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Donnerstag den 10. October
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Erstes Nlatt
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Anrts- und 2lnzeigeblntt für den TLreis Gieren.
Hratisöeitage: Hießener Aamitienötätter.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» (ofqenbm Tag erscheinenden Nummer bi- Lorm. 10 Uhr.
Alle Lnnoncen-Bureaux de- In- und Au-landcS nchmev Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Redaction, Txpcditio» und Druckerei:
-chulftraße Kr.7.
Fernsprecher 51.
vierteljähriger AvoancmcntspreiBi 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Psg.
Die Gießener Jamtrienvtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Der
chießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- Montag-.
Gießener Anzeig er
Kenerat-Mnzeiger.
Anrttichev Theil.
Bekanntmachung,
betreffend: Die Ertheilung der Erlaubniß zum Betrieb einer
Versicherungs-Anstalt.
Das Großherzogliche Ministerium des Innern und der Justiz hat dem Gisela Verein zur Ausstattung heiratsfähiger Mädchen in Wien, Zweigniederlassung für das deutsche Reich in München, die Erlaubniß zum Geschäftsbetrieb im Groß- herzogthum unter den üblichen Bedingungen ertheilt.
Gießen, den 8. October 1895.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.
Gießen, 8. Octobec 1895
Betr.: Die Beförderung von Legitimationspapieren nach dem Reichsauslande.
D>» Srotzherzogliche Kreisamt Gießen
au Gr. Polizeiamt Gießen und au die Gr.
Bürgermeistereien des Kreises.
Es sind neuerdings wieder Fälle bekannt geworden, in denen reichsausländische Agenten mit deutschen Legitimations- papieren Mißbrauch getri-ben haben, indem sie Leute, die sich aus irgend einem Grunde eigene Ausweispapiere nicht beschaffen konnten, mit Urkunden versahen, die für andere Personen ausgefertigt waren, und in deren Besitz die Agenten durch unmittelbaren Schriftwechsel mit deutschen Behörden gelangt waren. Der Hauptsitz derartiger Agenten ist Holland.
Um diesem Treiben entgegenzuwirken, beauftragen wir Sie unter Hinweis auf unser Ausschreiben vom 3. Januar 1885 (Gießener Anzeiger Rr. 89), in allen derartigen Fällen, in welchen vom Reichsauslande aus oder nach dem Reichs- auslande hin Legitimationspapiere erbeten werden, uns in Ihren Berichten auf diesen Umstand noch besonders aufmerk sam zu machen, da die erbetenen Legitimationspapiere nicht den Antragstellern, sondern dem Großh. Staatsministerium zu übersenden sind, welches wegen der Aushändigung der Papiere das Weitere veranlassen wird. Ihren diesbezüglichen Berichten ist thunlichst eine Personalbeschreibung derjenigen Personen, für welche die Papiere erbeten werden, beizu- fügen, damit die deutschen Consulate (in den Niederlanden das jetzt in Amsterdam befindliche General-Consulat), welchen die Urkunden vom Grobherzoglichen Staatsministerium zur Zustellung übersendet werden, in den Stand gesetzt sind, die Empfangsberechtigung der Antragsteller vor Verabfolgung der Urkunden in jedem einzelnen Fall zu prüfen.
v. Gagern.
Neueste NttchrLchten.
WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 8. October. Der bisherige Commandant Sr. M. S. „Marie", Corvetten Capitän Er ebner, ist durch Allerhöchste CabinetSordre vom 7. Oclober zum Capitän zur See befördert.
Berlin, 8. October. Wie der „ReichSanzetger" meldet, wurde in der gestrigen Sitzung der Conferenz der Internationalen Erdmeisung über die Erneuerung der mit Ende des JahrcS 1896 ablaufenden Convention der Internationalen Erdmessung berathen. Nach Verlesung des von der permanenten Commission vorberathenen Entwurfes der neuen Convention vertraten die Delegirten Hollands, Frankreichs und Oesterreichs abweichende Vorschläge. Pro- seflor Förster hob hervor, daß diese Vorschläge noch nicht vollständig formulirt seien, um schon Gegenstand einer Ab- stimmung zu werden, und bat die Vertreter derselben, sich bis zur nächsten Sitzung untereinander zu berathen und alsdann ein in die Form von Conventionsartikeln gebrachtes Projekt vorzulegen. Dieser Vorschlag fand Zustimmung.
Königsberg, 8. October. Der außerordentliche Generallandtag der ostpreußischen Landschaft beschloß heute unter dem Vorsitze des Oberpräsidenten Grasen Wilhelm v. BiSmarck, der Vorlage des Plenarcollegiums, betr. die Ermächtigung des ostpreußischen GenerallandlchastS- directoriumö zur Vornahme der Convertirung der 3V,proc. oftpreußtschen Pfandbriefe in 3proc. und die Gewährung von Zuschüssen zu der Coursdtfferenz an die die Convertirung nachsuchenden Gutsbesitzer zuzuftimmen.
Münster, 8. October. Der Oberbürgermeister macht bekannt, daß die frühere Handhabung der Poltz eistunde in Wesentlichen wiederhergestellt fet. Er bittet die Ein- wwhner, sich der Ansammlungen zu enthalten, zumal bedenk-
liche Elemente sich bereits der Bewegung bemächtigt hätten. ES steht zu erwarten, daß j-tzt Ruhe eintreten wird.
Konstantinopel, 8. October. Aus verläßlicher Quelle wird über die Unruhen der letzten Woche zusammensasscnd berichtet: Außer den bekannten Vorfällen, die am Montag der vorigen Woche durch die armenische Kundgebung hervorgerufen wurden, kam eS noch in den darauffolgenden drei Tagen und Nächten an verschiedenen Orten zu mehr oder minder blutigen Zusammenstößen, theilS aus Anlaß vorzunehmender Verhaftungen. theilS infolge von Angriffen, die seitens der türkischen Bevölkerung gegen armenische Passanten und Wohnhäuser unternommen wurden. Nach gewissenhafter unparteiischer Zählung wurden bet dielen Zusammenstößen Über 200 Menschen getödtet. Von den Vorfällen am Montag abgesehen, fielen die meisten Opfer in Kassimpalcha, am Goldenen Horn und in einem Einkehrgasthause in Stambul und in Tschukur TscheSme-Han. Mehrere Opfer oder vereinzelte Getödteie wurden gezählt in Stambul, in Papazoglu Han und in dem Quartier Makrekoni Kadtri von Karate- meruk, wo eine Frau, sowie in Kum Kapu, wo ein Kawaß deS Patriarchats getödtet wurde. Ferner in der Vorstadt Beschik Tasch bei dem Artillerie-Arsenale Top Hane, auf der Galata-Srraße und in einem dortigen Bade. In Skutari endlich in einer Bäckerei und in der Gasanstalt von Dolma Bagdsche, wo irrthümlicher Weise katholtsche Armenier ge- löstet wurden. Die Meldungen über Vorfälle an anderen Orten sind unsicher oder bisher ohne Bestätigung. Die von europäischen Aerzten vorgenommene Besichtigung von ein- gelieferten Todten und Verwundeten ergab, daß die Verletzungen mit Stöcken, Beilen, Messern und Hacken verur- sacht wurden. Auch Todesfälle durch Erwürgen wurden festgestellt. Das Gerücht daß Hunderte von Todten und Verwundeten von der Vorstadt Kassimpascha aus in das Meer geworfen wurden, fand keine Bestätigung. — Biele von armenischer Sette kommende Daten und Angaben über die Vorgänge haben sich als falsch oder übertrieben erwiesen. Von indirecten Ursachen abgesehen, trifft nach unparteiischer Beurthetlung aller in Betracht kommenden Umständen die Schuld, den Beginn der blutigen Vorfälle am Montag veranlaßt zu haben, die Armenier — auch wenn ein Armenier als Opfer fiel —, weil sie eine feindliche Kundgebung mit den Waffen in der Hand inS Werk setzten. Die türkische Bevölkerung der betr. Quartiere und SoftaS waren, wie festgestellt worden ist, bereit, ihren Glaubensgenossen zu Hilfe zu eilen. Die Ausschreitungen derselben wurden hervorgerufen durch einzelne energische Angriffe der Armenier bet der Pforte und deren Gegenwehr bet den vor- genommenen Verhaftungen, ferner durch schlechte Kenntnisse deS Dienstes und der Instructionen sowie die Rohheit ein- zelner Elemente der erst kürzlich in eine Truppe zusammen gesetzten und mangelhaft verstärkten Polizei und Gendarmerie. Diese Ursachen führten die Gewaltthätigkeiten am Montag herbei. Die Metzeleien am nächsten Tage wurden nicht nur durch Fanatismus und Aufstachelung, sondern auch durch die infolge verschiedener neuer oder verschlechterter localer Verhältnisse seit einiger Zeit bestehende Unzufriedenheit mancher Klassen der hiesigen türkischen Bevölkerung hervorgerufen. Weitere Triebfedern waren persönlicher Concurrenz- neid und Haß und Feindseligkeiten localer Art, schließlich Raufsucht und die rohen Jnstincce deS Pöbels.
Depeschen deS Bureiv „Herold".
Berlin, 8. October. Die erste Sitzung deS Staatsministeriums nach den Ferien fand heute Nachmittag 2 Uhr unter dem Vorsitz deS Fürsten Hohenlohe statt. Wie verlautet, sollte in btefer Sitzung entschieden werden, ob ein schärferes Vorgehen gegen die Socialdemokratie erfolgen solle und eventuell ob auf gesetzgeberischem oder auf dem Verwaltungswege.
Berlin, 8. October. In der am Donnerstag abzu- haltenden ersten BundeSrathssitzung werden meist Vorlagen formeller Natur und Verwaltungssachen zur Erledigung kommen. Außer dem Entwurf des bürgerlichen Gesetzbuches und dem amtlichen Waarenverzeichniß find dem Bundesrath noch eine große Anzahl Petitionen zugegangen.
Berlin, 8. October. Per „Post" wird auS militärischen Kreisen zu den Gerüchten über den Antritt deS einjährigen Urlaubs des Prinzen Heinrich geschrieben, daß der Hauptgrund für diesen Urlaub in dem persönlichen Wunsche des Prinzen liege, welcher denselben zu Reisen auf dem Festlande benutzen will. Ferner war auch für den Prinzen bei seinem Urlaubsgesuch der anstrengende Dienst der letzten Jahre maßgebend. Während ieines Urlaubs wird der Prinz mit allen Vorgängen bei der Flotte enge Fühlung bebakten. AlS weiterer Grund wird angeführt, daß zweifellos
noch weitere Personal-Veränderungen in den höchsten Com- mando-Stellen der Flotte im Herbst hätten eintreten müssen, wenn dem Prinzen in seiner neuen Charge sofort ein Wirkungskreis als Flaggoffizier Übertragen werben sollte. Seinen Urlaub gedenkt der Prinz bereits in den nächsten Tagen anzutreten.
BreSlan, 8. October. Socialdemokratischer Parteitag. In der zweiten Sitzung unter Vorsitz des Metallarbeiters Segitz Fürth beantragte der Berichterstatter der MandatSprüfungS-Commission die Ungültigkeitserklärung deS Mandats des Dr. Ruedt-Heidelberg als Conseq^enz der gestern Abend erfolgten Ausschlusses auS der Partei. Ferner erstattet ReichStagSabgeordneter Wurm eingehenden Bericht über die Thätigkeit der socialtsttschen Fraction im Reichstage und besprach demnächst der Reihe nach sämmtliche Anträge, die im Reichstage von den verschiedenen Fractionen gestellt worden waren, insbesondere auch den Antrag Kanitz.
Breslau, 8. October. Socialdemokratischer Parteitag. Im Verlauf der weiteren Sitzung theilte der Vorsitzende mit, daß der Vertreter der österreichischen Social- dkmokraten, Dr. Ellenbogen auS Wien, heute srüh vor dem Congreßlocale auf der Straße von Polizetbcamten verhaftet worden sei und ein Ausweisungsmandat erhalten habe. Alsdann sprach u. A. Frau Zetkvi zu folgendem Anträge: Die ReichStagSfraction wird beauftragt, bei den bevorstehenden Berathungen über den Entwurf des bürgerlichen Gesetzbuchs mit aller Energie die Initiative zu ergreifen und die Be- seitigung sämmtlicher geschäftlicher Bestimmungen, welche die Frau dem Manne gegenüber benachtheiligen, zu verlangen, ferner mit aller Energie einzutreten füc das Recht der un- verheiratheten Frau als Mutter, sowie süc daS Recht ihrer Kinder. — Thiele-Halle spricht zu folgendem Antrag der Hallener Genossen: Der Breslauer Parteitag wolle beschließen, daß die Fraction des Reichstags diejenige Stelle im Präsidium einnimmt, auf welche sie Ansprüche zu machen hat.
Breslau, 8. October. Der Redacteur Neuktrch von der socialdemokratischen „Dolkswacht" ist wegen Beleidigung deS preußischen Staatsmintsteriums heute zu 300 Mk. Geldstrafe verurtheilt worden.
Badeu-Badeo, 8. October. Gestern begannen hier die Verhandlungen der von der badischen, bayrischen und elsaß- lothringischen Regierung eingesetzten Commission für die Rh einre gulirunq.
München, 8. October. Ueber die Stellung der deutschen Politik zu den jüngsten Vorgängen in Konstantinopel wird den „Münchener Neuesten Nachr." von bemerkenSwerther Sette aus Berlin geschrieben: Die deutsche Politik wtrd diesen Dingen abwartend wie bisher auch weiterhin gegenüberstehen. Die Schwierigkeiten werden also auch gewürdigt, in denen sich die Mächte befinden, die fich in der armenischen Frage stark engagirt haben. Aber unbeschadet der allgemeinen und keiner näheren Characteri- sirung bedürfenden Interessen, die auch die Mitglieder des Dreibundes an der Herstellung der Ruhe und Ordnung im türkischen Reiche haben, gilt eS hier nicht als die Aufgabe namentlich Deutschlands, die Initiative zu ergreifen und die bedrängte Lage der Pforten Politik noch mehr zu compliciren.
Wien, 8. October. In der gestrigen Sitzung der deutschliberalen Partei wurde constatirt, daß in allen Provinzen die Partei großen Verfall zeige, dagegen der Antisemitismus bedenklich anwachse. Nichtsdestoweniger werde die Partei den Muth nicht verlieren und eine neue Organi- sation der Partei vornehmen, um dem Cabinet Badeni gegenüber sowohl in nationaler als auch politischer Beziehung eine entschlossene Haltung zu bewahren.
Paris, 8. October. Nach Mittheilungen, die aus englischer Quelle stammen, haben die Franzosen am 27. September die Hauptstadt von Madagaskar, Antananarivo, eingenommen. Die Königin der HooaS soll mit ihrem Gefolge geflüchtet sein.
Paris, 8. October. Mehreren Blättern zufolge hat der Marinemintster auf Antrag deS obersten Rathes beschlossen, ein Torpedoboot von außergewöhnlichen Dimensionen bauen zu lassen. Dasselbe soll nur eine Schnelligkeit von 24 Knoten pro Stunde haben, doch sollen die Geschosse über tausend Meter weiter als diejenigen anderer Torpedoboote der nämlichen Klosse reichen.
Konstantinopel, 8. October. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung wurde das Militär bedeutend verstärkt und die Militär-Patrouillen in den Straßen vermehrt. Neue Demonstrationen haben nicht stattgefunden. Da» Gerücht, daß die Armenier einen neuen Putsch versuchen, scheint erfunden zu sein.
Rewyork, 8. October. Kurz nach beendeter Vorstellung brannte daS Politeana-Theater in Montevideo


