besonders den Juxplatz. Concert in der Festhalle und Tanz« vergnügen auf dem Platze sorgten auch gestern dafür, daß Niemand zu früh nach Hause kam.
Hiermit dürfte der officielle Theil deS Festes als abgeschlossen zu betrachten sein. Dem guten Verlauf deS 22. Mittelrheinischen Turnfestes war in erster Linie daS Wetter günstig, in zweiter daS reichhaltige Programm, in dritter aber daS Arrangement deS Ganzen. Sachkenntniß, ArbeitSfreudigkeit und Umsicht waren die Factoren, mit denen die Männer rechnen konnten, die sich zu dem großen Ausschuß zusammengefunden. Kein Mißton hat die Feier gestört, keine Unordnung beeinträchtigte sie, kein nennenSwerther Unfall, der bei so colosfalem Menschenandrang immerhin im Bereich der Möglichkeit liegt, trübt den Rückblick auf die vergangenen Festtage. Die auswärtigen Turner haben der Gastfreundschaft Gießens alle Anerkennung gezollt, sie waren besonders entzückt über den herrlichen Schmuck der Häuser, von denen einige, wir nennen u. A. den „Kaiserhof", den „Adler", das Gail'sche HauS in der Neustadt, wahre Prachtstücke der Decorationskunst waren. (ES ist ausgefallen und auch vielfach gerügt worden, daß die Häuser der LudwigS- straße, mit wenigen Ausnahmen — das Hanftein'sche Haus war am schönsten decorirt — gar zu nüchtern auf den zweimal genannte Straße passtrenden Zug herabschauten.)
Schließt nun, wie wir hoffen wollen, das Fest auch finanziell günstig ab, so sind alle auf daffelbe gestellten Hoffnungen in schönster Weise erfüllt und Gießen kann in den Kranz seiner Festlichkeiten wieder ein Blatt einreihen, würdig seines guten Rufes als Feststadt, diesmal als Feststadt des io schön verlaufenen 22. Mittelrheinischen Turnfestes! Gut Heil! _____________
Am Sonntag den 14. Juli findet eine Nachfeier statt. — Eine Nachfeier nach einer solch* stattlichen Reihe von Festtagen mag Manchem erstaunlich, aber nicht unerwünscht vorkommen- cs ist so zu sagen ein spätes Folgeleisten der vielen unerfüllt gebliebenen da eaxo-Rufe. Wie nun bei solchen Hervorrufen der Künstler immer noch einen besonderen „Tric" in petto hat und zum Besten giebt, so soll auch bei der Nachfeier von diesem alten Brauch nicht abgewichen, sondern neben dem bisher gebotenen Guten noch etwas Neues gebracht werden. Die Marmorgruppen, lebendes Bild 2C., die bet dem gewaltigen Massenandrang von Bielen nicht gesehen wurden, sollen wiederholt werden. Eine Ballon- anffahrt mit doppeltem Fallschtrmabsturz wird als etwas ganz Neues htnzukommen. Aber auch einen andern Zweck, als den oben gedachten, hat jede Nachfeier und besonders die für nächsten Sonntag geplante. Vox populi ist auf der einen Seile der Meinung, ein großer Ueberschuß könne nicht au«- bleiben, während die andere Sette das Gespenst des D e f i c t t s wittert. Weder die Optimisten noch die Pessimisten sind im Recht- die ersteren dürften jedenfalls am Weitesten vom Ziel entfernt sein. Bei einem so großen Fest, wo Ausgaben und Einnahmen von den Voranschlägen wesentlich abweichen und in letzter Stunde immer zahlreiche unerwartete Anforderungen an die Festleitung herantraten, kann man unmöglich das Endresultat schon jetzt übersehen. So viel aber läßt sich sagen, daß von einem nennenswerthen Plus keine Rede sein kann, sondern daß alle Kraft erforderlich sein wird, das Gegentheil zu verhüten! Wo von Seiten der Fest- leitung unter großen Opfern versucht wird, daS Fest zu einem würdigen Abschluß zu bringen, darf man wohl er« warten, daß der Besuch desselben am nächsten Sonntag ein ebenso reger werde, wie in den letzten Tagen, zumal der Eintrittspreis gegenüber der Fülle des Gebotenen als ein sehr mäßiger zu bezeichnen ist.
foeokf und pvovkirztettes.
•ieftto, den 11. Juli 1895
** Provinzialausschuß Sitzung. Freitag den 12. und Samstag den 13. Juli d. I., jedeSmal Vormittags 9 Uhr beginnend, finden im Regierungsgebäude dahier öffentliche Sitzungen des Provinzialausschuffes der Provinz Oberhessen statt, in welchen folgende Gegenstände zur Verhandlung gelangen: Freitag, den 12. Juli. 1. Antrag der Gewerkschaft „Louise" zu Essen auf Enteignung bezw. Abtretung von Grundstücken in Flur IX u. X der Gemarkung Nieder Ohmen Samstag den 13. Juli. 1. Ansinnen des Gr. Kreisraths des Kreises Büdingen an die Gemeinde Rohrbach wegen Mit- übernahme der Gelände-ErwerbungSkosten für Erweiterung der Haltestelle Büches zu einer Station mit vollem Güterverkehr. 2. Wildschadens-Ersatzanspruch des Jacob Mohr und Genossen zu Breungeshain. 3. Klage des Ortsarmen« verbandeS Düdelsheim gegen den Ortsarmenverband Lind- Heim wegen Verpflegung der Katharina Nagel von Lind« heim. 4. Klage des Ortsarmenverbandes Ltndheim gegen den Ortsarmenverband Nieder-Mockstadt wegen Unterstützung des Johannes Kröll aus Heegheim. 5. Gesuch des Franz Ebender zu Usenborn wegen Ausstellung eines Wandergewerbscheins. 6. Die Bureaukosten deS Bürgermeisters zu Merkenfritz. 7. Gesuch des H. K. Seiler zu Unter-Schmitten um Wirthschaftsconcession. 8. Gesuch deS Peter Klein zu Heisters um Wirthschaftsconcession.
** Der Sonntag« Sonderzug von Gießen nach Frankfurt Hauptbahnhof, welcher bisher an Sonntagen von Gießen 800 Abends abfuhr und 1000 Abends in Frankfurt eintraf, wird vom Sonntag den 14. Juli ob 1 Stunde 30 Min. später nach dem im Jnseratentheil veröffentlichten Fahrplan verkehren.
** Der Bierconfum aus dem Festplatze, der nach vorläufiger Schätzung 400 Hecroliter betrug, vertheilt sich auf die einzelnen Brauereien etwa wie folgt: Münchener 100, Dichter 90 Hectoliter, in den Rest von über 200 Hectoliter theilen sich Röhrle, Friedel u. ASprion und Actien-Brauerei. — Unter den 9000 Flaschen Wein, die in der Festhalle getrunken wurden, befinden sich ca. 6000 Flaschen Turner» wein, der Rest bestand in befferen Marken.
** 3000 Eintrittskarte«, ä 20 Pfg., wurden gestern an der Hauptkaffe deS FeftPlatzeS entnommen.
♦* DaS Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (Nr. 116) feiert die fünfundzwanzigjährige Wiederkehr der ruhmreichen SiegeStage des Krieges 1870/71 am 18. August d. I. Alle früheren Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte des Regiments, sowie deS Beurlaubtenstandes, besonders diejenigen, welche dem Regiment während des Feldzuges angehört haben, werden zur Theilnahme an der Feier aufgefordert und gebeten, Anmeldungen unter Angabe ihrer Adreffen baldmöglichst, spätestens zum 25. Juli d. I., an daS Regiment einzusenden.
** DaS MeifierschaftSruderu für Deutschland findet am Sonntag den 18. August an der Gerbermühle zu Frankfurt ex. M. statt. Die Veranstaltung des Rennen« ist dem Frankfurter Regatta-Verein übertragen. Der Einsatz beträgt 10 Mark pro Ruderer. Die Länge der Bahn ist 2500 Meter stromabwärts. Vertheidiger deS Meistertitels ist bekanntlich Albert Rübsamen von der Gießener Rudergesellschaft.
** Die Gießener OmuibuS-Gesellschaft hat heute die Touren nach dem Schtffenberger Walde wieder ausgenommen.
** Ernannt wurden die Gefangenwärter am Provinzialarresthaufe zu Gießen Johann Dieter Schneider, Johann Ludwig Scharmann und Johann Friedrich Lang zu Gefangenaufsehern an dieser Anstalt, sämmtlich mit Wirkung vom 14. Juli 1895 an.
** Postperfonalnachrichten. Versetzt sind: der Postinspector Frotscber von Darmstadt nach Pofen behufs Uebernahme der Vorsteherstelle des Bahnpoftamts Nr. 33 daselbst, der Postkasfirer Baltrusch von Königsberg (Preußen) nach Darmstadt behufs Uebernahme einer Postinspectorstelle bei der Ober-Postdirection Darmstadt, die Ober-Postassistenten Kumpf von Alzey nach Gießen, Nohl von Mainz nach Elberfeld, der Postassistent Mai von Elberfeld nach Mainz. — Ernannt ist der Postasfistent Feist in Darmstadt zum Bureauasfistenten bei der Ober-Postdirection Darmstadt. — Angestellt ist als Telegraphenassistent der Telegraphenwärter Georg in Mainz. — Angenommen ist zum Postagenten der PosthilfSbote Kirsch in Heidesheim.
** Kirchliche Dieustnachrichteu. Ernannt wurden: Uhl, Vicar der zweiten evangelischen Pfarrstelle zu Schotten, zum Vicar der ersten Pfarrstelle daselbst; Pfarrverwalter Wilhelm zu Kelsterbach zum Pfarrvicar für Pfungstadt Hahn, Decanat Eberstadt,- Pfarrassistent Freundlieb zu Darmstadt zum Pfarrverwalter in Ulrichstein, Decanat Scholten- Pfarrassistent Kietz zu Wackernheim zum Pfarrverwalter in WormS.
** Schuldienst Nachrichten. Am 8. Juni wurde dem Schullehrer Franz Jeckel zu Seibelsdorf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Sonderbach, Kreis Heppenheim, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Johann Hoffmann zu Sonderbach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Seibelsdorf, Kreis Alsfeld, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Johannes Etling zu Bannerod die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wernges, Kr. Lauterbach, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Johann Engel zu Bretzenheim die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bannerod, Kr. Lauterbach, — am 22. Juni wurde dem Schullehrer Johann Schreiber zu Offenheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Siefersheim, Kr. Alzey, — an demselben Tage wurde dem Schul- amtSaSpiranten Simon Schwarz aus Kirtorf eine Lehrerstelle an der erweiterten Volksschule zu Guntersheim, Kr. Oppenheim, übertragen- — am 24. Juni wurden der provisorische Lehrer an der höheren Mädchenschule zu Mainz Heinrich Schaber zum Lehrer und die provisorische Lehrerin daselbst Eva Klein zur Lehrerin an dieser Schule, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer, bezw. Volksschullehrerinnen, ernannt.
** Erledigte Lehrerstelleu. Erledigt sind: Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lchrerstelle an der Gemeindeschule zu Wolfskehlen, Kreis Groß - Gerau, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Ober-Hörgern, Kreis Gießen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organtstendienst verbunden. Dem Herrn Fürsten zu Solms Lich steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Wetsel, Kr. Friedberg, mit einem nach dem Dienstalter fich bemeffenden jährlichen Gehalte von 900 bis 1200 Mk. Dem Herrn Fürsten zu SolmS-Lich steht daS Präsentationsrecht zu derselben zu. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Worms mit einem jährl. Gehalle von 1290 Mk. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu ElSheim, Kreis Bjngen. mit einem nach dem Dienftalter sich bemeffenden jährlichen Gehalte von 900-1000 Mk.
Grüuberg, 8. Juli. Die im vorigen Monat borge» nommene Berufs- und Gewerbezählung ergab eine ortSanwesende Bevölkerung von 2079, 1015 männliche und 1061 weibliche Personen. Es wurden 515 HaushaltungS- listen, 374 LandwirthschaftSkarten und 146 Gewerbebogen bei der Zählung auSgefüllt.
Bad Nauheim, 10. Juli. DaS Aufführungsrecht des fünfactigen Lustspiels „Die Schlau ge im Paradies" von Wilhelm Wagner (Bad-Nauheim), verfaßt nach dem gleichnamigen Roman von Sacher - Masoch, ist von mehreren größeren Theatern erworben worden und findet die erste Aufführung noch in diesem Monat im Saisontheater zu Leipzig statt. Die letzte Arbeit Sacher-MasochS, der am 9. März d. I. im nahen Lindheim gestorben ist, war, daS genannte Stück durchzusehen.
Laubach, 8. Juli. Die Gewerbezählung am 14. Juni ergab eine Bewohnerzahl von 1907, 923 männ» liche, 984 weibliche. Danach hat fich die Bewohnerzahl in den letzten 5 Jahren um 61 Personen vermehrt. Der Zuwachs ist zum großen Theil der stärkeren Frequenz deS hie
sigen Gymnasiums zuzuschreiben. Ausgestellt waren 350 LandwirthschaftSkarten, 59 Gewerbebogen und 427 HauS- hrltungSliften. Darmft. Ztg.
n. Von der Nidda, 10. Juli. Die Nidda führt so wenig Wasser, daß die Müller daran ohne Zuhilfenahme von Dampfkraft nicht mahlen können. Die Erde zeigt weit- klaffende Riffe und welk hängen die Pflanzen zur Erde. Auf nicht tiefgründigem Boden ist der Klee vollständig gedörrt. Die obererdigen Kohlraben in den Gärten sind gesprungen. Bohnenblüthen fallen vielfach ab, ohne Fruchtansatz zu hinterlaffen. Reichbehangene Bäume in trockenen Lagen mit felsigem oder sandigem Untergründe werfen schon Früchte ab.
H. AuS dem Horlossthale, 10. Juli. Die Ernte hat bei uns mit dem Schneiden deS Roggens begonnen. Halm und Aehre dieser Getreideart sehen recht befriedigend aus, auch der Weizen verspricht einen guten Ertrag. Die Sommerhalmfrüchte laffen zu wünschen übrig, denn die feit Wochen anhaltende Trockenheit, welche in Dürre über- zugehen scheint, wenn nicht bald ein ausgiebiger Regen kommt, sind kurz geblieben und zeigen vielfach Brand. Der Was ferst and ist so bedeutend zurückgegangen, daß manche Brunnen nur wenige Eimer Flüssigkeit in Vorrath haben. Die Wiesen werden mehr und mehr braun, eine reichliche Grummeternte ist schwerlich zu erwarten, daher kann sich Derjenige gratuliren, welcher sich reichlich mit billigem Heu versorgt hat. Durch die große Trockenheit haben die Frühkartoffeln schlecht angesetzt, weshalb vorjährige Waare sehr gesucht ist und binnen einer Woche auf 6 bis 7 Mk. pro Malter hinauf schnellte. Dagegen ist der Brot- preiS, welcher zu Anfang dieses Monats um 5 Psg. pro Laib stieg, wieder um ebensoviel zurückgegangen. In den Gärten sieht eS nicht rrmuthigend aus. Bet dem heißen, trockenen Wetter und den stetigen Nordostwinden kann da« Gartengepflänze nicht gedeihen. Erbsen, Bohnen, Salat, Gurken mzd Krautpflanzen wollen nicht recht vorwärts. Der zweite Klee, sowohl deutscher wie Luzerne, laffen ia Folge deS seit vier Wochen herrschenden FenchtigkeitSmangelS recht viel zu wünschen übrig, die Obsibäurne stoßen mehr Früchte ab als nöthig ist. D'e Ernteaussichten haben sich jetzt, am Schluffe der ersten Julidekade, merklich bei unS verringert. Die Handelsgewächse Zuckerrüben und Zwiebeln sehen zwar recht befriedigend auS, könnten aber jetzt ebenfalls wieder Feuchtigkeit vertragen.
A Von der Felda, 10. Jult. Der Fuhrmann Scharmann von Kestrich gerieth dieser Tage bei einer Fahrt mit beiden Beinen in die Scheere feine« Wagens. Sein Pferd, durch Fliegen unruhig gemacht, schlug aus und traf den bejahrten Mann so schwer, daß derselbe jetzt an den erhaltenen Verletzungen verstorben ist. — Dem Landwirth Dörr von Stumpertenrod ging ein junges Pferd mit dem Wagen durch. Der Gigenthümer de« Gefährts suchte das Pferd zu bändigen, stürzte hierbei vorn Wagen, wurde eine Strecke geschleift uid so schwer zugerichtet, daß man für fein Leben Sorge trägt.
§ An8 dem Ohmthal, 10. Juli. Die Fischereibesitzer der oberen Ohm führen Klagen über den auffallend schlechten Bestand an Fischen in dem sonst fischreichen Waffer. Besonders ist die vor einigen Jahren noch häufig vorkommende Forelle geradezu zur Seltenheit geworden. Es ist keinenfallr eine Unterschätzung, wenn der jetzige Fischbestand als nur noch 50 Procent des früheren veranschlagt wird. Die Ursache dieser Ftschabnahme liegt am wenigsten in einem übertriebenen Fischfänge, vielmehr in dem häufiger Auftreten von Fischottern. Wer in dem verfloffenen Winter bei dem hohen Schnee die Flußufer, wie Einsender diese«, abgegangcn, dem werden sicher die Spuren der Fischottern ausgefallen fein, die oft so stark vorhanden, daß sie Pfaden glichen. Fing man doch im vorjährigen Winter in der Gemarkung Sßettfaafen an einer sehr kurzen Strecke der Ohm drei Fischottern. Dem Fange dieser Fischräuber, die den ganzen Fischbestand eine« Fischereibeziiks vernichten können, sollte im Allgemeinen während de« Winters mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden, besonder« in den Gemarkungen der oberen Ohm, in denen vor einiger Zeit Forellenbrut eingesetzt worden ist._________________________________________________________
Vermischtes*
♦ Schmalkalden, 10. Juli. Der Nachbarort Brotterode (3000 Einwohner) ist in vier Stunden nahezu gänzlich abgebrannt. Auch die Kirche, die Post und da« Amtsgericht wurden ein Raub der Flammen.
* Koblenz, 10. Juli. Gestern pasfirte ein direct au« London kommender englischer Schooner die hiesige Schiffsbrücke. Er wird in Oberlahnstein Mineralwaffer laden.
♦ Berlin, 10. Juli. Zwei Kinder de« Herrn v. Below-SaleSke auf Lufferow bei Schlawe, ein Cadett und dessen achtjährige Schwester, die sich zum Beerenpflücken in den Wald begeben hatten, wurden dort von einer ein» stürzenden Sandgrube verschüttet. Beide Kinder fanden den Erstickungstod.
* Znm AnStrag gekommen ist in Berlin eine Wette, die vor einem halben Jahre Lieutenant v. E. vorn 2. Garde- Manen-Regiment bezüglich der Dressur eines Ochsen« eingegangen war. v. E. hatte sich verpflichtet, in der obre erwähnten Zett einen Ochsen so abzurichten, daß da« Thier für die Front zugeritten werden konnte. Der Ochse wurde nun dieser Tage vorgeführt und e« schien Anfang«, al« ob Herr v. E. feine Wette — e« handelte sich dabei um 2000 Mk. — gewinnen würde. Da« junge Thier war m feiner Ausbildung ziemlich weit vorgeschritten: es ging Schritt, Galopp und folgte jedem Schenkeldruck seine« Reiter«, war aber — und damit war der Verlust der Wette besiegelt — nicht im Stande, Bolte zu rennen. Trotzdem kann Herr v. E. mit dem Erfolge der Dressur zufrieden sein.
* Görlitz, 15. Juli. Hoch klingt da« Lied vom braven Mann. Der Pastor Kretzschmar, ein Vater von acht un-
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