hebung der Zucht des Rindviehes c. „ „ „ Ziegenzucht
d. „ „ deS Obstbaues
e. zur Abhaltung von Wandervorträgen
Beitrag der Aachen-Münchener FeuerverficherungS- Gesellschaft
Beiträge der Sparkassen Gießen, Grünberg, Hungen und Laubach
Nr. 214 Zweites Blatt. Donnerstag dm 12. September
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
Bekanntmachung.
Nachstehende Abschriften
1) der von der Generalversammlung genehmigten Rechnung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen für 1894/95,
2) des Voranschlags des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen für 1895/96
werden zur Kenntnißnabme der Grohh. Bürgermeistereien und der Landwirthe des KreiseS unter dem ergebenen Ersuchen gebracht:
1) Anträge auf Bewilligung von Subventionen zum Besuche der Ackerbauschule, sowie zum Besuche deS Obstbaum- wärter-CursuS zu Friedberg bis zum 1. October l. I. einzureichen;
2) Anträge auf Zuwendung deS Zuschusses von je 5 Mark zur theilweisen Bestreitung der Kosten der Impfung der Gemeiudebnlleu mit Tuberkulin alsbald nach vollzogener Impfung unter Angabe des Resultats der Impfung einzusenden-
3) Anträge auf Bewilligung einer Subvention von je fünfzig Mark alsbald nach Gründung eines Zuchtvereins zur Retnzucht von Vogelsberger oder Stmmen- thaler Vieh mitzutheilen, desgleichen die Anträge auf Bewilligung einer Subvention wegen Anschaffung eines Bullen rein Vogelsberger ober rein Simmenthaler Raffe. Die letztere Subvention wird jedoch nur bedürftigen Gemeinden bewilligt.
Gießen, den 3. September 1895.
Der Director des landwirthschaftlichen Bezirk-vereinS. Carl Jost, RegierungSrath t. P., Rechtsanwalt.
Gesellschaft
Zur Hebung der Zucht deS Rindviehes 4a. Zur Hebung der Ziegenzucht
1.
2.
3.
Für Hebung der Zucht des Rindviehes iv. „ der Ziegenzucht
11. Bezug von Saatfrucht und Kartoffeln
Errichtung von Versuchsstationen yim
Der Gießener Anzeiger ericheint täglich, mit Ausnahme de- MontagS.
Die Gießener AamiltenStLIter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelrgt.
Kassevorrath auS vorhergehenden Jahren
Beitrag des landwirthschaftlichen ProvinzialvereinS 320.— Beitrag derAachen-MünchenerFeuerverstcherungS-
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I.
te Jagdpatronen.
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.en. \ en, vorjähriger W« I MS Neubaues möglichst | mttnb uM Preis.
BlötoerJ ullMide i* MlvGtt
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über Einnahme und Ausgabe des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen für 1894/95.
von Kartoffeln
13. Proceßkosten-Vorlage I. S. g. Nathan Rosenthal
14. Gehalt des Rechners
15. Für die HauShaltungöschule in Lindheim
16. AuSgeliehene Capitalien
Gießener Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
Abschluß.
Die Einnahme beträgt 7618.31 JL
die Ausgabe „ 7253.22 „
verbleibt Baarvorrath 365.09 JL
Voranschlag
über Einnahme und Ausgabe deS landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen für 1895/96.
Einnahme.
.Feuilleton.
Aus der Geschichte des Dieres.
(Schluß.)
Lagerbier wurde zuerst gegen Mitte deS 13. Jahrhunderts gebraut, besonders genoß daS in den Brauereien ber Mark Brandenburg hergestellte Lagerbier einen großen »uf. ©egen ausgang de« 15. Jahrhunderts kamen mit bet Braunschweigischen „Mumme", nach dem Erfinder dieses ,u jener Zelt derühmt-ften Biere- die Bi-rsp-ciali!Ll-° auf, »n denen^namenillch da- 17. und 18 waren. Van ihnen haben fich z. B. die zuerst in GoSlar "el,route Gase und das Bockbier, da- zuerst in Einbeck im Braunschweigischen h-rgestelll wurde, bi- zum hemigen Laae erhalten. Das Brauen wurde in den Städten anfang, llch wenig van Privaten betrieben, eS war vielmehr meisten- Sache der Gemeinden aber auch besonderer Bereinigungen, aus jener Zeit stammt auch der sagenannte „R-iheschank , der auch heute nach in manchen Städten gebräuchlich >st.
Einen besonderen anfschwung nahm di- Bierbrauerei IndeSen erst 'm Laufe der gegenwärtigen Jahrhunderts, E aus dem Zustande eine« blo« empirischen Gewerbes h rau-gewachsen war und fich zu einer ihrer Zwecke und Grundlagen bewußten Disciplin entwickelte. Da- ganze Systm des BterbranenS erhielt nun eine wifienschaftltche Seftaltuna zugleich wurden verbefferte Hopfenarten ein. geführt, es traten Reformen in der Malzfabrikation hinzu, die Brauereien selbst machten in ihren ganzen inneren Ein. richtungen einen dem modernen Geist entiprechenden Um- gestaltungsproceß durch, und so ist --kommen, daß heute die Bierbrauerei, namentlich waS Deutschland anbelangt, anf einer unvergleichlich weit höheren Siufe steht, al- etwa
ihVo'st
'“‘•»9- den 16. MemSefg^^ shausen,
lnt-rrichiimZufch-stden Garderobe.
Nnung, ®tei*if|e68, Uhr Nachmittags an Wocha ts. Prospecte gratis, imen meine Tasioufchnv Wen Modellen. 74i le Müller.
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m 23. September
' mit pler belgifäen Mtfhitn 9U. 5000.
$aupb%itnten für @ltfrn uni. ckn, Gtcheu, blut W.
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Beitrag der Sparkaffe Grünberg zur Ausbildung von sObstbaumwärtern, vorgesehen 300 Mark, verwendet nichts wegen unterbliebener Anmeldung.
Capitalzinsen ^.92
Ersatz der Auslagen für Bezug von Saatkartosfiln 2408.22
Bureaukosten
Vergütung für Schreibereien „ „ den Diener
Für Formularien und Drucksachen
Subvention für 1 Schüler einer Ackerbauschule „ „ 12 „ des ObstbaucursuS
zu Friedberg
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' ^beuds 7 Uhr llllil TW 's Garte». V ■—-^.Dorftavd^
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„ deS Obstbauvereins in Friedberg Wandervorträge


