$en Treppenbau herunter und betäubte die Hausfrau, welche am Regenfaß im Hofe ein abgefallenes Rohr wieder anbringen wollte. Der Strahl ist offenbar dem starken Luftzug gefolgt, da eine Beschädigung am Hause nicht wahrzuehmen ist. — A ich in die Wingolf-Kneipe soll der Blitz etngeschlagen sein, ohne nennenswerthen Schaden anzurichten. — Aus der Umgegend kommen ebenfalls Nachrichten von Blitzschlägen- strichweise hat auch der in Begleitung des Regens fallende Hagel Schaden angerichtet.
W. Oberersatzgeschaft. Heute trifft der Commandeur der 49. Infanterie-Brigade, General-Major von Hohlwedte, nebst seinem Adjutanten behufs Abhaltung des Oberersatzgeschäftes hier ein. Das Oberersatzgeschäft, welches des Frohnleichnamsfestes und der Gewerbezählung wegen eine zweitägige Unterbrechung erleidet, findet Mittwoch und Samstag dieser Woche in Lich und in den ersten drei Tagen der kommenden Woche in Gießen statt. Bon hier aus begeben sich die Herren zum gleichen Zwecke nach Grünberg.
* * Die Feier des 80 jährigen Bestehens der deutschen Barschenschaften wurde am Samstag und Sonntag in Marburg unter Theilnahme von ca. 400 Vertretern deutscher Burschenschaften begangen. Herrn Geh. Rath Prof. Dr. Ducken- Greßen hielt die Festrede. Der älteste, aus Luzern herbeige- kommene Burschenschafter, Eugen Höfling, zählt 140 Semester!
* * Grand Specialitäten. Circus W. Ammans. Morgen Mittwoch finden zwei große Pracht-Vorstellungen (und zwar um 4 Uhr und um 8 Uhr) statt, die eine ganze Fülle von Ueberraschungen und großartigen Kunstgenüssen bringen sollen. Die Nachmittags 4 Uhr stattfindeude Extra- Familien- und Kinder-Vorstellung sowohl als die große Gala-Vorstellung Abends 8 Uhr werden die sensationellsten Leistungen der besten Mitglieder des Künstler- Ensembles bieten und Herr Director Jmmans selbst, mit ferner wunderbar dressirten Hunde-Meute, welche bisher über- a.l Furore machte, mitwirken. Die beiden Vorstellungen verbürgen daher wirklich vergnügte Stunden. Am Donnerstag Abend 8 Uhr findet eine große Parade-Vorstellung mit ganz neuem Programm statt und darf man auf dieselbe mit Recht gespannt sein.
* * Ein Zimmerbrand entstand gestern Vormittag in einem Hause der Nordanlage auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise. Es verbrannte ein Sopha und die Fenstervorhänge.
* * Verbrüht. Ein vierjähriges Kind des Conditors H. dahier fiel gestern Nachmittag in der Küche rücklings in e nen Etmer heißen Wassers und erlitt starke Brandwunden am Gesäß und den Beinen. Ein Verschulden soll Niemand treffen.
* * Die Bauarbeiten aus dem Oswaldsgarteu für das 22. Mittelrheinische Turnfest nehmen nunmehr einen rüstigen Fortgang. Die Festhalle, welche in Hanau fertig gezimmert wurde, ist gestern eingetroffen- große Massen zugerichteter Balken und Bretter wurden im Laufe des gestrigen Tages ab- geladen- mit den Erdarbeiten wurde, nachdem schon in vor. Woche die Bäume am städtischen Magazin entfernt worden waren, sofort begonnen. Der Transport der Werkhölzer erfolgt entlang der Festhalle mittelst auf Schienen laufenden Rollwagen, was die Arbeit jedenfalls sehr erleichtert. Auch mit der Einfriedigung des Platzes wurde auf allen Seiten begonnen - dieselbe umfaßt den ganzen Oswaldsgarteu, zieht die Steinstraße entlang bis zur Klingspor'schen Besitzung und findet Abschluß am Knabenschulgebäude, an der Mündung der Wetzsteinstraße in die Nordanlage, das entlang der Schule und dem Oswaldsgarteu führende Stück der letzteren mit eiuschließeud. Schulhof und Turnhalle des StadtkuabeuschulgebäudeS werden ebenfalls in den Bereich des Festplatzes eiugezogeu, desgleichen die Kirchstraße bis zum Eingang in den Schulgarten.
* * Zn Brand gerathen ist am Sonntag gegen Abend auf der Strecke zwischen Gießen und Großenliudeu, kurz vor letzterem Ort der Bahndamm. Jedenfalls hat dürres Gras durch Auswurf von Asche aus einer Locomotive Feuer gefangen. Das Feuer konnte von dem bei Großenliudeu statiouirteu Bahnwärter gelöscht werden.
* * Technische Hochschule Darmstadt. Dem ordentlichen Proseffor au der Technischen Hochschule Geheimen Baurath Dr. Sonne wurde mit Allerhöchster Ermächtigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs die Wahrnehmung der Geschäfte des Vorsitzenden der Ceutralstelle für die Gewerbe übertragen.
* * Ernennung. Dem zum mexikanischen Consul in Frankfurt a. M. ernannten Carl Herzberg, zu deffeu Amtsbezirk die Provinz Oberhessen gehört, ist das Exequatur Namens des Reiches ertheilt worden.
• * Die Zahl der Telegramme, welche im Jahre 1894 bei den beiden hiesigen Postämtern aufgegebeu wurden, betrug 32 503- für diese Telegramme wurden 19 398 Mk. Gebühren entrichtet.
* * Schonzeit für Fische. Mit dem 9. Juni ging die Frühjahrsschonzeit für Fische im ganzen Großherzogthurn zu Ende, so daß die Fischwasser nur noch der wöchentlichen Schonzeit unterliegen.
* * Für Huudebefiher. Um den Ausbruch der Tollwuth bei den Hunden zu verhindern, mögen jetzt beim Heraunaheu der heißen Jahreszeit die Hundebesitzer, vor Allem diejenigen, welche Thiere au der Kette liegen haben, sorgfältig darauf achten, daß diese stets frisches Wasser zum Löschen ihres Durstes haben, daß ferner die Hundehütte gründlich gereinigt wird und überhaupt die Thiere gut gepflegt werden. In den weitaus meisten Fällen entsteht die Tollwuth, wie nachgewieseu ist, durch Vernachlässigung dieser Regeln.
* * Zur Warnung. Die Kölner Polizei-Verwaltung warnt vor dem Genuß ungekochter Milch. Nicht nur, daß rohe Milch, wenn sie wie gewöhnlich im Sommer Zersetzuugs- keime enthält, Verdauungsstörungen herbeiführt und namentlich zu den für so zahlreiche Kiuderleben verderblichen Brechdurchfällen Veranlaffuug geben kann, sie ist auch geeignet, eine ganze Reihe von ansteckenden Krankheiten, wie Cholera, Typhus, Scharlach, Maseru, Dyphtherie und außerdem ver
schiedene Thierkrankheiteu beim Genüsse auf den Menschen zu übertragen. Diese Gefahren lassen sich durch gründliches ; Auskochen der Milch beseitigen. Ein Jeder schütze also sich und seine Angehörigen dadurch, daß er ausschließlich gut gekochte Milch zum Genüsse zuläßt.
* * Notiz für Schwimmer. lieber den sogenannten Krampf im Wasser, welchem alljährlich viele Personen zum Opfer fallen, hat der amerikanische Arzt Dr. Roche interessante Untersuchungen augestellt. Nach demselben ist bei solchen Unglücksfällen niemals Krampf im Spiel, wie auch die von ihm untersuchten Leichen plötzlich Untergegangener keinerlei Merkmale des Krampfes aufweiseu. Das schnelle Nachlassen der Muskelkraft soll vielmehr dadurch erzeugt werden, daß Schaum oder Wasserstaub mit der Einathmung in den Schlundkopf (Pharynx) gelangt und von den Luftwegen ein» gesogen wird, oder, wie es beim Publikum heißt, in die „falsche Kehle" geräth, wodurch eine augenblickliche Stockung sämmtlicher AthmungSorgane stattfindet. Kommt das Wasser beim Beginn einer Einathmung in die Luftröhre (Trachea), wenn die Lungen ganz luftler sind, so sinkt der Körper sofort. Geschieht dies während des Athemholens, so wird der Krampf etwas verlängert. Bemerkt man daher, daß Jemand beim Baden ungewöhnliche Bewegungen mit den Armen macht, so muß sofort Hilfe geleistet werden, weil der Betreffende unter den beschriebenen Umständen keinen Hilferuf ausstoßen kann.
* * Der Getreidemarkt. (Berichtswoche vom 1.—7. Juni.) In der letzten Woche vermochten in Folge des größer gewordenen Angebotes und der besser erscheinenden Ernteaussichten in Rußland sich die erhöhten Preise für Weizen und Roggen nicht zu halten. Aber es muß darauf aufmerksam gemacht werden, daß diese beiden wichtigsten Brod- früchte auch nur unbedeutend im Preise sanken, und daß in Amerika und Rußland nur eine Mittelernte erwartet wird. In Berlin und Leipzig kostete Weizen per 20 Centner 150 bis 163 Mk., Roggen 131 bis 137 Mk., Gerste 110 bis 165 Mk., Hafer 123 bis 148 Mk.
* * Ceutralstelle für Obstverwerthuug in Frankfurt a. M. Die Zeit der Reife verschiedener Obstsorten, wie Erd-, Johannis- und Stachelbeeren, Heidel- und Himbeeren, Kirschen, Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen, ist da oder steht nahe bevor und wir wollen daher alle Producenten und Consumenten wieder auf die Frankfurter Centralstelle für Obstverwerthung aufmerksam machen, die bekanntlich Abschlüsse ohne jede Vergütung vermittelt und es den Verkäufern so sehr leicht macht, die Obsternte an den Mann zu bringen bezw. den Bedarf an Obst zu decken. Die Interessenten haben nur das zur Verfügung stehende Quantum oder die benöthigte Menge der Ceutralstelle anzugeben, um sofort von dieser mit einer größeren Zahl von Producenten und Consumenten in Verbindung gesetzt zu werden. Einzige Bedingung ist, daß das abgesetzte oder erworbene Quantum immer sofort der Centralstelle mitgetheilt wird. Es wird natürlich auch erwartet, daß immer nur gutes Obst geliefert wird - die Käufer find gebeten, von nicht befriedigenden Lieferungen dem Comite Mittheilung zu machen. Gut ist es, wenn mit den Anmeldungen nicht zu lange gezögert, sondern schon vor der Reife von dem erwarteten Ertrage bezw. der benötigten Menge der Ceutralstelle Mittheiluug gemacht wird, damit die Vorverhandlungen vor der Reifezeit erledigt werden können und seinerzeit auf Grund der geschehenen Abschlüsse sofort mit dem Versandt begonnen werden kann, denn manche Obstsorte verträgt ja kein langes Lagern. — Heber die guten Erfolge der Ceutralstelle im vorigen Jahre haben wir seinerzeit berichtet. Heute kann noch mitgetheilt werden, daß der Herr Minister für Laudwirthschaft dem Comite zur Deckung der Kosten wieder eine Beihilfe bewilligt hat, mit dem Bemerken, daß er von dem seitherigen Erfolge der Bestrebungen des Comilvs mit Befriedigung Kenntuiß genommen habe.
Bad-Nauheim, 9. Juni. Einer der zuverlässigsten Werthmesser für die Frequenz eines Bades bildet die Zahl der täglich verabfolgten Bäder. Dieselbe beträgt dermalen täglich über 1400, gut anderthalb Hundert mehr, als in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. Der Vorsprung der verabfolgten Bäder gegen das Vorjahr mag seit 1. April l. I. bereits gegen 4000 betragen. Drmst. Ztg.
Friedberg, 8. Juni. Das 50jährige Stiftungsfest unseres Turnvereins wird am 22., 23. und 24. Juni d. I. gefeiert werden. Als Festplatz hat man die Seewiese, woselbst ein großes, gedecktes Festzelt errichtet wird, gewählt- als Festmusik ist die Capelle des Brandenburger Artillerie-Regiments Nr. 3 aus Mainz in Aussicht genommen.
E. Echzell, 10. Juni. Vom herrlichsten Sommerwetter begünstigt, verlief der erste Festtag, den die Kriegervereine des Wetteraugaues zur Erinnerung an die Groß- thaten des Jahres 1870/71 gestern mit einander am hiesigen Orte feierten, in sehr befriedigender Weise. Es waren 26 Kriegervereine erschienen. Zu Fuß, per Wagen und per Stahlroß waren Tausende von Festtheilnehmern aus Nah und Fern erschienen, die alle in gewaltigen Feftzelten auf dem reizenden Wiesenplan zwischen Echzell und Bisses treffliche Unterkunft fanden. Der Festzug, wie man ihn hier noch niemals sah, war mit seiner Spitze bereits auf dem Festplatze angenommen, während das Ende noch weit zurück im Dorfe stand - er bestand aus Ehrenreitern, den Schulkindern, Festjungfrauen, Musikcapellen, Festcomite, Vereinen, welche dem Bezirk nicht angehörten mit den Echzeller Gesangvereinen, Bezirksvorstand, Bezirksvereine, Militärverein Echzell, Schlußreiter. Auf dem Festplatze fand die Begrüßung durch Herrn Präsident Reitz statt- Bezirkspräsident Bechtold begrüßte im Namen des Bezirks und brachte dem deutschen Reiche ein dreifaches Hoch. Die Festrede wurde von Herrn Pfarrer Hildebrandt gehalten, worauf der Choral: „Nun danket alle Gott" gemeinschaftlich abgesungen wurde. Daran schlossen sich Mufikvorträge, Tanzvergnügen, weitere Reden auf das deutsche Vaterland, das
i deutsche Heer und seine Führer, die deutsche Einigkeit, welchem Vorträgen patriotische Gesänge nachfolgten. Nach eingetretener Dunkelheit wurde ein Feuerwerk abgebrannt. Heute Nachmittag findet wieder ein Zug nach dem Festplatze statt. Volks- belufttgungen, besonders für die Jugend, z. B. Schwebebaum, Sacklaufen u. s. w. find vorgesehen. Das Wetter ist vortrefflich. Alle Festtheilnehmer äußern sich sehr befriedigend über das Dargebotene.
ycr> Ober-Ohmen, 10. Juni. Daß es bei der gegenwärtig heißen Witterung nicht ungefährlich ist, im Walde wegen den vielen Fliegen mit Pferden Holz zu holen, lehrt folgender schwerer Unfall. Am SamStag hatte der hiesige Landwirth Finckernagel mit seinem Pferde und einem Gespann Kühe Holz geladen. Durch die lästigen Fliegen unruhig gemacht, schirrte sich das Pferd los. Als sein Herr das Geschirr wieder in Ordnung bringen wollte, schlug das Pferd aus und traf denselben, daß er zu Boden stürzte. Kaum hatte er sich wieder aufgerafft, als er von dem wüthend schlagenden Pferde mit beiden Hinterfüßen einen so starken Schlag erhielt, daß er über den Chauffeegraben flog und bewußtlos liegen blieb. Schwer verletzt mußte er nach Hause gebracht werden und hier hegt man Befürchtung für sein Wiederaufkommen. — Einem Landwirth von Ruppertenrod gingen bet der Fahrt zum Walde die Pferde durch. Querfeldein stürmten sie in rasendem Galopp einem Hohlwege zu. In diesem brachen sie zusammen und konnten nun von herzugeeilten Leuten gestellt werden. Wunderbarer Weise hatten weder Pferde noch Wagen Schaden erlitten.
A Groß - Eichen, 10. Juni. Das vierte Bundes- fest des „Ohm°Lumda-Thal-Sängerbundes"soll nächsten Sonntag den 16. Juni in Verbindung mit der Fahnenweihe des hiesigen Gesangvereins dahier gefeiert werden. Der hiesige Gesangverein ist rüstig bei der Arbeit, Festhalle und Festplatz aufzubauen und herzurichten. Da eine vor» treffliche Musikcapelle gewonnen, so dürfte das Fest bei schönem Wetter den günstigsten Verlauf nehmen.
* Wiesbaden, 10. Juni. Bei Biebrich wurden die- Leichen eines jungen Liebespaares, eines Handlungs- gehülsen und einer Gärtnerstochter aus Wiesbaden, aus dem Rhein gelänbet. Die noch sehr jungen Leute waren in den Tod gegangen, weil die Eltern das Verhältniß nicht billigten.
* Dortmund, 10. Juni. Infolge Seilbruches sind auf der Zeche „Caroline" zwei Arbeiter tödtlich verunglückt.
* Graudenz, 9. Juni. Auf dem Schießplätze bei Gruppe verübte der Feuerwerker Gülzow vom 2. Fußartillerie- Regiment Selbstmord, indem er sich in liegender Stellung Schießbaumwolle auf der Brust anzündete. Der Brustkasterr des Todten war bis zum Rückgrat zerschmettert.
* Hamburg, 9. Juni. Im Schilf eines Gartens an der Außenalster wurde heute ein Boot aufgefnnben, in benr ein ermorbeteS, etwa 25jähriges Mäbchen lag.
♦ Mannheim, 10. Juni. Der unter bem Verbacht der Unterschlagung verhaftete Verwalter der städtischen Abfuhranstalt, Sauer, erhängte sich im UntersuchungSgefängniß.
* Gradisca, 10. Juni. Gegen 3 Uhr Morgens erfolgte hier ein ziemlich heftiger, eine Secunde lang anhaltender Erdstoß.
* Salzburg, 10. Juni. Bei dem Wolkenbruch iw Glanegg wurden, am Samstag zwei erwachsene Mädchen von der Fluth weggerissen und ertranken.
* Laibach, 10. Juni. Heute Morgen 8 Uhr 35 Miu° erfolgte ein starker, 4 Secunden anhaltender Erdstoß mit schlitternder Bewegung. Es herrscht eine allgemeine Panik. Die Bevölkerung verließ die Häuser. Die Fabrikarbeiter stellten die Arbeit ein und der Schulunterricht wurde unter«- brochen. Leichte Beschädigungen wurden an verschiedenen Gebäuden angerichtet.
* Triest, 10. Juni. Heute Morgen gegen 3 Uhr fand hier ein leichtes Erdbeben statt.
* Rom, 10. Juni. Heute früh 2 Uhr 50 Min. wurde in Bologna ein leichter Erdstoß verspürt, in Verona ein sehr starker.
* Tausend Proceut. Die Actien der Deutschen GaSglÜhlicht-Gesellschaft erreichten an der Berliner Fondsbörse den Cours von 1000 pCt., nachdem sie zu Anfang voriger Woche an einem einzigen Tage schon eine Coursaufbesserung von 100 pCt. erfahren hatten. ES ist dies der höchste Cours, den jemals ein Papier an bet Berliner Börse notirt hat. Bis jetzt waren höchste Course derjenige für Patzendorfer Brauerei - Actien mit etwa 850 pCt. und jener der chemischen Fabrik Ehering mit etwa 650 pCt.
£iteratat unb Knnft
— De« Bau der BSgeß von William Marshall. Mit 229 in den Text gedruckten Abbildungen. In Ortginal-Leinenband 7.50 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. An zusammenhängenden Werken über die Organisation der Vögel ist zwar kein Mangel, aber einerseits find sie veraltet, anderseits muß man zuviel in den Kauf nehmen, was für einen Ornithologen nur wenig Interesse hat, da die Vögel in den betreffenden Werken mit den anderen Wtrbelthieren zusammen abgehandelt sind. Andere Werke wiederum sind zu umfangreich, zu kostspielig und erfordern zu viel gelehrte Vorkenntnifse. Diese Gründe haben den Verfasser zur Herausgabe dieser gemeinverständlichen, nicht zu umfangreichen Beschreibung des Baues der Vögel veranlaßt, die als zehnter Band von Webers „Naturwissenschaftlicher Bibliothek" soeben erschienen ist und aufS beste empfohlen werden kann.
Schiffrnachrichten.
Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof.
Bremen, 10. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Braunschweig, Capitain H. Wempe, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 4 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.


