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näßte Wirthe nach der Wahl mitunter ihre Rechnung bei de» durchgefallenen Candtdaten nicht gefunden haben oder »ar mit vielen Schwierigkeiten und nach langer Zeit zu chrem (Selbe gekommen sein. Bei dieser Sitte oder vielmehr Unsitte des FreizechenS kann der Würdigste und Tüchtigste oom Beschränktesten Überboten werden. Um besagten Hebet« ständen und unvermeidlichen ärgerlichen Vorkommnissen vorzubeugen, haben sich sämmtliche hiesige Wirthe vereinigt und den löblichen Beschluß gefaßt: vor der Wahl in ihren Wirth- schäften durchaus keine Speisen und Getränke an eine An« zahl Gäste für Rechnung eines Dritten zu verabreichen. Dies ist nur anerkennenSwerth und es steht zu hoffen, daß dadurch unsere Bürgermeisterwahl in würdiger, nur das Wohl der Gemeinde berücksichtigender Weise vor sich gehen wird.
△ Mainz, 10. Februar. Bezüglich der Verstaatlichung der Hessischen Ludwigsbahn werden bekanntlich nächster Tage zwischen Regierungsvertretern und Mitgliedern der Bahnverwaltung commissarische Verhandlungen stattfinden. Selbstredend haben bei einem Verkauf oder Hebergang der Bahn die Actionäre das letzte Wort zu reden und zwar repräsentirt bei einer Abstimmung hierüber in der Generalversammlung — was Manchem nicht bekannt sein dürfte — jede einzelne Actie schon eine Stimme und nur 10 Actien dürfen durch eine Person vertreten werden. Da sich der Actienbestand auf 186,000 Stück beziffert, so hätten unter Hmständen 186,000 Actionäre ober wenn immer 10 Actien in einer Hand, 18,600 Personen bet einer even- wellen Verstaatlichung mitzureden. Säle, die eine solche Menschenanzahl faffen, gibt es bekanntlich nicht viele, und müßte daher, wenn sämmtliche Actien zu der entscheidenden General-Versammlung angemeldet würden, die Verwaltung eine General Versammlung unter freiem Himmel abhalten.
△ Mainz, 10. Februar. Seit verflossener Nacht bildet das Ryeineis eine geschlossene Eisdecke. Bei mäßiger Kälte hatten sich im Laufe des Nachmittags im rechtsseitigen Rheinarm die Eismaffen bis oberhalb der „Petersaue" zu- fammengeschoben, wodurch das Zulaufen auf der linken Stromsette beschleunigt wurde. Gegen 11 Hhr am gestrigen Abend hatte sich das EiS schon bis gegen die Straßenbrücke in der ganzen Strombreite festgesetzt, von wo ab sich längs
der Stadt bis zur Mainmündung in Folge der bis zu 20 Grad Reaumur steigenden Kälte während der Nacht eine blanke Eisfläche bildete. Oberhalb der Eisenbahnbrücke schoben sich die Eismaffen rasch zusammen und schon am Vorm ttag waren dieselben bis Nierstein zugelaufen. Wag« halsige Personen versuchten schon den ganzen Tag über an verschiedenen Stellen die Eisdecke zu überschreiten und haben die Polizeiorgane der beiderseitigen Ufer alle Mühe die liebe Jugend von diesem unvernünftigen Treiben abzuhalten. Im Laufe des TageS ist die Kälte bis auf 8 Grad zurückgegangen, nahm aber gegen Abend wieder rasch zu.
Bingen, 10. Februar. Durch die letzte kalte Nacht (12 Grad R.) hat die Rheineisdecke eine solche Festigkeit und Stärke erlangt, daß sie heute ohne Gefahr überschritten werden kann. Schon gestern unternahmen einzelne Personen Fußwanderungen zwischen hier und RübeSheim- heute ist die Paffage allgemein.
Worms, 9. Februar. Das Rheineis steht geschloffen bis Rheindürkheim. Das Stauwaffer beträgt hier 112 Centimeter.
vermischter.
A * Köln, 9. Februar. Im Laufe deS Tages wurden die Brückenköpfe, sowie die Landungsstell en der Dampfschifffahrts-Gesellschaften in Sicherheit gebracht. Speziell in der Eifelgegend herrscht fortgesetzt scharfer Frost und starker Schneefall.
* Wafhington, 7. Februar. Das Wetterbureau macht bekannt, daß heftige Stürme und statker Frost zu erwarten seien. In Nebraska konnte gestern wegen deS Schnees keine Schule abgehalten werden. An vielen Orten sind die Brunnen zugefroren und es herrscht deshalb Wasser- mangel. In Texas sind Tausende von Stück Vieh zu Grunde gegangen.
* Hochherzige That. Wie die „Oldenburger Nachrichten für Stadt und Land" erfahren, verzichtete die Wittwe des Fabrikanten Schüll, der mit der „Elbe" umkam, auf die Lebensversicherungssumme ihres Mannes im Betrage von 100,000 Mark zu Gunsten der Hinterbliebenen der 93er- unglückten.
• Eine gepfefferte Versammlung. In Roubaix, dem Gentrum der französischen Arbeiterbewegung, ereignete sich dieser Tage während eines Meetings Folgendes: In der Mitte deS Saales niest plötzlich Jemand- dann niesen zwei, zehn, zwanzig und mehr Personen, in allen Ecken und Enden des Raumes und schließlich niest Alles ohne Ausnahme; Weiber und Kinder niesen mit und beginnen zu schreien und man hört von Niesen unterbrochen Ruse. Was ist (Ahi!) geschehen? (Allgemeines Ahi!) Endlich ruft Jemand: „DaS ist ja (Ahil) Pfeffer! (Ahi!)" — Hnb richtig war eS so. Jemand hatte ein Packet mit etwa einem halben SMo Pfeffer anfgeriffen und mitten in den Raum geworfen, und nun ertönt eS auch von der Präfidententribüne: Ahi! und der Commiffär erhebt sich und ruft: „Ich schließe die Versammlung! — Ahi!"
Universität- - Nachrichten.
Jena, 9. Februar. Zar Feier des 100. Geburtstages d 4 Proseffors Friedrich Gottlob Schulze, des Begründers d. ■ landwtrthschattltchen Instituts an der Universität Jena und bec Academie zu Elbena fand heute Mittag in dem geschmückten Saale bes Deutschen Hauses ein Festact statt, zu welchem zahlreiche Universitätslehrer, ©tubtrenbe, Vertreter lanbwirthschaftlicher Vereine und Institute, practisch.' Landwirthe und Angehörige anderer Beruss- kreise, unter ihnen auch auswärtige Schüler, Verehrer und Freunde Schulzes erschienen waren. Der Director des landwirthichastlichen Institutes, Professor von der Goltz, hielt die Festrede. Musik eröffnete und schloß den Festact, dem ein F stmabl folgte.
Verkehr, Land, nnd Volk-Mirthschaft.
Mainz, 9. Februar. Aus dem Viehmarkt zu Mainz vom 2. bis 8. F vruar 18*45 wurde Folgendes verkauft und nachstehende Preise (alles per 50 Kilo Schlachtgewicht) erzielt: 144 Ochsen, 1. Qual. 66 bis 70 Mk., desgl. 2. Qual. 62 bis 66 Mk., 172 Kübe und Rinder, l.Qual. 60 bis 64 Mk.. desgl. 2. Qual. 58 bts62Mk., 161 Kälber 70 bis 80 Mk., 634 Schweine 53 bis 58 Mk.
^kirchliche Anzeige« der Stadt «Sietzen.
Montag den 11. Februar, Abends 8 Uhr: Bibelstunde im Confirmandensaal her Johanne?kirche. Erster Brief des Johanne;, Cap. 5, von Vers 6 an: Der feste Grund deS Glaubens. Pfarrer ' Dr. Naumann.
Monlsg den 25. Februar, Nachmittags 3 Uhr, soll aus dem hiesigen Ortsgericht die der Wilhelm Fillmann Wittwe in Gießen gebSiige Hosraithe:
Flur 1 Nr. 1108: 69 qm bei der Kirche Öffentlich meistbietend versteigert werden.
Gießen, 13. Jan. 1895.
Großh. Ortsgericht Gießen- ___________I- A-: Bogt._________585
Ä Mchthaus.
Freibank. [1281 Heute
8chwemeffeisch, nicht labenrein, pr. Pfd. SvPfg.
Verdingung.
Die zum Neubau eines Kasernements für 2 Compagnien Infanterie für das Mannschaftsgebäude weiter erforderlichen Arbeiten »nd Lieferungen, wie:
1) Zimmerarbeit,
2) Dachdeckerarbeit,
3) Spenglerarbeit,
4) Lieferung von Guß- und Walzeisen,
5) Schreinerarbeit und
6) Schlosserarbeit
sollen Montag den 18. Februar d. I., Vormittags 11 Uhr, auf dem Stadtbauamte vergeben werden.
Pläne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen daselbst in Zimmer Nr. 5 während der Dienststunden offen. Angebote, auf vorgeschriebenem Formular, sind bis zu genanntem Termine dorthin einzureichen.
Gießen, den 6. Februar 1895.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
__Gnauth. ________________1198
Bekanntmachung.
Damit die zum weiteren Ausbau der
Stadlfernsprecheinrichtung in Gietzen erforderlichen Vorbereitungsarbeiten rechtzeitig in Angriff genommen werden können, werden diejenigen Personen, welche ihre Wohnungen bezw. Geschäftsräume te. im Laufe dieses Jahres mit der vorbezeichneten Stadtfernsprecheinrichtung verbinden laffen wollen, ersucht, ihre Anmeldungen recht bald, spätestens bis zum 1. März d. Js., an das Kaiserliche Postamt in Gießen einzusenden.
Nur für die bis zu diesem Zeitpunkt eingegangenen Anmeldungen kann die Herstellung der Anschlüsse für den ersten Bauabschnitt des laufenden Jahres in Aussicht gestellt werden. Verspätet angemeldete Anschlüsse gelangen erst im nächsten Bauabschnitt zur Ausführung.
Darmstadt, 5. Februar 1895.
Der Kaiserliche Ober-Postdirector.
C1 a v e l.
Bekanntmachung. |
Die Holzversteigerung vom 31. Januar ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom 11. lf. Mts. ab aus Freiherrlicher Rentei zu Londorf in Empfang genommen werden. Heberweisung Dienstag den 12. Februar.
Papiermühle, den 5. Februar 1895. Freiherrliche Oberförsterei Rabenau.
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Monlsg den 25. Februar, ; Samstag den 16. Febr
Nachmittags 21/, Uhr,
stück:
Flur 25 Nr. 158 — 1187 qm Acker auf der Rodhohl
versteigert.
Großh. Ortsgericht Gießen.
I 53.: Hoffmann. 1211
Flur 2b Nr. 1698/10: 406 qm Hofraithe am Leihgesterner Weg und der Chaussee auf dem Seltersweg,
Flur 25 Nr 170</lo: 2u94 qm Hofraithe am Leihgesterner Weg
öffentlich meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 14. Januar 1895.
Großh. Ottsgerichi Gießen.
I. A.: Vogt. 586
Nachmittags 8 Uhr, ,
Klien auf dem hiesigen Ortsgericht die wird auf hiesigem Ortsger^cht das dem m Franz Schirmer in Gießen ge-'Herman« Weinberg gehörige Grund-
Westanlage O der dritte Stock, 5 eoent. 6 Zimmer, Badezimmer rc., fowie der 4. Stock, 5 gerade Zimmer, zu vermiethen. 925 646] Schöne Wohnung, 3 Zim. nebst
Zubehör, im 4. Stock per April zu vermiethen. Slug. Noll, Bahnhofstr. 51 —871] Schanzenstratze Nr. 4 schöne Wohnung, 4 Zimmer und Zubehör, vom 1. April an zu vermiethen.___________
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u. v- a.
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Die Versteigerung unter 11. findet. 144] Das von Herrn Forstmstr. Block bestimmt statt. । bewohnte Logis, 6 Zimmer, Badez. und
1265 Geißler, Gerichtsvollzieher, j Zub, ist pr. 1. April 1895 anderw. zu ---------7-7—---r—7----7—777—"TT" vermiethen. Näh. im Hause Nordanlage 27 1268) Einsätze, Drei, und Vier-Ecke, bei Architect Stein.
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67o] Schone Wohnung im mittleren Stock, 5 Zimmer mit allem Zubehör, zu vermiethen._________Kspfdorserftraße 2.
1105] Die seither von Herrn Fabrikant Barnaß innegehabte Wohnung ist anderweitig zu vermiethen.
Martin Dörr, Nordanlage 18.
1092] Mittlerer Stock, 4—5 Zimmer nebst allem Zubehör, wegzugshalber zu vermiethen.Löberstraße 14
Mittwoch den 13. Febr. d I.,
Nachmittags 2 Uhr,
werden im Bieker'fchen Saale — Neustadt — versteigert:
I. Salon- und Zimmereinrichtungen, einzelne Sophas, Tische, Kleiderschränke, Glasschränke, Spiegel, Bilder, 1 Ptanino, 1 Buffet in Eichen. 11 vollst. B.tten, 3 schwere Wagen, 1 Sommerwagen, 4 Kühe, 1 Kiste Ungarwein
Todes-Anzeige.
Gestern Nachmittag V/g Uhr entschlief sanft nach kurzem, schweren Leiden, unsere innigstgeliebte, gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Frau Johannette Roloff geb. Gärth t’-aas
im Alter von 71 Jahren, welches wir Verwandten und Bekannten mit der Bitte um stille Theilnahme mittheilen.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Gießen, den 11. Februar 1895.
Die Beerdigung findet Dienstag Nachmittag 4,/4 Hhr vom Sterbehaus, Wallthorstraße 58, statt. 1260
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Seinen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser langjähriger Arbeiter
Dominik Marlin
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am Sonntag Nachmittag nach längerem Leiden sanft entschlafen ist.
1282 Georg Leib & Sohn.
Danksagung.
Für die zahlreichen Beweise innigster Theilnahme, sowie für die überaus zahlreichen Blumenspenden und für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Dr. Naumann am Grabe meines geliebten Mannes sage ich hiermit meinen aufrichtigen Dank.
1273 Frau Belloff Wwe.
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