Tage 120,000 solcher Cartoubriefe ab. WaS Wunder, daß sich dann an Eisenbahnendftationen in zwei Tagen 40 bis 50 Eisenbahnwaggons mit Briefen und PostcartonS anhänften. Das wurde erst sbeffer, als das Briesgewicht auf den vierten Theil reducirt und Packetbeförderung eingeführt wurde. Nur in der Weihnachtszeit nahm der Verkehr wieder geradezu ungeheuerliche Dimensionen an.
Man darf die körperliche Anstrengung der Feldpost nicht unterschätzen. Bei den oft 6—8 Tage ohne Rast währenden Eilmärschen über steile GebirgSpfade, in aufgeweichten oder wieder verschneiten oder von Frost spiegelglatten Wegen blieb die mobile Feldpost nicht etwa zurück, sondern war oft früher am Ziel, um einen Theil der Nachtstunden zur Arbeit zu benützen. Und nahe dem Schlachtgetümmel schlug sie ihr fliegende- Bureau auf, sortirte in Ermangelung von Tischen auf auSgebreiteten Pferdedecken und füllte dann — wofür ihr sicherlich der meiste Dank gezollt wurde — für die armen Verwundeten Eorrespondeozkarten auS, in denen sie die Nachricht nach der Heimath gelangen lasten konnten, daß sie verwundet oder doch wenigsten- in der Hoffnung der Genesung leben.
Der unermüdliche Diensteifer, die stete Hilfsbereitschaft der Feldpostbeawten wurde überhaupt von den deutschen Soldaten immer dankend anerkannt. Um so weniger Dank erntete die Feldpost von den Franzosen, und doch ist wohl noch nie in einem Kriege dem Feinde von einer Poftver- waltung so viel Liebenswürdigkeit erwiesen worden. Obwohl die Zahl der Kriegsgefangenen, die auf 400,000 stieg, den Poftbetrieb noch wehr erschwerten, wurden doch auch die Briefe der Gefangenen unentgeltlich befördert, und über 5 Millionen Francs beförderte die Poft in die Hände der in Deutschland befindlichen Gefangenen. Aber — wie der
amtliche Bericht mit leichter Bitterkeit bemerkt — in keiner Erzählung der Kriegsgefangenen findet sich hierfür ein Wort des Danke-.
Dem Undank der Franzosen im fremden Lande entsprechen offene Feindseligkeiten im eigenen Lande. Die Fälle, wo die Post von FranctireurS überfallen wurde, wiederholten sich fast jede Woche, wobei das KriegSglück leider nicht immer auf der Seite der Ueberfalleuen war. Schon am 3. September wurde der als Courier nach Berlin entsandte Postbegleiter Falk bei Clermont von französischen Mobilgarden aufgehoben, nach Verdun geführt und zehn Tage lang gefangen gehalten. Die ihm abgenommenen Depeschen und Geldsendungen fand man bei der Einnahme Verduns im Hause des dort residirenden Bischofs. Am 26. September wurde hinter Chöffy die Feldpost geraubt und zwei Mann von der Bedeckung erschostea. Dagegen gelang eS im October bei DormaS, bei Chesty und bei Olizy der Umficht und der Unerschrockenheit der Beamten, die angegriffenen Transporte in Sicherheit zu bringen. Selbst auf dem neutralen Gebiete von Belgien waren die Feldposten vor den FranctireurS nicht sicher. Unweit von Bouillon wurde ein Transport geraubt. Doch sorgte die belgische Regierung für sofortige Rückerstattung. /
Ein schlimmer Tag für die Feldpost war der 14. November. Die nach Sen- abgelaffene Brtefcoloune, die auch etwa 6000 Thaler bei sich führte, wurde überfallen und genommen. Die ganze Mannschaft wurde niedergehauen oder gefangen genommen und zum Theil erst nach dem Friedensschluß ausgeliefert. Am gleichen Tage wurden die tu Sen- bereits etnlaufenden drei Packwagen von wütheuden Volks- maffen umringt und angegriffen. Der Postconducteur Boden- fohu wurde nach geradezu heldenmüthiger Gegenwehr ge
fangen , aber am nächsten Tage von deutschen Truppen befreit. Seine Bravour brachte ihm da- Eiserne Kreuz zweiter Klaffe. Auch die Post-stone Dickeubrock und Beck- schäfer, die am 23. December einen Angriff von FranctireurS mit der blanken Waffe siegreich abschlugen, wurden von dem commandirenden General deS Armeecorps öffentlich belobt. ES würde ermüden, wollte man alle Fälle auszählen, in denen es zu kleinen Scharmützeln kam, ohne Verwundungen ging eS selten ab, meist waren ein bis zwei Tobte zu beklagen. Gänzlich unaufgeklärt blieb trotz eifriger Nach, forschungen das verbleiben eines Postbeamten, der am 16. Januar nach abgelieferter Post überfallen wurde,- er blieb verschollen.
Natürlich mußten die Franzosen wenigsten- für die pecuniären Verluste aufkowmen. Durch Contributioueu, die militärischerseitS eingetrieben wurden, konnte man den Familien der getödteten oder verwundeten Postbeamten Unterstützungen gewähren und für die geraubten Postsendungen die Ersatzbeträge den betreffenden Absendern bezahlen.
Freudigen MutheS harrten die wackeren Postbeamten bi- zum Ende des Kriege- in ihrem schweren und gefährlichen Berufe aus. Kein Fall ist bekannt geworden, in dem etwa ein Beamter den Versuch gemacht hätte, seine Stelle mit einem friedlichen Platz in der Heimath zu vertauschen. Don den 5901 Beamten der Feldpost find 125 gefallen oder gestorben, 187 verwundet, 12 gefangen genommen worden. Aber auch nicht weniger als 107 sind für ihre Unerschrockenheit und Umsicht decorirt worden.
So hat auch die Feldpost ihren Antheil an dem RuhmeSkranze, den sich Deutschland vor fünfundzwanzig Jahren erworben.
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Ausstellung
Merheff. Industrie- uud Gewerbe - Eyeuguiste
vom 25. August bis 15. September 1895
in Stsfekd.
Zum Besuche der Ausstellung werden folgende Eintrittskarte« ausgegeben :
L für die Dauer der Ausstellung
a) für eine ganze Familie (Eltern und Kinder, Söhne über
18 Jahre ausgeschlossen)............... 6 JL
d) für eine einzelne Person.............. 3 ,
2. für einen Tag a Person
a) für Sonntag«................. i
b) „ die Wochentage...............„504,
c) „ einen vorher zu bestimmenden Wochentag...... 20 „
d) „ Schulkinder in Begleitung ihrer Lehrer an Wochentagen , 10 , Wer nach Schluß der Ausstellung nur dieConcerte besuchen will, bat bet Militärconcerten b0 und bei Concerten an den Wochentagen 20 H zu bezahlen Die Dauerkarten werden auf Namen ausgestellt, berechtigen auch zu freiem Zutritt zu den Concerten und können schon jetzt bei den Herren Georg Bücking VIII, S<or0 Den«, Rudolf DSrtng, «art HSlscher, LouiS Raab, Heinrich Ramspeck, LouiS SchnlthetS, Adolf Spier und Ederhard Wollrab in Empfang genommen werden
w Direktion der Oberhesstsche« Eisenbahnen hat de« Besuchern
der Ausstellung freie Rückfahrt auf eine einfache Wahrkarte am Tage der Lösung gewährt, wen« die »arten i« der Ausstellung abgestempelt worden sind.
Alsfeld, den 1. August 1895.
E. Wollrab,
6556 Vorsitzender deS Finanz-Comitös.
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