Breisach hat am 10. November sich ergeben- etwa 100 Ossi- ziere und 5000 Mann wurden gefangen genommen- 100 Ge schütze erobert. Der erwähnte Rückzug kommt auf die Rechnung deS Generals von der Tann. Er hat im ersten Augenblick überrascht, Niemand hatte sich die französische Loire Armee so groß (80 000 Mann) und so nahe gedacht. Solcher Zahl gegenüber war von der Tann mit seinen Bayern allein zu schwach, er räumte fechtend Orleans und vereinigte sich mit der 22. Division (Thüringern) unter General von Wittich und der Cavallerie Division deS Prinzen Albrecht. Auch der Großherzog von Mecklenburg mit seinem CorpS ist zu ihm gestoßen und Prinz Friedrich Karl zieht in Eilmärschen heran. Die Loire «Armee unter General Paladine ist nicht über Orleans hinauSgegangen und ihr kurzer Triumph kann sich leicht in eine entscheidende Niederlage verwandeln, wenn sie Stand hält.
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Laag - Sons, 6. November. Heute Nacht i/i2 Uhr wurde die hiesige freiwillige und die Pflichtfeuer. wehr durch unfern Bürgermeister allarmtrr. Die Mannschaften waren rasch zur Stelle. Nur ein freiwilliger Feuer- wehrmann fehlte.
Petterweil, 9. November. Morgen Sonntag, Nachmittags 2 Uhr, findet die Einweihung des Robert Blum- GedenksteinS dahier statt. Hierzu möge ausdrücklich bemerkt sein, daß die Feierlichkeit sich nur auf die Einwohnerschaft Petterweils beschränkt, also eine ganz locale ist.
M. W. Au« der mittleren Wetterau, 8. November. DaS feuchtwarme Wetter kommt unseren Wintersaaten außer- ordentlich zu statten, sie gehen prächtig vorwärts. Trotz der nicht geringen Feuchtigkeit, welche seit 14 Tagen niederging, ist der Boden noch nicht tief durchweicht, der Regen schlüpft hinein wie in einen trockenen Schwamm. — Die Nachricht über die großen holländischen Krauthäupter können wir bestätigen und einen spaßigen Vorfall htnzufügen: Ein Nachbar hatte sich 50 Köpfe bestellt, von der Ansicht ausgehend, daß ein Krautkopf ca. 4 bi- 5 Pfund wiegen würde. Um die bestellten Häupter abzuholen, sandte der Käufer einen Mann mit einem kleinen Handwagen nach dem Ladeplatz. Nach einiger Zeit kam der Handwagen hochbeladen zurück. „Herr Ich! was soll ich denn mit der Unmasse Kraut anfangen?" rief der Käufer, als er den Segen erblickte- „ich habe mit dem dritten Theile genug." — „Nun bekommen Sie gerade noch einmal soviel," erwiderte der Handwagenfuhrmann, „denn es wurden 50 Häupter bestellt und das sind erst 25 Stück." Man kann sich daS Erstaunen deS Käufers vorstellen, daS sich aber schließlich in Wohlgefallen auflöste, denn für so schöne Waare finden sich immer Abnehmer. „Die ich rief, die Geister, werd' ich nicht mehr loS",
wie GötheS Zauberlehrling einst sagte, konnten bald beruhigt werden; immerhin bleibt die Moral von der Geschicht: „Bestellet holländisch Kraut nur nach Köpfen nicht, sie fallen sehr stark inS Gewicht."
n. Altenstadt, 7. November. Der hiesige Gemeindeeinnehmer Wilhelm Hammel feierte gestern daS Fest der goldenen Hochzeit. Eine kirchliche Feier hatte der Jubilar abgelehnt. Doch ließ es sich der Kirchenvorstand, dessen langjähriges Mitglied Herr Hammel ist, nicht nehmen, demselben ein Ehrengeschenk in Form einer Prachtbibel zu über- reichen, wahrend ihm, als „dem bewahrten eifrigen Abgeordneten der Dekanatssynode Rodheim", durch Herrn Decan Kalbhenn eine sehr schön auSgefÜhrte Widmung übersandt wurde. Herr Geheimer RegierungSrath Klietfch aus Büdingen überbrachte persönlich die Glückwünsche deS Kreis- auSschuffeS, welcher Körperschaft Herr Hammel seit vielen Jahren angehört. Am Abend veranstaltete der Gesangverein „Concordia", zu dessen Gründern Herr Hammel zählt, demselben einen Fackclzug und ließ seine Glückwünsche durch Herrn Lehrer Storck aussprechen. Auch erhielt der Jubilar zahlreiche Telegramme und Briefe.
• Marburg, 8. November. Der Regierungspräsident hat wegen Ausbruchs der Viehseuche sämmtliche Viehmärkte verboten. Von 24 Kreisen deS Bezirks Kassel sind jetzt 17 für verseucht erklärt.
* lieber den neugewählten socialdemokratischen ReichS- tagSabgeordneten Dr. Lütgeuau schreibt ein ehemaliger Mitschüler der „Köln. Ztg." auS Neuß, daß Lütgenau seine gymnasialen Studien dort als Zögling deS erzbischöflichen Knabenseminars, deS Collegium Marianum, absolvirte. Er gehörte damczlS zu den Frommsten unter den Frommen und gab der Hoffnung Raum, dereinst ein höchst würdiger, pflichteifriger Priester zu werden. Wenn er nun allerdingS auch wider Erwarten schließlich „umsattelte", und, anstatt Theologie, in Bonn neuere Philosophie studirte, so zeigte sich doch in seiner Haltung niemals etwas JncorrecteS, bis er nach bestandener Staatsprüfung und zurückgelegtem Probejahr als Hülfslehrer an der Cadettenanstalt zu Lichterfelde wirkte. Hier kam eß zu verschiedenen Differenzen mit seinen Vorgesetzten, deren Ursachen und Verlauf nicht weiter hierher gehören, die aber die Möglichkeit nicht auSschließen, daß sein Uebergang zur staatstürzenden Partei der Socialdemokraten ebenso in äußeren Vorgängen wie in tiefinnerer Ueberzeugung begründet ist. UebrigenS soll auch aus Dr. Lüttgenau daS Wort Anwendung finden: „On revient toujours a see Premiers amours®, denn in Dortmund erzählt man sich, daß zu seinem, wenn auch gerade nicht alltäglichen Umgänge ein Theil der jüngeren dortigen Geistlichkeit gehöre. Für
Oberpfarrer Junker existirte der auf solche Wege gerathene. Vetter schon seit Jahren nicht mehr.
• Auch die Aerzte, welche den Feldzug gegen Frankreich mitgemacht oder sich während deS KctegSjahreS im Jolande bethäligt haben, beabsichtigen der medicinischen Wochenrundschau „Medico" zufolge, eine KrtegS-Gedenk- feier zu begeben. Unter dem Vorsitze des Geh. Ober- MedicinalratheS Prof. Dr. Skrzeczka har sich ein Comite gebildet, daS zur Theilnahme an dieser Feier, die am 1. Februar k. I in Berlin stattfinden soll, aufforderr. Anmeldungen nimmt Herr Professor Guttstadt, Berlin, Lindenstr. 28, entgegen.
♦ Lübeck, 8. November. Die hier wohnende Wittwe deS MalerS Professor EnSlen hat dem Kaiser ein Bild geschenkt, daS ein Panorama von Berlin auS dem Jahre 1822 darstellt. DaS werthoolle Geschenk wurde gestern im Auftrage deS Kaisers vom Gesandten v. Kiderlen - Wächter in Empfang genommen.
* München, 8. November. Gestern Nachmittag spielte in einer Parterrewohnung im Schönfeld - Viertel ein eben von der Reise gekommener junger Mann beim AuSpacken mit einem Revolver. Die Waffe entlud fich und der Schuß ging der Mutter des jungen Mannes tu den Rücken. AuS Verzweiflung wollte er sich selbst erschießen und drückte einen Schuß gegen seine Brust ab, traf sich aber nur in den linken Arm.
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Richters «nter - Steindankaste». Wenn je dmm Spielzeug nachgerühmt werden darf, baß es daß Kind zum ernsten Nachdenken anbäll und Auge und Hand gleichmäßig bildet, so ist es sicher der Richter 's che Anker-Stetnbaukasten, dem diese Vorzüge zuzuerkenncn sind. Der Anker - Stetnbaukastcn mtl seinen mannigfachen Formen ist gegenüber dem Holzbaukasten von ehedem wirklich ein neues Spielzeug, und eS bedarf nur einer tuv fachen Betrachtung der jedem Kasten b tgegebenrn prachtvollen Vorlagen, um sich selbst dieses Urtheil zu bilden. ES ist geradezu er. ftaunlich. welch große und schöne Bauten schon mit einem verhältn ß mäßig kleinen Kasten ausgeführt werden können. ES darf daher allen Eltern, die noch im Zweifel darüber sind, waS sie in diesem Jahre ihren Kindern unter den Weihnachtsbaum legen sollen, der Anker-Steinbaukasten als beste« und gediegenstes empfohlen werden. Um beim Einkauf keine minderwerihiae Nachahmung zu erhalten, merke man sich gefälligst, daß jeder ächte Steinbaukasten mit der Fabrikmarke „Anker" versehen ist.____________________________4399
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8971
Bekanntmachung.
Auf Beschluß der Stadtverordnetenversammlung sollen vier, au der Nordanlage bezw. Steinstraste gelegene, städtische Bauplätze einzeln im Wege schriftlichen Angebotes verkauft werden.
Uebersichtsplan und Verkaufs-Bedingungen liegen auf unserem Stadt- bauamte zur Einsicht offen; Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bei der unterzeichneten Stelle bis spätestens Montag, den 18. d. Mts., Vormittags 11 Uhr einzureichen.
Gießen, den 6. November 1895.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
9416 Gnauth.
Bekanntmachung.
Montag, den 18 d. Mts., Nachmittags 6 Uhr, soll eine General. Versammlung des Spar- und Vorschubvereins E. G. m. u. H. zu Treis a. Lda in dem Gemeindehause daselbst stattfinden, wozu alle Mitglieder eingeladen werden.
Die Tagesordnung betrifft:
1. Ersatzwahl für zwei ausscheidende Mitglieder des Auffichtsraths.
2. Berichterstattung über den Revisionsbericht des VerbandS-RevisorS und Beschlußfassung über denselben.
Treis a. Lda., am 6. November 1895.
Der Vorsitzende des AussichtSraths:
' Kehr. 9402
Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Oppenrod fürI896 97 liegt vom 14. d. Mts. an acht Tage lang auf hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht offen.
Oppenrod, den 9. November 1895.
Großherzogliche Bürgermeisterei Oppenrod.
__Balser.___________ 9413
Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Annerod sür 1896/97 hegt vom 11. November d. I. an acht Tage lang auf dem Bürger- meister-Büreau zur Einsicht der Betheiligten offen.
Annerod, am 9. November 1895.
Großherzogliche Bürgermeisterei Annerod.
9383 Horn.
Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Treis a. d. Lda. sür 1896/97 lugt von Dienstag den 12. November 1895 an acht Tage lang auf dem Büreau der unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht der Interessenten und Verbringung von Einwendungen offen.
Treis a. d. Lda., den 9. November 1895.
Grobherzogliche Bürgermeisterei Treis a. d. Lda.
Benner. 9437
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