nieder. Die sämmtlichen Effecten eines LircuS, der indem Theater Vorstellungen gab, wurden vernichtet. Menschenleben find nicht zu beklagen.
W.B. Brüste!, 9. October. Die „Gazette Arlon" meldet: Infolge von LiebeShändeln zwischen jungen Leuten tn den Dörfern Aix für Clore und Battincourt kam es gestern zu Thätlichkeiten mit Steinen, Stöcken, Messern und Revolvern. Dreißig Personen wurden verwundet, einer ist tobt, einer liegt >rn Sterben. Die Gendarmerie mußte zur Herstellung der Ordnung die Waffen gebrauchen.
Schwurgericht.
W. Gießen, den 8. October 1895.
ES wird in der Sache gegen die Katharina Schad und die Wittwe Schultheis fortgefahren.
Zeuge Peter Kaufmann wird mit dem schon vernommenen Zeugen Pries confrontirt und es ergab sich, daß Kaufmann dem Pries gegenüber gesagt hat, die Schultheis sei eine böse Frau, dir schon öfter Muscheleien gemacht hat, welches er auch einräumt, nachdem er es vorher tn Abrede gestellt und erklärt hatte, er habe im Gegenthetl dem PrieS gesagt, die Frau Schultheis thue ihm leid. Auf Befragen Seitens des Rechtsanwalts Grünewald gibt Kaufmann zu, als Walenmeister Fett von verendetem Vieh verkauft zu haben, öfter sinnlos betrunken zu fein, u. A. hat er am Tage der Strafkarnrnerverhandlung sich so in Gießen betrunken, daß er von einem Schutzmann aufgegriffen und Nachts über im Arresthaus zugebracht hat. Kaufmann wird nachträglich vereidigt.
Pfarrer Bi g e l i u s - Steinfurt traut sich kein Urtheil darüber zu, ob die Wittwe Schultheis fähig fei, einen Menschen zum Meineid zu verleiten. Dem Peter Kaufmann, man nenne ihn den frommen Peter, traut der Zeuge DigeliuS nicht zu, daß er einen Meineid schwört. Der Zeuge hat früher vor der Strafkammer erklärt, er könne sich nicht denken, daß Frau Schultheis bet ihrer Einsicht und Gescheidt- heit das ihr zur Last gelegte Verbrechen begangen hat. Auf Befragen der Bertheidigung erklärt der Zeuge weiter, erhübe nie gehört, daß Kaufmann lüge oder unzuverlässige Angaben mache.
Assessor Zimmermann war AmtSanwalt bei der betreffenden Verhandlung des Schöffengerichts Bad-Nauheimer schildert kurz den Gang der Verhandlung. Der Zeuge hatte den Eindruck, daß die Schad sehr unsicher in ihren Bekundungen. Er habe den Eindruck gehabt, daß eS nur das lebhafte Temperament gewesen, welches die Wittwe Schultheis zum Dretnreden bet der Vernehmung der Schad veranlaßt hat. Gewiß fei, daß das Mädchen bei ihrer Vernehmung unter dem Einfluß ihrer Dienstherrin gestanden hat.
Lehrer Schmidt-RuppertSburg hat die Schad zwei Jahre unterrichtet, fie war geistig sehr minimal veranlagt und gUubt der Zeuge nicht, daß sie einen Begriff von der Wichtigkeit und dem Wesen des Eides hat. Betreffs der Glaubwürdigkeit der Angeklagten kann er nichts ungünstiges sagen. Zeuge kennt das Mädchen aber nur bis zu ihrem 14. Jahre.
Der Bürgermeister von Ruppertsburg äußert sich über die Schad nicht nachtheilig.
Schwester Elisabeth vom KInderhoSpital bezieht feit zwei Jahren pro Tag 50 bis 55 Liter Vollmilch, sie hat nie Grund zur Klage wegen deren Qualität.
Schwester Katharina vom KurhoSpital bezieht seit 20 Jahren pro Tag 10 bis 12 Luer Milch, mit deren Qualität sie stets zufrieden gewesen. Zeugin kennt die Wittwe Schultheis schon lange und gibt ihr daö Zeugntß einer braven und achtbaren Frau.
Freiherr Loew von und zu Steinfurt, der Besitzer des Schultheis'schen Pachtgutes, kann nur Lobens- werthes und Gutes über seine Pächterin sagen.
Bürgermeister Hofmann-WisselSheim bezeugt, die Wittwe Schultheis fei eine brave und tüchtige Frau, der er das ihr zur Last gelegte Verbrechen nicht zutraut, dazu hält er die Frau für viel zu rechtlich und auch für viel zu klug.
Ehefrau Frank VI. von Laubach erklärt, daß die Schad vor drei Jahren bei ihr in Dienst gestanden, fie war eine schlechte Arbeiterin, die öfter wegen Kleinigkeiten gelogen hat und führt drei Fälle an, wo fie bewußt gelogen, welche von der Angeklagten Schad bestritten werden. ES wird infolge deffen vom Bertheidiger Rechtsanwalt Grünewald angezeigt, daß er den Schwager dieser Zeugin Frank zu morgen laden würde, um zu beweisen, daß die Schad trotz ihres Leugnens gelogen, ohne Deranlaffung und ohne Grund die Unwahrheit gesagt hat.
Bürgermeister Johannes Wörner II. zu Bad- Nauheim schildert die Eindrücke, die er bet seiner zufälligen Anwesenheit im Schöffensaal bei der Vernehmung der Schad gewonnen. Diese Wahrnehmungen lauten für die Angeklagte Schultheis sehr günstig, von der Schad hat dieser Zeuge die Ansicht, diese Zeugin habe anscheinend in Nauheim die an fie gerichteten Fragen nicht verstanden.
LandgerichtSrath Scrtba wird als Zeuge darüber vernommen, inwieweit die heutige Angeklagte Schad als Zeuge vor der Strafkammer vernommen, dem Rechtsanwalt Grünewald gegenüber Thatsachen geleugnet hat, die fie, anderen Zeugen gegenüber gestellt, nothgedrungen später zugegeben hat, und bestätigt dieses.
Joh. Roth II. von Wiffelsheim, Knecht in Dienst der Frau Schultheis, äußerte fich unter Anführung von That- fachen über die mangelnde Glaubwürdigkeit der Schad. Die Angeklagte bestreitet erst entschieden diese Thatsachen, giebt dieselben aber später theilweise zu.
Benno Zimmer, früher in Dienst bei Schultheis, be- schuldigt seine ehemalige Dienstherrin unter Anführung eines bestimmten Falle» der Wäfferung von Milch. Er erinnerte fich aber nicht, daß ihm das Ansinnen gestellt sei, eine Strafe wegen Milchoerfälschung auf sich zu nehmen.
Staatsanwalt Koch läßt durch den Vorsitzenden Vor
halt machen, aus einer Strafsache vom Jahre 1885 resp. deren Acten gegen die Wittwe Schultheis wegen Milch- v:rsälschung. Der Zeuge entsinnt fich aber nicht mehr genat, was er zu dieser Sache bekundet. Zimmer war Milchkur scher und erklärt, die Milch, welche er zu verkaufen bekommen, sei schlecht und dünn gewesen. Die Kundschaft habe fich darüber beklagt.
Metzger Klinkerfuß II., Bad-Nauheim, erzählt, daß Zimmer früher in seine Wirthschaft gekommen, und einmal erzählt habe, er habe eine Strafe auf fich genommen, weil ihm Frau Schultheis 20 Mk. daiür versprochen.
Fruchthändler Aron Katz von Gießen theilt mit, daß er vor 15—20 Jahren auf Aufforderung de- Ehemanns Schultheis nach Wiffelsheim gereist sei, dort in der Schult- heis'ichen Wohnung zwei Concurenten getroffen habe, und darauf für das zu machende Geschäft schriftlich Offerte abgegeben habe. Trotzdem er, wie er später hörte, 500 Mk. mehr geboten habe, als seine Concurenz, haben die Schultheis'schen Eheleute die Frucht doch zum billigeren Preise an diese verkauft. — Er hat später der Frau Schultheis gegenüber die Rede auf das gescheiterte Geschäft gebracht, und da hat ihm diese erklärt, seine Concurenten hätten gesagt, mit ihm stände es schlecht. Katz erklärt weiter, er habe der Frau gleich gesagt, er (affe sich dieses nicht gefallen und habe Anzeige wegen Beleidigung gestellt. Er glaube gehört zu haben, daß Frau Schultheis vor Gericht eidlich in Abrede gestellt habe, was sie ihm gegenüber gesagt habe. ES sei daS Verfahren damals gegen seine Gegner eingestellt.
EliaS Meyer von Friedb-rg ist derjenige, welcher von Aron Katz, als der Beleidiger, f. Zt. zwei Klagen erhalten, und zwar wegen Verläumdung und Schadenersatz. Der Zeuge kann sich der Sache nicht mehr recht erinnern, auch nicht, wer In der Affaire als Zeuge vernommen ist.
Moritz Stahl von Friedberg wird ebenfalls wegen dieser Afflire vernommen und erklärt im Gegensatz zu der Bekundung des Zeugen Katz, daß dieser, nachdem er sein Gebot schriftlich abgegeben, noch an demselben Tage, während der Zeuge und Meyer noch anwesend gewesen, in daS Schultheis'sche Haus zurückgekehrt, und es habe zwischen ihm und EliaS Meyer einen harten Wortwechsel gegeben. — Stahl erklärte, er sei von Katz nicht verklagt worden, und wiffr nicht mehr, ob er vor 20 Jahren als Zeuge vernommen worden sei, er vermuthe aber, daß Katz ihn damals als Zeugen nicht wollte.
Es werden die Zeugen Heinrich Leonhard von Wiffelsheim und Conrad Södler von Steinfurt wegen des Leumunds des Zeugen Peter Kaufmann vernommen. Södler bekundet über eine Thatsache, die den Kaufmann in seiner Eigenschaft als ehemaligen Wasenmeister in ein schlechtes Licht stellt. Staatsanwalt Koch beantragt, den schon entlaffenen Peter Kaufmann aufs Neue zu morgen früh zu laden, um denselben mit Södler zu confromiren. Rechts- anwalt Grünewald hält eine Confrontirung für überflüssig. Der Gerichtshof lehnt die neue Ladung des Kaufmann für morgen, weil deffen Bekundung unerheblich, ab.
Um 6% Uhr Abends wird die Verhandlung auf morgen Vormittag 9 Uhr vertagt.
Gießen, den 9. October 1895.
** Omnibus Verbindung Gießeu-Wieseck. Wie unß mit* getheilt wird, beabsichtigt der Vorstand der hiesigen Omnibus- Gesellschaft, während deS Winters, vorläufig Morgens uvd Abends, einen regelmäßigen OmnibuSverkehr zwischen Wteseck und der Stadt einzurichten. Der Fahrpreis würde auch hier nur 10 Pfg. betragen, bei MonatS-Abonnements 15 Pfg. für tägliche Hin- und Rückfahrt. Bei genügender Betheiligung soll die neue Linie bereits am 15. d. M. eröffnet werden. — Wir machen unsere Leser bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam, daß die Wagen an Sonn- und Wochentagen, so lange die günstige Witterung anhält, nach wie vor nach dem Schiffenberger Walde fahren.
*• Adreßbuch. Die Schutzmannschaft ist gegenwärtig mit der Aufnahme für daS neu zu bearbeitende, Ende dieses JahreS für daS Jahr 1896 erscheinende Adreßbuch beschäftigt. Da sich die eigenhändige genaueste Eintragung aller beteiligten Einwohner in diesen zu genanntem Zwecke abgegebenen Aufnahmezetteln für ein möglichst fehlerfreies Adreßbuch erfahrungsgemäß bewährt, so empfiehlt eS sich, für genaue und leserliche Ausfüllung aller Rubriken Sorge zu tragen. Um ein genaues GeichäftS- verzeichniß aus dem Aufnahmematerial zusammenftellen zu können, genügt nicht z. B. die kurze Bezeichnung „Kaufmann", sondern eS müffen möglichst alle Geschäftsbräuchen angegeben werden; ebenso ist, wer sein Geschäft auf eigene Rechnung betreibt, durch die Bezeichnung „Meister" kenntlich zu machen. Ferner seien die Agenten darauf aufmerksam gemacht, die genaue Bezeichnung ihrer Agenturen nebst Sitz und Zweck anzugeben. Mit den Aufnahmezetteln ist auch dem Publikum die Gelegenheit geboten, auf daS neue Adreßbuch zu abonniren und empfiehlt eS fich, hiervon jetzt schon regen Gebrauch zu machen, da ein Nachabonnement später nicht mehr erfolgt und daS Adreßbuch nach Erscheinen fich theurer stellt.
** Industrie- ood Gewerbeauskelluug zu AlSfeld. AuS dem Berichte, welchen Herr Fabrikinspector Möser über die Beurtheilung und Prämiirung der tn der oberhesfischen Industrie- und Gewerbeausstellung vorgeführten Gegenstände erstattet hat, entnehmen wir, daß von 175 Ausstellern 17 mit dem Diplom nebst Medaille für vorzügliche Leistungen, 37 mit dem Diplom für sehr gute Leistungen und 61 mit lobender Erwähnung für gute Leistungen ausgezeichnet wurden. 19 AuS steller waren von vornherein von der Prämiirung auSgeschloffen auf Grund der Bestimmung, nach welcher Dilettantenarbeiten, mufikalische Compositionen, Gemälde, SawmlungSgegenstände, Erzeugniffe der Landwirthschaft, Nahrungsmittel, Eßwaaren, Getränke nicht prämiirt werden konnten. Unter letzteren
beft iben fich die Gießener Firmen. Actienbrauerei, Brauerei Röhrle (Biere), Ehr. Jnderthal (L'queure), Mayer K.tz Söhne (L gueure), Wilhelm Mayer (Apfelwein-Champagner), Fritz Schreiner (Backwsaren). — Bei Beurtheilung der Ans. sttllungSgegenftande wurden berückfichtigt: Technisch gute Ausführung, Geschmack im Formgeben und Ausschmückung, Neuheit oder Erfindung, nebenbei auch Ausdehnung des Geschäftes, Verdienste wegen Einführung früher noch nicht am Orte vertretener Gewerbszweige. — Die Ve- urtheilungkcommifsion, welche je nach Bedarf Sachverständige zugezogen, bestand aus den Herren: L. W. Möser, Fabrik- Jnspector, Darmstadt- PH. Bechtold, Hofmöbel'abrikane, Darmstadt; Joseph Deutsch, Schlofferme'ster, Darmstatt Otto Engelhard, Commerzienrath, Offenbach; Henry gatt, Fabrikant, Offenbach; Gustav Jacoby Architect, Darmstadt, Müller, Oeconomierath, Darmstadt; L. Müller, Raufmoni, Darmstadt; H. Schurig, Director der Kunstgewerbeschule, Offenbach; Dr. W. Sonne, Vorstand der PrüfungSstatioo, Darmstadt.
• • W. Der größte Ochse, welcher auf der hiesigen land- wirthschaftlichen Ausstellung ausgestellt war, nämlich der 22 Ceutner schwere Großen - Lindener Gemeinde- bulle, sollte gestern Nachmittag in Großen Linden versteigert werden. ES hatten sich zahlreiche Kaufliebhaber eingefunden. Herr Runenthal auS Watzenborn machte das Angebot von 600 Mk. und flott wurde bis 655 Mk. weiter- geboten, welche Summe als Höchstbietender der Viehhändler Hermann Jacob von Gießen abgab. Aber der zu versteigernde Ochse schüttelte selbst zu diesem Preise sein Haupt. Auch der Gemeinderath hielt daS Gebot von 655 Mk. für zu gering und so wurde der Zuschlag nicht ertheilt. Da» Thier wurde später freihändig zum Preise von 700 Mk. verhandelt und zwar an Hermann Jacob, welcher e» nach Köln zum Schlachten Weiterverkäufen will.
• * Statistische». Im Jahre 1894 wurden in der Provinz Ob erhessen 7881 Kinder geboren (4061 m., 3820 w ), tobtgeberene 247 (145 m , 101 w.j, unehel. 730 Die Zabl der Gestorbenen betrug 5417 (2764 m., 2653 w). Die Zahl der Eheschließungen belief fich auf 2025
• • Von größeren Stiftungen und Vermächtnissen, die im zweiten Vierteljahre 1895 die Allerhöchste Bestätigung gefunden, sind u. a. zu erwähnen: Stiftung bei Freiherrn Bernhard von Stein zu Würzburg unter dem Namen: „Stiftung der Freifrau Louise Löw, geb. v. Diebe, zu Staden" an die Gemeinde Gelnhaar zur Unterstützung dortiger bedürftiger OrtSeinwohner, im Betrage von 4952.53 Mark, Schenkung aus dem Nachlaß der Frau Margarethe Runckel zu Sflenheim an die evangel. Kirche daselbst unter der Bezeichnung „Margarethe Runckel-Stistung", tm Betrage von 1000 Mk, wovon 500 Mk. als Armen- copital und 500 Mk. als Kleinkinderfchulcapital behandelt werden sollen.
n. Blofeld (Kreis Büdingen), 7. October. Ein gütet Geschäft hat ein hiesiger Einwohner gemacht. Er brfr nämlich im Frühjahr einem Bekannten auf deffen Blmn i mehrere Wagen Dickwurz unter der Bedingung, daß er fir • jetzt im Herbst zurückerhalte. Im Frühjahr war bei uni fein Mangel daran. Der Gentner war schon für 20 Pig. zu haben. Der Betreffende wollte fich aber selbst diese kleine Ausgabe sparen. Nun muß er einen großen Theil I seiner Dickwurzernte abliefern, denn diese sind bekanntlich in diesem Jahr sehr schlecht gerathen und stehen darum bedeutend höher im Preis als im Frühjahr. Auch hier braucht der, welcher den Schaden hat, nicht für den Spott zu sorgen.
§ Grebenhain, 7. October. Der Kaufmann Götz Zimmermann hier erhielt kürzlich schon eine große Kiste mit den nöthigsten Mitteln für Kranke, wie Verbandszeug, Thee usw., um die behördlich angeordnete Nothapotheke zu unserer neuen Arztstelle einzurichten.
n. Nieder*Florstadt, 8. October. Auf der gestrigen Brandstelle brach heute Morgen gegen 10 Uhr abermal» Feuer aus. Die Nachbarwehren wurden wieder alormirt und gelang es den vereinten Kräften nach angestrengter Arbeit, den Brand zu localifiren. ES fielen dem verheerenden Element abermals eine Scheuer und ein Stall zum Opfer. Ein damit zusammenhängendes Haus wurde theilweise zerstört. Man nimmt an, daß durch von gestern her noch glühende Balken daS Feuer entzündet wurde.
§ Vom höheren Vogelsberg, 7. October. In welcher Weise der s. Z. in Crainfeld und später in Schlüchtern wohnhaft gewesene Wucherer David Sommer III. (welcher sich bekanntlich im Gefängniß in Gießen erhängte) zu Werke gegangen ist, zeigt folgender Vorfall. Jrn Jahre 1886 errichtete ein Landwirth in Grebenhain bei Sommer eine Hypothek im Betrage von 5203 Mk. Im Jahre 1847 erhielt Sommer von dem Mann 600 Mk.; im folgtnfcm Jahre 1888 verkaufte der betreffende Landwirth verschiedene Grundstücke und cedirte den Kaufschillingsbetrag von 2200 Mk. an Sommer. Letzterer unterließ es jedoch, diese Betröge an der Hypothek abzuschreiben; er hatte dem Landwind immer versichert, alles würde ja vom Großherzogl. Amtsgericht Herbstein geordnet. Ueber den wahren Sachverhalt aufgeklärt, übergab der Mann die Sache einem Rechtsanwalt, welcher nun die Erben aufforderte, obige Beträge nebst 6 pCt. Zinsen seit 1887 zurückzuzahlen. Dieser Fall steht nicht vereinzelt da. Erwähnt sei schließlich noch, daß der oben bezeichnete Mann durch Sommer von HauS und Hof gekommen ist und jetzt als Knecht dienen muß; er hat sein Gesammtvermögen von ca. 40,000 Mk. eingebüßt.
nn. Darmstadt, 8. October. In den Räumen der hiesigen Baugewerkschule finden seit Montag die schriftlichen Prüfungen der Candidaten für den Dienst der Caucuf* feher statt und beteiligen sich an dieser Prüfung über 50 junge Leute auS allen Berufen des Handwerks. Trotzdem unter den Prüflingen eine ganze Reihe von Handwerk, rn find, welche die Prüfung nur ablegen, um den Befähigungsnachweis für das Baugewerbe zu erlangen, so ist doch dir
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